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Erstes und ältestes Cagesoogan des Roeises.
ecktechh useanteriheffehele. Druck und Vorlag: Carl Braus. Ceiogr Adr. Breus, Schwerterndr. Col.#2 Postschect Vorduund 2653
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Nr. 304
Freitag, 29. Dezember 1922
55. Jahrgang
Sagrische Einlistin der Geere Miarnen.
Sedgecke Obrietenr
Der frorz Oliristerar Scchrt eeabrr 5orren-Faueem
London, 22. Dez. Eine offizielle englische Auf
Zum Geleit
Was ich wünschte vor einem Jahr, hat der Himmel mir nicht beschert, aber er hat mich dafür gelehrt, daß mein Wunsch ein törichter war.
Emanuel Geibel.
Neueste politische Nachrichten
Die Berliner Beratungen haben auch während der Weihnachtsfeiertage ihren Fortgang genommen. Die Fertigstellung neuer deutscher Vorschläge wird mit Nachdruck betrieben.
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Frankreich hat den Plan einer militärischen Aktion im Ruhrgebiet endgültig fallen lassen, dafür soll die wirtschaftliche Ausbeutung intensiv betrieben werden.
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Dr. Luther hob anläßlich einer Besprechung als hervör, daß die Brotversorgung für den
Winter gesichert ist.
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Wie die„B. Z.“ hört, ist das Ergebnis der Verhandlungen über die Bürgschaften, welche die deutsche Industrie zu übernehmen bereit ist, nicht ungünstig zu nennen; Hugo Stinnes hat an den Beratungen der Reichsregierung teilgenommen.
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England lehnte in einer eingehenden Denkschrift die Forderung der Türkei auf Rückgabe von Massul ab.
Die spanische Regierung veröffentlicht einen Bericht, in dem mitgeteilt wird, daß der Ministerrat am Montag die Einstellung der militärischen Aktion in Marokko und die Abberufung Burauertos aus Marokko beschlossen hat.
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Die Liberte weist darauf hin, daß Nachrichtenagenturen seit 24 Stunden gewisse militärische Vorbereitungen Griechenlands ankündigen. So drohte man aus Saloniki, der hellenische Generalstab ziehe in Westthrazien Truppenmassen zusammen. Bei Demir Hissar seien bereits 30000 Mann versammelt.
Der Präsident der polnischen Republik hat ein Telegramm an den Präsidenten Millerand gerichtet, in dem er erklärt, es liege ihm am Herzen, die engen Beziehungen herzlicher Freundschaft zwischen Polen und Frankreich aufrechtzuerhalten.
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In Bebra wurde der Eisenbahnarbeiter Kaspar Zilch aus Ronshausen verhaftet, der wiederholt Güterwagen erbrochen und beraubt hat.
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Der zum Kommando der Torpedoschule Mürwick gehörige Bergungsdampfer„Antraxs“ ist mit zwei Unteroffizieren und zehn Mann an Bord seit dem 20. Dezember verschollen.
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Ein Aufruf der französischen Kommunisten wendet sich gegen die Besetzung des Ruhrgebietes.
Washington, 28. Dez. Im Senat richtete Lodge der erklärte, in Uebereinstimmung mit der Auffassung des Präsidenten Harding zu handeln, einen Angriff gegen die bekannten Entschließungen des Senators Borah. Er zählte noch einmal die Schwierigkeiten auf, denen die Washingtoner Konferenz begegnete, als eine Einschränkung der Rüstungen erörtert wurde, und führte aus, daß es angesichts der Haltung der Mächte zwecklos sei, die Einschränkung der Rüstungen zu versuchen, wenn nicht zuvor festgestellt worden sei, daß Frankreich seine Haltung geändert habe. Er hoffe und erwarte, daß Frankreich und Italien, die allein von
stellung nennt folgende Friedensstärken der Armeen der Mächte:
Belgien 189 000,
Bulgarien 33.000,
Dänemark 33.000,
Deutschland 100000,
Estland 16.000,
Finnland 226 000,
Frankreich 736 261,
Holland 29 460,
Italien 210000,
Japan 250000,
Lettland 25.000,
Litauen 13.000,
Norwegen 60000,
Oesterreich 30000 Mann,
Polen 275000,
Portugal 40000,
Rumänien 200000,
Rußland 1 300000(?),
Schweden 120000,
Schweiz 160 000,
Siam 18 430,
Spanien 215 949,
Südslawien 190000, Tschecho=Slowakei 150000,
Ungarn 35000,
Vereinigten Staaten ein stehendes Heer von 144000 und Nationalgaude von 162 000 Mann.
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Während Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien von den Siegern tatsächlich ganz entwaffnet worden sind, und zusammen nur über 195000 Mann verfügen, während ihnen auf der Grundlage der Rüstungen von 1913 und mit Be
den Teilnehmern an der Washingtoner Konferenz es unterlassen hätten, die Abkommen zu ratifizieren, dies baldigst tun würden. Lodge schlug vor, daß die Vereinigten Staaten mehr Leichte Kreuzer, Flugzeugmutterschiffe und Flugzeuge bauen sollten und fügte hinzu, die Frage der auswärtigen Schulden sollte von einer Erörterung auf Konferenzen ausgeschlossen und von den Vereinigten Staaten allein geregelt werden. Die Vereinigten Staaten wünschten mit den Schuldnernationen ehrlich und gerecht zu verfahren, aber er selbst würde es nicht für richtig halten, wenn die Schuldenfrage von anderen Mächten geregelt würde. Die Vorschläge Vorahs würden dazu führen, daß die Vereinigten Staaten sich an den Verhandlungen über Reparationen beteiligen müßten, während sie gar keine Reparationen beanspruchten. Auf der Washingtoner Konferenz habe England erfreulicherweise die Abschaffung der U=Boote vorgeschlagen, die Mächte hätten sich dem aber widersetzt. Senator Borah, der sich an der Aussprache beteiligte, wiederholte die Voraussage, daß es binnen ginem Jahre einen neuen Nriag geben werde
einer Berechnung der einschlägigen Völkerbundkommission 894100 Mann zustehen würden, gibt die Tabelle des Kriegsamts für Frankreich und seine Gehilfen folgende Zahlen: Frankreich 736 261, Belgien 118 969, Polen 275 000, Tschechien 150 000, Serbien 109000 und Rumänien 200 000, zusammen weit über anderthalb Millionen! Und trotzdem fühlt sich Frankreich angesichts dieser Zahlen immer noch nicht„sicher"? Diese zahlenmäßige Vermehrung der europäischen Armeen seit 1913 drückt sich finanziell darin aus, daß Europa 1913 19,7 v. H. seiner Einnahmen für Rüstungszwecke ausgab, heute dagegen 24,2 v. H., und daß trotzdem die Einnahmen heute infolge des gewaltigen Anziehens der Steuerschraube viel größer sind als damals. Während die Rüstungsausgaben Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, und Bulgariens, verglichen mit 1913, um 1,6 Milliarde Goldmark herabgesetzt worden sind, sind die des übrigen Europas um mindestens 2,4 Milliarden Goldmark höher als 1913. Daher das berechtigte Drängen Amerikas auf ein gründliches Abrüsten Europas als einer Vorbedingung amerikanischer Hilfe für eine Lösung des Problems der deutschen Entschädigungen und der Verbandsschulden, einer Vorbedingung, für deren Erfüllung Frankreich das einzige wirkliche Hindernis ist.
Es ist eine alte Wahrheit, daß die Politik die Rüstungen bestimmt, und daß man daher von den Rüstungen auf die Politik zurückschließen kann. Ich glaube, daß sich dieser Rückschluß selbst Bonar Laws Regierung sozusagen gegen ihren Willen mehr und mehr aufdrängt und sie zu einem festen Widerstand gegen Frankreichs Rhein= und Ruhrpläne bestimmt, als ihn Poincare ursprünglich erwartete und, wie es scheint, immer noch erwartet.
Frankreichs Ruhrbläne.
Abschnürung des Ruhrgebiets durch eine Jollgrenze?
Dem„Newyork Herald" zufolge soll die Ansicht der französischen Regierung in der Frage der Maßnahmen im Rheinlande nunmehr bekannt sein. Man beabsichtigt die Schaffung einer Zollgrenze zwischen dem Ruhrgebiet und dem übrigen Deutschland, wodurch eine jährliche Einnahme von ungefähr einer Milliarde Goldmark erzielt werden würde. Diese Summe soll in Uebereinstimmung mit den von den französischen Experten auf Grund der Produktionsziffer Doutschlands für die letzten drei Jahre abgegebenen Erklärungen sein.
Nach anderen Meldungen aus Paris hat der französische Ministerrat noch keinerlei endgültigen Beschluß gefaßt. Das gilt insbesondere auch in bezug auf das Programm für die Pariser Konferenz. Man scheint auf Vorschläge der Verbündeten zu warten. Es heißt mit ziemlicher Bestimmtheit, daß ein Konferenzprogramm in England bereits unterwegs nach Paris sei, um hier von der Regierung vorher begutachtet zu werden. Ferner wird mitgeteilt, daß der italienische Ministerpräsident Nussolini nun doch bestimmt zur Pariser Konfe
renz kommen und dort einen großen Plan vorlegen werde, der auf seiner letzten Londoner Denkschrift(für Finanzkontrolle und Anleihen, aber zunächst gegen alle Pfänder) aufgebaut sei.
Man wartet seiner wohl auch auf die deutschen Vorschläge, um zunächst die deutschen Absichten hinsichtlich der Reparationszahlungen für Januar kennen zu lernen. Falls diese Zahlungen ausbleiben, würde die Reparationskommission auf den Londoner Zahlungsplan zurückkommen und eine Viertelmilliarde Goldmark in bar fordern. Die französischen offiziellen Kreise weigern sich, die Berichte aus Berlin, die sich auf die Forderung eines langen Moratoriums beziehen, zu kommentieren. Jedenfalls wird aber eine Erklärung Poincares wiederholt, daß kein Zahlungsaufschub gewährt werden könne, wenn man nicht Frankreich substanzielle Garantien gewähre.
Die nordamerikanische Regierung und noch mehr die führenden Männer des amerikanischen Wirtschaftslebens haben nicht erst seit gestern eingesehen, daß sie durch die unzulängliche Mitarbeit des damaligen Präsidenten Wilson am Vertrage von Versailles in ihrer Bewegungsfreiheit behindert wurden, obwohl sie diese Tatsache bisher nicht offen eingestanden haben. Wenn jetzt drüben die Hilfe für Deutschland erörtert wird, so handelt es sich, im Grunde genommen, eigentlich mehr um die Befreiung Amerikas, als um diejenige Deutschlands von den Folgen der Versailler Bestimmungen, die dem Welthandel unnatürliche Fesseln auflegten.
Einmal mußte oder muß es dahin kommen, wenn es in den nächsten Wochen nicht gelingen sollte, eine Verständigung über die deutschen Reparationen und damit einen erneuten normalen Güteraustausch durch die Beseitigung der Valutadifferenzen herbeizuführen. Ob der angestrebte Versuch in vollem Umfange gelingen wird, dürfte wesentlich davon abhängen, ob die Vereinigten Staaten von Nord=Amerika die dazu nötige Autorität aufbringen werden.
In den Verhandlungen, die dem Vertrage von Versailles vorausgingen, hat Präsident Wilson auch nicht entfernt diejenige Rolle gespielt, auf die er als Oberhaupt der nordamerikanischen Union, die den Sieg im Weltkriege für die Entente entschieden hat, Anspruch erheben dürfte, und die Franzosen haben sich über ihn lustig gemacht, weil er sich mit dem idealen Projekt des Völkerbunder beschäftigte, statt auf die Lösung der praktischen Tagesfragen zu sehen.
Seitdem Clemenceau und Lloyd George wußten, wie es um ihren Freund in Washington bestellt war, sind sie ihren eigenen Weg gegangen, und auch Clemenceaus Nachfolger haben in die gleiche Kerbe gehauen. Bis dann infolge der immer deutlicher werdenden englisch=französischen Meinungsverschiedenheiten in Paris die Sehnsucht nach einem amerikanischen Bündnis stieg. Zu dieser Einseitigkeit bestand drüben keine Neigung, denn der französische Chauvinismus ist ein gefährlicher Freund, der keinen Nutzen bringt. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten beweisen das zur Genüge, und die Amerikaner sehen, daß, wenn sie die Früchte des Weltkrieges ernten wollten, sie sich auch völlige Freiheit sichern mußten. Ohne weiteres gewinnen sie die Ueberlegenheit im politischen und wirtschaftlichen Leben nicht zurück, sie müssen ihre Autorität geltend machen, denn Frankreich fügt sich kaum sofort in dem erforderlichen oder wünschenswerten Maße.
Die finanziellen Maßnahmen, die in Washington und in Newyork erörtert werden, würden, wenn sie in Kraft treten sollen, den Vertrag von Versailles in der Hauptsache aufheben, und für den Fall, daß sich eine Weltkonferenz damit befaßt, durch einen Vertrag von Washington ersetzen. Das ist von Wirksamkeit aber nur dann, wenn den Franzosen, vorausgesetzt, daß sie zustimmen, jede Möglichkeit genommen wird, unter irgendwelchen Einwänden sich den neuen Bestimmungen zu antziehen. Bür Deutschland hat die
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