„Schw fileilung era echentlich jechs malBezugspreis wöchen lich es Pfennig Einzelnummer 1° Dfg. Druck u. Der. a. von ump. Ciaus, Schwerte Nuhr ostscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Geschöltssielle Sroße Marhtstr. 3—8 Verantworlich für die Schrifteitun= H. Linner, Schwer'e. Jernru 2770 Verbunden mit: Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung ade u. 1t d#ch ut um ee Je. dame tige, sing samtliche s. gerich tliche nzeigen 1#####g., er amezen 40 Pf Ju teleson, aufgegedene Onserate übernehmen wit keine Gewähr Ber##ndo ber esen.. 2: riedsttörunsen, heroslgergen dura böber= Cewalen, üdernel men vir beinerei Cewähr fir pünktliches Erscheinen de. Jeitung u. kann auch keinerter Anspruch au Schadener'ad oder Nach'ieferung erhoben werden Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn 65. Jahrgang Die Wufsen=Cerund in Gen Ein ursiäser Schweigededei für Turviru Tardien reist nicht nach Genf Tardieu hat an den ständigen Delegierten Frankreichs beim Völkerbund, Paul Boncour, am Mittwochvormittag folgendes Telegramm gezichtet: Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie den Serren Stimson, Macdonald, Dr. Brüning und Grandi folgende Mitteilung machen wollten: Als ich gestern den Wunsch meiner Kollegen, mich am Freitag in Genf zu sehen, erfuhr, habe ich, obgleich leidend, zugesagt. Aber die starke Kehlkopfentzündung, von der ich befallen bin, hat solche Fortschritte gemacht, daß mein Arzt mir formel! diese weite Nachtreise untersagt. Er verbietet mir ebenfalls die politische Rede, die'ch morgen in Belfort halten wollte. Sie wird in meinem Namen von einem meiner Regierungskollegen verlesen werden. C: verordnet mir bis auf weiteres Schweigen und völlige Ruhe. Ich bin hierüber untröstlich, aber ich kann nichts dagegen tun. Ich bitte Sie, meinen Kollegen mein freundschaftliches Bedauern zum Ausdruck briugen zu wollen. Die Arbeit der Fachausschaffe Die allgemeine Aussprache im Marineausschuß Im Marineausschuß der Abrüstungskonferenz ergub sich eine große Verschiedenheit der Auffassungen über die Bewertung der einzelnen Schiffstypen; der Nachdruck, mit dem die Delegationen sich für die Beibehaltung der einen oder anderen Kategorie einsetzten, zeigte deutlich, daß auch in diesem Ausschuß jedermann unter qualitativer Abrüstung die Abschaffung und nicht die Internationalisierung versteht. Der amerikanische Delegierte erklärte, daß der Begriff Angriffswaffe mit Ausnahme der Unterseeboote auf die Flotte überhaupt nicht anwendbar sei. Das Ziel des Seekrieges sei die Beherrschung des Meeres und die Schädigung des feindlichen Handels; er richte sich also seinem Wesen nuch nicht gegen die nationalen Verteidigungswerke, noch gegen die Zivilbevölkerung. Gegen die Abschaffung der U=Boote sprachen sih die Vertreter Polens, Japans und Finnlands aus. Der Vertreter Japans forderte dagegen die Abschaffung der Flugzeugmutterschiffe als einer besonders gefährlichen Angriffswaffe. Im Gegersatz zu den amerikanischen Erklärungen wies der Vertreter der Sowjetunion darauf hin, daß gerade die Linienschiffe vermittels der Blockade oder durch Vorbereitung einer Invasion als Angriffswaffe und als Bedrohung der Zivilbevölkerung wirken könnten. Er wies ferner darauf hin, daß die Abschaffung einzelner Schiffskategorien nicht genüge, sondern mit einer Einschränkung der Tonnage der verbleibenden Kategorien verbunden sein müsse, wenn die Abrüstung ihr Ziel erreichen wolle. Schließlich beantragte der holländische Delegierte, daß auch die Kontaktminen als ständige Gefährdung der Zivilschiffahrt auf die Liste der abzuschaffenden Waffen gesetzt werden. Im Luftfahrtausschuß liegt nur ein Antrag— der deutsche— vor Der Luftfahrtausschuß ist am Mittwoch zum ersten Male zusammengetreten. Der deutsche Vertreter, Ministerialdirektor Brandenburg, stellte den Antrag, unter den vom Hauptausschuß bezeichneten Gesichtspunkten die gesamte Militärluftfahrt zu prüfen und entsprechende Vorschläge auszuarbeiten. Er wies darauf hin, daß die Aufarte dadurch erleichtert werde, dos geäußert. Grandi bagegen trete für ihn ein. Dr. Brüning habe auf der Unterredung mit Stimson und Macdonald Bedenken geäußert und besonders betont, daß Deutschland im Versailler Vertrag eine zu geringe Truppenstärke erhalten habe. Diese Frage würde jedenfalls bei der Besprechung vom Freitag in Anwesenheit Tardieus weiter behandelt werden. in den Friedensverträgen von 1919 eindeutig die Waffen bezeichnet worden seien, deren Abschaffung wegen ihres Offensivcharakters als eine unerläßliche Abrüstungsmaßnahme angesehen wurde. Die Luftwaffe habe nach dem Urteil aller militärischen Kreise außerordentlich gewonnen. Der ungeheure Ausbau der Militärluftfahrt in den letzten Jahren überall in der Welt sei ein eindrucksvoller Beweis. Deutschland und andere Mächte hätten die militärische Luftfahrt durch Zerstörung abgerüstet und so ein Beispiel für diejenigen Maßnahmen gegeben, die jetzt allgemein als wirksame Maßnahme durchgeführt werden können. Man dürfe sich nicht nur auf die Bombenluftfahrzeuge beschränken, sondern müsse sich auch mit den Jagd= und Aufklärungsflugzeugen, die ebenfalls im Versailler Vertrag in die qualitative Abrüstung einbezogen worden seien, beschäftigen. Der Ausschuß habe die Pflicht, betonte der deutsche Vertreter nochmals, konkrete Vorschläge zu machen. Der deutsche Antrag wurde einem Unterausschuß überwiesen. Mit ihrem Antrag hat die deutsche Delegation einen entscheidenden Vorstoß in der Richtung gemacht, daß auf dem Gebiete der Militärluftfahrt wirksam abgerüstet werde. Der deutsche Antrag spricht klar und präzise aus, daß die gesamte Militärluftfahrt und der Abwurf von Kampfmitteln jeder Art aus Luftfahrtzeugen den Gegenstand wirksamer Abrüstungsmaßnahmen zu bilden hat. Außer dem deutschen Vertreter nahmen noch die Delegierten Italiens, Japans, Polens, Belgiens und der Schweiz das Wort. Ihre Ausführungen waren ziemlich allgemein gehalten und brachten nichts Neues. In der sich an die öffentlichen Beratungen anschließenden Sitzung des Unterausschusses stellte der Vorsitzende fest, daß nur ein einziger konkreter Antrag, der deutsche, vorliege; er forderte die Delegationen auf, ihre Ansichten bis zur nächsten Sitzung in formulierten Anträgen vorzulegen. Dr. Brüning hatte am Mittwoch Unterredungen mit dem norwegischen Außenminister Braadtland und dem schwedischen Außenminister Baron Ramel. Diskontermäßigung der Reichsbank um ½ Prozent Die Reichsbank hat mit Wirkung ab 28. April 1932 den Diskontsatz von 5 auf 5%, den Lombardsatz von 6½ auf 6%8 ermäßigt. Der Zentralausschuß der Reichsbank hat dem Beschluß des Reichsbankdirektoriums nach Begründung durch den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther zugestimmt. Die Reichsbank hat sich trotz der sich aus der Devisenlage ergebenden Hemmungen zu dieser Zinssenkung entschlossen, um der Wirtschaft von der Zinsseite her die nach der Gesamtlage vertretbaren Antriebsmöglichkeiten zu verschaffen. Der Re1 bank wurde ihr Entschluß durch die flüssige Gestaltung des Geldmark= tes, durch die fortschreitende Entlastung ihres Status und durch die seit der letzten deutschen Diskontsenkung eingetretenen ausländischen Diskontsenkungen erleichtert. Erhebliches Defizit der Invalidenversicherung Im Untersuchungsausschuß des Sozialpolitischen Reichstagsausschusses fand am Mittwoch eine eingehende Aussprache über die Lage der Invalidenversicherung statt, in der man die schwierige Vermögenslage dieses Versicherungszweiges erörterte. Aus den Mitteilungen der Regierung ergab sich; daß bei der Invalidenversicherung mit einem erheblichen Defizit zu rechnen ist. Der Unterausschuß wird am 6. Mai eine neue Sitzung abhalten. Er will in dieser Sitzung nach Möglichkeit zu Beschlüssen kommen, die dann vom Sozialpolitischen Ausschuß, der in den folgenden Tagen gleichfalls zusammentreten soll, unterbreitet werden sollen. Die Unterredung Stimson=Mardonald-Bruning Der in Genf weilende Außenpolitiker des Echo de Paris mißt einer Unterredung Stimson— Macdonald—Brüning, die am Dienstag stattfand, eine besondere Bedeutung bei. Sie könne als Vorbereitung der Führerbesprechung gelten, die für nächsten Freitag anberaumt sei. Ein Protokoll über die Besprechung sei der französischen Delegation übergeben worden, während Grandi telephonisch von dem Verlauf unterrichtet worden sei. In den Besprechungen sei zum Ausdruck gekommen, daß die Beseitigung der Angriffswaffen eine solide Grundlage sei, auf der man positiv aufbauen könne. Die Quantitätsfrage solle so geregelt werden, daß jede Nation ein„absolut feststehendes Kontingent“ erhält, das nach ihren innenpolitischen und grenzpolitischen Bedürfnissen errechnet werde, wobei die Deutschland durch den Versailler Vertrag zustehenden Effektivbestände als Maßstab gelten könnten für das, was ein 64=MillionenVolk brauche. Zu diesem Kontingent könne dann noch ein veränderliches Kontingent geschlagen werden, das den Notwendigkeiten der nationalen Verteidigung und den Anforderungen der internationalen Verpflichtungen entspreche. Die Urheber dieses Systems rühmten seine Geschmeidigkeit. Der Außenpolitiker des Blattes bezeichnet einen derartigen Plan als nicht besonders verlockend Fahrpreisermäßigungen Beschlüsse des Verwaltungsrates der Reichsbahn Vom 25. bis 27. April tagte in Berlin der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft. Er genehmigte Geschäftsbericht und Bilanz für das Rechnungsjahr 1931 und beschloß die Ausschüttung einer siebenprozentigen Dividende auf die ausgegebenen Vorzugsaktien Serie 1—5. In der Verkehrsentwicklung im ersten Vierteljahr des Jahres 1932 drückt sich die weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage in vollem Maße aus. Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium will zurücktreten? Der Güterverkehr erbrachte gegen die gleiche Zeit des Vorjahres 31% weniger Einnahmen, gegen 1929 sogar 52% weniger. Beim Personenverkehr machte sich ein Einnahmeausfall gegenüber dem Vorjahre von etwa 17%, gegen das Jahr 1928 von nahezu 26% bemerkbar. Um den Reiseverkehr zu beleben, gab der Verwaltungsrat seine Zustimmung zu einer vorgeschlagenen Fahrpreisermäßigung. Danach wird vom 1. Juni d. J. ab der Schnell= und Eilzugzuschlag um die Hälfte ermäßigt. Das Spannungsverhältnis bei den Monats- und Schülermonats- und Teilmonatskarten wird geändert, sodaß eine Ermäßigung zwischen 8 und 21% eintritt. Außerdem werden nunmehr Urlaubskarten für die Zeit vom 1. 6. bis 15. 10. 1932 eingeführt mit einer 20%igen Fahrpreisermäßigung und einer Geltungsdauer von zwei Monaten, wobei die Reise sich mindestens auf 200 Klm. erstrecken muß und die Rückreise nicht vor dem 11. Geltungstage angetreten werden darf. Vorausgesetzt wird, daß diese Urlaubsfahrten sich auf Reiseziele in Deutschland erstrecken. Der Besuch des Reichswehrministers beim Reichspräsidenten Zum Besuch des Reichswehrministers Groener beim Reichspräsidenten erfährt das Contibüro von unterrichteter Seite, daß Minister Geoener dem Reichspräsidenten im einzelnen seine Auffassung über das Material erläutert hat, das einerseits ihm vom Reichspräsidenten zugeleitet und andererseits vom Reichsinnenministerium selbst beschafft worden ist. Man nimmt in unterrichteten Kreisen an, daß nach der Rückkehr des Reichskanzlers aus Genf in einer Kabinettssitzung abschließend zu der ganzen Angelegenheit betreffend das Reichsbanner Stellung genommen wird. Staatssekretär Schäffer, der nächste Mitarbeiter des Reichsfinanzministers, hat die Absicht, in nächster Zeit seinen Rücktritt zu erklären. Acht Millionen Arbeitslose in U5A. Nach Mitteilungen des Vorsitzenden des amerikanischen Allgem. Arbeiterverbandes. Green, hat die Zahl der Arbeitslosen in den Bereinigten Staaten 7950000 erreicht. Green empfiehlt die Einführung der fünftägigen Arbeitswoche, um dem Ernst der Lage zu begegnen. Japan stimmt einem Kompromißvorschlag im Schanghaikonflikt zu Aus Schanghai, 27. April, meldet Reuter: Der japanische Gesandte in China hat aus Tokio Anweisung erhalten, die von dem britischen Gesandten Sir Miles Lampson vorgeschlagene Kompromißformel zur Ueberbrükkung der chinesisch=japanischen Gegensätze anzunehmen. Die Formel ist von chinesischer Seite bereits angenommen worden. Kahtrta!., T Ungememer Kuten und Futsten Dar Wird! in Prruden! Zu dieser Frage äußert sich der Vizevräsident des Preußischen Landtages Abg. Baumhoff in der„Westbeutschen Volkszeitung“ u. a. wie folgt: Das preußische Zentrum steht jetzt vor schicksaleschweren Entscheidungen. Ihm ist im Preußischen Landtag die entscheidende Rolle zugewiesen. Die Rechte tut so. als ob die Verantwortung für alles ausschließlich beim Zentrum liege, von der eigenen Verantwortung hat sie nie gern geredet Die neue Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags wird bei allen ihren Entscheidungen zweierlei zu beachten haben: 1. Das Reich steht in und vor außenpolitischen Entscheidungen von folgenschwerster Bedeutung. Von Preußen her darf unter keinen Umständen eine Erschwerung und Störung kommen. Die Landtagsfraktion wird mit dem vollen Einsatz ihrer Macht die ungestörte Fortführung der Reichspolitik zu sichern haben 2. Es ist begreiflich, daß die radikalisierten Teile des Volkes nach all den aufreizenden Agitationsreden irgendetwas Neues erleben wollen. Es wird den radikalen Volksdeputierten keineswegs leicht fallen, die vielen Wechsel einzulöse", die sie leichtherzig ausgestellt haben. Das Zentrum wird dafür zu sorgen haben, daß die Staatsgewalt und die Staatsautorität nicht an Energie und Klarheit einbüßt. Die Machtmittel des Staates müssen intakt bleiben Mit Eifer zerbrechen sich die anderen den Kopf darüber, was das Zentrum wohl nun tun wird Es wird sich bestimmt nicht ohne triftige Gründe gegen die Gesetze der Demokratie auflehnen. Aber für das Zentrum ist die Frage der Koalitionsbildug kein parlamentarisches Rechenexempel Wir sehen in Koalitionen immer nur ganz nüchterne politische Arbeitsgemeinschaften. Aber oarüber, was man mit ihnen an gemeiniamer Arbeit zu leisten beabsichtigt, muß vorher wohl erst eine klare Meinung gebildet werden. Das Zentrum wird niemals ins Blinde h'neinspringen. Man wirk deshalb zuich Vertrauen in seine Entscheidungen setzen können, die es sicher nur zacy pflichtgemäßem Ermessen und in der vollsten Verantwortung für das Staats- und Volkswohl föllen wird. Wir haben keinerlei Bindungen nach links und rechts und wir bleiben das selbstündig. und unabhängige Zentrum. Was in Preußen werden wird, hängt nicht allein vom guten Willen des Zentrums ab. Die neuen Aspiranten auf die Regierungsmacht in Preußen werden sicher das Bedürfnis haben, vorerst mal der Oeffentlichkeit mitzuteilen, was le wollen. Wir werden dann wissen, woran wir nit ihnen sind. Bis dahin sehen wir der Entdickiung der Dinge mit kühler Ruhe zu. Die in Antwerpen erscheinende Tageszeitung „Neptune“ veröffentlicht eine Unterredung, die besondere das Zusammengehen auf berufsständiicher Basis vorerst zwischen Wirtschaftsparte: und Landvolk schon weit gediehen sei. Die Tatache, daß die Wirtschaftspartei im neuen Landtag kein Mandat erlangen konnte, führt man auf die vorangegangenen Streitigkeiten innerhalb der Partei und auf die Versäumnis zurück rechtzeitig auch in den einzelnen Wahlkreisen Listenverbindungen einzugehen. Auch habe Reichsprösidenten wahlkampf die Wirtschaftsparte: finanziell so stark belastet, daß die Preußenway. nur schwach vorbereitet werden konnte. Der wiedergewählte Parteiführer sei eifrig dabei, den Organnationsapparat der Partei neu zu errichten und die politischen Sammlungsbestrevungen im bürgerlichen Lager fortzuietzen. Notwendig sei aber, daß nun auch positive Maßnahmen gegen die den Radikalismus fördernde Wirtschaftsnot von der Reichsregierung ergriffen würden. Die Reichstagsabgeordneten Drewitz und Mollath haben sich beim Reichskanzler Dr Brüning angemeldet und werden bald nach seiner Rückkehr von ihm empfangen werden. Sie wollen sich über seine Pläne unterrichten lassen und ihrerseits Vorschläge machen. Aus Kreisen der Deutschen Volkspartei wird dem Nachrichtenbüro erklärt, daß auch die Deutsche Volkspartei die Fühlungnahme zur politi schen Sammlung nie aufgegeben habe. Wenn au diesem Gebiete aber etwas geschehen könne, dann sei es nicht die Zusammenlegung mehr weniger bankerotter Firmen, sondern die Schaf sung einer bürgerlichen Einheit, die sowohl in den Grundanschauungen als in den Fragen der Taktik einer Meinung sei und mit neuem Kamp fesmut beseelt werde. Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei wird in der nächsten Woche zusammentreten. * Wahlkuriosa Bei den preußischen Landtagswahlen sind einer Meldung des Börsen=Couriers zufolge 917226 Stimmen unter den Tisch gefallen. Wären alle diese Stimmen verwertbar gewesen, so würde der Preußische Landtag 18 Mandate mehr zählen. als ein Wohlkuriosum verdient die Tatsache verzeichnet zu werden, daß von den 37 eingereich= ten Listen für die preußiiche Landtagswahl drei Listen überhaupt ohne Stimmen blieben. Selbst diejenigen, die diele Liste einge: reicht haben, stimmten nicht für ihre Listen. Es handelt sich daber um die Liste„Höchstgehalt der Beamten 5000 RM.“ und um die Liste 26„Radikale Partei“(Bewegung für gesetzliche Geburtenregelung und Wohlstand). Auch die zuletzt eingereichte Liste 37„Menschheitspartei“ blieb in allen 23 preußischen Wahltreisen ohne eine einzige Stimme. Wahlbeschwerden der usdAp. Die Nationalsozialistische Korrespondenz meldet, die Reichstagsfraktion der NSDAP. habe beim Wahlprüfungsgericht Beschwerde wegen angeblicher Beschränkung der Wahlfreiheit bei den Reichspräsidentenwahlen, die in einer einseitigen Benutzung des Rundfunks und Versammlungsbeschränkungen erblickt wird, eingelegt. Das Wahlprüfungsgericht werde am 3. Mai über die nationalsozialistische Beschwerde verhandeln. Außerdem habe die Reichstagsfraktion der NSDAP. im Reichstag neben dem Antrag auf Reichstagsauflösung gefordert, daß gemäß Artikel 34 der Reichsverfassung ein Untersuchungsausschuß einzusetzen sei, der prüfen solle, ob und welche öffentlichen Mittel bei der Wahlpropaganda für Reichspräsident von Hindenburg in Anspruch genommen worden seien. Ferner beantragt, das Verbot der SA. und SS. aufzuheben. Die Nationalsozialisten fordern Rücktritt der Regierung in Thüringen Die Landtagsfraktion der Thüringer National= sozialisten sordert in einer Pressenotiz im„Nationalsozialist“, die Thüringer Landesregierung auf, sofort zurückzutreten. Es liege im Interesse der bürgerlichen Parteien, ihr unnatürtsches Zusammengehen mit den Sozialdemokraten aufzugeben und mit den Nationalsozialisten auch in Thüringen die Sozialdemokratie zu bekämpfen. Samstag Sitzung des Parteivorstandes der preuß. Zentrumspartei Wie wir zuverlässig erfahren, tritt der Vorstand der preußischen Zentrumspartei am kommenden Samstag und Sonntag zu einer Sitzung zusammen, an der der Vorsitzende der Reichspartei des Zentrums, Prälat Kaas, teilnimmt. Die Verhandlungen wegen der Landesbank der Rheinprovinz Wie das Contibüro erfährt, hat der Landeshauptmann der Rheinprovinz, Dr. Horton, mit den zuständigen Stellen Preußens und des Reiches wegen einer Unterstützung fur die Landesbauk der Rheiuprovinz verhandelt. Dabei ist eine Verständigung über eine Zwischenlösung erzielt worden, die die Zeit bis zum Juli überbrückt. Die Endregelung wird herbeigeführt werden, wenn Reichskanzler Dr. Brüning wieder in Berlin ist. Inkrafttreten des kommunalen Stillhalteabkommens Das Kreditabkommen für deutsche öffentliche Schuldner von 1932, das die kurzfristigen Auslandsschulden deut'cher Länder und Gemeinden regelt, ist am 27. April in Kraft getreten, nachdem es vom Deutschen Schuldnerausschuß und von den Gläubigerausschüssen, in Holland, Schweden und der Schweiz unterzeichnet worden ist. Die Gläubiger in diesen drei Ländern vertreten ca. 65 Prozent der Forderungen, die den Gläubigern in den am Abkommen beteiligten vier Ländern England, Holland, Schweden und der Schweiz zustehen. Der erste Bauabschnitt der vorstädtischen Plansiedlung vor dem Abschluß Mit den in der Zeit vom 19. bis 25. April 1932 neu bewilligten 195 Stellen sind im ganzen 15 546 Plansiedlerstellen bewilligt worden. In dem genannten Zeitraum sind an Kleingartenstellen 5226 bewilligt worden Damit st die Gesamtzahl der Kleingartenstellen bisher auf rund 49.000 gestiegen Der erste Bauabschnitt der vorstädtiichen Kleinsiedlung steht nunmehr vor einem gewissen Abschluß Die Bewilligung der restlichen rund 2000 Siedierstellen wird in aller Kürze ertolgen. Aus den für den zweiten Bauabichnitt schon jetzt vorliegenden Bedarfsanmeldungen der Städte geht hervor, daß überall ein Interesse an der Fortführung der Plansiedlung besteht. der Abgeordnete Joos einem Vertreter des Blattes in Köln gewährte. Auf die Frage, ob ein Regierungsbündnis zwischen dem Zentrum und der äußersten Rechten miöglich sei, habe Joos u. a. ausgeführt: Das Zentrum wird sich niemals zu irgendwelchen Experimenten bereitfinden. Wenn die Sozialdemokraten jetzt unsere Hilfe hatten, so gesch.; dies, obwohl wir ihre soziale Lehre bekämpften. Wir hatten vor ihrer Disziplin und vor der politischen Reife ihrer Führer Achtung Die Sozialdemokratie hat stets, obwohl sie ihre Ideen verteidigt, einen klaren Blick für ihre Verantwortung gegenüber dem Lande gezeigt. Wenn die Hitlerpartei unsere Unterstützung sucht, darf sie nicht auf Schimären bauen und muß ihren revolutionären Charakter aufgeben. Soweit die Hitlerpartei die Fehler des Marxismus, die kostspielige Demagogie der Gesetzgebung, das koliektive System, das den Individualismus tötet. bekämpft, können wir ihr nur beistimmen. Aber wir hätten keinen Gewinn von der Ersetzung der marxistischen Demagogie durch die hitlerische. Die katholische Partei ist sich zu sehr ihrer Verantwortung bewußt, um ein solches Spiel zu versuchen Auch die Nationalsozialisten dementieren Verhandlungen mit dem Zentrum Gegenüber erneuten Meldungen, daß Besprechungen zwischen Zentrum und Nationalsozialisten stattgefunden hätten oder noch stattfänden wird nach einer Contimeldung nun auch von na tionalsozialistischer Seite ausdrücklich festgestellt daß bisher keinerlei irgendwie geartete Besprechungen zwischen Zentrum und Nationalsozialisten stattgefunden haben. Sammlungsbestrebungen in den Kartelen der Mitte Zum Ausfall der Wahlen und den Folgerungen wird dem Nachrichtenbüro des B98 in maßgebenden Kreisen der Wirtschaftspartei gesagt, daß die politischen Sammlungsbestredungen im Bürgertum fortgesetzt werden, und daß ins. Gelbsragen im haushaltsausschuß des Reichstags Im Haushaltsausschuß des Reichstags gedachte Abgeordneter Dr. Klöckner(Ztr.) der Ta##uche, daß der Ausschuß am Dienstag seine 100. Sitzung abgehalten hat und sprach dem Vorsitzenden den Dank des Ausschusses für seine musterhafte Geschäftsführung aus. Sodann wurde über den Antrag abgestimmt, auf Grund dessen die Sanierung der oberschlesischen Hüttenwerke durchgeführt werden soll. Der Antrag wurde mit allen Stimmen gegen die der Kommunisten angenommen. Danach wird den Aktionären das Zugeständnis gewährt, den Aufsichtsrat von Oberhütten unter Beibehaltung einer Generalversammlungsmehrheit von 51 Prozent der Stimmen für die öffentliche Hand paritätisch zu besetzen und bei etwaigen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Aufsichtsrates den Stichentscheid einem neutralen Vorsitzenden zu überlassen. Schließlich wird ein bis zum 31. Dezember 1937 befristetes Optionsrecht eingeräumt, wonach die Ballestrem=Gruppe das der öffentlichen Hand zustehende Paket von neun Millionen Mark Oberhüttenaktien zu einem Kaufpreis, der dem Rennbetrage entspricht, übernehmen kann. Der Ausschuß beriet dann den Bericht des Rechnungsausschusses über die Haushaltsrechnung 1930. Der Vorsitzende betonte bei dieser Gelegenheit, daß in bezug auf die Schnelligkeit der Rechnungslegung das Deutsche Reich jetzt an der Spitze aller Staaten handele, die ihren geschäftlichen Sinn in der persönlichen Bereicherung einzelner Beamten und in der materiellen Benachteiligung des Reiches hatten, sondern mehr um Ausgaben, die mit großzügiger Hand und aus Eigenmächtigkeit heraus gemacht wurden. Zum anderen liegen die Vorgänge weit zurück. Die Hauptbeteiligten sind gestorben oder aus dem Reichsdienst ausgeschieden. Endlich ist in der Zwischenzeit eine neue setzung in der Leitung der Haushaltsabteilung des auswärtigen Amtes erfolgt und eine neue Haushaltsgebarung festgesetzt. Die Strafrechtsreform Der Unterausschuß des Strafrechtsausschusses des Reichstages hat am Dienstag und Mittwoch Sitzungen abgehalten, um einige Sonderfragen zu klären, die sich bei den Beratungen des Strafrechtsausschusses bei den Abschnitten Meineid, öffentliche Beleidigung, schwerer Diebstahl und Bettelei ergeben hatten. Der Unterausschuß ist in allen Fragen zu einer Einigung gelangt und wird seine Vorschläge nun dem Plenum des Strafrechtsausschusses unterbreiten. stehe. Nach den Ausführungen des Berichterstatters haben weite Teile der Reichsverwaltung keinen Anlaß zur Kritik gegeben. In der Aussprache kam zum Ausdruck, daß die Rechnungsprüfung durch die Legislative gelegentlich zu Reibungen : F r e t u t i n e g e f ü h r t h a b e. I n s b e s o n d e r e i s t mit der Exerunde gefah Frage der# Hade. Inrorfonerir das in der#.##.## Vorlegung von Treuhandberichten der Fau gewesen. Der Haushaltsausschuß erklärte sich mit der Stellungnahme seines Unterausschusses einverstanden, wonach in dieser Frage eine Entscheldung des Reichskabinetts abgewartet werden soll, um die Streitpunkte aus. zuräumen. Bei der Einzelberatung des Berichtes stellte der Berichterstatter fest, daß tatsächlich nicht genehmigte Ausgaben erfolgt seien. Auch seien die Voraussetzungen für eine Haftbarmachung der betreffenden schuldigen Beamten gegeben. Aber die Verteilung der Schuld sei außerordentlich schwierig, insbesondere bei den Ueberschreitungen, welche die Auslandsbesoldungen betreffen. Der Haushaltsausschuß kam zu dem Ergebnis, daß bei diesen nicht genehmigten Ausgaben en sich nicht u. Beim Meineid hat man sich dahin geeinigt, daß völlig bedeutungslose, vorsätzlich unrichtige Angaben mit einer geringeren Strafe belegt oder sogar gänzlich straffrei gelassen werden dürfen. Die Frage der öffentlichen Beleidigung ist dahin entschieden worden, daß bei jeder üblichen Nachrede und Verleumdung, wenn sie öffentlich begangen ist, stets die Publikation angeordnet werden muß. Das gleiche gilt für Beleidigungen anderer Art, wenn sie in Versammlungen begangen sind. Bei öffentlichen Beleidigungen anderer Art kann die Publikation angeordnet werden. In der Diebstahlsfrage ist eine Klärung dahin erfolgt, daß eine besondere Sicherung des entwendeten Objekts vorliegen muß, damit schwerer Diebstahl angenommen werden kann. Die Abhängigmachung der Verfolgung wegen Diebstahls von einer Strafanzeige ist abgelehnt worden. Der Bettelparagraph endlich soll dahin geändert werden, daß Betteln nur noch strafbar ist, wenn es aus Arbeitsscheu oder Liederlichkeit oder gewerbsmäßig begangen wird. Wenn das gewerbsmäßige Betteln nicht auf Arbeitsscheu oder Liederlichkeit beruht, bleibt es straffrei. Wann die Arbeiten des Plenums des Strafrechtsausschusses an der großen Strafrechtsreform fortgesetzt werden, steht noch nicht fest. Der Strafrechtsausschuß wird am 9. Mai, also am Tage des Wiederzusammentritts des Reichstags, eine Geschäftssitzung abhalten, in der über die Fortsetzung der Arbeiten Beschluß gefaßt werWieder ein französisches Flugzeug über deutsches Gebiet Erneut hat am Mittwoch ein französisches Militärflugzeug die Aus der Richtung Diedenhofen schien gegen 10.30 Uhr ein französi cher Doppeldecker über dem Hammelsberg bei Perr an der oberen Mosel. Das Flugzeug kreuzte mehrfach über dem Ort, flog über die Grenze nach Frankreich zurück, um nach kurzer Zeit wieder zu ercheinen, und zwar an der Stelle, an der am Dienstag, wie gemeldet, ein französisches Militärflugzeug notlanden mußte. Danach kehrte die Maschine nach Frankreich zurück. Der Vorfall wurde den deutschen Behörden gemeldet Der am Dienstag notgelandete französische Militärflieger befindet sich noch im Untersuchungsgefängnis in Perl. GOA.=Auf an Reichsrat und Reichsarbeitsministerium Wie der Gewerkschaftliche Pressedienst meldet, richtete die Bundesleitung des GDA. Telegramme an den Reichsrat und das Reichsarbeitsministerium, in denen betont wird, daß eine Ausdehnung des Regierungsentwurfs über Arbeitszeitverkürzung auf Angestellte nicht erträglich sei. Weitere Gehaltskürzungen bei einer allgemei. nen Arbeitszeitverkürzung müßten für Angestellte zu einer völligen Verelendung führen. Ohne gleichzeitigen Einstellungszwang, Enllassungssperre und ganz strenges Ueberstundenverbot führe Arbeitszeitverkürzung nur zu haltskürzungen, aber nicht zu einer Entlastung des Arbeitsmarktes. Aussprache im Badischen Landtag In der großen politischen Aussprache des Badischen Landtags nahm Staatspräsident Schmitt zu dem badischen Beamtenerlaß gegen die politische Betätigung der Beamten in der NSDAP. Stellung. Die badische Regierung habe ihre Erklärung erlassen, weil der Bestand des Staates gefährdet sei. Es sei im Büro und während der Bürostunden agitiert worden. Der Staatspräsident gab seinem Vertrauen zur Beamtenschaft Ausdruck, daß sie erkenne, daß sie mit litätsbeteuerung und mit den besoldungspolitiichen Versprechungen der RSDAP, frregeführt würde. Die Beamtenschaft möge sich bei den Nationalsozialisten dafür bedanken, wenn die Regierung mit unerbittlicher Strenge vorgehe. Die Regierung habe telegraphisch und schliftch in Berlin den Antrag gestellt aus der Aufhebung der SA die beamtenrechtlichen Konsequenzen zu ziehen Zum Beweis der Illegalität der NSOAP. berief sich der Staatspräsident in seinen Ausführungen u. a. auf die Sprengstoffdelikte in Baden und auf eine Entscheidung des Reichogerichte. 1#5 des Disziplinargerichtshofes für nichtrichtees## ARMEBER-RECHTSSCHUTZ DUR ROMAN VoN WOLFCANU MARREN CH VERLAG OSKAR MAEISTER, W E RDAUTSA. (13 Fortietzung.) „Habt ihr den Bansen Hafer leergedroschen?“ „Ist besorgt Hast du die Maschine nicht gehört?“ „Hast du den Fleischer bestellt zum Schlachtfest?“ „Nein. au hast mir ja noch nicht gesagt wann Aber ich ihn gefragt Er kann am Mittwoch und Donnerstag „Dann soll er Donnerstaa kommen" 8 e „Der Braune. der Sattlichte, lahmte genern„Er steht im Stalle Muß ihm ein paar Tage Ruhe gönnen Der obere Schmied ist schuld, daß ihm der eine Nage bis durchs Horn ins Fleisch drang Der Walz=Schmied hat alles in Ordnung gebracht Der Tierarzt ging zufällig vorbei und hat die Schmeinere gesehen" „Kann jedem Schmied mal passieren.“ murrte der Alte der mit dem oberen Schmied gut befreundet war und manchen Tag mut ihm zusammen auf die Jagd ging „Darf einem Schmied nicht passieren“ entgegnete Hermann bestimmt„Einmal... meinetwegen. Aber das ist nun schon das viertemal in einem Jahre Kein Pferd aeht mehr zum oberen Schmied" „Das bestimme ich. Hermann!“ sagte der Alte scharf. „Von mir kriegt der obere Schmied keinen Hufnagel mehr aufzuschlagen.“ entgegnete Hermann hart„Großvater. auch das Tier. die arme Kreatur. hat ein Recht daraut, anständig gehalten und nicht geschunden zu werden. Der obere Schmied dieser rohe, immer halbbetrunkene Kerl nein es wäre eine Sünde und Schande! Oder willst du einen Druck auf mich ausüben, weil er dein Jagdgenosse ist? Da tue ich nicht mit!“ „Ich will's!“ brüllte der Alte. und die Zornadern schwollen ihm „Du willst! Du willst! Solange ich aus dem Hofe schaffe und solange mein Vater sich hier mit seinem Leiden durch die Tage quälte wir haben von dir nichts gehört als dar Wort: Ich will's! Und was hast du mit deinem Ich will'e geschafft? Etwa Werte oder Dinge. die dir und dem Hofe nutzlich waren? Nie hast du es! Ich habe es nun satt“ Trage ich die Arbeit, die der Hof bringt, allein auf meinen Schultern, dann will auch ich bestimmen, wie man die Dinge an ** „Noch bin ich hier Herr, das merke dir!“ sagte der Alte ingrimmig, aber es war doch schon einen Ton mildet „Du sollst es sein! Habe ich dir jemals den Respekt versagt? Habe ich dem Gesinde gegenüber nicht immer dir die Stange gehalten? Es ist ehrlich zugegangen auf dem Rüsterhof Dein Enkel hat nichts getan. was unbillig war" „Aber ich was?“ „Vielleicht. Großvater! Schon daß du Vatei das Geld zur Kur verweigert hast, das kann ich dir nie vergessen. Deinem Sohne! Geld das lumpige Geld. das hast do ihm verweigert.“ Der Alte sagte nichts zu diesen Worten des Enkels Eine Weile war es still im Raume, dann nahm Gottlieb wieder das Wort. „Hat dir dein Vater geschrieben?“ „Ja „Wie geht es ihm?“ „Besser Er fühlt sich zum ersten Male in seinem Leben. so schreibt er wörtlich, als Mensch.“ „Das soll ein Vorwurf für mich sein?“ „Eine Anklage" „Was habe ich denn getan?“ fuhr der Alte wild auf „Du hast meinen Vater um sein Leben betrogen. Fahr nicht auf. Großvater! Höre mich einmal an in dieser Stunde! VJater war einst ein junger frischer Mensch wie ich. und er zog ins Feld. tat seine Pflicht und kam als Kranker zurück Vater kam auf unseren Hof Du hattest nur den einen Sohn Mutter war schlecht. wollte an des Kranken Seite nicht bleiben und hat ihn vor Jahren ichnöde verlassen Sie ist tot Ich will nicht Richter sein Und du hast du dem kranken Sohne. der sich durch die Tage schleppte. Ruhe gegönnt? Hast du es? Er mußte sich quälen und wenn er nicht mehr konnte. dann warst du mit deinen gehässigen Redensarten rasch bei der Hand und hast ihm das Leben zur Hölle gemacht. Du hast nicht gesehen, wie sehr er litt Bir ist nicht eingefallen einmal zu sagen Kuriere dich aus. du bist mein Sohn. und wenn es den ganzen Hof kostet!" „Hahahaha!“ lachte der Alte grimmig auf „Lache. Großvater!, Auch für dich wird einst die Stunde kommen, da du zur Rechenschaft gezogen wirst da dein harter Sinn gebrochen wird Ich habe als Kind mit angesehen. was Vater gelitten hat Du hast ihn um ein Leben gebracht Du! Die Schuld.. ob Gott sie dir einst vergeben wird?“ Der Alte stand hochgereckt. „Ich trage, was ich tat Jawohl, ich trage es! Ich.. der Rüsterbauer. Und wenn ich einst zum Höllentore muß. dann habe ich gelebt, wie ich wollte „Sage.. wie der Dämon in deiner Brust wollte!“ schrie der Junge auf. Oberst Kettler hatte dem Drei=Eichen=Hofe seinen Besuch angesagt, und am zweiten Tage nach dem Erntefest kam er auch und wurde herzlich willkommen geheißen Er drachte seine Richte mit Anita und Helga fuhrten die Gäste zunächst einmal auf dem Gute herum, zeigten ihnen die ganze Anlage, während Frau Eise eilign den Fruhstückstisch anrichtete Der Oberst schüttelte den Kopf. als er lah was man aus dem Gute gemacht hatte. und wie das angebaute Gemüse auf den Feldern gedieh Er hörte Helgas Vortrag und erkannte, daß hier eine rationelle Bödenausnutzung betrieben wurde, wie sie einzig dastand.„ „Sie nehmen viel aus dem Boden Vergessen Sie nicht. es ihm wieder zu geben, damit er in den kommenden Jahren genau so Frucht trägt.“ „Seien Sie unbesorgt Wir haben in Vater Christian. der ein geweckter Gärtner ist. einen guten Berater gehabt. Wir sorgen für eine reichliche Düngung und lassen sie uns etwas kosten Sie lohnt sich bestimmt" Dann sprachen sie über Ertragssummen, und voll Bewunderung erkannte der Oberst daß das Gut tatlächlich im Ertrag eine gewaltige Steigerung erfahren hatte Es wäre nicht möglich gewesen, auch nur die Hälfte herauszuwirtschaften, wenn dae Gut ein Korngut geblieben wäre Helga teilte dem Obersten auch ganz offen die Speien mit die am Geschäft hingen, und er freute sich, daß sie nicht so hoch waren, wie er befürchtet hatte Vor allem hatte er die Autotransportspesen viel höher eingeschätzt Sie kamen dann an die Gärtnereianlage Mistbeetreihen liefen den ganzen Morgen entlang Die Anlage in ihrer Sauberkeit war einzig in ihrer Art und nötigte dem Obersten wie seiner Nichte Bewunderung ab „Aber diese Mistbeetanlage muß doch ein Heidengeld gekoster haben?“ meinte der Oberst „Wir haben Gluck gehabt Herrn Berghoft mussen wir oafur dankbar tein Wir haben die ganzen Fenster und auch die Mauersteine für insgesamt dreihundert Mark vom Abbruch gekauft" „Das ist allerdings ein großes Glück. Aber dei Transport des Materials muß doch noch teurer gewesen sein als dietes Nein der war inbegrisen. „Dann ist alles geschenkt. und Sie können Herrn Bergyoft wirklich sehr dankbar sein Ein vorzüglicher Mensch übrigens Sie werden ihm sicher keine Pensionsgelder für den Aufenthalt auf dem Drei=Eichen=Hof abnehmen?“ „Bewahre!" lachte Helaa„Wir müßten ihm noch herauszahlen Einen so tüchtigen Schaffer gibt's nicht wieder. der in allen Sparten gleich geschickt ist Er ist ein Maurer. ein: Zimmermann, ein was soll ich alles noch unfuhren? Es gibt beinahe keine Tätigkeit, der er nicht gewachsen ist.“ „Und dabet ist er Maler!" „Gemalt hat er aber noch nichts!" lachte Anita.„Das Handwerkszeug will und will nicht kommen“ „Vielleicht versteht er das gerade nicht.“ Die Mädchen lachten.„Möglich Aber jetzt lassen wir ihm keine Ruhe. er muß den Drei=Eichen=Hof malen, unter allen Umständen" Sie traten wieder in den einem Schmuckkäsichen gleichenden Hof Flock. der Hund, sprana ihnen entgegen und sah mit seinen klugen Augen zu Heiga auf. die sich niederbeugte und ihn streichelte Dann traten sie in das Haus. Der Oberst fühlte sich sofort in der behaglichen Bauernstube wohl „Wunderhübich! Was haben Sie aus dem Raume gemacht“. Ich kenne ihn noch von früher hei als ich versuchte. Mutter Colditz in der Prozeßsache zu einem Entgegenkommen zu überreden Da war der Raum schon behaglich Aber was haben hier fleißige Hände noch geschaffen“. Ich staune, daß Sie immer noch Zeit zu Handarbeiten finden" „Jetzt wenig.“ entgegnete Helga„Aber in der ersten Zeit. als noch Schnee und Eis die Felder bedeckten, da haben wir die Hände geregt. Die Kissen und Fenster=Häkeleien stammen aus dieser Zeit Wenn der Winter wieder kommt. dann gehi es fröhlich weiter Unser Hof soll ein Schmuckkästchen sein. denn er ist unsere Heimat“ Dann nahmen sie an der festlich geschmückten Tafel Platz Hans und der alte Christian und das Ehepaar Sattler kamen dazu und gemeinsam nahmen sie unter fröhlichem Plaudern das Frühstück ein Der Oberst fühlte sich wohl Die Behaglichkent der ganzen Umgebung spann ihn völlig ein, und Hans Berghoff erheitere alle mit seinen lustigen Plaudereien Sogar des Obersten still=vornehme Nichte Ella wurde warm und scherzte mut Hans Heiga beobachtete daber Anita. und sie sah. wie sich eine Falte in des Mädchens Stirn grub und der Blick ihrer Augen bekümmert wurde, so sehr sie sich auch Mühe gab es zu verbergen Die anderen sahen es wohl kaum. aber Helgas Augen konnten in Anitas Seele lesen Sie fühlte einen Stich in der Brust Hatte Anitas Herz gesprachen? Liebte sie Hans? Helga hatte über Hane Berghoff schon mehrmals nachgedacht Sie alle wußten nur, daß er der Maler Hans Berghoff war, der etwas Vermögen besitzen mußte, um sich mancherlei zu leisten und zu leben wie es ihm behagte Das wußten sie Aber Helga war sich darüber klar, daß Hans Berghoft bestimmt der ersten Gesellschaft angehörte und sicher sehr sehr vermögend war Er war gut im Herzen aber, erwiderte er Anitas Liebe? Wurde er Anita die doch nicht reich war. die nur ein paar Tausender besaß und hier wie ein einfaches Landmädchen schaffte einmal zum Altar führen? Es tai Heiga so weh. als sie sich selber eine verneinende Antwort gab Nach zwei Stunden fuhr der Oberst wieder nach keinem Rittergut zurück, nicht ohne die Bewohner des Drei=EichenHofes vorher zu sich einzuladen. Gegen abend saßen die beiden Mädels unter dem Eichenbaum, an dem kleinen Tisch. Die junge Frau Sattlei gesellte sich den beiden zu. und schon kam Sattler und mit ihm zusammen Hans Berghoff Auch Hermann. der zu einem Plauderstündchen kam. wurde herzlich willkommen geheißen. „Ich wollte mich nur erkundigen, wie den Damen das Erntefest dekommen ist.“ Heiga lachte leicht auf „Hatten Sie Sorge, daß wir das Frühausstehen verIäumen, Hermann?“ „Das nicht Ich bin auch nicht gekommen, um danach zu fragen. ganz ehrlich gesagt, sondern ich möchte gern an dem Frieden der über dem Drei=Eichen=Hof liegt. ein wenig Anteil haben“ „Fehlt Ihnen der Frieden auf dem Rusterhof?“ „Ja. er fehlt. Das Band zwischen meinem Großvater und mir. es ist am Zerreißen Vielleicht kommt bald der Tag. da ich den Rüsterhof verlasse" Helgo erschraf etwas Sie wollen fort von hier?“.4 „Vielleicht Einer muß nachgeben, und ich kann es nicht „Soviel Trotz ist in Ihnen. Hermann? Der junge Bauer sah das Mädchen ernst an.„In Ihren Worten ist ein Vorwurf. Helga, Sie verkennen mich oielleicht Ich bin nicht so hart. und ich leide daruntet daß ich dem alten Bibelspruch:„Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und das Alter ehren“, nicht gerecht werden kann. Aber ich kann nicht zum sämmerlichen Schwächling werden und nachgeben Mein Nachgeben wäre Sünde“ Dann erzählte er in seiner ruhigen Weise alles, was in den letzten Tagen zwischen ihm und Gottlieb Rüster gesprochen worden war Zum Schlusse sagte er.„Jetzt will mein Großvatel mu aller Gewalt durchsetzen, daß ich Dorothee Paulmuller heirate. Die beiden Güter sollen eins werden Er hai mit ein Ultimatum gestellt: Entweder ich heirate sie. oder ei enterbi mich“ „Er kann Sie nicht enterben.“ sagte Helga bestimmt „Wir haben schon einmal darüber gesprochen. Helga Sie haben recht Aber mein Großvater findet einen Weg und wenn er das Gut verkauft und das Geld bei Lebzeiten unterbringt Dagegen dürfte sich wenig tun lassen" „Das wohl Aber ich kann nicht glauben, daß er den Hof. der nun schon jahrhundertelang im Besitz der Familie Rüster ist. an Fremde gibi Nein. das kann ich nicht glauben Dann mußte er schlecht sein" „Vielleicht ist er das.“ sagte Hermann hart. Helgo lenkte ab „Wie gehi es Ihrem Vater. Hermann? Haben Sie Nachricht von ihm?“ „Ich danke Es geht ihm besser Gottlob! Er fuhlt sich seit Jahren endlich wieder einmal glücklich Auch der Arzt, an den ich geschrieben habe, hat geantwortet. und sein Brief hat mit noch mehr Freude gemacht Er schreibt, daß nach menichlichem Ermessen damit zu rechnen ist, daß bei einer grundlichen Kur die sich allerdings über ein halbes Jahr hinstrecken könnte mein Vatei wieder so auf die Beine kommt daß er noch zehn, vielleicht sogar zwanzig Jahre leben kann Ee muß nur darauf geachtet werden daß er sich dauernd schont Der Brief hat mir den ganzen Taa verschönt. hat mich wieder froh gemacht.“ „Haben Sie den Brief des Arztes Ihrem Großvater gezeigt““ „#la.“ sagte Hermann bitter,„ich habe ihm den Brief gezeigt. aber er hat abgewehrt und gesagt das aehe ihn nichts an „Das ist schlecht!" sprach eine helle Männerstimme zornig. Alle horchten erstaunt auf Nun war einmal ein anderer. ein männlicher Ton in Hans Berghoffs Stimme Hermann sah durch die Dämmerung hinüber zu dem Maler „Ja. Hert Berghoff, das war schlecht, bitter schlecht, und ich werde es nie vergessen können.“ Hermann ging an diesem Abend, als er den stillen DreiEichen=Hot verlassen hatte. noch nicht nach Hause. Er wollte im„Goldenen Schwan“ noch ein Glas Bier trinken Die Gaitstube war voll wie immer. Die Bauernschaft hatte guten Boden verdiente nicht schlecht. und so gönnte man sich auch einen Schoppen Als Hermann eintrat. schallte ihm ein lautes„Hallo!“ entgegen Ein paar junge Bauernsöhne, die mit ihm zusammen aufgewachten waren. winkten ihm zu und zogen ihn an ihren Tisch Hermann folgte der Einladung. und der Wirt brachte ihm ein Glas schäumendes Kulmbacher Hermann trank es in einem Zuge leer. Plötzlich kam vom Nebentisch des Schoeppen=Gustavs giftige Stimme „Dir ichmeckt's wohl. Hermann? Hast wohl Aerger gehabt mit dem Alten?“ Wenn der alte Geizkragen den Mund auftat, hatte Hermann immer schon genug, denn Schoeppen=Gustao hatte stets einen giftigen, hämischen Ton in der Stimme. der Hermann maßlos reizte „Das gehi dich nichts an.“ sagte er kurz„Ich frage auch nicht, wer dich vorgestern nacht die Treppe hinuntergeworfen hat. als du nach deiner Schlafkammer wolltest" Die ganze Schenke lachte Schoeppen=Gustav aber ichten nicht beleidigt „Das kannst du wissen, Hermann. Das war meine Hulda. Ein liebliches Wesen, was? Der Doktor ist heute morgen zu ihr gekommen" „Zu dir?* „Nee. zu ihr Ich hab'n Lattenstück zerbrochen, und das ist ihr schlecht bekommen Schoeppen=Gustav weiß mit Weibeleuten umzugehen" Hermann schuttelte den Kopf und sagte:„Wenn man dich bört. dann kriegt man wahrlich Lust zu heiraten“ „Nu. bei dir ist s doch bald so weit Der Gattlieb hat doch schon mit dem Pastor gesprochen und ihm gesagt, daß du die nächsten Tage das Aufgedot bestellen gehst.“ „Da hat man dir einen ichönen Bären aufgevunden" „Verstell dich doch nicht. Hermann. Das weiß doch des ganze Dort daß du die Dorothee vom Pautmüller nimmst. Bedmillar gortenung folgt. + I. neerens-uund derneiherrPafet eine seine Tasse mit Untertasse aus echt bayerischem Qualitäts-Porzellan. M ∆ 75 Lürnen, Spiel, Eder. Vorschau zum Schlußkampf der beiden Namensgleichen Boxring 27 Dorimund und Gevelsberg 6. C. Union „Armina“, Marten am Sonntag in Schwerte. Dem SSC. Union ist es gelungen,„Arminia"=Marten zu einem Freundschaftsspiel zu verpflichten. Die Unioner haben keinen schlechten Griff getan, denn Marten gehört zu den besten Mannschaften des Dortmunder Bezirks. Deutsche Jugendkraft Handball Im Rahmen des Handballturniers findet heute, Donnerstag, das nächste Spiel der 1 Klasse Tus 07 Holzen 1.—„Westfalia“ Villigst 1. statt. Man darf hier von vornherein mit einem Siege der Holzener rechnen; ob aber die Niederlage wieder so hoch ausfällt, wie das letzte Mal in Villigst, möchten wir bezweifeln, denn hier liegen die Platzverhältnisse doch bedeutend günstiger, auch werden die Villigster alles versuchen, um in Schwerte ihr Renommee wieder zu heben. Von Holzen ist man gute Spiele gewohnt, so wird sich auch dieser Kampf interessant gestalten. Nach diesem Spiele treffen sich 1. Jgd.— Sportklub 08 1. Jgd. Dieses Spiel kann nur Aufschluß über die augenblickliche Spielstärke der 08=Jugend geben, da diese, auch wenn sie verlieren sollte, das Jugendendspiel gegen„Westfalia" Villigst bestreitet. Die DIK.=Jugend spielt als Platzverein außer Konkurrenz. Deutsche Turnerschaft Tus 07 Holzen 1.— Arminia Marten 1. 2:6(2:3). Auf dem Sportplatz an der Jahnstraße standen sich am letzten Sonntag ooige Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Holzener, die mit 3 Ersatzleuten antreten mußten, konnten sich auf eigenem Platze nicht finden.— Die Martener haben Wahl und nehmen den Wind zum Bundesgenossen. Der Angriff der Holzener wird sofort abgefangen. Der Sturm der Martener zieht vor das Tor der Holzener. Der Halblinke sendet in der 1. Minute unhaltbar für den Holzener, Ersatz=Torwart ein. Die Holzener sind etwas verblüfft! es gelingt den ArminiusLeuten, innerhalb von 10 Minuten auf 3:0 zu erhöhen. Die Holzener kommen jetzt mächtig auf. Bis zur Halbzeit können sie durch ihren Halbrechten zwei Tore aufholen. Wer nach dem Wechsel mit einem Siege der Holzener gerechnet hatte, wurde sehr enttäuscht. Der Sturm der Holzener konnte wegen Ueberkombination vor dem Tore der Martener keine Erfolge mehr erringen. Die Martener wurden durch ihre Durchbrüche sehr gefährlich und konnten bis zum Schluß noch 3 Tore vorlegen und damit den Sieg erringen. Holzen 2.— Marten 2. 0:1(0:1). Nach gleichwertigem Spiel können die Martener als glücklicher Sieger den Platz verlassen. Die Paarungen: Bantamgewicht: Brinkmann(Dortmund) gegen Misch(Gevelsberg). Obwohl der Gevelsberger, der 2. Gaumeister vom Sauerland, gewiß nicht zu verachten ist und als Kampfmaschine gilt, muß man doch dem Dortmunder, dem vielfachen Gaumeister und Verbandsrepräsentativen, den Vorzug geben. Brinkmann war dem guten Hagener so überlegen, daß der Ringrichter den Kampf zu Gunsten des Dortmunders abbrach. Brinkmann holte sich auch am vorigen Sonnabend den Sonderpreis für den technisch besten Kampf. Er sollte in harten ununterbrochenen Gefecht mit Misch die Oberhand behalten. Federgewicht: Wilhelm(Dortmund)— Hoppe(Gevelsberg). Hier scheinen die Aussichten verteilter zu sein. Beide Kämpfer sind starke Stützen der ersten Kampfstaffel ihrer Vereine, die sich immer gut bewährt haben. Der Kampf dieser beiden Wirbelwinde wird die Zu“ s c h a u e r b e g e i s t e r n u n d d ü r f t e w a h r s c h e i n l i c h unentschieden ausgehen. Leichgewicht: Rümke(Dortmund) gegen Klöpper II(Gevelsberg). Der Dortmunder erreichte gegen Wegener=Schwerte 22 am vorigen Sonnabend ein Unentschieden, während der Gevelsberger den guten Schwerter Techniker Schmoll am 1. Kampfabend nach Punkten schlug. Hiernach müßte man annehmen, daß der „Ennepestädter“ gegen den„Bierstädter“ ein kleine Nlus mitbringt, das zum Siege reichen dürfte. Die Paarung wird nichts an sportlichem Genuß zu wünschen übrig lassen. Leichtgewicht: Kanopka(Dortmund) gegen Rinker(Gevelsberg). Hier haben wir vermutlich das interessanteste Treffen des Tages vor uns. Beide Kämpfer erzielten gegen den vorzüglichen Hagener Techniker Ruhwedel, einen alten, erfahrenen und sieggewohnten Kämpfer, ein Unentschieden. In ihrer Art ähneln sich die beiden heutigen Gegner. Es sind verbissene, schlagstarke Vertreter der Boxsportkunst, die auch über gutes technisches Rüstzeug versügen. Das Treffen sollte der Spannung vom ersten bis zum letzten Augenblick nicht entbehren. Wir halten Rinker für noch schlagstärker als den Dortmunder und vermuten, daß er 2 Punkte für Gevelsberg holt. Der Schlußkampf, der ein gewaltiges Ringen um den Endsieg bringt, wird am Samstag abend im Saale Peters ausgetragen. kosteten 1. 350—400 Mark, 2. 290—350 Mark, 3. 220—290 Mark, Rinder 180—300 Mark. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft worden. Am Schweinemarkt war der Handel langsam. Es kosteten Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 13—16 Mark, von 8 bis 10 Wochen 16—22 Mark, von 10 bis 12 Wochen 22—37 Mark. Der nächste Markt findet am 4. Mai statt. Geschäftliches Die klugen Dänen. Es spricht für den klugen Sparsamkeitssinn der Dänen, daß sie fast dreimal so viel Margarine verbrauchen wie die Deutschen. 17.6 Pfund Margarine pro Kopf und Jahr verbraucht Deutschland. 49.6 Pfund Margarine verbrauchen die reichen Dänen.— Hören Sie im Radio die klugen Hausfrauen Sanne und Ella! Sie werden Ihnen verraten, welche Vorteile es hat Sanella=Margarine zu verwenden: als Brotaufstrich, zum Braten und Backen, zum Kochen. Die moderne Hausfrau macht sich den Fortschritt zunutze. Sie nützt dem Haushalt, wenn sie immer Sanella verwendet. Drei Sondertage bei Kaisers! Wenn eine Firma wie Kaiser's Kaffeegeschäft auf ihre guten und billigen Erzeugnisse doppelte Rabattmarken gibt, dann weiß man: billiger geht's wirklich nicht. Keine Hausfrau sollte daher die drei Sondertage— Donnerstag, den 28., bis Sonnabend, den 30. April— versäumen, die Kaiser's Kaffeeschäft in der heutigen kündigt. Auf Wunsch erhalten Sie auch statt 107 Rabatt bei Einkauf für 3.— Ausnahme weniger Artikel) eine schöne Tasse mit Untertasse und bei Einkauf für 2.— Reichsmark einen hübschen Dessertteller aus geschmackvollem. echt baverischen Vorzellan. Also nochmals: Versäumen Sie nicht die drei Sondertage bei Kaiser's. Börsen und Märkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt vom 27. April. Auftrieb: 455 Stück Großvieh, 37 Kälber, 256 Schweine. Der Handel war in guten Tieren rege, sonst mittel, in schlecht. Hochtragende und frischmelke Kühe Arbeitslose auf 1000 Einwohner. Ueber die Arbeitslosigkeit in den deutschen Großstädten am 31. März veröffentlicht die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Versicherung eine Aufstellung. Am Stichtag wurden im Reich 6 125 762 Arbeitslose mit Wohlfahrtsempfängern amtlich gezählt, auf 1000 Einwohner 96,7. Von der Gesamtzahl lebten 2544 113 in den Großstädten. Die meisten Arbeitslosen beherbergt Chemnitz mit 174,2 auf 1000 Einwohner, dann Plauen i. V. 167,9, Lübeck 166.7, Solingen 165,3, Harburg=Wilhelmsburg 157.8, Gleiwitz 154,6, Breslau 154,3, Nürnberg 150,9, Duisburg=Hamborn 146,4, Hagen 146,0, Leipzig 145,5, Dresden 143,0, Dortmund und Erfurt 141,0, Braunschweig 139.4, Berlin 138,9, Kiel 136.5, Bremen 135.9, Stettin 133,9, Halle 133,4, Wuppertal 132,6, Hannover 130.9, Mülheim a. d. R. 129,7, Remscheid 129.0, Mainz 128,4, Bielefeld 127,2, Mannheim 126,4, Königsberg 125,9, Wiesbaden 124,5, Altona 123,9, Hamburg 121,7, Bochum 120,8, Frankfurt a. M. 119.5, Magdeburg 117,7, Düsseldorf 117,6, Ludwigshafen 117,5, Essen 117.1, Kassel 115,8, Oberhausen 114,5, Köln 112,8, Stuttgart 109.9, München 109,7, Gelsenkirchen=Buer 108.5, Augsburg 107,1, Aachen 105.5, Hindenburg 103.5, Gladbach=Rheydt 101,7. KrefeldUerdingen 93.1, Karlsruhe 90.1, Münster i. W. 62.2, Arbeitslose auf 1000 Einwohner. Autt Westhozell Sport und Rundsunk 20 Minuten WSV.=Endspiel. Am 1. Mai stehen sich in der Hauptkampfbahn des Kölner Stadions die Fußballmannschaften von Schalke 04 und Borussia Fulda im Endspiel um die westdeutsche Meisterschaft gegenüber. Da alle anderen Meisterschaftsspiele schon erledigt sind, ist diese Spiel der einzige Gegenstand einer Uebertragung. Der Westdeutsche Rundfunk wird die letzten 20 Minuten dieses Treffens in der Zeit von 17,20 bis 17,40 Uhr zu Gehör bringen. Spercher ist Dr. Ernst. Leichtathletik Hirschfeld bleibt Weltrekordmann. Die fabelhafte Leistung des Tschechen Douda, der am Sonntag die Kugel 16.05 Meter weit stießz, wird nun doch keine Anerkennung finden, da der Rekord innerhalb eines Klubkampfes, ohne die erforderlichen Schiedsrichter, erzielt wurde. Dadurch bleibt Emil Hirschfeld weiter Weltrekordmann. Westhofen. Eine Revision der Quittungskarten der Invalidenversicherung wird im Bezirk Westhofen durch einen Beauftragten der Landesversicherungsanstalt Westfalen vom 1. Mai ab vorgenommen. Es liegt im Intersse der Arbeitgeber und der Versicherten, wenn die Quittungskarten und Aufrechnungsbescheinigungen sowie die Listen und sonstigen Aufzeichnungen über die Lohnund Gehaltsverhältnisse nebst Unterlagen über die Krankenversicherung bereit gehalten werden, damit die Prüfung ohne Verzug stattfinden kann und Vorladungen oder gar Straffestsetzungen vermieden werden. Westhofen. Haltet die Hühner fest. Die Arbeiten in den Gärten sind in vollem Gange und bei dem schönen Wetter der letzten Tage schon manche Saaten an die Erde gebracht worden. Mit Freude und Hoffnung sieht der Kleingärtner dem Wachsen entgegen. Viel Aerger aber bereitet es, wenn er feststellen muß, daß frei umherlaufende Hühner und manchmal auch Hunde die gepflegten Beete aufgewühlt und die Saaten zunichte gemacht haben. Mehrere Beschwerden darüber sind schon bei der Polizei angebracht worden. Man erfülle die Bitte der Gartenbesitzer und halte Hühner und Hunde in der Saatzeit fest. Der Entwurf des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1932 liegt jetzt auch für die Gemeinde Villigst vor. Gemeindevorstand und Amtsverwaltung sind bei seiner Aufstellung davon ausgegangen, daß nur äußerste Einschränkung aller Ausgaben die Gemeinde davor bewahren kann, in ähnliche finanzielle Schwierigkeiten zu kommen, vor denen heute viele Gemeinden stehen. Leider aber sind die Verhältnisse manchmal stärker als der gute Wille. So hat es sich in dem neuen Haushaltsplanentwurf nicht umgehen lassen, daß für die Wohlfahrtslasten ein Betrag von über 1500 Rm. mehr als im Vorjahre eingesetzt werden mußte. Nur ein Zurückgehen der Zahl der Erwerbslosen und sonstigen Unterstützungsbedürftigen wird eine Minderung des hier veranschlagten Mehrbetrages möglich machen. Möchten doch die Hoffnungen in dieser Hinsicht bald in Erfüllung gehen. Zu bemerken ist bei dem Abschnitt Amts= und Kreisbeiträge noch, daß die im gesamten Amtsbezirk aufzubringenden Wohlfahrtslasten vom 1. April d. J. ab von der Verwaltung des Amtes nach einem bestimmten Maßstabe auf die sieben Gemeinden des Amtes umgelegt werden. Eine direkte Wohlfahrtsausgabe seitens einer einzelnen Gemeinde ist also nicht möglich. Trotz der schwieriger gewordenen Verhältnisse kann die Gemeinde Villigst für sich in Anspruch nehmen, mit ihren Steuerzuschlägen, die für das Rechnungsjahr 1932 in Aussicht genommen sind, mit an niedrigster Stelle zu stehen. Nachstehend geben wir die wichtigsten Zahlen aus dem Haushaltsplanentwurf wieder: Einnahmen: Gemeindeabgaben und Reichssteueranteile: 32 646(29912) Rm., aus Grundvermögen 2245(2230) Rm., Schulwesen 437 (5322) Rm. Ausgaben: Amts= und Kreisbeiträge 36 459(19 158) Rm., öffentliche Einrich= tungen: 3600(5365) Rm., Schulwesen 4500 (9800) Rm., Zinsen= und Tilgungsdienst für Schulden 1946(2180) Rm. Die Gesamteinnahmen betragen 36 478(43679) Rm. und die Gesamtausgaben 50 200(43679) Rm. Der ungedeckte Fehlbetrag macht 13722 Rm. aus. Die eingeklammerten Zahlen sind aus dem Haushaltsplan des Vorjahres. An gemeindlichen Steuerzuschlägen sind vorgesehen: 200 Prozent zur Grundvermögenssteuer, 540 Prozent zur Gewerbeertragssteuer und 1730 Prozent zur Lohnsummensteuer. Billigst. 25jähriges Dienstjubiläum. Beim Wasserwerk kann der Telefonist Fridolin Dal=Pos, Villigst 22, der Sohn des verstorbenen langjährigen Schachtmeisters DalPos, auf eine 25jährige Dienstzeit zurückblicken. In treuer Pflichterfüllung hat der Jubilar seine Arbeit während dieses Vierteljahrhunderts verrichtet.— Zu seinem Ehrentage unseren herzlichsten Glückwunsch! Freiwillige Feuerwehr Schwerte Sonnabend, d. 30. April, abends 6 Uhr: Abuug Der Oberbrandmeister. NeubauWohnung 4 Zimmer, Diele, Badezimmer u. kl. Garten per sofort billig zu vermieten. 1158 Näheres: Ruhrstr. 10. Abgeschlossene 1164 S ZimmerWohnung m. Nebenräumen(Altbau) von ruhiger Familie zum 1. Juni od. später zu mieten gesucht. Offerten u. A. D. 43 an die Geschst. d. Zta. Großer Cabliau Pfd. nur 18 Pfg. Fisch-Filet Pfd. nur 25 Pfg. Holländische Voll-Heringe 12 Stück 35 Pfg. „HONK“ Hüsingstraße 22/24 Sauberer, ehrlicher EisenbahnFrauenverein Der Verkauf sämtlicher Karten für den Sonderzug am 6.5.32 nach Düfseldorf wird bestimmt am Montag. 2. 5. 32, um 12 Uhr, geschlossen. 1159 Der Vorstand. 14—15 Jahre, zum Milchfahren und für Landwirtschaft gesucht. E. Mitze, Hennen, Milchhändler. Abgeschlossene 3 ZimmerWohnung für sofort oder später gesucht. Offerten u. Nr. 1166 an die Geschst. d. Ztg. 5 Zimmer=Wohnung (1. Stage) mit allen Bequemlichkeiten(Heizung Badetc.) in ruhigem Hause zum 1. Juni dieses Jahres zu vermieten. WITTEKINDSTR. 3 # Cade OolressossaUTe Bergisches Land und Südwestfalen Gehirnerschütterung und erhebliche Verletzungen erlitt, zog sich der Junge innere Verletzungen zu. Wuppertal. Die Weiterführung des; Theaters gesichert. Obgleich die Wahlen eine öffentliche Werbung für die Zeichnung von Beträgen für die neue Wuppertaler Theatergesellschaft unmöglich machten, sind doch bereits 000 RM. an Anteilen für die GmbH. gezeichnet worden, sodaß, da die Verwaltung nur eine Mindestsumme von 40000 RM. verlangt hatte, das Wuppertaler Theater für die nächste Spielzeit gesichert ist. Von der bisher gezeichneten Summe, die noch durch Werbung erhöht werden soll, wurden 35 500 RM. von Einzelzeichnern und 7500 RM. von Verbänden aufgebracht. Wie der Oberbürgermeister im Ausschuß mitteilte, soll die Arbeit der Theatergesellschaft in der Hauptsache von einem 14köpfigen Aufsichtsrat geleitet werden, der sich zusammensetzt aus je 2 Vertretern der Stadtverwaltung, der Stadtverordnetenversammlung, der Bühnenangehörigen und Besucherorganisationen, ferner aus je 3 Vertretern der Privatzeichner und der VerLände. Waldbröl. Für 5000 RM. Lederzeug entwendet. In der Nacht wurde in der Gerberei einer hiesigen Firma ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt, wobei vier Coupons Leder im Werte von 5000 RM. entwendet wurden. Die Aufklärung des Diebstahls erfolgte überraschend schnell. Ein Einwohner hatte sich die Nummer eines in der Nähe der Fabrik stehenden Motorrades gemerkt. Später, als der Diebstahl bekannt wurde, meldete er seine Feststellung der Polizei, die dann auch schnell den Dieb, einen Arbeiter aus Wallmenroth bei Betzdorf, ermittelte. Bei einer Haussuchung wurde Diebesgut gefunden. Den Komplizen und Hehlern ist man bereits auf der Spur. Anholt. Geschmuggelte Schweine versteigert: Stück 1 Mark. Zollfahndungsbeamte stellten in Hahnerfeld einen Schmugglertransport von 42 Schweinen, die zum Becholter Markt gebracht werden sollten. Da es sich um geschmuggelte Tiere handelte, mußten die sechs Wochen alten Schweine geschlachtet werden. Sie wurden versteigert, und zwar für 1 Mark das Stück. Dus niederrheinischen Landen Eine Familientragödie Aufklärung zweier Leichenfunde Im Februar wurde in einem Aachener Hotel ein Mann gasvergiftet aufgefunden. In einem hinterlassenen Brief bat er, keine Versuche zu machen, ihn ins Leben zurückzurufen, da sich niemand um ihn Gedanken mache. Am Tage darauf wurde aus der Elbe bei Magdeburg die in einem Sack eingenähte Leiche eines dreijährigen Knaben gezogen. Mit Hilfe von Fingerabdrücken gelang es, festzustellen, daß der Knabe der Sohn des Aachener Selbstmörders war. Es handelte sich bei diesem um einen Seemann namens Gustav Langante, der in Ostpreußen geboren war. Der P'ann hatte, während er das Kind zu seinen Schwiegereltern nach Hamburg bringen wollte, seine in der Newyorker Wohnung zurückgebliebene Frau durch den Tod verloren. Mit dem Vorgeben, das Grab seiner Frau in Newyork mit dem Kinde besuchen zu wollen, verließ er Hamburg, und seine Angehörigen glaubten ihn in Amerika. Es muß daher angenommen werden, daß der Mann zuerst das Kind getötet und dann selbst den Tod gesucht hat. Die Finanzlage im Regierungsbezirk Nachen Besuch aus dem preußischen Finanzministerium Von der Regierung in Aachen wird mitgeteilt: In den letzten Tagen weilten Staatssckretär Schleusener und Ministerialdirektor Wellmann vom Preußischen Finanzministerium bei der Regierung in Aachen, um verschiedene den Regierungsbezirk Aachen betreffende Finanzfragen zu besprechen. Während ihres Aufenthaltes besichtigten die Herren das Rathaus, das Münster mit der Sschatzkammer und die Technische Hochschule, für die der preußische Staat in der letzten Zeit bekanntlich erhebliche Beträge zur Verfügung geDie Goldfunde in Allendorf a. d. Eder stellt hat. Besonders die mußergültigen Anlagen fanden einstimmige Anerkennung. Später schloß sich eine Besichtigung der dem preußischen Fiskus gehörenden Abtei Steinfeld in der Eifel und eine eingehende Besichtigung und Besprechung auf den Mechernicher Bleigruben an, die infolge des abnormen Preissturzes für Blei nur mit Hilfe von Reich und Staat in Betrieb gehalten werden können. Ein Zwillingspaar stürzt aus dem In Rheinhausen ereignete sich in der Eduardstraße ein Unglücksfall. Das 8jährige Zwillingspaar der Familie Rausch kletierte in Abwesenheit der Eltern auf die Fensterbank der in der ersten Etage gelegenen Wohnung, wobei sich der Fensterbügel öffnete. Der Junge verlor plötzlich das Uebergewicht, stürzte ab und riß das Schwesterchen mit in die Tiefe. Während das Mädchen eine Düsseldorf. Der Orang=Utan im Zoo eingegangen. Der im Düsseldorfer Zoo in Gefangenschaft lebende Orang=Utan ist eingegangen. Somit befindet sich jetzt nur noch ein männlicher Orang=Utan in Gefangenschaft, und zwar im Berliner zoologischen Garten. Der Düsseldorfer Zoo verfügt nur noch über zwei weibliche Orang=Utan, Mutter und Kind. Das Kind ist bekanntlich in der Gefangenschaft geboren. Düsseldorf. Bela Duschak gestorben. Hier verschied nach längerem Leiden der im Ruhestand lebende vormalige Oberregisseur der früher vereinigten Stadttheater DüsseldorfDaisburg, Bela Duschak, im Alter von ungefähr 64 Jahren.„.„„(4 46114 Gladbach=Rheydt. Ein schmählicher Diebstahl. Während die Eheleute Büttgenbach im Ortsteil Biesel unter allgemeiner Anteilnahme der Bevölkerung ihre goldene Hochzeit feierten, drang ein Schleichdieb in die verlassene Wohnung der alten Leute ein und stahl ihnen ihre gesamten Ersparnisse. Es fiel ihm ein Geldbetrag von 600 RM. in die Hände, darunter die Ehrengabe, die dem Jubelpaar wenige Stunden vorher von Reich und Staat überreicht wo den war. Außerdem nahm der Dieb noch einige Sparbücher mit, die für ihn aber wertlos sind, da sie bei der Kasse noch rechtzeitig gesperrt wurden. Der Spitzbube, der sich mit einem Nachschlüssel Eingang in die Wohnung verschafft hatte, muß mit den örtlichen Verhältnissen sehr gut vertraut gewesen sein, da er den Notgroschen der alten Leute in kurzer Zeit fand. Gladbach=Rheydt. Tot in der Badeanstalt aufgefunden. In den Auskleideräumen des Russischen Bades im Städtischen Kaiserbad fanden am Montagabend Angestellte Kleidungsstücke, obschon sich keine Besucherin zum Bade gemeldet hatte. Beim Nachforschen entdeckten sie dann im Bade selbst die 63jährige Kleinkinderlehrerin Salbach, die tot auf der Bank saß. Ein Herzschlag hatte ihrem Leben ein Ende bereitet. Die Lehrerin hatte vier Stunden vorher, bevor sie aufgefunden wurde, die Badeanstalt betreten. Leverkusen. In der Dunggrube ertrunken. In den Spätnachmittagsstunden wurde das zweijährige Söhnchen der Eheleute Heinrich Straben in Hitdorf vermißt. Nach langem Suchen mußten die Eltern die entsetzliche Feststellung machen, daß ihr Kind in die Dunggrube eines Nachbars geraten war. Die Wi derbelebungsversuche hatten leider keinen Erfolg. Vom Miltek- und Oberrhein Der Oroschkenführer gewitziger als die Pollizei Der„Baron v. Eichkranz“ „Baron Freiherr von Eich.ranz“ nannte er sich, der hoffnungsvolle 18jährige Sprößling eines Dortmunder Einwohners. Mit 420 Mark die er seiner Schwester unter schlagen hatte, mietete er sich in Köln ein und stand bald, da er das Geld in Bars in Spirituosen umgesetzt hatte. vor einem Nichts. Morgens übergab er dem Portier eine Vollmacht folgenden Inhalts:„Ich beauftrage hiermit Herrn....., den für mich eingehenden Betrag von 5000 Mark in Empfang zu nehmen. Frhr. von Eichkranz.“ Nun nahm er eine Autodroschie und fuhr nach Koblenz, um angeblich von einem Freund, der mit dem Flugzeug eintreffe, ein„großes Stück Geld“ in Empfang zu nehmen. Dem Chauffeur kam die Sache windig vor und er brachte seinen Fahrgast gleich zum Koblenzer Polizeirevier. Da die Beamten sich als vertrauensselig erwiesen, beförderte der Chauffeur den„Baron“ auch wieder nach Köln, aber direkt zum Polizeipräsidium. Hier war man sichtlich erfreut, als man den Betrüger und Zechpreller, gegen den schon von allen Seiten Anzeigen eingelausen waren, wiedersah. Abschied genommen und warteten auf den Vermittler, einen gewissen Lehmberger, der jedem drüben eine Stellung zugesagt hatte. Aber sie warteten vergeblich. Der Auswanderungsschwind. ler hatte es vorgezogen, mit den erbeuteten Geldern— jeder mußte etwa 400 Mark zahlen — das Weite zu suchen. Ein Fachmann überprüft das zu Tage gebrachte Gestein Ueber Nacht ist das bessische Dorf Allendorf a. d. Eder zu Berühmtheit gelangt. Bohrungen ergaben an verschiedenen Stellen Goldvorkommen von 40 Gramm pro Tonne, während die südafrikanischen Gruden nur 7—20 Gramm, die Gruben in Alaska nur 4 Gramm Gold pro Tonne liefern. Zwei in Köln fes'genommen In Köln wurde ein erheblich vorbestrafter 38jähriger Bezirksdirektor der Deutschen Mobiliar=, Spar= und Darlehnskasse, Leipzig, festgenommen, als er mit dem Zuge eintraf. Mit gefälsch'er Inkassovollmacht hatte er in Gladbach=Rheydt bei Mitgliedern Verwaltungskostenbeiträge eingerogen und unterschlagen. Er wird beschuldigt mehrere hundert Mark veruntreut zu haben. In Köln wurde ferner ein 22jähriger Schreiner aus Remscheid festgenommen, der in Köln 12 Holländer Käse erschwindelt hatte. Wie die Nochforschungen ergaben, hat er in etwa 20 Fällen in Rheinland und Westfalen Einbrüche und Einmietediebstähle ausgeführt. Daß der Bursches auch an Humor nicht fehlen ließ, beweist, daß er einem Lagermeister versprach, für wenig Geld eine Unmenge Eier besorgen zu können. Auf diese Weise ercaunerte er 55 Mark. Als„Gratiszugabe“, sollte der Meister ein Hähnchen erhalten, das er auch tatsächlich in einem Kölner Geschäft kaufte und ablieferte. 55 Mark für ein Hähnchen— immerhin ein angemessener Preis! Am 25. April sollte die Ueberfahrt nach Rio de Janeiro erfolgen. Etwa 12 stellenlose Gastwirtsangestellte hatten von ihren Angehörigen Explosion in einer Maschinenfabrik Ein Toter, drei Am Nachmittag flog in der Maschinenfabrik Türkismühle a. d. Nahe ein riesiger Entwickler einer Schweiß= und Schneideanlage unter einer gewaltigen Detonation in die Luft. Der Behälter wurde von dem starken Luftdruck vollkommen auseinandergerissen. Zur Zeit der plosion arbeiteten 10 Arbeiter in der Nähe. Ein technischer Praktikant aus Landshut wurde von einem Eisenstück so schwer am Kopf getroffen, daß der Tod sofort eintrat. Drei Arbeiter erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Ueber die Ursache der Explosion herrscht noch keine Klarheit. Durch die starte Detonation hat das Gehör der Arbeiter so stark gelitten, daß sie fast taub sind. sion mit aus dem Hotel gestohlenen Lebensmitteln und Delikatessen versorgt. In die Diebstähle sind im ganzen neun Angestellte verwickelt. Der Schaden, den das Hotel erlitten hat, ist sehr groß. Bonn. 47% Einsparungen im Stadtetat. Die Bonner Stadtverwaltung hat in einer Pressebesprechung den Entwurf des Haushaltsplanes 1932 bekannt gegeben. Haushaltsplan wurde unter Prüfung der Frage aufgestellt, in wieweit eine Verbesserung und Vereinfachung der Form des Haushaltsplans möglich war. Die Finanzverwaltung hat sich in Anbetracht dieser Notwendigkeit an die Vorschläge des Deutschen Städtetages gehalten und vor allen Dingen eine scharfe Trennung zwischen den reinen Verwaltungskosten und den Sachkosten eintreten lassen. Die technische Vereinfachung dieser neuen Einteilung des Haushaltsplanes hat zu einer ganz erheblichen Sentung der Gesamteinnahmen und=ausgaben geführt. Die Einsparung beträgt rd. 47%. Der Haushaltsplan schließt in den Einnahmen mit 22 386 579 RM.(i. V. 42 397129), in den Ausgaben mit 23 268 250(i. V. 44 029 129) RM. ab. Es bleibt demnach ein ungedeckter Bedarf von 881 671 RM. im Gegensatz zum Vorjahre in Höhe von 1 650000 RM.— Im Vordergrund des Interesses steht die Weiterführung des Stadttheaters und die Erhaltung des Orchesters. Das Theater erfordert voraussichtlich einen Zuschuß von 254000 RM., der es der Verwaltung unmöglich macht, das Theater in der jetzigen Form weiterzuführen. Die Verhandlung mit dem Lokalverband Bonn der Deutschen Bühnengenossenschaft hat zu dem Ergebnis geführt, daß der Lokalverband die Spielbetriebe für die Spielzeit 1932=33 auf genossenschaftlicher Grundlage in eigener Rechnung weiterführt, wenn die Stadt Bonn das Theater spielfertig zur Verfügung stellt. Die Verwaltung hat in diesem Falle rund 100 000 RM. weniger aufzubringen. Das städtische Orchester hat durch vermehrte Tätigkeit in vergangenen Winter, durch Notverordnung und freiwillige Gehaltskürzung soviel sparen können, daß seine Weiterführung gesichert erscheint. Die Stadtverordneten werden sich Ende Mai mit dem Etat zu befassen haben. Monschau. Ein schweres Schadenfeuer hat das Anwesen des Landwirtes August Wilden in Paustenbach bei Simmerath vernichtet. Wohnhaus, Stall und Scheune wurden von den Flammen vernichtet. Dem Sohn des Besitzers, der noch einmal in das brennende Haus eindrang, um wichtige Papiere und eine größere Menge Silbergeld zu bergen, wurde der Rückweg abgeschnitten, da das brennende Treppenhaus eingestürzt war. Nur mit einem Sprung aus dem ersten Stockwerk konnte er sich retten. Im Augenblick des Absprunges stürzte hinter ihm die Decke des Zimmers ein. Bei dem Sprung zog sich der junge Mann nur eine leichte Rippenquetschung zu. Das Geld konnte er allerdings nicht mehr retten; es wurde später als zusammengeschmolzener Silberklumpen gefunden. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Man vermutet Brandstiftung. Köln. Nach 27jähriger Dienstzeit 3500 Mark unterschlagen. Zu der bereits gemeldeten Unterschlagung bei den Kölner Städtischen Bahnen erfahren wir, daß es sich um einen verheirateten. 45jährigen Stadtsekretär handelt, der sich während seiner 27jährigen Tätigkeit in städtischen Diensten keinerlei Verfehlungen hatte zuschulden kommen lassen. Im Januar d J. erlag er zum erstenmal der Versuchung. Angeblich, weil das Z'garettengeschäft seiner Stieftochter mit Unterbilanz arbeitete, fälschte er Anweisungsbelege auf die Stadtkasse und stützte mit den in fünf Fällen erhaltenen Geldern im Betrage von 3414 Mark das Geschäft. Ein Betriebeinspektor, der zufällig eine Anweisung zu Gesicht bekam, stellte den Stadtsekretär zur Rede, der dann unter Tränen eingestand, die Veruntreuungen begangen zu haben. Köln. Groteske Lebensmittelschiebungen. In einem großen Kölner Hotei ist man, wie das„Kölner Tageblatt“ berichtet, einer Lebensmittelschiebung auf die Spur gekommen, die sich längere Zeit hinzieht, und die in ihrem ganzen Ausmaß geradezu grosesk anmutet. Der Küchenchef des Hotels hatte jahrelang seine in Königwinter gelegene PrivatpenMayen. Durch Leichtsinn in den Tod. Ein 18jähriger Bursche stellte sich während der Fahrt auf das Trittbrett eines Postkraftwagens, der von Kehrig nach Mayen fuhr. Der leichtsinnige junge Mann stürzte ab und geriet unter ein Hinterrad. Er wurde schrecklich verstümmelt und verschied nach kurzer Zeit. Der Wagenführer, dessen Aufmerksamkeit infolge der Enge der Straße ganz in Anspruch genommen war, hatte den blinden Passagier nicht beobachtet. Franlfurt a. M. Eingenialer Schwindler wurde hier festgenommen. Es handelt sich um einen Eduard Schillinger, der es verstanden hat, auf Grund gefälschler Wechsel in Berlin 6500, in Düsseldorf 650 und in Köln 600 RM. zu erbeuten. Für seine dunklen Pläne forderte er jeweils vom Arbeitsamt eine vertrauenswürdige Person an, der er Stellung versprach. Durch Ausfragen der Arbeitslosen gelangte er in den Besitz von Firmennamen, auf die er Wechsel zog und einlösen ließ. Hamborn. Ein Kind verbrüht. Auf tragische Weise kam das dreijährige Söhnchen Karlheinz des Plattenlegers Johann Thomas aus Hamborn, Gehrstraße, in der Küche der im gleichen Hause wohnenden Tante zu Tode. Das Kind glitt auf dem Fußboden aus und wollte sich an einem Stuhl festhalten, auf dem sich eine Wanne mit heißem Wasser befand. Die Wanne schlug um und der Inhalt ergoß sich über den Kleinen, der schwere Verbrühungen am ganzen Körper erlitt, die seinen Tod zur Folge hatten. Castrop=Rauxel. Zahlungseinstellung der Gewerbebank. Die allgemeine Geschäftslage hat auch die Gewerbebank emdH.. veranlaßt, ihre Schalter zu schließen. Seit dem 1. Januar d. I. betrugen die Abhebungen bei der Bank im Spar= und Scheckverkehr über 5076. außerdem liegen weiterhin bedeutende Kündigungen von Guthaben vor. Im Interesse der Gläubiger die ihre Guthaben nicht kündigten, hat die Bank sich zu diesem Schritt entschlossen. Bei einer ruhigen Abwicklung kann mit einer vollen Befriedigung der Gläubiger gerechnet werden. Schwerte(Ruhr), den 28. April 1932. Tagesspruch Durch Grübeln kehrt Verlor'nes nicht zurück. Nur frisch an's Werk! Vielleicht hast du noch Glück. Albert Knülle. Frühling marschiert! Mit einem Male grünen die Bäume und jeder Strauch ist in ein grünes Röckchen geschlüpft. Den Tulpenwiebeln sind schon kleine Ohren gewachsen, um Floras Ruf zum allgemeinen Aufmarsch nicht zu vergessen. Der Narzisse Goldsternauge schaukelt im Winde. Pfingstbirken duften bereits und schütteln lustig die zarten, befransten Zweige in der oft so linden, oft so herben Lenzluft. Letzte Veilchen duften am Hang. Schlüsselblumen, untermischt von feingliedrigen Buschwindröschen, schmücken herrlich die Wiesen. Die ganze Natur ist auf Verschönerung eingestellt. Frühling marschiert! Vom Wetter Die Temperaturen sind um einige Grade angestiegen. Die Warmluft speist den großen Atlantikwirbel westlich von Großbritannien noch weiter und läßt ihn allmählich ostwärts an Raum gewinnen. Der Witterungscharakter bleibt somit für Westdeutschland weiterhin unbeständig und vielfach regnerisch. Die südlichsten Teile des Essener Dienstbezirks lagen heute morgen noch unter dem Einfluß zusammensinkender Luftmassen in dem absterbenden Hochdruckgebiet über dem südlichen Mitteleuropa. Vorhersage für Donnerstag: Stark wolkig bis bedeckt, vielfach Regen oder Staubregen. Mild. Auffrischende zwischen Süd und Südwest schwankende Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortbestand des unfreundlichen, vielfach regnerischen Wetters. Keine wesentliche Temperaturänderung. Hohes Alter. Sein 76. Lebensjahr vollendete der Pensionär Franz Lüke, Borriesweg. Dem hochbetagten Manne zu seinem Ehrentage nachträglich unseren aufrichtigsten Glück= und Segenswunsch. + 70 Jahre alt. Der Berginvalide Heinrich Kramer Schwerterheide, Römerstraße 30, vollendete sein 70. Lebensjahr. Zu seinem Ehrentage nachträg. lich unseren herzlichsten Glückwunsch. Bestandene Prüfung. Ihre Gesellenprüfung mit dem Prädikat„Gut“ bestanden vor dem Prüfungsausschuß die Malerund Anstreicherlehrlinge Alfred Groll, Hellpothstr. 10(Lehrherr Anstreichermeister Bucker) und Heinrich Küper, Südwall(Lehrherr Anstreichermeister Nötting). Wir gratulieren! X Gefahren der Straße. Die an der Hagenerstraße wohnende Frau K., eine Frau von etwa 60 Jahren, kam gestern vormittag beim Besuch des Wochenmarktes in der Schulstraße so unglücklich zu Fall, daß sie sich eine äußerst schmerzhafte Quetschung der linken Schulter zuzog und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Wahrscheinlich ist die Frau auf einen achtlos fortgeworfenen Obstrest ausgeglitten. X Eine Protestver sammlung der kath. Eltern wurde in der neuen kath. Kirchschule abgehalten. In dieser Versammlung wurde von allen Seiten lebhaft Klage geführt über die vielfachen Mängel, die sich in den Klassenzimmern bemerkbar machen, vor allen Dingen über die mangelhafte Belichtung. Es wurde beschlossen, an den Magistrat eine eingehend begründete Eingabe in dieser Angelegenheit zu richten. : Der Eisenbahn=Frauen. verein gibt bekannt, daß der Verkauf sämtlicher Karten für den Sonderzug am 6. 5. 1932 nach Düsseldorf bestimmt am Montag, den 2. Mai, um 12 Uhr, geschlossen wird. Der Sonderzug fährt um 9 Uhr ab und läuft abends 21,44 Uhr wieder in Schwerte ein.(Siehe Anzeige!) Fahrpreisermäßigung auf den Kraftpostlinien Schwerte— Hohensyburg— Wittbräucke und Schwerte— Unna. Vom 1. Mai ab werden die Fahrpreise auf den. Kraftpostlinien Schwerte— Hohensyburg— Wittbräucke und Schwerte— Unna, soweit nicht schon früher eine. Ermäßigung erfolgt ist, herabgesetzt werden. Es kostet z. B. eine Fahrt von Schwerte nach Hohensyburg nur noch 50 Rpf., von Westhofen=Bhf. nach Hohensyburg nur 25 Rpf., von Hohensyburg=Bhf. nach Hohensyburg=Ort 25 Rpf., von Schwerte nach Wittbräucke 80 Rpf., von Wittbräucke nach Hohensyburg 30 Rpf., von Wittbräucke bis Stauseebahnhof 50 Rpf. Von Schwerte nach Geisecke(Eichmann) kostet eine Fahrt jetzt nur 25 Rpf., nach Sölderholz 40 Rpf., nach Hengsen 60 Rpf., nach Opherdicke 70 Rpf. Die ganze Fahrstrecke von Schwerte bis nach Unna, die durch eine abwechslungsreiche Landschaft führt und besonders zur Baumblüte im Frühling einen schönnen Anblick gewährt, kostet jetzt nur noch 110 Rpf. Neben Wochen= und Monatskarten, auf die ein Preisnachlaß von 50 v. H. gewährt wird, gibt die Reichspost auch Zehnfahrtenkarten aus, die 2 Monate Gültigkeit haben und unpersönlich gültig sind. Es kann z. B. eine ganze Familie gemeinschaftlich eine derartige Zehnfahrtenkarte benutzen, auf die ein Preisnachlaß von 20 v. H. gewährt wird. Eine Zehnfahrtenkarte nach Hohensyburg kostet hiernach einschl. Versicherungsgebühr 4,10 RM., die einzelne Fahrt stellt sich dabei nur auf 41 Rpf. + Vorbereitungskursus auf die Meisterprüfung für den Stadtund Landkreis Iserlohn. Das Handwerks= und Gewerbeamt für den Stadt= und Landkreis Iserlohn zu Iserlohn, Kluse 25, macht darauf ausmerksam, daß Mitte Mai d. J. ein neuer Vorbereitungsdienst auf die Meisterprüfung abgehalten wird. Allen denjenigen, die beabsichtigen, im Herbst die Meisterprüfung abzulegen, wird deshalb empfohlen, sich unverzüglich an das Handwerksund Gewerbeamt zwecks Teilnahme an den Vorbereitungskursen zu wenden. Neben dem üblichen Unterrichtsstoff, wie Buchführung, Wechsel= und Scheckrecht, Bürgerkunde, Handwerksrecht ist der handwerklichen Betriebslehre ein großer Raum eingeräumt worden. Es haben sich aus den verschiedenen Berufen Fachleute bereit erklärt, z. B. die Kalkulationen der einzelnen Handwerkszweige den Kursisten zu vermitteln. Anmeldungen zum Vorbereitungskursus auf die Meisterprüfung erfolgen bei der Geschäftsstelle des Handwerks= und Gewerbeamtes, Iserlohn, Kluse 25, Telefon Nr. 2745=46. Der Verein für Handel und Gewerbe e. V. Schwerte=Ruhr hielt gestern im Lokal„Zur Helle“ eine gutbesuchte Mitgliederversammlung ab, die vom Vorsitzenden Kaufmann Stern geleitet wurde. Auf der Tagesordnung stand als Hauptpunkt die„Einheitsbewertung" Es wurde festgestellt, daß hierüber bei den Hausbesitzern große Unklarheiten herrschen. Die wenigsten wissen, was die Prozentsätze zu bedeuten haben. Für die Einheitswertbescheide, die für den hiesigen Betrieb aufgelegt sind, ist, müßte man annehmen, noch vier Wochen nach der Auflegung eine Einspruchsfrist möglich, also für Schwerte noch in der Zeit vom 20. Mai bis 20. Juni. Herr Lindemann erklärte sich bereit, diesbezügliche Erkundigungen einzuziehen. Zu Punkt 2:„Autobusverkehr“ wurde nach längerer Debatte einstimmig beschlossen, den Autobusverkehr nach Hennen weitere drei Monate beizubehalten.— Zu Punkt 3: „Rabattmarken“, kam man darüber ein, das Rabattmarkensystem für eine günstigere Zeit zurückzustellen. Allgemein wurde darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, die Schwerter Bürgerschaft darüber aufzuklären, daß sie in eigenstem Interesse am Platze kaufen müsse, da jeder Berufsstand von dem andern abhänge. Im übrigen kamen interne Vereinsangelegenheiten zur Sprache. Aus dem Nachbargebiet Holzwickede. Auf der Zeche„Caroline“ arbeiten jetzt 300 Bergleute. Die Belegschaftsstärke betrug vor dem Streik 498 Mann. Hiervon hatten sich 303 bereiterklärt, zu den von der Zeche aufgestellten Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Trotzdem fuhren am 1. April nur 125 Bergleute ein. Aplerbeck. Fortführung des privaten Säuglingsheims. Im Interesse einer normalen Belegung der städtischen Anstalten sah sich der Magistrat nach eingehender Prüfung außerstande, die Fortführung des privaten Säuglingsheimes in Aplerbeck durch regelmäßige Belegung städtischerseits sicherzustellen. Wickede=Asseln. Wiedersehensfeier des Res.=Inf.=Reg. 210. Die Wiedersehensfeier des Res.=Inf.=Reg. 210 findet in Dortmund=Wickede am Himmelfahrtstage (5. Mai) im Lokal Heinr. Stiepelmann, Wickeder Hellweg 43, um 16 Uhr statt. Die Kameraden von nah und fern wollen recht zahlreich erscheinen. Einen Lichtbildervortrag über die Kriegergräber in Flandern hält Kamerad I. Debie, Wickede. Mengede=Westerfilde=Nette. Kurzarbeit auf den westlichen Randzechen Dortmunds. Auf den westlichen Randzechen Großdortmunds, der Zeche „Adolf von Hansemann“ in Mengede, der Zeche „Westhausen“, in Westersilde und der Zeche „Zollern 2“ in Bövinghausen haben die Vereinigten Stahlwerke Kurzarbeit eingeführt. Die gesamten Belegschaften verfahren wöchentlich nur noch drei Schichten. Für die nicht zu verfahrenden Schichten beziehen die Bergarbeiter Kurzarbeiterunterstützung. Damit dürften wohl die Gerüchte von der Stillegung einer dieser drei Schachtanlagen verstummen. Hemmerde. Freitod. Am 26. April wurde der Viehhändler und Landwirt Peter G. aus Dortmund, 57 Jahre alt, im sogenannten „Schölk“ in der Gemarkung Hemmerde erhängt aufgesunden. G., der seit dem 10. April in Dortmund vermißt gemeldet wurde, ist zuletzt in Dortmund=Deusen gesehen worden und seit dieser Zeit umhergeirrt. Arnsberg. Landrat Dr. Neugebauer vom Ennepe=Ruhr=Kreis wurde zum Mitglied der Dienststrafkammer in Arnsberg berufen, und zwar für die Abteilung Beamtenbeisitzer(höherer Dienst). Vorsitzender der Dienststraskammer ist der Verwaltungs=Gerichtsdirektor Or. Walter von der Regierung in Arnsberg. Mit„Haarglanz“: vollkommene Haarpflegel Schwarzkopf-Haarglanz ist das hygienisch notwendige Stärkungs- und Verjüngungsbad nach der Kopfwäsche. Er neutralisiert die bei jeder Kopfwäsche ins Haar eindringenden Hlkalien. Er zieht das gequollene Haar wieder zusammen— er adstringiert es— und läßt es schneller trocknen. Dadurch gewinnt das Haar seine natürliche, jugendliche Straffheit wieder. Es beweist seine neugewonnene Festigkeit und gänzliche Reinheit durch den strahlenden Glanz.„Haarglanz“ liegt jedem Beutel Schwarzkopf-Schaumpon bei. Weiße Packung 20 Pfg., grüne ExtraPackung mit Schaumbrille 27 Pfg. Das indische rest Roman von HEDWIG TEICHMANN Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) 5. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Wie hatte sein Blut zum Ueberschäumen gedrängt. Aber er achtete Tonis Mädchenehre und wollte sie nur als seine Gattin besitzen. Hinter ihm ging die Tür, und seine Mutter stand auf der Schwelle, groß, schlank, ungemein vornehm wirkend mit ihrem weißen, vollen Haar. Trotz aller Liebe lag stets eine gewisse Kühle über ihrem Wesen, das eine unsichtbare Mauer bildete und das schrankenlose Vertrauen des Sohnes oft unmöglich machte. Walter liebte und verehrte seine Mutter, verschloß aber doch sein Tiefstes, Letzteres vor ihrem klaren, kühlen Blick. „Mein lieber Junge— sei mir willkommen! Nochmals beglückwünsche ich dich, daß dir kein größeres Unheil zustieß. Du bist noch nicht ganz hergestellt?“ „Nicht ganz, liebe Mama! Ich kann aber fast ohne Schmerzen und ohne zu hinken gehen.“ „Es ist mir lieb, daß du schon heute hier bist— ich habe drüben liebe Gäste. Also komm dann zu uns— man möchte dich begrüßen.“ „Mama, könntest du mir das heute nicht erlassen? Ich bin gar nicht in der Stimmung — auch etwas angegriffen von der Reise...“ Frau Cornelius lachte.„Das sieht man dir aber gar nicht an. Du und angegriffen!" Voll Stolz und Aufmerksamkeit musterte sie ihr. Er schien ihr jetzt tatsächlich irgendwie verändert: ernster noch als sonst, sein Blick voll heimlichen Feuers. Sie bestimmte:„Nein, nein, komm nur— sonst stürmt Fräulein Elgott noch dein Zim mer. Ich habe dich auch bereits angemeldet. Walter hatte es sich so fest vorgenommen, diesmal seinen Willen durchzusetzen und der Mätter Drängen Widerstand zu leisten. Aber dieser Frau gegenüber schien das unmöglich Sie übte stets eine starke, fast unerklärliche Macht auf ihn aus. So kam es, daß er eine Viertelstunde später in den roten Salon trat, stürmisch begrüßt von Mamas Gästen, die ihn wie einen Sieger feierten. Mama stellte ihn mit eigenem Lächeln Fräulein Brandner vor, der einzigen Tochter eines Fabrikanten. Sie war nicht häßlich, aber unangenehm wegen des hochmütigen Zuges in dem glatten, weißen Gesicht. Walter mußte nun ausführlich von seinem Flug und Sturz berichten und seine darauffolgende Leidenszeit beschreiben. Er tat es mit flüchtigen, gewandten Worten, und niemand ahnte, daß er mitten im Stimmgewirr den lockenden Ruf eines Sommervogels vernahm, der auf mittagheißer Heide unermüdlich fragte: „Hast mich— hast mich— lieb?“ Fräulein Elgott setzte sich neben ihn und flüsterte ihm lachend zu: „Sind Sie auch so begeistert von den neuen Gästen wie Ihre. liebe Mama? Sie ist eine scharmante Frau— aber von einem Ehrgeiz besessen. Sie sind die Leiter, auf der sie hinaufzuklimmen versucht.“ „Wieso meinen Sie? Ist denn Fräulein Brandner so einflußreich?“ „Einflußreich! Wie harmlos Sie fragen. Erstens ist sie die Erbin eines MillionenOnkels, dann die Tochter eines Fabrikanten. Wer sie heimführt, hat große Aussichten in jeder Beziehung.“ Walter zuckte mit den Achseln.„Was geht mich das an?“ Fräulein Elgott warf einen Blick auf den jungen Ingenieur. „Mama wird es Ihnen schon klar machen, was Sie es angeht. Und schließlich— übel ist sie ja nicht— sehr jung noch und hat ein pikan tes, wenn auch hochmütiges Gesicht.“ Später setzte er sich neben Nora Brandner. Das helle, seine Gesichtchen ihm zugewendet, er zählte sie, daß sie jeden Morgen ausreite.„Wie ich hörte, reiten Sie famos. Wollen Sie mich manchmal begleiten? Ich bin ja nur ein paar Wochen zu Besuch bei meinem Onkel.“ Walter verneigte sich artig. „Gewiß, sehr gern— Sie haben zu befehlen!“ „Ach was— befehlen! An gehorsamen Dienern liegt mir nichts. Es soll Ihnen kein Opfer sein. Wenn es aber das ist— ich habe Kavaliere genug.“ „Na also— warum denn gerade ich? murrte Walter im tiefsten Innern. Aber laut versicherte er wohlerzogen, daß ihm das Reiten mit ihr ein Vergnügen sein würde. Sie warf ihm einen glitzernden Blick zu. „Oh— ich weiß— wie begabt und erfinderisch Sie sind. Papa hörte schon von Ihren Plänen und Ideen!“ Sonst wären ihm diese Worte wie Sekt berauschend zu Kopfe gestiegen. Jetzt aber glitt es an ihm vorüber wie leerer Wind. Er langweilte sich grenzenlos neben diesem eleanten Püppchen. Die Mutter warf zufriedene Blicke herüber, aber Walter dachte: Knüpft sie am Ende an dieses Mädchen den Faden ihrer ehrgeizigen Hoffnungen? Nimmermehr würde ich mich im Ernst um sie bewerben. Zum Schluß verabredete er mit Nora Brandner einen Morgenspazierritt. Als die Gäste gegangen waren, lud Mama ihren Sohn ein, in ihrem kleinen, gemütlichen Wohnzimmerchen noch eine Tasse Tee zu trinken, während der rote Salon aufgeräumt wurde. Die seinen, dampfenden Schalen vor sich. saßen sie einander gegenüber. Walter dachte an Toni und malte sich aus, wie die Begegnung mit Mama einmal ausfallen würde. Vermutlich scheu und ängstlich von seiten Tonis. Sie war ja unter den gewandten Großstadtmenschen wie ein fremder Vogel— ein füßes, zitterndes Vögelchen, das sich angstvoll an die Brust des Eigentümers schmiegte Mame zerschnitt unliebsam seine sehnsüchtige Gedankenkette. „Walter, mein Junge, das hatte ich erwartet von dir: dies Entgegenkommen dem Mädchen gegenüber— ich meine natürlich Fräulein Brandner. Sie sah sich schon immer mit Wohlgefallen dein Bild an. Du gefällst ihr augenbenichs Walter beugte sich vor und sah seiner Mul ter ernst ins Gesicht. „Mama— ich will keine Hoffnungen in dir hegen, die ich nie erfüllen könnte. Ich werde mich nicht um Fräulein Brandner bewerben, wie du zu wünschen scheinst.“ Er hatte so ungewohnht fest und ernst gesprochen, daß Frau Cornelius verdutzt aufsah. Sie faßte sich aber rasch und bekannte ehrlich: „Ich will es nicht leugnen, daß ich dies allerdings wünsche. Warum auch nicht? Du selbst strebst vorwärts, auswärts— warum sollte dir darin nicht ein Braut behilflich sein? Das ist keine Schande.“ „Nein, es wäre keine, wenn ich sie liebte! Aber dies junge, inhaltlose Mädchen werde ich nie lieben. Mama, gleich heute abend will ich dir gestehen, daß ich endlich das Mädchen gefunden habe, das allein ich zur Frau haben möchte.“ Die Mutter wechselte die Farbe, blieb aber sonst ganz gelassen. „Sok Willst du mir nicht erzhälen? Wer ist es?“ Walter berichtete in kurzen Worten von Toni und konnte sich nicht versagen, den geliebten Namen mit tiefer Zärtlichkeit auszusprechen, vielleicht, weil der Mutter Augen gar so kühl und spöttisch blickten. Nur die tiefe, keusche Leidenschaft, von der sie beide ergriffen waren, verschwieg er, sagte nichts von den betörenden Stunden, da sie allein gewesen in sonniger Einsamkeit. Die Mutter hörte schweigend zu. Walter konnte nicht erraten, was in ihr vorging. Als er schwieg, sagte sie kurz und abtuend: „Ein wenig unweiblich und nicht richtig erzogen. Nicht?“ „Nein, Mama— nur naturfrisch und unversälscht."(Fortsetzung folgt.) Dis Tiultul auf den Heufsten Zuchthaus Dortmund, 27. April.(Fortsetzung aus der gestrigen Ausgabe.) Bei Wiedereröffnung der Verhandlung war der Andrang zum Zuhörerraum unvermindert stark. Die vernommenen Beamten erklärten, 30 Schüsse, wie von einigen anderen Zeugen behauptet wird, seien auf keinen Fall abgegeben worden. Der Zeuge Kommunist Franz Wisocki erklärte, zwei Täter gesehen zu haben. Der eine sei Albrecht gewesen. Der Zeuge Kaun sagte aus, aus dem einen Kommunistentrupp hätten sich drei Personen gelöst, von denen die eine der anderen eine Pistole gegeben habe. Die Zeugen Meyer und Engel glaubten Albrecht als Täter wiederzuerkennen. Der Zeuge Saalmann ergänzte seine Aussagen dahin, daß er lediglich die Statur Albrechts wiedererkannt hätte. Der Staatsanwalt führte an, daß der Zeuge S. den Angeklagten aus vier Leuten herausgesucht habe. Der Sohn Karl des Zeugen S. erklärte dagegen, er könne A. nicht wiedererkennen. Auch er und weitere Zeugen haben in der polizeilichen Vernehmung A. wiedererkannt, allerdings ergab sich, daß das keinerlei Bedeutung hat, da A. allein in das Zimmer hereingeführt worden war. Der Zeuge Willi Gleise, der Bruder des einen Erschossenen, bekundete, es seien 3 Täter! gewesen, die„Heil Hitler!" und„Los! Neue Kammer drin!“ gerufen und geschossen hätten. Der Zeuge Gustav Koch erklärte, Albrecht könne es gewesen sein. Die Zeugen Karl und Hans Menne, wie die Vorzeugen der KPD. angehörend oder nahestehend, erklärten, keinerlei Rufe wie„Nieder mit den Bluthunden!“ gehört zu haben, sondern nur die Ruse„Heil Hitler!" Der Zeuge Berginvalide Jäger, der Vater des Erschossenen, berichtete, der Täter sei beim Schießen ganz allein gewesen und habe insgesamt 8—9 Schuß abgegeben. Er(Zeuge) kenne Albrecht ganz genau wieder. Die Verteidiger stellen fest, daß der Zeuge diese genauen Aussagen früher nicht gemacht habe. Die Zeugin Witwe Schneider hat zwei Täter gesehen, einen größeren und einen kleineren. Albrecht sei der kleinere und ganz außer Atem gewesen. R.=A. Schucht: Albrecht ist aber ein Sportsmann und kann tadellos laufen. Der Zeue Ostermann dagegen sagte, einer sei ganz wie ein trainierter Läufer gelaufen und das könne Albrecht gewesen sein. Der Zeuge Schneider hat die Täter aus nächster Nähe gesehen. Albrecht sei nicht darunter gewesen. Der Zeuge Willems erklärte folgendes: An jenem Abend war ich mit zwei Bekannten auf dem Wege von Hörde nach Schwerte. Es war etwa 23.50 Uhr, als bei der Wirtschaft Elbrock ein Mann aus dem Straßengraben auf uns zusprang und rief:„Haltl Hände hoch! Zeigen Sie mir den nächsten Weg nach Dortmund! Ich bin in Druck und muß weg. Wehren Sie sich nicht, es hat keinen Zweck, ich bin vorgesorgt. Ich habe zwei Menschen totgeschossen und wenn ich Sie drei auch noch totschießen müßte, so kommt es mir nicht darauf an, und wenn Sie mich dann auch totschießen. Ich muß Sie auch nach Waffen untersuchen.“ Ich hatte einen defekten Revolver bei mir, den ich dem Mann gab. Er warf ihn in den Straßengraben und zwang uns dann, etwa 10 Minuten mit ihm nach Hörde zuzugehen. Albrecht mußte die Worte im Gerichtssaal wiederholen und der Zeuge erklärte, er erkenne die Stimme wieder. Die Begleiter dieses Zeugen erkannten A. jedoch nicht wieder. Der Zeuge Langendorf ist vom Täter gezwungen worden, ihm einen Feldweg zu zeiggen und zwar beim Berghofener Kriegerdenkmal. Der Mann hatte die Schuhe unter dem Arm und sagte:„Wenn Sie mich zur Polizei führen, sind Sie der erste, der fällt.“ Er (Zeuge) habe sich den Mann genau besehen, es sei Albrecht Vorsitzender zu Albrecht: Wollen Sie jetzt immer noch bestreiten, daß Sie der Täter sind? Albrecht: Ich bin der Täter nicht. Der Mann irrt sich ganz gewaltig. Oberlandjäger Meuer erklärte, als er den Zeugen Langendorf mit dem Täter getroffen habe, habe der Täter seinem Kollegen sofort den Revolver auf die Brust gesetzt, habe jedoch einen Versager gehabt. Wegen des starken Nebels sei er entsioben.„.., Hestälgt: 864. Oberlandjäger Wegener bestangte das. Er habe sieben, Mauer vier, der Flüchtling ebenfalls vier Schüsse abgegeben, die sämtlich fehlgingen, weil der Nebel zu stark war. Der Zeuge Stockel sah den Flüchtling und wurde von ihm mit Erschießen bedroht. Der Flüchtling sei mit großer Gewandtheit über den hohen Stacheldrahtzaun geklettert. An dieser Stelle habe er au einem Baum hochklettern und über eine Plakattafel herabrutschen müssen, wobei er sich höchstwahrscheinlich Verletzungen zugezogen habe. 17,45 Uhr wurden weitere 45 Zeugen aufgerufen. Kriminalkommissar Fiedler erklärte u. a., eine Vertrauensperson habe einen bestimmten Fingerzeig auf Albrecht gegeben. A. habe außerdem die Tat Bekannten gegebenüber geschildert. Auch sei sein Hut der Verräter gewesen. R.=A. Stockheck erklärte: Ich stelle fest, daß in den Akten über diese hochwichtige Sache, bei der es um den Kopf eines Menschen geht, über die wichtigsten Feststellungen nichts enthalten ist. Ferner stelle ich fest, daß sich die Staatsanwaltschaft eine Geheimakte anlegte. Ich beantrage, daß das Gericht diese Geheimakte beschlagnahmt und hier verwertet. Staatsanwaltschaftsrat Arens: Es handelt sich um eine Handakte, die lediglich vertrauliche Mitteilungen an die Staatsanwaltschaft, nicht aber die Namen der Vertrauensleute enthält. R.=A. Stockheck: Wir schlagen uns hier mit Indizien herum und hier hören wir, daß im Hinterarund die wichtigsten Aufzeichnungen über angebliche Geständnisse bestehen.(Zum Zeugen): Zu wem hat der Angeklagte von der Tat erzählt? Zeuge: Meine Vertrauenspersonen haben das gehört, kennen aber die Leute gar nicht. Die Genehmigung, die Vertrauensleute namhaft zu machen, habe ich nicht und werde sie nie erhalten. Auch soll Albrecht gesagt haben:„Wenn ich mit meiner 98=Pistole hinhalte, ist die Sache geschehen.“ R.A. Stockheck zog seinen Antrag zurück, benannte aber den Staatsanwalt als Zeugen dafür, daß in dieser Sache Zeugen existieren, die um angebliche Geständnisse des Angeklagten wissen. Kriminalkommissar Wilhelm Fehl erklärte, Albrecht habe sich im SA.=Heim der Höchstener Tat gerühmt. R.=A. Schuch erklärte, die Verteidigung sehe eine wesentliche Einschränkung ihrer Tätigkeit darin, daß ihr die Handakten der Staatsanwaltschaft vorenthalten werden. Dann könnte ja jeder kommen und jemand beschuldigen, um 1000 Mark Belohnung einzustreichen. Vorsitzender: Es handelt sich gar nicht um Akten, sondern nur um Notizen. Das Schwurgericht beschloß, den schwerverletzten Scherer, der noch im Krankenhaus liegt, Mittwoch früh zu vernehmen. Am Mittwoch wurden weitere Beamte der Kriminalpolizei vernommen. Bei der Vernehmung des Kriminalsekretärs Schneider, der den Hut im Tatortgelände gefunden hat, erklärt Albrecht: Dies ist mein Hut gar nicht. Ich habe mit der Sache gar nichts zu tun. Die Mutter des Angeklagten sagte jedoch aus und erklärte: Diese Schuhe hier (auf einem Tisch lagen die Kleidungsstücke, die der Angeklagte bei der Tat getragen haben soll) hat mein Sohn nicht angehabt. Ich habe diese Schuhe noch nie gesehen. Hier mischte sich einer der Geschworenen, der den weltlichen Eid geschworen(von den 6 Geschworenen haben fünf den weltlichen Eid geschworen) hatte, in die Vernehmung ein fragte die Mutter des Angeklagten, welche Hose ihr Sohn getragen habe, als er am 31. Januar zurückkam. Zeugin: Eine Knickerbockerhose. Geschworener: Und am 30. Januar, als er fortging? Zeugin: Das weiß ich nicht. Die Schwester des Angeklagten erklärte ebenfalls, den Hut nicht zu kennen. Im übrigen bestätigte sie die Aussagen ihrer Mutter. Der Lehrer der Erziehungsanstalt, in der Albrecht untergebracht war, Knies, erklärte über das Verhalten Albrechts: Er war fleißig, allerdings mit Unterschied, und sehr erregt. Einmal stahl er ein Butterbrot, leugnete aber und erhielt eine Ohrfeige. Er griff zum Messer und stach draußen auf den Lehrer mit einer Mistgabel ein. Albrecht schildert den Vorfall ganz anders. Der Zeuge Cohersmeier sagte unter Eid aus, daß er an jenem Abend das Lokal „Zum alten Ziethen“ nicht verlassen habe.— Albrecht hatte gesagt. C. sei derjenige gewesen, der sicherlich hinausgelaufen und vielleicht mit nach dem Höchsten gefahren sei und man habe ihn (Albrecht) mit C. verwechselt. Die Aussagen einiger weiterer Zeugen ließen erkennen, daß die Versammlung in DortmundHöchsten, die von der NSDAP. einberufen worden war. von Kommunisten systematisch gestört wurde. Diese hoben die Stühle hoch, um auf die Nationalsozialistin einzuschlagen. Die Polizei verhinderte einen größeren Saalkampf, entfernte die Ruhestörer und hielt die Nationalsozialisten im Saal zeitweise zurück. Der Zeuge Werdecker sagte aus, Albrecht sei in der fraglichen Nacht kurz nach 1 Uhr in das S=A.=Heim gekommen. Der Zeuge Katzwinkel, mit dem Albrecht in der betreffenden Nacht in der„Wolfsschlucht“ gewesen sein will, erklärte dieses für ausgeschlossen. Der Zeuge Prange sagte aus, Albrecht gegen 12,40 in der„Wolfsschlucht“ gesehen zu haben. Der im Krankenhaus vernommene Scherer hat in seiner kommissarischen Vernehmung u. a. ausgesagt: Auf der Wellinghofer Straße ging ich nach Auflösung der Versammlung an der Spitze eines Trupps, aus dem Rufe ausgestoßen wurden. Plötzlich fielen Schüsse und der erste Schuß traf mich. Der Täter stand etwa 2 Meter von mir. Er trug einen grauen Mantel. Ueber den Geisteszustand des Angeklagten erklärte Obermedizinalrat Dr. Pohlmann: Albrecht ist religiös eingestellt, wenn auch in etwas eigenartiger Weise und nicht ganz passend zu seinem Verhalten. Er ist ein Mann mit ungewöhnlichem Freiheitsdrang und sehr großer Reizbarkeit. Den Gutachten der Erziehungsanstalten, in der A. untergebracht war, kann ich nicht zustimmen. Er ist ein fanatischer Mensch. Seine Intelligenz reicht völlig aus, um die Strafbarkeit bestimmter Handlungen zu erkennen. Seine Energie und sein Beherrschungsvermögen sind groß. Er raucht nicht, trinkt nicht und ist auch sexuell enthaltsam. Von geistiger Störung kann keine Rede sein. R.=A. Schucht beantragte die Abhaltung eines Lokaltermins an der Mauer des Hörder Phönix, wo sie vom Täter überstiegen wurde, Vernehmung eines Sachverständigen über die Fußabdrücke, Vorlegung der Sonderakte der Staatsanwaltschaft und die Vernehmuno weiterer Zeugen, die er noch benennen werde, u. a. einer Vertrauensverson der Polizei namens Orlossky, schließlich die Abhaltung eines Lokaltermins auf dem Höchsten. Der Staatsanwalt beantragte die Ladung eines Untersuchungsgefangenen August Zahn, der von Albrecht Aeußerungen gehört habe, die einem Geständnis gleichtämen. Nach Eröffnung der Nachmittagsverhandlung gestern 15,30 Uhr trat das Schwurgericht in die Beschlußfassung über die von der Verteidigung am Vormittag gestellten Beweisanträge ein. 16,20 Uhr wurde verkündet: Die Gebrüder Neurath und der Untersuchungsgefangene Zahn sollen als Zeugen vernommen werden. Die übrigen Beweisanträge werden abgelehnt. Der Zeuge Neurath erklärte, am 30. Januar abends Albrecht in der„Wolfsschlucht“ gesehen zu haben. Vorsitzender: Wissen Sie bestimmt, daß es Albrecht war? Zeuge: Ja, daran ist kein Zweifel. Der Untersuchungsgefangene August Zahn erklärte, Albrecht habe einmal in der Besuchszelle gesagt:„Bei mir haben sie Hut und Mantel gefunden, jetzt werden sie mir wohl die Rübe abhacken!" R.=A. Schucht: Es scheint jetzt Methode zu werden, Gefangene vorzuführen, die derartige Aeußerungen von Angeklagten hören und die dann Vergünstigungen erhalten. Vor einigen Wochen ereignete sich in diesem Saale in der Sache Wolff ganz genau die gleiche Sache. Auch damals hatte ein Gefangener etwas von „Rübe abhacken“ gehört. Es ist bezeichnend, daß man jetzt mit derartigen Tricks arbeitet. Der Angeklagte bestrint, die Aeußerung geian zu haben. Der Zeuge Zahn blieb bei seiner Aussage und wurde daraushin vereidigt. Die Verteidigung bezeichnete ihn als gänzlich unglaubwürdig. R.=A. Stockheck beantragte die Vernehmung des Staatsanwalts Arens als Zeugen, da man die Handakte nicht vorlegen wolle, die doch sicherlich das Gericht gesehen habe. Staatsanwalt: Es ist eine unerhörte Verdächtigung der Staatsanwaltschaft von seiten der Verteidigung, die sich herausnimmt, der Staatsanwaltschaft derartige Methoden zu unterschieben. R.=A. Schucht: Es ist durchaus denkbar, daß das Gericht diese Handakte gesehen hat, vielleicht sogar unbewußt. R.=A. Stockheck: Die Statsanwaltschaft hat versäumt, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, die Ermittlungstätigkeit auch nach den Seiten hin zu führen, die zugunsten des Angeklagten hätten Aufklärung britigen können. Ich habe hier ganz zufällig erfahren, daß die Kommunisten den Täter angegriffen hättten. Wenn man schon Albrecht als den Täter bezeichnet, dann hätte man doch niemals Anklage wegen Mordes, sondern höchstens wegen Körperverletzung erheben können und den Notwehrparagraphen berücksichtigen müssen. Die Beweisanträge der Verteidigung wurden wiederum abgelehnt und die Beweisaufnahme geschlossen. R.=A. Stockheck beantragte daraufhin Vertagung bis Donnerstag, da die Verteidigung die Akten nicht genügend hätte einsehen können. R.=A. Schucht erklärte ergänzend, daß man in einer Ablehnung des Vertagungsantrages eine Beschränkung der Verteidigung erblicken müsse. Staatsanwaltschaftsrat Arens führte aus: Der Täter ist schießend die Berghofenerstraße heruntergelaufen, nachdem er von einer Hecke aus Jäger und Geise erschossen und Scherer schwer verletzt hatte. Die Kriminalpolizei stellte drei verschiedene Spuren fest. Die Frage ist: Ist Angeklagte der Täter? Er hat von jeher die Tat bestritten und will gar nicht auf dem Höchsten gewesen sein. Nur die Zeugen Schlüter, Wernecke, Prange und Neurath wollen ihn in der „Wolfsschlucht" gesehen haben. Albrecht ist doch auf den Höchsten gewesen. Das wird bewiesen durch den Zeugen Renner, außerdem durch den Zeugen Schürmann, der erst erklärte, nichts zu wissen, und erst unter dem Druck des Eides zugab, mit Albrecht nach dem Höchsten gefahren zu sein. Die Verteidigung hat der Staatsanwaltschaft den Vorwurf gemacht, daß sie nicht evtl. Notwehr geprüft habe. Dann ist die Verteidigung selbst von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt. Notwehr war nicht gegeben, denn irgendein rechtswidriger Angriff lag nicht vor. Als wahr unterstellt mag werden, daß Albrecht zu einigen Kameraden erzählte, er sei angegriffen worden und habe dann geschossen. Der Täter konnte sich auch nicht angegriffen glauben. Bei den den Vorfällen mit dem Oberlandjäger ist der Tatbestand des§ 211, des versuchten Totschlags erfült. Er ist aber hier nach§ 214 zu bestrafen, denn er entzog sich der Ergreifung durch Schießen. Die Vorfälle mit den Zeugen Willems und Langendorf erfüllen den Tatbestand der vollendeten Nötigung. Der Tatbestand des unbefugten Waffenbesitzes kommt in allen Fällen dazu. Ohne weiteres kommt in zwei Fällen vollendete vorsätzliche Tötung und im Falle Scherer versuchte vorsätzliche Tötung in Frage. Der Angeklagte ist kein Affekttäter, denn er kann sich in erstaunlichem Maße beherrschen. Er besitzt ein überspitztes Kameradschaftsgefühl. hörte, daß seine Kameraden auf dem Höchsten in Not waren, fuhr hinauf. stellte sich in Deckung und schoß. Er ist des Mordes in zwei Fällen und des Mordversuchs in einem Falle außerdem überführt. Ich beantrage deshalb wegen der Berghofener Vorfälle 2 Jahre Gefängnis. wegen Verbrechens in 2 Fällen gegen§ 214 je 6 Jahre Zuchthaus, wegen Mordversuchs 8 Jahre Zuchthaus und wegen Mordes in 2 Fällen die im Gesetz dafür vorgesehene Strafe, außerdem den dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Untersuchungshaft ist anzurechnen. Die Plädoyers der Verteidiger beginnen heute 9.30 Uhr. Der in dem Prozeß vernommene Zeuge Willi Geise, der Bruder des einen Getöteten, teilt mit, daß er weder der KPD. angehört, noch ihr nahesteht. Verantwortlich für Lokales. Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport: Hans Linner. Schwerte(Ruhr). zeitschen Sendet Freitag vormi ttag Sanne Dlauder und Ella Radio rn im ∆ NISN 49-90 „Graf Zeppelin“ wieder in Friedrichshafen Aus Friedrichshafen, 27. April, wird berichtet: Das Luftschiff„Graf Zeppelin“, das um 2,35 Uhr Basel überflogen hatte, erschien um 3.55 Uhr zum ersten Mal über dem Landungsplatz. Es war ein herrlicher Anblick, als das Luftschiff mit dem Scheinwerfer den Platz und den See beleuchtete. Die Landung vollzog sich glatt um 5 Uhr. Die Fahrzeit bis zum ersten Erscheinen des Luftschiffes in Friedrichshafen betrug 96 Stunden 50 Minuten. An Bord befanden sich 14 Passagiere und 130 Kg. Post. Die Schlußanträge des thüringischen Untersuchungsausschusses Der Untersuchungsausschuß, der sich mit Maßnahmen der thüringischen Verwaltung, insbesondere in der Amtszeit des ehemaligen thüringischen Innenministers Dr. Frick befaßt, nahm am Mittwoch die Schlußanträge entgegen. empfiehlt der Untersuchungsausschuß dem Landtage. gegen Dr. Frick Strafantrag wegen Urkundenvernichtung und wegen Verletzung der Eidespflicht zu erstatten, ferner ihn wegen schuldhafter Verletzung der Verfassung und der Gesetze vor dem Staatsgerichtshof anzuklagen. Es hundelte sich hierbei um den Versuch, Hitler durch Anstellung al= Gendarmeriekommissar in Hildburohausen die deutsche Staatsangehörigkeit zu verschaffen. Zu dem Punkt „Durchsetzung der Polizei mit Nationalsozialisten“ empfiehlt der Untersuchungsausschuß dem Landtage, auszusprechen, daß das Verfahren Dr. Fricks nicht dem Gedanken der Lauterkeit der Verwalturg entspricht, weil es die nötige Unparteilichkeit vermissen läßt. Zu Vorgängen in Gotha bei der Festnahme von Nationalsozialisten in der Nacht zum 14. Nov. 1931 empfiehlt der Untersuchungsausschuß dem Landtage, auszuäpregen, daß die Maßnahmen des Polizeidirektors Herfurth und des Kommandos der Schutzpolizei den primitinsten Grundsätzen einer geordneten Verwaltung widerspricht und eine Begünstigung der NSDAP. darstellt, durch die die Teilnehmer eines verbotenen Umzuges der Strafe entzogen worden find. Der Untersuchungsausschuß hält es deshalb für notwendig, die Regierung zu ersuchen, gegen Polizeidirektor Herfurth und Polizeimajor von Brandt, beide in Gotha, das Dienstverfahren einDie abschließende Sitzung findet am Dienstag, den 3. Mai, statt. Das letzte Wort in der Angelegenheit wird jedoch das Landtagsplenum zu sprechen haben. Tehte=Crattnachricter. le Die Vorunungerenserenz Eine englische Stellungnahme Aus Genf, 27. April, wird berichtet: In maßgebenden englischen Kreisen hat man heute abend zu der Lage auf der Abrüstungskonferenz und den Genfer Verhandlungen vor Vertretern der Presse ausführlich Stellung genommen. Es wird erklärt, die unglückliche Erkrankung Tardieus sei tief zu bedauern. Man müsse allerdings allgemein zugeben, daß die Zumutung an Tardieu, kurz vor den Wahlen noch einmal nach Genf zu kommen, für ihn sehr unbequem gewesen sei. Für den Augenblick müsse man sich mit dieser unerwarteten Heimsuchung des Schicksals abfinden. Man nimmt an, daß Tardieu nicht vor dem 8. Mai, dem Tage des zweiten Wahlganges, werde in Genf erscheinen können. Der bisherige schleppende Gang und der starke Zeitverlust auf der Abrüstungskonferenz wird auch in englischen Kreisen sehr bedauert. Man gibt an maßgebender Stelle aber der Auffassung Ausdruck, daß überraschend gute Erfolge erzielt werden könnten, wenn man sich endlich zu einem praktischen und sachlichen Arbeiten entschließen könnte. Eben zu diesem Zweck habe England versucht, in der gleichen Weise auf der Londoner Flottenkonferenz unter den Delegationsführern politische Richtlinien festzusetzen. Ueber die Abrüstungskonferenz im allgemeinen wird erklärt, die in den letzten Tagen geführten Verhandlungen seien sehr aussichtsreich gewesen und würden, wenn sie nicht durch die Erklärung Tardieus unterbrochen worden wären, der Konferenz einen neuen Impuls gegeben haben. Für England liegt naturgemäß das Hauptinteresse an der Abrüstungskonferenz in der Flottenfrage. Es wird darauf hingewiesen, daß England, ohne die Abrüstungskonserenz abzuwarten, in seiner Hauptsache— der Flotte— bereits einen Beitrag zur Abrüstung geliefert habe. Durch die Reise Macdonalds nach Washington sei eine Herabsetzung der Flottenstärke der drei Seemächte angebahnt worden. Enttäuschung herrscht auch in englischen Kreisen über das Zögern Frankreichs, dem Londoner Dreimächtevertrag beizutreten und ihn durch den sich anschließenden Beitritt Italiens zu einem Fünfmächtevertrag zu machen. Die englische Regierung, so wird bei dieser Gelegenheit festgestellt, unternehme seit der Londoner Konferenz ungefähr jeden Monat den Versuch, dieses irgendwie zu erreichen. Leider habe sie damit bisher noch keinen Erfolg gehabt. Es wird in nicht mißzuverstehender Weise angedeutet, sie könne eines Tages genötigt sein, aus Gründen der Sicherheit und des Gleichgewichts auf die im Londoner Abkommen vorgesehenen Möglichkeiten der Verstärkung der Flotte aufmerksam zu machen. Wenn nicht alle Nationen den guten Willen hätten abzurüsten, so könne nicht erwartet werden, daß ein Land allein seine Militärkräfte verringert. Hinsichtlich der Lausanner Konferenz ist man sich auch in englischen Kreisen über die zu überwindenden Schwierigkeiten klar. Man hat aber aus den bisher hier geführten inoffiziellen Besprechungen den Eindruck, daß die großen Probieme mit gutem Willen und gesundem Verstand gelöst werden können. Es handelt sich aber um eine Lösung und nicht um eine Verschiebung dieser Probleme. Ein Aufschub würde keinen Nutzen bringen. Man bekundet in englischen Kreisen die Entschlossenheit, unter Verz'cht auf jede Zwischenlösung eine Regelung von Grund auf vorzunehmen. Es werde hoffentlich möglich sein, daß auch andere Regierungen ihre Oeffentlichkeit über die Notwendigkeiten der Lage und die wohlverstandenen dauernden Interessen der einzelnen Länder aufzuklären. Stimson an Tardien Der amerikanische Botschafter in Paris, Edge, hat eine Nachricht, die der amerikanische Staatssekretär Stimson telephonisch von Genf ihm übermittelt hat, an Ministerpräsident Tardien weitergegeben. In dieser Mitteilung erklärt Stimson, er bedauere sehr, daß er keine Gelegenheit habe, Tardieu wiederzusehen, um mit ihm die Aussprache über die wichtigen Fragen wieder aufzunehmen, die man bereits erörtert habe. Er bedauere, daß sein eigener Gesundheitszustand ihn zwinge, Genf möglichst bald zu verlassen und über das Mittelmeer nach Hause zurückzukehren. Er könne Tardieu die Versicherung geben, daß die amerikanische Delegation in Genf ihr möglichstes tun werde, um die begonnenen Arbeiten in dem Eeiste fortzusetzen, der bei den bisherigen Verhandlungen herrschte. Neuer Vorsitzender des Städtebundes Auf der Tagung des Westfälischen Städtebundes in Bad Oeynhausen wurde Bürgermeister Klein=Soest zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bisheriger Vorsitzender war der in den Ruhestand getretene Bürgermeister Hagedorn-Gronau. Die Lage der Ostchinabahn schen Eisenbahn neben der Flagge der SowjetUnion die Flagge des neuen Mandschustaates gehißt worden, und zwar, wie behauptet werde, auf Weisung der Moskauer Regierung. Diese Tatsache werde in Charbin als erster Schritt der Anerkennung des neuen Mandschustaates durch die Sowjetregierung ausgelegt. SLort Neusel schlägt auch Steele Jeff Dickson hat mit Mac Corkindale richtig kalkuliert. Als der Südafrikaner am Mittwochabend in der Londoner Albert=Halle den Belgier Nokin boxte, war der große Bau ausverkauft. Schon nach der 1. Runde war der Kampf beendet. Nokin gab blutend auf. Corkindale hatte ihn völlig zusammengehämmert und einmal sogar bis „9“ auf den Brettern. Der Wanne=Eickeler Walter Neusel boxte anschließend Eddie Steele. Wieder gefiel der Deutsche; er siegte über 8 Runden klar nach Punkten. Beide Boxer arbeiteten viel links, doch wollte Steele nur die Distanz, während Neusel den Nahkampf suchte. Von der 3. Runde ab war Steele auf dem Rückwege, entging aber geschickt den schwersten Brocken des Deutschen. In der 5. Runde brachte Neusel gute rechte Körpertreffer und links Geraden an. Steele blieb in der Defensive nicht ungeschickt, wurde aber klar geschlagen. Kölner Cfk.— Polizei Chemnitz 3: 5 Der mitteldeutsche Meister, Polizei Chemnitz, hinterließ in Köln vor etwa 4000 Zuschauern den besten Eindruck. Trotz schlechter Bodenverhältnisse boten die Gäste ein schnelles und technisch gutes Spiel und siegten zum Schluß auch verdient mit 5:3, nachdem es bei der Pause unentschieder 3:3 gestanden hatte. Nurmi startet schon am Sonntag wieder Nachdem man zunächst den Erklärungen Edströms gegenüber Pressevertretern keinen rechten Glauben schenken wollte und nicht an eine Aufhebung der Suspendierung Nurmis glaubte, solange nicht die Federation Internationale d'Athletisme, der internationale LeichtathletikVerband, eine ganz offizielle Erklärung abgegeben hatte, hört man nun aus Helsingfors, daß Nurmi am kommenden Sonntag offiziell wieder starten werde. Nurmi wird beim Gau=Geländelauf von Abo u. a. auf Virtanen treffen. Offener Kouflikt zwischen Oberbürgermeister und Stadtverordneten in Saarbrücken Ziegler, S. Freud und Ricarda Huch. Die Verleihung an Gerhart Hauptmann erfolgt aller Wahrscheinlichkeit nach mit Rücksicht darauf, daß der Dichter in diesem Jahre seinen 70. Geburtstag feiert. Nürnberg ehrt den Reichspräsidenten Aus Nürnberg wird berichtet: Der Stadtrat hat in geheimer Sitzung beschlossen, dem Reichspräsidenten von Hindenburg das Ehrenbürgerrecht zu verleihen und die am Gefallenen=Denkmal im Luitpoldheim vorbeiführende SchultheißDer Konflikt zwischen dem Saarbrückener Oberbürgermeister Dr. Neikes und den Parteien volit. Nachrichter führt. In der vorigen Stadtverordnetensitzung hatte Dr. Neikes in seiner Verteidigungsrede Angriffe gegen mehrere Stadtverordnete gerichtet, die von den Betroffenen teils sofort, teils später in der Presse zurückgewiesen wurden. Am Dienstag nahm der ebenfalls von dem Oberbürgermeister angegriffene Landtagsabgeordnete Hillenbrand(Zentr.) in dieser Angelegenheit das Wort, um auch seinerseits die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Postenjägerei zurückzuweisen. Er forderte für sich und die anderen Angegriffenen die Zurücknahme der ehrenrührigen Behauptung. Als der Oberbürgermeister dies ablehnte. verließen Zentrum, Sozialdemokraten und Kommunisten sowie die Wirtschaftspartei den Sitzungssaal, so daß die Versammlung beschlußunfähig wurde. Unerhörte Ausschreitungen der litauischen wahlpropaganda Zu unerhörten Ausschreitungen der litauischen Wah' propaganda kam es nachts in ganz Memel. Große Trupps großlitauischer Burschen durchzogen mit Plakaten und Wahlaufrufen die Straßen, klebten an alle Häuser und auch an die öffentlichen Gebäude Plakate mit litauischen Aufrufen an und verschonten damit nicht einmal die Denkmäler. Doch begnügte man sich keineswegs damit, sondern besudelte auch in verschiedenen Straßen die Hauswände mit Teer und beklebte die Fenster mit Plakaten. Besonders hatte man es auf das Gebäude des„Memeler Dampfboots" abgesehen. Die Polizeibeamten, die den Ausschreitungen entgegentreten wollten, wurden mit Waffengewalt bedroht und mußten sich zurückziehen. In ganz Memel herrscht angesichts dieser Vorgänge eine starke Erregung. Gerhart hauptmann erhält den Goethepreis 1932 Das Kuratorium für die Verleihung des Goethepreises der Stadt Frankfurt=Main hat beschlossen, den Goethepreis 1932 Gerhart mann zu verleihen. Der Preis beträgt wie alljährlich 10000 RM. Die bisherigen Preisträger waren Stefan George, Albert Schweitzer, Leopold Allee Hindenburg=Allee zu benennen. Der Reichspräsident hat in einem persönlichen Schreiben an Oberbürgermeister Dr. Luppe die ihm zugedachten Ehrungen mit Dank angenommen. Gleichzeitig hat der Stadtrat beschlossen, zur Erinnerung an den verstorbenen ersten Reichspräsidenten den Wodan=Platz in Friedrich=Ebert=Platz umzubenennen. Deutsche Einladung an die tschechoslowakische Regierung zu Wirtschaftsbesprechungen Das deutsche auswärtige Amt hat die tschechoslowakische Regierung eingeladen, Vertreter nach Berlin zu entsenden, um, wie im März bereits vorgesehen, die Besprechungen über wirtschaftliche Fragen wieder aufzunehmen. Es handelt sich dabei insbesondere um die Hopfeneinfuhr. Ein Sensations-Prozeß in Honoluln Von links nach rechts: Nobert Bell, der Bruder von Mro. Fortescue: Mro. Fortescue: Mro. Thomas Massie, die Tochter von Frau Fortescue, und Leutnant Massie. In Honoluln(Hawai) erwartet man, ebenso wie in den Vereinigten Stagten, mit Spannung den Ausgang des sensationellen Totschlagsprozesses, in dem 2 amerikanische Stuusburger, der Me rine=Leutnant Massie und seine Schwiegermutter. Mrs. Fortescue. unter Anklage stehen. Sie haben in Gemeinschaft mit 2 Matrosen den Eingeborenen Kahahawat umgebracht, um die Ehre, von Erau Massie zu rächen, der von mehreren Eingeborenen, darunter Kahahawai. Gewalt andeinn wulde. Nachdem Frau Fortescue zuerst behauptete, die Tat allein begangen zu vant Masie die Geschworenen mit der Erslsärugge, er bobe in viznzipieller, Bedeutung für die Auswirrung den tödlichen Schuß abgegeben. Der Prozeß ist von prinzivieller Bedeutung für die Auseinandersetzungen zwischen den Weihen und den Eingeborenen. Zu Verhaftungen ukrainischer Studenten und Studentinnen in Posen behaupten die Blätter, die Polizei habe bei Haussuchungen Höllenmaschinen, Explosivstoffe, Revolver und Munition entdeckt und einen Schriftwechsel gefunden. der darauf hindeutet, daß die Studentengruppe der ukrainischen Militärorganisation angehöre. Es soll sich um eine ausgesprochene Terrorgruppe handeln, die engste Beziehungen zu Lemberg unterhalten habe. Insgesamt seien 24 Studenten und 6 Studentinnen festgenommen worden. Drewitz wieder Vorsitzender der Wirtschaftspartei Wie das Nachrichtenbüro des B93. meldet, wird erst jetzt bekannt, daß der Reichsausschuß der Wirtschaftspartei einstimmig den Reichstagsabgeordneten Drewitz wieder zum Vorsitzenden der Wirtschaftspartei gewählt hat. Drewitz hatte seinerzeit sein Amt als Parteivorsitzender niedergelegt im Zusammenhang mit persönlichen Angriffen, die gegen ihn gerichtet waren. Nach der gerichtlichen Klärung dieser Vorgänge haben die maßgebenden Parteiinstanzen keinen Anlaß gesehen, Drewitz nicht wieder mit dem Parteivorsitz zu betrauen. Die Führung der Reichstagsfraktion behält der Abgeordnete Mollath. Der zwischenzeitliche Parteiführer Dr. Bredt ist noch immer leidend. Neue Einfuhrzölle in Irland Die neue Zolliste des irischen Freistaates sieht außer für Kleidungsstücke hohe Abgaben auch für Wollstoffe, Wolle und Kammgarne sowie für Hüte und Hemden vor. Aufgabe des Goldstandards in Griechenland Die griechische Kammer und der Senat haben das Gesetz über die Aufgabe des Goldstandards angenommen. Unruhen in Spanien Journal meldet aus Madrid, daß zahlreiche terroristische Akte in verschiedenen Gegenden Spaniens zu verzeichnen seien. In Vairin(Provinz Orense) habe die Bevölkerung gegen den Gemeinderat manifestiert. Beim Eingreifen der Polizei seien zwei Manifestanten getötet und ein Polizist verletzt worden. In Barcelona sei in einer Webstoffabrik eine Bombe explodiert, die beträchtlichen Schaden angerichtet habe In Malaga hätten Streikende das Rathaus angegriffen und mehrere Geschäftshäufer geplündert.„In Valencia, Bilbao und Burgos, sezen gieaugfauts schwere Unruhen vorgekommen In cnemona hät, ten verschiedene Personen versucht, ein Kloster in Brand zu stecken. Nr. 99(Drittes Blatt) Beim Einkauf von 1.- Nk. ein Goldfisch gratis, von 3.-Mk. an ein Glas dazuWir machen die Reklame-Woche zum Ausdruck einer Spar-Epoche Weil es nohwendig ist, weil Sie auf kleine Preise warten, weil die gesunkene Kaufkraft es so verlangt. Nichts sollen Sie entbehren, sich alles kaufen können was für Frühjahr und Sommer noch nohwendig ist. Prüfen Sie die Angebote, bestimmen Sie Ihre Preislage, Sie finden was Sie suchen und sparen Geld. Beginn: Freitag, den 29. April ANGEBOTE BIS 2U 1 Mk. 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