Verbunden mit: Schwerter Cogettent und Anzetgnr Schwerter Volrssattung Schwecter Veiksbtän Kurtä## Erstes und ältestes Cagesoogan des Roeises. ecktechh useanteriheffehele. Druck und Vorlag: Carl Braus. Ceiogr Adr. Breus, Schwerterndr. Col.#2 Postschect Vorduund 2653 dun uuche ehumh. Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfron und Mutder. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Aerlei. Kinderzeitung. Unser Blati n Untesdaluungs- u. Romandeilage. u Spiel, Sport und Curneu. n Lebensbäd. Kans u. Tissen. u Gartenratschtäge. Nr. 304 Freitag, 29. Dezember 1922 55. Jahrgang Sagrische Einlistin der Geere Miarnen. Sedgecke Obrietenr Der frorz Oliristerar Scchrt eeabrr 5orren-FaueemLondon, 22. Dez. Eine offizielle englische AufZum Geleit Was ich wünschte vor einem Jahr, hat der Himmel mir nicht beschert, aber er hat mich dafür gelehrt, daß mein Wunsch ein törichter war. Emanuel Geibel. Neueste politische Nachrichten Die Berliner Beratungen haben auch während der Weihnachtsfeiertage ihren Fortgang genommen. Die Fertigstellung neuer deutscher Vorschläge wird mit Nachdruck betrieben. * Frankreich hat den Plan einer militärischen Aktion im Ruhrgebiet endgültig fallen lassen, dafür soll die wirtschaftliche Ausbeutung intensiv betrieben werden. * Dr. Luther hob anläßlich einer Besprechung als hervör, daß die Brotversorgung für den Winter gesichert ist. * Wie die„B. Z.“ hört, ist das Ergebnis der Verhandlungen über die Bürgschaften, welche die deutsche Industrie zu übernehmen bereit ist, nicht ungünstig zu nennen; Hugo Stinnes hat an den Beratungen der Reichsregierung teilgenommen. * England lehnte in einer eingehenden Denkschrift die Forderung der Türkei auf Rückgabe von Massul ab. Die spanische Regierung veröffentlicht einen Bericht, in dem mitgeteilt wird, daß der Ministerrat am Montag die Einstellung der militärischen Aktion in Marokko und die Abberufung Burauertos aus Marokko beschlossen hat. * Die Liberte weist darauf hin, daß Nachrichtenagenturen seit 24 Stunden gewisse militärische Vorbereitungen Griechenlands ankündigen. So drohte man aus Saloniki, der hellenische Generalstab ziehe in Westthrazien Truppenmassen zusammen. Bei Demir Hissar seien bereits 30000 Mann versammelt. Der Präsident der polnischen Republik hat ein Telegramm an den Präsidenten Millerand gerichtet, in dem er erklärt, es liege ihm am Herzen, die engen Beziehungen herzlicher Freundschaft zwischen Polen und Frankreich aufrechtzuerhalten. * In Bebra wurde der Eisenbahnarbeiter Kaspar Zilch aus Ronshausen verhaftet, der wiederholt Güterwagen erbrochen und beraubt hat. * Der zum Kommando der Torpedoschule Mürwick gehörige Bergungsdampfer„Antraxs“ ist mit zwei Unteroffizieren und zehn Mann an Bord seit dem 20. Dezember verschollen. * Ein Aufruf der französischen Kommunisten wendet sich gegen die Besetzung des Ruhrgebietes. Washington, 28. Dez. Im Senat richtete Lodge der erklärte, in Uebereinstimmung mit der Auffassung des Präsidenten Harding zu handeln, einen Angriff gegen die bekannten Entschließungen des Senators Borah. Er zählte noch einmal die Schwierigkeiten auf, denen die Washingtoner Konferenz begegnete, als eine Einschränkung der Rüstungen erörtert wurde, und führte aus, daß es angesichts der Haltung der Mächte zwecklos sei, die Einschränkung der Rüstungen zu versuchen, wenn nicht zuvor festgestellt worden sei, daß Frankreich seine Haltung geändert habe. Er hoffe und erwarte, daß Frankreich und Italien, die allein von stellung nennt folgende Friedensstärken der Armeen der Mächte: Belgien 189 000, Bulgarien 33.000, Dänemark 33.000, Deutschland 100000, Estland 16.000, Finnland 226 000, Frankreich 736 261, Holland 29 460, Italien 210000, Japan 250000, Lettland 25.000, Litauen 13.000, Norwegen 60000, Oesterreich 30000 Mann, Polen 275000, Portugal 40000, Rumänien 200000, Rußland 1 300000(?), Schweden 120000, Schweiz 160 000, Siam 18 430, Spanien 215 949, Südslawien 190000, Tschecho=Slowakei 150000, Ungarn 35000, Vereinigten Staaten ein stehendes Heer von 144000 und Nationalgaude von 162 000 Mann. ** Während Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien von den Siegern tatsächlich ganz entwaffnet worden sind, und zusammen nur über 195000 Mann verfügen, während ihnen auf der Grundlage der Rüstungen von 1913 und mit Beden Teilnehmern an der Washingtoner Konferenz es unterlassen hätten, die Abkommen zu ratifizieren, dies baldigst tun würden. Lodge schlug vor, daß die Vereinigten Staaten mehr Leichte Kreuzer, Flugzeugmutterschiffe und Flugzeuge bauen sollten und fügte hinzu, die Frage der auswärtigen Schulden sollte von einer Erörterung auf Konferenzen ausgeschlossen und von den Vereinigten Staaten allein geregelt werden. Die Vereinigten Staaten wünschten mit den Schuldnernationen ehrlich und gerecht zu verfahren, aber er selbst würde es nicht für richtig halten, wenn die Schuldenfrage von anderen Mächten geregelt würde. Die Vorschläge Vorahs würden dazu führen, daß die Vereinigten Staaten sich an den Verhandlungen über Reparationen beteiligen müßten, während sie gar keine Reparationen beanspruchten. Auf der Washingtoner Konferenz habe England erfreulicherweise die Abschaffung der U=Boote vorgeschlagen, die Mächte hätten sich dem aber widersetzt. Senator Borah, der sich an der Aussprache beteiligte, wiederholte die Voraussage, daß es binnen ginem Jahre einen neuen Nriag geben werde einer Berechnung der einschlägigen Völkerbundkommission 894100 Mann zustehen würden, gibt die Tabelle des Kriegsamts für Frankreich und seine Gehilfen folgende Zahlen: Frankreich 736 261, Belgien 118 969, Polen 275 000, Tschechien 150 000, Serbien 109000 und Rumänien 200 000, zusammen weit über anderthalb Millionen! Und trotzdem fühlt sich Frankreich angesichts dieser Zahlen immer noch nicht„sicher"? Diese zahlenmäßige Vermehrung der europäischen Armeen seit 1913 drückt sich finanziell darin aus, daß Europa 1913 19,7 v. H. seiner Einnahmen für Rüstungszwecke ausgab, heute dagegen 24,2 v. H., und daß trotzdem die Einnahmen heute infolge des gewaltigen Anziehens der Steuerschraube viel größer sind als damals. Während die Rüstungsausgaben Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, und Bulgariens, verglichen mit 1913, um 1,6 Milliarde Goldmark herabgesetzt worden sind, sind die des übrigen Europas um mindestens 2,4 Milliarden Goldmark höher als 1913. Daher das berechtigte Drängen Amerikas auf ein gründliches Abrüsten Europas als einer Vorbedingung amerikanischer Hilfe für eine Lösung des Problems der deutschen Entschädigungen und der Verbandsschulden, einer Vorbedingung, für deren Erfüllung Frankreich das einzige wirkliche Hindernis ist. Es ist eine alte Wahrheit, daß die Politik die Rüstungen bestimmt, und daß man daher von den Rüstungen auf die Politik zurückschließen kann. Ich glaube, daß sich dieser Rückschluß selbst Bonar Laws Regierung sozusagen gegen ihren Willen mehr und mehr aufdrängt und sie zu einem festen Widerstand gegen Frankreichs Rhein= und Ruhrpläne bestimmt, als ihn Poincare ursprünglich erwartete und, wie es scheint, immer noch erwartet. Frankreichs Ruhrbläne. Abschnürung des Ruhrgebiets durch eine Jollgrenze? Dem„Newyork Herald" zufolge soll die Ansicht der französischen Regierung in der Frage der Maßnahmen im Rheinlande nunmehr bekannt sein. Man beabsichtigt die Schaffung einer Zollgrenze zwischen dem Ruhrgebiet und dem übrigen Deutschland, wodurch eine jährliche Einnahme von ungefähr einer Milliarde Goldmark erzielt werden würde. Diese Summe soll in Uebereinstimmung mit den von den französischen Experten auf Grund der Produktionsziffer Doutschlands für die letzten drei Jahre abgegebenen Erklärungen sein. Nach anderen Meldungen aus Paris hat der französische Ministerrat noch keinerlei endgültigen Beschluß gefaßt. Das gilt insbesondere auch in bezug auf das Programm für die Pariser Konferenz. Man scheint auf Vorschläge der Verbündeten zu warten. Es heißt mit ziemlicher Bestimmtheit, daß ein Konferenzprogramm in England bereits unterwegs nach Paris sei, um hier von der Regierung vorher begutachtet zu werden. Ferner wird mitgeteilt, daß der italienische Ministerpräsident Nussolini nun doch bestimmt zur Pariser Konferenz kommen und dort einen großen Plan vorlegen werde, der auf seiner letzten Londoner Denkschrift(für Finanzkontrolle und Anleihen, aber zunächst gegen alle Pfänder) aufgebaut sei. Man wartet seiner wohl auch auf die deutschen Vorschläge, um zunächst die deutschen Absichten hinsichtlich der Reparationszahlungen für Januar kennen zu lernen. Falls diese Zahlungen ausbleiben, würde die Reparationskommission auf den Londoner Zahlungsplan zurückkommen und eine Viertelmilliarde Goldmark in bar fordern. Die französischen offiziellen Kreise weigern sich, die Berichte aus Berlin, die sich auf die Forderung eines langen Moratoriums beziehen, zu kommentieren. Jedenfalls wird aber eine Erklärung Poincares wiederholt, daß kein Zahlungsaufschub gewährt werden könne, wenn man nicht Frankreich substanzielle Garantien gewähre. Die nordamerikanische Regierung und noch mehr die führenden Männer des amerikanischen Wirtschaftslebens haben nicht erst seit gestern eingesehen, daß sie durch die unzulängliche Mitarbeit des damaligen Präsidenten Wilson am Vertrage von Versailles in ihrer Bewegungsfreiheit behindert wurden, obwohl sie diese Tatsache bisher nicht offen eingestanden haben. Wenn jetzt drüben die Hilfe für Deutschland erörtert wird, so handelt es sich, im Grunde genommen, eigentlich mehr um die Befreiung Amerikas, als um diejenige Deutschlands von den Folgen der Versailler Bestimmungen, die dem Welthandel unnatürliche Fesseln auflegten. Einmal mußte oder muß es dahin kommen, wenn es in den nächsten Wochen nicht gelingen sollte, eine Verständigung über die deutschen Reparationen und damit einen erneuten normalen Güteraustausch durch die Beseitigung der Valutadifferenzen herbeizuführen. Ob der angestrebte Versuch in vollem Umfange gelingen wird, dürfte wesentlich davon abhängen, ob die Vereinigten Staaten von Nord=Amerika die dazu nötige Autorität aufbringen werden. In den Verhandlungen, die dem Vertrage von Versailles vorausgingen, hat Präsident Wilson auch nicht entfernt diejenige Rolle gespielt, auf die er als Oberhaupt der nordamerikanischen Union, die den Sieg im Weltkriege für die Entente entschieden hat, Anspruch erheben dürfte, und die Franzosen haben sich über ihn lustig gemacht, weil er sich mit dem idealen Projekt des Völkerbunder beschäftigte, statt auf die Lösung der praktischen Tagesfragen zu sehen. Seitdem Clemenceau und Lloyd George wußten, wie es um ihren Freund in Washington bestellt war, sind sie ihren eigenen Weg gegangen, und auch Clemenceaus Nachfolger haben in die gleiche Kerbe gehauen. Bis dann infolge der immer deutlicher werdenden englisch=französischen Meinungsverschiedenheiten in Paris die Sehnsucht nach einem amerikanischen Bündnis stieg. Zu dieser Einseitigkeit bestand drüben keine Neigung, denn der französische Chauvinismus ist ein gefährlicher Freund, der keinen Nutzen bringt. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten beweisen das zur Genüge, und die Amerikaner sehen, daß, wenn sie die Früchte des Weltkrieges ernten wollten, sie sich auch völlige Freiheit sichern mußten. Ohne weiteres gewinnen sie die Ueberlegenheit im politischen und wirtschaftlichen Leben nicht zurück, sie müssen ihre Autorität geltend machen, denn Frankreich fügt sich kaum sofort in dem erforderlichen oder wünschenswerten Maße. Die finanziellen Maßnahmen, die in Washington und in Newyork erörtert werden, würden, wenn sie in Kraft treten sollen, den Vertrag von Versailles in der Hauptsache aufheben, und für den Fall, daß sich eine Weltkonferenz damit befaßt, durch einen Vertrag von Washington ersetzen. Das ist von Wirksamkeit aber nur dann, wenn den Franzosen, vorausgesetzt, daß sie zustimmen, jede Möglichkeit genommen wird, unter irgendwelchen Einwänden sich den neuen Bestimmungen zu antziehen. Bür Deutschland hat die 1 W Ausschaltung des Versailler Vertrages nur Wert, wenn dessen Ersatz nicht in den alten Fehler verfällt, uns Unmögliches zuzumuten. Dann sind wir wieder soweit als zuvor. Die Sewerkschaften gegen den Steuerabzug vom Lohn. TU. Berlin, 28. Dez. Der Vorstand des allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes und des allgemeinen freien Angestelltenbundes haben der Reichsrogierung und dem Steuerausshuß des Reichstages folgenden Antrag unterbreitet: E“ ist auf Grund des§ 48 Absatz 8 des Gesetzes zur Aenderung der Einkommensteuer vom Dezember 1922 mit Wirkung vom 1. 2. 1923 eine Neufestsetzung der Abzüge der Lohnsteuerpflichtigen zur Einkommensteuer vorgenommen. In der Begründung wird darauf gesagt, daß die Ungerechtigkeiten imn Lohnabzug dazu geführt haben, daß breite Kreise der Gewerkschaftsmitglieder jetzt gegen die Lohnsteuer geworden sind und daß es den Leitungen der Gewerkschaften auf das äußerste erschwert wird, dieser Strömung zu begegnen, wenn keine Aenderung des Gesetzes vorgenommen wird. Stadt und Land. Schwerte, 29. Dez. Erinnerungen. Deutschland zahlt dem Sultan von Sansibar 4 Millionen Mark für einen 10 Meilen breiten Küstenstrich. Die Oesterreicher ziehen sich in den Karpathen bis auf die Paßhöhen und in den Raum von Gorlice zurück. 1890 1915 Jugendpflege in Horde. Die Erkenntnis der Bedeutung rechter erziehung und Jugendpflege bricht sich mehr Bahn. ugendimmer Reich und Staat beginnen erhöhte Anteilnahme zu zeigen und manche Gemeinde folgt ihnen erfreulicherweise auf diesem Wege. Neben der behördlichen Förderung ist auch eine bessere private als bisher festzustellen; Presse, Arbeitgeber= und Arbeitnehmer=Organisationen, Groß= und Kleinbetriebsinhaber, Vereine, Korvorationen und Einzelpersonen stellen sich vielfach in den Dienst der Sache. Aber erst, wenn alle sich im Werk an dem Wertvollsten, was wir noch haben— der Jugend— in edlem, selbstlosen Wetteifer zu übertreffen suchen, dann erst wird der Erfolg in richtigem Verhältnis zur Bedeutung der Sache stehen. Groß und schwer ist die Aufgabe; nur verantwortungsbewußte, aus Charakertiefe und warmem Herzen emporsprießende Tatbereitschaft aller durch Bildung, Kenntnis oder Trieb Berufener wird sie lösen: Mutterberatung, Säuglingspflege, Kinderheime, körperliche Ertüchtigung durch Sport, Roch heute! Sie für das 1. Vierteljahr 1923 den Bezug Turnen und Wandern, geistige und seelische Erziehung durch Schule. Haus und Kirche, durch gute Bücher, Kurse, Vorträge und Lichtbildervorführungen. Betämpfung von Schmutz in Wort, Bild und Schrift, berufliche und hauswirtschaftliche Unterweisung u. a. m. gehören dazu, das Geschlecht zu schaffen, das wieder eine bessere, die Wohlfahrt des Einzelnen und der Gesamtheit einschließende Zukunft zu vanen vermag. Offene Augen sehen, woraus die Schäden der heutigen Zeit ihre Nahrung ziehen. Aber sehend und doch nicht abhilfebereit sein, heißt, sich mitschuldig am gegenwärtigen und etwa kommenden Elend machen! Solche und ähnliche Gedankengänge werden den meisten Teilnehmern der vom Herrn Landrat am vorigen Donnerstag nachmittag im Kreishause in Hörde berufenen Vollversammlung von Vertretern und Führern der Jugendvereinigungen und der Ortsarusschüsse für Jugendpflege im Kreise Hörde Geleiter auf dem Nachausewege gewesen sein. Anniihernd 70 Besucher, darunter 7 aus SSchwerte hatten sich zu dem unter dem Vorsitz des Rektors Henkel=Berghofen stattgefundenen Beratungen eingefunden, ein Beweis erfreulichstarter Anteilnahme an dem Verhandlungsgegenstand. Verwaltungsanwärter Boesebeck=Annen hielt einen sehr fleißig vorbereiteten Vortrag über das„Reichsjugendwohlfahrtsgesetz",. Rektor Henkel sprach über „Volks= und Jugendbüchereien und Kampf gegen die Schundliteratur". In reger Aussprache wurde manches geklärt und mancher beachtenswerte Wunsch geälußert. Ein Redner wünschte eine gesetzliche Bestimmung, wonach jeder und jede schulentlassene Jugendliche irgend einer sich mit ordentlicher Jugenderziehung befassender Organisation angehören müsse. Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz— im Buchhandel erschienen in Karl Heymanns Verlag=Berlin und zu beziehen durch die Buchhandlung Carl Braus, Schwerte— wurde von allen Seiten freudig begrüßt. Eine sehr warme Empfchlung gab der Versammlungsleiter der mitgeteilten Einladung mit zu den gestern von uns eingehend geschilderten„Lehrgang für geistige Jugendpflege und Jugendbewegung“ in der Woche vom 8. bis 18. Januar 1923 in Wetter (Ruhr). Aus der Versammlung heraus wurde mehrfach der Wunsch laut, die Ortsausschüsse möchten überall für einige Teilnehmer Unkostenzuschüsse bewilligen. Wir fügen unsere Ueberzengung hinzu, daß mancher Arbeitgeber auf ein angebrachtes Wort hin gewiß nach Möglichkeit Urlaub zum Besuche des ganzen Lehrgangs bezw. einzelner Tage der Vorträge bei unverkürzter Lohnoder Gehaltszahlung gewähren und sich dadurch als Mithelfer erweisen wird und nach durch kupferne ersetzt. Da die von uns seit längerer Zeit getroffenen Maßnahmen inzwischen fast durchgeführt sind, hoffen wir, daß die Klagen über schlechte Beleuchtung der Wagen in Kürze aufhören. Wir möchten noch darauf hinweisen, daß nach unseren Feststellungen einen großen Te:! der Schuld an der schlechten Beleuchtung die Reisenden insofern tragen, als sie an den Glühstrümpfen der Wagenlaternen ihre Zigarren, Zigaretten und Mundpfeifen anstecken und dadurch die Strümpfe verderben, wodurch uns neben der Störung der Beleuchtung große Unterhaltungskosten entstehen.“ ** Um dem Zusammendrängen der Reisenden auf die letzten Tage vor einer Tariferhöhung vorzubeugen, ist bestimmt worden, daß die einfachen Fahrkarten künftig auch bei Tarifänderungen ihre viertägige Gültigkeitsdauer üneingeschränkt behalten. Hiernach kann also z. B. auf die am 31. Dezember gelösten Fahrkarten die Fahrt noch am 1., 2 und 3. Januar angetreten werden; ihre GürAenderung der Kreditverhältnisse natürlich nicht Das gleiche gilt für die mit dem Stempel Rückfahrt ** Die kommende Brotpreiserhöhung. Auf Grund der Preiserhöhungen für Umlagegetreide wird die Reichsgetreidestelle ihre Abgabepreise für Getreide und Mehl vom Montag, den 15. Januar 1923 ab erhöhen. Die Preise werden den Kommunalverbänden baldigst, spätestens bis zum 6. Januar 1923, mitgeteilt werden. Gleichzeitig mit der Erhöhung der Abgabepreise soll in allen Kommunalverbänden am 15. Januar eine Brotpreiserhöhung eintreten, deren Umfang im einzelnen noch festzusetzen ist. ** Neue Kommunalsteuern. Was im Deutschen Reiche die zahlreichen Nachtragsetats sind, das bedeuten in immer mehr Städten die vierteljährlichen Erhöhungen der Kommunalabgaben, zu denen fast monatlich noch die Steigerungen für Gas und Elektrizität hinzutreten. Da die wichtigsten Steuerobjekte der Gemeinden die Häuser und Grundstücke sind, so drehen sich die Steuerzuschläge, wenn auch unter verschiedenen Namen, um diese. Neuerdings ist auch die andauernde Steigerung des Zinsfußes aus den städtischen Sparkassen für Hypotheken zu verzeichnen, die bei der allgemeinen müssen der bei der Post erneuern Wünschen Sie keine Unterbrechung im regelmäßigen Bezug, dann bestellen Sie bitte das Blatt sofort beim Briefträger oder beim Postamt. ** Verlängerte Polizeistunde für den Silvesterabend. Auf Grund der an den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen gerichteten Anträge ist für den Silvesterabend die Polizeistunde ausnahmsweise bis 1 Uhr ausgedehnt worden. Diese Ausnahme bezieht sich jedoch nicht auf die im§ 1 Ziffer 4 der Oberpräsidial=Polizeiverordnung vom 31. 10. d. J. bezeichneten Betriebe; das sind Bar=, Volks=, Likör= und andere Branntweinstuben, sowie Probierstuben der vorgenannten Arten und solche Schankwirtschaftsbetriebe, die überwiegend auf den Umsatz von Branntwein und nicht vergälltem Spiritus gerichtet sind. Solche Lokale sind ebenso wie an den übrigen Tagen um 10 Uhr zu schließen. ** Wem gehört die Uhr? Bei der Kriminalpolizei in Hagen befindet sich eine silberne Damenuhr mit langgliedriger Kavalieruhrkette, die zweifellos aus einem Diebstahl herrührt. Eigentumsberechtigte wollen ihre Ansprüche eventl. bei der Dortmunder Fahndungspolizei, Olpe 7, Zimmer 198, geltend machen. hat zurückbleiben können. Auf diesem Gebiete hat sich eine besondere Streitfrage entwickelt. Es fehlt nicht an Haus= und Grundbesitzern, die infolge günstiger Konjunktur in der Lage sind, die Beträge der im Frieden ausgenommenen Hypotheken zurückzuzahlen, und die privaten Hypothekengläubiger wollen es nun nicht gelten lassen, daß sie das Kapital, das sie seinerzeit in Gold hergegeben haben, in minderwertigen Banknoten zurück erhalten. Es wird daher auf eine Rückzahlung in Gold gedrängt. Die Angelegenheit ist sehr schwierig und nicht so leicht zu ordnen, denn was den Hypothekengläubigern recht ist, würde schließlich den Gläubigern des Reiches und der Einzelstaaten billig sein. Damit würden aber Fragen aufgeworfen werden, die bei den großen Summen, die hier in Betracht kommen, nicht so schnell zu lösen sein werden. Eine gründliche Aussprache ist nötig. ** Tür zu! Es wird jetzt bei dem frühen Anbruch der Dunkelheit dringend nötig, die nach den Straßen und nach den Höfen zu führenden Türen geschlossen zu halten. Die Langfinger wissen sehr gut, daß die Hausbewohner durch allerlei Arbeiten in Anspruch genommen und auf die Hauszugänge nicht recht acht haben, und sich daher für Diebe freies Feld bietet. Also nichts in Korridoren und in Hauseingängen stehen, hängen und liegen lassen, was fremde Begehrlichkeit reizt. Für die Nacht sind auch Fensterläden und Jalousien, namentlich in einzeln stehenden Häusern, zu verwahren. solchen Fällen ist auch die Diebstahlsversicherung sehr am Platze. Kleidungsstücke sind jetzt eine Extraliebhaberei der Diebe.— Bedauerlich ist es, daß auch jugendliche Spitzbuben konstatiert werden, die es in erster Reihe auf Lebensmittel abgesehen haben, aber auch andere Gegenstände ohne Wahl mitgehen heißen. ** Beleuchtung der Personenzüge. Auf eine Anfrage der Handelskammer zu Essen wegen mangelhafter Beleuchtung der Perfonenzüge teilt die Reichsbahndirektion folgendes mit:„Wir sind bestrebt, die Mängel in der Beleuchtung schleunigst restlos zu beseitigen. Wegen der notgedrungenen Umstellung von dem früher von selbst erzeugten Fettgas auf Steinkohlenpreßgas, das wir von industriellen Werken beziehen, ergeben sich insofern noch Schwierigkeiten, als die Wagen hierfür nur nach und nach hergerichtet werden können. Ferner wird uns Steinkohlengas nicht immer in gleicher Beschaffenheit geliefert. Es enthält häufig noch Gaswasser und sonstige Unreinigkeiten, welche die Helligkeit beeinflussen und bewirken, daß die im Kriege eingebauten eisernen Zuleitungsrohre innen Rost ansetzen, wodurch sich die Brennerdüsen verstopfen. Die eisernen Leitungen werden nach bezeichneten einfachen Fahrkarten. Doppelkarren werden zur Vermeidung von Unterschleifen am 29., 30. und 31. Dezember nicht ausgegeben. ** Um Schülern und Studierenden die Möglichkeit zu geben, aus den diesjährigen Weihnachtsferien noch zu den bis zum 31. Dezember gültigen niedrigen Fahrpreisen zum Schulort zurückzukehren, ist ausnahmsweise zugelassen, daß Schülerserienkarten ohne Rücksicht auf den Tag des Schulbeginns bereits vom 29. Dezember ab ausgegeben werden. Da— wie oben erwähnt— die bis zum 31. Dezember gelösten Fahrkarten ihre viertägige Gültigkeit behalten, können die Schüler und Studierenden mithin bis zum 3. Januar 1923 noch die billigeren Fahrpreise ausnutzen. ** Für die Wochenkarten beginnt am 31. Dezember 1922 die 53. Woche. Für die bis 31. Dezember gelösten Wochenkarten werden die Dezemberpreise erhoben, die ab 1. Januar gelösten Wochenkarten für die 53. Woche werden zu den Januarpreisen ausgegeben. Auf Sonntagskarten, die am 30. oder 31. Dezember gelöst find, muß die Hinfahrt spätestens am 31. Dezember angetreten werden. Zur Rückfahrt können die Sonntagskarten auch am 1. Januar 1923 benutzt werden. Sonntagskarten, die erst am 1. Januar gelöst und benutzt werden, werden zum neuen Preis ausgegeben. ** Die Aufhebung der Radfahrkarte. Nach einer im Ministerialblatt abgedruckten Verfügung des Ministers des Innern werden von den Radfahrern künftighin persönliche Ausweise nicht mehr gefordert. Die Minister des Innern und der Landwirtschaft ersuchen die nachgeordneten Behörden um entsprechende Abänderung der Polizeiverordnung. Die Radfahrkarte kommt in allen Teilen des Reiches in Fortfall. Aus den Unna. Straßenräuber überfielen hier den Rentner Bröcker und die Frau Knieben, die den Kassenertrag eines Kinos bei sich trugen, schlugen die beiden nieder und raubten 20000 U. Die beiden alten Leute wurden schwerverletzt aufgesunden. Marten. Der jugendliche Arbeiter Anton Hayduck, Schillerstraße 29, wollte auf der Schachtanlage 1/4 der Zeche„Germania" verbotswidrig in einem Bergeaufzug hochfahren. Dabei wurde er derart gequetscht, daß er sofort verstarb. Bochum. Furchtbares Hochofenunglück. An der Hochofenanlage des Bochumer Gußstahlvereins hat sich ein furchtbares Unglück ereignet. An dem Gicht des neuen Ofens 3 war Lieselotte. Roman von Fritz Gantzer. (Nachdruck verboten.) ganz unveranteischen, zweitens die beiden Küsse. Sie überlegte, daß wortlich Dummes gelau habe. das Gedicht und krittens, das — Na, er sollte sich nur gar n Das war der Schlußgedanle, den sie in dem Vorsatze gewann, daß sie ihn nie wieder küssen, ihm keine Veilchen schenken und kein Gedicht machen würde. Das war ja alles hellster Blödsinn! Denn das Gedicht würde seinen Zweck nie erfüllen, die Veischen würde er ins Taschenbuch legen und bald vergessen, und die beiden Küsse bedeuteten ja den hellsten Blödsinn,— En wilten vom kmn Grantpuns, walden unch nie eins werden. Landgans ein Lendwirt noch mit den Puppen! Das Ergebnis aller Erwäzungen saßte sie schließlich dahin zusammen: „Lieselotte von Kerkow hat eine große Dummheit begangen, die größte bis jetzt in ihrem Leben. Was sind gegen diese eine alle anderen der harmlos fröhlichen Kinderzeit!“ Sie hätte weinen können, nein, lachen! eich, beides! Jachen und weinen,— weinen und lachen! Immorzu, fortrkhrend!——„ Tiebe, kleine, vumme Lieselotte von Kerlow!! sinn.— Sie waren das kein Brautpaar, würden auch nie werden. Denn er verzichtete wohl von Herzen gein auf die ogung und sie noch viel lieber auf den Offizier,— der nie Landwirt werden wollte.— Und schließlich—— sie spielte ja Kapitel. Drei Jahre waren seit jenem Märzabende dahingerauscht.— Sie hatten Heinz von Düringen nur ganz selten und dann immer nur für wenige Tage in Lindeneck und Driebusch gesehen. Der Besuch im Herbst nach dem Manöver, von dem er mit Lieselotte gesprochen, war ganz unterblieben. Später hatte seine Erneunung zum Adjutanten allerlei neue ungewohnte Dienstgeschäfte mit sich gebracht, die einen Urlaub zur Unmöglichkeit werden ließen. Da kam er einmal, gerade in der Ernte, und fand Lieselotte krank. Er sah sie gar nicht und mußte sich mit kurzen Krankheitsberichten begnügen. Als es dann besser ging, war sein Urlaub zu Ende. Die Reitschule brachte ein erhöhtes Interesse für den Rennsport ganz von selbst mit sich. Nach seiner Rückkehr zum Regiment richtete er sich einen Rennstall ein und vergaß über demselben Lindeneck und Driebusch nicht ganz, dachte aber seltener daran und konnte ein paar Urlaubstage nicht erübrigen. Seit Lieselottens Krankheit war er nicht zu Hause gewesen. Nur einige Briese waren zwischen den Jugendgefährten gewechselt worden, in denen sie von ihren beiderseitigen Interessen einander berichteten. Lieselotte sast nur von Wirtschaftsangelegenheiten, er immer von Rennen, Pserden und Dienst. Zuerst planderten sie davon in dem alten, frischen Ton der Herzlichkeit und Natürlichkeit. Bald fanden sie ihre Briese gegenseitig langweilig. Sie schrieben seltener, eine gereizte unbefriedigte Stimmung griff Platz und lugte auf jeder Seite zwischen den Zeilen. Sie bemühten sich kaum, den alten Ton wiederzufinden. Schließlich unterblieb der Briefwechsel ganz.— Lieselotte wartete auf Heinz' Kommen und erhoffte von einer mündlichen Aussprache die Wiederkehr der alten Jugendfreundschaft. Aber er kam lange nicht. Endlich im Herbst, zwei und ein halbes Jahr nach jenem Abschied in der Tämmerung des Frühlingstages, sahen sie sich wieder. Er wolle nur drei Tage bleiben, da er länger nicht abkommen könne, meinte er. Die Herbstrennen erforderten seine Anwesenheit auf alle Fälle, da zwei Pferde von ihm laufen würden. Er war immer zerstreut. Lieselottens frische Schönheit und anmutsvolle Lieblichkeit soh er kanm. Er schien blind zu sein für den Reiz ihrer achtzehn Jahre. Aklein sahen sie sich gar nicht. Schließlich reiste er schon am zweiten Tage ab und verabschiedere sich von Liesckökte nur büich ein paar flüchtige Zeilen. Das alles verstand sie nicht. Sie hatte nur die Ueberzeugung, daß etwas zwischen ihnen stand, obwohl sie nicht wußte, was es sein könnte, das das alte, liebe Band jahrelanger Freundschaft gleichsam unbarmherzig durchsin itt. Aber sie war traurig, daß an die Stelle der alten Herzlichkeit eine fast unnatürliche Gleichgültigkeit getreten war, an deren Vorhandensein sie trotz peinlichster Selbstprüfung keine Schuld zu haben glaubte. Hatte Heinz daran schuld? Sie wagte es nicht, diese bange Frage zu bejahen, aber sie wußte es, daß sie mit einem heißen Sehnen auf die Wiederkehr der alten Freundschaft und Kameradschaft wartete. Würde es je wieder anders werden? O, es mußte! Sie konnte, sie wollte Heinz nicht verlieren!——— Der neue Frühling kam ins Land.— Heinz von Düringen stand in seiner Wohnung vor dem Spiegel und machte sorgfältig Toilette. Der erst vor einer Stunde vom Schneider abgelieferte elegante hellgrane Frühjahrsanzug saß famos. Heinz sah wohlgefällig daran hinunter, band dann die mit den Emblemen des Reitsports durchwirkte Krawatte um und strich selbstzufrieden den dunkelblonden Schuurrbart Unten fuhr das elegante Break vor. Der Groom in der kleidsamen Livree hatte Mühe, die beiden feurigen Goldfüchse zu zugeln.„ 18 Guc• Heinz streifte die Hanoschuhe auf und burchguerte babei in nervöser Unruhe das Gemach. Als der Bursche eintrat, um zu melden, daß der Wagen bereit stehe, nickte er zerstreut und sagte:..... „Hab's schon gesehen, Karl, ieh bin auch fertig. Sie fahren also gleich mit der Bahn nach Hoppegarten und nehmen für„Miß Nelly; eine Decke und für„Glück auf“ einen Trensenzügel und den gestern abgelieferten Sattel mit. Verpassen Sie aber auf keinen Fall den Zug 12 Uhr 15 Minuten, Sie müssen bestimmt um 1 Uhr draußen sein, damit der Jockei, der„Glück auf“ reitet, nötigenfalls noch kleine Abänderungen an dem Sattel vornehmen kann. Gie warten dann an der Wage den Verlauf der beiden ersten Rennen ab, in denen„Miß Nelly“ und„Glück auf“ starten, und werden Weiteres dranßen hören.“ „Zu Besetzl, Hoer (Fortsetzung folgts, eine Undichtigkeit entstanden, die abgedichtet den sollte. Infolge eines mißverandenen Siquals stürzten drei Leute mit einer Ladung Kots in die Glut. Sie sind bei lebendigem Leibe verbrannt, so daß ihre Leichen nicht geborgen werden konnten. Alle drei waren Familienväter. Delstern. Große Freude herrschte gestern bei einem Metzger in Delstern, dem in der vorauf# gegangenen Nacht für rund 300000 M Speck und Schinken gestohlen worden war. Die ganze Diebesbeute wurde ihm durch Kriminalbeamte zurück. gebracht. Die Spitzbuben hatten das kostbare Gut in einem Mauerwerk an der Eisenbahn an der Hardt versteckt, um es in der folgenden Nacht dort fortzuholen. Bieleseld. Falschmünzer. Hier wurde eine Falschmünzerwerkstatt ausgehoben, in der rier junge Leute falsche Fünfhundertmarkscheine herstellten. Ein Teil der falschen Scheine war schon beikusgabt. Renteln. Verwirrte Köpse. Hier zos eine Bande 16—19jähr. Burschen, angeregt durch Schundromane und Herschriften, zum Bahnhof, um ihn zu besetzen. Mit Waffengewalt zwangen sie zwei Jahriartenbeamte, das Büro zu verlassen, und ließen sich häuslich darin nieder. Dann drangen sie in die Wartesäle ein. Nachdem die jugendlichen Wierköpfe zwei Stunden lang auf dem Bahnhof umherzetobr hatten, tam die Polizei und nahm die Rädelsführer fest. Oberhausen. Landesverräter. Unter dem Verdacht des Landesverrats wurden hier eine Anzahl Personen festgenommen. Sie hatten eine rege Werbetatigkeit für die rheinische Republik de trieben und Fiugblätter verbreitet, in denen Unwahrheiten über die deutsche Regierung und den preußischen Staat behauptet wurden. Buer. Bronziert. Einen komischen Anblick gewährte dieser Tage ein älterer Mann, der des Guten zu viel genossen hatte und am Wegesrand eingeschlummert war. Einige Maxe und Moritze. die in der Drogerie Silber= und Goldbronce zur Schmückung des Weihnachtsbaumes eingekauft hatten, machten sich den Spaß, den Alten zu bronzieren. Der Schnurrbart prangte in Gold, die Augenbrauen in Silber. Der Empfang, den der Verschönerte zu Hause erlebt hat, wird recht ultig gewesen sein. Hannover. Festgenommene Ausrei ßer. In Brannschreig wurden zwei Knaben in: Akter von 14 Jahren seitgenommen, die vor einigen Tagen aus Brandendung entwichen waren. Der eine Junge gibt an, der Sohn des Kaufmanns Fcte aus Blandenburg zu sein. Er hatte seinen: Vater eine Million Mark entwendet. 750000 wurden noch bei ihm vorgesunden. Lennep. Helfende Paten. Die Schülerinnen der höheren Mädchenschule haben beschlossen. klassenweise sich alte, bedürftige Leute als Paten auszusuchen. Dabei ging ihnen das Lehrerkollegium mit seinem Rate zur Hand. Sollte dieses Beispiel Nachahmung finden, so wäre damit eine Möglichkeit gegeben, zahlreichen alten und alleinstehenden Leuten eine liebevolle Betreuung zuteil werden zu lassen. Essen, 28. Dez. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 1922 hat die erwartete mäßige aber fortschreitende Verschlechterung gebracht. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen im Reiche ist von rd. 24000 auf 42 000 gestiegen und zwar die der männlichen von 19000 auf 31000, die der weiblichen von 5000 auf 8000. Die Zahl der Zuschlagsempfänger(unterstützungsberechtigten Angehörigen Vollerwerbslosen) hat sich von 27000 auf 50 000) erhöht. Die Zahlen liegen immerhin noch bedeutend unter denjenigen früherer Jahre(1. Novem ber 1921: 150000 unterstützte Erwerbslose). Jetzt wie damals sind allerdings lediglich, die unt stützten Erwerbslosen von der Statistik erfaßt, die bekanntlich nur einen Teil der Erwerbslosen überhaupt darstellen. Brühenleibungen. Die Belpegung in den TU. Berlin, 29. Dez. Die Vertreter der Spitzenorganisationen der Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches, der Länder und der Gemeinden traten gestern zu einer Besprechung der durch die letzte Gehalts= und Lohnerhöhung entstandenen schwierigen Lage in den Reichsbetrieben zusammen. Es wurde beschlossen, eine Eingabe an die Reichsregierung um unverzügliche Einleitung neuer gemeinsamer Verhandlungen für Beamte, Angestellte und Arbeiter übei eine zeitgemäße gelung der Dezemverbezuge zu ersuchen. in Berlin eingetroffen. TU. Berlin, 29. Dez. Der Brief, durch den die Reparationskommission der deutschen Regierung das verschuldete Versagen Deutschlands in der Frage der Holzlieferungen mitteilt, ist heute in Berlin an amtlicher Stelle eingctroffen. Es ist anzunehmen, daß der Wortlaut baldigst veröfsentlicht werden wird. Wie man nber schon jetzt hört, soll das Schreiben keinesfalls in einem schroffen Ton gehalten sein. * TU. Paris, 29. Dez. Die Reparationskommission veröffentlichte gestern Abend ein neues Communique, wonach sie unter der Verfehlung Deutschlands eine absichtliche Verfehlung verstanden wissen will. Entseudung Bergmanns zur Pariser Konferenz. TU. Paris, 29. Dez. Dem Berliner Korrespondenten des Petit Parisien zufolge, wird in Verliner gut informierten Kreisen behauptet, Kanzler Cuno werde zur Pariser Konferenz keine schriftliche Vorschriften einsenden, sondern Staatssekre= tär Bergmann beauftragen, die neuen deutschen Vorschläge persönlich der Prüfung der Konferenz zu unterbreiten. Sichlhgater Tockmund. Sonnabend, 30. Dez. 3.30—5 Uhr. Das neugierige Sternlein. 7—9,45 Uhr. Hänsel und Gretel. Hierauf: Die Puppenfee. Zeilung Wrmsemersdeunmen r Jur Eah Pr Wieder ging ein Jahr vorüber, Wir sind froh, daß es zu Ende Denn die Well steht heut in trüber Stimmung an der Jahresweude. Und das Jahr, das nun geschieden, Stimmt wenn wir es recht erwägen, Uns nichts weniger als zufrieden, Es war karg an Glück und Segen Als sein erster Morgen lagle Hallen wir noch Grund, zu hoffen, Aber, wer zu hoffen wagte Steht enttäuscht heut und belroffen, Weiter trieb mit Riesenschnelle Uns dies Jahr dem Abgrund näher Und es ließ die Teuerungswelle Höher gehn und immer höher. Nirgends nur ein blasser Schimmer Von des Glückes Morgenröte! Täglich, stündlich, ward es schlimmer Immer nahten neue Nöle! Desizite, Differenzen In dem Haushalt wie im Staale, Hier Konferenzen, dort Konferenzen, Aber nirgends Resullate! Doch sein Schicksal ist besägelt Und was nutzen jetzt noch Worte? Einem neuen Jahr entriegelt Sich des Erdentales Pforte! Neue Hoffnungen erwachen, Neues Jahr! Nun säum' nicht länger Dieies ist noch gut zu machen Nun beschäm' den Amtsvorgänger! Gib uns wieder, was wir brauchen Jedem sei sein Teil beschieden, Laß die Essen läglich rauchen, Gib uns Arbeit, Brot und Frieden! Mach die Wangen rot stalt blasser, Wäge Sonne ab und Regen Leise über's große Wasser Endlich den Milliardensegen! Laß uns wieder billig reisen Laß den Dollar wieder fallen Kehr zurück zu mäß'gen Preisen Aller Well zum Wohlgefallen. Laß uns schon zur Osterfeier Konslatieren allerwegen, Daß die Hühner nicht mehr Eier Nach dem Dollarstande legen! Sorge, daß du nicht verleidest Wetter uns das Erdenleben Walte so, daß, wenn du scheidest, Wir mit Dank das Glas erheben. Sei auch unsrer Zeitung gnädig, Daß sein Leserkreis auch weiter Aller andern Sorgen ledig Ihm die Treue wahr!! Ernst Heiler, Verierbild. In der Neufahrsnacht. Wo ist der Nachtwächler? — Scherzbild in einem Zuge. ##40 Wann ich es liebe? Wenn ich Erbauung will, Dann ist es dort so friedlich still, Und wiederum trag ich Begehr, Wenn Gutes es bringt zu Gehör, Dann fesselt mich der Töne Macht, Oft bis zur spälen Millernacht. Leiter=Rätsel. Zur Kurzweil. Preis=Aufgaben: Scharade. Wie ich es liebe? In reinem gol'schen Stil. Und wiederum besetzt recht viel, Daß mich entzückt sein trefflich Spiel, Wo ich es liebe? In lichtem Grün, auf Bergeshöh'n, In Dorf und Stadt ist's auch zu sehn. Dann wiederum im großen Saal, Und auf der Straße allzumal Nur minder gut und oft zur Qual. Die Buchstaben in vorstehender Leiter sind so anzuordnen, daß die Sprossen Wörter ergeben, welche bedeuten: 1. Stadt in Thüringen. 2. Englische Kolonie in Afrika. 3. Nalurerscheinung. 4 Volksverband. Die beiden Längsbalken ergeben dann zwei deutsche Städte. Selbslmalt in 2 Jügen. Weiß ziehl an. * Bilderrätsel Nr. 4. 9 1 * Lösung des Sprichwort=Räisels. „Wer zu schimpfen anfängt hat unrecht.“— „Wer schläst, sündigt nicht.“— Blinder Eiser schadel nur.— Eine Schwalbe macht keinen Sommer.“—„Wer nicht hören will, muß fühlen.—„Jedem Narren gefällt seine Kappe.“ srssssssssrsssssne Ruslösungen der Rätfel in voriger Nummer. Auflösung der Skal=Aufgabe: Im Skat lagen ck und cD. A hatte: p K, p 9, p 8, tr K, tr D, ir 9, kr 8, tr 7, cA, c7. B halte: c B, p A, p IO. c 10, c8, car K, car D. car 9, car 8, car 7. 1. Slich: tr K. tr A. p A— 26. 2." car K. p K, car 10— 18. 3.„ tr D. tr 10. p10— 23 4.„ car D. p 9. car A— 14. 5.„ c A, c 7, c10— 21. Den Rest erhält der Spieler. es sind für ihn aber nur noch 18 Punkte übrig. (Grand hälte B. auch verloren; denn es wäre gespielt worden: 1. Slich: tr K, tr A. c B— 17 2.: p A. p K, p7— 15. 3.„ p 1O. p 9. pD—13. 4.„ car 7, tr 7, car A+- und zuletzt 10. c7, c 10, c A— 21, das macht— 66.) * Auflösung des Geduldproblems: Man liest von links oben beginnend erst die Buchstaden auf den Blättern mit einem runden Siegel, dann die auf den Blättern mit dreieckigem Siegel. zuletzt die aus den Blättern mit einer Schlangenlinie, was dann ergidt:„Beharrlichkeit führt zum Ziel.“ * Auflösung der rätselhaften Inschrift: „Was gibt es denn heut Mittag— an, Gurkensalat, sein. Auflösung des Kopfwechselrätsels: Ulm, Kater, Ralle, Amme, Iller, Nase, Edam= Ukraine. Auflösung des Silbenstreichrätsels: „Lügen haben kurze Beine.“ — ** Die Glaubensbewegung der deutschen Sindentenschaft. In der Einleitung zu dem neuen Jahrgang des„Göttinger Musen=Almanachs" (Hochschulverlag Göttingen) teilt der Herausgeder auf Grund zahlreicher Einsendungen aus Studentenkreisen beachtenswerte Beobachtungen mit über die geistigen Strömungen in der deutschen Studentenschaft der Gegenwart. Es heißt dort:„Sehr bemerkenswert war mir zunächst die gewaltige Glaubensbewegung der Jugend. Vor 20 Jahren schickten kaum die katholischen Konviktualen so inbrünstige Glaubenslieder, wie dies Jahr die Farbenstudenten. Heinesche Spöttelei, die früher gang und gäbe war, ist völlig erloschen. Bekanntlich sickert alles von oben nach unten durch die Schichtungen des Volkes, um dann mit einem Sprunge wieder oben anzufangen. Im Glauben stehen wir augenblicklich wieder einmal so, daß die Gebildeten in allen Ländern längst die Hohlheit des Aufklärrichts erkannt haben und gläubig sind. Die Stimmung der Einsendungen war trotz aller Trauer über die staatlichen Verhältnisse der Gegenwart durchaus hoffnungsfreudig. Man sage nicht: das ist eben die Jugend.— Vor zwei Jahrzehnten war die dichtende Jugend in ihrer Mehrheit weltschmerzlerisch und düster gestimmt. Heute schallt ein heller und starker Ton von den Hochschulen her. Alles in allem ist die gebildete Jugend in ihrer Mehrheit leidenschaftlich deutsch, zum Gottesglauben geneigt, ausgesprochen romantisch und von einer gelegentlich bis zur Verständnislosigkeit gehenden Ablehnung neuzeitlicher Experimentierkunst.“ ** Weshalb nehmen die Heiraten ab? Die Heiraten nehmen heute tatsächlich ab, aber die Gründe dafür sind sehr verschieden. Der Hauptgrund ist die Knappheit der Wohnungen. Viele junge Ehepaare wohnen schon bei ihren Eltern, so daß den weiteren, jüngerern Geschwistern die Eheschließung sehr erschwert wird. Dann kommt aber auch hinzu, daß die jungen Leute in dem Entschluß, sich ewig zu binden, sehr viel vorsichtiger geworden sind. Zuerst waren es die jungen Männer, die zu überlegen begannen, weil die jungen Mädchen die perfekte Schulung im Haushalt und Kochen vermissen ließen. Das konnte nicht wundernehmen, denn während des Krieges hatten sie die gründliche Ausbildung kaum erwerben können. Aber auch nach dem Kriege widmete sich die weibliche Jugend zum nicht geringen Teil einem Beruf, so daß die Zeit zur hauswirtschaftlichen Ausbildung fehlte. So haben sich im Verhältnis beinahe mehr Witwen als Mädchen nach dem vonsee: Snm. Kriege verheiratet, und von den Mädchen=Ehen haben nicht wenige Enttäuschungen gebracht. Das alles machte, wie gesagt, die jungen Männer nachdenklich. Allerdings nicht alle, und von diesen sagt das weibliche Geschlecht, die Männer hätten sich an ein flottes Leben gewöhnt. So sind denn nach den vorsichtigen Männern auch viele Mädchen vorsichtig geworden, und beide Teile meinen, was sehr angebracht ist, es sei gut und nötig, sich recht genau kennen zu lernen bevor sich die Hände zum Bunde für das Leben vereinen. Kennzeichnend ist, daß bei den älteren Personen die Eheschließungen nicht ab=, sondern zugenommen haben. Männer, welche die langjährige treue Lebensgfährtin verloren haben, tragen die Einsamkeit schwer. ** Der eigentliche Esel. In einer Stadt Russisch=Polens trug sich vor nicht langer Zeit eine hübsche Geschichte zu. Das Städtchen hatte zwei Gasthöfe. Der vornehmere und stark besuchte trug das Schild„Der graue Esel“, der andere„Die goldene Henne". Trotz aller Mühe ihres Besitzers wollte die goldene Henne nicht goldene Eier legen Die Konukrrenz war überall bekannt und altberühmt. Wie das nun so ist im Leben, stiegen dem Mann mit dem grauen Esel sozusagen die vielen hohen Herrschaften in den Kopf, die bei ihm einkehrten. Der Hochmutsteufel redete ihm zu, sein albernes Schild zu ändern. vornehmer zu gestalten. Als nun einmal Graf Suwarow einkehrte, bat ihn der Wirt ehrerbietigst um die Gnade, seinen Gasthof nach ihm benennen zu dürfen, wogegen er die Rechnung streichen wolle. Das war dem Herrn Grafen nur recht. Baldigst war der Gasthof umgetauft. Der Hennenwirt war klüger. Er nahm auch seinerseits eine Umtaufung vor und nannte jetzt seinen Gasthof„Der graue Esel.“ Nach wie vor zog alles in den„grauen Esel", sodaß der Hennenwirt jetzt endlich die ersehnten guten Geschäfte machte, während der gänzlich unbekannte Gasthof„General Suwarow“ plötzlich verlassen stand. Was tat nun der Suwarow= Wirt? Er ließ ein zweites Schild malen mit der Aufklärung:„Der General Suwarow ist der eigentliche graue Esel.“ ** Krokodilstränen. Luther spricht in einer Tischrede des Jahres 1540 davon, daß außer dem Menschen nur der Hund und das Krokodil weinen können. die Krokodilstränen seien aber meist unaufrichtig und heimtückisch. Kein Zweifel, daß er wirklich an die Mär von den Heucheltränen des Krokodils geglaubt hat. Es hat indes wenig Zweck, darin lediglich einen Beweis rückständigen Aberglaubens zu sehen, denn Luther folgte in dieser wie in anderer Beziehung nur weit verbreiteten Lehren des späteren Mittelalters, mit dem er noch eng verbunden ist. Nach dem neuen Brockhaus nahm die mittelalterliche Naturgeschichte an, daß das Krokodil beim Verschlingen seines Opfers Tränen vergieße. Der Ursprung dieser seltsamen Vorstellung ist noch nicht geklärt; man vermutet, daß antike Berichte über die besonders aus Homer bekannten Harpyien, mythische Wesen räuberischen Chtrakters, zu der Fabelei Anlaß gegeben haben. In übertragener Bedeutung— wie heute— muß die Redensart von den Krokodilstränen bereits im 15. Jahrhundert üblich gewesen sein. Erasmus hat sie schon in der ersten Ausgabe seiner berühmten, auch von Luther geschätzten Sprichwörtersammlung(„Adagia“, 1500) als ganz und gäbe gebucht. ** Schlau muß man sein! Eine köstliche Geschichte aus der Kriegszeit erzählt der„Cri de Paris.“ Als Paris in großer Gefahr war, trachtete jedermann danach, sich und seine Reichtümer zu sichern. So wollte auch ein Villenbesitzer seine Flucht in die Provinz bewerkstelligen, aber natürlich mindestens auch alle seine Kostbarkeiten, darunter Bronze=Statuetten, Gemälde, Bücher, Silbergeräte usw. mitnehmen! Er ging zum Bahnhof und erkundigte sich hier nach den Frachtverhältnissen usw., hörte aber zu seinem Erstaunen, daß die Absendung ganz ungewiß sei, die Sache könne monatelang dauern, auch übernehme man nur 50 Kilogramm im Höchstmaß und lehnte außerdem jede Garantie ab. Monsieur war sehr betrübt, denn seine Schätze wollte und konnte er keinesfalls im Stiche lassen. Jedoch, er wußte Rat. Er brachte seine Kostbarkeiten auf's städtische Versatzamt, erhielt für die Pfänder viele tausend Franken, aber zugleich auch die Mitteilung, daß er für lange Zeit nicht an eine Einlösung der Pfänder denken dürfe, da— was er inzwischen schon erfahren hatte— alles und jedes aus Gründen der Haftpficht in die Provinzgesandt werde.„Und wann?“„Sofort!" Der gute Mann heuchelte große Sorge um seinen Besitz, ließ sich aber beruhigen. Im Stillen war Monsieur natürlich durchaus nicht niedergeschmettert, im Gegenteil, seine Schätze waren nunmehr sofort und bestens gesichert, wurden säuberlich eingepackt, ohne daß ihm dies selbst Mühe kostete, und sodann ersparte er auch noch die Frachtspesen! ** Die Geschwindigkeit der Gedanken. Im gewöhnlichen Leben spricht man davon, daß der Gedanke mit Blitzesschnelle arbeitet. Was kann man nicht alles in einer Minute zusammendenken! Jawohl— aber nicht in einer Sekunde! All' unser Denken, Empfinden und Wollen braucht nämlich unendlich mehr Zeit, bis es uns zum Bewußtsein und von da bis zur Wirkung kommt, als man gemeinhin annimmt, und der Vergleich mit der Schnelligkeit des Blitzes ist außero dentlich schlecht gel#hlt. Nach den Forschunsen des großen Physikers Helmholtz pflanzt sich die Nachricht von einem Eindruck auf das Hauptende empfindender Nerven nur mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Metern in der Sekunde fort! Das ist fast sechs mal langsamer als der Schall! Selbst bei gespanntester Aufmerksamkeit vergeht bei der Ausführung z. B. einer Muskelbewegung etwa eine Zehntel=Sekunde, bis der Gedanke, der Anreiz dazu, in's Hirn gelangt. Von hier aus geht nun die Nachricht erst zu den betreffenden Muskeln. was fast dieselbe Zeit erfordert, aber auch der Muskel anwortet nicht sofort, sondern wartet ca. eine Hunderstel=Sekunde, ehe er die gewollte Bewegung ausführt. Es sind sonach rund zwei Zehntel Sekunden erforderlich, um einen Gedanken in die Tat umzusetzen! Wie lange das dauert, beobachte man einmal an seiner Taschenuhr. Wetter=Russichten für mehrere Tage im voraus. 31. Dezember: Wolken, teils Sonne, strichweis Niederschlag, milde. 1. Januar 1923: Wolken, Niederschläge, ziemlich milde. 2. Januar: veränderlich, milde. 3. Januar: wenig verändert. 4. Januar: kaum verändert. 5. Januar: Wolken, Sonne, ziemlich kalt. 6. Januar: Sonne, Wolken, rauh, nachts kalt. Pnnrnena Haubel und Borse belgische Franken dänische Kronen 2922.67 375,06 1 1970.06 1391,51 234,41 am 28 12. 498.75 1552.11 36159,30 543.63 2992,59 379,05 2029.91 1431,40 238.41 Ein Dollar „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Himmelreich“. so spricht der treue Hirte, Jesus Christus. Er hat sein Schäflein, unser liebes Töchterchen, Schwesterchen und Enkelin Magdalene Martha im zarten Alter von 9½ Monalen am 27. ds. Mis. nachmittags 8½ Uhr, zu sich in den ewigen Freudensaal heimgeholt. Viel Sonnenschein sund Liebe gehl mit ihr für uns dahin Um stilles Beileid bittet Familie Karl Heukel. Westhofen, Dortmund, Wallau, Hahnerderg, den 27. Dezember 1922. Die Beerdigung findet Son##lag. den 31. Dezember 1922 nachmittogs 1¾ Uhr nam Tauethorse. Wasserwaße, aus, statt.- Hausandacht ¼ Stu de vorder Barmer Bank=Verein, Hinsberg, Fischer& Comp. Kommanditgesellschaft auf Aktien, Barmen. Die Herren Kommanditisten unserer Gesellschaft werden hiermit auf Grund des Gesellschaftsvertrages eingeladen zu einer außerordentlichen Generalversammlung. Angestelltenbersicherung(Beiträge). § 16 und 173 des Gesetzer über Aenderung de Versicherungsgesetzes für Angestellte und der Reich versicherungsordnung vom 19. November 1922(Reichsgesetzblatt S. 349/880). (Gültig vom 1. Januar 1923 ab) Nach der Höhe des Jahresarbeitsverdienstes werden für die Versicherten folgende Gehaltsklassen gebildet: Monatsbeitrag Klasse 1 bis zu 7200 Mk.(monatl. 600 Mk.).. 50 M. Klasse 2 von mehr als 7200 b. zu 14400 M. 100 M. (monatlich 600 bis 1200 Mk.) Klasse 3 von mehr als 14400 b. zu 28800 M 170 M. (monatlich 1200 bis 2400 Mk.) Klasse 4 von mehr als 28800 b. zu 50400 M. 280 M. (monatlich 2400 bis 4200 Mk.) Klasse 5 von mehr als 50400 b. zu 72000 Mk. (monatlich 4200 bis 6000 Mk.) Klasse 6 von mehr als 72000 b. zu 109000 M. (monatlich 6600 bis 9000 Mk.) Klasse 7 von mehr als 108000 b. zu 144000 M. (monatlich 9000 bis 12000 dik.) Klasse 8 von mehr als 144000 b. zu 216000 M. (monatlich 1 000 bis 18000 Mk. 4 Klasse 9 von mehr als 216000 b. zu 324000 M.. 1690 M. (monatlich 18000 bis 27000 Mk.) Klasse 10 von mehr al= 324000 b. zu 432000 M. 2340 M. (monatlich 2700 bis 36000 Mk.) Klasse 11 von mehr als 432000 b. zu 576000 M. 3100 M. (monatlich 36000 bis 48000 Mk.) Klasse 12 von mehr als 576000 b. zu 720000 M. 3970 M. (monatlich 48000 bis 60000 Mk.) Klasse 13 von mehr als 720000 Mk..... 4840 M. (monatlich 60000 und mehr) Ruhrtale: 5 Sanger=Verein: Schwerte 3 Leiter: Fr. auf der Horst. 3 420 M. 600 M. von Schwartz,„Wörther See“ und X„Dreifache Hochzeit“ von Koschat. 820 M.e Nach den Darbietungen: Tanzkränzchen(Geschl.) Eintritt: 30 Mark ausschließlich Steuer. 1150 m. Indandenbersicherung(Gentrage Ads. 1 R.=V.=O erhält folgende Montag, den 1. Januar 1923(Neujahr) nachmittags 4 Uhr beginnend, im Freischütz = Konzert= Mitwirkende: Frl. Meta Strack(Alt), Herr E. Kümper(Bariton) a Lieder von Bach, Beethoven, Schubert, Loewe, 4 Wolf, Kreuzer; Mannerchöre von Abt, Koschat,* * Schwartz, Handwerg.— A. d. Programm:„Die * Ernte“ 2 Karten im Vorverkauf sind zu haben in der Zi* * garrenhandl. H. Winkelmann, bei den Friseuren 3 2 Heiarich Gräfe und Ludwig Strack. 2 Stchupt gm Hurg#g Friese, Herrmannstr. 6. Warnung! Habe in meinen Weizen Gist gesät. Schulte, Geisecke. Suche zum 15. Jan. od. 1. Fedr. bei gutem Lohn sehr zuverlässiges Maochen Frau Dr. Moeller Ostenstr. 5. Junges Chepaar ohne Wohnung sucht mvol. Zimmer Zu erfr. in d. Geschst 7319,15 7551,07 Lichtspiele „Zur Reichskrone“. Ein Sprechapparat und Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über die Dividendenberechtigung der Mk. 99999600.— mit 25% eingezahlten Aktien nach deren Volleinzahlung und über ihre Verwendung. 2. Beschlußfassung über den Antrag der veriönlich haftenden Gesellschafter auf Erhöhung des Grundkapitals um Mk. 499999200.— auf Mk. 998703000.— durch Ausgabe von Stück 416666 auf den Inhaber lautenden Aktien über je Mk. 1200.— und Aueschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes der Kommanditisten sowie über die Einziehbarkeit von Aktien. 3. Ernennung von persönlich haftenden Gesellschaftern. 4. Aenderung des§ 1 des Gesellschaftsvertrages(persönlich haftende Gesellschafter), des§ 4(Erhöhung des Grundkapitals und Einziehbarkeit von Aktien, des§ 7(Bestellung und Abberufung von persönlich haftenden Gesellschaftern), des§ 17 Absatz 1(Hinterlegungsstellen, Ausst und Hinterlegung von Depotscheinen an Stelle von Aktien) und des§ 19(Mehrheitserfordernisse bei Beschlußfassung in der Generalversammlung). 5. Ersatzwahlen zum Aufsichtsrat. Die Herren Kommanditisten, welche der Generalversammlung beiwohnen wollen, haben ihre Aktien bis spätestens zum 18 Januar 1923 einschließlich zu hinterlegen. Barmen, den 23. Dezember 1922. Der Aufsichtsrat: Oberbürgermeister Marx, Vorsitzender. § 1245 Fassung: Nach der Höhe des Jahresarbeitsverdienstes werden für die Versicherten folgende Lohnklassen gebildet und folgende Wochenbeiträge vom 1. Januar 1923 ab erhoben: Lohnkl. 1 bis 7200 M. 7200 M. bis 1440 M. Cohnkl. 2 von 3„ 6 7 8 9 10 11 19 14200 28800 50100 72000 1 8003 1440 0 2160 0 3240 0 43 000 576000 28800 501 0„ 7.00)„ 1080 0 14100 216 00 3.40•0 43 000 57600. 720000 wöch. wöch. „.„ Tecr„„ 7200°0„ Lohakl 13 von 720000 M. und darüber 10 W. :0 2. 30„ 40„ 50 83„ 1.0„ 14„ 180„ 225„ 27 320 M Trofich argt Se bfechuesch und übrchmdemn bachrberfrfchel Drogerte Max Mehlhose, am Postplaz. (Lürsteißige rauen!" das groke Lehrbuch der Bäsche. die deste Anlettg. z. He uell: d. Wäsche. 1000 Abb. und 265 Schnitte Das Buch der Hausschneiderel. wertoll für Cernende, emee und im Schneidern Das Duch der PuppenkleiDung= lautert die Selbstbekleidunn ie Arten von Ouppen. Schnit#e sind beigel. Das Stricken u. Häkeln von MNügen u. Schale, mit rotenns ctniubsgen. R isge. dene. der 8el 0 2. 5 Leipzis-C Samstag, den 80. ds. Mis vormittags 9 Uhr wird auf der Freibank das 5908 sleisch einer kuh nerkauft. Schlachthofverwaltung Ein hier alleialiebendes 21 Jahre altes ostpr. 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Kein Wunder, daß ich begierig war, diese Schönheiten auch in Augenschein zu nehmen, und so wurde beschlossen, frühmorgens sechs Uhr dahin aufzubrechen; da die Entfernung nur eine Stunde betrug, so konnten wir vor dem Frühstück zurück sein und würden dazu sicher einen guten Appetit mitbringen.„ Aus den Schilderungen seines Levens im Westen hörte ich unter anderem auch von einer recht bitteren Erfahrung, die er in einem der Goldkamps gemacht hatte. „Damals,“ so erzählte er,„war ich der glückliche Besitzer eines Säckchens Goldstaub, und da es zu schwer war, um es fortwährend mit herumzutragen, hatte ich es auf dem Boden meines kleinen Koffers versteckt. Sie können sich meinen Schrecken und meine Verzweiflung vorstellen, als ich, eines Abends nach meinem Logis zurückkommend, den Koffer erbrochen finde— mein sauer erarbeitetes Gold war verschwunden. Der Wirt, bei dem ich mich beklagte, erklärte mir kalt lächelnd, das sei meine eigene Schuld und ein großer Leichtsinn, Gold im Koffer aufzubewahren, ich hätte es ihm in Verwahr geben sollen. Dabei hatte ich den Kerl im Verdacht, daß er selber der Spitzbube war. Aber was half mir das alles, mein schönes Gold war und blieb verschwunden. Seit der Zeit habe ich niemals wieder Geld oder Wertgegenstände auf meinem Zimmer gelassen, sondern trage sie stets bei mir, und ich gebe Ihnen den guten Rat, sich diese Geschichte zur Lehre dienen zu lassen.“— Es war ein wundervoller Sommermorgen, als wir am nächsten Tage früh um sechs Uhr aufbrachen. Bald umsing uns tiefste Waldeinsamkeit, und die köstliche Frische des Morgens gestattete es uns, kräftig auszuschreiten. (Schluß folgt.) Welt und Zeit. Die Musik des Straßenhandels. Der Straßenhandel hat in jüngster Zeit einen großen Ausschwung erfahren. Die Straßenrufe sind so ural: wie die Straße selbst, und sie haben eine eigene Musik, eine eigene Romantik ausgebildet, über die Adolf Heilborn in der Zeitschrift„Ueber Land und Meer“. eingehende Mitteilungen macht. Die Komponisten haben sich denn auch diese originelle Sinfonie der Plätze und Märkte nicht entgehen lassen. Ein Scarlatti verwebt in seine Sonaten die Rufe der Kärrner und Maultiertreiber der Campagna; Haydn erzählt von dem Komponisten Träjer, der die Rufe der florentinischen Händler und Früchteverkäufer in einem vierstimmigen Kanon unwiderstehlich komisch malte. Der Wiener Kapellmeister Hernried hat die Rufe der Wiener Lawendelverkäuferinnen aufbewahrt, die„Kauft's Lawendel, zwa Kreizer a Büscherl Lavendel, mei Lavend' kauft's!“ sangen. Der Komponist Louis Köhler erzählt von einem Königsberger Töpfer, der nach der Melodie„Grad' aus dem Wirtshaus“ sein„So grote Kaffeekann' kost's man twee Sechsling“ singend feilbot und schrieb die eigenartige Melodie einer Hökerin auf zu dem Text:„Eier, Kartoffle, wohlseil!" Der Besenbinder aus Humperdincks„Hänsel und Gretel“ hat dem Straßburger Kienholzrufer seinen Rhythmus abgelauscht, und launig hat Offenbach den Ruf der Besenhändler„Bibalais, bibalais, kauft doch meine Bibalais!“ in einem Liede nachgeahmt. Charpentier gibt in seiner italienischen Suite das Leben der Straße in den charakteristischen Rufen wieder, und der Straßburger Georg Kastner hat sogar seiner einst vielbewunderten Sinfonie„Le cris de Paris“ eine umfangreiche Abhandlung über Straßenrufe vorausgeschickt. Schon im alten Rom rief der Höker bei Tagesgrauen seine Ware aus, priesen herumziehende Köche ihren Erbsenbrei und ihre dampfenden Würste an, und noch heute hallen die großen italienischen Städte von dem ohrenbetäubenden Lärm der„Bociatori“ wider, die in eigentümlichem Tonfall unabläßlich ihre Schätze ausrufen. Besondere Gestalten, die es nur in Rom, Florenz und Neapel gibt, sind etwa der„Spinnenvertreiber“, der zur Österzeit mit seinen riesigen Staubwedeln herumzieht, oder der„Hammelkopfhändler“, der den seltsamen Ruf„Seht, wie die Narren lachen" zum Preise seiner Ware wählt. Der Obsthändler, der die ersten Kirschen bringt, ruft„Weinet Kinderlein, ich habe Kirschen", was bedeutet:„Weint Euren Eltern was vor, damit sie Euch Kirschen kaufen.“ So lustig, keck und humorvoll die italienischen Straßenrufe sind, so düster und melancholisch klingen die Ruse der Pariser und Londoner Krämer. Den ganzen Reichtum der verschiedensten Töne aber entfalten die Scharen der deutschen Straßenruser, die bereits in zahlreichen Flugblättern des Mittelalters festgehalten sind. Auf Nürnberger Barsteltungen erscheint ein Leinwandhändler und ruft:„Handtnicher, Tischtuicher, Serviet, wer kauft?" Oder der Mausfallenhändler:„Hekela, hekela, Mausfalla, wer kooft?" Unendlich mannigfaltig ist der eintönige und doch einprägsame Rhythmus dieser Rufe, wie wir auch heute noch in der stets neu geschaffenen Musik des Straßenhandels beobachten können. Um die Aufmerksamkeit zu erregen, ruft der Händler zunächst etwa ein„Hallo“, wie z. B. in Glasbrenners „Berliner Weihnachtsmarkt“, die Jungen schreien:„Walddeibelverkoof, Halloverkoof! Fahniverkoof, Halloverkoof!“ Eine unendliche Fülle ungezwungenen Humors spricht sich hier aus; so wenn die Berliner Hökerin ihre Ware anpreist:„Bolle, Borree, vor'n Dreier gibt's zwee!“. Oder der Wursthändler ruft:„Warm sind se noch, kalt werd'n se doch!“ Der typische Ruf der Berliner Zigarrenhändler in den 40er Jahren lautete: „Zijarros, meine Herrn, mit avec du feu!“ Der Scheinwerfer. Wie Torfmoore entstehen. Zur Bildung eines Torfmoors ist zunächst eine Höhlung im Boden notwendig, in der sich Wasser sammelt. Im Wasser keimen die Sporen des Tocfmooses, und allmählich durchwuchert das Moos die ganze Bodensenke, wie manche Teiche ganz mit Wasserpflanzen erfüllt zu sein scheinen. Dann sammelt sich das Torfmoos in Bündeln zusammen und wächst über die Oberfläche des Wassers hinaus. Mit dem weiteren Fortschritt dieser Entwicklung sammeln sich immer mehr abgestorbene Pflanzenstoffe auf dem Boden der Höhlung an. Wenn nun diese Anhäufungen eine gewisse Ausdehnung erreicht haben, so findet keine vollständige Zersetzung der Pflanzen mehr statt, sondern der Zerfall wird aufgehalten. Das ist der Beginn der Torfhaltung. Man findet Torf in zwei Formen, einer oberen Lage von faserigem Torf, die im Sommer trocken liegt, und darunter eine Lage von weichem nassen Torf. In vielen Fällen breiten sich die Torflager über die ursprüngliche Höhlung im Boden aus und machen einen Augriff auf die Vegetation des umgebenden Bodens, die sie zum Absterben bringen, indem die Torfmoose überwuchern und dadurch den von ihnen bedeckten Pflanzen die Luft rauben. Oft gehen z. B. in manchen Gegenden Deutschlands auch Wälder auf diese Weise zugrunde, indem sie gleichsam durch die Ausbreitung eines Torfmoors aufgefressen werden. In einem Torfmoor hat man jüngst bei Gelegenheit größerer Ausschachtungen bis zu 4½ Metern Tiefe Torf gesunden, während der Boden fast 1 Meter tief mit Baumstämmen gefüllt war. Auch dort mußte ein großer Wald zusammengesunken und begraben worden sein. In einzelnen Torfmooren Irlands, das überhaupt die torfreichste Landschaft Europas ist, sind sogar drei Schichten von Waldüberresten übereinander festgestellt worden, was dadurch zu erklären ist, daß nach der Vernichtung eines Waldes der Torf durch eine Veränderung des Klimas austrocknete, so daß wieder ein neuer Wald entstehen konnte, der dann aber nach erfolgter Neubildung des Torfs das Schicksal seines Vorgängers teilte. — 2. □ P#s S 5188 GSSLRC * C10LO E 2 8 Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General-Anzeiger für den Kreis Haupt-Annoncenblatt. Ronan Seifert. (15. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) arf ich mir jetzt ein Buch holen, gnädige Frau?“ fragte Almida. Frau Wengdorf drückte auf den elektrischen Knopf, und der Diener erschien. „Führen Sie das Fräulein ins Herrenzimmer, Wilm, sie wünscht ein Werk aus dem Bücherspinde.“ „Und welchen Dichter bevorzugen gnäoige Frau:“ Wählen Sie nach eigenem Ermessen, mir ist alles recht!" Almida stand vor dem reichgeschnitzten Bücherspinde, in welchem, aufs beste geordnet, die Werke der Klassiter sich aneinanderreihten. g—er und berann mit Sie wählte den Cid von Heroec und begann mn ihrer weichen Altstimme zu lesen: „Mit zerriss'nem Trauerschleier Sprach kimene jetzt zum König: Tränen schwollen ihre Augen, Wie war sie in Tränen schön! Schön wie die betaute Rose Glänzte sie in ihren Tränen; Schöner blühten ihre Wangen Glühend in gerechtem Schmerz. „König,“ sprach sie,„edler König, Schaffe mir Gerechtigkeit!... Da näherten sich dem Zimmer feste Männerschritte, die Tür wurde mit einem Ruck geöffnet: Herr Wengdorf stand auf der Schwelle. Er nahm mit sichtlicher Befriedigung das änmutige Bild in sich auf, die hübsche, strickende Frau am Fenster, und vor ihr das schöne Mädchen, dessen wohllautende Stimme wie Musik klang...; heute vier 5. Er kam schnell heran.„Wir haben zu Tisch, Olga, um vier Uhr wird gegessen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten, war er wieder hinaus. Almida schwieg, weil sie glaubte, die Hausfrau werde jetzt einige Anordnungen treffen. Diese aber sagte lakonisch:„Weiter!" Eine volle Stunde verging so. Dann wurde Almida entlassen.„Sie können jetzt ein Weilchen in den Garten gehen, Fräulein. Punkt zwei Uhr gehen wir zu Tisch. Später mögen Sie Ihre Sachen auspacken und ordnen, meinetwegen auch einen Spaziergang machen. Ich gebe Ihnen den ganzen Nachmittag frei. Um acht Uhr des Morgens frühstücken wir.“ Almida erhob sich. Sie zögerte einen Moment. Hatte Frau Wengdorf vergessen, daß ihr Mann um vier Uhr mit seinen Gästen zu speisen wünschte? Aber sie war noch zu fremd, um die Dame daran erinnern zu dürsen. „Legen Sie das Buch auf meinen Nähkorb, Fräulein, es liest sich nett, vielleicht gucke ich nachher selber ein Almnida tat, wie izi geheißen und ging in ihr Zimmer, welches ein freundliches Madchen ihr Es war ein behaglich ausgestattelel Raum, in den grünes Lindenlaub hineinschaute. Ein bequemer Sessel st Ior Kopf schmerze. Sie fühlte sich so angegrissen, als habe sie wer weiß welche anstrengende Arbeit vollSo hatte sie sich das Abhängigkeitsverhältnis nicht vorgestellt. Es nahm sie furchtbar mit. Sie kam sich wie WPenn sie früher auch sehr glücklich gewesen war, so tte sie doch nicht geahnt, ein wie beneidenswertes Leben ie Erkenninis, welch ein hohes Glück die schranken##riheit des Denkens und Handelus für uns bedeutet, inm ihr erst jetzt nun sie sich in einen fremden Willen zu sügen, in fremdes Wesen hineinzuversetzen halte. Sehr seltsam und wenig sympathisch mutete aules hier sie an. Kaum vermochte sie sich vorzustellen, daß Son Wenu gßerische Hausherr sein der kurz angebundene besehlshaberische Haushe Sie kannte Huberts leidenschaftlichen, leicht entslammten Sinn. Wie mußte er in dieser kühlen beengenden Atmosphäre gelitten haben! Frau Wengdorf in ein Daß sie jemals zu Herrn oder Frau Gengo## in ei herzliches Einvernehmen kommen könne, vermochte sie sich Sie ermunterte sich und begann ihre Sahen in die dazu bestimmten Fächer und Schubladen einzuordnen. Punkt zwei Uhr ging sie hinunter. Frau Wengdorf saß noch auf ihrem Platz und im Cid. Vor ihr lag eine angefangene Stri#arbeit. Die Dame sah gleichgültig auf„So, Fräulein, Si können nun strinen, so oft Sie Lust haben. Nehmen Sie sich Zeit! Wenn Sie ansangs auch nur wenig leisten rd beld owetgr Jesten, Seite. Waten Sie ein peakr ich bin schon auf der letzten Gene. Warten Sie ein p Minuten, wir können gleich essen. daß sie zu autworten Almida war so konsterniert, daß sie zu untwollen Frau Wengdarf las also den Schluß von dem Epos, dann war sie mit demselben fertig. Eine solche Oberstächlichkeit war dem jungen Mädchnoch nicht vorgekommen. 1 I I Die Haussrau begab sich nach dem Eßzimmer und ud Amida ein, ihr zu folzen.„ K Die beiden Damen speisten allein. Der Tisch war gur und reichlich besetzt, und Almida wurde freundlich aufgefordert, tüchtig zuzugreifen. Außerdem wurde kein eindiges Wort gesprochen..44 82 tmntt ale Lo6 8.18 Almida, welche es nicht anders kaumte, als daß das Mahl unter munterem Erzählen eingenommen wurde, emp and dieses Schweigen als eine Pein. Aber sie halte Appetit bekommen und neß es sich Owecen.„ un dorf aß 47.4t1g Sie füllte ihran Auch Frau Wengootf uß kichtig. Sie funle ihren Glasteller noch einmal mit Obst, als sie bemerkte, daß Almida still dasaß und vor sich hinsah. „Wenn Sie fertig sind, können Sie vom Tisch ausstehen, Fräulein, das erlaube ich Ihnen ein für allemal.“ „Ich danke Ihnen, gnädige Frau, und wünsche gesegnete Mahlzeit.“ „Mahlzeit,“ klang es einnwig zurück. Almida saß wieder in ihrem Zimmer. Sie war nun frei für den ganzen Rest des Tages. Doch kein angenehmes, oder gar frohes Gefühl wollte sich einstellen. Es lastete schwer auf ihr. Wie sollte sie dieses triste, eintönige Leben auf die Dauer ertragen! Und was sollte sie Hubert schreiben, der sehnsüchtig auf ihren Brief wartete und so glücklich war, daß sie in seinem Elternhause ein Unterkommen gesunden! Sie versank in Nachdenken. Am vergangenen Sonntag waren sie noch beide mit ihrem geliebten Vater vereint gewesen und hatten alle drei einen Ausflug per Auto unternommen, in der ausgelassensten Stimmung. hatten sie vor dem„Schwanenhaus“ gemeinsam Kaffee getrunken. Der Papa haite danach behaglich seine II Zeitung gelesen, Almida und Hubert hatten auf dem I Schwanenteich gerudert, sie dursten zusammen scherzen, sich in die Augen sehen, wieder und wieder, so oir sie nur * wollten. Sie waren glücklich gewesen. Ihr Leben war wie in Sonne getaucht gewezen. Jeder war bemüht gewesen, ihr Liebes zu erweisen. Hubert hatte zu ihr von der Zukunft gesprochen wie von einem Blumengarten, in welchem sie die umhegteste süßeste Rose sein sollte. Sie war es gewoynt gewesen, überall gefeiert zu werden, den Mittelpunkt zu bilden. Sie nahm all das Liebe und Schöne, das sich ihr darbot, wie etwas Selbstverständliches, ihr Gebührendes bin.. ung gescheihden Sie war bei aller Verzärtelung gutig und bescheiben geblieben, immer bemüht, auch anderen Liedes zu erweisen. Und heimlich, ganz heimlich hatte sie es sich ausgemalt, wie schön das sein müsse, wenn sie hier in Huberts Eliernhause weilte, als seine Braut, wie sie alle durch ihre Liebenswürdigkeit bezaubern werde. Nun war sie hier, unbeachtet, widerwillig geduldet. Während einer kurzen Woche hatte sich ihre Lebenssonne verdunkelt, waren dunkle, drohende Wolken am Horizont ihres Daseins heraufgezogen, hatte das Schicksal ihr alles geraubt, alles! Den Vater, den Geliebten, ihr Vermögen, se, sogar ihren Romen!.. 48 Lzteic, Eie bant Sie begann zu weinen, leise und Villerlich. En hutte Heimweh nach allem, was bisher zu ihrem Glück gedient Dy, wenn sie nur einen Tag noch in ihrem wonnigen Boudoir hätte verbringen können in dem Bewußlsein, daß der Vater jeden Moment heimkommen müsse, der Geliebte in der Nähe sei! Nur einen einzigen Tag! Aber das Schicksal war grausam gegen sie, es ließ ihr nichts als Schmerz und Tränen, es erlaubte ihr nur noch, an Erinnerungen zu zehren....„ Sie weinte sich aus. Die Muvigreit woulte sie übermannen, aber sie wollte nicht schlafen. Rein, sie wollte tapfer sein. Sie trocknete ihre Tränen und ging die Treppe hinunter, um das angefangene Strickzeug zu holen. I Damit wollte sie sich in den Carten setzen und probieren, II ob sie das Stricken noch nicht ganz verlernt hatte. Frau Wengdorf hatte ihren Platz am Fenster wieder Almida bat um Entschuldigung, wenn sie störe. Sie wolle nur das Strickzeug holen und im Garten sich damit „Ja, wollen Sie es wirklich versuchen? Um so besser. Ich glaubte schon, ich hätte Ihnen zuviel damit mutet und habe das Strickzeug fortgelegt. Aber hier “ diesem Moment vernahm man draußen Herrn Wengdorfs laute scheltende Stimme: „Sie wissen von nichts? Na, da soll ja gleich— wo de onüdo Hanse;: Die Tür wurde aufgerisen und Herr Wengdorf stürmte herein.„Was soll das heißen, Olga, daß Du meine Anordnungen einfach ignorierst „Es bedeutet, daß Du es mir früher zu melden hast, wenn Du Tischgäste mit nach Hause bringst!" „Die Herren sind vor zwei Stunden unerwartet in Hamburg eingetrossen—. g „Dann müssen sie eben im Hotel speisen!“ „Aber, ich habe sie doch nun mal mitgebracht. Au ein paar Teller Suppe und ein paar Scheiben Braten kommt es doch wahrhaftig nicht an! Ein Zwischengericht hätte sich gleichfalls herstellen lassen!“ Frau Wengdorf schwieg und sah angelegentlich zum Fenster hinaus, wo ein paar Spatzen sich um eine Brot„Die Herren erwarten Dich im Salon. Wilst Du sie nicht begrüßen?" „Nem!“ „Aber Du bringst mich ja zur Verzweiflung, Olgal. Es ist eine unsterbliche Blamage für mich, wenn ich die „Das hättest Du früher bedenken sollen! Deine Rücksichtslosigkeiten arten aus. Ich,lasse mir das nicht mehr bieten, ich weyre mich dagegen!" „Aber so nimm doch Vernunft an!“ „Bitte, mäßige Dich... Sage Deinen Leuten erkrankt. Geh' mit ihnen ins Hotel und füttere ie dort ab! Und ein andermal versuche erst gar nicht einen Wengdors Gesicht wurde bleich und dann dunkelrot. Der Zorn übermannte ihn. Er hob einen Stuhl hoch und ließ ihn krachend zu Boden sausen. „Das Weib ist verrückt geworden!“ knirschte er. Doch schon hatte er seine Beherrschung wiedererlangt. Schweigend eilte er zur Tür. Unsanft ließ er sie ins Schloß fallen. Die beiden Damen waren allein. Almida zitterte. Eine derartige Szene durchlebte sie zum ersten Male. In ihrem Elternhause war jedes Mißverständnis in Ruhe und Güte erledigt und beigeleg. Sie war aufs peinlichste betrossen und wagte sich nicht zu rühren. Mit scheuem Vorwurf blickte sie in Frau Wengdorfs gleichgültiges, verschlossenes Gesicht. Wäre sie nur schon einigermaßen eingebürgert gewesen, so hätte sie herzlich für Wengdorfs Gäste gebeten. Aber sie weilte kaum einige Stunden in diesem Hause und es wäre taktlos gewesen, wenn sie unaufgeforvert Sie hatte sich von ihrem Staunen und Erschrecken ase Fea begzser a hur in. schlanker Herr von vielleicht vierzig Jahren erschien. Die Hausfrau stellte vor. Es war der Rechtsanwalt Doktor Paul Mertens, einer der wenigen, welche in engerem freundschaftlichen Verkehr zum Hause Weug9 Ere gaß mit bewunderndem Blick das schöne Mädchen und fragte Olga nach ihrem Manne. (Fortsetzung folgt.) cht mehr 4 Sie dort Denkspruch. Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Audersmeinenden entwreder an seinem Verstäutnis oder an seinem guten Ein knappes Entkommen. Wahres Erlebnis in einer amerikanischen Sommerfrische von E. Lothar Schmitz. (Nachdruck verboten.) Es war im Hochsommer des Jahres 1902. Ueber dem östlichen Teile der Vereinigten„Eigaten. eine tropische Hitze, eine jener von den weringeig Wisten kommenden sogenannten Hot Spells, die, ein für Menschen und Tiere, das Dasein fast unerirägl machen. In den großen Städten des Handels, namentlich in der Millionen=Metropolis am Hudsonfluß, Neuhork, wird diese glühende Hitze ganz besonders., fühlbgr, und alljährlich bringen die Sommermonat# in tange Liste von Todesfällen als die Folge von Sonnenstich. Selbst die leichteste Kleidung hilft nichts, denn der große Feuchtigkeitsgehalt der Luft läßt alles am Körter kleben. In der Tat, der General Humidity, wie der Neuyotter in grimmigem Humor zu sagen pflegt, ist ein schlimmer Geselle, mit dem sich nicht spaßen läßt, und gegen den sich keiner schützen kann, welcher gezwungen ist, auch während des Sommers aus geschäftlichen oder anderen Gründen in der Stadt zu bleiben. Kein Wunder, daß ich einen Seufzer der Erleichterung ausstieß, als ich eines Morgens an Bord eines jener schwimmenden Paläste stieg, welche den Neuyork und der Hauptstadt des Staates Albany vermitteln, um meine vierzehntägigen Ferien anzutreten. Das Ziel meiner Reise waren die Adirondacks, eine hohe Gebirgskette im Norden des Staates welche von vielen wohlhabenden Neuvorkern der herrlichen Landschaft und des kühlen Klimas wegen als Sommer= aufenthalt aufgesucht wird. Es war das erstemal, daß ich meine Ferien dort zubringen wollte und ich freute mich im voraus auf die wundervollen landschaftlichen Reize, von denen ich häufig gelesen und die mir von meinen Freunden oft in der begeistertsten Weise geschildert worden schueller Fahrt ging es den amerikanischen Rhein hinauf, wie man drüben den Hudson zu nennen pflegt, und wenn auch über dem Tal eine brennende Hitze lagerte, so ließ es sich doch auf dem wo eine kühle Brise wehte, ganz gut aushalten. M Behagen sah ich das schöne Naturpanorama auf beiden Seiten des Flusses- an mir vorbeiziehen.„Rechts. nöiste an der großen Ausbuchtung des Stromes vas freundnach Städtchen Peekskill herüber, links folgten dann Haverstraw und weiter hinauf Newhurg., Dann erschien zin schönsten und wildromantischen deue oes Tole:, gegeslen, Felsen gelagert, Westpoint, die vornehmst. z#. anstalt der Union; weiterhin gelangten wir nach Ponnep##a auf der rechten und Kingston auf der linken Seite, und in der Ferne ragten die stolzen, reichbewaldeten Höhen der Catskill Monntains empor. Fürwahr, eine Reige von abends gegen sechs Uhr in Albauy laudeten, bedauerte ich ereichle=nachmnitags das Ziel meiter Rese, das Hotel am Lake Champlain. Das Hotel war bereits überfüllt, und so mußte ich mich denn damit zufrieden geben, in einer der zugehörigen, im schönsten Naturpark zerstreut um das HauptBungalows, einquartiert zu werden. Im Gegensatz zu den meisten Gästen, welche das große Hviel vorziehen, fand ich das Arrangement reizend, denn in dem kleinen Häuschen war ich ganz ungestört. Nur ein altes, sehr ruhiges Ehepaar wohnte außer mir imt Bungalow, mit dem ich ein paar höfliche Phrasen wechselte, mich sonst aber weiter nicht um dasselbe bekümmerte. Die Entfernung bis zum Hotel war kaum 200 Schritte und war daher nicht mit viel Unbequemlichkeit verbunden, zu den Mahlzeiten dahin wandern zu müssen. Beim Abendessen und auch während des folgenden Tages vermied ich es, Bekanntschaften anzuknüpten, denn ich wollte die wundervolle Pracht der umgebenden Ratur ganz für mich allein auskosten. So streifte ich dern in sorgenloser Ungebundenheit durch die Wälder, kietrer#e auf den Felsen umher und machte nachmittags eine längere Ruderfahrt auf dem See, dessen Ufer paradiesischem Reize waren. Es war gegen sechs Uhr abends, als ich mein Boot wieder anlegte und nach dem Bungalow zurückkehrte, um mich für das Abendessen umAis ich die Toilette bendigt hatte und aus meinen Zimmer trat, öffnele sich die Tür des nebenau liegenden Raumes und ein Fremder trat mir entgegen. „How do von do, Lir,;“ grüßte er höflich, giz nde, wir sind Nachbarn, Bin heute nachmittes#. rg krmumen, sand einen Platz mehr im Hotel und wurde „Nel, Zir, ich hoffe, diese Pohnung wird Ihnen .0 a, in Segentel, ich Bin enzstz. e. samkeit gefällt mir besser, als das geräuf####olle Leben und Treiben im Hotel. Ich sehe, Sie wollen zum Essen, darf ich mich Ihnen anschließen, ik von plessgkg.## „Certainly, wenn Ihnen meine Gesellschaft rei# ist!“ Als wir aus dem dämmerigen Flur ins Freie hatte ich zum erstenmal Gelegenheit, den Neuankömmein Mann von etwa dreißig Jahren, um dessen hagere, aber sehnige Gestalt ein Anzug von etwas schäbiger Eleganz schlotterte. Ein breiter Schlapphut, wie ihn die westlichen Cowboys(Kuhhirten) zu beschattete sein marliertes, gebräuntes sast hübsch nennen konnte, wenn nicht die etwas unstet flackernden Augen den guten Eindruck beeinträchtigt hätten. Im Speisesaal nahmen wir an einem der kleinen „Seitentische Glatz, und als das Essen begann, wurde unsere bis dahin lebhaft geführte Unterhaltung ziemlich einsilbig, denn mein neuer Bekannter wandte seize ganze Aufmerksamkeit dem Essen zu; es schien mir Pründlich, perzehugert set, benn mit Gerigh, uaut eine Heißhuuger verzehrte er von jedem Gericht###in Nach dem Essen ließen wir uns auf der Veranda in jenen bequemen Schaukellzühlen nieder, wi man sie überall in den Sommerfrischen finder, und Gindeten uns die Zigarren an... gV. Epgnag Im Laufe der Unterhaltung erzählte mr.###### wie er sich vorgestellt halte—, daß er sich eine Henlang im Alaskaer Goldgebiet, und zwar am Yukouflusse, aufgehalten habe. Er wutßte wirklich sehr interesigut, vom Leben und Treiben der dortigen Goldgrüber Aug u und da die Goldfunde am Yukonflüsse erst zwei Jahrr zurück datierten, so hatten seine Erlebnisse für mich einen doppelEs war beriütz spät, als wir unser geneguchpäiächen Bungalow aufsuchten, doch trafen wir uns eoun vag. Morgen, wie verabredet, beim Frühstück, um dunn nachWr. Swenen interessferte sich so sehr. Lir die Natur, war ein so liebenswürdiger Gesellschufter und von so verbindlichen Enigegenkommen, erste, Einhbruck seiner das Vorurteil abbat, welches der erse Enneram sumnPersönlichsett auf mich gemacht hatte. perschchen, Während des Nachmittags mußte ich Korrespondenzen erledigen, und es war erst beim Abendessen, wo ich wieder mit Sweeney zusammentraf,„Später lud ich ihn ein, auf meinem Zimmer einen ni#hieap (Schlummertrunk) mit mir zu nehmen; er wuttz.## angenehm zu plaudern, daß wir bes fast genacht zusaumensaßen. Er hatte während einen längeren ergrug in füdlicher