1 1. Februar 1911. rsctien werfultous-Lexiion s tan der Geschätesse konntag, 12. Februar. Preunslsche " 4ranstalt e er wiche und theoretischer Un der venen Kurns an.. 8 18. April 1911. # die Direktion. 9923 5111 ang Katharinenstr. 2 2 schön möblierte z bernteten.„ waren= Geschäft ungen, strebsamen zerkäufer. bote mit Gehalts=Ansprüche abschriften unter A. K. 3497 aciteste e d. Westiäl. Mackur das hiesige Gräfliche H## m 1. Aptil d. J. ein brau## Tiener von Galen'sche Rentei## u bei Lippborg 1. habe ein noch sehr gutes, rauchtes Planino verkaufen. Garantie jahre. 3513 F. Dahmen, Warendorserstraße 15. rstag, den 16. d. abends 6 Uhr esversammlung estauf ant Stienen. Tagesordnung: ichterstattung. hnungslegung bezw. ens ung. t für 1911. hl von Vorstands= Al dern. schiedenes ev. Anträge. et freundlichst ein r. den 8. Februar 1911# Der Vorstand. Ratholischer sellen=Verein. Winterfestl ihren-mitglieder findet statt um , den 13. Februa# mitlich 7½ Uhr, ologischen Garten. ren=Mitglieder mit Fam freundlichst eingelader. sind vorher beim Vereins zu haben. Das Komitee. : Fra. Dieckmann. Kferhof. Ftim Wintergarten“ den Sonntag, ihrt von ersten Kräften.# sant.=Regts.„Herward 9 von Bittenfeld". ng 6 Uhr abends. hmer Aufenthalt fü Familien. 2686 Hochachtungsvoll Försterling. we 9 Gesellenverein. elseitigen Wunsch! , den 12. Februarbm. 5 uhr: ialige Aufführung eise um die Erde 60 Tagen“. Büldenn mit Gesang nach der Erzählung der J. Berne. sten des GesellenHospizes. PTheatt 8910 köin Der Westiäl. Werkur erscheint täglich zweimol, in Toge nach Bonn- und Teiertagen einmal. H##lagen: Illustrierte Unterhaltungs=Beilage(wöchentlich) Punp Verlosungsliste von Wertpapieren(3 mal monatlich), Schastion: Gütkegalle 1—3. Sprechstunde 10—11 Uhr Vorm. Lechäftsstelle: Könlgstr. 39. Geöfnet 3 Uhr vorm. bis 7 Uhr abde. vierlag und Rotationsdruck der Westsalischen Vereinsdruckeret. G#obenummern: Achttägiger Probeversand des Westsälischen „zur gratis und franko. Bestellungen mit deutlicher Adressenzugabe wolle man richten an die Geschäftsstelle, Königstraße 59. Telegramm-Adreile: Ilerkur, Müniterweitt. Seeniorech-Hnichluß: Redektion Nr. 203, Geichdftsitelle Nr. 112. Segründet 1822. Illorgen-Husgabe. 1911.— Nr. 77. Bezugspreise: Vierteljährlich: In Münster bei der Geschäftsstelle Mi. 8.00; and“ wärts bei allen deutschen Postämtern Mr. 3.50. Zweimonatlich: In Münkter bei der Geschäftestelle Mk. 2.00; auswärts durch die Boß jedoch nur für die beiden legten Mtougteg eines Quartals) Mr. 2.34. Einmonatlich: In Münster Mk. 1.00; auswärts durch die Post““ jeden einzelnen Monat des Quartals zulässig) Mi. 1.17. Einzelnummer: Zu haben in der Geschäftsstelle, an den 1 hösen 2c. à Exemplar 10 Pig. Anzeigenpreise: Für die Petitzeile oder deren Raum 25 Pfg., Feklamezeile 75 Vig. Anzeigen-Annahme: In Müniter Königstraße 59, some sümtliche Annoncen-Bureaus des In= und Auslandes. Erstes Blatt. Das Schrift= und Buchwesen der Brüder vom gemeinsamen Leben. II. (Schluß.) Kirchlichen Inhalts sind die meisten Handschriften Fraterherren. In den Bibllotheken von Belgien und golland sind sie noch in großer Anzahl zu finden. Die VulKirchenväter, Erbauungsbücher, Antiphonarien, Chorusw. wurden häufig für Klöster und Kirchen angefertigt. Beliebt waren auch Anthologien(rapiaria) aus glassikeen(Sencca), Kirchenvätern(Augustin, Bernhard) und anderen Schriftstellern. Ursprünglich legten die Brüder mehr auf Korrektheit der Texte und Deutlichkeit der Schrift als auf schöne Ausstattung Wert. Später sind sie hierin ahne Zweifel den Wünschen ihrer Auftraggeber mehr entgegengekommen. I. B. Nordhoff hat vor Jahren in den munsterländischen Kirchen, meistens der holländischen Grenze entlang, eine ansehnliche Reihe von Chor= und Meßbüchern festgestellt, die dem Fraterhause in Münster(gegründet 1401) entstammen. Die kostbareren weisen sich durch einen Vermerk als Arbeiten der Fraterherren aus, den einfacheren, die in Schriftform, Initialen und Randverzierung mit jenen übereinstimmen, fehlt diese Angabe. Die Ausstattung ist oft prächtig. Eins der schönsten Exemplare, ein Antiphonarium in Ennigerloh, schließt mit den fast typischen Worten: Anno domini MCCCCLXXIX scriptlus et completus est iste über in domo fratrum communis vitae ad fontem salientem in Monasterio. Qui utitur conoret pro ipsis. „Die großen mannigfaltigen Initialen lassen nach allen Seiten auf die freien Ränder ein Gewebe der zartesten Verfädelungen in den hellsten Farben aussprießen. Eine Perle der Pergamentmalerei und ein Spiegel des zeitigen Kunststils erscheint ein Passionsbild in Folio. Den Rahmen bilden vegetabile Muster, zum Teil nach dem Akanthus genommen, Teil Blütenkolben und Knospen, in den buntesten Verschlingungen und Farben miteinander verwunden. Im Bilde stehen zu jeder Seite des Kreuzes vier Personen, links die Gruppe der heiligen Frauen, dem Kreuze zunächst die heilige Mutter, welche ihren tiefen Seelenschmerz weniger im zartempfindenden Antlitz als in der Haltung offenbart. Sie würde zusammensinken, wenn nicht der heilige Johannes unter ihre Arme griffe. Rechts die Henker, Maria Magdalena umklammert das Kreuz, in allen Gesichtern spielt ein dler Schmerzensausdruck, auch die Henker dürfen ihre böse ##eele wohl in der Handlung, aber nicht in den Zügen des Gesichtes ausprägen. Namentlich milde ist der Gesichtszug des Gekreuzigten, seine Gestalt noch lang gezogen. Gegenüber diesen idealen Schönheiten bricht der Realismus in allen Aeußerlichkeiten durch. Die Frauen haben ihre Kopfund Halstücher, Johannes ein schön gelocktes, goldiges Haar, und über einem grünen Unterkleide einen roten Mantel, die Henker tragen halb weiße, halb blaue Kleidung. Statt des früheren Goldgrundes wölbt sich oberhalb der Szene der dunkelblaue Himmel, durchflattert von Spruchbändern, wovon der am oberen Kreuzbalken die letzten Worte Jesu enthält. Unterhalb am fernen Horizont erheben sich Burgzinnen und Kirchtürme zwischen sanft gewölbten Hügeln, die sich mit leichten Wölkchen berühren. Die Farben sind mannigfaltig und gut vertrieben selbst in den Uebergängen; die hellen Töne walten vor, Schwarz ist gar nicht angewandt.“ Eins der ältesten Chorbücher von 1425 in Nienborg, Kreis Ahaus, zeichnet sich ebenfalls durch ein herrliches Passionsbild aus.„In einer gelben, gold= und blaßroten Einfassung, deren vier Ecken die Symbole der Evangelisten einnehmen, hängt die etwas schlanke, leidende Gestalt des Gekreuzigten, dem die schönen Gestalten der heiligen Mutter und des Liebesjüngers, beide mit breitem Nimbus, zur Seite stehen, während schwebende und stehende Engel in goldenen Kelchen vas Blut des Gekreuzigten auffangen. Die Kosten solcher Prachtwerke waren für die damalige Zeit ziemlich erheblich. Ein Chorbuch mit guter Schrift, schönen Initialen und Randverzierungen, aber ohne freie Bildwerke, in Folio, 516 Seiten stark, das in der Kirche in Borken aufbewahrt wird, hat folgende Inschrift: lunc librum fecit scribi, illuminari et ligari dominus Jonännes Wilkini, decanus veteris ecclesise sancti Pauli Mohasteriensis, pro triginta octo florenis Rhenensibus, octo solidis et sex denariis. Fraterhaus zum Löwenbach in Marburg bekam 1013 für acht große Bucher, die es für die Barfüßer daselbst schrieb,„258 Gulden und ein Ortt Rinisch“. Wie sie ausbestattet waren, ist allerdings nicht gesagt. Wie für alle Bücherschreiber, so bedeutete natürlich auch für die Fraterherren der Buchdruck eine tief einschneidende wirtschaftliche Umwälzung. Arbeit und Verdienst waren plötzlich in Frage gestellt, und da sie mit dem Ertrage des Bücherschreibens ihren Unterhalt zum größten Teil zu decken gewohnt waren, werden sie kaum in den Jubelruf eines italienischen Schreiberleins eingestimmt haben: „Quis labor est fessis demptus ab articulis!“ Eine Zeitlang wurde ja allerdings auch nach der Einführung des Buchdrucks noch weitergeschrieben. 1507 verlieh der Utrechter Weihbischof„allen, welche den Kogelherren etwas zum Schreiben, Illuminieren oder Binden geben, Indulgenz. Aus dem Jahre 1513 habe ich schon ein Beispiel ungefuhrt. In den mecklenburgischen Rentereirechnungen von 1515 heißt es:„XXV gulden den fratern zu rostock von eynem Sanckbuche zu schribenn off die Kapelle zu güstrow. Dienstag nach Lucie. Herzog Heinrich.“ Eine Reihe von Fraterhausern aber ging früh zum Buchdruck über. So finden wir Druckereien der Brüder in Brüssel und Löwen. In Deventer wurde die Gründung versäumt, obwohl dort sonst besonders eifrig gedruckt wurde. Doch unterstützte Richard Paffraet, der rührigste Drucker in Deventer, die Brüder, die der Druckerei gute Dienste leisteten. In Deutschland wissen wir nur von zwei Druckereien der Brüder genaueres: von Marienthal im Rheingau und Rostock. Es gehen freilich in der Literatur noch ein paar andere um. Madden hat dem Fraterhause Weidenbach in Köln eine Druckerei beigelegt und sogar gemeint, der berühmte englische Drucker Caxton habe dort gelernt. Es steht jetzt fest, daß es diese Druckerei nicht gegeben hat. Die von Falkenstein erwähnte Druckerei der kratres vitae communis in Nürnberg verdankt einer Verwechselung mit den Augustinern ihr Dasein. Endlich hat man noch neuestens die beiden ersten Magdeburger Drucker Albert Ravenstein und Joachim Westval (1483/84) für Fraterherren gehalten, weil es in der Schlußschrift des niederdeutschen Evangelienbuches von 1484 heißt: ...„dorch de meystern dusser kunst Albertum rauensteyn Jochim westual brodere in der staed Magdeborch.“ Ich muß aber gegen diese Annahme einige Bedenken erheben. Einmal findet sich die Bezeichnung„brodere“ nur in dem einen Drucke, fehlt aber in den anderen der beiden Kompagnons. Dann würden sich die Drucker gar nicht nennen, wenn sie Fraterherren wären, sondern es würde(ohne Namen) heißen: per fratres communis vitac o. ä. Wenigstens lernen wir einen Drucker des Rostocker Hauses nicht aus seinen Werken, sondern zufällig aus einer Urkunde kennen und von denen in Marienthal hören wir gar nichts. Noch weniger aber hätte Westval, wie er es tat, die Typen mit nach Stendal nehmen und damit weiterdrucken können, wenn sie dem Fraterhause und nicht ihm persönlich gehört hätten. Endlich gründeten die Fraterherren erst 1488 in Magdeburg eine feste Niederlassung, und daß sie schon vorher gedruckt hätten, kann man nicht gut annehmen. Was „broder“ in jener Schlußschrift bedeutet(Sozius?), will ich nicht entscheiden. Die Presse der Kogelherren in Marienthal begann ihre Tätigkeit 1468 mit einem Ablaßbriefe, einem Einblattdrucke. 1474 folgte eine bedeutendere Arbeit, ein zweibändiges Brevier. Die Vorrede hebt hervor, daß auf die Herstellung besondere Sorgfalt verwendet wurde. Der Druck wurde sowohl auf Pergament wie auf Papier ausgeführt. Ein vollständiges Exemplar der Pergamentausgabe ist aber nicht erhalten; neun Blätter daraus besitzt die Nationalbibliothek in Paris. Der letzte datierte Druck ist ein Ablaßbrief aus dem Jahre 1484. Im ganzen sind vier datierte und zehn undatierte Drucke erhalten, alle theologischen Inhalts. Von den charakteristischen Typen geben Falk und Kelchner Faksimilien. Die Drucke zeichnen sich noch dadurch aus, daß sie weder Blattzahl noch Signaturen, noch Kustoden haben. Die Druckfarbe ist nur eine, schwarz. Die Anfangsbuchstaben hat der Rubrikator durch einen kräftigen roten Strich hervorgehoben, die Initialen sämtlich nachgetragen, manche sehr fein. Von Lesezeichen finden sich Punkt, Doppelpunkt und Trennungsstriche. Abkürzungen sind in sehr großer Anzahl vorhanden. Die Michaelisbrüder in Rostock druckten 1476 die Werke des Laktanz(vollendet am 9. April). Die Druckerei ist also sicher 1475 errichtet worden, demnach eine der ältesten in Norddeutschland. Der Laktanz ist ein Foliant von 203 Blättern von schönem, festem Papier, ohne Blattzahlen, Signaturen und Kustoden. Die Initialen sind abwechselnd rot und blau gemalt, die Anfangsbuchstaben der einzelnen Sätze senkrecht rot durchstrichen. Die Typen sind kleine gotische Lettern, den ältesten Lübeckern ähnlich. Nachher haben sich die Brüder noch große und kleine Missaltypen anX lrrungen. Von G. W. Appleton. (8. Fortsetzung.) Darauf sprang er in den Wagen und gab dem Kutscher 2# erforderliche Anweisung. Bei seiner Ankunft schlenderte hompson gemütlich auf und ab. Was Neues, Thompson?“ fragte Beale seinen UnterNicht viel, Herr Inspektor. Vor, ungefähr einer Nunde bemerkte ich einen Laufburschen, in dem ich nach Ner Beschreibung sofort den Biddles erkannte. Ich folgte on nach einer Villa drunten in Park Village und sah ihn einen Brief abgeben. Als er herauskam, sagte ich zu hies 2: Entschuldigen Sie, junger Mann, wer wohnt denn ich: Frau Rhodes,“ antwortete er.„So,“ sagte ich, süche ein Fräulein Perkins. Könnten Sie mir vielleicht leiten, wo Fräulein Perkins wohnt?“„Nein, Herr, ich e er,„das weiß ich nicht.“„Danke bestens, sagte Se1° zing dann wieder hinter ihm her nach dem Atelier. ldem ist er noch nicht wieder herausgekommen. beis war recht, Thompson,“ sagte Beale.„Der Mann, a; dem Biddles beschäftigt ist, steht, glaube ich, mit dieser 3chodes in irgendwelchen Beziehungen und hat ihr ad: Parte geschickt und sie wahrscheinlich zum Essen eingeheuts Dalten Sie scharfen Ausblick nach Biddles, wenn er lsch etmgg.. Hause geht. Sie erfahren dann war:vompson grüßte.„Jawohl, Herr Inspektor,“ antbrtete er und entfernte sich. zu 3deale griff in die Tasche und fühlte nach dem Schlüssel Schlaß. Dgons Atelier; gleich darauf steckte er ihn ins so Es war ein trüber Tag, der Himmel war schwarzgrau, birm“ Atelier im Halbdunkel lag. Als ihm dann der zeltee Gott mit den Glasaugen wohlgefällig zublin"; Frat er eiligst zurück, stieß sich ans Schienbein und phagahe der Länge nach in einen ägyptischen SarkoAtelier?“:„Und so was nennen die Menschen nun ein mer noch este er dann.„Dagegen ist die Schreckenskamund ehrlichts. Beale, alter Junge, wenn du offen ein willft, mußt du gestehen, daß dir's hier unAtesich ist— unheimlich.“ Er marschierte ans Ende des nach war(205 den Vorhang zurück. Allem Anscheine Untersuch verändert worden. Um sich die fernere und un" zu erleichtern, zündete Beale eine Kerze an unmittes: 3% nun, mit dem Leuchter in der Hand, seine elbare Umgebung einer genauen Inspizierung. nicht!“ sagte er.„War das Werk einer Minute. Sieht * uus, als ob ein längerer Kampf stattgefunden hätte, V. h eug eusge espeugz, engber gr geschafft und größere Arbeiten für gottesdienstliche Zwecke der Diözesen Lübeck und Schleswig gedruckt. Als aber das Schweriner Domkapitel 1522 beabsichtigte, ein Brevier herauszugeben, fehlte es den Brüdern an Brevierlettern und sie mußten sich begnügen, das Buch in Verlag zu nehmen. In dem Vertrage mit dem Domkapitel heißt es: Dat desulfften fratres schollen und willen up ere eigene kost, sorge unnd eventure drucken und bereyden laten gude, schone, wolgecorrigirde brevire mit ruberiken und sulker dubbelden litteren,, darymt dat kleyne corpus iuris canonici tho Paris de anno dusent und achtes!) gedruckt is... ock desulven fratres to eyner tydt so vele mogen der boke drucken laten, wo ene sulvest belevet unnd sick vorhape sunder eren schaden tho verslitende unnd to vorkopende. Es wurde außerdem festgesetzt, daß das gebundene Exemplar nicht mehr als drei Mark lübisch kosten sollte, „Id were denne dat eyner sunderlike bereidinge synes bokes begerde, de mucht sick darumme mit enhe verdragen, so he lichts konde“. Das ungebundene Exemplar sollte für 2½ Mark verkauft werden. Das Brevier ging 1529„hoc novo literarum genere“ aus der Offizin der Witwe des Thielman Kerver in Paris hervor und trägt den Verlagsvermerk: Venundantur Rozstochii per Fratres domus viridis horti apud sanctum Michaelem. Bei dem festgesetzten Preise blieb es. Die typographische Wirksamkeit der Brüder in Rostock erstreckt sich über 56 Jahre. Es sind etwa dreißig Drucke von ihnen bekannt: Kirchenschriftsteller, liturgische Werke, Predigtsammlungen, Erbauungsliteratur in lateinischer, niederdeutscher und teilweise dänischer Sprache. Ihr letzter Druck war Emsers neues Testament(1532). Er wurde dem Hause verhängnisvoll. Schon im Dezember 1529 schrieb Herzog Heinrich, den Luther aufmerksam gemacht hatte, an den Rostocker Rat und ließ den Brüdern besehlen, das Buch nicht zu drucken oder in Verkehr zu bringen. Das Verbot wurde, vielleicht im Vertrauen auf den katholischen Herzog Albrecht nicht beachtet und das Buch nicht nur gedruckt, sondern auch ausgegeben(ein Exemplar in Stuttgart). Der Rektor Martin Hillemann wurde nun rom Rate mit Hausarrest und der Drucker Johann v. Holt mit-Gefängnis bestraft. Letzterer hatte bei Herzog Albrecht von Anschlägen gegen den Syndikus Oldendorp, den Vorkämpfer der Reformation in Rostock, und gegen die ganze Stadt gehört, aber nur seinem Rektor Mitteilung gemacht. Beide mußten Urfehde schwören. Das Drucken scheint ihnen verboten worden zu sein. Doch blieb die Druckerei in ihrem Hause, das noch bis 1559 bestand, und scheint sogar später noch gelegentlich benutzt worden zu sein. Wenigstens weist eine 1572 gedruckte Flugschrift ihr Druckerzeichen auf, einen großen Holzschnitt, den heiligen Michael darstellend, wie er mit Kreuzstab und Schwert den Drachen überwindet. Den Namen wenigstens des letzten Buchdruckers der Fraterherren kennen wir. Aber ähnliche Vorschriften, wie wir sie für den Scripturarius, Bibliothekar usw. kennen gelernt haben, sind uns für den Drucker nicht erhalten. Das Schreiben wurde, wenigstens bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, beibehalten. Druck und Verlag kamen hinzu. Das Binden trieben die Brüder natürlich auch weiter. In der Schweriner Agende von 1521 wird der Preis gleich im Proömium angegeben: gebunden sollte sie„nur" elf lübische Solidi kosten. Wie es scheint zur Begründung dieses Preisos wird noch bemerkt, daß sehr viele Pergamentblätter verZendet worden sind, nämlich für die Teile, die häufiger im Laufe des Jahres gebraucht werden. Endlich wird den Rostocker Brüdern auch der Letternguß beigelegt. Es ist nun freilich nicht unwahrscheinlich, daß sie sich ihren ersten Druckapparat selbst verfertigt haben. Aber aus der Schlußschrift der Schweriner Agende von 1521 kann man nicht beweisen wollen, daß sie sich mit Letternguß befaßten; denn,„ex chalcotypa fratrum officina“ heißt meiner Meinung nach bloß„aus der Druckerei“ Die Rostocker Fraterherren haben sich also mit allen Zweigen des Buchgewerbes befaßt. Sie sind auch die letzten gewesen, die in ihrer Genossenschaft für das Schrift= und Buchwesen eine Rolle gespielt haben. Denn mit der Mitte des 16. Jahrhunderts verlieren die Brüder überhaupt fast alle Bedeutung, wenn sie auch in katholischen Städten teilweise noch länger als zwei Jahrhunderte bestanden haben. Vertreibung der Franziskanerinnen aus Mocao. Ostasiatische Nachklänge der Revolution in Portugal. Von P. Cyrillus Jarre, Tsinanfu. Folgenden Bericht über die Vertreibung der Ordensleute, speziell der weißen Franziskanerinnen(Missionärinnen Mariens) aus der portug. Kolonie Macao(China) habe ich aus dem Munde einer der vertriebenen Schwestern selbst gehört. Sie erzählte also: Am Oktavtage unseres hl. Vaters Franziskus wurde Mittags, Punkt 12 Uhr durch 21 Kanonenschüsse die Republik verkündigt und an Stelle der königlichen Flagge die Farben der Republik gehißt. Der bisherige Gouverneur wohnte nur mit Widerstreben diesem Akte bei. Er ist ein strenger Monarchist und hat auch bald seine Abdankung eingereicht. Wir Schwestern glaubten anfangs, wir würden in unserer Stellung verbleiben können. Selbst als die Dekrete betreffs Austreibung der Orden bekannt wurden, hielten wir an dieser Hoffnung fest, weil unsere Genossenschaft eine Kongregation und kein Orden im strengen Sinne ist. Zudem hatten wir Kinder der verschiedensten Nationen in unserem Pensionate, so daß wir auch mit Rücksicht hierauf mildere Behandlung erwarteten. Wir hatten nämlich schon seit 1903 eine Schule für europäische Kinder in Macao. Dort wurde Unterricht in 4 Sprachen gegeben, sowie im Zeichnen und Malen, in allen weiblichen Handarbeiten und Musik. Wir richteten unsere Schule ein in einem Gebäude, das vor dreihundert Jahren von der Regierung für Klarissen erbaut worden war. Es wird heute noch„Kloster zur hl. Klara“ genannt. Doch waren seit 70—80 Jahren keine Nonnen mehr darin. Bei unserer Berufung war die Absicht des hochw. Herrn Bischofs, auch den weniger bemittelten Kindern der zahlreichen Europäer für wenig Geld eine gute Erziehung zu ermöglichen. Darum waren die Preise äußerst gering bemessen. Für den Unterricht in einer Sprache zahlte man 2 Dollar(etwa 4 5) den Monat; volle Pension kostete monatlich nur 4 Dollar(etwa 8 M). Dies wäre natürlich unmöglich gewesen, wenn wir nicht von der Regierung unterstützt worden wären; zudem stellte uns der hochw. Herr Bischof verschiedene alte Stiftungen, die zum Kloster der hl. Klara gehörten zur Verfügung. Im Oktober 1910 waren in unserer Anstalt etwa 80 Auswärtige und ca. 60 Interne. Die Externen waren meistens aus Macao selbst oder hatten doch Verwandte daselbst, bei denen sie wohnten. Die Internen waren von fast allen Plätzen Ostasiens, an denen Europäer ansässig sind: aus Kanton, Hongkong, Schanghai, Japan und besonders von den Philippinen. Das Hauptkontingent stellten natürlich die Portugiesen. Unter den Angehörigen der übrigen Nationen bildeten die Kinder englischer Abkunft die Mehrzahl. Auch einige Deutsche waren darunter. In der auf die Verkündigung der Republik folgenden Nacht hatten einige Schwestern Unruhe im Kasernenhofe gehört, der hart an unsere Anstalt stößt. Erschreckt lauschten sie und vernahmen folgende Drohungen der Soldaten:„Wir wollen über die Mauer und den Nonnen den Garaus machen.“ Andere Stimmen riefen:„Was sollen diese unnützen Ordensleute! Schießt sie alle nieder!“. Andere meinten dagegen:„Die Mauer ist zu hoch und oben mit Glasscherben gespickt. Warten wir bis es hell ist.“ Als gewisse Leute unsere Vertreibung erzwingen wollten, verwandten sich der Gouverneur und nicht wenige angesehene Familien von Macao, Hongkong und Kanton, ja selbst die Chinesen für uns bei der provisorischen Regierung in Portugal. Es wurden wenigstens 7 Telegramme abgesandt, von denen jedes über Hundert Mark kostete. Darauf kam der Bescheid: Die Jesuiten sollten sofort die Kolonie verlassen. Der Gouverneur ist ein guter Mann. Er verzögerte die Veröffentlichung mehrerer Erlasse, die gegen die Ordensleute und die Geistlichen gerichtet waren. So machte er es auch den 13 Jesuiten möglich, vor ihrer Vertreibung die wichtigsten beweglichen Sachen nach Kanton und Hongkong in Sicherheit zu bringen. Um eine sicher bevorstehende gewaltsame Austreibung zu vermeiden, verließen die Jesutten Mitte November die Kolonie. Sie hatten dort das Priesterseminar mit einer Knabenschule geleitet, die sich des besten Rufes in ganz Ostasien erfreute. Alle 13 Patres und Brüder begaben sich nach Hongkong und von dort nach Indien. Am 28 November kam für uns von Lissabon die Ordre, daß wir einstweilen bleiben dürften. Diese Verfügung ist aber mit Gewalt geheim gehalten worden, um noch rasch unsere Vertreibung bewerkstelligen zu können. Hinterher konnte man dann sagen, die Verordnung sei erst angekommen, als die Schwestern schon fort waren. Wir wissen aber sicher, daß die Erlaubnis zum Verbiewen am Abende or unserer Ausweisung bereits angekom. men war. Gleich in der folgenden Nacht nach Ankunft genannter Erlaubnis versammelten sich 12 unserer schlimmsten Feinde(Marine offiziere und einige Herren aus Macao) im Hause eines elenden Skribenten, der schon lange in den Zeitungen uns verhöhnt und verleumdet hatte. Dort wurde die sofortige Vertreibung von uns Franziskanerinnen beschlossen. Man war sicher, daß sowohl Matresen als Landsoldaten dabei behilflich sein würden. Am Morgen des 29. November erneuerten wir Schwestern unsere Gelübde, so wie es in unserer Kongregation üblich ist. Seit dem Jahre 1900 schon mußten wir dies in aller Stille tun, da die Regierung jegliches Ablegen von Gelübden verboten hatte. Wir ahnten nicht, daß dies der letzte Tag in unserem lieben Pensionat sein werde. Wie alltäglich so hatten wir auch an diesem Tage das Allerheiligste zur Anbetung feierlich ausgesetzt und wir hielten der Reihe nach unsere Anbetungsstunde. Der Vormittag ging auch ohne Störung vorüber. Nachmittags waren alle Schwestern bei ihren Arbeiten in der Küche, in der Schule in den Handarbeitsräumen. Da gegen 3 Uhr kam ganz plötzlich eine Schwester in mein Schulzimmer gestürzt und bringt in ihrer Aufregung nur die Worte hervor:„Die Externen rasch zu ihren Verwandten entlassen!" Ich hatte gerade meine erste Stunde bei den deutschen Kindern vollendet. Den Schülerinnen meine eigene Aufregung möglichst verbergend sagte ich einfach zu ihnen:„Wir müssen für heute den Unterricht beschließen. Wer Verwandte hier in der Stadt hat, begebe sich rasch zu denselben.“ In wenigen Augenblicken waren alle Klassen leer. Alle nigstens ein Knopf oder sonst etwas hier liegen, vielleicht— halloh!“ Sein Blick war auf die Fransen des persischen Teppichs gefallen, worauf der Tisch stand, und er sah einen ganz kleinen Gegenstand blitzen, ungefähr so groß wie ein Stecknadelknopf. Er bückte sich und hob ein kleines goldenes Glöckchen auf, nicht größer als ein Fingernagel, woran noch ein paar Glieder eines dünnen Kettchens hingen, von der ganz feinen Sorte, wie man sie zuweilen an Damenarmbändern sieht. Beale betrachtete es sehr genau. Es trug ein Monogramm, das er aber nicht entziffern konnte. „Wahrscheinlich von dem Arme der Frau losgerissen,“ sagte er, als er es in ein Stückchen Papier wickelte und in sein Notizbuch steckte.„Ein Berloque, wie es Männer an der Uhrkette tragen, ist's nicht— das ist todsicher. Immerhin läßt sich etwas damit anfangen.“ Danach machte er sich weiter an die Durchsuchung des Museums. „Das war eine Riesenarbeit,“ wie er später erzählte, und es war ein seltsamer Anblick, ihn zu sehen, wie er mit dem Lichte in der Hand in demHalbdunkel überall umhersuchte. Mit einem Male befand er sich einer grotesken japanischen Gottheit mit großen Glotzaugen gegenüber. Beale ging nach links; die Glotzaugen folgten ihm. Er wandte sich nach rechts. Die Augen verfolgten ihn auch nach dieser Seite. „Das ist ja ein komisches Ding,“ sagte er und betrachtete es mit gesteigertem Interesse. Es hatte hervortretende Jochbeine, die scharlachrot bemalt waren, Augenbrauen wie Scheuerbürsten, und ein riesiges grinsendes Maul, das sich,“ wie er gleich bemerkte,„mit einem Stricke, der hinter dem einen Ohre hing, in Bewegung setzen ließ. Zur Probe zog er daran, worauf die Figur Leben zeigte— ihre Augen verdrehten sich, die Zähne klapperten, sie streckte eine große rote Zunge heraus,— und damit kam gleichzeitig ein zusammengeknittertes Stück Papier zum Vorschein, das auf den Boden fiel. Es sah aus, als ob es in aller Hast zusammengedrückt und der Maske ins Maul geworfen worden wäre. Beale saltete es mit gesteigerter Erwartung auseinander. Es war ein Brief, und trug das Datum, an dem hier im Atelier die unaufgeklärte Tai geschehen war. Beales Augen wurden immer größer und größer, als er las: „Mein lieber Frank, heute morgen empfing ich einen zweiten Brief von S.“ sagte Beale.„Das Telegramm an Dixon war auch von S.— hmn.“ Der Brief lautete weiter: „worin er zwanzig Pfund fordert und droht, daß, wenn sie bis vier Uhr nicht bezahlt sind, er alles verraten würde. Was ist nun zu tun? Ich kann diese Erpressungsgelder nicht ewig weiter zahlen, und ich glaube, er ist nun an der Zeit, daß Du mich dagegen in Schutz 9 9 3 11 12 13 1 141 15 1181 1 nimmst. Ich bin nicht sicher, ob ich die zwanzig Pfund heute bekommen kann. Ich werde mich bemühen, sie von Herrn Maybrick zu erhalten, aber, wenn's fehlschlägt, weiß der Himmel, was daraus folgen wird. Gelingt mir s, so werde ich dem Erpresser das Geld nach der Yorkstraße 120 in Lambeth schicken. Danach werde ich nach Battersea gehen, um Lucy zu besuchen, die sehr krank ist. Wie soll diese ganze Verwickelung nur noch enden? Ich sage Dir frei heraus, daß, wenn Du keinen anderen Ausweg aus all diesem Elend findest, ich Philipp alles erzählen werde. Ich habe mir außer einem törichten Jugendstreiche nichts vorzuwerfen— und dafür habe ich genug gelitten. Hätte ich's ihm vor unserer Heirat gesagt, so würde kein Wort des Tadels über seine Lippen gekommen sein und hätte auch gar nicht kommen können. Aber Dir und Deiner Familie zuliebe habe ich törichterweise geschwiegen, und was wird er nun von mir denken? Ich weiß es nicht— aber erfahren muß er es. Früher oder später wird die ganze häßliche Wahrheit doch ans Licht kommen. Du und ich, wir alle, sind gegenwärtig von der Gnade einer Erpresserbande abhängig, und ich für meinen Teil habe die Sache satt. Ich habe keine Lust, noch länger das Opfer der zarten Rücksichten für Deine Familie zu sein. Ich habe einen großen Fehler begangen, daß ich Deinen Bitten nachgegeben habe. Warum sollte ich mir das Leben verbittern lassen, wo ich nun endlich einen Mann gefunden habe, der mich herzlich liebt? Warum soll die Bitternis der Vergangenheit nicht nur stets gegenwärtig bleiben, sondern durch das Schweigen dieses häßlichen Geheimnisses noch tausendfach vergrößert werden? Warum soll mir das, was der Himmel für mich sein würde, eine fortwährende Hölle mit allen ihren Qualen sein? Willst Du mir das beantworten? Nein, Frank. Ich bin entschlossen, die Sache ein für allemal aus der Welt zu schaffen. Ich habe Philipp heute einen Brief geschrieben und ihm weisgemacht, ich sei nach Harrow zu meiner Mutter gefahren. Selbst wegen dieses kleinen Betruges mache ich mir schwere Vorwürfe. Ich habe ihn gebeten, mich um acht Uhr dreißig in Euston zu treffen, und um sechs Uhr dreißig will ich zu Dir kommen, um Dich zu sprechen, weil ich nichts hinter Deinem Rücken tun möchte. Wir wollen die Sache ruhig erörtern, aber ich wiederhole nochmals, daß ich mir fest vorgenommen habe, diesem Schrecken ein Ende zu machen. Philipp soll und muß die Wahrheit erfahren. Dann wird er wissen, wie er über uns zu urteilen hat. Vielleicht findest Du irgend einen anderen Ausweg aus all diesem Elend. Ich weiß offen gestanden keinen anderen. In größter Aufregung Deine Gladys.“ „Mein Gott!“ rief Inspektor Beale. Er hat einen Ausweg aus all dem Elend gefunden— der Schuirke!" is 19 1 4½ 211 212 213 24 2|58 2|8 1— Als er einen festen Schritt hinter sich hörte, drehte er sich um und befand sich von Angesicht zu Angesicht Frank Dixon gegenüber. 9. „Nun,“ sagte Dixon,„haben Sie etwas gefunden, Herr Beale?“ „Allerdings,“ lautete die barsche Antwort,„und noch etwas sehr Wichtiges.“ „Das freut mich außerordentlich.“ „Wirklich?" Darüber bin ich sehr erstaunt,“ erwiderte der Inspektor strenge.„Es tut mir leid, Herr Dixon, aber ich sehe mich veranlaßt, Sie unverzüglich polizeilich überwachen zu lassen.“ „Mich! Gütiger Himmel, Mann, was reden Sie?" „Wir brauchen uns nicht auf Wortklaubereien einzulassen, mein Herr. Sie sagten mir heute morgen, daß Sie wenigstens seit einem Jahre keinen Brief von Frau Doyle bekommen hätten. „Das ist richtig, und ich sagte Ihnen damit nur die Wahrheit.“ „So! Wissen Sie auch, warum ich diese Frage an Sie stellte?“ erwiderte Beale. „Woher sollte ich das wissen?“ „Dann will ich's Ihnen sagen. Heute morgen hat mit Herrn Doyles Dienstmädchen zugegeben, daß sie einen Brief an Herrn Frank Dixon besorgt hat. Das ist doch wohl Ihr Name?“ „Allerdings ist er das. Aber warum sollte Ihnen das Mädchen eine solche Lüge erzählen?“ „Sie hat mich nicht belogen, Herr; denn ich habe den Brief hier gefunden. Hier ist er. Erkennen Sie die Handschrift der Dame?“ Dixon sah die Unterschrift— Gladys— und fuhr entsetzt zurück, ohne ein Wort herausbringen zu können. Beale wandte den Brief um und deutete auf das Datum und die Ueberschrift:„Mein lieber Frank" und fuhr dann fort: „Bitte, antworten Sie mir! Kennen Sie die Handschrift oder nicht?“ „Gewiß kenne ich sie,“ stammelte Dixon.„Es ist Frau Doyles Handschrift— ohne Frage; aber wie ist der Brief hierher gekommen?“ „Das möchte ich von Ihnen hören, mein Herr. war an Sie adressiert.“ „Wahrhaftig, das kann nicht sein. Jeder Brief, der ich jemals von ihr erhalten habe, fing einfach mit„Liebez Herr Dixon“ oder allenfalls mit„Mein lieber Herr Dixon an. Ich habe diesen Brief noch nie vorher zu Gesicht bekommen und weiß ebenso wenig, wie ein beliebiger Mensch auf der Straße, was darin steht.“ „Ich will's Ihnen sagen, Herr Dixon— wenigsten: Ihrem Gedächtnis etwas zu Hülfe kommen. Aber vorhe 2 218 219 3 Nr. 77. Erstes Blatt. Externen und Internen, die verwandte oder gut bekannte Familien in der Stadt hatten begaben sich zu denselben. Nun hörte auch den Grund, weshalb wir so unerwartet die Schule hatten beendigen müssen. Nach zwei Uhr war ein Herr, der mehrere Kindel bei uns hat, in unser Haus gestürzt mit dem Rufe:„Meine Kinder! Wo sind meine Kinder? Die Soldaten kommen und wollen das Haus zerstören. Zufällig konnte die Mutter Oberin einen Offizier fragen, wie die Lage sei. Er antwortete gerade heraus, sie sei sehr gefährlich. Man hörte auch schon Schüsse falten. Es kamen jetzt von allen Seiten die Eltern und Bekannten der Kinder um dieselben samt deren Sachen abzuholen. Viele brachten ihre chinesischen Kulis(Arbeiter) mit, die sogleich die Kleiderbündel usw. der Schülerinnen an ihre Bambusstangen hingen und nach Hause trugen. Die Frauen wehklagten und weinten. Eine Dame wurde an unserer Pforte ohnmächtig. Uns erschreckte aber am meisten die ernsten Gesichter der Männer, die wortkarg und eilig ihre Arbeit taten und dann von diesem Orte fort zu kommen suchten. Es waren etwa 20 Kinder übrig geblieben. Wir waren in der größten Verlegenheit, was wir mit diesen anfangen sollten. Wir waren fest entschlossen, selbst mit Aufopferung unseres Lebens die uns anvertrauten Kinder zu schützen. Wir waren 11 Schwestern und 2 Postulantinnen. Eine Schwester war schwer krank an der Schwindsucht; sie konnte aber stundenweise aufstehen und sich mit Hilfe anderer bewegen. Wir machten uns auf das Aeußerste gesaßt und bereiteten uns auf den Tod vor. „Schwestern," wiederholte die Mutter Oberin mehrmals,„zum Allerheiligsten und zu unseren Kindern dürfen diese Unholde nur über unsere Leichen!" In dieser Verlegenheit und Not kamen zwei deutsche Herren uns in edelmütigster Weise zu Hilfe, die auch später in den englischen Zeitungen Hongkongs mit wohlverdientem Lode erwähnt wurden. Sie erboten sich nämlich, eine Anzahl der noch bei uns zurückgebliebenen Kinder bei sich aufzunehmen, bis dieselden zu thren Eltern abreisen könnten. Der eine nahm sofort 10 Kinder nit, der andere hatte nur für 5 oder 6 Platz in seinem Hause. Sie waren von ihrem Geschäftshause kommend am Palaste der Gouverneurs vorübergegangen und sahen dort die Rotten der Marine= und Landsoldaten mit einer großen Menge Menschen ärmen und drohen. Sie hörten dort auch, daß man speziell unsere Vertreibung verlangte. Von diesen und von noch mehreren anderen Zeugen vernahmen wir folgenden Bericht über den Hergang dieses Streiches. Gegen Mittag landeten etwa 20 Matrosen von dem im Hafen liegenden Kriegsschiffe„Don Karlos“ und gaben am Lande drei Signalschüsse ab. Auf dieses Zeichen hin gesellten sich eine Anzahl Bewaffneter zu ihnen. Mit diesen zogen sie nach dem Palaste des Gouverneurs. In dem unserer Anstalt gegenüberliegenden öffentlichen Garten feuerten sie wiederum dreimal und riefen damit ihre Gesellen aus der uns benachbarten Kaserne heraus. An unserer Hausfront vorüber flutete die nun stets anwachsende Rotte bis zur Gouverneurswohnung. Dort lärmten sie und drohten den Palast sofort zusammen zu schießen, wenn man ihnen nicht alle Dokumente heraus gäbe, die in der letzten Zeit von Portugal eingetroffen seien. Nach langem und heftigen Hinund herreden wurde endlich eine Deputation in den Palast eingelassen. Man legte dem Gouverneur folgende Forderungen zur sofortigen Unterschrift vor: 1. Sofortige Ausweisung der Franziskanerinnen, 2. Verbannung des Bischofs Johannes Paulus de Azevedoe Castro, 3. Erhöhung des Soldatensoldes. 4. Abdankung des Gouverneurs. Notgedrungen gab der Statthalter nach und wurde so diese Menschen los. Was füt eine Disziplin unter den Meutern herrschte, wird gut durch folgenden Vorfall illustriert: Nachdem die Soldaten erreicht hatten, was sie wünschten, forderten mehrere Offiziere sie auf, sich nun in ihre Kasernen zurückzubegeben. Auf diese Mahnung hin gab ein Gemeiner seinem Offizier eine Ohrfeige. Da reißt der Offizier seinen Rock auf und ruft:„Nun dann gib auch Feuer auf diese Brust!" Da unsere Anstalt nur 7—8 Minuten von dem Gouvernementsgebäude entfernt liegt, so konnten wir das Lärmen und Toben sehr wohl hören. Dazwischen empfingen wir die Nachrichten über die Absichten unserer Feinde. Darum machten wir uns alle auf den Tod gefaßt. Auch schickten wir wiederholt Boten nach einem Priester, der uns wenigstens das Allerheiligste in den Tabernakel verschließen sollte. Aber mehrere Boten kamen überhaupt nicht mehr zurück. Andere berichteten uns, die Straßen seien so von den Kirchenfeinden besetzt, daß kein Priester sich auf die Straße wagen könne. Auch vom hochw. Herrn Bischof konnten wir keine Anweisung erhalten. Es wurde bereits 5 Uhr abends und immer noch schwebten wir in der peinlichsten Ungewißheit. Von 4—5 hatten die neun Waisenkinder Anbetung gehalten. Dann ging ich hin um sie abzulösen. So kam es, daß ich die letzte Anbetung vor dem ausgeletzten hochwürdigsten Gute gehalten habe. Gegen 6 Uhr endnch gelung es unserem Kaplane, sich in einem verdeckten Tragessel auf Seitenwegen zu unserem Kloster tragen zu lassen. Er gab rasch den Schlußsegen und reponierte das allerheiligste Sa„Das Beispiel und die Bemühungen der oben erwähnten beutschen Herren bewog nun auch noch einige gute Familien, die letzten unserer externen Schülerinnen aufzunehmen; und so waren um 7 Uhr endlich alle Kinder in Sicherheit.— Aber was sollte aus uns werden? Von unserer Provinzialoberin hatten wir die Weisung, nichts zu tun, ohne vorher mit dem hochw. Herrn Bischof Rücksprache genommen zu haben. Endlich um 9 Uhr kam die Antwort des Bischofs heimlich an. Augenblicklich sei es notwendig für die Schwestern Macao zu verlassen. Er hoffe aber, wir nach einiger Zeit zurückkehren dürften und sollten uns deshalb nicht zerstreuen. In Hongkong könnten wir warten und uns eventuell ein Haus mieten. „„ waren gerade beim Abendgebet, als diese Botschaft ankam. Nach Beendigung desselben gingen wir nicht schlafen, sondern gaben uns ans Einpacken unserer Habseligkeiten. Die ganze Nacht über haben wir gearbeitet und am folgenden Morgen konnte bereits ein großer Teil unserer Sachen zum Schiffe gebracht werden. Gegen 6 Uhr las bei wohlverschlossener Tür ein Priester uns die hl. Messe, bei der wir die hl. Kommunion empfingen. Nach dem Frühstück gingen dann 6 Schwestern zum Hafen, um sich nach Hongkong einzuschiffen. Ein großer Trost war es für uns, daß viele Portugiesen und Angehörige anderer Nationen uns bis zum Hafen geleiteten. Die Schwindsüchtige wurde von mitleidigen Händen mehr getragen, als daß sie selbst ging. noch etwas anderes. An jenem Abend erhielte nSie eine Depesche, die Sie aus dem Hause rief, und Sie weigerten sich heute vormittag, mir den Absender zu nennen. Ich habe hier das Original. Ich will's Ihnen vorlesen, und Sie können mir dann ja antworten, daß das ebenfalls eine Lüge sei.„Dixon, Imperial Studios, Regents Park.— Muß Ergebnis der Unterhandlung wissen; große Ungewißheit. Sieben Uhr selben Platz treffen. Werde warten. Dauert nicht lange.— S.“— Stimmt's so?“ Dixon schien eine Zeitlang ganz verdutzt. nau. Herr Bagsartet er dann endlich.„Stimmt ganz ge„Wollen Sie mir nun, bitte, sagen, wer„S.“ ist?“ „Ich sehe keinen Grund, warum ich das tun sollte, erwiderte Dixon nach kurzem Zögern. Ich habe Ihnen ja vorhin gesagt, daß diese Kenntnis Ihnen in dem vorliegenden Falle auch nicht im geringsten von Nutzen sein würde. Warum stellen Sie also diese Frage nochmals?“ „Warum?“ wiederholte Beale, indem er die Augenworuem d, Peowit... 34 will Ihnen gleich sagen las:„Mein stek nagm er wieder den Brief zur Hand und einen zweiten.n“— Heute morgen empfing ich von S# Brief von S.“„Hören Sie, Herr Dixon, „Fahren Sie nur fort,“ sagte Dixon,„ich höre schon.“ grob Bon S.— worin er zwanzig Pfund fordert und Froht, daß, wenn sie bis vier Uhr nicht bezahlt sind, er alles verraten würde.— Was bedeutet das?“ „Herr des Himmels,“ rief Dixon, der vor Staunen gaxsggtemlgs zu sein schien.„Jetzt wird mir's doch zu stark. Können Sie nichte Sie snd ein ersahrener Mann. Gesicht und meinem Wesen entnehmen, daß ich von dem Inhalt dieses Briefes nicht die blasseste Ahnung habe? Wenn Sie nicht der bekannte Mann wären, der Sie sind, und wenn die Sache nicht zu ernst wäre, würde ich denken, Sie wollten sich auf meine Kosten sehen Sie denn nicht ein, daß ich tausendmal Gelegenheit gehabt hätte, diesen „Es lag nicht herum. Es war sorgfältig verborgen.“ #„Verborgen““ nennen Sie das, wo ich wußte, daß Gotes willen, tranen Sse vitz zul Der Gedanke ist ia geradezu aun wdecden Mutter: einen Brief de SInbest“(l. geradezu unstnnig. Wenn sch zeben— ich selbst erzuen hatte, wie Sie ihn anich mir so bisdt weiß absolut nichts davon— wie solte wohrenss“ innige Mühe gegeben haben, ihn aufzube. Beale zuckte mit der Schulter. ist nicht meine Sache, die Gründe der menschAuf dem Schiffe fanden wir 6 Canossianerinnen, unter ihnen war eine Blinde. Sie teilten uns mit, daß ihre Mitschwestern ihnen am Abende folgen würden. Man hatte ihnen angetragen zu bleiben, weil sie Hunderte von Waisenkindern pflegten, für die die Regierung beim Abgange der Schwestern nicht sorgen konnte. Man stellte aber die Bedingung, daß die Schwestern sich von dem Bischofe lossagten und bedingungslos den Anordnungen der Regierung sich unterwürfen. Da zogen es alle natürlich vor, in die Verbannung zu ziehen. Noch bevor wir in Hongkong ans Land stiegen, gesellte sich ein englischer Zettungsreporter zu uns und erkundigte sich sehr eingehend über unsere Erlebnisse und die Zustände in Macao. Am folgenden Tage lasen wir einen geharnischten Artikel in einem Hangkonger Blatt. Unser korrektes Verhalten, unsere bisherige Wirtsamten wurde darin sehr gelobt; dagegen geißelte der Ar# gar unbarmherzig die Undankbarkeit und Gemeinhen bei republikanischen Helden. Die Mutter Oberin war mit den übrigen sechs Schwestern noch einen Tag in Macao geblieben, um die letzten Anordnungen zu treffen. Wie uns die Zurückgebliebenen erzählten, kamen an jenem Morgen unserer Abreise bereits Soldaten ins Kloster und verlangten alle Räumlichkeiten zu sehen. Die Oberin ließ durch den Hausdiener ihnen alles zeigen. Es ist ein großes weites Gebäude. Die Grundmauern sind aus Quadern; der obere Teil ist ein massiver Backsteinbau. Die Außenwände sind so breit, daß man in den Fensternischen ein mittelgroßes Bett aufstellen kann. Dies schöne Gebäude wird wohl in eine Kaserne umgewandelt werden.„Die Soldaten sagten schon im Dormitorium:„Das gibt einen schönen Schlassaal für uns". In der Kapelle machte einer dieser Kerle die gemeine Bemerkung:„Aus diesem Orte muß ein Schweinestall gemacht werden!" Am folgenden Tag, es war der erste Dezember, kam auch die Mutter Oberin zu uns nach Hongkong. Wir fanden die bereitwilligste Gastfreundschaft im Hause der hl. Kindheit. Wir empfingen in den paar Tagen unseres Aufenthaltes dort viele Besuche besonders von den Verwandten unserer Schülerinnen. Sogar die Gemahlin des englischen Gouverneurs von Hongkong beehrte uns mit einem Besuche. Msgr. de Azevedo sah indeß bald ein, daß wir sobald nicht wieder nach Macao zurückkehren könnten. Darum gestattete er uns, wenn auch schweren Herzens, den Weisungen unserer Provinzialin entsprechend, am Montag, den 5. Dezember nach Schanghai abzufahren. Wieder gaben uns eine gute Anzahl Befreundeter das Geleite zum Schiff. In Schanghai wurden wir bei unserer Ankunft am 8. Dezember sehr liebevoll von den Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul aufgenommen. Hier wohnten wir bis zur nächsten Abfahrt eines Dampfers der Hamburg=Amerika=Linie nach Tsingtau. Die Offiziere dieses Schiffes zeigten sich sehr nobel und zuvorkommend gegen die Vertriebenen. Der Schiffsführer ließ der kranken Schwester gleich eine Kabine erster Klasse zur Verfügung stellen. In der Nacht auf den 13. Dezember liefen wir in den schönen Hafen von Tsingtau ein und konnten noch am gleichen Morgen bei den dortigen Schwestern unserer Kongregation der hl. Messe beiwohnen. Bald wurden wir auf die nächstliegenden Häuser unserer Kongregation verteilt. Die Schwindsüchtige überlebte nur um einige Tage die Aufregungen der letzten Woche. Am Donnerstage vor Weihnachten entschlummerte sie in ein besseres Jenseits. Sie war eine geborene Portugiesin. Da die Schwestern in Tsingtau noch keinen Begräbnisplatz haben, so ließ man die Leiche mit der Bahn hierher nach Tsinanfu bringen. Am Montag, den 26. Dezember begruben wir feierlich die sterbliche Hülle auf unserem Friedhofe. Msgr. Giesen ließ es sich trotz der Kälte nicht nehmen, dem Begräbnisse ganz beizuwohnen. Dies war auch die Veranlaffung, weshalb ich mich nach den Schicksalen der Verstorbenen erkundigte und von einer Schwester, die selbst mit zu den Vertriebenen gehörte, das Vorstehende mir erzählen ließ. Westfällscher(Derkur I. Die Pest in der Volksvol stellung und in der Dichtung. Ist Fluchen pervers? Ich meine ja. Man flucht, wenn einem im Gange der Ereignisse, der persönlichen Erlebnisse, plötzlich ein Hemmnis irgend welcher Art entgegen tritt, das mit einiger erhöhter Anstrengung der eigenen Tätigkeit überwunden werden könnte und sollte, aber den nervösen, ungeduldigen Menschen sofort in eine extreme Stimmung hinein bringt, so daß der natürliche und normale Verlauf seines seelischen Erlebens durch einen Schock unterbrochen wird, daß ihm, wie man dann sagt, die „Geduld reißt", daß er„aus dem Häuschen“ kommt. Anstatt das, was dem Menschen also hemmend oder unerhört entgegentritt, mit festem, entschlossenem Griff zu erfassen und in die Bahn des eigenen Denkens und der eigenen Denkensart, oder eigenen Handelns einzuzwingen, bäumt man sich innerlich auf, man scheut und greift zu noch viel unerhörteren, extremsten, unheimlichen Worten, die man dann mit einer kraftvollen Wucht in die Welt hineinschreit, die einer bessern Sache würdig wäre. In diesem plötzlichen Außer=Fassung=Geraten liegt das Perverse, das Sündhafte des Fluchens, in dem unmotivierten Gebrauchen von Worten, die nicht um jeder Kleinigkeit willen gebraucht, nicht in jede Kleinlichkeit des Lebens hinabgezogen werden sollten. Solche Fluchworte sind: Himmell, Hölle!, Tod und Verderben!, Satan! ., kurz immer Worte oder Ausdrücke, die etwas undenkbar schreckliches, übermenschlich großes oder furchtbares, etwas unheimliches besagen. Worte für alltägliche und gewöhnliche menschliche Dinge und Leiden kommen fürs Fluchen nie in Betracht. Kein Mensch stößt etwa den Fluch aus: Tischl oder: Nachbar! oder: Regenwetter! Auch Krankheiten sind unheimlich genug, um fürs Fluchen in Betracht kommen zu können; man flucht nicht: Influenzal oder: Masern! oder: Ziegenpeter! Aber eine Krankheit gibt es, und zwar nur diese eine, die so ungeheuerlich, so schrecklich, so unausdenkbar fürchterlich ist, daß sie im Fluchwörterrepertoire einen hervorragenden Rang einnimmt: die Pest. Wen überliefe nicht schon bei der Nereiung dieses Namens ein Frösteln und Schaudern! Wer, der auch nur die kümmerlichsten geschichtlichen Kenntnisse hat, bewahrte nicht in seinem Gedächtnisse, was er einst von dem furchtbaren„schwarzen Tod“ gehört oder gelesen hat, der in wenigen Jahren den vierten Teil der europäischen Menschheit dahinraffte! Kein Wunder, daß der furchtbare Eindruck davon Jahrhunderte lang im Volke nachhallte, kein Wunder, daß heute noch in katholischen Gegenden in manchen Orten besondere Pestprozessionen veranstaltet werden, kein Wunder auch, daß die Künstler, von Albrecht Dürer(apokalyptische Reiter) bis Rethel und Böcklin die Pest als das extremst Fürchterliche dargestellt haben. Gerade in unsern Tagen hören wir wieder Schreckenskunden von der Pest. In Ostasien ist sie auf dem Marsche und was darüber berichtet wird, läßt einen wieder unheimlich eindringlich die alte Wahrheit empfinden: media vita in morte sumus, mitten in dem Leben— sind vom Tode wir umgeben. Sicher tritt nirgends die Macht der Lebensvernichtung so reißend und zu gleicher Zeit so lautlos=still, und daher so unheimlich auf, wie in der Gestalt der Pest. Gegen sie ist wirklich kein Kraut und auch kein Serum gewachsen. Nicht einzelne tötet sie, sondern das ganze Volk ist in beständiger Lebensgefahr— ganze Städte werden in wenigen Tagen nahezu entvölkert; und nicht mit großer Aufmachung und Lärm, wie etwa der Krieg, sondern lautlos schleichend, ohne daß der Mensch sie kommen sieht, ohne daß er sich ihr entziehen könnte, befällt sie den Hilflosen, und wen sie hat, der ist des Todes. Die oben genannten Künstler, Dürer, Rethel, Böcklin, die Maler also, haben die Pest zum Vorwurf ihrer Werke gemacht, um das gräßlichste Verderben in seiner verheerenden Wirkung zu schildern. Das Drama hat seiner Natur entsprechend den Beruf, die menschlichen Kräfte in ihrer Betätigung darzustellen, und zwar die geistigen oder wenn man lieber will, seelischen Kräfte des Menschen. Der Wert, oder was dasselbe ist, der Kunstwert eines dramatischen Werkes hängt absolut nicht davon ab, ob das Drama seine fünf Akte hat, ob es als Musterbeispiel für das dramatische Schulschema mit charakterisierendem Akkord, erregendem Moment. aufsteigender Handlung, Peripetie, fallender Handlung, Moment der letzten Spannung, Katastrophe, oder wie man sonst die Schematisierung durchführen will— paßt. Das sind ja alles ganz nette Dinge, aber der eigentliche, innere Wert eines Stückes hängt doch lediglich davon ab, wie und in welchem Grade der Eindringlichkeit die menschliche Kraftbetätigung zur Darstellung gelangt ist, und endlich, wie groß diese dargestellte Kraft ist. Nun kann man aber Kraft nur durch Ueberwindung eines Widerstandes zeigen. Die Kraft, die ich zeigen will, muß ich an einer andern „Kraft“ messen, anders kann sie nicht in die Erscheinung treten. Der Held des Dramas muß irgend ein Hemmnis haben, gegen das er sich anstemmt,—nur so kann er zeigen, was er kann. man sich schon denken, daß wenn ein Dichter als Widerstand seines Helden die— Pest wählt, daß er dann eine Heldenkraft sonder gleichen darstellen will. Und in der Tat ist in der ganzen dramatischen Weltliteratur wohl kaum eine kräftigere Gestalt gezeichnet worden, wie der Robert Guiskard von Heinrich v. Kleist. Robert Guiskard, der Normannenherzog, ist gen Osten gezogen, um ein Kaiserreich zu erobern. Schon ist er vor der Hauptstadt Konstantinopel angelangt, schon sieht er von seinem Lagerhügel aus die Zinnen der griechischen Kaiserstadt— da tritt ihm ein Feind entgegen, gegen den alle menschlichen Feinde nichts sind: die Pest bricht in seinem Heere aus. Schon drängt alles mit Gewalt zurück nach„Italiens Himmelslüften", nur Erseichst denge wichr de... dat die Verzweifelten zurück. Tag und Nache ein Wollen wgphben, ist vielmehr eartmsch#,## bemuht, ven Kranken zu helfen und die Leichen fbrlzuschaffen. Da kommt das Volk, voller Ehrerbietigkeit vor gute au Pisten. vor sein Zelt gezogen, ihn um „Wenn er der Pest nicht schleunigst uns entreiß Die uns die Hölle grausend zugeschickt, So steigt der Leiche seines ganzen Volks Statt Land ein Grabeshügel aus der See! Mit weit ausgreifenden Entsetzensschritten Geht sie durch die erschrocknen Scharen hin, Und haucht von den geschwollnen Lippen ihnen Des Busens Giftqualm in das Angesicht!" usw. Im Zelte aber liegt Guiskard— selbst vom Pesthauch berührt. Er fühlt sich kraflos, sein Innerstes erhitzt, wird von brennendem Durst geplagt. Auf die Frage seines Neffen, wie er sich fühle, entgegnet er:„Erträglich, obschon ich die Giganten ufen möchte, um diese kleine Hand hier zu bewegen. Und als eine Tochter ihm Linderung gegen die innere Hitze zufächeln WIl, sagt er:„Dem Aetna fächelst du, laß sein.“ Doch das hindert „daß er nicht stets nach jener Kaiserzinne, Die dort erglänzt, wie ein gekrümmter Tiger Aus seinem offnen Zelt hinüber schaut. Man sieht ihn still, die Karte in der Hand, Entschlüß' im Busen wälzen, ungeheure, Als ob er heut das Leben erst beträte.“ Aber draußen wartet das Volk, die Kunde, er fühle sich nicht wohl, hat sich schon verbreitet, und so rafft er sich auf, um vor sein Volk zu treten. Jauchzender Jubel empfängt ihn, nun das Volk ihn nur sieht, ist aller Jammer wett gemacht. Als dann ein Greis auf seine Frage von jenem Gerücht meldet, er selber sei vom Pesthauch angeweht, da reckt er sich lachend empor: „Vom Pesthauch angeweht! Ihr seid wohl toll, ihr! Ob ich wie einer ausseh', der die Pest hat? Der ich in Lebensfüll' hier vor euch stehe? Der seiner Glieder jegliches beherrscht? Dess’ reine Stimme aus der freien Brust, Gleich dem Geläut der Glocken euch umhallt? Das läßt der Angesteckte bleiben, das! Ihr wollt mich, traun, mich, Blühenden doch nicht Hinschicken mit den Faulenden aufs Feld? Ei was! zum Henker, nein ich wehre mich— Im Lager hier kriegt ihr mich nicht ins Grab: In Stambul halt ich still, und eher nicht!" Zwar muß er zugeben, daß er sich etwas weniger lebhaft fühlt, als sonst, aber er möcht es nicht einmal eine Unpäßlichkeit nennen. „Hier diesem alten Scheitel, wißt ihr selbst, Hat seiner Haare keins noch weh getan! Mein Leib ward jeder Krankheit mächtig noch. Und wär's die Pest auch, so versichr' ich euch: An diesen Knochen nagt sie selbst sich krank!" Und weiter will er seinem Volke auseinander setzen, daß er gegen alle Krankheit gefeit ist, da kann er sich nicht mehr aufrecht halten, und als ihm seine Tochter eine große Heerpauke zuschiebt, sinkt er sanft darauf nieder. Er ordnet noch an, daß seine ohnmächtig werdende Gemahlin ins Zelt gebracht wird und nimmt dann aus dem Munde des Greises die Bitte des Volkes um Rückkehr nach Italien entgegen. Weiter hat Kleist das so unheimlich groß angelegte Drama nicht führen können. Aus Verzweiflung darüber ist er ein Jahr lang in aller Welt umhergeirrt, verschiedenemale am Rande des Todes und, wie das Gerücht lautete, auch eine Zeitlang geisteskrank gewesen. Auch wyäter hat er sich nie mioder“s VollenSonntag, den 12. Februar 191 dung dieses genialen Werkes herangemacht. Aber wenr ein Torso geblieben ist, Kleists größtes Wert es doch. Solche Handschrift, wie Kleist sie hier geschr: dariamn die deutsche Kunst, etwa bis auf einige Federstr: weist Dürers, nicht auf, und würdiger als diese Kleistsche S. Albrecht den Meisterszenen Shakespeares an die Seite gestellt“ bichts, Jetzt, da das Werk infolge der Zustände in Ostasien ein Aktualität hat, darf auch wohl ein Hinweis darauf Zewisse Stelle gemacht werden, obschon die Verse sonst viel zu wuchtig Bue. ban. ind um von dünnem Nr. 77. Erstes ∆ Ein Wi getragen zu X Handliche Maße. Alphonse Vertillon, darauf, das Verdrecheralbum zu besseren Mittel für die Identifizierung gesuchter Pers machen, indem er an den früher nur photographierte:en zu von Messungen vornehmen ließ, mit deren Identität meist noch viel sicherer nachgewiesen werden? sorgfältig gemachtes Porträt. Man von der Wahrnehmung aus, daß die Körpermaße bei erwach“ Personen so gut wie unveränderlich sind und bei verschiedenen Individuen außerordentlich große Verschiedenheiten Nicht nur die Körpergröße im allgemeinen, sondern auch von Armen, Händen und einzelnen Fingern, das der Ohren usw. sind untrügliche Behelfe zur Feststellung vo, sonalien. Nimmt man dann noch, wie es in Paris garbe der Iris und die Fingerabdrücke mit zu Hilfe, man fast sagen kann, daß kaum zwei Menschen mit gleiche gerabdrücken zu finden sind, so ist mit dieser Zusammentraguvon charakteristischen Merkmalen ein so gut wie unfehlba tennungenaterial geboten.—re 6n4ng Hiervon sollen im folgenden einige Beispiele gegeben werden. M. kommt oft in Verlegenheit, ein Maß feststellen zu müssen gerade Zentimetermaß oder Zollstock bei sich zu haben. In reichen Fällen kommt es auch garnicht darauf an, ein Maß ganz genau zu haben, sondern es nur ungefähr zu wissen, da schon diese ungefähre Feststellung in vielen Fällen genügt, um ein naues Wissen überflüssig zu machen. Will man z. B. wissen, ob ein Schrank an einer bestimmten Wandfläche Platz hätte, so kan man, bevor noch der bedächtige Fachmann seinen Zollstock auseinandergeklappt hat, mit ein paar Griffen festgestellt haben, daß der Platz nicht reichen kann, und in solchem Falle ist es ganz überflüssig, genau nachzumessen, ob die Wand um etwa 18 od krunt gewesen. Nach spaler hal er sich nie wieder an die lichen Handlungen zu erklären,“ antwortete er dann.„Bei dieser Arbeit hatte ich schon längst graue Haare bekommen. Ich weiß weiter nichts, als daß ich diesen Brief hier gefunden habe. Wie Sie selbst zugeben, ist er von Frau Doyle geschrieben, und er war an Sie adressiert.“— „Ich sage Ihnen, daß er das eben nicht war.“ „An Sie adressiert,“ fuhr der Inspektor fort, ohne auf den Einwurf zu achten.„Sie schreibt darin, daß sie einen Drohbrief von einem gewissen S. erhalten habe. Sie empfingen gleichfalls eine Depesche von einem gewissen S. Sie lassen dann Herrn Doyle allein in Ihrer Wohnung, während Sie weggehen, um diesen gewissen S. zu treffen. „Hören Sie, Herr Beale, unterbrach ihn Dixon,„Sie machen ein großes Aufsehen wegen des Telegramms. mit verhält sich's einfach so: Ein Ehepaar, mit dem ich befreundet bin, hat neulich untereinander Srteit bekommen. Da ich einsah, daß beide Teile unrecht hatten, nahm ich mir törichterweise vor, die Vermittlerrolle zu spielen, zumal die Frau sehr unglücklich über das Zerwürfnis war und der Mann, wie mir schien, unnötig starrköpfig und hart. An jenem Tage hatte ich eine lange Unterredung mit ihm, und sie schickte mir in ihrer Angst und Ungeduld das Telegramm, das Sie in ihrem Besitze haben. Das ist der wahre Sachverhalt, und es ist überflüssig, darüber noch ein Wort zu verlieren. Beale lächelte.„Dabei kann ich mich nicht beruhigen, Herr Dixon. „Sie werden's aber müssen. Sie haben mich gedräsgt, es Ihnen zu sagen; nun wissen Sie's. Sie behaupten, der Brief sei an mich gerichtet gewesen. Wo ist denn der Umschlag?“ „Das weiß ich nicht.“ „Schön; wie können Sie dann Ihre Behauptung beweisen?“ „Der Brief beginnt:„Mein lieber Frank“.—“ „Schon recht, aber zufällig bin ich nicht der einzige Frank hier. Mein nächster Nachbar heißt auch Frank.“ „Thornhill?“ „Jawohl.“ Beale strich sich einen Moment nachdenklich das Kinn. Dann schüttelte er den Kopf.„Wenn er an Herrn Thornhill gewesen wäre, warum fände ich ihn dann in Ihrer Wohnung?" „Das ist mir eben das Unbegreifliche. m„Das begreifen Sie nicht, nein? Ich sehr wohl. Das Radihen sagt, sie habe einen Brief an Frank Dixon zur Post gebracht. Diesen Brief finde ich hier, und die Absenderin schreibt darin: Punkt halb sieben will ich Dich aufsuchen, um die Sache endgültig mit Dir zu besprechen; denn so können die Dinge nicht ewig weitergehen, oder so ähnlich, Um sechs Uhr dreißig kommt sie denn auch ihrer Bestimmung gemäß hierher, und um sieben Uhr liegt sie hier. Das schreit laut nach Aufklärung. 20 Zentimeter zu kurz war.— Die Frage ist nun, wo man diese handlichen Maße herbekommt. Bekanntlich sind die ältesten Maße, die wir kennen, wie beispieksweise Spanne, Fuß und Elle, abgeschafft worden, weil sie fast in jedem Lande und oft sogar in benachbarten Ortschaften verschieden waren und weil dies dann Unzuträglichkeiten zur Folge hatte. Aber hier ist ja nicht davon die Rede, daß diese primitiven Maße wieder das viel präzisere metrische System eingeführt werden sollen, sondern davon, daß der einzelne seine sozusagen persönlichen Maße kennen und verwenden lernen sollte.— So wird jeder unter den fünf Fingern seiner Hand denjenigen herausfinden können, der ziemlich genau 10 Zentimeter lang ist, und in zahllosen Fällen des täglichen Lebens wird ihm diese Kenntnis zugute kommen. Ein weiteres handliches Maß ist die Spanne. Zwischen der Spitze des Daumens und der irgend eines anderen Fingers bei ausgespreizter Hand wird jeder Erwachsene ein Maß von 20 oder 25 Zentimetern, also ein Fünftel= oder ein Viertelmeter, finden können, und das Abgreisen eines Maßes mit dieser„einfachen und stets gegenwärtigen Vorrichtung" wird in vielen Fällen Zeit lfen. Ein weiteres Maß von ziemlicher Genauigkeit ist der Schrit.. Die meisten wissen es gar nicht, wie regelmäßig sie gehen, aber man kann darauf achten lernen und dann oft Nutzen davon haben.(Eine übliche Schrittlänge ist Zweidrittelmeter, so daß drei Schritte auf zwei Meter gehen.) merkwürdig es klingen mag, sind diese Maße in einer Hinsicht sogar, zuverlässiger als die genauen. Man irrt sich nämlich Weniger leicht, wenn man mit Fingerlängen, Spannen oder Schritte einfach zu zählen hat, als wenn man mit dem genauen Maß hantiert, bei dem durch Maße und Untermaße, durch HinWese gulch die Jutmet ... samkeit hin= und hergeführt und dadurch abgelenkt wird. Es tommt gar nicht selten vor, daß selbst Fachterlauten Lusen Sstzoden Fessen gerade die großen Irtümer unKklausen tassen, die der Laie auf Grund bloßen ungefähren Abgreifens im Nu feststellen kann. Es empfiehlt sich sogar oft, auf diese primitive Weise das ungefähre Maß neben dem genauen der Kontrolle wegen festzustellen, wodurch oft wesentliche Irrtümer vermieden werden dürften.— Es soll also hier durchaus nichts gegen das schöne metrische Maß eingewendet werden, dem man sogar eine noch universellere Verbreitung wünschen muß, aber andererseits ist der Nutzen nicht gering zu schätzen, der aus der. Zenntnis und gelegentlichen Verwendung individueller Maße Gandlich ist übrigens auch außerordentlich viele noch andere „handtiche Muße“, die gelegentlich von Nutzen sein können, wenn man. sie kennt.,„Wer z. P. weiß, daß so ziemlich jeder Tisch fast genau 60 Zenmneter hoch ist, der wird nicht leicht in Verlegenheit kommen, wenn ihm kein Metermaß zur Hand ist. Die mittlere Stuhlhöhe von ca. 46 Zentimeter entspricht fast genau der Hälfte einer englischen Yard. Als kleinere Gewichtseinheiten kann man zur Not die Münzen verwenden, von denen viele genaue „Grammgewichte“ zeigen, und dergl. mehr. Aber durchaus nicht in bezug auf Maße und Gewichte, sondern in allen möglichen Beziehungen ist die Welt voll von einfacher Behelfen,„deren Kenntnis und Verwendung nur zurückgedrängt Sie gu##; burch, die verbesserten und genaueren Hilfsmittel, die szurwelt sich zu eigen gemacht hat. Aber merkwürdiger# ist mit all diesen Fortschritten auch die Hilflosigkeit geWachsen, in der der Kulturmensch sich befindet, wenn ihm seine geeichten und patentierten Hilfsmittel einmal nicht zur Hand sind. Findet man doch beispielsweise sehr häufig, daß Maschinenschreiber eine schlechtere Handschrift haben, und daß Benutzer von Rechenmaschinen ohne ihren Apparat viel unsicherer rechnen, als die Anhänger der alten Methode, und das Inserat nach dem Bureaugehilfen, der auch mit der Hand schreiben und„aus dem Kopf rechnen kann, ist gar nicht so ausschließlich als ein gelungener Scheig aufzufassen. D. T. „Von Ihrem Standpunkte aus haben Sie ganz recht, das gebe ich zu. Es bringt mich in eine sehr üble Lage, ohne Zweifel. Irgendwie muß ein schrecklicher Irrtum im Spiele sein. Haben Sie Thornhill schon gesprochen?“ „Nein. Als ich heute vormittag in seiner Wohnung war, traf ich ihn nicht an. Wenn Sie ein paar Minuten hier warten wollen, will ich hinübergehen und sehen, ob er jetzt zu Hause ist.“ „Gewiß will ich warten,“ antwortete Dixon;„und wenn Sie ihn finden, bringen Sie ihn mit hierher." Anstatt jedoch an der nächsten Türe zu klingeln, eilte Beale die Straße hinauf und winkte Thompson, der ihm auch gleich entgegenkam. „Kümmern Sie sich jetzt nicht weiter um den Jungen, Thompson,“ sagte er zu ihm;„in den nächsten zwei Minuten werde ich mit einem Herrn vorübergehen, und wenn ich mich an der Ecke von ihm verabschiede, so lassen Sie ihn nicht aus den Augen. Melden Sie um sechs Uhr ans Hauptamt, wo Sie sind, damit Sie abgelöst werden.“ Thompson salutierte und trottete die Straße hinunter. Als Inspektor Beale wieder ins Atelier kam, war Dixon nirgends sichtbar. „Er ist mir entwischt.“ Ich bin neugierig, auf welchem Wege er entkommen ist. Eine ganz oberflächliche Untersuchung der Oertlichkeit zeigte, daß die Wohnung einen verdeckten Hinterausgang hatte, der in ein Labyrinth von engen Höfen und Gängen mündete, durch die man direkt in eine nahe Gasse gelangen konnte. „Schon gut, mein Junge, jetzt hast du dich selbst verraten, sagte Beale mit selbstzufriedenem Lächeln.„Nun will ich einmal sehen, ob Thornhill zu Hause ist.“ Er klopfte, worauf Biddles die Türe öffnete. „Nun, Biddles, ist Ihr Herr zurückgekehrt?“ „Nein, Herr, er ist noch nicht zurück.“ „Schön; vergessen Sie nicht, ihm meinen Auftrag auszurichten. „Ich besorge's sicher, Herr.“ „Und vergessen Sie auch nicht, sich nach dem Burschen namens Biddles umzuschauen, den ich suche. „Nein, Herr, ich werde mein Mögliches tun, ihn heute abend aufzuspüren— Sie können sich auf mein Wort verlassen, Herr. „Ein verflixter Bengel,“ murmelte der Inspektor, als er wegging und seinen Untergebenen wieder aufsuchte. „Unser Freund ist ausgeruckt, Thompson,“ sagte er zu ihm,„behalten Sie nun wieder den Burschen im Auge. Ich will mir mal diese Ateliers von der Rückseite betrachten. Höchstwahrscheinlich komme ich dann noch mal zu Ihnen Eine kurze Besichtigung war vollkommen ausreichend. Sodann betrat Beale ein kleines Wirtshaus. Als der Wirt ihm das Bier hinstellte, sagte er: „Wenn ich mich nicht irre, sind Sie von Scotland Yard, mein Herr?“ „Das bin ich,“ antwortete Beale. „Wohl mit dieser Affäre beschäftigt?“ fuhr der Wirt „Ganz recht.“ „Das ist ja ein merkwürdiger Zufall, daß Sie gerade hier hereinkommen, wo ich eben im Begriff war, nach Scotland Yard wegen eines kleinen Vorkommnisses zu berichten vas sich damals hier zugetragen hat. Es mag nun mit der Sache in Zusammenhang stehen oder nicht, jedenfalls ist mir's auffällig, und ich will's der Polizei nicht vorenthalten. Die Sache ist nämlich die: An jenem Abend kam ein Lausbursche von einem der Ateliers hier herein, um einen FunsPfund Schein wechseln zu lassen, und als ich ihn weglegte, bemertie ich einen kleinen Blutflecken dran, noch ganz frisch und deutlich. Nun, man sieht das ja öfter an Scheinen, die Metzgern durch die Hände gegangen sind, es kann auch von einem Fingerschnitt oder sonst einer derartigen Verletzung herrühren; ich beachtete es also nicht weiter. Erst am nach sten Tage, als ich von der Tat erfuhr, dachte ich darüber nach, und seitdem hat mir die Sache keine Ruhe gelassen, 10 daß ich, wie ich schon sagte, sie nun zur Anzeige bringen wollte. „Wie sah der Junge denn aus?“ fragte der Inspektot „Oh,'s war ein garstiges, kränklich aussehendes Bürsch chen, das Gesicht voller Pickeln," antwortete er. Der Inspektor stürzte haftig sein Bier hinunter.„Ich will sehen, ob ich ihn finde,“ sagte er dann.„Ich weroe gleich wieder zurück sein. „Er ist noch nicht zurückgekommen, Herr,“ sagte de“ ahnungslose Biddles, als er dem Inspektor nach ein pact Minuten wieder die Türe öffnete. „Darum handelt sich's auch nicht,“ erwiderte Beale strengem Tone.„Jetzt setzen Sie mal Ihren Hut auf un kommen Sie mit mir, aber etwas flink!“ beiden marschierten schweigend nach dem Albert“. Biddles bekam einen mächtigen Schrecken. Seitt Gesicht hatte eine graugrüne Färbung angenommen, unes flimmerte ihm vor den Augen, als Beale sich zu dem Wil“ wandte und fragte: „Ist das der Junge, der die Fünf=Pfund=Note wechselt hat?“ „Jawohl, Herr, das ist er.“ „Hören Sie das, Biddles?“ „Ja, Herr. „Für wen haben Sie das Geld gewechselt?“„.. „Für Herrn Thornhill. Er schickte mich fort, den eche“ wechseln zu lassen, und ich bin hier hereingegangen. Wat ein falscher, Herr?“ Diese Dreistigkeit des Burschen— trotz seiner ersich lichen Angst— ging dem Inspektor denn doch weit.—(Fortsetzung folgt.) Richtiger müßte es h u wöhrend.perze ge die Unterwelt vom schender Sonnenschein, Zwiegespräch halten u zin die Herrscher warer „Rigi hell, Nebelmeer kaseln in der Stadt und elte oben herrschen— Aufstieg aus dem Ne Kenlosen Himmels und de ###ug uns das Schisf von #eggis, von wo der Ma Winter mit der Rigibahr Fußweg vor. Man pas frostige Gefühl, das d Rangsam bewegen wir ur ziemlich glatt ge #nit einer Geschwindigkeit herühmten Vierwaldstätter ##üindiger Wanderung hab Die Nebelschicht überwund Himmel lacht uns entgege #en der Sonne; und um ##ehlt auch der Vogelsang onne entgegengeflüchtet ##volles„Spinn dicke, spinr sich auslegt. Nach weiter Waldbestand und ein fre #Bild; aber das ist nure harrt. So erreichen wir ##bad. Von unten herauf Bandere Freunde der Berg zu bringen. 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Weftfälischer(Derkur. Sonntag, den 12. Februar 1911. ge Federstriche Albra. Kleistsche Szene ist nichte, Seite gestellt zu we in Ostasien eine. nweis darauf an. sonst viel zu wuchtig u ngspapier getragen au iße. gsfuocht. 3u einem naoch v.junter Personen graphierten Herrschaftieß, mit deren Hilfe die diesen werden kann, als irträt. Man ging dabe vermaße bei erwachsenen und bei verschiedenen siedenheiten aufweisen. sondern auch das Maß rn, das Maß der Füße. nit zu Hilfe, von denen nschen mit gleichen Finieser Zusammentragung ut wie unfehlbares Ere Verbrecher zutrifft, estgn“ ist nicht einz. werte der Lörvermaße Werkel werden sollten e gegeben werden. Man stellen zu müssen, ohn ich zu haben. In zahlrauf an, ein Maß ganz hr zu wissen, da len genügt, um ein gel man z. B. wissen, ob che Platz hätte, so kann n seinen Zollstock ausfestgestellt haben, daß hem Falle ist es ganz sand um etwa 18 oder ist nun, wo man diese sind die ältesten Maße, *, Fuß und Elle, abgese und oft sogar in beund weil dies dann e hatte. Aber hier ist en Maße wieder gegen ihrt werden sollen, songen persönlichen Maße o wird jeder unter den ausfinden können, der nd in zahllosen Fällen intnis zugute kommen. spanne. Zwischen der s anderen Fingers bei ein Maß von 20 oder in Viertelmeter, finden it dieser„einfachen und n vielen Fällen Zeit mlicher Genauigkeit ist cht, wie regelmäßig sie n und dann oft Nutzen st Zweidrittelmeter, so diese Maße in einer . Man irrt sich nämlängen, Spannen oder nan mit dem genauen Untermaße, durch Hinsichen in mehrfacher sergeführt und dadurch vor, daß selbst Fachgroßen Irrtümer unloßen ungefähren Abehlt sich sogar oft, auf neben dem genauen oft wesentliche Irroll also hier durchaus gewendet werden, dem situng wünschen muß, g zu schätzen, der aus ng individueller Maße ch viele noch andere sen sein können, wenn emlich jeder Tisch fast cht leicht in Verlegenr Hand ist. Die mittspricht fast genau der Bewichtseinheiten kann n denen viele genaue und Gewichte, sondern elt voll von einfacher g nur zurückgedrängt eren Hilfsmittel, die Aber merkwürdigerdie Hilflosigkeit geidet, wenn ihm seine nicht zur Hand sind. aß Maschinenschreiber Benutzer von Rechenerer rechnen, als die at nach dem Bureauund„aus dem Kopf“ als ein gelungener D. T. von Scotland Yard, t?“ fuhr der Wirt ill, daß Sie gerade eiff war, nach Scotnnisses zu berichten s mag nun mit der nicht, jedenfalls ist nicht vorenthalten. dend kam ein LaufIn, um einen Fünfs ich ihn weglegte, in, noch ganz frisch er an Scheinen, die es kann auch von artigen Verletzung ter. Erst am nächdachte ich darüber e Ruhe gelassen, so r Anzeige bringen sechsel!“ h fort, den Schein gegangen. Alar rotz seiner ersichtin doch etwas zu rtsetzung folgt.) ∆ Ein Wintertag auf dem Rigi. A. Luzern, 9. Februar. nichtiger müßte es heißen: Ein Frühlingstag auf dem Rigi; ährend unten„in dem Qualm der Städte“ die Menschen nsase Tage verleben, herrscht hier oben über dem Nebelmeer, Fr hie Unterwelt vom Hochgebirge trennt, blauer Himmel und Länder Sonnenschein, und in den Tannen rauscht es, als ob wiegespräch halten über die Menschen, die heutzutage sogar . diese Jahreszeit in ihren Regionen sich tummeln, wo sie früher ##lein die Herrscher waren. wiai hell, Nebelmeer“ verkündeten seit mehreren Tagen die in in der Stadt und eine Temperatur von 15 bis 20 Grad # oben herrschen— Wärme natürlich. So beschlossen wir #., Aufstieg aus dem Rebelgrau des Altags ins Land des wolesen Himmels und der Frühlingslüfte. Am nächsten Morgen ## uns das Schisf von Luzern über den Vierwaldstättersee nach Kiegais, von wo der Marsch begann. Man kann zwar auch im sointer mit der Rigibahn nach oben gelangen, aber wir zogen ##. Fußweg vor. Man braucht nicht lange zu marschieren, und trastige Gefühl, das der Nebel unwillkürlich verursacht, weicht. bengsam bewegen wir uns den Weg hinan, der von den RodelKeliten ziemlich glatt gefahren ist; die kleinsten Knirpse sausen E#i einer Geschwindigkeit vorbei, daß es eine Freude ist. Vom Prühmten Vierwaldstättersee ist nichts zu sehen. Nach etwa zwei##indiger Wanderung haben wir in einer Höhe von 8—900 Meter nebelschicht überwunden, die graue Masse lichtet sich— blauer Eeimmel lacht uns entgegen und wir fühlen die wärmenden StrahSonne; und um das lachende Bild zu vervollständigen, B#ehst auch der Vogelsang nicht, eine fröhliche Meise, die sich der Eanne entgegengeflüchtet hat, schlägt aus voller Kehle ihr klangPralles„Spinn dicke, spinn dicke“, wie der deutsche Volksmund es ##ich auslegt. Nach weiterer kurzer Wanderung verlassen wir den #o#aldbestand und ein freier Ausblick gewährt ein bezauberndes mnisd; aber das ist nur ein kleiner Teil der Schönheit, die unser Pharrt. So erreichen wir in herrlichem Sonnenschein Rigi=KaltStad. Von unten herauf pufft die Rigibahn den Berg hinan, um Bandere Freunde der Bergwelt und des Märchenlandes nach oben ###u bringen. Sie kommen, alt und jung, mit Schlitten und Schneewschuhen ausgerüstet, die jungen, um ihre Jugendkraft zu probieren und zu neuen Taten zu stählen, die alten, um noch einmal für #furze Zeit wieder jung zu werden und sich an dem herrlichen Panorama zu erfreuen. Wir aber lassen es nicht bei diesem Punkte bewenden, sondern steigen höher hinan, auf den höchsten Punkt: Rigi=Kulm, 1800 Meter über dem Meere. Ganz anders #wie im Sommer sieht die Bergwelt heute aus, sie ist entzückender in ihrem frischen Schneegewande und scheint in greifbare Nähe mgerückt. Jede einzelne Gruppe ist deutlich zu unterscheiden: vorn #der Pilatus mit seinen charakteristischen zackigen Kronen, dann ##ianserhorn, Titlis, das Berner Oberland mit seinen drei ReS#präsentanten Jungfrau, Mönch und Eiger, die Glärnischgruppe, #die Urner und Unt waldner Alpen, und wie die trotzigen Ge#ellen alle heißen. Was sind uns auch ihre Namen, uns entzückt #der Anblick ihrer majestätischen Gestalt und ihre durch die blaue Ammosphäre durchschimmernde Hülle. Vom Bürgenstock indessen, einem von unten gesehen, respektablen Berge, ist nicht viel zu #sehen, er ist vollkommen in Nebel eingebettet und steckt nur die Spitze heraus, eine Insel im Nebelmeere bildend. Diese unab'ehbare Scheidewand zwischen Ober= und Unterwelt bietet einen packenden Anblick, hier kräuselt sich die weiße Masse zu leichten Wellen und dort umzieht sie in gespensterhaften Schleiern die Bergwände. Auf der andern Seite aber in der unendlichen Weite erblickt das Auge in blauer Ferne einen Höhenzug gleich der Küste eines fernen Landes. Man möchte sich in das Wolkenmeer stürzen und hinüberschwimmen nach jenem Gestade, das dort in geheimnisvoller Ferne auftaucht. So stehen wir lange schweigend beim Genießen der herrlichen Natur, die zu stiller Andacht zwingt. Eine wunderbare Ruhe umgibt uns, keiner spricht ein Wort, jeder hält Zwiegespräch mit den Riesen der Bergwelt, den gewaltigen Zeugen des ewigen Universums. Was ist der Mensch in dem großen Weltall? Ein völlig verschwindender Punkt, eine sämmerliche, kleine Kreatur! Kommt herauf zu diesen erhabenen Höhen, geht hinaus ans Meer, wenn es sich im Sturme wälzt, blickt hinauf zum Sternenzelt, zu den unzähligen Teilen des Weltalls— und ihr werdet euch so klein, so nichtig vorkommen. Wir glauben so gern, um uns drehe sich das ganze Universum. Aber was machen wir im Grunde darin aus? Nichts, weniger denn Nichts! Die Magenfrage macht sich auch auf diesen paradiesischen Höhen bemerkbar und zwingt uns, von dem bezaubernden Bilde uns loszureißen. Wir lagern uns an einem schneefreien, trockenen Platze und nehmen einen Imbiß zu uns, der vortrefflich mundet. Trotz der Wärme wird ein aus Schneewasser auf einem Feldkocher hergestellter„steifer Grog" nach Seemannsart nicht verschmäht. Natürlich sind auch die Hotels bis zu einem gewissen Grade geöffnet, um Wintergäste aufzunehmen, aber wir können auf eine Einkehr verzichten, so wohlig ist uns. Noch einmal lassen wir das Auge in der Runde schweifen, ein kurzes Abschiednehmen von dem herrlichen Bilde, und dann beginnt der Abstieg. Wer die verschiedenen unpassierbaren Stellen des Weges mit in Kauf nimmt, kann im Schlitten sich abwärts bewegen. Bald laben wir die Nebelschicht wieder erreicht und nach zweistündigem Marsche sind wir am See angelangt, wo das Dampfschiff bereits harrt. Die Erde hat uns wieder, diese armselige Mutter Erde mii ihrer grauen Prosa, mit ihren Plackereien und Menschlichkeiten. Aber wir tragen einen Schatz mit heim, ein Bild, das uns noch lange über die trüben Wintertage hinweghelfen wird: die Erinnerung an die Fahrt ins romantische Sonnenland auf dem Rigi. Vermischtes. .K Der Verband der katholischen Studentenvereine Deutschunos(nichtfarbentragend) hat in Breslau wiederum einen seuen Verein ausgenommen, den k. St.=V.„Zollern“ von ## Technischen Hochschule, dessen Publikationsfest mit der KaiKlegeburtstagsfeier verbunden wurde. Der letzteren galt der erste „#l eines stattlichen Kommerses im St. Vinzenzhause. Dann vollden der derzeitige Vorortspräsident des R.=V., der aus Bonn in“ vergekommen war, die feierliche Rezeption des neuen Vereins den Verband. Von den dem jungen Vereine dargebrachten Nlckwünschen wurden ganz besonders herzlich aufgenommen die sch. V=Verbindung Marchia und die des Rektors der Techni(en Hochschule, Professor Dr. Schenk. Marchia und Zollern, so ##ie, der Vertreter Marchias aus, wollen in steter unentwegter #gkeit mutig ihr gleiches Ziel verfolgen, der katholischen Weltan der Technischen Hochschule Achtung zu verschaffen den.% Mitglieder zu Stützen von Altar und Thron heranzubilgerade“ Magnifizenz sprach seine Freude darüber aus, daß wählt:: ketholische Korporation sich den Namen Zollern erperk-habe. Name und Farben seien ihm Bürgschaft für die unTreue der Mitglieder des Vereins zu Kaiser und Mater degründet von den Kartellkorporationen an der Alma Leopoldina, möge der neue Verein diese seine Herkunft nie Stid und es sich vor allem angelegen sein lassen, mit den fure“ der Universität in steter Fühlung zu bleiben. Gerade der D'ses überaus wichtige Erfordernis des Gedankenaustausches legenk....“ beider Hochschulen sei in Breslau die beste Gezugle: geboten; denn die zwei anderen deutschen Städte, die ezn eine Universität und eine Technische Hochschule aufweisen aus“ machten durch ihre ungeheure Größe diesen Meinungs-ausch geradezu unmöglich. Im" Internationaler Preis-Weitbewerb vom Roten Kreuz. v dahre 1902 stiftete die Kaiserin Maria Feodorowna, die ein des russischen Roten Kreuzes, den„Kaiserin Maria ## Prowna=Fonds“ zum Zwecke der Erlangung neuer Erfindie die Leiden der Verwundeten und Kranken auf dem als sasf“ zu erleichtern imstande sind. Die Zinsen des KapiKreuz. g““. alle fünf Jahre anläßlich der Internationalen RoteFaulonferenz verteilt werden. Dies war das erste Mal der damals di 3 Konferenz in London 1907. Deutscherseits wurden port=Sosten. ersche Baracke und das Linxweilersche Transmit je 3000 Rubeln prämiiert. Der nächste Wett1912 stalt.. der Internationalen Konferenz in Washington auf z1.. Die zur Verteilung getangenden Zinsen belaufen sich Proz“ is 40000 MA. Deutsches Mitglied des Preisgerichts ist eine weiterss in Charlottenburg.— Nach Teneriffa findet dieses Jahre wissenschaftliche Studienreise im März und April Ueberwal: statt. Bekanntlich wurde im Frühjahr 1909 in dem gesell ein Jebiet am Pic von Teneriffa von Geheimrat HerKaiser an; verologisches Observatorium begründet, zu welchem dem schelm das Wohnhaus für die Gelehrten stiftete. Seitlogischg dort von HergesellsMitarbeitern fortlaufende geroL Anregung ausgeführt. Im Frühjahr 1910 wurde Sonnenforsch: Internationalen Kommission für Höhen= und eine wissen#nng bezw. deren Vorsitzenden Prof. Dr. Pannwitz unterneeschaftliche Expedition in das Hochgebirge von Teneriffa deutsch“ an der unter Führung von Geheimrat Zuntz komen“erreichische und englische Physiologen, sowie die Astrosich betein akt aus Paris und Geheimrat Müller aus Pot sam uchungen Z:““. Runmehr sollen sich zunächst weitere 1 erGegenden Lichtwirkung in jenen besonders sonnenbestrahlten Forsch,„“anschließen, zu welchen deutsche, russische und dant'che #er ihre Mitwirkung zugesagt haben. *— reite 73 Zentiwar mit Erde gefüllt. ein mäßig erhaltenes Skelett. Römerfunde aus Neustadt a. d. haardt. Hinter dem Anwelen des Weingutsbesitzers Kommerzienrat Witter in der muemiliansstraße wurde bei Rodungsarbeiten eines Weinberges Gemarkung Hüttbrunn, eine der ältesten und besten Weinbergsanlagen Neustadts, ein Steinsarg gefunden. Er lag in einer Tiefe von 1,10 Meter unter der jetzigen Oberfläche. Die Lange des Sarges beträgt 2,07 Meter, die meter, die Höhe 65 Zentimeter. Der Sarg Bei der Ausräumung fand sich ein mä kar Kopf Lag im Usten, die Leiche ist weiblichen Geschlechts und zur Zeit des Todes im Alter von 40—45 Jahren. Zu Füßen ((und ein wohlerhaltener Henkelkrug, 23 Zentimeter hoch, aus terra sigillata. Der Henkel hat die Form einer Schlange, die mit und Pepten den Rand der Urne beißt. Wie schon die Form die#m des Sarges zeigt, ist das Grab römischen Ursprungs; die Siur der Skelettbestattung in Steinsärgen kam bei den Römern um 250 nach Chr. in Uebung. In diese Zeit(250—300 X., Ehr.)„verweist uns auch der im Sarg gefundene Tonkrug. Terra sigiuata=Gefäße beginnen in dieser Zeit bereits seltener zu werden. Das Gefäß dürfte in den Terra sigillata=Fabriken von Rheinzabern hergestellt sein. Auf diesen Ursprung deuten verchiedene technische Merkmale, wenngleich es bisher noch nicht gein, in Rheinzabern selbst die Töpferwerkstätten der spälrömischen Kaiserzeit wiederaufzufinden. Schon im Anfang des vorigen Jahrhunderts wurden in dieser Gemarkung dem Boden zahlreiche Römerfunde entnommen. Inschriftsteine, sowie das Torso einer Rundfigur der Göttin Maja, eine gute provincialromische Arbeit, haben im neuerbauten historischen Museum der Pfalz eine würdige Aufstellung erfahren. Auch Särge waren hier in jener Zeit— um 1820— schon angetroffen worden; doch der Inhalt derselben, darunter eine größere Anzahl von ten, doch handelt es sich in diesem Falle nur um Naturgebilde, sogenannte Kugelkonkretionen, wie sie in verwandter Form am Kalmit und Felsenmeer mit Unrecht als Gletschermuhlen bezeichnet werden. Einstellung der Arbeiten am Lötschbergkunnel? Variser Bai wird dem„B. T.“ gemeldet: Die Lurist- Bauunternehmung des Lötschbergtunnels hat der Berner Alpenbahngesellschaft ein Ultimatum zugestellt, nach dem die Arbeiten eingestellt werden, wenn bis in acht Tagen der Restbetrag der vertraglich auf fünfzig Millionen festgesetzten Tunnelkosten nicht ausbezahlt worden ist. Die Differenz rührt von dem bekannten Tunneleinbruch im Jahre 1908 her, bei dem 24 Arbeiter den Tod fanden. Es mußte in der Folge eine neue, sicherere Trace eingeschlagen werden, was die Tunnelkosten um 8 Millionen Frcs. verteuert hat. Ueber diese Streitfrage schwebt zurzeit ein schiedsgerichtliches Prozeßverfahren. Da die Bahngesellschaft auf alle Fälle die vertraglich festgesetzten 50 Millionen bezahlen muß, stellt sich die Bauunternehmung auf den Standpunkt, daß der Rest dieser Summe ungeachtet des schwebenden Schiedsgerichtsverfahrens ausbezahlt werden könne, und daß es gleichgültig sei, in welchem Tunnelteil die Arbeiten ausgeführt werden. Es sind jetzt nur noch 800 Meter des Sohlstollens zu durchbrechen. Die völlige Durchbrechung wird bis Ende März in Aussicht genommen. BW. Das Carnegie-Instikut. hie-usnnn Nicht jedem ist es gegeben. zehn Millionen Dollars mit einem Schlage zu verschenken und dann deutlich zu zeigen, wieviel Vergnugen einem das Schenken macht. Dem Stahlkonig Carnegie ist das Geben aber zu einer Quelle des Vergnügens geworden, wie die Umstände zeigen, unter denen er seine letzte zehn Millionen Dollar=Stiftung für das nach ihm benannte Forschungsinstitut in der Bundeshauptstadt bekanntgab. Er lud nämlich den Präsidenten des Instituts, dessen Zweck es ist, wissenschaftliche Untersuchungen, Forschungen und Entdeckungen in der weitestgehenden und freigebigsten Weise zu fördern und zu ermutigen und die praktische Anwendung wissenschaftlicher Errungenschaften zu zeigen, zu einem Besuche ein. Als Robert S. Woodward bei ihm eintrat, hatte Carnegie die Schenkungsurkunde vor sich liegen. Carnegie zeigte aber zum Erstaunen seines Besuchers die verdrießlichste Miene der Welt, sagte ihm, er sei sehr beschäftigt und habe es nicht gerne, wenn man ihn bei der Arbeit störe. Immer mehr wunderte sich Woodward, als ihn Carnegie kurzerhand ersuchte, sich im Vorzimmer etwas zu gedulden und damit ihm die Zeit nicht lang werde, etwas durchzulesen; damit drückte der„Stahlkönig“ dem Besucher ein dickes Schriftstück in die Hand. Kaum hatte Woodward das Nebenzimmer betreten, als Carnegie in lautes Lachen ob des ihm gelungenen Streiches ausbrach; minutenlang schüttelte er sich vor Lachen. Carnegie erzählte später seinen Scherz selbst. Das Schriftstück, das er Herrn Woodward mit der erheuchelten verdrießlichen Miene in die Hand gedrückt hatte, war eine Schenkungsurkunde, durch welche die Stiftungen, die er dem erwähnten Institut bisher gemacht hat, die Riesensumme von 25000000 Dollars erreichen. Den Berichterstattern verhehlte Carnegie sein Vergnügen über die neueste Stiftung nicht. Mit großer Begeisterung sprach er von den Errungenschaften, welche das Carnegie=Institut bereits zu verzeichnen habe, und drückte die Ueberzeugung aus, daß die Stiftung durch die mit ihr ermöglichten Forschungen tausendfältig Zinsen tragen werde, die der ganzen Menschheit zugute kommen würden. Mit sichtlicher Freude sprach Carnegie von den Erfolgen auf den verschiedensten wissenschaftlichen Gebieten und verhieß besonders große Erfolge auf astronomischem Gebiete durch die weitere Erschließung des Reiches der Planeten mit Hilfe eines Riesenfernrohrs auf der von dem Institut in Californien errichteten Sternwarte. Er wies zunächst auf die Arbeiten der nichtmagnetischen acht„Carnegie“ hin.„Diese Jacht,“ so führte er aus,„ist gebaute ronze Das das erste jemals zu Vermessungs= und Forschungszwecken Schiff, dessen Metallteile nicht aus Eisen, sondern aus bestehen und daher die Magnetnadel nicht beeinflussen. Resultat ist, daß alle früheren Beobachtungen jetzt als ungenau erkannt werden. So fand die„Carnegie" beispielsweise auf ihrer jüngsten Fahrt nach England, daß die Karten der britischen Admiralität Fehler enthalten, und dadurch gelang es, einen Kapitän, der sein Schiff diesen Karten gemäß gesteuert hatte und dabei aufgelaufen war, vor dem Verlust seines Patents zu bewahren. Die„Carnegie" befährt im Auftrag des Instituts in Washington Jahr aus Jahr ein alle Meere, stellt neue Vermessungen und Beobachtungen an und korrigiert die Seekarten dementsprechend, und ich glaube, diese Tätigkeit allein rechtfertigt meine neue Schenkung für das Institut. Auf diese Art und Weise ist Amerika imstande, wenigstens einen Teil der großen Schuld an Europa, das uns soviel gelehrt hat, zurückzuzahlen. Es gibt kaum etwas, was mir mehr Vergnügen bereitet, als der Erfolg, den das Institut hat. So stellt dieses jetzt in seinen Laboratorien Versuche an, aus unterseeischen Klippen und Felsen, die in allen Teilen der Welt die Schiffahrt bedrohen, die Bestandteile des Portland=Zements analytisch festzustellen, und mir ist versichert worden, daß dieses wertvolle Baumaterial bald auf der ganzen Erde, wo sich Felsen und Klippen vorfinden, wird hergestellt werden können, während bisher das Zement nur aus selten vorkommenden Stoffen gewonnen wurde. Nehmen Sie die Resultate, welche schon jetzt durch die von dem Institut auf Mount Wilson in Californien errichtete Sternwarte erreicht worden sind. Professor Hale, ein junges Genie seiner Wissenschaft, hat dort für seine Beobachtungen vollständig neue Methoden angewendet und bisher 60 000 neue Weltkörper entdeckt, die nie zuvor von eines Menschen Auge gesehen wurden; einige davon zehnmal so groß als unsere Sonne. Die ganze Welt horcht gespannt auf das neue Orakel auf der Spitze des Mount Wilson und in wenigen Jahren werden wir mehr über das Weltall wissen, als sich Galtlei und Copernicus jemals träumen ließen. Eine neue Linse für das große Fernrohr dieser Sternwarte befindet sich jetzt in Arbeit, die 100 Zoll Durchmesser haben und dreimal so scharf als irgend eine bisher angefertigte sein wird, und ich wünsche nur noch so lange zu leben, um die Entdeckungen begrüßen zu können, die Professor Hale mit dem neuen Fernrohr auf Monnt Wilson machen wird. Wirklich, es ist ein Triumph für unser junges Land, der übrigen Welt die Geheimnisse des Weltalls offenbaren zu können. und ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, dieses Werk des Instituts durch meine zweite Gabe fördern zu helfen. Noch manchen anderen wundervollen Forschungen weiht das Institut seine Kraft, und ich zweifle nicht, daß es dabei zu gleich zufriedenstellenden Resultaten gelangen wird. Und wenn eines Tages 50 Millionen Dollars dafür nötig sein werden, so hoffe ich, daß auch dieses Geld da ist, damit die Forschungen nicht begrenzt zu werden brauchen.“ Die historie vom Elenfleisch. Der„Frankf. Ztg.“ wird geschrieben: Ein finnischer Bauer im Gouvernement Uleaborg hat der hohen Polizei zu einem amüsanten Reinfall verholfen. Verbreitet sich da eines schönen Tages auf irgend eine Weise das Gerücht, ein als Wilddieb bekannter Bauer habe ein starkes Elen geschossen. Die löbliche Polizei bekommt Witterung von der Freveltat und schickt aus der Kreisstadt nach dem etwa zwölf Kilometer entfernten Dorfe den Länsmann, den Gendarm. Dieser nimmt den Bauer in ein hochnotpeinliches Verhör. Der Rann leugnet beharrlich, ,. 4 4ehm bius u. „Herr, ein Elen— wo sollte es denn gebiieben seinr Ixall jemand davon gehört, daß ich es verkauft habe? Kann ich es allein essen mit meiner kranken Frau?“ „Wollen schon sehen, mein Pfiffikus!“ sagt eeund nimmt eine Haussuchung vor. und richtig: da Keller zwei große Tonnen mit Fleisch. „Was ist denn das, Räuber? Heh?“ „Bei Gott, Herr, das ist Pferdefleisch! Meinen alten Gaut habe ich geschlachtet. Es war die höchste Zeit und dann,— nun man braucht etwas für den langen Winter. Alle Nachbarn werden das bezeugen, es war mein Gaul, mein alter Gaut...“ „Deine Nachbarn? Ei, das kennt man. Ihr steckt alle unter einer Decke. Heraus damit!" Die Fleischtonnen werden beschlagnahmt, auf den Wagen gewälzt und in die Kreisstadt übergeführt. Dort wird Auktion der Länsmann, findet er im gehalten. Nun, bei einer solchen Auktion geht alles billig fort, zu wahren Schleuderpreisen. So lassen sich denn die Hotels den Elenbraten nicht entgehen, und auch andere kaufen. Das billige Elenfleisch schmeckt prächtig: alle gestehen, daß es zart und saftig ist. Einige Nörgler, die sich als feine Zungen aufspielen, behaupten freilich, daß ihm der richtige Elengeschmack fehle. Aber jetzt kommt der Bauer. Er erklärt vor Gericht, daß man ihm widerrechtlich sein Pferdefleisch genommen habe, daß alle Nachbarn beschwören würden, daß er seinen alten Gaul aus Not geschlachtet habe. Nun hilft nichts mehr: es wird eine Kommission nach dem Dorf entsandt, die feststellt, daß kein Mensch von einem Elen etwas gewußt, daß der Bauer seinen Gaul geschlachtet, enthäutet und die Knochen eingescharrt hat. Der Länsmann wird zu hundert finnischen Mark Entschädigung verurteilt, in der Stadt empfinden die Leute nachträglich Bauchgrimmen und die Hoteliers klagen ebenfalls gegen die Polizei, weil sie sie mit dem Pferde= statt Elenfleisch angeschmiert habe. Literarisches. * Rechtsanwalt ten Hompel und Aditore Heiner oder der Antimodernisteneid und die Münstersche Kulturgesellschaft. Von Dr. Franz Heiner, Uditor der Römischen Rota. Münster i. W. 1911. Verlag von H. Poertgen. 95 S. Pr. 1,50 M. Beim ersten Lesen der Broschüre wird man vielleicht Anstoß nehmen an dem derbkräftigen Ton, den der Verfasser seinem Gegner gegenüber anschlägt; man kann dazu um so leichter kommen, als die Darlegungen viel Persönliches enthalten, allzu Persönliches, Kleinlichkeiten, wie sie zwar zur Gewinnung des Charakterbildes eines Gegners herangezogen zu werden pflegen, indes gegenüber der Wucht und Kraft der sachlichen Darlegungen mehr zurücktreten sollten. Heiner hätte sie ganz fortlassen können; seine Verteidigungsschrift würde ohne ihren sarkastisch=ironischen Ton, der schließlich ausklingt in den vollen und wie wir annehmen, auch versöhnenden Akkord des Mitleids, jedenfalls nachhaltiger gewirkt haben, als mit der beständigen Haranguierung des Gegners. Indessen läßt sich auch vieles zur Entschuldigung dieser Form der Darlegung anführen; es genügt, auf das Vorwort mit seiner kurzen aber vielsagenden Abweisung des Versuchs der Erlangung einer vom Gegner verfaßten Erklärung und auf die im weiteren Verlaufe vermerkte Darlegung eines eingeleiteten Pressemanövers hinzuweisen. Dem Verfasser, der als kerniger Westfale eine in rauhem Gewande sich bergende aber ehrliche, aus seinem Innersten kommende Sprache liebt, ist also bezüglich der Form manches zugute zu halten. Das kann um so unbedenklicher geschehen, als dem tatsächlichen Material in seiner Reichhaltigkeit gegenüber die Form schließlich doch in zweiter Linie in Betracht kommt. Die Broschüre beleuchtet die frühere Aktion der Indexliga, deren Vereitelung Heiner sich zuschreibt, ebenso ihren weiteren Ausläufer, die Gesellschaft für christliche Kultur, als deren Geschäftsführer sich Heiners Gegner vor kurzem erst in der politischen Arena in Erinnerung brachte. Heiner widerlegt gründlich die Behauptung von seiner Mitwirkung an dem Bittschriftunternehmen, dem er nicht gerade schmeichelhafte Beiworte angedeihen läßt, und stützt sich in seinen Ausführungen über die Kulturgesellschaft vielfach auf frühere, in der Folgezeit auch von den Gegnern anerkannte Artikel des„Westf. Merkur“. Sympathisch berührt— abgesehen auch hier von der persönlichen Stellungnahme zu dem von dieser Verteidigungsschrift Betroffenen— das Kapitel über Schell, dessen Charakterzüge trotz der entschiedensten Zurückweisung seiner theologischen Irrtümer dadurch nur gewinnen können. Das letzte Kapitel behandelt kurz den Inhalt des inzwischen auf den Index gesetzten ersten Heftes der„Grenzfragen, das den Anstoß zu der vorliegenden Broschüre gab. Es ließe sich noch vieles sagen zu den sachlichen Ausführungen Heiners, für deren Wert auch die Tatsache der binnen wenigen Tagen erforderlich gewordenen zweiten Auflage des Werkes spricht, indessen glauben wir, daß ein näheres Eingehen auf dieselben sich erübrigt, zumal die Leser des„Westf. Merkur" über die ganze Angelegenheit hinreichend orientiert sind. Jedenfalls dürfte Heiners Verteidigungsschrift in ihrem Kerngehalte zu ernstem ruhigem Nachdenken führen. O P. Heinrich Pesch S. J., Die soziale Befähigung der Kirche. Dritte durchgesehene und ergänzte Auflage. Mit kirchlicher Druckerlaubnis VIII, 643 und XIII Seiten 8' broschiert 4 M, in Ganzleinen gebd. 5 A 50 Z.(Verlag der Germania, A.=G., Berlin C2, Stralauer Straße 25.) Die Notwendigkeit des Erscheinens einer dritten Auflage in rascher Reihenfolge ist der beste Beweis für die Bedeutung und den Wert dieser Arbeit des bekannten Sozialpolitikers. Heinrich Peschs Arbeit erhebt sich weit über den Rahmen einer gewöhnlichen Polemik; sie behandelt eingehend die wichtigsten Probleme der Nationalökonomie und der Sozialpolitik, so daß jeder, der nicht selbst langjährige Spezialstudien über diese Gegenstände gemacht hat, daraus reiche Belehrung schöpfen kann über die brennendste Frage, welche heute die Welt bewegt, die soziale Frage. Eine Fülle von Material für sozialpolitische Vorträge bietet das vorliegende Werk. In jedem der 21 Abschnitte und auf jeder Seite verraten sich Klarheit der Grundsätze, Maßhalten im Urteile, ausgebreitete Belesenheit, Vertrautheit mit den neuesten Erzeugnissen der einschlägigen Literatur und eine gewisse Vornehmheit in Behandlung wissenschaftlicher Gegner. Alle hier behandelten Fragen haben aktuelle Bedeutung. Wir glauben daher, dieses gründliche und gemeinverständlich geschriebene Werk zur Verbreitung warm empfehlen zu können. ( Biblische Zeitfragen. Wir erhalten folgende Richtigstellung. Eben werde ich von befreundeter Seite auf eine Notiz hingewiesen, die Sie Nr. 64 Ihres Blattes vom 5. Februar l. J. über mein Schriftchen„Adam und Eva“(Biblische Zeitfragen, 3. Folge, 11. Heft) brachten. Ihr Rezensent C. R. zitiert daraus den Satz:„Daß es ein erstes Menschenpaar gegeben hat, wie es die Bibel bezeugt, muß die Wissenschaft erschließen" (S. 41 f) und findet darin die gewagte, bedenkliche Behauptung, daß die Abstammung des Menschengeschlechtes von einem Paare als Grundlehre der Offenbarung nicht feststehe. Bei einigermaßen achtsamem Lesen kann es nicht entgehen, daß der Satz in sich und im weiteren Zusammenhange gerade das Gegenteil enthält: sowohl die Bibel als auch die Wissenschaft nehmen ein erstes Menschenpaar an, die Bibel bezeugt es, die Wissenschaft erschließt es, wie überhaupt„in der biblischen Erzählung wenig Raum für Zweifel und Bekämpfung" ist.(S. 41.) Es ist mir unbegreiflich, wie ein solches Mißverständnis entstehen konnte. Im Interesse der„Biblischen Zeitfragen“, die C. R. auf solch unhaltbarer Grundlage bemängelt, ersuche ich Sie höflichst, die Sache zu berichtigen. München. J. Goettsberger. (Goethe und die Romantik ist ein Thema, das gerade jetzt bevorzugtes Interesse beansprucht. Die 38. Lieferung der Illustrierten Geschichte der Deutschen Literatur von Professor Dr. Auselm Salzer(München und Berlin. Allgemeine Verlagsgesellschaft m. b. H. Preis jeder Lieferung 1 A) bietet darüber einen sehr lesenswerten Abschnitt. Zutreffend bemerkt der Verfasser, daß Goethe nicht nur seinem Volke, sondern der ganzen Welt gehöre; er ist auch neben Homer und Shakespeare der einzige Weltdichter, der seine eigene nationale Sprache spricht und doch für alle verständlich ist. Der nächste Abschnitt ist dem schwäbischen Dichterkreis gewidmet. Eingehendere, lebensvolle Behandlung finden naturgemäß Uhland, Just. Kerner, Haufs und Mörike. In der 39. Lieferung kommen sodann Die österreichischen Dichter zur Darstellung. Eine stattliche Reihe glänzender Namen, wir brauchen nur Grillparzer zu erwähnen, führt uns Professor Salzer darin vor. Aufs Beste vertraut mit den einzelnen Dichterpersönlichkeiten, zeigt sich auch hier, daß der Verfasser durchaus maßvoll und gerecht in seinem Urteil ist, und daß er es versteht, jeden Abschnitt in seiner Eigenart zu beleben und anregend zu schildern. Der Bilderschmuck dieser zwei Lieferungen mit 5 Beilagen ist wie immer reich und vornehm. ## Der Schwester Vermächtnis. Roman von E. Kricke berg. Verlag von Philipp Reclam jun. 368 Seiten. „Der Schwester Vermächtnis“ ist ein vierjähriges Töchterchen, das den Todeskeim bereits mit auf die Welt gebracht hat. Ruth, die jüngste der beiden Töchter der verwitweten Rätin Fabrizius, war die Gattin des argentinischen Ingenieurs und Fabrikbesitzers Egbert Reinhard geworden, hatte in der neuen Heimat indes die Geburt der kleinen Ellen mit dem Tode bezahlen müssen. KleinEllen war ein schwächliches Wesen, dessen unabwendbares Ende das südamerikanische Klima nur beschleunigt haben würde,— Grund genug, für den Vater, das Kind der sorglichen Obhut seiner Schwägerin, ebenfalls Ellen genannt, in Deutschland anzuvertrauen. Der Vater bringt das Kind selbst in die Heimat seiner verstorbenen Frau. Hier wird Klein=Ellen sogleich der Mittelpunkt der Familie Fabrizius, namentlich die Schwägerin Ellen widmet ihre ganze Liebe dem Kinde. Kein Wunder, daß sich das Kind an diese„Tante=Mutter" gewöhnt, und der Entschluß Egberts und seiner Schwägerin, ein geschwisterliches Verhältnis unter der Form der Ehe einzugehen, ist nur von dem Gedanken geleitet, daß Klein=Ellen auf diese Weise ihrem Vater, wie ihrer, Mutterstelle vertretenden Tante Ellen, möglichst nahe bleidt. Die Verfasserin erzählt uns dies einfach und ansprechend; das Seelenleben der beiden Menschen findet eine gut durchgearbeitete Schilderung; ihr Ringen miteinander— Ellen trauert einer vor Jahren schon aufgelösten Verlobung nach, Egbert hat in seiner kurzen Ehe nicht immer nur gute Erfahrungen gemacht— ihr Kämpfen gegen klatschsüchtige Nachbarn, das Sorgen um das mit dem Tode ringende Kind haben in dem Roman eine gute, so recht dem Leben nachempfundene Darstellung empfangen. Der Leser folgt voller Anteilnahme den verschiedenen Phasen der Handlung, bis der Tod seinen Schleier über Klein=Ellen ausbreitet und endlich— nach so manchen Mißverständnissen und Mißdeutungen— die Sonne einer frohen Zukunft über dem gemeinsamen Lebenspfade zweier schenkinder aufgeht, deren bisheriges Leben getragen war schtverstehen und der Mißgunst anderer. C. Wen ven sigenen bochnie 2 Auseie Dächer. Verag Asein u. Co, Veria. Praia 1 M. In der Reihe der Ullstein=Bücher ist ein Roman von Max Kraetzer:„Der Mann ohne Gewissen" erschienen, Dieser„Mann ohne Gewissen“ ist der kleine Kommis August Gläser, der sich mit den Riesenkräften des gewissenlosen Tatmenschen in den Strom des Berliner Erwerbslebens stürzt, Skrupellos in der Wahl seiner Mittel geht er über Leichen, um sein Ziel zu erreichen, die Riesenstadt zu erobern. Ungeheure Bodenspekulationen führen ihn auf eine ungeahnte Höhe, da kommt der Krach, der Sturz in die Tiefe. Kraetzers Roman ist fesselnd geschrieben und zeigt dem gereiften Leser ein anschauliches Zeitbild. □ e] Pharus. Katholische Monatsschrift für Orientierung in der gesamten Pädagogik. Herausgegeben von der Pädagogischen Stiftung Cassianeum. Verantwortlicher Chefredakteur: Josef Weber. Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer, Donauwörth. Preis halbjährlich 4 K. Inhalt des 2. Heftes. Direktor Ludwig Auer bespricht die Aufgaben, welche Die Pädagogische Stiftung Cassianeum dem „Pharus“ auferlegt.— Privatdozent Dr. Grunwald untersucht Foersters Willenspädagogik im Verhältnis zur Willenspädagogik der katholischen Kirche.— Hilfsschullehrer Weigl skizziert Die Schule des„unmittelbaren Wissens" und liefert damit einen Beitrag zum aktuellen Streit um Lern= und Arbeitsschule.— Rektor Görgen bringt den Schluß seiner mit Wärme geschriebenen Arbeit Lorenz Kellner, der Persönlichkeitspädagoge.— Professor Gerster erörtert Theoretische und praktische Erziehungs= und Unterrichtsfragen in der Schweiz.— Lateinschulrektor Roloff orientiert über die schwebenden Fragen der Staatsbürgerlichen Erziehung.— Die Rubrik„Frische Bahnen" enthält lebensvolle Gedanken und Beispiele zur Heimatidee im Unterricht und Zur Praxis des Werkunterrichts(Billiges Material).— Leseproben aus Büchern von Lorenz Kellner und W. v. Kügelgen bieten ernste und heitere Blicke ins pädagogische Leben.— Den Abschluß bilden eine reichhaltige Rundschau über aktuelle Fragen; Mitteilungen über Kurse und Ausstellungen; ein Auszug aus der Zeitschriften=Literatur und die Bücherschau. le) Photographische Mitteilungen. ft für die Photographie unserer saul Hanneke. Bilderredaktion: L 19—24(IV. Quartal). 3 M. Verlag von Gustav Schmidt, Berlin W. 10. Mit den Heften 19—24 ist der Jahrgang 1910 dieses ausgezeichneten Blattes abgeschlossen, der die Anerkennung für sich in Anspruch nehmen darf, in jeder Hinsicht seinen Abonnenten ein treuer und zuverlässiger Berater und Interpret gewesen zu sein. Das ist der beachtenswerte Vorzug dieser Zeitschrift, daß sie in photographisch=technischer Hinsicht nichts veröffentlicht, das nicht die kenntnis= und erfahrungsreiche Prüfung und Beurteilung der Herausgebers einwandfrei bestanden hat. Der Lesestoff dieser Zeitschrift ist denn auch nur für alle jene, die ernsthaft photographieren, die mehr wollen als nur knipsen und sich unterhalten. Ebenso erkennt man in der Auswahl der Bilder, die in tadellosen Reproduktionen— teils sogar in Gravüre— vorgeführt werden, die zielbewußte Hand eines als Photograph und Künstler gleich erfahrenen, urteilsreichen Mannes. Auch hier das Bestreben, keine Alltagsware, die nur dem oberflächlichen Durchblättern dient, zu bieten, sondern photographisch und auch künstlerisch gehaltpole Schöpfungen, die nach irgendeiner Seite als aus der großen Masse hervorragende Leistungen anzusprechen sind, die Anregung bieten und zur Nachahmung auffordern. Wir empfehlen dieses Organ allen Photographierenden aufs neue. Ein Probeheft liefert der Verlag kostenlos. Illustrierte Halbmonatsseit. Herausgegeben von tto Ewel. 1910. Heft Gottesdienst=Ordnung. Besondere Andachten im Laufe der Woche: Hoher Dom: Hl. Messen von 5½—8 Uhr. 8½ Chordienst. 9 Uhr Conventualamt. 10 Uhr letzte hl. Messe. Nachmittags 2 Uhr Vesper: Samstag 3 Uhr. Montag morgen 7 Uhr Pestmesse. Freitag nach dem Hochamt Segen mit der Partikel des hl. Kreuzes. St. Aegidiikirche: Dienstag morgen 8½ Uhr Pestmesse. Von Mittwoch, den 15. Februar an beginnt die Schulmesse an den Werktagen um ½ 8 Uhr. Donnerstag 8 Uhr Sakramentshochamt. Abends 7 Uhr Sakramentsandacht.— St. Antoniuskirche: Am Mittwoch, 15. Febr. beginnt die Schulmesse 7,25 Uhr. Die letzte hl. Messe 8 Uhr.— St. Josephskirche: Donnerstag morgen 7¼ Uhr Sakramentshochamt.— St. Lambertikirche: Donnerstag morgen 8 Uhr Sakramentshochamt. Abends 7 Uhr Sakramentsandacht.— St. Liebfrauenkirche: Donnerstag morgen 8 Uhr Sakramentshochamt. Samstag 7 Uhr Hochamt. Nachmittags 4½ Uhr Andacht.— St. Ludgerikirche: Montag 6 und 7½ Uhr hl. Messen für die verstorbenen Mitglieder der Armenseelen Bruderschaft. Mittwoch Pestmesse. Donnerstag 8 Uhr Sakramentshochamt. Freitag abend 7 Uhr Herz Jesu=Andacht.— St. Martinikirche: Freitag 6½ Uhr Pestmesse und Segen. Samstag 4 Uhr Andacht.— St. Servatiikirche: Dienstag morgen 7 Uhr Pestmesse. Mittwoch abend 7 Uhr Muttergottesandacht.— St. Klemenskirche: Täglich 6 und 8 Uhr hl. Messe.— St. Magdalenenkirche: Jeden Morgen 8 Uhr hl. Messe. Donnerstag: Feier des Ewigen Gebetes: 5 Uhr Aussetzung des hochw. Gutes und 1. Hochamt. ½7 Uhr hl. Messe. 9 Uhr 2. Hochamt. Nachmittags 3 Uhr Andacht. 6¼ Uhr Schlußandacht: Complet, Litanei, Tedeum und Segen.— St. Franziskanerkirche: Dienstag abend 6 Uhr Antoniusandacht.— Klarissenkirche: Dienstag 5 Uhr Antoniusandacht. Jeier des Ewigen Gebetes im Bistum Münster. Sonntag, 12. Februar: Donsbrüggen und Bruckhausen, nachts St. Marienhospital Neuenkirchen bei Rheine.— Montag, 13.: Leutherheide, nachts Klarissen zu Kevelaer.— Dienstag, 14.: Walbeck, nachts St. Gerburgishospital zu Nottuln.— Mittwoch, 15.: Olfen, nachts Josephshaus zu Münster.— Donnerstag, 16.: Werse.— Samstag, Geldern.— Sonntag, 19.: Sterkrade(St. Clemens) und Rheinberg, nachts Kloster Hamicolt. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg=Amerika=Linie. „Elswick Manor“, 9. Febr. 4 Uhr 30 Min. nachm. in Baltimore.„Patricia“, von Baltimore kommend, 9. Febr. 10 Uhr morg. Dover passiert. Die nächsten Abfahrten von Post= und Passagierdampfern finden statt: Nach Newyork: 16. Februar„Amerika". 23 Februar „President Grant“. 2. März„Kaiserin Auguste Victoria“. 4. März„Pennsylvania“. 11. März„President Lincoln", 18. März„Amerika“. 23. März„Pretoria".— Nach Boston: 14. Febr.„Silvia“. 28. Febr.„Patricia".— Nach Baltimore: 14. Fdr.„Silvia“. 28. Fbr.„Patricia“. Nach Philadelphia: 26 Fbr. „Prinz Adalbert“.— Nach New=Orleans: 15. Febr.„Hohenfelde". 15. März„Atlantic". Letzte Nachrichten über die Bewegungen der Schuelldampfer des Norddeutschen Lloyd in Bremen. „Roon“(nach Newyork) 9. Febr. in Newyork.„Friedrich der Große"(nach Newyork) 8. Febr. Eastbourne passiert.„Frankfurt" (nach Philadelphia und Galveston) 9. Febr. Vorkum=Riff passiert. „Crefeld“(nach Brasilien) 8. Febr. von Pernambuco.„Würzburg(nach Brasilien) 6. Febr. in Rio de Janeiro.„Großer Kurfürst"(nach Australien) 8. Febr. von Port Sudan.„Franken" (nach Australien) 9. Febr. von Las palmas.„Schlesien"(nach Australien) 8. Febr. in Adelaide.„Kleist"(nach Ostasien) 9. Fedr. in Antwerpen.„Lützow“(nach Ostasien) 9. Febr. von Genug. „York“(nach Ostasien) 8. Febr. in Hongkong.„Main“(nach Bremen) 9. Febr. in Bremerhaven. Dampfer=Expeditienen des Norddeutschen Lloyd in Bremen in der Zeit vom 12. bis 18. Februar 1911: Ab Bremerhaven:„Seydlitz“, 15. Febr. nach Australien.„Main“ 16. Febr. nach Baltimore.„Prinz Friedrich Wilhelm" 18. Febr. nach Newyork über Southampton=Cherbourg.„Gotha“, 18. Febr. nach Argentinien.— Ab Newyork:„Kronprinz Wilhelm" 14. Febr. in Bremen.„Roon“ 16. Febr. noch Bremen.„Berlin" 18. Febr. nach Genua.— Ab Baltimore:„Chemnitz“ 15. Febr. nach Bremen. (Die weiteren Listen sind bei H. Coenen, Münster, Königstraße, einzusehen.) für den redaktionellen Teil: Hauptredakteur Theoder Werneche Rleeie Reegen, beide in Müniten für dan Anzeigen= und Reklamentelt Ein ausgezeichnetes Mittel für die Haarpflege, das die Kopfhaut in gesundem Zustande erhält, die Schuppenbildung beseitig und den Haarwuchs mächtig anregt, kann man sich nach folgendem Rezept in jeder Apotheke oder Drogerie zusammenstellen lassen: 1 gr. krist. Menthol wird zunächst in 85 gr. Bay-Rum aufgelöst, dann wird 30 gr. Livola de Composte zugefüllt. Die Mischung wird tüchtig durcheinandergeschüttelt und ist nach halbstündigem Stehen gebrauchsfertig. Wenn man die Flüssigkeit ein= oder zweimal sorgfältig in die Kopfhaut einreibt, spürt man bald ihre wohltätige Einwirkung auf dieselbe; das lästige Jucken vergeht fast sofort bei der ersten Anrgenburg, Man kann zum Parfümieren auch noch ½ Teelöffel voll feineren Parfüms zugeben. 3 3 9 21 9.—90 7 913 nii ni2! 1 14 715 16 .18 1s 1 4 211 212 213 2l. 2|81 218 2 210 219 9/31 1 Nr. 77, Erstes Blatt. Weställscher Oberkur. Städtisches Friedrichs-Polytechnikum(/ Willardfabrik Framz Nüsing Sonntag, don 12. Jobruar 8514 Gm m Cöthen(Herzogtum Anhalt). Studlenzweige: Maschinenbau, Elektroteohnik, Techn. Chemie, Gastechnik, Papiertechnik, Zuckertechnik, Hüttenwesen, Keramik, Ziegelei- u. Zementtechnik, Glastechnik, Handels-Ing.-Wesen, ausserdem eine Abteilung für allgem. Wissenschaften. Beginn des Sommersemesters am 19. April 1911. Verzeichnie der Vorlesungen und Uebungen für das Sommer-Semester 1911 kann kostendurch des Sakustariat harogen werden. Ner Ninabtar: I)inl-Ine Buse m. wDas "—.Verzeichnis der Vorlesungen und Uebungen für das Sommer-Semester 1911 kann kostenlos durch das Sekretariat bezogen werden. Der Direktor: Dipl.-Ing. Prof. Dr. Fochr. Dis 33% Ereparnis! KRONLEUCHTER Jeder Art, dirckt aus d. Fabrik, erstklassiges Fabr. nur a Private. Man verlange farbige Photos. Anfragen unter W. 1280 an die Geschäftsstelle d. Wenttäl. Merkur Köngliche Technische Hohschule zu Nachen. 7 empfichlt Stilar— nach eigenen und gegebenen Billards in allen Stilarten nach Entwürfen in einfachster bis reichster Ausführung. Anerkannt geschmackvolle Arbeit: 10 jährige Garantie. Grosses Lager spielfertiger Billards und aller Zubehörteile. Umarbeiten, Instandhalten, Ueberziehen gebrauchter Billards. B Die Münsterische Bank Filiale der Osnabrücker Bank Fachrichtungen: Archilektur. Bauingenieurwesen einschl. 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Zucker schaumig gerührt, dann fügt man 30 Gramm süße und 6 bittere, feingegehackte Mandeln, etwas geriebene Zitronenschale und Zimmt sowie auch 1/ Liter rohen Rahm hinzu. Nun wird 1 Pfund Mehl und zuletzt 1 Paket Backwunder von Reese(Patent=Backpulver) damit gemischt. Der Teig wird dann fingerdick ausgerollt, mit einem Mutzenmandelausstecher oder einem Teelöffel ausgestochen und sofort in kochendem Schmalz gebacken. Die fertigen Mutzen werden mit Zucker, den man vorher mit ½ Paket Vanillinzucker von Reese gemischt hat, bestreut. Gratis 1 Dose ff. Cakes für 50 Gutscheine. Masken-Kostüme in raffinierter und elegantester Ausführung. Alle Kostüme sind in verschiedenen Preisserien am Lager. 9336 Frau Direktor Jäger Erstes und grösstes Verleih-Institut Nordmannstr. 13. Hannover. Fernspr. 1653. Soe doe eseeeesn „#h.„ Die Eroberin der Weit. Ser nn: SHOEWeF A. G. Stektin. 2000 Arbeiter En Mundgeruck Pllaer shen uuch Er seschien Paunde u. zulsden den Zeihnen Sue dur P.. 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