Dr. 519.(Dorgen-Ausgabe.

Gerstahtenin Jal Mari Moriin(erlin) wendet lsich gegen

di für Munner und Frauen desteheade doppelt# Wora1

Als svondurtiger Gegner tritt der Unsittlichten das deutiche Mutter­tum engigen Sue worden lagen. De spricht wieber mal eins alte

Jungier mit dußerischen Ueberteizung Widerspruch.#be# vlauben Sie mit es in der bittere Semmer unseres Bolte: der Frauen in diesen Rampf dineintreidt. Beisall Piarter Rausel bailt auf Oruns Jeiner in Breslan ge­len Eslahrungen eine alsbeldige Berschärtung der Straf­gpieze für unbedingt notwendig

Due Roselutton detr Kosernierung wird nahezu einstimmig die Auregung auf Einsetzung parlamenieriscer

Geamillisnen einsimmig angrusmmen.

In der Nachmittogssttzung reterierte zunüchn Dieterich v. Oerden=Jodlendort über das Theme

Ein PIIc ins moderne T deater.

Das Thooter, so führt Redner etwa aus, ist so recht eigentlich

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unsere Buh­erer Abwart:

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sondern auch die Stadt.

Neu seht, und Theaterstucke. Instinkt des Berliner Großstadt­machen ihren Rundgang durch der teilt die Theater in vier Gruppen ein. rechnet er die großen Hofdühnen und eine ipatbühnen, die das klalstiche Dramo pflegen. gegen sie in nichts zu sagen. Zur zweiten gehoren Bühnen ersten Ranges, die das sog.„moderne slegen und die der Etbil insotern vollig indisserent gegen­

eis sie neden guten Stücken auch die widerlichsten Obe­

auffuhren. Die typischen Vertreter dieler Richtung erlin das Deutsche das Lessing=, das Kleine und des Tpeater; ihr Hauptlieferant in Sndermann, über dessen tuck„Das Blumendool“, ein Krutiler schrieb. es sei die dung der Macht der Geilheil, worauf ein andeter er­

Ledenskraft; die Personen aber, die in diesem Stucke agleten, sind ch Erzeugnisse und Produkte einer Gedirnpa#aluse.“ Das ist, wie in Stücken dieser Art der Ebedruch behandelt wird nicht als ein Frevel. sondern als ein lustiger Sport. Welch ein Unterschied in der Art der Prodleme, die vor 40 und 5 Johren und die heute auf der Bühne behandett werden! Ich erinnere mich. daß damals u. a. ein Studk aufgeführt wurde, das den versang­lichen Namen trug:„Das verrufene Haus.“ Gewiß es sand sich auch manches Bedenkliche drin. aber schließlich ging

das Ganze doch hinans auf eine patdetische Deklamation. voz wadre Liede nur am Traualter zu finden sei.

lieder solche Spießbürgerlichteiten ist man heute weit hinaus.

Früder kriegten sich am Schluß die Liedenden; heute fängt die

dramatische Entwickelung meistens gleich mit dem ehebrecherischen Verdaltnis an. Zur dritten Gruppe rechnet Redner die

Theater, die a#bsichtlich und bewußl aus der Zote und aus dem Chedruch ein Gewerde machen; in Berlin sind das vorneymlich das Residenz. und das Metropottheater Stucke wie„Die Herren ron Marim“ oder„Herkulespillen“ müssen verodezu als der Gip#el der Schamlosigkeit bezeichnet werden. Besteht doch die Pointe de letzt­genannten Stückes derin, daß einem Arzte ohne Wissen Pillen ein­

#e den Geschlechtstried reizen. Das trostliche##t dabei die in solche Stücke geben überhaupt nichte mehr

fuhrungen der vierten und letzten Gruppe den Radaretts und den Tingeltangeln. Zum Schluß dehandelt Redner die Frage was gegenuber diesen trostlosen Zuständen auf dem Gedietie der Theaterwesens zu tun sei. Es wurde salsch sein, mit den

tisten das Theater einsach als ein rettungslos dem Teufel ver

fallenes Gediet anzusehen, das man einfach zu meiden hade. Neben dem guten Beispiele das staatliche und städtische Theater geben sollten, könnte auch die Seldsbilfe viel Gutes wirken. Jedes Volk so könne man sagen, hat das Theater, das es verdient.(Led­hafter Veisall.)

In der Tiskussion weist Pfarrer Liz. Weder gleichfalle das Mittel der Selbsthilfe din. Man solle solche sittenlose Stücke einfach niederpseisen. In Kassel habe man das in einem de­stimmten Falle mit gutem und dauerndem Erfolge getan.

Der zweite Reserent behandelt die Frage

„Geschlechtsieden und Dichtung.“

Da der Reserent. Pros. Bartels=Weimar, durch Krankheit am Erscheinen verhindert ist, so gelangt sein Reserat zur Verleiun Es geht von der Tatsache aus, daß auch in der Dichtung das Beschlechtsleden und die Geschlechtsliede eine große Rolle spielt. seldst die Bidel enthält im Hohen Lied Salomonis eine Dar­stellung der Liede als eines brünstigen Verlangens. Ader sich bei Beurteilung dieser Dinge fragen, wie sie dargestellt werden. Ein wahrer Kunstler und Dichter wird alles, war dem Geschlechtzleden zusammenhängt, nur notgedrungen, dis zu einer bestimmten Grenze. und in jedem Falle mit der größten Reserve und Dezenz, wenn nicht gar mit einer Adschreckungstenden; darstellen. Sittenprediger sind die Dichter und Künstter nicht aber sie sind sittlich durchgebildete Männer, die wissen, daß er auf diesem Gediete eine Verantwortung daß es auch eine gewisse

ästdetisch=künstlerische Grenze gidt, die nicht überschritten werden darf. Das Schicksal Greichens im„Faust“ ist ganz gewiß die Geschichte einer Verführung; wer aber die keusche Größe dieser Dichtung nicht empfindet, der mag ein braver Mensch sein aber die Poesie ist ihm ein Buch mit sieden Siegeln. Wer aber— wie es in der„modernen" Litteratur so vielfach geschieht— das Ge­schlechtliche anders darstellt, der mag im großen Publikum noch so viel Zulauf finden— ein wirkliches Talent ist er nicht. Rese­rent weist dies an einer langen Reihe von Stichproben aus Werken von Sudermann, Kiara Biedig. Gustav Frenssen Hilligenlei) und namentlich auch aus dem Werke Tagedu einer Verlorenen“ nach.„Das Geschlechtsleben“— darauf läuft das Referat aus—„darf in Dichtungen dargestellt werden ader nur soweit es zur Gewinnung eines richtigen Welt= und Menschendildes absolut notwendig ist, und immer so. Phantasie nicht reizt."(Ledh. Beisall)

Damit schließt die Konserenz. Morgen findet noch eine ge­schlossene(nicht=öffentliche Delegiertensitzung, heute abend eine öffentliche Volksversammlung statt, in der die Bedeutung der herauwachsenden Jugend fürs Vaterland und einer guten Erziehung der Jugend dargelegt

Mäußer, 16. Otteber.

Der Winstbersoums eröffnet seine diesjährige Winter­

latigkent mit einer großzen disentlichen Bersammlung. die am Samstag den 27. d. M. Kattfinden soll. Näheres dernder wird noch bekannt gegeden, doch sei schon jetzt darauf dingewiesen daß die Herren Neichstagtadgeorduster Gryberger aus Berlin des Verhandes der Windldorstbunds Deutsch­ands Dr. Scharmitel aus Roln als Redner gewonnen Aud.

so daß die Versammlung recht interessaut zu werden verspricht. eeder. Beriammiun a1 fürie: Woch ans mi Mücklicht auf bie morgen abend stattfindende Versammlung des Zentrums=Wadlkomtteet Die Uedungsabende deginnen in der beschlossenen Weise am ##..# w. den 31. d N., als regelmötzige Miigliederversamm­

* Kaiser Wildelm Spende, Stiftung für Alters. renten und Kapitalversicherung. Die Kaiser Wilhelm=

Spende allgemeine deutsche Stiftung für Altersrenten=Versicherung. umann denugt werden, der in der Lage ist. durch sen zur Gewinnung von Reuten sein Alter sicher Die Kaiser Wilhelm=Spende in zu diesem Zwecke Kaiser Wildelm gestiftet in also eine Stiftung. jeden der größten Sicherheit noch besondere erbedliche t. Dieselbe Rehi jedem offen, wirkt selbstlos und und laßt die gewonnenen Ueberschusse den Mitgliedern der Reute zugute kommen.— Die levenelängliche u der Regel im Alter von 55 Jahren.— Jefrüher lagen gemacht werden, desto höher ist die Reute oder nach Wahl das Kapttal. z. B.: Eine Dame. 28 Jahre alt, legt 3000 Mf. ein und erhalt. 55 Jahre alt, eine jährliche Rente von 750 Mark. oder nach Wadl das entsprechende Kapital.— Bei der ersten Ein­lage ist nur ein amtlicher Geburtsschein vorzulegen.— Eine Zahl­stelle dehindet sich in Münster i. W. Hochstraße 17. die Herr Steuerinspekter Quinke verwaltet, welcher auf Wunsch

nadere Auskunst erteilt.

O Millialanwärter in der Aeichspesl- und Telegraphen. verwattung. Nach dem Stande vom 1. April 1905 gab es unter 51 8831 angestellten mittleren Beamten der Reichspost- und Tele­graphenverwaltung 13 855 Millläranwärter. Im Unterdeamten­

dienst kamen auf 92 600 Zlvilanwärter nur 5729 Miltihkanwärter.

∆ Der Fernsprechverkehr des Ortssernspeechnepze# Westt.) mit 2. Friedbeig(Heisen, Wangeroog. Peine, Westermarsch. Dorheim(Wetteram, Jauerdach=

Rapita

Rente

Großer=Krug.

Ockstadt Bechtel=Hahnenderg.

Aldenhore (Wests. gewohnlich

ders.) Ossenheim. Ungbeu“

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id Sudluchen ist eröffnet wor Gesprach bis zur Dauer mit den Orten unter a. 1. und unter 4. 25 Pig.

Schwaldeim(Weiterau)

Kr. Beckum

4. Nordturchen. Capelle eden. Die Gedühr für ein von drei Minuten beträgt 00 Ml., unter d. 50 Pig.

daß es die

Rußland.

Zur Finanzlage. Der Finanzminister veröffentlicht Au­üter den Eingang eines Teiles der direkten Steuern, welche jährlich in bestimmtem Verhältnis von jeder steuerpflichtigen Ein­heit. insbesondere vom Lande der Bauern, anderen Besitzern. von städtischen Häusern und Wohnungen erhoden werden. Während der ersten 8 Monate 1906 betragen die Emngänge der direkten Steuern

33 577 833 Rubel gegen 34 076 710 Rulel im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Adnahme der Eingänge ist in den von der Teuerung heimgesuchten Gegenden eingetreten, während in den haltischen Gebieten, in Polen und Kaukasien, wo die revolutionäte Bewegung ihre größte Stärke erreicht, eine Zunahme von 2½ Mil­lionen stattfand.

Türkei.

Die Lage auf dem Balkan scheint sich auch nicht klären zu wollen. Das Bandenunwesen ist ungeschwächt. Infolgedessen erneuerte die Pforte, zum so und so vielten male— in Athen und Konstantinopel die Vorstellungen über das Unwesen der griechischen Banden in Mazedonien und darüber, daß in der letzten Zeit neue Banden die griechische Grenze überschritten hätten. Die Meldungen über die jüngste Unterredung des Fürsten von Bulgarien mit Nedschib Pascha waren einseitig; der Fürst soll wohl loyale und beruhigende Versicherungen gegeben, zugleich aber ernstlich das Aufhören der Untaten griechischer Banden gegen Bulgaren und die Einstellung der fortdauernden Ausnahme­maßregeln der Türkei gegen Bulgarien verlangt haben.

Auf Schritte des Patriarchen erklärte der Großwesir, die Pforte gestatte absolut nicht die Rückkehr des Metropoliten von Grevena auf seinen Posten und würde höchstens einen Ferman für eine asiatische Diözese erteilen.

Amtliche Nacbrichten.

* Aus dem„Reichsanzeiger“. Verliehen wurde: Dem Oberdürgermeister. Geheimen Regierungsrat Lehr zu Duisburg der Rote Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub, dem Pastor Heinrich Hermanns zu Neuß, dem Pfarrer Wilhelm Diederiche zu Hiesseld im Kreise Ruhrort, den Kommerzien­gäten Juliue Weder und Joseph Kieser, dem Bei­geordneten, Baugewerksmeister Heinrich Gulllaume, sämtlich zu Dutsburg, der Rote Adlerorden vierter Klasse, dem Bezirks­vorsteher. Rentner Johann Peter Groote zu Remscheid dem Kirchmeister, Kaufmann Julius Koenemann zu Neuß, dem Kaufmann Hermann Bollwerk zu Hiesfeld im Kreise Rudrort, deem stäotischen Hasenmeister Christian Brauns zu Roln der Königliche Kronenorden vierter Klasse; ferner: dem katholischen Hülsepfarrer Meistermann zu Altenach im Kreise Altkirch der Rote Adlerorden vierter Klasse.— Bei der Reichedank ist der Zweite Vorstandsbeamte der Reichsbankstelle in Momel, Bankrendant Lihz. unter Ernennung zum Bankassessor in gleicher Eigenschaft an die Reichsdankstelle in Barmen versetzt.— Ernannt wurde: der Konstruktionsingenteur und Privatdozent an

F. Zechnichemn Hoczsaua in Beulim, Proschor Dr.Jng Hon­

e#hner zum statsmäßigen Prosesser an der Techntschen Hoch­als zu Nachen.

Neue Fernsprechauschlusse.

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Schwurgericht.

8 Münster, 16. Okl. Ein lieftrauriges Jamilienbild, wie es glucklicherweise in diesiger Gegend nur selten findet, wurde deute rollt. Angeklagt ist der Fuhrman Wildelm Hufe aus Bocholt wegen Todsol##### seines eigenen Bruders; außerdem wird ihm Tod­schlagsversuch eines zweiten Bruders zur Last gelegt. Der Ange­klagte, ein ziemlich harmlos aussebender Mann im Alter von Jahren, mochte schon in seiner Jugend nicht viel versprechen wurde er doch bereite mit 11 Jahren in Zwangserziehung auf Haus Hall dei Gescher gegeden. Zwei Jahre nach seiner Ent­lassung 1901 erhielt er wegen Diebstadls eine kleinere Gesängnis­strafe dald darauf wegen gefährlicher Rorververletzung 4 Monate Gesängnie. Seit dieser Zeit nahm der Angeklagte ab und zu Stellung verlor jedoch seine Arbeit bald wieder. Er fiel daher seiner Mutter, einer Witwe zur Last. Die Ledensbedürfnisse Jamilie bestritt in der Hauptsache der zweitälteste Bri Otto— der Getotete. Der jäugste Sohn der Familie. Heinrich.

vielte auch nur Gelegendentsarbeiter. Ungeachtet seines Richtstung suchte der Angeklagte innerhald der Familie stett die Hauptrolle zu svielen und nder seine Brüder zu deerschen. Naturgemäß

wurden dadurch diters Streitigkeiten deraufdeschworen, zumal sich der Angeklagte dem Alkobholgenuß dingab. Am Sonntag.

1. Juli d. Js. abends. gesiet der Angeklagte. nachdem er wieder stark gezecht hatte, mit seiner Mutter in Zwistigkeiten. Seine beiden Brüder legten sich ins Mittel doch ohne desonderen Erfolg. Erst die herbeigerufene Polizei stiltete Ruhe. Der Streit wieder. holte sich jedoch einige Zeit darauf wieder. Und diesmal sollte Toter auf dem Platze bleiden. Der Angeklagte drang zuerst mit einem großen Brotmesser auf den jüngeren Bruder Otto Dieser parierte den Angriff und zerbrach das Messer. Ader deld sah er sich von neuem seinem mit einem Taschenmesser vertehenen Bruder gegenüber; er erhielt einen Stich in die Uinke Brustseite. Die Herzschlagader war getroffen,— der Tod trat beld derau

ein. Der jungste Bruder erhie

rucklings einen Stich in Achselböhe. Nur als ein Wunder in es zu bezeichnen, daß er mit dem Leden kavonkam. Der schnell verbeigerufene Arzt Dr. Müller konnte nur noch den Tod des Otto Hufe feststellen. Während seine Leiche auf dem Bett in der Schlafstude der Mutter lag sand man den jüngsten Bender schwer

sinend. Be#

Erstochenen entdeckte man später einen Teil des zerdrochenen Brotmessers; der andere Teil lag aus dem Hof. Als der Angeklagte sah. welch schrecklichee Unheil er angerichtet hatte stoh er. Jedoch schon am anderen Morgen sand man ihn in einem Kodlenschuppen unter Säcken versteckt. In der heutigen Verhaublung ist der Angeklagte geständig. Er schützt Not­wehr ver. Zuerst hätten ihn seine Brüder altackiert, worauf er in seiner Erregung zum Messer grist. Die Beweisaufnahme er­brachte aber eine Entlastung des Angeklagten nach dieser Richtung nicht. Bielmehr wurde festgestellt, daß gerade der Getotete ein sehr nüchterner, fleißiger Mensch war, der sich vorteilhaft vor seinen Brudern auszeichnete. Heinrich Huse ist wohl angesichte seiner schwachen geistigen Veranlagung weniger für seine Fehler verantwortlich zu machen. Nach Bekundung des Polizennspektore Korn gilt er aber wie der Angeklagte als streitfüchtig. Die Zeugen­vernehmung brachte kein neues Moment für die Bluttat dervor. da die Jamilienangehörigen von dem ihnen gesetzmäßig zustebenden Rechte der Zeugnisverweigerung Gebrauch machten. Der Anklage­vertreter v. Stockhausen plädierte auf schuldig des Todschlages und des Todschlagsversuchs ersuchte auch um Verneinung der Frage nach mildernden Umständen. Der Rechtsbeistand des Angeklagten. Rechtsanwalt Laumann, dat, den Angeklagten nur der Körperverletzung mit Todeserfolg und der gefährlichen Körperver­letzung schuldig zu sprechen und dem Angeklagten mildernde Um­stände zuzubilligen Der Wahrspruch der Geschworenen lautele im Sinne des Rechtsbeistandes des Angeklagten, jedoch wurden die mildernden Umstände verneint. Der Staalsanwalt beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von 6 Jahren. Das Urteil lautete auf 5 Jadre Gesängnis. In Anbetracht mehrerer Momente zugunsten des Angeklagten und seines Geständnisses glaubte das Gericht noch einmal von einer Zuchthausstrafe absehen zu dürfen. um ihm nicht gänzlich die Rückkehr in die menschliche Gesellschaft zu verschließen.

Drovinzielle Nacbrichten.

* Warendorf, 15. Okt. Der bei dem Bauunsall in voriger Woche schwer verletzte Maurermeister Becker ist an den erhaltenen Verletzungen vergangene Nacht gestorden.

0 Jovenbüren, 15. Okt. Um den auch in der Landge­meinde Iddenbüren überhand nehmenden Lustdarketten nach Mög­lichkeit zu fleuern, hatte die Landgemeindevertretung am 14. Mei 1906 beschlossen, eine Lustbarkeitsnteuer zu erlassen. Diese Ordnung, welche die Genehmigung des Bezirksausschusses zu Münster erhalten hat, tritt in den nächsten Tagen in Kraft. Die Höhe der Steuersätze wird von den in den Gemeinden des Kreises Tecklenburg(außer der Stadtgemeinde Ibbendüren) bestehenden Lustdarkeitesteuer=Ordnungen nicht erreicht. Besteuert werden u.= Tanzbelustigungen mit 12—30 Ml. Für Veranstaltung von Kung­reiter=Vorstellungen sind pro Tag je nach der Bedeutung des Ge­chäfte 5—50Ml. zu entrichten. Für Gesangs= und deklamatorische Vorträge 10 und 20 Mk. Von Musikautomaten wird eine Jahres­steuer von 10—60 Ml. erhoben. Außerdem sind für Vorträge üder die Polizeistunde hinaus für jeden Tag 8 Ml. zu zahlen. Für Inbetriedsetzung eines Karussells werden je nach der Größe 10 Si 30 Ml. erhoden. Würfeldudendesitzer baden für Inbstriebetzung ihres Geschälfts pro Tag 2 Ml.: Besitzer einer Spielbude eines Druckrades und derol. 10—25 Ml. zu entrichten.

* Mameserf b. Borten, 15. Ott. Der dusige Alter­

umpberein wächs und biüht, wie so recht die heutige Ver­lammlung bewiel, an der ca. 100 Mann teilnahmen. Die Ver­handlungsn gestalteten sich recht lebhaft und interessant. Den

Mittelpankt bildete der vom Hinsken=G

Vortrag eigener

im Herrn Hinsten=Engetrading gebotene ig: Ueder die Wallburgen diesiger Gegend. Auf Grund eigener ausgebehnter und gründlicher Forschungeu legte er Zwed und Bedeutung der Wallburgen ausführlich dar und sprach dann auch über mehrere Burgen, im besonderen uder die Hanenburg zwischen Stadtlohn und Breden. Sämtliche Zudörer folgten den trefflichen Ausfahrungen mit großer Aufmerksamkeit und zollten

„ er Gpteliun Balial— Ven den maitremn Besaläsen zu erwähnen: Die Vereinsschrift Beiträge zur Heimatkunde Kreises Borten“ soll fortan alle lecht Wochen(ohne Preis­erdöbung erscheinen.— Außer den Generalversommlungen so#l monatlich einmal an einem bestimmten Abend eine zwangrose Zu­sammenkunft der Vereinsmitglieder sattfinden, bei der allertei die Haimatkunde betroffende Fragen 2c. zur Sprache gebracht werden. um die einzelnen Mitglieder, die Interesse fur die Sache zeigen zu schulen und überhaupt das Interesse für Heimatkunde und Heimatschutz rege zu halten und noch zu fördern.

Bocholt, 16. Ott. Umsangreiche Erdarbeiten sind dier im Laufe der letzten Monate innerhalb des Stratzennetzes aus geführt worden. Außer der Anlage eines Kabele durch die Hauptstraßen seitens der Postverwaltung haudelt es sich vor allem um die Legung größerer Gasrohre des Rädtischen Gaswerks. Die Arbeiten, die naturgemäß viellach nicht unerhebliche Verkehrs­störungen derbeiführten, obgleich sie mit anerkennenswerter Schnellig­leit vonstalten gingen, sind nunmehr zum größten Teil vollendet. In den letzten Tagen erfolgte der Anschluß der neuen größeren Gutrohre an das Gaswerk. Diese Arbeiten hatten wiederum einige unausbleibliche Betriebshinderungen, namentlich für die mit Gat­motoren arbeitenden Betriede. im Gefolge, sind aber nunmehr an­näbernd zum Abschluß gebracht. Auf dem Gaswerk selbst sind noch einige Neuerungen auszuführen.

O Dattein, 14. Olt. Der Ankauf des Aug. Braut­mannichen Hofes wird nun als definitiv bezeichnet und als Käufer die Gewerkschaft Emscher=Lippe hier genannt. Die Kaufsumme beträgt für diesen 106 Morgen großen Grundkomplez einschließlich der Wirtschaftsgebäude zirka 180 000 Mark Ueber

die Benutzung des Terrains verlautet noch nichts. Mit Rücksicht derauf, daß in dielem von Kanal und Lippe gebildeten Winkel demnächst die Schleusentreppe oder der Seitenkangl Datteln­Flaesheim den Abstieg vom Kanal zur Lippe vermitteln soll, scheint es dald an der Zeit zu sein, die für diese Anlagen erforderlichen Flächen Landes zu erwerden, um weiteren Grundspekulationen vorzubengen. Neden der schon im Betrieb defindlichen Rauschen­burger Ziegelei soll auch noch ein größeres Sandwerk angelegt werden.

Reheim, 15. Otl. Als Leiche wurde heute frud, wie schon kurz gemelbet, der 76jährige Hirt Klos von hier aufgesunden. Der Fundort der Leiche ist in der Nähe des Gutes Mosselde an der nach Soest führenden Landstraße. Es ist noch nicht festgestellt. ed ein Mord oder Unglücksfall vorliegt. Die Leiche weist außer Verletzungen am Unterleib auch solche am Hinterkopf auf. Raub­mord scheint ausgeschlossen, da bei der Leiche Uhr, Portemonnate und ein Bündel mit Wäsche gefunden wurde. Anderseite liegt die Vermutung nahe, daß der Getbtete von einem Automodil über­sahren worden ist.

Siegen, 16. Olt. Prosessor Dr. Friedrich Reusch in in Girgenti plötzlich gestorden. Die Leiche des beruhmten Bildhauers wird nach Stegen uberführt

*<space> S p r e c k n o v e t,<space> 1 5<space> O t t.<space> Z u<space> e i n e r<space> e i g e n e r t i g e n<space> Demonstrationsversammlung rüftet man sich in unseter Gemeinde. Einem jungen Manne namens Niederdeding. dem einzigen Sohne der verstordenen Ehelente Landwirt Nieder= diging wird dar elterliche Besitztum streitig gemacht, nachdem sein mutterliches, bei der Spartasse hinterlegtes Vermögen im Betrage von 8000 Mk. verschwunden ist; sein kurzlich verstordener Vater soll es nach und nach abgehoben haben. Der den Hof bewohnende Landwirt Hidy weigert sich, das Haus zu räumen und stägt sich dadei auf ein Testament des verstordenen N. wodei seine Frau ale Haupterdin eingesetzt und der Junge mit einer Kleinigkeit abgespeist werden soll. Die ganze Angelegenheit beschättigt zurzeit das Land­gericht ussen. Die Sprockdoveler interessiert der Fall so sehr daß demnächst eine Volksversammlung anberaumen und in dieser für augeblich geschmälerten und bedrohten Rechte des jungen Nieder­drding eintreten wolle

Geisenkirchen, 15. Okt. Gestern fand in der Stadthalle hierseldst eine gemeinschaftliche Versammlung der Gabele: dergerichen Stenographenvereine der Bezirke „Unterrudr".„Niederrhein" und„Emscher“ statt. Diese Bezirke umsassen jetzt 61 Vereine mit 1500 flenographiekundigen Mitglie­dern. Die sehr zahlreich besucht: Hauptversammlung wurde von dem Ehrenvorsitzenden des Vereins Gelsenkurchen I. Herrn Oder­bürgermeiste: Machens mit derzlichen Worten begrüßt. Der Fest­redner Herr Direktor Dr. Gaster, verdreitete sich über das Thema:„Die Auesichten der Stenographie in der Zukunft." Er führte aus, daß die Stenograpdie nur dann ihren großen Nutzen voll und ganz entfalten könnte, wenn man auf Renograpbischem Gediete zu einer Einigung kommen würde. Er begrüßte deshald die von Oderlehrer Psaff. dem Vorsitzenden dee Deutschen Steno­graphenbunde: Gabelberger, angereglen Einigungsbestredungen, zu deuen sich schon die bedeutendsten Steuograptieschulen zustimmend le

sand einstimmig Annahme. Der praktische Stenograph Heer O. Sack= Essen gad der Versammlung einen Beweit von der Leistungsfäbigkeit der Stenograpdie Gadelsberger indem er ei 2 Minuten dauerndes Dittat von 300 Silden pro Minute auf­nahm und in der Versammlung gleich sehlerfrei wiederlae Der Stoff detraf eine Parlamenterede des Reichskanzlers. Das ab­gehaltene Wettschreiden sand eine rege Beteiligung. Mit der Ver­sammlung war eine Renograpdische Ansstellung verbunden die

mit den neuesten Erscheinungen aus dem Renograpbischen Bucher markte dekannt machte und vor allem von der jührigen Tätigkeit der Vereine Zeugnie ablegte

Bochum, 11 Okt. Der Buchdändler Friedrich Neumann. früder in Gelsenkirchen jetzt in Magbedurg, ist mehrfach wegen Beleidigung von Einrichtungen der katdo­

lischen Kirche verurteilt. Von Gelsenkirchen aus verdrettete er Schriften und Broschüren, die sich gegen das Papsttum und den „Illtramonteniemus; richteten, die er zum Teil selbst versatzt datte.

Auch in Versammlungen führte er eine heftige Fedde gegen den „Ultramontanismus“ In der bekannten Versammlung zu Schalle in der Bedel gegen die dürgerlichen Parteien wetterte entpuppte sio Neumann plötlich als Andänger sozialdemokratischer Ideen. Ende 1901 verurteilte ihn das Recklinghauser Schöffengericht wegen Betruges zu Gesängnisstrafe. Neumann schried nun einen Brief an da: Amtegericht das er als ein päpstliches bezeichnete. Die katbolischen Richter namentlich den Amtsrichter Gödel in Reckling­hausen bezichtigte er der Rechtsdeugung, bezeichnete sie als Römlinge und Inguisitoren. Die Straftammer vernrteilte ihn wegen Beleidigung des Amtsgerichtes Recklingbausen zu 3 Monaten Gesängnis. Später erklärte das Magdedurger Gericht Neumann auf Grund ärztlicher Gutachten für geisteskrank. Die Bochumer Staalsanwaltschaft lettete daraufhin das Wiederaufnahmeverfahre ein. In der heutigen Hauptverhandlung erklärte auch der Leiter der Aplerdecker Irrenanstalt Dr. Bockenködler, daß Neumann an übertriedenem Größenwahn und Verfolgungswahnsinn leide. Die Strafkammer hod deraufhin das Urteil auf und sprach Neumann frei.

* Essen, 15. Olt. Beim Montieren eines elektrischen Kia in der Kanonenwertstatt stieß ein Monteur der Benralder Maschinenfabrik mit dem Kopf an die 500 Volt Strom füdrende schleefleitung und blied hängen. Als der Strom sofort aus­geschaltet wurde, fiel der Verungluckte wie tot derunter. Ein Heil­gehalte stellte sofort durch kunstliche Atmungsdewegungen Wieder­beledungeversuche an, die von Erfolg begleitet waren. Durch den Sturz dai der Monteur auch schwere dußere Verletzungen davon­gettagen.

* Heerdt d. Düsseldorf, 16. Okt. Aus Anlaß des T5i####= u Bestehens der deutschen Fil##ale der Akt.= Gesellschaft der Remyschen Werke. Stürkefedrik. für die Angestellten und Arbeiter des Werkes eine Feier statt. Ein Hochamt zum Gedächtnie des Gründers der Furme Eduard Remy leitete vormittags das Fest ein. Der Nachmittag wurde mit Volksbelustigungen ausgefüllt, während der Abend das Personal zu einem Festessen vereinte. Die Schwesterwerke in Frankreich. Soanten und Belgien hatten zahlreiche Telegierte zur Teilnahme an der Festlichkeit nach hier entsandt. unter ihne

Direktor Felix Honiuckt. unter dessen Leitung im Jahre 1881 das hiesige Werk eröffnet und bis 1892 geführt wurde wo der jetzige Direktor. Joseph Müller an die Spige des Werkes trat.

Rato, 14. Okt. Die seitens der hiefigen Polizeiverweltung angestellten Recherchen über die Entstedungsursache des Schaden­euers auf der„Großen Burg“ zu Unterrath am 9. Oktoder hat nunmehr zur Ermittelung der Tater gefährt. Die sieden Fruchtdiemen wurden von zwei fünfjährigen Kindern welche in der Nähe der Diemen spielten, angezündet. Die Streichdeizer hatten die jugendlichen Brandstifter aus der elterlichen Wohnung entwendet.

* Dasseldorf, 13. Okt. Die Strafkammer verurtetlte den stellvertretenden Kassierer des hiesigen soztaldemokratischen Ver­bandes der Hasenarbeiter wegen Geischung einer Unterstätzungs. liste. Unterschlagung und Betrug zu einem Jahr Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust

* Müldeim(Rhein), 14. Ott Als gestern nachmittag dat sledenjährige Töchterchen eines Edevaares in Fltttard hinter dem Fuhrwerk seines Vaters einderschritt, wurde d# vonenem Hunde angefallen. Das Kind sprang entsetzt zur Seite und gertet unter die Räder eines in entgegengesetzter Richtung kommenden schwer beiadenen Wagens. Ein Rad gung dem Kinde quer über den Leid. so daß der 1 od sofort eintrat.

*<space> M e d l i n g b e l z h a u s e n,<space> 1 5.<space> O f t.<space> D i e<space> S c m e i n e s: n<space> die schon seit Monaten dier in einzeinen Bauerschaften derricht, gimmt weitere Dimensionen an. Sie iß jeger weit über under: Seutiote Aossioprunge

Mutwoch, bon 17. Ohtober 19##.

Verwaltung und Rechtspflege.

.* Ossen, 16. Olt. Ein 1######g9keufens: Publi

m beachtenswerte Angelegenheit beie## ttate das Landgericht essen. Du Firme Ech und vie Firma F. betreiben auf derselde Straße in Essen ein großer Lerksstigg p#chhft. Nach Behauptung da Firms S4. sot #t. in Wiater 190 in ihren Schaule Kern Kleiderstoß,

1 einom vinigeren Preise zum Vertaufe ausgelegt haben ale sl. „####. Ladeurcumen selbst feilgebeten wurden. Jusbefondere

sonn dwuren, die im Schaufenster zu 1 Mark und 1.3°, M#t

Sa: Sephe Lleicher Beschasenben zu 1.28 Lei

auf Stoffe von etwa 25 bie 7 Meter Lange welce zu Roben g. schnitten, zu einem ausnahmsweise billigen Preise in Lesonderen Schausenster ausgestellt waren Es wird dehaupte daß die Firma F nämlich für diese Stoffe, selbst wenn sie nie# einzelne Meter sondern ganze Roden im Laden verkaufte, hodere Preise gefordert und erhalten hade. Hierdurch soll sich die Fime c. nach Behauptung der Firma Sch., des unlauteren Wettle werdes schuldig gemacht baden. Dieser liege auch schon um der *

billigen Preisen im Schausenster zum Berkauf augeboten habe s Tatiache, daß en sich um einen Ausnahnept!

gandle, kenntlich zu machen. Seibst wenn daneben in Zeit ankündigungen auf den besonders preiswerten Einkauf zugeschuittener Roben hiugewiesen werde, so reiche dies nicht aus, de nicht jete vii vir Schaufenster besichtige, der genaue Wortlaut einer Zeitungs­annonte bekannt sei. Die Firma Sch. hat deshalb die Firma F auf Unterlassung verklagt. Die Betlagte fuhrte aus, in jedem Jahre schneide he zum Weihnachtsfeste eine große Anzahl Roben von einer bestimmten Meterzahl von Stücken ab und lege solche

an bestimmten Auslagestellen im Ladenlokale zum Verlauf auf. Einzelne dieser Roden wurden im Schaufenstei ausgestellt Jedem Käufer, der eine soiche Robe gesordert hade, sei sie zum angekün­digten Preise verkauft worden. Die Klage wurde vom Land Reupflichtigabgen

der Aufsassung des Gerichts konnte niemand, welchen sich die Aus­stattung des Schaufensters ansah. selbst wenn er von den Annone

keine Kenntnis hatte, daran zweiseln, daß es sich hinsichtlich der Roben um Ausnahmepreise handelte. Der Umstand, daß die Roden in besonderen Kartons ausgestellt waren, daß ferner die Preisangabe sich nicht auf den Meter, sondern auf den zuge­sonittenen Gesamtstoff bezog habe erkennen lassen, daß für das ausgestellte Gauze ein besonderer Ausnahmepreis angesetzt ge­weien sei. Der ausdrücklichen Bezeichnung, daß es sich um einen Ausnahmepreis handle, habe es nicht bedurft. Die Klage somit abzuweisen.

Volkswirtschaftliches u. Soziales.

fl. Jur Bergarbeiterbewegung im Nuhrkohlenbezirt

wird uns geschrieben: Die jungsten Beschlusse der Siebener­kommission und die auf Grund dieser erfolgten Eingaben der letzteren an den Bergbaulichen Verein und die Königl. Bergwerks­direktion in Recklinghausen haben in weiteren Kreisen die Besorguis hervorgerusen, daß es, falls die in diesen Eingaben gestellten Loyn­

und sonstigen Forderungen nicht bewilligt werden sollten, wieder zu einem allgemeinen Ausstande der Ruhrbergleute komme. Diese Besorgnis ist, so berechtigt sie auch den mit den Bergarbeiter­verdältnissen im Ruhrkohlenrevier nicht vertrauten Kreiten erscheinen einstweilen vollig grundlos. Zu einem allge

arbeiterauestande oder Generalstreit wird es. soweit der nieder­rheinisch=westidlische Bergbaudistrikt in Frage kommt, in diesem

ganz ausgeschlossen ist, daß auf einzelnen Gruden zeitweilige Ardeiteniederlegungen eintreten können. Die Verdältnisse liegen heute für die Ruhrbergleute eden ganz anders wie im Winter 1904—05. Damals war in der Bergarbeiterschaft tatfächlich eine. teils durch ungeschickte Matznahmen einzelner Jechenverwaltunge. teils durch jadrelange systematische Agitation hervorgerufene Er­regung vorhanden. Heute ist dies nicht der Fall. Aer sich zwang­los unter den Bergarbeitern bewegt— und das sollte jeder in

der über die Bergarteiterbewegung ein Urteil sich bilden will wird die Wahrnehmung gemacht haben, daß die Arbeiter weniger über zu niedrige Böhne, als über die abnorme Höhe der Ledens­mittelpreise Klage führen. Die große Mehrzahl der Bergleute erkennt ruckhaltlos an, daß bei normalen Teuerungsverh#ltnissen die heutigen Löhne als sehr defriedigend dezeichnet werden konnen. Die notwendigsten Ledensmittel ader seien trot der guten Lohne

laum noch zu erschwingen, und eine Bergmannssamilie musse s# wird uns von Familieno#tern versichert, den Fleischgennß auf das alleräußerste ernschrünken Frau und Kinder mußten auf den

Fleischgenuß fast ganz verzichten. Dies ist auch ein Hauptgrund,

wechald die durch die Höhe der Löhne angelockten#remden Ardeiter dem Rudrkohlenrevier schon so bald wieder den Rücken wenden und der große Arbeitermangel auf den Kodleugruden andauert. Die Agitatoren von Beruf haben bei dem weniger intelligenten Teil

der Bergardeiterbevölkerung unter diesen Verhältnissen natürt#c

leter­

schichtenzu ang viele ihrer besten Arbeiter auberdem noch stimmen. Schon aus Klugdeitsrucksichten sollten sie den Wert eines

rahrene

schichten demessen und alles zu verneiden suchen, was die Arbeit der Agitatoren erleichtern kann. Wie gesagt die Unzufriedenbeit der Bergardeiter richtet sich dis deute weniger gegen die Jechen als gegen die unerhort hohen Ledensmittelpreise und aus diesem Grunde ist auch ein allgemeiner Ausstand so dald nicht zu befurchte

wenn die Zechen durch das Ueberschichtensostem den Arbeitern nicht

allzu sehr zu Unbesonnenheiten Veranlassung gede

Oepe, 14 Olt Zu der Lohnbewegung der Arde bei der Firma Gedr. Laurenz wird uns von zuständiger Seite geteilt, daß die berichtete Ardeitseinstellung veranlaßt word durch die irrige Annahme der Ardetter, daß bei verkürzter Arbei zeit keine Lohnveranderung eintreten würde. Tatsächlich war# schon vorher von der Firma Gedr. Laurenz eine allgemeine bödung der Aktordlöhne deschlossen worde sich gewesen, die neue Lohuliste v##ständig fe

Zwischenfall wurde denn auch bald, nachdem d Rücktrreche der Arbeiter mit einem der Cdese die destehe verständnisse aufgeklärt worden waren erledig:

Leipzig, 16 Okt. An die Mitglieder des Verbandes de

deutschen Buchdrucker richtet der Verdandevorstand ein Kundgebung, welche sich mit der Agitation gegen die An­nahme des neuen Tarifvertrages defaßt. Es beißt dort u. a. Die Aufrechterdaltung des Vereindarte

er nicht Kellen sich eine perse

iche

pslicht der Organiso für die Konsolidierun

diltenschaft willen drn

tielgreitender und in im Gewerde und in irgend eine Adänder: zuführen Darum m sinnen und sich auf

borungen im Juterese

der allgeme

zwingende##

inen tariflichen

bs r runges

Kirchliche Nacbrichten.

Pater Edmund v. Wurtdurg, S.“. ein Alterei Ben

des daverischen Reichsrates Freiderin u. Würzdurg is am 2

Donnerstag in Sheftield(England an den Folgen en# Darmoperation gestorden. Er Kand im 66. Ledensahre, un

nabezu 40 Jahren Mitglied der Gesellschaft Jein zuerst in Re

zu Stonnburs dann in der Verwendung ale Pfarrgeistlich Chesterfield. Wäyrend des Burenkrieget wa er als Feloge##

den englischen Truppen in Süda#tika zugeteilt.— An*

Sterdedette weilten sein Resse, der königl. daperisch= Legationslekre

Frdr. v. Waredurg. und seine beiden Bettern, der Herzog# Norfolk und dessen Bruder Lord Edmund Lalbet

Vermischtes.

Alg Gleischer.

m Bertrte.

Gertin, 14. Of. In Hamburg i# Ztg mitte I# ein neuer Ecnins

Pferdewurs aufgedeckt worden. Ein Mann der sie

M. Spenner neunt und in Hamburg=Eimsdättel wohat wachte einer Beiliner Firma Offerte von Wurst. Diete bestellte 20 Jeniner und forderte einen Garaneschenn, daß die zu liefernde Wurst aus reinem Rind= und Schweinesteisch dergestellt ist. Stenner sendte auch der Firma den gewünschten Vorantieschein der mit dem Namen eines dortigen Schlüchtermeisters unterzeichnet war. Als nun eie

Vertreter der Berliner Firma dem Hamburgen Schlüchtermeister den Garantieschein vorzeigte, ergab sich daß der Schein a# AIIet war. Nachkeischunge haden ergeden daß Spennet in Wirflichtett Krügen heißt und ein Bruden det Krüger in Baukon st. der mit dem Vierdewurßtebriienten Bebuke zulammesarlertel Krüger dat in sohr grohen Posten Pferdewurst von den bekannten Bertiner P#erdewurkfebrikenten emplanger and bieh von Oenbune aus vertrieden. Zu einem ansehnlichen Teu int die Vlerdemuuß der Camburg and noch Bertin werber zurhdesiemme