— vnn.
Zeitung" erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl.
45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Markt
S.... ee e eischen eis bies Kansteites Zeriehen
Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen S Kreisblatt für den norbnichsen Ten des
Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden.
Schwerte(Kuhr), Samstag, den 9. Juni 1934
Einthungeseen. umd Hesuneli.
Sbotichtruwrohth gasgereiaz. Die Rücklebe Deuschlands im Miütelpunt.
Die Entschließung über das weitere Programm der Abrüstungskonferenz ist Freitag abend um 6 Uhr vom Hauptausschuß der Konferenz einstimmig, aber mit Vorbehalten von Italien, Polen und Persien angenommen worden.
Die Sitzung des Präsié ums
Keine Beschlüsse.— Keine Beteiligung Italiens an den Kommissionen?
Am Freitag begann kurz nach 15 Uhr unter erheblicher Spannung und bei starkem Andrang des Publikums die öffentliche Sitzung des Präsidiums. Gleichzeitig wurde der Wortlaut des neuen Entschließungsentwurfs verbreitet, der doch in viel höherem Maße als man vermutete, an die ursprünglichen Vorschläge Barthous an
Zu Beginn der Sitzung sprach Henderson einige ziemlich resigniert klingende Worte. Sodann nahm Barthou das Wort, um die französischen Vorschläge in neuer Form dem Präsidium vorzulegen, wobei er einige scherzhafte Worte hinzufügte. Später las Barthou den Entwurf vor. Der italienische Vertreter Marchese di Soragna gab eine wichtige Erklärung ab, in der es u. a.
die italienische Abordnung ist der Anscht, daß die Wiederaufnahme der Arbeiten der Konferenz nur dann Wert hat, wenn diese im richtigen Geist und in Uebereinstimmung mit den wirklichen Konferenzzielen vorgenommen wird. Dazu fehlen aber noch eine ganze Reihe wichtiger politischer Entscheidungen. Wir können zu keinem Beschluß unsere Zustimmung geben, der nicht der klare Ausdruck dieses Prinzips ist. Die italienische Abordnung wird diesem Prinzip auch im Hinblick auf die Einsetzung der vorgeschlagenen Kommissionen treu bleiben, die für Italien nicht von Interesse sind.
Diese Erklärung wird in Genf so ausgelegt, daß Italien an den Arbeiten der vorgeschlagenen Kommissionen nicht teilnehmen wird.
Graf Raczinski=Polen hatte Einwendungen zu machen. Er sagte, Vereinbarungen zwischen Regierungen seien keine geeignete Grundlage für die Konferenzarbeiten. Er warf dem Präsidium vor, die eigentliche Linie der Konferenzarbeiten, die bei der zweiten Lesung des Macdonald=Planes stehen geblieben seien, willkürlich abgebogen zu haben.
Daraufhin schloß sich Litwinow im allgemeinen den Ausführungen Raczinskis an. Auch er habe schwere Bedenken gegen die Verhandlungen zwischen Regierungen. Diese Verhandlungsart könne unangenehme Folgen haben.
Hierauf schloß Henderson die Sitzung des Präsidiums, ohne daß Beschlüsse gefaßt wurden.
Entscheidung im Hauptausschuß
In der sich anschließenden entscheidenden Sitzung des Hauptausschusses, der bekanntlich alle an der Konferenz teilnehmenden Staaten umfaßt, sprach zuerst Barthou. Er bezeichnete die Zusammenarbeit Englands und Frankreichs als eine wichtige Grundlage des Friedens. Er verlas dann nochmals den von Frankreich eingereichten, aber auch von den Vereinigten Staaten und England gebilligten Entschließungsentwurf. Hierbei knüpfte er an die wichtigsten Abschnitte in freier Rede Bemerkunen. Bei der Stelle, die sich mit den besonderen Besprechungen der Regierungen befaßt, die das Ziel haben sollen, den endgültigen Erfolg durch die Rückkehr Deutschlands zu erleichtern. kam Barthou ausführlich auf Frankreichs Stellung zur Rückkehr Deutschlands in die Konferenz zu sprechen. Er betonte, daß in dem ursprünglichen Text nur eine Andeutung auf Deutschland enthalten gewesen sei; sie sei aber zu deutlich gewesen, so daß man nun den Namen auch ruhig aussprechen könne. Barthou verlas dann aus dem französischen Memorandum vom 16. März den Absatz,“ der sich mit
Deutschlands Rückkehr befaßt, und in dem es heißt, daß sie die beste Gewähr für das Gleichgewicht der Welt sei.
Barthou fügte hinzu, Deutschland sei freiwillig ausgetreten, die Tür habe sich hinter ihm geschlossen, und nun müsse es freiwillig zurückkehren.
„Wir wollen keine Politik der Einkreisung, wir wollen sie nicht, sie liegt nicht in unseren Absichten und in unseren Taten.“ Frankreich habe
allein zur Sicherung des Friedens Beziehungen mit einigen Staaten angeknüpft. Beim Abschnitt „Sicherheit" beschäftigte er sich mit den Ausführungsbürgschaften, die Frankreich weiter bemüht sei zu finden. Auch die Kontrolle bleibe eine sehr wichtige, wenn auch sehr delikate Aufgabe des damit befaßten Ausschusses, Barthou betonte dann das französische Interesse an einer Verminderung der aus der Luft drohenden Ge
Sodann begrüßte Eden=England die Be
Ventere 30000 Wenger
Abnahme der Arbeitslosigkeit im Mai um weitere 80 000
halbmast für Buggingen
Beflaggung aller Dienstgebäude während der Trauerkundgebung für Buggingen Die Reichsregierung hat angeordnet, daß während der Trauerkundgebung für die Opfer des Grubenunglücks in Buggingen am Montag, 11. Juni 1934, in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags sämtliche Dienstgebäude des Reiches, der Länder und der Gemeinden sowie die Gebäude der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen halbmast flaggen. Diese Anordnung wird hiermit den Behörden amtlich mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Mitteilung an sie nicht ergeht.
Im Mai ist, wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mitteilt, die Zahl der von den Arbeitsämtern betreuten Arbeitslosen weiter um rund 80.000 zurückgegangen. Am 31. Mai wurden rund 2 525 000 Arbeitslose bei den Arbeitsämtern gezählt gegen 5 039000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Vorjahreszahl ist also um fast 50 v. H. unter
schritten..... GIxheites. 451 i um f.
Der Rückgang der Arbeitslosenzahl ist um so beachtlicher, weil gleichzeitig durch Einschränkung der Notstandsarbeiten 100000 Notstandsarbeiter zur Entlassung gekommen sind. Ohne diesen Abbau der Notstandsarbeiten wäre die Arbeitslosenzahl auch im vergangenen Monat um über 200 000 gefallen, da außer den Notstandsarbeitern selbst auch noch Stammarbeiter, die mit ihnen zusammen beschäftigt waren, zur Entlassung gekommen sind. Diese Einschränkung der Notstandsarbeiten war planmäßig, weil nach dem erreichten hohen Beschäftigungsstand besonders im Hoch= und Tiefbau der ländlichen Bezirke der Kampf vor allem gegen die großstädtischen Zentren der Arbeitslosigkeit geführt werden muß. Während durch diese Einschränkung der Notstandsarbeiten die Landesarbeitsamtsbezirke mit
hervorragend ländlicher Struktur einen gleichbleibenden Stand oder vereinzelt eine geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit hatten, trat in den großstädtischen Landesarbeitsamtsbezirken eine weitere Auflockerung der Arbeitslosigkeit ein: So hatte Berlin eine im Rahmen des Gesamtrückganges von 80000 erhebliche Abnahme von 22 000; ein erster Erfolg der Berliner ArbeitsDioc“„,axLungzeinrichtungen worde
Von den Unterstützungseinrichtungen wurden
vor allem die Krisenfürsorge und die öffentliche Fürsorge im Berichtsmonat weiter entlastet; und zwar ging die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger der Krisenfürsorge um rd. 19.00 am31. Mai 1934 rund 822 000) und die Zahl der arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen um rund 50000(Stand am 31. Mai 1934 833 000) zurück. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung stieg um 13.000 bei rd. 232 000. Die Gesamtentlastung aller drei Unterstützungseinrichtungen beträgt im Berichtsmonat rund 56000. Bei Maßnahmen, an deren Finanzierung die Reichsanstalt beteiligt ist, werden noch 502000 Volksgenössen als Notstandsarbeiter beschäftigt.
Autrians aus Einsland=Merren
Eischon Jultizmipistore Korrl
Ein großzügiges Projekt des Arbeit für die Strafgefangenen
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat sich der preußische Justizminister Hanns Kerrl bald nach Uebernahme seines Amtes in Erkenntnis der bestehenden Möglichkeiten für eine großzügige Kultivierung der emsländischen Moore durch Gefangenenarbeit eingesetzt.
Ueber die Einzelheiten der nunmehr eingeleiteten Arbeiten führt der Ministerialrat im preußischen Justizministerium Rudolf Marx in der„Deutschen Justiz“ u. a. aus:
*„Die nach einem aufgestellten Gesamtprogramm zu erfassenden Oedlandflächen betragen rund 50000 Ha. Eine Aufgabe von so gewaltigem Umfange läßt sich mit Erfolg in absehbarer Zeit nur durchführen, wenn in ausreichendem Maße Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die zwangsweise zur Arbeit angehalten werden können. Die ersten Arbeiten im Moor wurden von Schutzhäftlingen geleistet, die nunmehr in weitestem Umfange durch Strafgefangene ersetzt worden sind. Es bestehen jetzt in den verschiedenen Moorgebieten vier Lager. Die Zahl der Lager in Kürze auf S erhöht werden. Zur Turchjührung des Gesamtplanes sind im ganzen 21 Lager erforderlich. Für die Justizverwaltung bedeutet die Unterbringung einer so großen Zahl von Gefangenen gleichzeitig eine wesentliche Entlastung der stark überbelegten Zuchthäuser und Gefängnisse, und gibt ihr vor allem die Möglichkeit, der katastrophalen Arbeitslosigkeit in den Gefangenenanstalten wirksam zu begegnen, ohne
preußischen Jusiizumisters Kerrl
sich dem Vorwurf einer Konkurrenz des freien Handwerks oder Gewerbes auszusetzen.
Die Gefangenenlager sind nach ein und demselben Muster eingerichtet. Innerhalb eines in Rechteckform errichteten Stacheldrahtzaunes sind zehn Baracken aufgestellt, von der jede Raum für 100 Gefangene hat. Jedes Lager hat ein eigenes Wasserwerk und ist mit elektrischem Licht ausgestattet. Die ärztliche Versorgung erfolgt durch Vertragsärzte. Die Arbeiten werden unter Leitung der Kultur= und Kulturbauämter und unter Zuziehung sachverständiger Moorfachleute ausgeführt. Zunächst werden Wirtschaftswege angelegt und Entwässerungsanlagen(Vorfluter) geschaffen. Die Bearbeitung des Moores selbst ist verschiedenartig, je nachdem es sich um Niederungsmoor oder Hochmoor handelt. Welche große wirtschaftliche Bedeutung der Torfgewinnung zukommt, mag man daran ermessen, daß die Moore des Emslandes annähernd 150000 Milliarden Kilowattstunden erzeugen, d. h. den ganzen Stromverbrauch des Deutschen Reiches auf 8 bis 10 Jahre decken könnten. Die Ankaufsund Kultivierungskosten zur Durchführung des Gesamtprogrammes erfordern rund 44,5 Millionen RM. In welcher Zeit sich das Gesamtprogramm verwirklichen läßt, hängt im wesentlichen davon ab, wie schnell die erforderlichen Mittel verfügbar gemacht werden können. Wenn alle 21 Lager sofort in Betrieb genommen werden könnten, wären demnach 12 Jahre nötig, um dieses Riesenwerk der Kultivierung von 50 000 Hektar emsländischen Bodens zum Abschluß zu bringen.
merkungen Barthous über die Freundschaft zwischen England und Frankreich, die ein wertvolles Element des Friedens in Europa sei. Jetzt sei eine Lösung gefunden, die der Konrenz über die nächste Zukunft hinweghelfe. Die Schwierigkeiten seien in hohem Maße auf die Abwesenheit einer Großmacht zurückzuführen, deren Mitarbeit wesentlich sei. Er stellte fest, daß die britische Regierung ihre Ansichten über den Austritt Deutschlands nicht geändert habe. Die Sache der Abrüstung und der Verständigung habe durch diesen Entschluß einen Schlag erlitten. Es sei zu hoffen, daß die Aenderung der Atmosphäre auch auf die Haltung der deutschen Regierung einen Einfluß ausübe und sie zur Wiederbeteiligung an den Beratungen
veranlassen werde.„ 4, Stagteums 6.28
Norman Davis(Vereinigte Staaten) fand sehr anerkennende Worte für die englisch=französische Verständigung. Die Einigung auf ein gemeinsames Arbeitsprogramm sei ein wichtiger Beitrag für den Erfolg der Konferenz und gleichzeitig für den Frieden.
In der der Annahme der Einigungsformel vorhergehenden Aussprache erklärte Litwinow, man könne nicht erwarten, daß er von der Entschließung begeistert sei, ebenso wenig, daß er sie ablehnen werde. Rußland sei nicht gegen die Rückkehr Deutschlands. Die von Rußland angeregte ständige Friedenskonferenz werde man in Europa auf lange Zeit hinaus brauchen. Wenn er auch von den Militärs der roten Armee sagen könne, daß sie die friedlichsten Leute seien, so dürfe man die wichtige Rolle, die die Militärs jetzt in dem Schicksal der Völker spielten, nicht übersehen.
Im Namen der sechs Neutralen sprach der schwedische Außenminister Sandler, der den Wert der Entschließung darin erblickte, daß durch ein politisches Kompromiß, das neue Möglichkeiten zur Erreichung eines Abkommens biete, der Zusammenbruch der Konferenz in diesem Augenblick verhindert worden sei.
Italiens Vertreter, Marchese Soragna, wiederholte den bereits in der Sitzung des Präsidiums vorgebrachten Vorbehalt seiner Regierung. Da der Entschließungsentwurf dem Grundsatz der vorherigen Lösung gewisser politischer Fragen nicht Rechnung trage, könne ihm Italien nicht zustimmen. Abgesehen von diesen Fragen der Formeln und Methoden werde Italien aber der friedlichen und vollständigen Lösung der ernsten Probleme niemals seine Mitarbeit versagen.— Im Namen Polens wiederholte Graf Raczynski den Vorbehalt hinsichtlich der Ergebnisse der direkten Verhandlungen.
Schließlich machte der Vertreter Persiens den Vorbehalt wegen des Grundsatzes der regionalen Pakte, von denen eine Schwächung des Gedankens der allgemeinen Unterstützung eines angegriffenen Staates befürchtete.
Darauf stellte Henderson fest, daß die Entschließung mit den erwähnten Vorbehalten angenommen sei und berief den Hauptausschuß zu seiner nächsten Sitzung auf Montag nachmittag zusammen, damit er die weiteren Maßnahmen auf Grund des angenommenen Arbeitsprogrammes treffen könne.