Nr.

rr. Erstes Blatt.

Weftfälischer(Derkur.

Sonntag, den 12. Februar 1911.

ge Federstriche Albra.

Kleistsche Szene ist nichte, Seite gestellt zu we in Ostasien eine. nweis darauf an. sonst viel zu wuchtig u ngspapier getragen au

iße.

gsfuocht. 3u einem naoch

v.junter Personen

graphierten Herrschaft­ieß, mit deren Hilfe die diesen werden kann, als irträt. Man ging dabe vermaße bei erwachsenen

und bei verschiedenen

siedenheiten aufweisen.

sondern auch das Maß rn, das Maß der Füße.

nit zu Hilfe, von denen

nschen mit gleichen Fin­

ieser Zusammentragung ut wie unfehlbares Er­

e Verbrecher zutrifft,

estgn“ ist nicht einz.

werte der Lörvermaße

Werkel werden sollten e gegeben werden. Man stellen zu müssen, ohn ich zu haben. In zahl­rauf an, ein Maß ganz hr zu wissen, da len genügt, um ein ge­l man z. B. wissen, ob che Platz hätte, so kann n seinen Zollstock aus­

festgestellt haben, daß hem Falle ist es ganz sand um etwa 18 oder ist nun, wo man diese sind die ältesten Maße, *, Fuß und Elle, abge­se und oft sogar in be­

und weil dies dann e hatte. Aber hier ist en Maße wieder gegen ihrt werden sollen, son­gen persönlichen Maße o wird jeder unter den ausfinden können, der nd in zahllosen Fällen intnis zugute kommen. spanne. Zwischen der s anderen Fingers bei ein Maß von 20 oder in Viertelmeter, finden it dieser„einfachen und n vielen Fällen Zeit mlicher Genauigkeit ist cht, wie regelmäßig sie n und dann oft Nutzen st Zweidrittelmeter, so

diese Maße in einer . Man irrt sich näm­längen, Spannen oder nan mit dem genauen Untermaße, durch Hin­sichen in mehrfacher sergeführt und dadurch vor, daß selbst Fach­großen Irrtümer un­loßen ungefähren Ab­ehlt sich sogar oft, auf neben dem genauen oft wesentliche Irr­oll also hier durchaus gewendet werden, dem situng wünschen muß, g zu schätzen, der aus ng individueller Maße

ch viele noch andere sen sein können, wenn emlich jeder Tisch fast cht leicht in Verlegen­r Hand ist. Die mitt­spricht fast genau der Bewichtseinheiten kann n denen viele genaue

und Gewichte, sondern elt voll von einfacher g nur zurückgedrängt eren Hilfsmittel, die Aber merkwürdiger­

die Hilflosigkeit ge­idet, wenn ihm seine nicht zur Hand sind. aß Maschinenschreiber Benutzer von Rechen­erer rechnen, als die at nach dem Bureau­und„aus dem Kopf“

als ein gelungener D. T.

von Scotland Yard,

t?“ fuhr der Wirt

ill, daß Sie gerade eiff war, nach Scot­nnisses zu berichten s mag nun mit der nicht, jedenfalls ist nicht vorenthalten. dend kam ein Lauf­In, um einen Fünf­s ich ihn weglegte, in, noch ganz frisch er an Scheinen, die es kann auch von artigen Verletzung ter. Erst am näch­dachte ich darüber e Ruhe gelassen, so r Anzeige bringen

sechsel!“ h fort, den Schein gegangen. Alar

rotz seiner ersicht­in doch etwas zu

rtsetzung folgt.)

∆ Ein Wintertag auf dem Rigi.

A. Luzern, 9. Februar.

nichtiger müßte es heißen: Ein Frühlingstag auf dem Rigi; ährend unten„in dem Qualm der Städte“ die Menschen nsase Tage verleben, herrscht hier oben über dem Nebelmeer, Fr hie Unterwelt vom Hochgebirge trennt, blauer Himmel und Länder Sonnenschein, und in den Tannen rauscht es, als ob wiegespräch halten über die Menschen, die heutzutage sogar . diese Jahreszeit in ihren Regionen sich tummeln, wo sie früher ##lein die Herrscher waren.

wiai hell, Nebelmeer“ verkündeten seit mehreren Tagen die in in der Stadt und eine Temperatur von 15 bis 20 Grad

# oben herrschen— Wärme natürlich. So beschlossen wir #., Aufstieg aus dem Rebelgrau des Altags ins Land des wol­

esen Himmels und der Frühlingslüfte. Am nächsten Morgen

## uns das Schisf von Luzern über den Vierwaldstättersee nach Kiegais, von wo der Marsch begann. Man kann zwar auch im sointer mit der Rigibahn nach oben gelangen, aber wir zogen ##. Fußweg vor. Man braucht nicht lange zu marschieren, und

trastige Gefühl, das der Nebel unwillkürlich verursacht, weicht. bengsam bewegen wir uns den Weg hinan, der von den Rodel­Keliten ziemlich glatt gefahren ist; die kleinsten Knirpse sausen E#i einer Geschwindigkeit vorbei, daß es eine Freude ist. Vom Prühmten Vierwaldstättersee ist nichts zu sehen. Nach etwa zwei­##indiger Wanderung haben wir in einer Höhe von 8—900 Meter nebelschicht überwunden, die graue Masse lichtet sich— blauer Eeimmel lacht uns entgegen und wir fühlen die wärmenden Strah­Sonne; und um das lachende Bild zu vervollständigen, B#ehst auch der Vogelsang nicht, eine fröhliche Meise, die sich der Eanne entgegengeflüchtet hat, schlägt aus voller Kehle ihr klang­Pralles„Spinn dicke, spinn dicke“, wie der deutsche Volksmund es ##ich auslegt. Nach weiterer kurzer Wanderung verlassen wir den #o#aldbestand und ein freier Ausblick gewährt ein bezauberndes mnisd; aber das ist nur ein kleiner Teil der Schönheit, die unser Pharrt. So erreichen wir in herrlichem Sonnenschein Rigi=Kalt­Stad. Von unten herauf pufft die Rigibahn den Berg hinan, um Bandere Freunde der Bergwelt und des Märchenlandes nach oben ###u bringen. Sie kommen, alt und jung, mit Schlitten und Schnee­wschuhen ausgerüstet, die jungen, um ihre Jugendkraft zu probieren und zu neuen Taten zu stählen, die alten, um noch einmal für #furze Zeit wieder jung zu werden und sich an dem herrlichen Panorama zu erfreuen. Wir aber lassen es nicht bei diesem Punkte bewenden, sondern steigen höher hinan, auf den höchsten Punkt: Rigi=Kulm, 1800 Meter über dem Meere. Ganz anders #wie im Sommer sieht die Bergwelt heute aus, sie ist entzückender in ihrem frischen Schneegewande und scheint in greifbare Nähe mgerückt. Jede einzelne Gruppe ist deutlich zu unterscheiden: vorn #der Pilatus mit seinen charakteristischen zackigen Kronen, dann ##ianserhorn, Titlis, das Berner Oberland mit seinen drei Re­S#präsentanten Jungfrau, Mönch und Eiger, die Glärnischgruppe, #die Urner und Unt waldner Alpen, und wie die trotzigen Ge­#ellen alle heißen. Was sind uns auch ihre Namen, uns entzückt #der Anblick ihrer majestätischen Gestalt und ihre durch die blaue Ammosphäre durchschimmernde Hülle. Vom Bürgenstock indessen, einem von unten gesehen, respektablen Berge, ist nicht viel zu #sehen, er ist vollkommen in Nebel eingebettet und steckt nur die

Spitze heraus, eine Insel im Nebelmeere bildend. Diese unab­'ehbare Scheidewand zwischen Ober= und Unterwelt bietet einen

packenden Anblick, hier kräuselt sich die weiße Masse zu leichten Wellen und dort umzieht sie in gespensterhaften Schleiern die Bergwände. Auf der andern Seite aber in der unendlichen Weite erblickt das Auge in blauer Ferne einen Höhenzug gleich der Küste eines fernen Landes. Man möchte sich in das Wolkenmeer stürzen und hinüberschwimmen nach jenem Gestade, das dort in geheimnisvoller Ferne auftaucht. So stehen wir lange schweigend beim Genießen der herrlichen Natur, die zu stiller Andacht zwingt. Eine wunderbare Ruhe umgibt uns, keiner spricht ein Wort, jeder hält Zwiegespräch mit den Riesen der Bergwelt, den gewaltigen Zeugen des ewigen Universums. Was ist der Mensch in dem großen Weltall? Ein völlig verschwindender Punkt, eine sämmer­liche, kleine Kreatur! Kommt herauf zu diesen erhabenen Höhen, geht hinaus ans Meer, wenn es sich im Sturme wälzt, blickt hinauf zum Sternenzelt, zu den unzähligen Teilen des Weltalls— und ihr werdet euch so klein, so nichtig vorkommen. Wir glauben so gern, um uns drehe sich das ganze Universum. Aber was machen wir im Grunde darin aus? Nichts, weniger denn Nichts!

Die Magenfrage macht sich auch auf diesen paradiesischen Höhen bemerkbar und zwingt uns, von dem bezaubernden Bilde uns loszureißen. Wir lagern uns an einem schneefreien, trockenen Platze und nehmen einen Imbiß zu uns, der vortrefflich mundet. Trotz der Wärme wird ein aus Schneewasser auf einem Feld­kocher hergestellter„steifer Grog" nach Seemannsart nicht ver­schmäht. Natürlich sind auch die Hotels bis zu einem gewissen Grade geöffnet, um Wintergäste aufzunehmen, aber wir können auf eine Einkehr verzichten, so wohlig ist uns. Noch einmal lassen wir das Auge in der Runde schweifen, ein kurzes Abschied­nehmen von dem herrlichen Bilde, und dann beginnt der Abstieg. Wer die verschiedenen unpassierbaren Stellen des Weges mit in Kauf nimmt, kann im Schlitten sich abwärts bewegen. Bald laben wir die Nebelschicht wieder erreicht und nach zweistündigem Marsche sind wir am See angelangt, wo das Dampfschiff bereits harrt. Die Erde hat uns wieder, diese armselige Mutter Erde mii ihrer grauen Prosa, mit ihren Plackereien und Menschlich­keiten. Aber wir tragen einen Schatz mit heim, ein Bild, das uns noch lange über die trüben Wintertage hinweghelfen wird: die Erinnerung an die Fahrt ins romantische Sonnenland auf dem Rigi.

Vermischtes.

.K Der Verband der katholischen Studentenvereine Deutsch­

unos(nichtfarbentragend) hat in Breslau wiederum einen seuen Verein ausgenommen, den k. St.=V.„Zollern“ von ## Technischen Hochschule, dessen Publikationsfest mit der Kai­Klegeburtstagsfeier verbunden wurde. Der letzteren galt der erste „#l eines stattlichen Kommerses im St. Vinzenzhause. Dann voll­den der derzeitige Vorortspräsident des R.=V., der aus Bonn in“ vergekommen war, die feierliche Rezeption des neuen Vereins den Verband. Von den dem jungen Vereine dargebrachten Nlckwünschen wurden ganz besonders herzlich aufgenommen die sch. V=Verbindung Marchia und die des Rektors der Techni­(en Hochschule, Professor Dr. Schenk. Marchia und Zollern, so ##ie, der Vertreter Marchias aus, wollen in steter unentwegter #gkeit mutig ihr gleiches Ziel verfolgen, der katholischen Welt­an der Technischen Hochschule Achtung zu verschaffen den.% Mitglieder zu Stützen von Altar und Thron heranzubil­gerade“ Magnifizenz sprach seine Freude darüber aus, daß wählt:: ketholische Korporation sich den Namen Zollern er­perk-habe. Name und Farben seien ihm Bürgschaft für die un­Treue der Mitglieder des Vereins zu Kaiser und Mater degründet von den Kartellkorporationen an der Alma

Leopoldina, möge der neue Verein diese seine Herkunft nie Stid und es sich vor allem angelegen sein lassen, mit den fure“ der Universität in steter Fühlung zu bleiben. Gerade der D'ses überaus wichtige Erfordernis des Gedankenaustausches legenk....“ beider Hochschulen sei in Breslau die beste Ge­zugle: geboten; denn die zwei anderen deutschen Städte, die ezn eine Universität und eine Technische Hochschule aufweisen aus“ machten durch ihre ungeheure Größe diesen Meinungs­-ausch geradezu unmöglich.

Im" Internationaler Preis-Weitbewerb vom Roten Kreuz.

v dahre 1902 stiftete die Kaiserin Maria Feodorowna, die ein des russischen Roten Kreuzes, den„Kaiserin Maria ## Prowna=Fonds“ zum Zwecke der Erlangung neuer Erfin­die die Leiden der Verwundeten und Kranken auf dem als sasf“ zu erleichtern imstande sind. Die Zinsen des Kapi­Kreuz. g““. alle fünf Jahre anläßlich der Internationalen Rote­Faulonferenz verteilt werden. Dies war das erste Mal der damals di 3 Konferenz in London 1907. Deutscherseits wurden port=Sosten. ersche Baracke und das Linxweilersche Trans­mit je 3000 Rubeln prämiiert. Der nächste Wett­1912 stalt.. der Internationalen Konferenz in Washington auf z1.. Die zur Verteilung getangenden Zinsen belaufen sich Proz“ is 40000 MA. Deutsches Mitglied des Preisgerichts ist eine weiterss in Charlottenburg.— Nach Teneriffa findet dieses Jahre wissenschaftliche Studienreise im März und April Ueberwal: statt. Bekanntlich wurde im Frühjahr 1909 in dem gesell ein Jebiet am Pic von Teneriffa von Geheimrat Her­Kaiser an; verologisches Observatorium begründet, zu welchem dem schelm das Wohnhaus für die Gelehrten stiftete. Seit­

logischg dort von HergesellsMitarbeitern fortlaufende gero­L Anregung ausgeführt. Im Frühjahr 1910 wurde Sonnenforsch: Internationalen Kommission für Höhen= und eine wissen#nng bezw. deren Vorsitzenden Prof. Dr. Pannwitz unterneeschaftliche Expedition in das Hochgebirge von Teneriffa deutsch“ an der unter Führung von Geheimrat Zuntz komen“erreichische und englische Physiologen, sowie die Astro­sich betein akt aus Paris und Geheimrat Müller aus Pot sam uchungen Z:““. Runmehr sollen sich zunächst weitere 1 er­

Gegenden Lichtwirkung in jenen besonders sonnenbestrahlten Forsch,„“anschließen, zu welchen deutsche, russische und dant'che #er ihre Mitwirkung zugesagt haben.

*—

reite 73 Zenti­war mit Erde gefüllt. ein mäßig erhaltenes Skelett.

Römerfunde aus Neustadt a. d. haardt. Hinter dem An­welen des Weingutsbesitzers Kommerzienrat Witter in der muemiliansstraße wurde bei Rodungsarbeiten eines Weinberges Gemarkung Hüttbrunn, eine der ältesten und besten Weinbergsanlagen Neustadts, ein Steinsarg gefunden. Er

lag in einer Tiefe von 1,10 Meter unter der jetzigen Oberfläche.

Die Lange des Sarges beträgt 2,07 Meter, die meter, die Höhe 65 Zentimeter. Der Sarg Bei der Ausräumung fand sich ein mä kar Kopf Lag im Usten, die Leiche ist weiblichen Geschlechts und zur Zeit des Todes im Alter von 40—45 Jahren. Zu Füßen ((und ein wohlerhaltener Henkelkrug, 23 Zentimeter hoch, aus terra sigillata. Der Henkel hat die Form einer Schlange, die mit und Pepten den Rand der Urne beißt. Wie schon die Form die#m des Sarges zeigt, ist das Grab römischen Ursprungs; die Siur der Skelettbestattung in Steinsärgen kam bei den Römern um 250 nach Chr. in Uebung. In diese Zeit(250—300 X., Ehr.)„verweist uns auch der im Sarg gefundene Tonkrug. Terra sigiuata=Gefäße beginnen in dieser Zeit bereits seltener zu werden. Das Gefäß dürfte in den Terra sigillata=Fabriken von Rheinzabern hergestellt sein. Auf diesen Ursprung deuten ver­chiedene technische Merkmale, wenngleich es bisher noch nicht ge­in, in Rheinzabern selbst die Töpferwerkstätten der späl­römischen Kaiserzeit wiederaufzufinden. Schon im Anfang des vorigen Jahrhunderts wurden in dieser Gemarkung dem Boden zahlreiche Römerfunde entnommen. Inschriftsteine, sowie das Torso einer Rundfigur der Göttin Maja, eine gute provincial­romische Arbeit, haben im neuerbauten historischen Museum der Pfalz eine würdige Aufstellung erfahren. Auch Särge waren hier in jener Zeit— um 1820— schon angetroffen worden; doch der Inhalt derselben, darunter eine größere Anzahl von

ten, doch handelt es sich in diesem Falle nur um Naturgebilde, sogenannte Kugelkonkretionen, wie sie in verwandter Form am Kalmit und Felsenmeer mit Unrecht als Gletschermuhlen be­zeichnet werden.

Einstellung der Arbeiten am Lötschbergkunnel?

Variser Bai

wird dem„B. T.“ gemeldet: Die Lurist- Bauunternehmung des Lötschbergtunnels hat der Berner Alpenbahngesellschaft ein Ul­timatum zugestellt, nach dem die Arbeiten eingestellt werden, wenn bis in acht Tagen der Restbetrag der vertraglich auf fünfzig Millionen festgesetzten Tunnelkosten nicht ausbezahlt worden ist. Die Differenz rührt von dem bekannten Tunneleinbruch im Jahre 1908 her, bei dem 24 Arbeiter den Tod fanden. Es mußte in der Folge eine neue, sicherere Trace eingeschlagen werden, was die Tunnelkosten um 8 Millionen Frcs. verteuert hat. Ueber diese Streitfrage schwebt zurzeit ein schiedsgerichtliches Prozeßverfahren. Da die Bahngesellschaft auf alle Fälle die vertraglich festgesetzten 50 Millionen bezahlen muß, stellt sich die Bauunternehmung auf den Standpunkt, daß der Rest dieser Summe ungeachtet des schwe­benden Schiedsgerichtsverfahrens ausbezahlt werden könne, und daß es gleichgültig sei, in welchem Tunnelteil die Arbeiten aus­geführt werden. Es sind jetzt nur noch 800 Meter des Sohlstollens zu durchbrechen. Die völlige Durchbrechung wird bis Ende März in Aussicht genommen.

BW. Das Carnegie-Instikut.

hie-usnnn Nicht jedem ist es gegeben.

zehn Millionen Dollars mit einem Schlage zu verschenken und dann deutlich zu zeigen, wieviel Vergnugen einem das Schenken macht. Dem Stahlkonig Carnegie ist das Geben aber zu einer Quelle des Vergnügens geworden, wie die Umstände zeigen, unter denen er seine letzte zehn Millionen Dollar=Stiftung für das nach ihm benannte Forschungsinstitut in der Bundeshaupt­stadt bekanntgab. Er lud nämlich den Präsidenten des Instituts, dessen Zweck es ist, wissenschaftliche Untersuchungen, Forschungen und Entdeckungen in der weitestgehenden und freigebigsten Weise zu fördern und zu ermutigen und die praktische Anwendung wissenschaftlicher Errungenschaften zu zeigen, zu einem Besuche ein. Als Robert S. Woodward bei ihm eintrat, hatte Carnegie die Schenkungsurkunde vor sich liegen. Carnegie zeigte aber zum Erstaunen seines Besuchers die verdrießlichste Miene der Welt, sagte ihm, er sei sehr beschäftigt und habe es nicht gerne, wenn man ihn bei der Arbeit störe. Immer mehr wunderte sich Wood­ward, als ihn Carnegie kurzerhand ersuchte, sich im Vorzimmer etwas zu gedulden und damit ihm die Zeit nicht lang werde, etwas durchzulesen; damit drückte der„Stahlkönig“ dem Besucher ein dickes Schriftstück in die Hand. Kaum hatte Woodward das Nebenzimmer betreten, als Carnegie in lautes Lachen ob des ihm gelungenen Streiches ausbrach; minutenlang schüttelte er sich vor Lachen. Carnegie erzählte später seinen Scherz selbst. Das Schriftstück, das er Herrn Woodward mit der erheuchelten verdrießlichen Miene in die Hand gedrückt hatte, war eine Schenkungsurkunde, durch welche die Stiftungen, die er dem er­wähnten Institut bisher gemacht hat, die Riesensumme von 25000000 Dollars erreichen. Den Berichterstattern verhehlte Carnegie sein Vergnügen über die neueste Stiftung nicht. Mit großer Begeisterung sprach er von den Errungenschaften, welche das Carnegie=Institut bereits zu verzeichnen habe, und drückte die Ueberzeugung aus, daß die Stiftung durch die mit ihr er­möglichten Forschungen tausendfältig Zinsen tragen werde, die der ganzen Menschheit zugute kommen würden. Mit sichtlicher Freude sprach Carnegie von den Erfolgen auf den verschiedensten wissenschaftlichen Gebieten und verhieß besonders große Erfolge auf astronomischem Gebiete durch die weitere Erschließung des Reiches der Planeten mit Hilfe eines Riesenfernrohrs auf der von dem Institut in Californien errichteten Sternwarte. Er wies zunächst auf die Arbeiten der nichtmagnetischen acht„Carnegie“ hin.„Diese Jacht,“ so führte er aus,„ist

gebaute

ronze

Das

das erste jemals zu Vermessungs= und Forschungszwecken Schiff, dessen Metallteile nicht aus Eisen, sondern aus bestehen und daher die Magnetnadel nicht beeinflussen. Resultat ist, daß alle früheren Beobachtungen jetzt als ungenau erkannt werden. So fand die„Carnegie" beispielsweise auf ihrer jüngsten Fahrt nach England, daß die Karten der britischen Admiralität Fehler enthalten, und dadurch gelang es, einen Kapitän, der sein Schiff diesen Karten gemäß gesteuert hatte und dabei aufgelaufen war, vor dem Verlust seines Patents zu be­wahren. Die„Carnegie" befährt im Auftrag des Instituts in Washington Jahr aus Jahr ein alle Meere, stellt neue Ver­messungen und Beobachtungen an und korrigiert die Seekarten dementsprechend, und ich glaube, diese Tätigkeit allein rechtfertigt meine neue Schenkung für das Institut. Auf diese Art und Weise ist Amerika imstande, wenigstens einen Teil der großen Schuld an Europa, das uns soviel gelehrt hat, zurückzuzahlen. Es gibt kaum etwas, was mir mehr Vergnügen bereitet, als der Erfolg, den das Institut hat. So stellt dieses jetzt in seinen Laboratorien Versuche an, aus unterseeischen Klippen und Felsen, die in allen Teilen der Welt die Schiffahrt bedrohen, die Bestandteile des Portland=Zements analytisch festzustellen, und mir ist versichert worden, daß dieses wertvolle Baumaterial bald auf der ganzen Erde, wo sich Felsen und Klippen vorfinden, wird hergestellt werden können, während bisher das Zement nur aus selten vorkommenden Stoffen ge­wonnen wurde. Nehmen Sie die Resultate, welche schon jetzt durch die von dem Institut auf Mount Wilson in Californien errichtete Sternwarte erreicht worden sind. Professor Hale, ein junges Genie seiner Wissenschaft, hat dort für seine Beobachtun­gen vollständig neue Methoden angewendet und bisher 60 000

neue Weltkörper entdeckt, die nie zuvor von eines Men­schen Auge gesehen wurden; einige davon zehnmal so groß als unsere Sonne. Die ganze Welt horcht gespannt auf das neue Orakel auf der Spitze des Mount Wilson und in wenigen Jahren werden wir mehr über das Weltall wissen, als sich Galtlei und Copernicus jemals träumen ließen. Eine neue Linse für das große Fernrohr dieser Sternwarte befindet sich jetzt in Arbeit, die 100 Zoll Durchmesser haben und dreimal so scharf als irgend eine bisher angefertigte sein wird, und ich wünsche nur noch so lange zu leben, um die Entdeckungen begrüßen zu können, die Professor Hale mit dem neuen Fernrohr auf Monnt Wilson machen wird. Wirklich, es ist ein Triumph für unser junges Land, der übrigen Welt die Geheimnisse des Weltalls offenbaren zu können. und ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, dieses Werk des Instituts durch meine zweite Gabe fördern zu helfen. Noch manchen anderen wundervollen Forschungen weiht das Institut seine Kraft, und ich zweifle nicht, daß es dabei zu gleich zufriedenstellenden Resultaten gelangen wird. Und wenn eines Tages 50 Millionen Dollars dafür nötig sein werden, so hoffe ich, daß auch dieses Geld da ist, damit die Forschungen nicht be­grenzt zu werden brauchen.“

Die historie vom Elenfleisch. Der„Frankf. Ztg.“ wird ge­

schrieben: Ein finnischer Bauer im Gouvernement Uleaborg hat der hohen Polizei zu einem amüsanten Reinfall verholfen. Ver­breitet sich da eines schönen Tages auf irgend eine Weise das Gerücht, ein als Wilddieb bekannter Bauer habe ein starkes Elen geschossen. Die löbliche Polizei bekommt Witterung von der Freveltat und schickt aus der Kreisstadt nach dem etwa zwölf Kilometer entfernten Dorfe den Länsmann, den Gendarm. Dieser nimmt den Bauer in ein hochnotpeinliches Verhör. Der Rann leugnet beharrlich, ,. 4 4ehm bius u.

„Herr, ein Elen— wo sollte es denn gebiieben seinr Ixall jemand davon gehört, daß ich es verkauft habe? Kann ich es allein essen mit meiner kranken Frau?“

„Wollen schon sehen, mein Pfiffikus!“ sagt ee­und nimmt eine Haussuchung vor. und richtig: da Keller zwei große Tonnen mit Fleisch.

„Was ist denn das, Räuber? Heh?“

„Bei Gott, Herr, das ist Pferdefleisch! Meinen alten Gaut habe ich geschlachtet. Es war die höchste Zeit und dann,— nun man braucht etwas für den langen Winter. Alle Nachbarn wer­den das bezeugen, es war mein Gaul, mein alter Gaut...“

„Deine Nachbarn? Ei, das kennt man. Ihr steckt alle unter einer Decke. Heraus damit!"

Die Fleischtonnen werden beschlagnahmt, auf den Wagen gewälzt und in die Kreisstadt übergeführt. Dort wird Auktion

der Länsmann, findet er im

gehalten. Nun, bei einer solchen Auktion geht alles billig fort, zu wahren Schleuderpreisen. So lassen sich denn die Hotels den Elenbraten nicht entgehen, und auch andere kaufen. Das billige Elenfleisch schmeckt prächtig: alle gestehen, daß es zart und saftig ist. Einige Nörgler, die sich als feine Zungen aufspielen, be­haupten freilich, daß ihm der richtige Elengeschmack fehle. Aber jetzt kommt der Bauer. Er erklärt vor Gericht, daß man ihm widerrechtlich sein Pferdefleisch genommen habe, daß alle Nach­barn beschwören würden, daß er seinen alten Gaul aus Not ge­schlachtet habe. Nun hilft nichts mehr: es wird eine Kommission nach dem Dorf entsandt, die feststellt, daß kein Mensch von einem Elen etwas gewußt, daß der Bauer seinen Gaul geschlachtet, ent­häutet und die Knochen eingescharrt hat. Der Länsmann wird zu hundert finnischen Mark Entschädigung verurteilt, in der Stadt empfinden die Leute nachträglich Bauchgrimmen und die Hoteliers klagen ebenfalls gegen die Polizei, weil sie sie mit dem Pferde= statt Elenfleisch angeschmiert habe.

Literarisches.

* Rechtsanwalt ten Hompel und Aditore Heiner oder der

Antimodernisteneid und die Münstersche Kultur­gesellschaft. Von Dr. Franz Heiner, Uditor der Römischen Rota. Münster i. W. 1911. Verlag von H. Poertgen. 95 S. Pr. 1,50 M.

Beim ersten Lesen der Broschüre wird man vielleicht Anstoß nehmen an dem derbkräftigen Ton, den der Verfasser seinem Gegner gegenüber anschlägt; man kann dazu um so leichter kom­men, als die Darlegungen viel Persönliches enthalten, allzu Per­sönliches, Kleinlichkeiten, wie sie zwar zur Gewinnung des Cha­rakterbildes eines Gegners herangezogen zu werden pflegen, indes gegenüber der Wucht und Kraft der sachlichen Darlegungen mehr zurücktreten sollten. Heiner hätte sie ganz fortlassen können; seine Verteidigungsschrift würde ohne ihren sarkastisch=ironischen Ton, der schließlich ausklingt in den vollen und wie wir annehmen, auch versöhnenden Akkord des Mitleids, jedenfalls nachhaltiger gewirkt haben, als mit der beständigen Haranguierung des Geg­ners. Indessen läßt sich auch vieles zur Entschuldigung dieser Form der Darlegung anführen; es genügt, auf das Vorwort mit seiner kurzen aber vielsagenden Abweisung des Versuchs der Er­langung einer vom Gegner verfaßten Erklärung und auf die im weiteren Verlaufe vermerkte Darlegung eines eingeleiteten Presse­manövers hinzuweisen. Dem Verfasser, der als kerniger Westfale eine in rauhem Gewande sich bergende aber ehrliche, aus seinem Innersten kommende Sprache liebt, ist also bezüglich der Form manches zugute zu halten. Das kann um so unbedenklicher ge­schehen, als dem tatsächlichen Material in seiner Reichhaltigkeit gegenüber die Form schließlich doch in zweiter Linie in Betracht kommt. Die Broschüre beleuchtet die frühere Aktion der Index­liga, deren Vereitelung Heiner sich zuschreibt, ebenso ihren wei­teren Ausläufer, die Gesellschaft für christliche Kultur, als deren Geschäftsführer sich Heiners Gegner vor kurzem erst in der poli­tischen Arena in Erinnerung brachte. Heiner widerlegt gründlich die Behauptung von seiner Mitwirkung an dem Bittschriftunter­nehmen, dem er nicht gerade schmeichelhafte Beiworte angedeihen läßt, und stützt sich in seinen Ausführungen über die Kulturge­sellschaft vielfach auf frühere, in der Folgezeit auch von den Gegnern anerkannte Artikel des„Westf. Merkur“. Sympathisch berührt— abgesehen auch hier von der persönlichen Stellung­nahme zu dem von dieser Verteidigungsschrift Betroffenen— das Kapitel über Schell, dessen Charakterzüge trotz der entschie­densten Zurückweisung seiner theologischen Irrtümer dadurch nur gewinnen können. Das letzte Kapitel behandelt kurz den Inhalt des inzwischen auf den Index gesetzten ersten Heftes der„Grenz­fragen, das den Anstoß zu der vorliegenden Broschüre gab. Es ließe sich noch vieles sagen zu den sachlichen Ausführungen Heiners, für deren Wert auch die Tatsache der binnen wenigen Tagen erforderlich gewordenen zweiten Auflage des Werkes spricht, indessen glauben wir, daß ein näheres Eingehen auf die­selben sich erübrigt, zumal die Leser des„Westf. Merkur" über die ganze Angelegenheit hinreichend orientiert sind. Jedenfalls dürfte Heiners Verteidigungsschrift in ihrem Kerngehalte zu ernstem ruhigem Nachdenken führen.

O P. Heinrich Pesch S. J., Die soziale Befähigung der Kirche. Dritte durchgesehene und ergänzte Auflage. Mit kirchlicher Druckerlaubnis VIII, 643 und XIII Seiten 8' broschiert 4 M, in Ganzleinen gebd. 5 A 50 Z.(Verlag der Germania, A.=G., Berlin C2, Stralauer Straße 25.)

Die Notwendigkeit des Erscheinens einer dritten Auflage in rascher Reihenfolge ist der beste Beweis für die Bedeutung und den Wert dieser Arbeit des bekannten Sozialpolitikers. Heinrich Peschs Arbeit erhebt sich weit über den Rahmen einer gewöhn­lichen Polemik; sie behandelt eingehend die wichtigsten Probleme der Nationalökonomie und der Sozialpolitik, so daß jeder, der nicht selbst langjährige Spezialstudien über diese Gegenstände ge­macht hat, daraus reiche Belehrung schöpfen kann über die bren­nendste Frage, welche heute die Welt bewegt, die soziale Frage. Eine Fülle von Material für sozialpolitische Vorträge bietet das vorliegende Werk. In jedem der 21 Abschnitte und auf jeder Seite verraten sich Klarheit der Grundsätze, Maßhalten im Ur­teile, ausgebreitete Belesenheit, Vertrautheit mit den neuesten Erzeugnissen der einschlägigen Literatur und eine gewisse Vor­nehmheit in Behandlung wissenschaftlicher Gegner. Alle hier be­handelten Fragen haben aktuelle Bedeutung. Wir glauben daher, dieses gründliche und gemeinverständlich geschriebene Werk zur Verbreitung warm empfehlen zu können.

( Biblische Zeitfragen. Wir erhalten folgende Richtig­stellung. Eben werde ich von befreundeter Seite auf eine Notiz hingewiesen, die Sie Nr. 64 Ihres Blattes vom 5. Fe­bruar l. J. über mein Schriftchen„Adam und Eva“(Biblische Zeitfragen, 3. Folge, 11. Heft) brachten. Ihr Rezensent C. R. zitiert daraus den Satz:„Daß es ein erstes Menschenpaar gegeben hat, wie es die Bibel bezeugt, muß die Wissenschaft erschließen" (S. 41 f) und findet darin die gewagte, bedenkliche Behauptung, daß die Abstammung des Menschengeschlechtes von einem Paare als Grundlehre der Offenbarung nicht feststehe. Bei einigermaßen achtsamem Lesen kann es nicht entgehen, daß der Satz in sich und im weiteren Zusammenhange gerade das Gegenteil enthält: so­wohl die Bibel als auch die Wissenschaft nehmen ein erstes Menschenpaar an, die Bibel bezeugt es, die Wissenschaft erschließt es, wie überhaupt„in der biblischen Erzählung wenig Raum für Zweifel und Bekämpfung" ist.(S. 41.) Es ist mir unbegreiflich, wie ein solches Mißverständnis entstehen konnte. Im Interesse der„Biblischen Zeitfragen“, die C. R. auf solch unhaltbarer Grundlage bemängelt, ersuche ich Sie höflichst, die Sache zu berichtigen.

München. J. Goettsberger.

(Goethe und die Romantik ist ein Thema, das gerade jetzt bevorzugtes Interesse beansprucht. Die 38. Lieferung der Illu­strierten Geschichte der Deutschen Literatur von Professor Dr. Auselm Salzer(München und Berlin. Allgemeine Verlagsge­sellschaft m. b. H. Preis jeder Lieferung 1 A) bietet darüber einen sehr lesenswerten Abschnitt. Zutreffend bemerkt der Verfasser, daß Goethe nicht nur seinem Volke, sondern der ganzen Welt ge­höre; er ist auch neben Homer und Shakespeare der einzige Welt­dichter, der seine eigene nationale Sprache spricht und doch für alle verständlich ist. Der nächste Abschnitt ist dem schwäbischen Dichterkreis gewidmet. Eingehendere, lebensvolle Behandlung finden naturgemäß Uhland, Just. Kerner, Haufs und Mörike. In der 39. Lieferung kommen sodann Die österreichischen Dichter zur Darstellung. Eine stattliche Reihe glänzender Namen, wir brauchen nur Grillparzer zu erwähnen, führt uns Professor Salzer darin vor. Aufs Beste vertraut mit den einzelnen Dichterpersönlichkeiten, zeigt sich auch hier, daß der Verfasser durchaus maßvoll und ge­recht in seinem Urteil ist, und daß er es versteht, jeden Abschnitt in seiner Eigenart zu beleben und anregend zu schildern. Der Bilderschmuck dieser zwei Lieferungen mit 5 Beilagen ist wie immer reich und vornehm.

## Der Schwester Vermächtnis. Roman von E. Kricke ­berg. Verlag von Philipp Reclam jun. 368 Seiten.

„Der Schwester Vermächtnis“ ist ein vierjähriges Töchterchen, das den Todeskeim bereits mit auf die Welt gebracht hat. Ruth, die jüngste der beiden Töchter der verwitweten Rätin Fabrizius, war die Gattin des argentinischen Ingenieurs und Fabrikbesitzers Egbert Reinhard geworden, hatte in der neuen Heimat indes die Geburt der kleinen Ellen mit dem Tode bezahlen müssen. Klein­Ellen war ein schwächliches Wesen, dessen unabwendbares Ende das südamerikanische Klima nur beschleunigt haben würde,— Grund genug, für den Vater, das Kind der sorglichen Obhut seiner Schwägerin, ebenfalls Ellen genannt, in Deutschland anzuver­trauen. Der Vater bringt das Kind selbst in die Heimat seiner verstorbenen Frau. Hier wird Klein=Ellen sogleich der Mittel­punkt der Familie Fabrizius, namentlich die Schwägerin Ellen widmet ihre ganze Liebe dem Kinde. Kein Wunder, daß sich das Kind an diese„Tante=Mutter" gewöhnt, und der Entschluß Egberts und seiner Schwägerin, ein geschwisterliches Verhältnis unter der Form der Ehe einzugehen, ist nur von dem Gedanken geleitet, daß Klein=Ellen auf diese Weise ihrem Vater, wie ihrer, Mutterstelle vertretenden Tante Ellen, möglichst nahe bleidt. Die Verfasserin erzählt uns dies einfach und ansprechend; das Seelen­leben der beiden Menschen findet eine gut durchgearbeitete Schil­derung; ihr Ringen miteinander— Ellen trauert einer vor Jahren schon aufgelösten Verlobung nach, Egbert hat in seiner kurzen Ehe nicht immer nur gute Erfahrungen gemacht— ihr Kämpfen gegen klatschsüchtige Nachbarn, das Sorgen um das mit dem Tode rin­gende Kind haben in dem Roman eine gute, so recht dem Leben nachempfundene Darstellung empfangen. Der Leser folgt voller Anteilnahme den verschiedenen Phasen der Handlung, bis der Tod seinen Schleier über Klein=Ellen ausbreitet und endlich— nach so manchen Mißverständnissen und Mißdeutungen— die Sonne einer frohen Zukunft über dem gemeinsamen Lebenspfade zweier schenkinder aufgeht, deren bisheriges Leben getragen war schtverstehen und der Mißgunst anderer. C.

Wen

ven sigenen bochnie

2 Auseie Dächer. Verag Asein u. Co, Veria. Praia

1 M.

In der Reihe der Ullstein=Bücher ist ein Roman von Max Kraetzer:„Der Mann ohne Gewissen" erschienen, Dieser„Mann ohne Gewissen“ ist der kleine Kommis August Gläser, der sich mit den Riesenkräften des gewissenlosen Tat­menschen in den Strom des Berliner Erwerbslebens stürzt, Skrupellos in der Wahl seiner Mittel geht er über Leichen, um sein Ziel zu erreichen, die Riesenstadt zu erobern. Ungeheure Bodenspekulationen führen ihn auf eine ungeahnte Höhe, da kommt der Krach, der Sturz in die Tiefe. Kraetzers Roman ist fesselnd geschrieben und zeigt dem gereiften Leser ein anschauliches Zeitbild. □

e] Pharus. Katholische Monatsschrift für Orientierung in der gesamten Pädagogik. Herausgegeben von der Pädagogischen Stiftung Cassianeum. Verantwortlicher Chefredakteur: Josef Weber. Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer, Donauwörth. Preis halbjährlich 4 K.

Inhalt des 2. Heftes. Direktor Ludwig Auer bespricht die Aufgaben, welche Die Pädagogische Stiftung Cassianeum dem „Pharus“ auferlegt.— Privatdozent Dr. Grunwald untersucht Foersters Willenspädagogik im Verhältnis zur Willenspädagogik der katholischen Kirche.— Hilfsschullehrer Weigl skizziert Die Schule des„unmittelbaren Wissens" und liefert damit einen Bei­trag zum aktuellen Streit um Lern= und Arbeitsschule.— Rektor Görgen bringt den Schluß seiner mit Wärme geschriebenen Arbeit Lorenz Kellner, der Persönlichkeitspädagoge.— Professor Gerster erörtert Theoretische und praktische Erziehungs= und Unterrichts­fragen in der Schweiz.— Lateinschulrektor Roloff orientiert über die schwebenden Fragen der Staatsbürgerlichen Erziehung.— Die Rubrik„Frische Bahnen" enthält lebensvolle Gedanken und Beispiele zur Heimatidee im Unterricht und Zur Praxis des Werkunterrichts(Billiges Material).— Leseproben aus Büchern von Lorenz Kellner und W. v. Kügelgen bieten ernste und heitere Blicke ins pädagogische Leben.— Den Abschluß bilden eine reich­haltige Rundschau über aktuelle Fragen; Mitteilungen über Kurse und Ausstellungen; ein Auszug aus der Zeitschriften=Literatur und die Bücherschau.

le) Photographische Mitteilungen. ft für die Photographie unserer saul Hanneke. Bilderredaktion: L 19—24(IV. Quartal). 3 M. Verlag von Gustav Schmidt, Ber­lin W. 10.

Mit den Heften 19—24 ist der Jahrgang 1910 dieses ausge­zeichneten Blattes abgeschlossen, der die Anerkennung für sich in Anspruch nehmen darf, in jeder Hinsicht seinen Abonnenten ein treuer und zuverlässiger Berater und Interpret gewesen zu sein. Das ist der beachtenswerte Vorzug dieser Zeitschrift, daß sie in photographisch=technischer Hinsicht nichts veröffentlicht, das nicht die kenntnis= und erfahrungsreiche Prüfung und Beurteilung der Herausgebers einwandfrei bestanden hat. Der Lesestoff dieser Zeitschrift ist denn auch nur für alle jene, die ernsthaft photo­graphieren, die mehr wollen als nur knipsen und sich unterhalten. Ebenso erkennt man in der Auswahl der Bilder, die in tadellosen Reproduktionen— teils sogar in Gravüre— vorgeführt werden, die zielbewußte Hand eines als Photograph und Künstler gleich erfahrenen, urteilsreichen Mannes. Auch hier das Bestreben, keine Alltagsware, die nur dem oberflächlichen Durchblättern dient, zu bieten, sondern photographisch und auch künstlerisch ge­haltpole Schöpfungen, die nach irgendeiner Seite als aus der großen Masse hervorragende Leistungen anzusprechen sind, die Anregung bieten und zur Nachahmung auffordern. Wir empfeh­len dieses Organ allen Photographierenden aufs neue. Ein Pro­beheft liefert der Verlag kostenlos.

Illustrierte Halbmonats­seit. Herausgegeben von tto Ewel. 1910. Heft

Gottesdienst=Ordnung.

Besondere Andachten im Laufe der Woche:

Hoher Dom: Hl. Messen von 5½—8 Uhr. 8½ Chor­dienst. 9 Uhr Conventualamt. 10 Uhr letzte hl. Messe. Nach­mittags 2 Uhr Vesper: Samstag 3 Uhr. Montag morgen 7 Uhr Pestmesse. Freitag nach dem Hochamt Segen mit der Partikel des hl. Kreuzes.

St. Aegidiikirche: Dienstag morgen 8½ Uhr Pest­messe. Von Mittwoch, den 15. Februar an beginnt die Schulmesse an den Werktagen um ½ 8 Uhr. Donnerstag 8 Uhr Sakraments­hochamt. Abends 7 Uhr Sakramentsandacht.— St. Anto­niuskirche: Am Mittwoch, 15. Febr. beginnt die Schulmesse 7,25 Uhr. Die letzte hl. Messe 8 Uhr.— St. Josephs­kirche: Donnerstag morgen 7¼ Uhr Sakramentshochamt.— St. Lambertikirche: Donnerstag morgen 8 Uhr Sakraments­hochamt. Abends 7 Uhr Sakramentsandacht.— St. Lieb­frauenkirche: Donnerstag morgen 8 Uhr Sakramentshochamt. Samstag 7 Uhr Hochamt. Nachmittags 4½ Uhr Andacht.— St. Ludgerikirche: Montag 6 und 7½ Uhr hl. Messen für die verstorbenen Mitglieder der Armenseelen Bruderschaft. Mittwoch Pestmesse. Donnerstag 8 Uhr Sakramentshochamt. Freitag abend 7 Uhr Herz Jesu=Andacht.— St. Martinikirche: Freitag 6½ Uhr Pestmesse und Segen. Samstag 4 Uhr Andacht.— St. Servatiikirche: Dienstag morgen 7 Uhr Pestmesse. Mittwoch abend 7 Uhr Muttergottesandacht.— St. Klemens­kirche: Täglich 6 und 8 Uhr hl. Messe.— St. Magdalenen­kirche: Jeden Morgen 8 Uhr hl. Messe. Donnerstag: Feier des Ewigen Gebetes: 5 Uhr Aussetzung des hochw. Gutes und 1. Hoch­amt. ½7 Uhr hl. Messe. 9 Uhr 2. Hochamt. Nachmittags 3 Uhr Andacht. 6¼ Uhr Schlußandacht: Complet, Litanei, Tedeum und Segen.— St. Franziskanerkirche: Dienstag abend 6 Uhr Antoniusandacht.— Klarissenkirche: Dienstag 5 Uhr An­toniusandacht.

Jeier des Ewigen Gebetes im Bistum Münster.

Sonntag, 12. Februar: Donsbrüggen und Bruckhausen, nachts St. Marienhospital Neuenkirchen bei Rheine.— Montag, 13.: Leutherheide, nachts Klarissen zu Kevelaer.— Dienstag, 14.: Walbeck, nachts St. Gerburgishospital zu Nottuln.— Mittwoch, 15.: Olfen, nachts Josephshaus zu Münster.— Donnerstag, 16.:

Werse.— Samstag, Geldern.—

Sonntag, 19.: Sterkrade(St. Clemens) und Rheinberg, nachts Kloster Hamicolt.

Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg=Amerika=Linie.

„Elswick Manor“, 9. Febr. 4 Uhr 30 Min. nachm. in Balti­more.„Patricia“, von Baltimore kommend, 9. Febr. 10 Uhr morg. Dover passiert.

Die nächsten Abfahrten von Post= und Passagierdampfern finden statt:

Nach Newyork: 16. Februar„Amerika". 23 Februar „President Grant“. 2. März„Kaiserin Auguste Victo­ria“. 4. März„Pennsylvania“. 11. März„President Lincoln", 18. März„Amerika“. 23. März„Pretoria".— Nach Boston: 14. Febr.„Silvia“. 28. Febr.„Patricia".— Nach Baltimore:

14. Fdr.„Silvia“. 28. Fbr.„Patricia“. Nach Philadelphia: 26 Fbr. „Prinz Adalbert“.— Nach New=Orleans: 15. Febr.„Hohenfelde".

15. März„Atlantic".

Letzte Nachrichten über die Bewegungen der Schuelldampfer des Norddeutschen Lloyd in Bremen.

„Roon“(nach Newyork) 9. Febr. in Newyork.„Friedrich der Große"(nach Newyork) 8. Febr. Eastbourne passiert.„Frankfurt" (nach Philadelphia und Galveston) 9. Febr. Vorkum=Riff passiert. „Crefeld“(nach Brasilien) 8. Febr. von Pernambuco.„Würz­burg(nach Brasilien) 6. Febr. in Rio de Janeiro.„Großer Kur­fürst"(nach Australien) 8. Febr. von Port Sudan.„Franken" (nach Australien) 9. Febr. von Las palmas.„Schlesien"(nach Australien) 8. Febr. in Adelaide.„Kleist"(nach Ostasien) 9. Fedr. in Antwerpen.„Lützow“(nach Ostasien) 9. Febr. von Genug. „York“(nach Ostasien) 8. Febr. in Hongkong.„Main“(nach Bre­men) 9. Febr. in Bremerhaven.

Dampfer=Expeditienen des Norddeutschen Lloyd in

Bremen in der Zeit vom 12. bis 18. Februar 1911: Ab Bremer­haven:„Seydlitz“, 15. Febr. nach Australien.„Main“ 16. Febr. nach Baltimore.„Prinz Friedrich Wilhelm" 18. Febr. nach New­york über Southampton=Cherbourg.„Gotha“, 18. Febr. nach Ar­gentinien.— Ab Newyork:„Kronprinz Wilhelm" 14. Febr. in Bremen.„Roon“ 16. Febr. noch Bremen.„Berlin" 18. Febr. nach Genua.— Ab Baltimore:„Chemnitz“ 15. Febr. nach Bremen.

(Die weiteren Listen sind bei H. Coenen, Münster, Königstraße, einzusehen.)

für den redaktionellen Teil: Hauptredakteur Theoder Werneche Rleeie Reegen, beide in Müniten

für dan Anzeigen= und Reklamentelt

Ein ausgezeichnetes Mittel für die Haarpflege, das die Kopf­haut in gesundem Zustande erhält, die Schuppenbildung beseitig und den Haarwuchs mächtig anregt, kann man sich nach folgendem Rezept in jeder Apotheke oder Drogerie zusammenstellen lassen: 1 gr. krist. Menthol wird zunächst in 85 gr. Bay-Rum aufgelöst, dann wird 30 gr. Livola de Composte zugefüllt. Die Mischung wird tüchtig durcheinandergeschüttelt und ist nach halbstündigem Stehen gebrauchsfertig.

Wenn man die Flüssigkeit ein= oder zweimal sorgfältig in die Kopfhaut einreibt, spürt man bald ihre wohltätige Einwirkung auf dieselbe; das lästige Jucken vergeht fast sofort bei der ersten Anrgenburg,

Man kann zum Parfümieren auch noch ½ Teelöffel voll fei­neren Parfüms zugeben.

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