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0 Mk., an aufsstellen: Jahnhofstr., isingstraße.
Heamarblätter. u Lustiges
Kinderzeitung Unser Biatt. n Unterhaitungs- u. Romanbellage. n Spiel, Sport und Cucnen. 2 Kun# u. Wisen.n Cartenratschläge.
verbunden mit: Schwerter
Cageblatt und Anzeiger
Getchstener Zeitung
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Amtliches Wretsblatt für den Kreis börtk.
Erstes und ältester Cogesorgan des Kreises.— Genoratenzeiger für den Kreis Hörde.
Die„Schworter Jeitung“ erscheint
verktäglich.= Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Car! Braus.
ldr. Braus Schwerteruhr. Cel.e2. Postscheck, Dortaund 2433
Verautwortliche Schriftleitung: Karl Richter, Stadt und Provinz Friodr. Kraas, sämtlich in Schwerte.
Nr. 212
Samstag, 9. September 1922
55. Jahrgang
nfach bewährt! Hukirol= Fußbad
im Postplatz.
Zum Geleit.
Hundert Notstände des inneren Volkslebens warten auf die Hilfe der sittlich=religiösen Lebensmächte. Im Glauben liegt das Heilmittel für alle. Verzagen wir nicht, sondern glauben wir!
Bauen wir nicht auf Menschen, sondern auf den Herrn! Adolf Stöcker.
arten Neueste politische Nachrichten.
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Die amerikanische Blättermeldung von der bevorstehenden Verlobung Kaiser Wilhelms mit der Prinzessin Hermine von Reuß wird von Berliner zuständigen Stellen als frei erfunden bezeichnet.
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„Times“ meldet daß die großen deutschen Schiff
fabrtsgesellschaften Angebote wegen des Rückkaufes einiger früherer deutscher Transozeandampfer machten, die gemäß dem Friedensvertrag an England ausgeliefert wurden. Die deutschen Angebote seien höher als die der englischen Firmen.
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Die Beschaffung der Mittel für den Kleinwohnungsbau ist Gegenstand von Beratungen, die der Unterausschuß des Wohnungsausschusses des Reichstages am Dienstag begonnen hat. Die Verhandlungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen und vertraulicher Art sein.
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Eine Unterkommission der SPD. und 1I SP D. hat am Mittwoch getagt, um über die Frage der organisatorischen Verschmelzung der beiden Parteien zu beraten. Die Beratungen haben noch keinen Abschluß gefunden.
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Wieder verhaftet wurde, wie dem Vorwärts aus Schwerin gemeldet wird, der Leiter der deutschröltischen Bewegung in Mecklenburg, Erich Bade, der vor kurzem vom Staatsgerichtshof aus der Haft entlassen worden war.
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In französischen Kreisen des Völkerbundes wird behauptet, daß, falls Lloyd George nach Genf komme, um wegen des Burgfriedensvertrages zu sprechen, Poincaree ebenfalls nach Genf kommen würde, um den Völkerbund über das Reparationsproblem zu unterrichten.
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Infolge Nichtbewilligung ihrer wirtschaftlichen Forderungen sind am Mittwoch sämtliche Post= und Telegraphenbeamten in Polen in den Streik getreten.
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Der Reichspräsident hat am 5. und 6. September an den Verbandsübungen der Marinc in der Ostsee teilgenommen. Beim Verlassen des Linienschiffes„Braunschweig“ erließ er einen Funtspruch an die Marine, in dem er der Gewißheit Ausdruck gab, daß die Reichsmarine auch zu ihrem Teil am Wiederaufbau der Republik mit arbeiten werde.
Einer sozialistischen Korrespondenz wird aus dem preuß. Finanzministerium mitgeteilt, daß in den letzten zehn Tagen für 23 Milliarden Jahlungsmittel gedruckt und in Umlauf gesetzt worden sind. Das sind insgesamt 10 Proz. des gesamten Notenumlaufes Deutschlands. Die Gesamtleistung der Reichsdruckerei ist jetzt auf 2,6 Milliarden Papiermark täglich gestiegen.
Der Berliner Arbeitgeberverband im Gastwirksbewerbe hat in einer Versammlung, zu der sämiliche Berufsvereinigungen Großberlins eingeladen waren, gegen die Regierungsverordnung zur Bekämpfung des übermäßigen Luxus und der Schlemmerei protestiert.
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Der Reichstagsabg. Pfarrer Ulißkaist durch das Vertrauen des Kardinalfürstbischofs Dr. Bertkam zum Ehrendomherrn an der Kathedrale Breslau ernannt worden.
Die belgischen Delegierten verhandelten gestera nachmittag 5 Uhr im Reichsfinanzministerium mit dem Minister Hermes und den Staatssekretären Bergmann und Schröder. Den bekgischen Delegierten wurden bestimmte Vorschläge vorgelegt. Diese Vorschläge wurden erörtert und es wurden die notwendigen Aufklärungen darüber gegeben. Die belgischen Delegierten erklärten, daß sie sich wegen der Vorschläge mit ihrer Regierung in Verbindung setzen müßten und daß sie voraussichtlich in der Lage sein würden, am Sonnabend eine Antwort zu geben. Am Sonnabend, den 9. September, werden also wahrscheinlich die Verbandlungen ihren Abschluß finden.
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Obwohl darüber strengstes Stillschweigen bewahrt wird, verlautet nach dem„Tageblatt" doch, daß es sich um den Plan handelt, daß Deutschland in England, Holland und Amerika Garantiekredite,
falls diese sich erreichen lassen, aufnehmen will, um damit für die deutschen Schatzscheine Bürgschaft zu leisten. Die belgischen Delegierten haben zugesagt, sogleich ihrer Regierung von diesen Vorschlägen Mitteilung zu machen und Deutschland heute noch zu antworten. Ob aber diese Antwort so sein wird, daß die Garantiefrage bereits morgen ihre Erledigung findet, ist zum mindesten recht zweifelhast. Wahrscheinlich ist, daß die beigischen Vertreter zunächst erst nach Brüssel zurlicksehren. um dort dem Kabinett Bericht zu erstatten und darauf eine Zusammenkunft mit den deuischen Vertretern in Brüssel anberaumt wird, wenn inzwischen die Stellungnahme der englischen, amerikanischen und holländischen Regierung bekannt ist. Die Frage der Garantieleistung der Industrie ist hinfällig geworden. Die deutsche Regierung selbst hat sich diesem in die Debatte geworfenen Gedanken gegenüber abwartend verhalten.
Die letzte Woche.
Am Baum der Politik wachsen verschiedene Früchte. Wenn die schlechten des Vorurteils und der Vorwände bei der Entente sorgfältig ausgelesen werden, läßt sich viel tun, und wenn die Edelsorten der Einsicht zur vollen Reife gelangen. kann man alles erreichen. Dafür bietet der Vertrag zwischen dem rheinischen Großindustriellen Hugo Stinnes und dem Marquis von Lubersac, dem Präsidenten der französischen Wiederaufbau=Kommission, auf Lieferung von deutschem Baumaterial an die zerstörten französischen Gebiete einen beredten Beweis. Hier hat Poincaree mit seinen Haßgedanken nicht mitgewirkt, und da geht es. Die beiden Vertragskontrahenten haben. sich von rechtem Geschäftssinn und gesundem Menschenverstand leiten lassen, und da klappt es ohne weiteres. Es gibt also in Frankreich doch noch Männer, die Sinn für Natürlichkeit und Menschlichkeit haben. Was hier in kleinem Umfange vollbracht wurde, das kann ebenso gut im großen Umfange, bei der Reparationsfrage ausgeführt werden, wenn die Einsicht besteht, daß die Verständigung, die doch einmal kommen muß, um so nützlicher ist, je früher sic erfolgt. Es ist schon bemertenswert, daß Marquis von Lubersac, seinem Namen nach ein Südfranzose, nicht mit Vorwürfen bedacht wird, weil er direkt mit einem Deutschen paktiert hat. Die Franzosen werden aber erkennen, daß der Wiederaufbau des zerstörten Gebietes schon viel weiter hätte vorgeschritten sein können, wenn dieser vernünftige Weg längst betreten worden wäre.
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Auch von den Verhandlungen zwischen Deutschland und Belgien über die von uns auszustellenden Goldwechsel, die jetzt in Berlin begonnen haben, wird ein anderer Verlauf erwartet, als ihn bisher die Besprechungen mit dem offiziellen Frankreich erwiesen hatten, bei denen überhaupt nichts herauskam. Es ist zu erwarten, daß eine baldige Einigung zwischen Deutschland und Belgien auf die ganze Reparationsangelegenheit zurückwirken wird. Für die neue Herbstkonferenz über die deutschen und internationalen Schulden, die in Brüssel abgehalten und möglichst beschleunigt werden soll, hat die Reparationskommission den Plan für die Sanierung der deutschen Finanzen auszuarbeiten, während Poincarec angeblich eine Verminderung der internationalen Schulden durch
niemals eine Politik der freien Hand lassen.
nehmen
Die Abstimmung in Deutsch=Oberschle= sien zugunsten des Verbleibens bei Preußen hat die gesunde Erkenntnis für die Forderungen des Tages bewiesen. Die an Polen gekommenen Landsleute werden mit sehr gemischten Empfindungen zu uns herüberblicken, denn sie empfinden bereits den Druck der polnischen Wirtschaft. Die polnischen Arbeiter sprachen früher von der guten Mutter Polen. Heute reden sie bereits von einer bösen Stiefmutter.
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In der inneren Reichsleitung werden für die bevorstehende parlamentarische Session einzelne Veränderungen erwartet. Wir können nur hoffen, daß diese zum näheren Zusammenrücken der Parteien aneinander und nicht zur Schaffung eines größeren Abstandes untereinander führen werden. Schon im Interesse einer energischen Bekämpfung der erschreckenden Teuerung ist die Zurückstellung kleinerer Meinungsverschiedenheiten geboten, wenn sich die einzelnen Krawalle, die doch nur schaden, nicht wiederholen sollen.
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Der neueste Trojazug der Griechen nach Kleinasien ist durch eine schwere Niederlage zum Abschluß gekommen, so daß das griechische Oberkommandon um einen Waffenstillstand gebeten hat. Die Griechen haben in den letzten zehn Jahren viel Glück gehabt und sich große Gebietserweiterungen erkämpft, aber in den offenen Feldschlachten haben sie doch meist den kürzeren gezogen. Dieser griechisch=türkische Feldzug in Kleinasien war ja eigentlich eine Auseinandersetzung Englands und Frankreichs über ihre Interessensphären in Asien. Durch den Sieg der Türken sind augenblicklich die Franzosen wieder obenauf.
gegenseitige Abstriche herbeiführen will. Dies Projekte sind natürlich von der Mitwirtung der amerikanischen Finanz abhängig. Darauf, daß der Herbst eine gute Entscheidung bringen wird, kann freilich noch niemand die Hand ins Feuer legen, denn die journalistischen Trabanten der Pariser Regierung verkünden immer wieder, diess werde sich
auf dem Ausschuß Mitteilungen über den zwischen ihm und Hugo Stinnes abgeschlossenen Vertrag betreffend Lieserung von Naturalien zum Wiedercufbau. Der Minister für die befreiten Gebiete bezeichnete die Bedingungen, von denen die Regierung die in dem Vertrag vorgesehene Weiterabtretung von Kohle abhängig macht. Diese Bedingungen sehen besonders vor, daß die Vertragslieferungen an Frantreich bezüglich Qualität und Quantitär restlos durchgeführt werden, in der Weise, wie es die Reparationskommission festgesetzt hal. Die nächste Sitzung des beratenden Ausschusses wird Anfang Oktover stattfinden.
Nach Beendigung der Sitzung des; beratenden Ausschusses erklärte der Minister für die befreiten Gebiete u. a: Was die Sachlieferungen betreffe, so havben die Bestellungen im letzten Monat die Höhe von etwa 3 Millionen Franken erreicht. Es ist bemerkenewert, daß diese Bestellungen direkt von den französischen Geschädigten an deutsche Lieferanten vergeben wurden. Man dürfe hoffen, daß sie im Laufe der nächsten Monate noch höher sein würden. Alle Vorsichtsmaßnahmen sind getroffen, damit den bevollmächtigten Vertretern alle wünschenswerten Garantien gegeben werden. Es werde darauf gesehen werden, daß die Bevollmächtigten ausreichende Hilfsmittel zur Verfügung haben, um die Interessen der Geschädigten zu schützen. Ferner sind alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit eine genaue Kontrolle über die Bestellungen ausgeübt wird, da diese in gewissen Fällen zu umfangreich werden und dadurch die berechtigten Interessen der französischen Industriellen schädigen könnten, was unzulässig ist. Der zwischen de Luversac und Hugo Stinnes abgeschlossene Vertrag stelle lediglich eine Vereinbarung dar zwischen einer Gruppe von französischen Geschädigten und gewissen deutschen Lieferanten wegen dirckter Lieferungen.
DB. New=York, 8. Sept. Der Stinnesvertrag mit den französischen Wiederaufbaugenossenschaften findet in der hiesigen Presse große Beachtung. „World" bezeichnet den Vertrag als den einzigen Weg zur Lösung des europäischen Problems. Die Reparationen würden damit endlich von der ge
schäftlichen Seite angefaßt...„New=York Times“
sagt: Stinnes vertritt mit seinem Vorgehen die überwiegende Mehrheit der deutschen Oeffentlichkeit. Er will möglichst schnell quitt werden, um neue Dinge in Angriff zu nehmen.„New=York Herald“ schreibt: Der Vertrag zeigt, daß auch in Frankreich wichtige Kreise abseits von der Regierungspolitik stehen und eine vernünftige Lösung der Entschädigungsfrage anstreben.
Paris, 8. Sept. Der beratende Ausschuß für Sachlieferungen ist gestern nachmittag im Ministerium für die befreiten Gebiete unter dem Vorsitz des Ministers für die befreiten Gebiete, Charle: Reibel, zusammengetreten. Der Kontrolleur Gillet schilderte die bisher durch die Ausführung des Abkommens von Wiesbaden und Berlin erzielten Ergebnisse und gab eine Uebersicht über die bezüglich der Zulassung der Bevollmächtigten vereinbarten Garantien, ebenso die Kontrollmaßnahmen, die vorgesehen sind, um betrügerische Manipulationen zu verhindern und den Schutz der berechtigten teressen der französischen Industrie sicherzustellen.
Der beratende Ausschuß erteilte seine Zustimmung zu verschiedenen Moßnahmen. Der Präsident des Verbandes der koperativen Genossenschaften für den Wiederaufbau de Lubersac machte dar
Neue
zum Belgiermord in Oberkassel.
Brüssel, 8. Sept. Agence belge teilt mit: Von der Staatsanwaltschaft, die die Erschießung der beiden belgischen Soldaten in Oberkassel untersucht, sind wichtige Feststellungen gemacht worden. Aus den ersten Ermittlungen der Sachverständigen geht hewvor, daß die am Tatort gefundenen beiden Patronen von einer Pistole herrührten, die der belgische Sergeant in Händen hatte, als er niederfiel, daß aber die Gewehrpatrone, die gleichfalls am Tatort gefunden wurde, von gleicher Art ist, wie die jenige, die die deutschen Polizeibcamten besitzen. Diese Feststellungen gaben zu neuen Nachsorschungen Anlaß.
Man muß indessen anscheinend jetzt den Verdacht fallen lassen, der auf den Gästen des Cafés ruhte; sie wurden infolgedessen in Freiheit gesetzt. ebenso der Wirt und seine Frau. Der Sohn des Wirts, der Drohungen gegen den Sergeanten ausstieß, bleibt in Haft. Ein Deutscher wird gesucht. man glaubt, daß er nach Kassel geflohen ist. S# ist nicht richtig, daß der Sohn des Wirtes erklärt. habe, er habe jemanden auf die Wache schießen sehen. Nach den bisher festgestellten Tatsachen scheine es sich nicht um eine im Alkoholrausch degangene Tat zu handeln. Die Umstände des Deamas bleiben im Dunkel.