„Schw fileilung era echentlich jechs malBezugspreis wöchen lich es Pfennig Einzelnummer 1° Dfg. Druck u. Der. a. von ump. Ciaus, Schwerte Nuhr ostscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Geschöltssielle Sroße Marhtstr. 3—8 Verantworlich für die Schrifteitun= H. Linner, Schwer'e. Jernru 2770
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Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn
65. Jahrgang
Die Wufsen=Cerund in Gen
Ein ursiäser Schweigededei für Turviru
Tardien reist nicht nach Genf
Tardieu hat an den ständigen Delegierten Frankreichs beim Völkerbund, Paul Boncour, am Mittwochvormittag folgendes Telegramm gezichtet:
Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie den Serren Stimson, Macdonald, Dr. Brüning und Grandi folgende Mitteilung machen wollten: Als ich gestern den Wunsch meiner Kollegen, mich am Freitag in Genf zu sehen, erfuhr, habe ich, obgleich leidend, zugesagt. Aber die starke Kehlkopfentzündung, von der ich befallen bin, hat solche Fortschritte gemacht, daß mein Arzt mir formel! diese weite Nachtreise untersagt. Er verbietet mir ebenfalls die politische Rede, die'ch morgen in Belfort halten wollte. Sie wird in meinem Namen von einem meiner Regierungskollegen verlesen werden.
C: verordnet mir bis auf weiteres Schweigen und völlige Ruhe. Ich bin hierüber untröstlich, aber ich kann nichts dagegen tun. Ich bitte Sie, meinen Kollegen mein freundschaftliches Bedauern zum Ausdruck briugen zu wollen.
Die Arbeit der Fachaus
schaffe
Die allgemeine Aussprache im Marineausschuß
Im Marineausschuß der Abrüstungskonferenz ergub sich eine
große Verschiedenheit der Auffassungen über die Bewertung der einzelnen Schiffstypen;
der Nachdruck, mit dem die Delegationen sich für die Beibehaltung der einen oder anderen Kategorie einsetzten, zeigte deutlich, daß auch in diesem Ausschuß jedermann unter qualitativer Abrüstung die Abschaffung und nicht die Internationalisierung versteht.
Der amerikanische Delegierte erklärte, daß der Begriff Angriffswaffe mit Ausnahme der Unterseeboote auf die Flotte überhaupt nicht anwendbar sei. Das Ziel des Seekrieges sei die Beherrschung des Meeres und die Schädigung des feindlichen Handels; er richte sich also seinem Wesen nuch nicht gegen die nationalen Verteidigungswerke, noch gegen die Zivilbevölkerung.
Gegen die Abschaffung der U=Boote sprachen sih die Vertreter Polens, Japans und Finnlands aus. Der Vertreter Japans forderte dagegen die Abschaffung der Flugzeugmutterschiffe als einer besonders gefährlichen Angriffswaffe. Im Gegersatz zu den amerikanischen Erklärungen wies der Vertreter der Sowjetunion darauf hin, daß gerade die Linienschiffe vermittels der Blockade oder durch Vorbereitung einer Invasion als Angriffswaffe und als Bedrohung der Zivilbevölkerung wirken könnten. Er wies ferner darauf hin, daß die Abschaffung einzelner Schiffskategorien nicht genüge, sondern mit einer Einschränkung der Tonnage der verbleibenden Kategorien verbunden sein müsse, wenn die Abrüstung ihr Ziel erreichen wolle.
Schließlich beantragte der holländische Delegierte, daß auch die Kontaktminen als ständige Gefährdung der Zivilschiffahrt auf die Liste der abzuschaffenden Waffen gesetzt werden.
Im Luftfahrtausschuß liegt nur ein Antrag— der deutsche— vor
Der Luftfahrtausschuß ist am Mittwoch zum ersten Male zusammengetreten.
Der deutsche Vertreter, Ministerialdirektor Brandenburg, stellte den Antrag, unter den vom Hauptausschuß bezeichneten Gesichtspunkten die gesamte Militärluftfahrt zu prüfen und entsprechende Vorschläge
auszuarbeiten. Er wies darauf hin, daß die Auf
arte dadurch erleichtert werde, dos geäußert. Grandi bagegen trete für ihn ein.
Dr. Brüning habe auf der Unterredung mit Stimson und Macdonald Bedenken geäußert und besonders betont, daß Deutschland im Versailler Vertrag eine zu geringe Truppenstärke erhalten habe. Diese Frage würde jedenfalls bei der Besprechung vom Freitag in Anwesenheit Tardieus weiter behandelt werden.
in den Friedensverträgen von 1919 eindeutig die Waffen bezeichnet worden seien, deren Abschaffung wegen ihres Offensivcharakters als eine unerläßliche Abrüstungsmaßnahme angesehen wurde. Die Luftwaffe habe nach dem Urteil aller militärischen Kreise außerordentlich gewonnen. Der ungeheure Ausbau der Militärluftfahrt in den letzten Jahren überall in der Welt sei ein eindrucksvoller Beweis. Deutschland und andere Mächte hätten die militärische Luftfahrt durch Zerstörung abgerüstet und so ein Beispiel für diejenigen Maßnahmen gegeben, die jetzt allgemein als wirksame Maßnahme durchgeführt werden können. Man dürfe sich nicht nur auf die Bombenluftfahrzeuge beschränken, sondern müsse sich auch mit den Jagd= und Aufklärungsflugzeugen, die ebenfalls im Versailler Vertrag in die qualitative Abrüstung einbezogen worden seien, beschäftigen. Der Ausschuß habe die Pflicht, betonte der deutsche Vertreter nochmals, konkrete Vorschläge zu machen. Der deutsche Antrag wurde
einem Unterausschuß überwiesen.
Mit ihrem Antrag hat die deutsche Delegation einen
entscheidenden Vorstoß
in der Richtung gemacht, daß auf dem Gebiete der Militärluftfahrt wirksam abgerüstet werde. Der deutsche Antrag spricht klar und präzise aus, daß die gesamte Militärluftfahrt und der Abwurf von Kampfmitteln jeder Art aus Luftfahrtzeugen den Gegenstand wirksamer Abrüstungsmaßnahmen zu bilden hat.
Außer dem deutschen Vertreter nahmen noch die Delegierten Italiens, Japans, Polens, Belgiens und der Schweiz das Wort. Ihre Ausführungen waren ziemlich allgemein gehalten und brachten nichts Neues.
In der sich an die öffentlichen Beratungen anschließenden Sitzung des Unterausschusses stellte der Vorsitzende fest, daß
nur ein einziger konkreter Antrag, der deutsche,
vorliege; er forderte die Delegationen auf, ihre Ansichten bis zur nächsten Sitzung in formulierten Anträgen vorzulegen.
Dr. Brüning hatte am Mittwoch Unterredungen mit dem norwegischen Außenminister Braadtland und dem schwedischen Außenminister Baron Ramel.
Diskontermäßigung der Reichsbank um ½ Prozent
Die Reichsbank hat mit Wirkung ab 28. April 1932 den Diskontsatz von 5 auf 5%, den Lombardsatz von 6½ auf 6%8 ermäßigt.
Der Zentralausschuß der Reichsbank hat dem Beschluß des Reichsbankdirektoriums nach Begründung durch den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther zugestimmt. Die Reichsbank hat sich trotz der sich aus der Devisenlage ergebenden Hemmungen zu dieser Zinssenkung entschlossen, um der Wirtschaft von der Zinsseite her die nach der Gesamtlage vertretbaren Antriebsmöglichkeiten zu verschaffen. Der Re1 bank wurde ihr Entschluß durch die flüssige Gestaltung des Geldmark= tes, durch die fortschreitende Entlastung ihres Status und durch die seit der letzten deutschen Diskontsenkung eingetretenen ausländischen Diskontsenkungen erleichtert.
Erhebliches Defizit der Invalidenversicherung
Im Untersuchungsausschuß des Sozialpolitischen Reichstagsausschusses fand am Mittwoch eine eingehende Aussprache über die Lage der Invalidenversicherung statt, in der man die schwierige Vermögenslage dieses Versicherungszweiges erörterte. Aus den Mitteilungen der
Regierung ergab sich; daß bei der Invalidenversicherung mit einem erheblichen Defizit zu rechnen ist. Der Unterausschuß wird am 6. Mai eine neue Sitzung abhalten. Er will in dieser Sitzung nach Möglichkeit zu Beschlüssen kommen, die dann vom Sozialpolitischen Ausschuß, der in den folgenden Tagen gleichfalls zusammentreten soll, unterbreitet werden sollen.
Die Unterredung Stimson=Mardonald-Bruning
Der in Genf weilende Außenpolitiker des Echo de Paris mißt einer Unterredung Stimson— Macdonald—Brüning, die am Dienstag stattfand, eine besondere Bedeutung bei. Sie könne als Vorbereitung der Führerbesprechung gelten, die für nächsten Freitag anberaumt sei. Ein Protokoll über die Besprechung sei der französischen Delegation übergeben worden, während Grandi telephonisch von dem Verlauf unterrichtet worden sei. In den Besprechungen sei zum Ausdruck gekommen, daß
die Beseitigung der Angriffswaffen eine solide Grundlage
sei, auf der man positiv aufbauen könne. Die Quantitätsfrage solle so geregelt werden, daß
jede Nation ein„absolut feststehendes Kontingent“
erhält, das nach ihren innenpolitischen und grenzpolitischen Bedürfnissen errechnet werde, wobei die Deutschland durch den Versailler Vertrag zustehenden Effektivbestände als Maßstab gelten könnten für das, was ein 64=MillionenVolk brauche. Zu diesem Kontingent könne dann noch ein veränderliches Kontingent geschlagen werden, das den Notwendigkeiten der nationalen Verteidigung und den Anforderungen der internationalen Verpflichtungen entspreche. Die Urheber dieses Systems rühmten seine Geschmeidigkeit.
Der Außenpolitiker des Blattes bezeichnet einen derartigen Plan als nicht besonders verlockend
Fahrpreisermäßigungen
Beschlüsse des Verwaltungsrates der Reichsbahn
Vom 25. bis 27. April tagte in Berlin der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft. Er genehmigte
Geschäftsbericht und Bilanz für das Rechnungsjahr 1931
und beschloß die Ausschüttung einer siebenprozentigen Dividende auf die ausgegebenen Vorzugsaktien Serie 1—5.
In der Verkehrsentwicklung im ersten Vierteljahr des Jahres 1932 drückt sich die weitere
Verschlechterung der Wirtschaftslage
in vollem Maße aus.
Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium will zurücktreten?
Der Güterverkehr
erbrachte gegen die gleiche Zeit des Vorjahres 31% weniger Einnahmen, gegen 1929 sogar 52% weniger. Beim
Personenverkehr
machte sich ein Einnahmeausfall gegenüber dem Vorjahre von etwa 17%, gegen das Jahr 1928 von nahezu 26% bemerkbar.
Um den Reiseverkehr zu beleben, gab der Verwaltungsrat seine Zustimmung zu einer vorgeschlagenen
Fahrpreisermäßigung.
Danach wird vom 1. Juni d. J. ab der
Schnell= und Eilzugzuschlag um die Hälfte ermäßigt.
Das Spannungsverhältnis bei den
Monats- und Schülermonats- und Teilmonatskarten
wird geändert, sodaß eine Ermäßigung zwischen 8 und 21% eintritt. Außerdem werden nunmehr
Urlaubskarten
für die Zeit vom 1. 6. bis 15. 10. 1932 eingeführt mit einer 20%igen Fahrpreisermäßigung und einer Geltungsdauer von zwei Monaten, wobei die Reise sich mindestens auf 200 Klm. erstrecken muß und die Rückreise nicht vor dem 11. Geltungstage angetreten werden darf. Vorausgesetzt wird, daß diese Urlaubsfahrten sich auf Reiseziele in Deutschland erstrecken.
Der Besuch des Reichswehrministers beim Reichspräsidenten
Zum Besuch des Reichswehrministers Groener beim Reichspräsidenten erfährt das Contibüro von unterrichteter Seite, daß Minister Geoener dem Reichspräsidenten im einzelnen seine Auffassung über das Material erläutert hat, das einerseits ihm vom Reichspräsidenten zugeleitet und andererseits vom Reichsinnenministerium selbst beschafft worden ist. Man nimmt in unterrichteten Kreisen an, daß nach der Rückkehr des Reichskanzlers aus Genf in einer Kabinettssitzung abschließend zu der ganzen Angelegenheit betreffend das Reichsbanner Stellung genommen wird.
Staatssekretär Schäffer, der nächste Mitarbeiter des Reichsfinanzministers, hat die Absicht, in nächster Zeit seinen Rücktritt zu erklären.
Acht Millionen Arbeitslose in U5A.
Nach Mitteilungen des Vorsitzenden des amerikanischen Allgem. Arbeiterverbandes. Green, hat die Zahl der Arbeitslosen in den Bereinigten Staaten 7950000 erreicht. Green empfiehlt die Einführung der fünftägigen Arbeitswoche, um dem Ernst der Lage zu begegnen.
Japan stimmt einem Kompromißvorschlag im Schanghaikonflikt zu
Aus Schanghai, 27. April, meldet Reuter: Der japanische Gesandte in China hat aus Tokio Anweisung erhalten, die von dem britischen Gesandten Sir Miles Lampson vorgeschlagene Kompromißformel zur Ueberbrükkung der chinesisch=japanischen Gegensätze anzunehmen. Die Formel ist von chinesischer Seite bereits angenommen worden.