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Abonnements=Preis: pro Quartal mit„Familienfreund“ 1 Mark 20 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags.

Anzeigen und Bekanntmachungen aller Art werden mit 10 Pfg­die sechsspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet.

Redaction, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte.

M. 78.

Mittwoch, 29.

Sosmsemems uum gremsrssimmens

Mit dem 1. Oktober er. beginnt ein neues uartal der

Schwerter Zeitung.

dieselbe wird auch fernerhin eine kurz und ver­indlich gehaltene Uebersicht der politischen und kovinziellen Tagesneuigkeiten bringen und sich die sörderung der lokalen Interessen angelegen sein ssen— in letzterer Hinsicht bitten wir unsere dergewandten Freunde auch um ihre sernere Unter­sitzung; dadurch, daß die„Schwerter Zeitung" auch gewerblicher und landwirtschaftlicher Beziehung sitzliche Winke giebt, sucht sie auch nach dieser Seite ch unentbehrlich zu machen Für gute Unterhaltung an den kommenden Pinter=Abenden wird der

„Jamilienfreund“

ach besten Kräften beitragen.

Indem wir solchergestalt Alles aufbieten, hoffen sir, daß die Gunst des Publikums auch bei diesem uartalwechsel durch

zahlreiche Neubestellungen

ch bethätigen wird und soll jedem neuen Abonnenten r Anfang der höchst spannenden und wechselvollen sovelle:„Jenseits des Oceans,“ so weit der sorrat reicht, gratis nachgeliefert werden.

Inserate

den bei der sehr bedeutenden Leserzahl in weiter unde fast von Haus zu Haus Verbreitung.

Verlag der Schwerter

Deutsches Reich.

Der Kaiser ist mit dem bereits bekannten Ge­lge Sonntag Abend 9½ Uhr nach Baden=Baden bgereist. Nachmittags hatte der Kaiser noch eine onferenz mit dem Kultusminister.

Das kronprinzliche Paar wird sich heute Aben), 8. September, umgeben von allen Kindern nach siel begeben, um daselbst seinen zweiten Sohn, den rinzen Heinrich bei dessen Rückkehr von seiner sten großen Seereise zu empfangen. Die ge­ckte Korvette„Prinz Adalbert“, auf welcher rinz Heinrich nach Deutschland zurückkehrt, wird m Kapitän zur See, Mac Lean, kommandiert. as Schiff führt 12 Geschütze und beträgt die Be­

satzungsstärke reichlich 400 Mann. Die Korvette, welche Mitte der siebziger Jahre erbaut, zunächst nur zu Probefahrten benutzt wurde, legt mit der gegenwärtigen Weltumseglungstour, ihre erste„große Reise“ zurück. Sie dient auf derselben als Seeka­dettenschulschiff und führt 32 Seekadetten an Bord (ursprünglich 33, von denen jedoch einer unterwege verstarb.) Am 1. Oktober 1878 in Dienst gestellt, verließ der„Prinz Adalbert“ am 14 desselben Monats den Kieler Hafen, ging durch den großen Belt und um Skagen herum und legte zunächst Ply mouth an, berührte darauf Madeira und die Kap­verdischen Inseln und wandte sich dann, westlichen Kurs einsetzend, zu den Küsten Südamerikas. An der Ostküste dieses Weltteiles lief die Korvette zunächst Montivideo an, ging sodann durch die Magellan­straße, die dort befindliche Kolonie Punta Arena an­laufend, uno wandte sich, in den Stillen Ozean ge­kommen, nordwärts nach Valparaiso, hierauf die Küsten­städte Ipuique und Callao berührend, ging sodann bis Panama und Acapulco hinauf, und richtete ihren Kurs auf die Sandwichs Inseln, im Hafen des Hauptoltes derselben, Honolulu, Anker werfend. Von hier aus ging es weiter nach dem japanischen Insellande, wo zunächst der Stadt Yokohama und darauf Hakodate ein Besuch abgestattet wurde. Von letzterem Hafen aus machte der„Prinz Adalbert“ einen Abstecher nach der auf dem Festlande von Asien gelegenen russischen Besitzung Wladiwostock, ging sodann nach Yokohama zurück und berührte weiter Cobe, Nagasaki und einige andere japanesische Hafenplätze, worauf er abermals nach Yokohama zurück­ging. Von hier aus wurde die Rückreise angetreten; zunächst die chinesischen Hafenplätze Changhai, Wusung und Hongkong berührend, begab sich das Schiff nach Singapur, lief an der afrikanischen Ostküste den Hafen Simonstown an, ging von hier nach der Kapstadt, berührte die Insel St. Helena, die Cap­verdischen Inseln und den Hafenort Ferrol in Spanien und lief am 17. d. Mts. wohlbehalten in Plymouth ein, von wo es seine Weiterreise nach Kiel am 21. d. antrat.

Kaiser Wilhelm brachte in Erfahrung, daß der Sultan für sein Leben gern Forellen ist und schickte ihm 100 Forellen nebst Eiern und kleinen Forellen aus deutschen Brutanstalten. Die Forellen kamen glücklich an und der Sultan schickte dem Kaiser als Gegengeschenk 10 prachtvolle arabische Pferde.

Jenseits des Oceans.

Von Otto Werner.

(4. Fortsetzung.)

7. Kapitel.

Ein nächtlicher Angriff.

Waltenberg gab sich den weitgehendsten Hoff­ingen hin. Er hatte mit Renard bereits den Plan s Auge gefaßt, dem Flusse, der einige Meilen ab­sirts in hohen Katarakten der Schiffahrt ein unüber­dliches Hindernis tot, ein anderes Bett zu graben. er Fluß wand sich in unzähligen Schlangen­

fndungen dahin und Waltenberg hatte nach langem peschen einen Punkt gefunden, an dem zwei solcher legungen sich bis auf fast tausend Schritte einander herten. Diese Biegungen gedachte Waltenberg durch nen geraden Kanal mit einander zu verbinden. m Geiste sah er schon große Kahnladungen wohl­frachtet mit dem Strome treibend an sich vorüber­hen.

Renurd warnte vor zu großer Sorglosigkeit in ezug auf die Sicherheit der Ansiedlung. Auf seinen ntrieb wurden vornehmlich die Sicherheitsmaßregeln sit Strenge aufrecht erhalten.

Nur zu balo erwies sich die Notwendigkeit eser Vorsicht. In einer Nacht, die einem Tage In besonderer drückender Schwüle gefolgt war, breckte plötzlich ein Schuß, dem bald ein zweiter lgte, das verabredete Signal, die Schläfer jäh aus rer Ruhe. Schnell hatte ein Jeder seine Waffe griffen und war an den schon früher ihm für esen Fall angewiesenen Platz der äußeren Palli­denumkleidung geeilt.

Zahlreiche Gestalten sahen die Verteidiger im albdunkel der Nacht auftauchen und sich geräusch­sen Schrittes den Umzäumungen nähern. Von nem Strauch zum andern sich duckend, hier und da it schnellen Sätzen über offene Flächen huschend,

men die Angreifenden, ohne einen Laut zu äußern, schritt für Schritt der Ansiedlung näher.

Waltenberg hatte nicht umsonst dem Heere seines aterlandes mehrere Jahre angehört. Die allgemeine ehrpflicht, die schon seit Jahrzehnten in Deutschland rrichte, hat den meisten Angehörigen der Deutschen ation einen gewissen Sinn für militärische Taktik izubringen und allmählich anzueignen gewußt— eser Umstand kam auch hier den Verteidigern außer­dentlich zu Gute. Waltenberg hatte auch nicht

versäumt, wohl wissend, wie sehr Disziplin die wahre Siegerin einer Schlacht ist, seine Leute von Zeit zu Zeit durch kleine Uebungen vorzubereiten. In diesem kritischen Moment zeigte es sich, wie sehr eine ver: ständige Taktik hier am Platze war.

Die Kolonisten, einfache Landleute von Hause aus, welche teilweise wohl schon im väterlichen Heere gedient, im Uebrigen aber selten oder nie einer ernst­lichen Gefahr ins Auge geschaut hatten, bewiesen eine bewundernswerte Ruhe, die selbst durch das Plötzliche, das Ueberraschende des Angriffes nicht erschüttert worden war. Sie hatten eben ein volles Zutrauen zu ihrem Führer, sie fühlten instinktiv, daß in seiner Hand die größte Sicherheit, der beste Schutz für sie selbst lag. Schweigend mit ihren vor­trefflichen doppelläufigen Waffen im Anschlage liegend, hairten sie gespannten Sinnes des kommenden Kom­mandos.

Die Indianer, welche erwartet hatten, unbeachtet dem kleinen Fort sich nähern zu können, um dann nach ihrer Art mit einem plötzlich ausgestoßenen wilden Geheul in das Innere der Wohnungen stürzend, die arglos Schlummernden ohne ernstliche Widerstand niedermachen zu können, waren von der seitens der Ansiedler aufgestellten aufmerksamen Wache bereits bemerkt worden, als das Plätschern der den Fluß durchwatenden Pferde der Angreifenden ihre Gegen wart verraten hatte. Ohne dieses von den Indianern nicht sorgfältig genug vermiedene Geräusch wäre ihnen ihr teuflischer Plan doch wohl geglückt.

Die ganze Horde stutzte, als der zweimal aus­leuchtende Feuerstrahl und die unfern von ihnen hörbar auf das Gestein aufschlagende Kugel ihnen bewiesen, daß die erste Hälfte des Angriffsplanes bereits vereitelt sei.

Mit katzenartiger Geschmeidigkeit hatten sie sich von ihren Pferden gleiten lassen, um alsbald nach links und rechts hin sich ausbreitend, um das ganze Fort einen Kreis zu bilden und letzteres zu umringen.

Ein Zeitraum von einer halben Stunde verstrich dann, ohne daß sie eine weitere feindliche Absicht hätten bemerkbar werden lassen. Jedenfalls war ihnen das stille ruhige Verhalten der Mannschaft aufgestoßen.

In der That stand der Häuptling, Namens Ureumst, ratlos da. Die dem Comantchenstamme angehörende Truppe verhielt sich regungslos. Sie waren gewohnt, bei ähnlichen Gelegenheiten seitens

September 1880. 13. Jahrgang.

K

Der Finanzminister Bitter in Berlin, 67 Jahre alt, hat sich dieser Tage mit Fräulein Clara Nerenz, 37 Jahre alt, verheiratet. Erst vor fünf Tagen hat die formelle Verlobung stattgefunden, trotzdem eine gemeinsame Liebe zur Musik die beiden genannten Persönlichkeiten schon seit lange und viel zusammen­geführt hat. Es hat unter diesen Umständen auch eines königlichen Dispenses von Einhaltung der sonst vorgeschriebenen Frist für diese Vermählung bedurft.

Prinz Heinrich von Hanau, in seinem Vaterland Hessen der„Vogler“ genannt, der schon in den Tagen der Regentenherrlichkeit seines Vaters in Leipzig mit der ansehnlichen Summe von 400,000 Gulben in Konkurs geriet, die ein geschickter Advokat auf die Hälfte herunterhandelte, und wovon der Kurfürst von Hessen die andere Hälfte deckte, hat sich von Prag, seinem bisherigen Domizil, aus dem Staube gemacht. Die hinterlassenen Schulden be­laufen sich auf mehr als eine halbe Million; Schul­den, die entstanden sind durch die Schrullen seiner Mutter, die in ihm die Hoffnung nährte, daß der Sohn den Thron seiner Väter wieder besteigen müsse. Der Prinz mochte seine Hoffnung auf eine „gute Partie“, gesetzt haben— aber eine ganze Anzahl Körbe nahm er mit heim. Erst war es eine Tochter des unglücklichen, heimgegangenen Königs von Hannover, die seine Liebe weckte, dann hoffte er der Schwager des Königs von Spanien zu werden, doch die Prinzessin Bianca von Orleans lehnte ab, nun trat er mit dem Fürsten von Bulgarien in die Schranken und warb um die Tochter des Fürsten Jusupoff; ebenfalls abgewiesen, setzte er seine Wer­bungen in Prag in den gräflichen Häusern Kaunitz und Nostiz fort, um sich zoei weitere Körde zu den übrigen zu holen. Jetzt geht der Prinz in Ostende spazieren— und seine Gläubiger haben das Nach­sehen.

Im Krieg und Frieden kommt gar viel auf die Geschwindigkeit und auf die„affenartige Behendigkeit“ an. Nicht nur bei den Soldaten, die schon manche Schlacht mit den Beinen d. h. mit Geschwindmärschen gewonnen haben, sondern auch bei den Kriegsschiffen. Der„Große Kurfürst“, das schwere deutsche Panzer­schiff, liegt im Kanal, wo er am tiefsten ist, und man will keine neuen Panzerkolosse mehr bauen, sondern kleinere Panzerfahrzeuge von der allergrößten Geschwindigkeit bis zu 20 Seemeilen in der Stunde; jedes soll nur zwei Geschütze, aber 1500 Pfünder

der Angegriffenen sofort den Kampf eröffnen zu sehen, sobald sie nur in den Gesichtskreis derselben gekommen waren. Die rätselhafte Stille beunruhigte sie.

Ureumsi schickte seinen Bruder ab, die Anzahl der von den Kolonisten sichtbaren Köpfe zu zählen. Schweigend gehorchte der letztere. Sämtliche in seinem Köcher sich befindenden Pfeile nahm er in die rechte Hand, um lautlos sich rings um das Fort bewegend, beim jedesmaligen Erblicken eines Kopfes einen Pfeil aus der Rechten in die Linke zu drücken.

Nachdem er wieder nach Vollendung des Kreises auf Ureumsi gestoßen war, zeigte er diesem die Anzahl der Pfeile, welche sich in der linken Hand befanden.

Der Comaatchen=Häuptling lachte höhnisch auf. Es waren der Pfeile nicht einmal ein volles Dutzend.

Ein langgezogener Laut ertönte aus einem Büf­felhorn, ein markerschütterndes Schlachtgeheul unter­brach die Stille der Nacht— Feuer! erschallte ein klares durchdringendes Kommando aus dem Munde Waltenbergs, das Donnern von zehn zugleich ab­gegebenen Schüssen machte den wilden Schlachtruf für einen Augenblick verstummen— für einen Mo­ment nur— und mit wüstem Lärm versuchte die Schaar, mit Hülfe der in das Holz hineingehauenen Tomahawcs die oben stellen Pallisadenwände zu er­klimmen.

Die letzteren waren im Zickzack derart angelegt, daß an den vorsprindenden Winkeln Erdböschungen ausgeworfen waren, auf denen je ein Mann seinen Verteidigungsposten eingenommen hatte. Den Ver­teidigern war die Abwehr des Angriffes dadurch erleichtert. Der Angreifer gab ihnen bei dem Ver­suche, die hohen Wälle zu erklimmen, die Seite als Blöße. Letztere bot durch die eng aneinandergereihte Körperreihe der Anstürmenden ein unfehlbares Ziel­objekt.

Bald zeigte sich die furchtbare Wirkung des von den Kolonisten nunmehr eröffneten Schnellfeuers Verderbenbringend schlugen die Kugeln in die dichten Massen, oft sogar zwei Angreifer zugleich nieder­streckend.

Immer wieder purzelten die Körper der Indianer, welche glaubten, die unbesetzten Winkel der Pallisaden zum ehesten überklettern zu können, und sich mühsam, unterstützt von den Kameraden, auf den oberen Rano geschwungen hatten, von einer unbarmherzigen Kugel getroffen, zurück, bis die Uebriggebliebenen, endlich

erhalten. Die Geschütze dieser Fahrzeuge sollen in einen drehbaren, schwergepanzerten Turm auf dem Verdeck gestellt werden und das Fahrzeug so niedrigen Bord haben, daß es nicht hoch über das Wasser ragt und bei seiner großen Schnelligkeit und Lenk­samkeit nur schwer zu treffen ist. Man hoffte über­dies 6—8 solcher Fahrzeuge für dasselbe Geld her­zustellen wie für einen neuen Kurfürsten

In Halberstadt hat der Major v. Willich seinen Obersten v. Osten, Kommandeur des dort garniso­nierenden Kürasster=Regiments, im Duell totgeschossen.

Lasker hat mit den großen Städten im letzten Jahre Unglück gehabt: Breslau, Frankfurt und Magde­burg haben ihn bei den Wahlen durchfallen lassen. Er findet die Temperatur unangenehm und geht nach Italien.

Der reiche schlesische Graf Henkel von Donners­marck hatte neulich den russischen Thronfolger zu einer Jagd auf seinem Gute Klobedezko in Polen eingeladen, aber ein paar Tage vor dem Eintreffen des Prinzen ging das große Schloß in Flammen auf und brannte vollständig nieder. Man will wissen, daß unter den russischen Arbeitern, die der Graf zum Anbau des Schlosses aus Petersburg hatte kommen lassen, Nihi­listen gewesen wären, welche die Balken und Wände mit Petroleum bestrichen hätten.

Das Wasser läuft einem im Munde zusammen, wenn man vom Pfälzer Städtchen Freudenstadt liest, daß die 1420 Bürger keinen Heller Umlagen und Steuern bezahlen, sondern voriges Jahr sogar bare 80,000 Mk. unter sich geteilt haben. Das macht, das glückliche Städtchen besitzt durch uralte Schenkung einen prächtigen Wald von etwa 8000 Morgen und saftige Wiesen und löst daraus 200—300,000 Mk. Reingewinn. Jeder Bürger bekommt Brenn= und Bauholz und Streu umsonst und 50—60 Mark in Barem.

Am 27. September waren es 10 Jahre, daß Straßburg kapituliert hat und wieder deutsch geworden ist, nachdem es seit dem 30. September 1681 in den Handen der Franzosen war.

Die Elsasser klagen, Deutschland habe ihnen die Branntweinpest gebracht. Aus Norddeutschland wird ungeheuer viel Kartoffelschnaps eingeführt, die Leute kaufen und trinken ihn, weil er billig ist und werden Schnapssäufer.

In Baiern wird über die Hagelschläge genau Buch geführt. Die meisten und schwersten Hagelschläge

das Vergebliche ihres Beginnens einsehend, entsetzt in das schützende Dunkel der Nacht zurückflüchteten.

Schnaubend vor Wut hatte Ureumsi das Miß­lingen des Angriffes beobachtet. Mit trotzigem Ent­schlusse stellte er sich an die Spitze einer kleinen um ihn sich sammelnden Schaar, gebieterisch erhob er seinen Tomahawc und stürzte sich, brüllend denselben in schnellen Schlägen um seinen Kopf wirbelnd, ge­folgt von den fanatisierten Seinen, mit hastigen Sätzen auf den nächstgelegenen Punkt des schon so blutig verteidigten Walles.

Er hoffte durch einen„konzentrischen Vorstoß", mit welchem Ausdrucke unsere moderne Strategie diesen letzten verzweifelnden Schritt des Häuptlings bezeichnet hätte, den Feind vielleicht noch überraschen und seine Verteidigungslinie durchbrechen zu können.

Waltenberg hatte unter Anführung Renards einen kleinen Trupp, aus den zuverlässigsten seiner Leute bestehend, Reserve für den äußersten Notfall zurückbehalten. Diese, die bisher ungeduldige Zeugen des Kampfes gewesen waren, griffen mit ungeschwächter Kraft und verdoppeltem Eifer in den Kampf ein. Die von Ureumsi angeführte, dicht gedrängt heran­stürzende Horde wurde mit diesem Hülfscorps mit einem verhe renden Feuer empfangen.

fänglich blieb desselbe ohne rechte Wirkung. Wohl wälzten sich eine ganze Anzahl Getroffener in ihrem Blute auf der Erde, dennoch gingen die Comantchen mit einer wahrhaft bewundernswerten Hartnäckigkeit ans Werk, über die Körper ihrer ver­wundet am Boden liegenden, ächzenden und stöhnen­den Kameraden hinweg die Pallisaden zu erklimmen, in ihrer Kampfeswut selbst auf die Schultern Anderer steigend, um, den oberen Rand mit ihren Händen erfassend und sich rittlings auf denselben zu schwingen.

Die Wenigen, denen es gelang, sich hinaufzu­schwingen, riß aber ebenso regelmäßig eine aus nächster Nähe abgegebene Kugel von ihrem eroberten Platze herunter.

Die furchtbare Wirkung der Hinterlader zeigte sich auch hier. Die Indianer, welche selbst noch selten im Besitze eines„Feuerrohrs" waren, standen diesem neuesten Verteidigungsmittel verdutzt gegenüber. Sie glaubten nicht anders, als daß aus derselben ihre Gegner in ununterbrochener Folge das verderben­dringende Blei ihnen entgegenzusenden vermöchten.

Als jetzt Ureumsi selbst getroffen niedersank, erfaßte Furcht die Uebrigen, laut schreiend und wilde