Beccerc Sitt 1922 hüh: ndert Schwerie direktors i5 Schäfer Dortmund Ball! 0 Mk., an aufsstellen: Jahnhofstr., isingstraße. Heamarblätter. u Lustiges Kinderzeitung Unser Biatt. n Unterhaitungs- u. Romanbellage. n Spiel, Sport und Cucnen. 2 Kun# u. Wisen.n Cartenratschläge. verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Getchstener Zeitung Zeitung Zeitung Seizwicheder Zeitung Amtliches Wretsblatt für den Kreis börtk. Erstes und ältester Cogesorgan des Kreises.— Genoratenzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schworter Jeitung“ erscheint verktäglich.= Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Car! Braus. ldr. Braus Schwerteruhr. Cel.e2. Postscheck, Dortaund 2433 Verautwortliche Schriftleitung: Karl Richter, Stadt und Provinz Friodr. Kraas, sämtlich in Schwerte. Nr. 212 Samstag, 9. September 1922 55. Jahrgang nfach bewährt! Hukirol= Fußbad im Postplatz. Zum Geleit. Hundert Notstände des inneren Volkslebens warten auf die Hilfe der sittlich=religiösen Lebensmächte. Im Glauben liegt das Heilmittel für alle. Verzagen wir nicht, sondern glauben wir! Bauen wir nicht auf Menschen, sondern auf den Herrn! Adolf Stöcker. arten Neueste politische Nachrichten. chwerte — M 8% ummmmait FKurse 1922 erein, Schwerke 77½ 220 570 430 347 . 6 2 0 725 1110 2035 900 465 1975 2019 900 1100 2050 2100 825 4900 .... 2210 649 1525 975 1530 2710 1950 912 975 445 1710 700 625 Berliner Börse 9 rR: m 6.9. am 7 9. 388.25 9588.— 116.05 27066,10 642.90 5617.95 1037.40 10162.20 438.10 48938.70 51801 5617.95 17.25 17,50 588.— 33957.50 970 2456920 544,50 4344,59 24843 129837 Die amerikanische Blättermeldung von der bevorstehenden Verlobung Kaiser Wilhelms mit der Prinzessin Hermine von Reuß wird von Berliner zuständigen Stellen als frei erfunden bezeichnet. * „Times“ meldet daß die großen deutschen Schifffabrtsgesellschaften Angebote wegen des Rückkaufes einiger früherer deutscher Transozeandampfer machten, die gemäß dem Friedensvertrag an England ausgeliefert wurden. Die deutschen Angebote seien höher als die der englischen Firmen. * Die Beschaffung der Mittel für den Kleinwohnungsbau ist Gegenstand von Beratungen, die der Unterausschuß des Wohnungsausschusses des Reichstages am Dienstag begonnen hat. Die Verhandlungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen und vertraulicher Art sein. * Eine Unterkommission der SPD. und 1I SP D. hat am Mittwoch getagt, um über die Frage der organisatorischen Verschmelzung der beiden Parteien zu beraten. Die Beratungen haben noch keinen Abschluß gefunden. * Wieder verhaftet wurde, wie dem Vorwärts aus Schwerin gemeldet wird, der Leiter der deutschröltischen Bewegung in Mecklenburg, Erich Bade, der vor kurzem vom Staatsgerichtshof aus der Haft entlassen worden war. * In französischen Kreisen des Völkerbundes wird behauptet, daß, falls Lloyd George nach Genf komme, um wegen des Burgfriedensvertrages zu sprechen, Poincaree ebenfalls nach Genf kommen würde, um den Völkerbund über das Reparationsproblem zu unterrichten. * Infolge Nichtbewilligung ihrer wirtschaftlichen Forderungen sind am Mittwoch sämtliche Post= und Telegraphenbeamten in Polen in den Streik getreten. * Der Reichspräsident hat am 5. und 6. September an den Verbandsübungen der Marinc in der Ostsee teilgenommen. Beim Verlassen des Linienschiffes„Braunschweig“ erließ er einen Funtspruch an die Marine, in dem er der Gewißheit Ausdruck gab, daß die Reichsmarine auch zu ihrem Teil am Wiederaufbau der Republik mit arbeiten werde. Einer sozialistischen Korrespondenz wird aus dem preuß. Finanzministerium mitgeteilt, daß in den letzten zehn Tagen für 23 Milliarden Jahlungsmittel gedruckt und in Umlauf gesetzt worden sind. Das sind insgesamt 10 Proz. des gesamten Notenumlaufes Deutschlands. Die Gesamtleistung der Reichsdruckerei ist jetzt auf 2,6 Milliarden Papiermark täglich gestiegen. Der Berliner Arbeitgeberverband im Gastwirksbewerbe hat in einer Versammlung, zu der sämiliche Berufsvereinigungen Großberlins eingeladen waren, gegen die Regierungsverordnung zur Bekämpfung des übermäßigen Luxus und der Schlemmerei protestiert. * Der Reichstagsabg. Pfarrer Ulißkaist durch das Vertrauen des Kardinalfürstbischofs Dr. Bertkam zum Ehrendomherrn an der Kathedrale Breslau ernannt worden. Die belgischen Delegierten verhandelten gestera nachmittag 5 Uhr im Reichsfinanzministerium mit dem Minister Hermes und den Staatssekretären Bergmann und Schröder. Den bekgischen Delegierten wurden bestimmte Vorschläge vorgelegt. Diese Vorschläge wurden erörtert und es wurden die notwendigen Aufklärungen darüber gegeben. Die belgischen Delegierten erklärten, daß sie sich wegen der Vorschläge mit ihrer Regierung in Verbindung setzen müßten und daß sie voraussichtlich in der Lage sein würden, am Sonnabend eine Antwort zu geben. Am Sonnabend, den 9. September, werden also wahrscheinlich die Verbandlungen ihren Abschluß finden. * Obwohl darüber strengstes Stillschweigen bewahrt wird, verlautet nach dem„Tageblatt" doch, daß es sich um den Plan handelt, daß Deutschland in England, Holland und Amerika Garantiekredite, falls diese sich erreichen lassen, aufnehmen will, um damit für die deutschen Schatzscheine Bürgschaft zu leisten. Die belgischen Delegierten haben zugesagt, sogleich ihrer Regierung von diesen Vorschlägen Mitteilung zu machen und Deutschland heute noch zu antworten. Ob aber diese Antwort so sein wird, daß die Garantiefrage bereits morgen ihre Erledigung findet, ist zum mindesten recht zweifelhast. Wahrscheinlich ist, daß die beigischen Vertreter zunächst erst nach Brüssel zurlicksehren. um dort dem Kabinett Bericht zu erstatten und darauf eine Zusammenkunft mit den deuischen Vertretern in Brüssel anberaumt wird, wenn inzwischen die Stellungnahme der englischen, amerikanischen und holländischen Regierung bekannt ist. Die Frage der Garantieleistung der Industrie ist hinfällig geworden. Die deutsche Regierung selbst hat sich diesem in die Debatte geworfenen Gedanken gegenüber abwartend verhalten. Die letzte Woche. Am Baum der Politik wachsen verschiedene Früchte. Wenn die schlechten des Vorurteils und der Vorwände bei der Entente sorgfältig ausgelesen werden, läßt sich viel tun, und wenn die Edelsorten der Einsicht zur vollen Reife gelangen. kann man alles erreichen. Dafür bietet der Vertrag zwischen dem rheinischen Großindustriellen Hugo Stinnes und dem Marquis von Lubersac, dem Präsidenten der französischen Wiederaufbau=Kommission, auf Lieferung von deutschem Baumaterial an die zerstörten französischen Gebiete einen beredten Beweis. Hier hat Poincaree mit seinen Haßgedanken nicht mitgewirkt, und da geht es. Die beiden Vertragskontrahenten haben. sich von rechtem Geschäftssinn und gesundem Menschenverstand leiten lassen, und da klappt es ohne weiteres. Es gibt also in Frankreich doch noch Männer, die Sinn für Natürlichkeit und Menschlichkeit haben. Was hier in kleinem Umfange vollbracht wurde, das kann ebenso gut im großen Umfange, bei der Reparationsfrage ausgeführt werden, wenn die Einsicht besteht, daß die Verständigung, die doch einmal kommen muß, um so nützlicher ist, je früher sic erfolgt. Es ist schon bemertenswert, daß Marquis von Lubersac, seinem Namen nach ein Südfranzose, nicht mit Vorwürfen bedacht wird, weil er direkt mit einem Deutschen paktiert hat. Die Franzosen werden aber erkennen, daß der Wiederaufbau des zerstörten Gebietes schon viel weiter hätte vorgeschritten sein können, wenn dieser vernünftige Weg längst betreten worden wäre. ** Auch von den Verhandlungen zwischen Deutschland und Belgien über die von uns auszustellenden Goldwechsel, die jetzt in Berlin begonnen haben, wird ein anderer Verlauf erwartet, als ihn bisher die Besprechungen mit dem offiziellen Frankreich erwiesen hatten, bei denen überhaupt nichts herauskam. Es ist zu erwarten, daß eine baldige Einigung zwischen Deutschland und Belgien auf die ganze Reparationsangelegenheit zurückwirken wird. Für die neue Herbstkonferenz über die deutschen und internationalen Schulden, die in Brüssel abgehalten und möglichst beschleunigt werden soll, hat die Reparationskommission den Plan für die Sanierung der deutschen Finanzen auszuarbeiten, während Poincarec angeblich eine Verminderung der internationalen Schulden durch niemals eine Politik der freien Hand lassen. nehmen Die Abstimmung in Deutsch=Oberschle= sien zugunsten des Verbleibens bei Preußen hat die gesunde Erkenntnis für die Forderungen des Tages bewiesen. Die an Polen gekommenen Landsleute werden mit sehr gemischten Empfindungen zu uns herüberblicken, denn sie empfinden bereits den Druck der polnischen Wirtschaft. Die polnischen Arbeiter sprachen früher von der guten Mutter Polen. Heute reden sie bereits von einer bösen Stiefmutter. * In der inneren Reichsleitung werden für die bevorstehende parlamentarische Session einzelne Veränderungen erwartet. Wir können nur hoffen, daß diese zum näheren Zusammenrücken der Parteien aneinander und nicht zur Schaffung eines größeren Abstandes untereinander führen werden. Schon im Interesse einer energischen Bekämpfung der erschreckenden Teuerung ist die Zurückstellung kleinerer Meinungsverschiedenheiten geboten, wenn sich die einzelnen Krawalle, die doch nur schaden, nicht wiederholen sollen. * Der neueste Trojazug der Griechen nach Kleinasien ist durch eine schwere Niederlage zum Abschluß gekommen, so daß das griechische Oberkommandon um einen Waffenstillstand gebeten hat. Die Griechen haben in den letzten zehn Jahren viel Glück gehabt und sich große Gebietserweiterungen erkämpft, aber in den offenen Feldschlachten haben sie doch meist den kürzeren gezogen. Dieser griechisch=türkische Feldzug in Kleinasien war ja eigentlich eine Auseinandersetzung Englands und Frankreichs über ihre Interessensphären in Asien. Durch den Sieg der Türken sind augenblicklich die Franzosen wieder obenauf. gegenseitige Abstriche herbeiführen will. Dies Projekte sind natürlich von der Mitwirtung der amerikanischen Finanz abhängig. Darauf, daß der Herbst eine gute Entscheidung bringen wird, kann freilich noch niemand die Hand ins Feuer legen, denn die journalistischen Trabanten der Pariser Regierung verkünden immer wieder, diess werde sich auf dem Ausschuß Mitteilungen über den zwischen ihm und Hugo Stinnes abgeschlossenen Vertrag betreffend Lieserung von Naturalien zum Wiedercufbau. Der Minister für die befreiten Gebiete bezeichnete die Bedingungen, von denen die Regierung die in dem Vertrag vorgesehene Weiterabtretung von Kohle abhängig macht. Diese Bedingungen sehen besonders vor, daß die Vertragslieferungen an Frantreich bezüglich Qualität und Quantitär restlos durchgeführt werden, in der Weise, wie es die Reparationskommission festgesetzt hal. Die nächste Sitzung des beratenden Ausschusses wird Anfang Oktover stattfinden. Nach Beendigung der Sitzung des; beratenden Ausschusses erklärte der Minister für die befreiten Gebiete u. a: Was die Sachlieferungen betreffe, so havben die Bestellungen im letzten Monat die Höhe von etwa 3 Millionen Franken erreicht. Es ist bemerkenewert, daß diese Bestellungen direkt von den französischen Geschädigten an deutsche Lieferanten vergeben wurden. Man dürfe hoffen, daß sie im Laufe der nächsten Monate noch höher sein würden. Alle Vorsichtsmaßnahmen sind getroffen, damit den bevollmächtigten Vertretern alle wünschenswerten Garantien gegeben werden. Es werde darauf gesehen werden, daß die Bevollmächtigten ausreichende Hilfsmittel zur Verfügung haben, um die Interessen der Geschädigten zu schützen. Ferner sind alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit eine genaue Kontrolle über die Bestellungen ausgeübt wird, da diese in gewissen Fällen zu umfangreich werden und dadurch die berechtigten Interessen der französischen Industriellen schädigen könnten, was unzulässig ist. Der zwischen de Luversac und Hugo Stinnes abgeschlossene Vertrag stelle lediglich eine Vereinbarung dar zwischen einer Gruppe von französischen Geschädigten und gewissen deutschen Lieferanten wegen dirckter Lieferungen. DB. New=York, 8. Sept. Der Stinnesvertrag mit den französischen Wiederaufbaugenossenschaften findet in der hiesigen Presse große Beachtung. „World" bezeichnet den Vertrag als den einzigen Weg zur Lösung des europäischen Problems. Die Reparationen würden damit endlich von der geschäftlichen Seite angefaßt...„New=York Times“ sagt: Stinnes vertritt mit seinem Vorgehen die überwiegende Mehrheit der deutschen Oeffentlichkeit. Er will möglichst schnell quitt werden, um neue Dinge in Angriff zu nehmen.„New=York Herald“ schreibt: Der Vertrag zeigt, daß auch in Frankreich wichtige Kreise abseits von der Regierungspolitik stehen und eine vernünftige Lösung der Entschädigungsfrage anstreben. Paris, 8. Sept. Der beratende Ausschuß für Sachlieferungen ist gestern nachmittag im Ministerium für die befreiten Gebiete unter dem Vorsitz des Ministers für die befreiten Gebiete, Charle: Reibel, zusammengetreten. Der Kontrolleur Gillet schilderte die bisher durch die Ausführung des Abkommens von Wiesbaden und Berlin erzielten Ergebnisse und gab eine Uebersicht über die bezüglich der Zulassung der Bevollmächtigten vereinbarten Garantien, ebenso die Kontrollmaßnahmen, die vorgesehen sind, um betrügerische Manipulationen zu verhindern und den Schutz der berechtigten teressen der französischen Industrie sicherzustellen. Der beratende Ausschuß erteilte seine Zustimmung zu verschiedenen Moßnahmen. Der Präsident des Verbandes der koperativen Genossenschaften für den Wiederaufbau de Lubersac machte darNeue zum Belgiermord in Oberkassel. Brüssel, 8. Sept. Agence belge teilt mit: Von der Staatsanwaltschaft, die die Erschießung der beiden belgischen Soldaten in Oberkassel untersucht, sind wichtige Feststellungen gemacht worden. Aus den ersten Ermittlungen der Sachverständigen geht hewvor, daß die am Tatort gefundenen beiden Patronen von einer Pistole herrührten, die der belgische Sergeant in Händen hatte, als er niederfiel, daß aber die Gewehrpatrone, die gleichfalls am Tatort gefunden wurde, von gleicher Art ist, wie die jenige, die die deutschen Polizeibcamten besitzen. Diese Feststellungen gaben zu neuen Nachsorschungen Anlaß. Man muß indessen anscheinend jetzt den Verdacht fallen lassen, der auf den Gästen des Cafés ruhte; sie wurden infolgedessen in Freiheit gesetzt. ebenso der Wirt und seine Frau. Der Sohn des Wirts, der Drohungen gegen den Sergeanten ausstieß, bleibt in Haft. Ein Deutscher wird gesucht. man glaubt, daß er nach Kassel geflohen ist. S# ist nicht richtig, daß der Sohn des Wirtes erklärt. habe, er habe jemanden auf die Wache schießen sehen. Nach den bisher festgestellten Tatsachen scheine es sich nicht um eine im Alkoholrausch degangene Tat zu handeln. Die Umstände des Deamas bleiben im Dunkel. Der Krieg im Orient. 4 Angebliche Flucht König Konstantins. Die vom Orienttrieg eingelaufenen Meldungen beginnen sich wieder zu verwirren. In Ermangelung größerer kriegerischer Ereignisse treten wieder die Federn phantasiebegabter Berichterstatter in ihre Rechte. Federn, die offenbar nicht von Stahl sind und auch nicht der früher als Schreibfederlieferantin so beliebten Gans entstammen sondern deren Ursprung auf die Ente hinweist, die ja seit Wippchens Zeiten als Wappenvogel der Kriegsberichterstatter in hohem Ansehen steht. Englische und französische Diplomaten führen dabei den Berichterstattern die Hand. Man muß deshalb alle Meldungen mit größter Vorsicht aufnehmen, wenn man sie auch nicht ganz unterdrücken kann. Zu diesen Meldungen gebört die aus London kommende Meldung des„Petit Parisien" wonach König Konstantin Athen mit unbekannter Bestimmung verlassen haben soll. In das Gebiet reiner Hypothese gehört die Meldung, daß man einen griechischen Gegendruck auf Konstantinopel vom Festlande her befürchte. Man wird hier jedenfalls die Frage aufwerfen müssen, woher die Griechen die für diesen Gegendruck erforderlichen Truppen nehmen sollen. Am wahrscheinlichsten klingen noch die Meldungen, wonach die Türkei ihren Vormarsch gegen Smyrna fortsetzen. Der griechische General Trieupis soll von den Türken gefangen genommen worden sein. Offiziell wird mitgeteilt, daß zwei Korpskommandanten, vier Oberste sowie 400 Offiziere und 10.000 Soldaten in türkische Gefangenschaft geraten sind. Nach dem Fall von Brussa haben die Türken nun mehr die Stellung am See von Aboliond eingenommen. Sie setzen ihren Vormarsch in der Richtung auf Panderma fort. Der baldige Fall von Smyrna wird erwartet. In einem gewissen Gegensatz zu diesen türkischfranzösischen Meldungen stehen allerdings die griechisch=englischen, die die Lage für die Griechen wesentlich günstiger darzustellen suchen. Danach soll sich die griechische Armee wieder teilweise von ihrer Demoralisierung erholt und eine neue stark befestigte Linie eingenommen haben, die etwa 80 Meilen von Smyrna entfernt liegt. In dieser Linie liegt die Stadt Alaschehir. Die türkische Offensive auf Ahardag stößt auf starken Widerstand seitens der Griechen. Ein offizieller griechischer Bericht erklärt, daß die griechischen Truppen sämtliche Angriffe zurückgeschlagen haben und daß die Türken bei diesen Angriffen 10.000 Mann verloren. Der Fall der Stadt Brussa wird jedoch bestätigt. Einer Athener Meldung zufolge sind der Kriegsminister Theotokis und General Dusmanis, der Chef des griechischen Generalstabes, am 5. abends nach Smyrna abgereistt, um persönlich die militärische Lage zu studieren. Die kritische Lage der griechischen Südarmee. TU. Paris, 9. Sept. Aus Konstantinopel wird die Gefangennahme des General Trikupes bestätigt. Die kemalistischen Streitkräfte auf der Südfront haben Alkan und im Westen Alachew eingenommen. Die Lage der griechischen Armee ist sehr kritisch. Die türkische Vorhut ist von Smyrna tatsächlich nur noch ungefähr 40 Kil. entfernt. Die in die Flucht geschlagenen Griechen stecken alle Dörfer auf ihrem Rückzug in Brand. Die griechischen Verluste sind seit Beginn der militärischen Operationen sehr bedeutend. Sie haben etwa 50000 Mann einschließlich der 15000 Gefangenen verloren. Die Türken am Meer. TU. Paris, 9. Sept. Der griechische Marinebericht verzeichnet einen Vorstoß der Türken gegen die Insel Chios. Er sei abgeschlagen worden, habe aber unter heftigem Kampf von morgens 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr angedauert. Auf der Nordfro##t steht der Fall der Küstenstadt Panderma bevor. Im Süden ist die Stadt Magnesia bereits im Besitz der Türken. Beute der Türken. TII. Paris, 9. Sept. Man meldet aus Adna, daß nach veröffentlichten Statistiten die Türken bis zum 2. September 700 Kanonen, 900 Lastautomovile, viele Flugzeuge, gegen 2000 Maschinengewehre und eine ungeheure Anzahl von Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenständen erbeutet hätten. Die türkischen Friedensbedingungen. TU. Rom, 9. Sept. Die Friedensbedingungen Angoras lauten nach einer Meldung des Journal d'Italia wie folgt: 1. sofortige Räumung ganz Anatoliens vom griechischen Militär und den griehischen Behörden. 2. Auslieferung des Kriegsmaterials als Pfand. 3. Verpflichtung keine Truppen nach Trazien zu entsenden. 4. Kurze Waffenstillstandsdauer. Für den Friedensvertrag ist außerdem vorgesehen die vollständige Räumung Traziens und der Dardanellen und die Rückgabe an die Türkei, die Inseln Chios, Mytilene und Kriegsentschädigungen. Es ist wahrscheinlich, daß Kemal Pascha auch die Räumung Konstantinopels von alliierten Truppen fordern wird. Aus Stadt und Land. Schwerte, 9. September. Erinnerungen. 9 Varus=Schlacht im Teutoburger Wald. 10. Sept. 1721 Friede zu Nystad, Die Ostseepcovinzen, außer Kurland, fallen an Rußland. 1898 Ermordung der Kaiserin Elisaveth von Oesterreich. Sonntagsworte. Ob man in der heutigen Zeit noch ein Ohr hat für das Wort vom Sonntag, der in seinem Evangelium die schöne Erzählung Christi vom barmherzigen Samariter uns nahebringen will? Not wäre genug da, die es zu lindern gilt. Unter die Mörder und Plünderer sind auch viele gefallen, besonders Jugendliche, denen Reinheit und Glaube geraubt ist. Solche, die helfen sollen und helfen könnten, gehen oft schnellen Schrittes vorbei und denken nur an sich. Wenige sind, die sich der unter die Mörder Gefallenen in Freundlichkeit mit Zeit und Kraft, Rat und Tat annehmen, Geld und Liebe opfern. Aber wo es geschieht, ist es beiden Teilen zum gleichen Segen. Laßt,, wo wir todeswunde, müde, zerschlagene Menschenkinder wissen, uns Helfer werden. Es lohnt sich. Gott kennt die Barmherzigen. Sie werden Barmherzigkeit erlangen. ** Dem Herbste entgegen. Der August ging zur Neige und mit ihm die volle Sommerlust. Der September freilich ist noch immer ein sehr höflicher Herr, viel sanfter und liebenswürdiger, vor allen Dingen beständiger als der hitzige, leidenschaftliche August. Viele erfahrene Leute gehen deshalb auch erst im September auf Reisen, weil das Wetter schöner und beständiger, die Luft kühler und die Hotelpreise vielleicht(?) niedriger sind. Aber der September bringt uns doch den Herbst und der Sommer ist zu Ende. Da glit es jetzt die rinnende Zett und Sommerluft noch einmal mit vollen Händen zu schöpfen und, des Genusses froh, zu schlürfen und trinken mit sorgenlosem Behagen! Weiß doch keiner, wie oft ihm der Sommer wiederkehrt! Wie lange noch, und der Tage Mühlrad hat die sommerliche Hochflut des Lebens hinabgespült in jene unbekannten Tiefen, und des Daseins Gewässer sinken und sinken, verrinnen, vertrocknen, und der Mensch mit ihnen!— Die meisten Blumen sind jetzt schon verblüht, die Vierfüßler des Waldes beginnen schon das leichte Sommerkleid abzulegen, um es später mit dem dicken, warmen Winterpelz zu vertauschen; die gefiederten kleinen Sänger in den Wipfeln folgen ihrem Beispiel und rüsten sich für die nahe bevorstehende Wiederkehr der großen Wanderfahrt nach dem Süden schon jetzt durch tägliche, mit Gewissenhaftigkeit ausgeführte Flugüpungen. An den Gestaden ferner Meere. an den Ufern heiliger Ströme, wo die Lotosblume blüht, und die breiten Sykomoren ranschen, da wissen sie ein verborgenes Plätzchen, wo sie Ruhe und friedliches Glück finden werden. Wir Menschen, die wir in der Heimat wurzeln, müssen uns mit dem Guten begnügen, das so nahe liegt. Darum nützet die Tage! Hinaus in den grünen Wald, über Berg und Tal, so lange noch Jugend und Sommer um uns wehen! ** Der Arbeitsmarkt in Westfalen. Die Lage kann im allgemeinen' als befriedigend bezeichnet werden. In einigen Bezirken wird eine Verschlechterung der Arbeitsmarktlage gemeldet, dagegen ist die Beschäftgungsmöglichkeit in anderen Bezirken noch ausreichend. Teilweise macht sich ein Kohlenmangel bemerkbar. Im Bergbau hielt die günstige Arbeitsmarktlage auch im Berichtsmonat weiter an. Der Bedarf des Steinkohlenberg= baus an ungelernten Arbeitern konnte gedeckt werden. Der Bedarf an gelernte Bergarbeiter(Hauern und Lehrhauern) besteht nach wie vor fort. In der Metallindustrie herrscht im Siegener Bezirk in allen Betriebszweigen gute Beschäftigung. Teilweise wird mit Ueberstunden gearbeitet Es besteht Mangel an Facharbeitern. Die metallverarbeitenden Betriebe leiden sehr unter Kohlenmangel. ** Preissenkung infolge des Ueberschichtenabkommens? Die vertragabschließenden Bergarbeiterverbände haben bekanntlich mit dem Zechenverbande ein Ueberarbeitsabkommen abgeschlossen, das am 1. September in Kraft getreten ist. Volkswirtschaftliche Gründe haben die Bergarbeiterverbände zu diesem Schritt gezwungen. Ist nun durch das Ueberschichtenabkommen eine Preissenkung zu erwarten? Das ist möglich. Im Jahre 1920 trat sogar durch das Verfahren von Ueberschichten ein Preissturz ein. Der Preisabbau war besonders für die Arbeiter von großer Wirkung. Die Kaufkraft des Lohnes nahm zu. Sie konnten besser Lebensmittel, Kleidung, Schuhe usw. kaufen. Ja, es war eine große Kaufunlust zu beobachten. Die billigeren Fleischwaren, Schuhe und Textilwaren wurden fast nicht mehr abgenommen. Das war wirklich eine günstige Wirkung der Ueberarbeit im Bergbau, wie sie keiner erwartet hatte. Hoffen wir, daß auch das jetzige Ueberschichtenabkommen einen Preisabbau herbeiführt. Dann würde viel Not und Elend beseitigt und der Bergarbeiterschaft und der Volksgesamtheit ein unschätzbarer Dienst erwiesen. ** Eine Frachtermäßigung für frische Kartoffeln als Stückgut ist mit Gültigkeit vom 1. September 1922 bis 15. Mai 1923 zunächst im Betrieb der deutsche Reichsbahnen eingeführt. Die Ausdehnung der Maßnahmen auf Privatbahnen erfolgt später. Die Fracht wird bei diesen SenButter von den Meiereiverbänden an die Hamburger Händler verschickt. Was wird dagegen getan? ** Die Auszahlung der Unterstützung für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene erfolgt am Dienstag, 12. September. ** Erhöhung der Schnellzugszuschläge. Auf Grund einer Anregung des Eisenbahnrates werden die Schnellzugszuschläge für die erste Klasse in Zukunft höher festgesetzt, als für die zweite Klasse. Vom 1. Dezember 1922 ab betragen die Schnellzugszuschläge für die erste Klasse in Zone 1 75 4. in Zone 2 150 c und in Zone 3 225 M. ** Evangel. Kindergottesdienst. Am Sonntag, den 17. Sept., wird nach sechswöchiger Ferienpause der Kindergottesdienst wieder seinen Anfang nehmen. Es gibt nichts Schöneres als eine Kirche voll frischer, fröhlicher Kinder, die mit ihren hellen Stimmen Gott Loblieder singen und mit erwartungsvollen Augen den Erzählungen der Helferinnen lauschen. Mancher Eindruck prägt sich da der Kinderseele ein, der das ganze Leben hindurch mitgeht und vielleicht einmal gute Früchte trägt. berührte, io d ** Holzen, 5. Sept. Der Reinertrag des Wohltätigkeitsfestes der Gemeinde Holzen beträgt über 50000 M. ** Sölde, 8. Sept. Ermittelte Diebe. Die Nützlichkeit des Polizeihundes bei Verfolgungen und Nachspüren von Dieben. In der Nacht vom 30. zum 31. August ds. Is. entwendeten Diebe dem Rittergutsbesitzer F. Schulze=Dellwig hier aus seinem Wirtschaftsgebäude zwei Treibriemen im Werte von 40000 M. Diese Freude sollte jedoch für die Diebe nicht von langer Dauer sein. In Aplerbeck wurden sie(zwei an der Zahl) am nächsten Morgen gegen 4 Uhr von einer Polizeipatrouille als verdächtig angesehen und rückten, als sie sich eben bemerkt sahen, aus. Der eine Dieb wurde von dem von den Beamten mitgeführten Polizeihunde gestellt, auch gelangten durch die folgsame Tätigkeit des Hundes die gestohlenen Treibriemen in die Hände der Beamten. Die Diebe konnten als solche festgestellt werden, die bis vor kurzem noch auf dem Gut Schulze=Dellwig als landwirtschaftliche Arbeiter beschäftigt gewesen waren. Der eine war der Arbeiter Nikolaus Piasek aus Oranienburg, der nur zirka 14 Tage lang bei Schulze=Dellwig gearbeitet hatte, der andere, der Arbeiter Clemens Krutemeier aus Annen. Dem Rittergutsbesitzer Schulze=Dellwig wurden die Treibriemen wieder zugestellt. dungen für das halbe wirkliche Gewicht nach den Sätzen der ermäßigten Stückgutklasse berechnet. ** Schwimm=Verein. Am morgigen Sonntag veranstaltet der hiesige Schwimmverein in der Vereinsbadeanstalt auf dem„Schützenhof“ ein Mitglieder= und Schüler=Schauschwimmen mit sehr interessantem Programm: Reigen, Hindernisschwimmen, Kleiderschwimmen, Springen usw. Zum Schluß wird eine Wasser=Pantomine aufgeführt. Die Veranstaltung beginnt nachm. 4 Uhr. ** Das Hochtreiben der Butterpreise. In der letzten Sitzung des Reichskanzlers mit den Vertretern der Gewerkschaften wurden von diesen u. a. auch die Auswüchse im Butterhandel aus Hamburg angeführt. Seit vielen Monaten sei zu beobachten, daß nur eine geringe Menge von Butter zur Versteigerung nach Hamburg gebracht wurde, so daß infolge der starken Nachfrage die Butterpreise ständig stiegen. Nach Festsetzung der offiziellen Preise wurde dann die weitaus größte Menge von den Provinzen. Dortmund, 8. Sept. Ein Wahrsager. Der Phrenologe Wilhelm Engels maßt sich an, jedem, der dafür bezahlt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahrzusagen. Auf die Aufforderung, vor der Strafkammer eine Probe seiner Kunst abzulegen, versteckte er sich hinter die Ausrede:„Hier ist nicht der Platz dazu. Ich bin für jeden zu sprechen... Nr... Das Gericht war der Ueberzeugung, daß Engels von der Wertlosigkeit seiner Leistungen überzeugt ist und seine Kunden betrügt. Es verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 15000 M. Lünen, 8. Sept. Autosperren am Sonntag. In der Zeit vom 1. März bis 1. November jeden Jahres ist von morgens 6 Uhr bis nachts 12 Uhr an Sonn= und Feiertagen der Autoverkehr auf der Straße Lünen—Cappenberg durch Erlaß des in Münster verboten Regierungspräsidenten worden. Balve, 8. Sept. Durch Starkstrom getötet. Der Monteur Levermann war in der Nähe des Steinbruches zu Sanssouci mit Ausbesserungsarbeiten an der Ueberlandleitung beschäftigt. Er hatte die Ausschaltung des Stromes an der nächsten Station nicht abgewartet; als er die Lei27 Kri taßt nicht von Art. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) Mister Vanderzee warf einen raschen, forschenden Seitendlick auf den Sprechenden. Sollte es möglich sein, daß dieser anscheinend so kühle und blasierte Regierungsassessor sein Herz an die schöne Cousine verloren hatte, die er ja seit ihrer frühesten Kindheit kannte und mit der er von jeher eine Art von geschwisterlichem oder doch kameradschaftlichem Verkehr gepflegt hatte? Wenn es so gewesen wäre, so würde der Senator gewiß von ganzem Herzen damit einverstanden gewesen sein, denn er schätzte diesen jungen Mann aufrichtig und sah die beste Garantie für die Vortrefflichkeit seines Charakters in der Art, wie er den Verlust der großen —„„„ 9IV r er Popnte trat der S### Erbschaft ausgenommen hatte. Abel er konnte toß dei Seltsamkeit der unerwarteten Frage einer solchen Vermutung der unerwarteten Frage einer nicht lange Raum geben. Das Aussehen des Freiherrn war gar zu wenig das eines von Eisersucht bewegten Verliebten. Es mußte in der Tat irgendeine andere Veranlassung vorliegen, die ihm eine Aufklärung über den delikaten Gegenstand seiner Erkundigung wünschenswert machte. „Ich kann allerdings nicht recht einsehen, in welchem Zusammenhang Ihre Frage mit der Ermordung meines unglücklichen Schwiegersohnes steht; aber ich will Ihnen dessenungeachtet so aufrichtig antworten, als ich es eben vermag.“ „Meine Enkelin hat mich nicht in ihr Vertrauen gezogen; aber meine Tochter ist auf gewisse Vermutungen gekommen, aus denen sie mir kein Geheimnis gemacht hat. Sie sagt, daß in der letzten Zeit eine auffallende Veränderung mit dem Mädchen vorgegangen ist, und daß sich diese Veränderung nur Teil mit der Wirkung erklären läßt, die das eir mit der Wirtung Millren laßt, on dar plötzliche Erscheinen des unerfreulichen Stiefbruders auf Ediths Gemüt ausgeübt hat.“...... „Würde es nicht allzu indiskrer sein, zu fragen—“ „Wer der Mann ist, den meine Tochter im Verdacht hatte, die Ursache jener Veränderung zu sein?" ergänzte der Senator die nur halb ausgesprochene Frage.„Nun, ich offen, mein lieber Baron, daß ich vor keinem ande Menschen die Person meiner Enkelin mit der irgendeines Mannes in solchen Zusammenhang bringen würde. Aber ich sagte bereits, daß ich zu Ihrer Ehrenhaftigkeit ebenso unbegrenztes Vertrauen habe wie zu Ihrer Verschwiegenheit. Und so will ich Ihnen sagen, daß es der junge Schriftsteller Doktor Rudolf Odemar ist, den meine Tochter in dem Verdacht hatte, einen tieferen Eindruck auf Edith gemacht zu haben. Mein armer Schwiegersohn hatte ein gewisses Wohlgefallen an dem Herrn gefunden und ihn wiederholt zu Gast geladen. Die beiden jungen Leute sollen des öfteren miteinander gerudert, gefischt und Tennis gespielt haben. Aber wenn es sich etwa darum handeln soll, diesen jungen Mann des an dem Grafen verübten Verbrechens zu verdächtigen, so möchte ich von vornherein auf das entschiedenste der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß Sie sich abermals auf einem ganz falschen Wege befinden. Der Doktor hat heute bereits einen sehr angesehenen Namen und ist, wie man mir versichert hat, auf dem besten Wege, sich einen Weltruhm zu erobern. Außerdem war ihm mein Schwiegersohn sehr wohlgesinnt, während der junge Graf, wie man mir gesagt hat, einen tiefen Haß gegen ihn empfindet. Es würde also einfach die Handlungsweise eines Wahnwitzigen gewesen sein, wenn der Doktor seine Hand hätte gegen den Vater Ediths erheben wollen.“ „Ich habe nichts Bestimmtes gegen den Doktor Odemar, entgegnete der Freiherr in seiner gelassenen und zielsicheren Art,„aber alles, was Sie mir da soeben sagten, befestigt mich noch mehr in meiner schon vorher gehegten Vermutung, daß dieser Schriftsteller auf die eine oder die andere Weise in die Mordaffäre verwickelt ist, und zwar durch eine Kette von Umständen, über die ich mich vorläufig einfach deshalb nicht näher erklären kann, weil ich einstweilen selbst noch beinahe ganz im Dunkeln tappe. Ich hoffe, Sie werden mich nicht um Einzelheiten bedrängen, ehe ich nicht mit meinen Ermittlungen etwas weiler gekommen bin.“ „Erzählen Sie mir das, sobald Sie selbst den rechten Zeitpunkt dazu für gekommen halten. Und zählen Sie auf meinen Beistand, wann immer Sie desselben zu bedürfen Sie mir sagen wollten, was Sie von diesem Major Brandenfels halten. 80 „Der alte Herr hat ein recht gewinnendes Wesen, und seine offene Entrüstung über das Verhalten und das Auftreten seines Neffen spricht sehr zu seinen Gunsten. Dennoch — nun, Sie werden vielleicht erraten, was ich mit diesem „dennoch“ sagen will.“„„ 5 „Sie wollen damit sagen, daß Ihr Vertrauen in den Major nicht ganz felsenfest gegründet ist— nicht wahr?“ „Jawohl! Zuweilen kommt mir doch ein leiser Zweifel an seiner Aufrichtigkeit. Und dann ist da noch ein ganz spezieller Umstand, über den ich nicht recht hinwegkommen kann.“44 0 gämsich „Ich bin neugierig, ob es nicht vielleicht der nüntliche Umstand ist, der auch mir zu denken gegeben hat.“ „Ich habe mir bis jetzt vergebens den Kopf darüber zerbrochen, wie er dazu kam, gestern abend so sehr darauf bedacht zu sein, daß jemand hinginge, um den Grafen zu seinen Gästen zurückzurusen. Er hatte doch eigentlich nicht die mindeste Veranlassung, sich darum zu kümmern.“ Der Freiherr nickte zustimmend. „Und das war noch nicht einmal alles,“ sagte er.„Als der Major gestern abend hier auf der Terrasse zu uns herantrat, um sich nach dem Hausherrn zu erkundigen, fiel es mir sofort auf, wie sonderbar sich sein Aussehen verändert hatte. Sein Gesicht war schlohweiß, und er machte den Eindruck eines Menschen, der in Gefahr ist, zusammenzubrechen und sich nur noch mit großer Willensanstrengung aufrecht erhält. Selbst seine Stimme klang anders als vorher.“ „Ich gestehe, daß ich das nicht bemerkt habe,“ erklärte der Senator nachdenklich.„Aber wenn ich Sie recht verstehe, hegen Sie nach alledem die Vermutung, daß der Major in jenem Augenblick bereits wußte, was sich zugetragen—, daß er in dem Arbeitszimmer meines Schwiegersohnes gewesen war, und daß er uns aufsuchte, weil er wünschte, daß ein anderer als er selbst für den Entdecker des schaurigen Verbrechens gelte?“ glauben. Sehr verbunden aber würde ich Ihnen sein, wenn ung ## Strom an ötet. Außer de nur einen kleine zußknöchels, S# selben Stelle ein Soest, 8. Sept uenstoß. Be stönnen fahre eines Lastkraftn zuttiengesellschaft Unhänger besch as Lünen wur sleinbahnzug n zenster zertrün lmen mit dem Herne, 8. S ein trauriges Z der in Kirchen ter Nacht vom er Baptistenkit schlagen, sind in #en eine Dam mnahmen aus e antoffeln und service. Die B Nark. Die Tä den, denn am Pfund Aep Diebstahl aus Halle i. W. vor der Badeg inderhalbjähri iin einen Klärt urflücken beschäf Gütersloh, boltkamp bei in die Besitzur den Kolons N teren mit Tot der Täter kon taftet werde eute entkom Rheine, 8. wollte ein sangene, die vi varen, festnet gegriffen wur einer Schuß. genen wurde genwehr festn Sprockhöve Am Steinbri fuhren Spitzt luden diesen nassen und leiter des St um Auftrage gestohlenen Mark. Duisburg stungen. Nenge von Von dem M pielte, war, stonnte, offer shäfte gepla streuen woll pfangen. D Schußwaffe * Jahre al Barmen, schichte. Nite sich ein svon einem mit Hilfee sird entführ mens sei es übersitzender sich liegenh er lautlos dem Auto etwas von i Die Frau, glaubwürdi führer als graumelier Schnurrbar Fenster mit erünem Pl Köln, 8 all ereig Uhr auf### gerbeiter mi anals be und d sand beste jähriger von der Fe ein andere Marbut Stadt Ma nung aufe und neun lich geschlo #er Gesur * besundhei chlossen. ernhale Wen 1n0) #ratsamts #älle spir (Fortsetzung folgt.) n an die Hamwird dagegen nterstützung für aterbliebene er1 szuschläge. Auf nbahnrates werdie erste Klasse s für die zweite ab betragen die Klasse in Zone n Zone 3 225+l. st. Am Sonntag, wöchiger Feriender seinen Anfang es als eine Kirche e mit ihren hellen und mit erwarungen der Helferuck prägt sich da ze Leben hindurch ute Früchte trägt. leinertrag des de Holzen beträgt ttelte Diebe. ndes bei VerfolDieben. In der s. Is. entwendeten 5. Schulze=Dellwig bäude zwei TreibA. Diese Freude von langer Dauer (zwei an der Zahl) Ihr von einer Polijesehen und rückten, n, aus. Der eine n Beamten mitgeuch gelangten durch des die gestohlenen er Beamten. Die gestellt werden, die hut Schulze=Dellwig er beschäftigt geweArbeiter Nikolaus nur zirka 14 Tage arbeitet hatte, der is Krutemeier aus zer Schulze=Dellwig r zugestellt. d a berührte, wurde er von dem 10.000 Voll star=, Strom an den Händen verbrannt und sofort vinzen. Major Brandenes Wesen, und und das Aufinsten. Dennoch lich mit diesem rtrauen in den nicht wahr?“ in leiser Zweifel noch ein ganz hinwegkommen cht der nämliche hat.“ en Kopf darüber so sehr darauf den Grafen zu eigentlich nicht mmern." sagte er.„Als se zu uns herandigen, fiel es mir verändert hatte. ste den Eindruck enzubrechen und g aufrecht erhält. er.“ t habe,“ erklärte sie recht verstehe, iß der Major in getragen— daß ersohnes gewesen ünschte, daß ein s schaurigen VerWahrsager. Der maßt sich an, jedem, heit, Gegenwart und ie Aufforderung, vor seiner Kunst abzudie Ausrede:„Hier din für jeden zu spresicht war der UeberWertlosigkeit seiner eine Kunden betrügt. iner Geldstrafe von erren am Sonnärz bis 1. November 6 Uhr bis nachts 12 n der Autoverkehr auf berg durch Erlaß des Münster verboten Starkstrom geermann war in der inssouci mit Ausbesseandleitung beschäftigt. es Stromes an der artet; als er die Leigtötet. Außer den Brandwunden zeigte die Leiche #r einen kleinen blauen Flecken oberhalb des zußknöhels, Strumpf und Hose wiesen an der helben Stelle ein kleines Loch auf. Soest, 8. Sept. Folgenschwerer Zusam nenstoß. Bei Lütgenampen streifte der nach lestönnen fahrende Personenzug den Anhänger #ines Lastkraftwagens der Harpener BergbauI#tiengesellschaft. Der zwischen Lastwagen und znhänger beschäftigte Beifahrer Wilhelm Gröne Lünen wurde auf der Stelle getötet. An dem leinbahnzug wurden Trittbretter abgerissen und enster zertrümmert. Die Fahrgäste des Zuges tmen mit dem Schrecken davon. Herne, 8. Sept. Kirchenräuber. Es ist in trauriges Zeichen unserer Zeit, daß immer wieei in Kirchen eingebrochen wird. Jetzt haben in der Nacht vom 1. zum 2. Sept. Diebe die Fenster er Baptistenkirche in der Manteuffelstraße eingechlagen, sind ins Innere eingedrungen und rauben eine Damast= und eine Spitzendecke, entInahmen aus einem erbrochenen Schrank 5 Paar Pantoffeln und 2 silberne Teller vom Abendmahlservice. Die Beute hat einen Wert von 6=—7000 ark. Die Täter sind anscheinend überrascht wor#en, denn am Tatorte fand man einen Dolch und Pfund Aepfel; letztere stammten von einem diebstahl aus dem Hause Bahnhofstraße 123. Halle i. W., 8. Sept. Kind ertrunken. vor der Badeanstalt in Steinhausen stürzte das inderhalbjährige Kind des Händlers Johanning In einen Klärteich, als die Mutter mit Bohnen#rflücken beschäftigt war. Das Kind ertrank. Gütersloh, 8. Sept. Raubüberfall. Im holtkamp bei Isselhorst drangen nachts drei Kerle In die Besitzung des als Junggeselle alleinhausenden Kolons Niederastroth ein, bedrohten den letzieren mit Totstechen und raubten 4000 M. Einer der Täter konnte auf dem hiesigen Bahnhofe verstaftet werden. Seine Kumpane sind mit der eute entkommen. Rheine, 8. Sept. In der Notwehr. Hier vollte ein Polizeiwachtmeister zwei StrafgeBangene, die von einem Arbeitskommando entwichen varen, festnehmen. Als er in einem Gehölz angeegriffen wurde, machte er in der Notwehr von einer Schußwaffe Gebrauch. Einer der GefanEenen wurde getötet. Der andere ließ sich ohne Geenwehr festnehmen. Sprockhövel, 8. Sept. Ein dreistes Stück. Am Steinbruch der Firma Wilh. Pickardt u. Co. Fuhren Spitzbuben mit einem Lastwagen vor, beAuden diesen hoch mit den dort lagernden Schrottmassen und fuhren unbehelligt davon, da die Arheiter des Steinbruches annahmen, daß die Leute in Auftrage der Firma handelten. Der Wert der #eestohlenen Schrottmassen beläuft sich auf 50 000 Mark. Duisburg, 8. Sept. Blutige Ausschreiungen. In Duisburg=Laar veranstaltete eine Nenge von etwa 5000 Personen Aufruhrszenen. Von dem Mob, der dabei natürlich eine Rolle pielte, war, wie man aus Aeußerungen entnehmen Konnte, offenbar eine Plünderung der Kleidergehäfte geplant. Als die Polizei die Menge zeriteuen wollte, wurde sie mit Steinwürfen emAfangen. Die Beamten waren genötigt, von ihrer Aschußwaffe Gebrauch zu machen. Dabei wurde der # Jahre alte Schlosser Hans Sauren erschossen. Barmen, 8. Sept. Eine dunkle GeAschichte. Bei der hiesigen Polizeibehörde mesAete sich eine Frau, die angab, in Köln=Mülheim ##on einem unbekannten Manne angesprochen und Anit Hilfe eines Chauffeurs in ein Auto geworfen Burd entführt worden zu sein. In der Nähe BarAnens sei es ihr gelungen, dem im Auto ihr gegennübersitzenden Manne ein Dolchmesser, daß er neben Asich liegen hatte, in den Unterleib zu stoßen, so daß der lautlos zusammengebrochen sei, und sich aus #dem Auto zu entfernen, ohne daß der Chauffeur Netwas von ihrer Tat und ihrer Flucht bemerkt habe. Die Frau, die, wie die Polizei hervorhebt, einen Mlaubwürdigen Eindruck macht, schildert den Entbführer als einen Mann von 40—45 Jahren mit ##raumelierten Kopfhaar und gleichen Spitz= und Schnurrbart. Das Auto war grün lackiert, die Wenster mit gelben Gardinen und das Innere mit gerünem Plüsch ausgeschlagen. Köln, 8 Sept. Ein schwerer Unglücks Vall ereignete sich gestern vormittag gegen ½10 Uhr auf der Ingelheimer Allee. Dort sind ErdVorbeiter mit der Ausschachtung eines 8 Mtr. tiefen Manals beschäftigt. Plötzlich gab die Verschalung Nuach und die zum größten Teil aus Steinen und and bestehende Erdmasse rutschte zusammen. Ein Ajähriger Arbeiter wurde verschüttet und konnte Vvon der Feuerwehr nur als Leiche geborgen werden. ein anderer sam mit schweren Verletzungen davon. Marburg, 8. Sept. Genickstarre. In der ##tadt Marburg sind 21 Fälle spinaler Kinderlähenung aufgetreten von denen fünf tödlich verlaufen Aind neun geheilt sind. Die Schulen mußten säm: geschlossen werden. Bis zur weiteren Klärung ###er Gesundheitslage bleiben auf Verlangen de: besundheitskommission die Schulen weiter geIchlossen. Auch die städtischen Spielplätze und eurnhallen sind der allgemeinen Benutzung ent legen worden. Nach einer Meldung des Land lictsamts sind im Kreise Marburg insgesamt 27 spinaler Kinderlähmung vorgekommen. Lehir Brühineidungen. Die Erfüllungspolitik Wirths ist tot TU. Lonvon, 9. Sept. Der Berliner Korrespondent des Manchester Guardian telegraphiert seinem Blatt: Der zwischen Stinnes und de Lubersac abgeschlossene Vertrag ist von größter politischer Bedeutung. Die Erfüllungspolitik des Dr. Wirth ist nun tot und die Initiative für eine deutsch=französische Verständigung ist in andere Hände übergegangen. Dr. Wirths Regierung ist nur noch eine Diktion. Es sei mit der Möglichkeit zu rechnen, daß dieser Vertrag die Bedingungen für eine allgemeine wirtschaftliche Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich darstelle. Das offizielle Frankreich gewöhne sich immer mehr an den Ge banken, daß auf diesem Wege eine Entspannung zwischen beiden Ländern herbeigeführt werden kann, die in gleicher Weise für Deutschland, wie für Frankreich Vorteile habe. Der Zusammentritt des Staatsgerichtshofes. Leipzig, 9. Sept. Der Staatsgerichtshof tritt am 19. September zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die ersten Verhandlungen finden gegen den Museumsdiener Franz aus Potsdam, den Fleischermeister Robert Preuschdorff(Stendal und den Schriftleiter Paul Kort(Bremen) statt. die angeklagt sind, die Reichsflagge beschimpft zu haben. Der Termin für den Rathenauprozeß ist noch nicht angesetzt. Die Verhandlungen dürften jedoch nicht vor Ende September oder Anfang Oktober stattfinden. Die große Oberschlesienfälschung. Berlin, 9. Sept. Vor einigen Tagen machte Generalmajor von Wrisberg in der„Kreuzztg.“ die Mitteilung, daß das Schissal Oberschlesiens bei der Vorbereitung des Versailler Friedensvertrages durch eine von östereichischen Nationalpolen gefälschte Kate entschieden wurde. Kammergerichtsrat Dr. Sonntag ergänzt jetzt im„Tageblatt" die Meldung dahin, daß Polen und Franzosen bei den Vorarbeiten für den Versailler Vertrag nicht nur mit dieser Karte, sondern auch mit einem gefälsch ten Geographiewerk arbeiteten, das zu Beginn 1918 ein Pole, Thaddäus Radeckinski, in Warschau als Geographie Polski herausgab, das alle drei Regierungsbezirke Oppeln, Breslau und Rybnik, sowie außerdem Posen und Westpreußen als polnisches Land behandelt. Und dann spricht man im„Völkerbund“ von einer„gerechten und äußerst befriedigenden Lösung.“ Die„Freiheit" stellt ihr Erscheinen ein. TU. Berlin, 9. Sept. Die von den sozialistischen Blättern kürzlich dementierte Nachricht von der Verschmelzung der„Freiheit“ mit dem„Vorwärts“= findet nun ihre Bestätigung. Die„Freiheit" stellt mit Ende September ihr Erscheinen ein. Wirkungslose Abwehrmaßnahmen gegen den Ausverkauf. TU. Aachen, 9. Sept. Die vor einigen Tagen vom Oberpräsidenten erlassene Verfügung zur Abwehr des durch den Marksturz verursachten Ausverkaufes der Grenzorte erweisen sich als wirtungslos, da es leider genug Deutsche gibt, die gegen Provision für Ausländer einkaufen. Der frühere Schmuggel von Holland nach Deutschland ist jetzt von einem solchen von Deutschland nach Holland abgelöst worden. Millionendiebstahl in München. TU. München, 9. Sept. In einem Hotel der Altstadt wurde gestern abend aus einem Fremdenzimmer ein Lederkoffer mit Inhalt im Werte von 3 656 300 M gestohlen. Rhein. Stablwerke Rombacher Schucker! Siegen=Solingen Ver. Di. Nickelwerke Westf. Draht-Ind. Westf. Eisen, Langendreer 1950 1000 1020 455 1710 700 625 A in tntin Handel und Börse Mnnre Berliner Börsenkurse 8. September 1922 mitgeleill vom Barmer Bank=Verein, Schwerke 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 222 Deutsche Bank 590 Diskonto 428 Dresdner Bank 347 Auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: für am 7 9. am 8. 9. 100 belgische Franken. 9588,— 10611,70 100 dänische Kronen.. 27066,10 30661,60 1 englisches Pfund 5617,95 6411,95 100 französische Franken 10162,20 11186,— 100 holländische Gulden 48938,70 55930,— 100 italienische Lire.... 5617,95 6292,10 100 polnische Mark.... 17,50— 100 schwedische Kronen: 33957,50 38052,30 100 schweizerische Franken 24569,20 27 389 75 100 tschechische Kronen. 4344,55 4005,13 Ein Dollar....... 1298,.37 1423.31 Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Was wir verloren haben—. Wir hatten einst ein schönes Vaterland. doch nun ist es Nacht geworden rings um uns her, tiefschwarze Nacht. Gewitterschwer hängen die Wolken über uns und drohen uns zu erdrükken. Aber trotz und alledem den Glauben an die Zukunft dürfen wir nicht verlieren. Sei unverzagt, bald der Morgen tagt und ein neuer Frühlingt folgt dem Winter nach. Auch bei uns wird es zur Wahrheit werden: Durch Nacht zum Lich!! Darum müssen wir alles tun, um in immer größeren Kreisen unseres lieven, deutschen Vol tes diesen Gedanken zu erwecken, und möge auch das folgende zu einem bescheidenen Teil dazu beitragen.— Beim Ordnen einer Liedersammlung stieß ich auf einen alten Text des bekannten Liedes:„O Straßburg", der vor 1870 viel gesungen wurde und auch in den damals gebräuchlichen Schulliederbüchern zu finden war, jetzt aber anscheinend vergessen ist. Er lautet: O Straßburg, o Straßburg, du wunderschöne Stadt, Die frech von Deutschlands Herzen der Feind gerissen hat. O Straßburg, o Straßburg, so reich an Meistersang, In dir soll nicht verstummen der Deutschen Rede Klang. O Straßburg, o Straßburg, Deutsch bleibt dein Münster doch Und seine Glocken reden in deutscher Sprache noch. Dieser leider wieder so zeitgemäße Text, der gerade in der heutigen Zeit der tiefsten Schmach und Erniederigung unseres geliebten Vaterlandes weite Verbreitung finden dürfte, muß zum Volkslied werden. Anstelle der bisher gesungenen Worte soll es auf allen Veranstaltungen, auf den Straßen usw. erklingen, um sich so zum Allgemeingut des deutschen Volkes emporzuringen,, damit es immer wieder weiten Kreisen, ob rechts oder links, zum Bewußtsein komme, was wir am alten, deutschen Straßburg verloren haben. Wir predigen damit keinen Haß, sondern wollen uns nur erinnern lassen, daß es altes, deutsches Land ist, welches wir entbehren müssen. So möchte ich ench verehrte Leserinnen und Leser und dich, Du deutsche Jugend bitten, an dieser Verbreitung tätigen Anteil zu nehmen und für das weitmöglichste Bekanntmachen in unserem Volke bestens Sorge tragen zu wollen. Der Deutschen Dank ist Euch gewiß. Wir können auch hierdurch den Glauben an eine neue bessere Zukunft freie Bahn schaffen, und Wegbereiter des Gedankens sein, den Paul Warneke in die Worte kleidet: Denn heilig ist die Scholle, darauf jahrtausendlang Die süße, wohllautvolle, die deutsche Sprache klang.— Ins Herz sollst Du Dir graben dies Wort als wie in Stein: Was wir verloren haben, darf nicht verloren ein. S. D. Evangel. Stadtmission, Kuhstraße 7, Sonntag nachm 4 Uhr: Bibelstunde; abends 8 Uhr: Gemeinschaftsstunde.— Mittwoch abends 8,30 Uhr: Gebetsstunde.— Donnerstag abends 8 Uhr: Gemischter Chor. Stadtthoater Dortmund. Samstag, 9. September, 7—10¾ Uhr: Peer Gynt. Dramatisches Gedicht von Henrik Ibsen. Musik von Edvard Grieg. Sonntag, 10. Sept., 7 10½ Uhr: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Dienstag, 12. Sept., 7½—10 Uhr: Don Pasquale. Komische Oper in 3 Akten von Donizetti. Mittwoch, 13. Sept., 7—10½ Uhr: König Lear. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shatespeare. Donnerstag, 14. Septmber, 7—10½ Uhr: Die Fledermaus. Operette in 3 Aufzügen von Johann Strauß. Freitag, 15. Sep., 7½—10¼ Uhr: Rose Bernd. Schauspiel in 5 Aufzügen von Gerhart Hauptmann. Sonnabend, 16. Sept., 7½—10½ Uhr: Der Waffenschmied. Komische Oper mit Ballett in 3 Aufzügen von Albert Lortzing. Wetteraussichten für einige Tage im voraus. 10. Sept.: Wolten, strichweis Regen, ziemlich warm. 11. Sept.: Wolken, teils bedeckt, Regenfälle, normal temperiert. 12. Sept.: teils Wolken, teils Sonne, angenehm. 13. Sept.: wenig verändert. 14. Sept.: Sonne, Tags ziemlich warm. 15. Sept.: wenig verändert. 16. Sept.: kaum verändert. „Das Geheimnis, jung zu bleiben!“ Welche Dame hätte nicht den Wunsch, dieses Geheimnis zu enthüllen, um sich dadurch Jugend und Schönheit zu erhalten? Dieses Geheimnis ist jetzt enthüllt und jedem zugänglich. Lassen Sie sich vom„Marylan=Vertrieb", Berlin 860,#####edrich= straße 16, das Büchlein,„Das Geheimnis, jung zu bleiben", kommen. Die Zusendung erfolgt kostenlos und franko zusammen mit einer Probe der köstlichen„Marylan=Creme". Nachtrag zur Hundesteuer=Ordnung im Bezirk der Stadt Schwerte. Auf Grund des Beschlusses der Stadtverordneten=Versammlung vom 24. August 1922 wird in Gemäßheit der§§ 16, 18 und 82 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 in der Fassung des Gesetzes vom 26. August 1921(G. S. S. 495/504) zu der HundesteuerOrdnung der Stadt Schwerte vom 10. Februar 1922 folgender Nachtrag erlassen: Die§§ 1 und 5 werden aufgehoben. An ihre Stelle tritt folgende Fassung: § 1. Wer einen nicht mehr an der Mutter saugenden Hund hält, hat für denselben jährlich eine Steuer von 250 Mk. zu entrichten. Die Zahlung erfolgt in zwei Halbjahrsraten und zwar innerhalb der ersten 14 Tage des Halbjahrs an die Stadtkasse zu Schwerte. Das erste Halhjahr umfaßt den Zeitraum vom 1. April bis 30. September. Es ist dem Steuerpflichtigen gestattet, die Steuer für das ganze Jahr in einer Summe im Voraus zu entrichten. Hält jemand mehrere Hunde. so hat er für den zweiten 250 Mk. für den dritten 400 Mk. und für jeden weiteren Hund 200 Mk. mehr an Steuer fürs Jahr zu entrichten. § 5. Züchter, die sich verpflichten, ihren Zwinger sowie ihre Zuchttiere und die von ihnen gezüchleten Hunde in ein vom Kartell der stammbuchführenden Specialklubs oder von der Delegierten=Kommission anerkanntes Zuchtvder Stammbuch eintragen zu lassen, unterliegen einer Zwingersteuer von 800 Mk., an Stelle der Steuer für jeden Hund. Hamd.=Amer.=Pat. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk Bochumer Guß... Bösperde Walzwerk Daimler Motoren Deutsche Kaliwerke Deutsch=Luxemburg Dynamit 630 750 1150 2180 925 489 2020 2125 930 Elbers. Fardw. 1106 Essener Steinkohlen 2100 Gelsenkirch. Bergw 2275 Gasmol. Deutz— Harpener Bergw. 4975 Hoesch.... 2395 Humboldt Aasch... 660 Mannesmann 1650 Oberschles. Eisenb.=Bed. 1046 Orenstein& Koppel.......... 1530 Phönix Bergbau......... 2800 Reisholz Pap. 940 Gottesdienste am Sonntag, 10. September Große Kirche. 9,30 Uhr: Pastor Ohlig. Kleine Kirche. 8 Uhr: Pastor Ohlig. 10 Uhr: Pastor Florin. Evangel. Krankenhauss. 9 Uhr: Pastor Florin. Westhofen. 9,80 Uhr: Pastor Klinker. Kath Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, Pfr Schnurbus. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt(Monatskommunion der Jünglinge, der schulpflichtigen Kommunikanten=Knaben und des kaufm Vereins). 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Kaplan Winter. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Kaplan Winter. 2½ Uhr: Rosenkranzbruderschaft mit Prozession und Kollekte..6. Westhofen. 8 Uhr: Stille hr. Wesse mi Predigt, Kaplan Schleep. Holzen. 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt, Kaplan Schlep.„ Lichtendork. 7 Uhr: Frühmesse mir Predig.. 10 Uhr: Hochamt mir Predigt 2,30 Uhr, Andacht mit Gegen. Dieser Nachtrag tritt am Tage nach seiner Bekanntmachung in Kraft. Schwerte, den 24. Aug. 1922. 3779 Der Magistrat. (L. S) gez. Rohrmann. gez. Melchheier. Genehmigt. Arnsberg, den 3. September 1922. Namens des Bezirksausschusses, Abl. I. Der Vorsitzende. (L. S.) J. V.: gez. Schmaucks. B. A.1C. II 281/22 1 „Der Nachtrag zur Hundestener=Ordnung wird hiermit veröffentlicht. Schwerte, den 8 September 1922. Der Magistrat. Gt Die Verlobung meiner einzigen Tochter Marla mit dem Herrn Karl Adler 2u Hennen, Haus Ohl, beehre ich mich ergebenst anzuzeigen. Frau Witwe Müller Sofie geb. Lork. Menglinghausen bei Barop, 10. September 1922. den Maria Müller Karl Adler Verlobte Menglinghausen b. Barop Hennen den 10. September 1922. 422 2 möbl. an ein oder zwei nur bessere Herren zu verm. Zu erir in der Geschst der Schwerter Zeitung. Besseres jg. Mädchen mit guter Handschrift als zum I.Oklober gesucht. Röler-Rpotheke. Uhe dein Ggerosener! Spiegeleier mit Spinat Oder auch mit Jeldsalat* Kann man immer wieder essen! — Ratsam ist, nicht zu vergessen. Daß zugleich des Rerdes Glat * Bei der Wäsche“) Nutzen tut. *) Persil, das selbsttätige WDaschmittel, reinigt, bleicht und desinfiziert die Wäsche in einmaligem kurzen Rochen und bringt durch Mitbenutzung des täglichen Jerdfeuers für die WDäsche größte Kohlenersparnis. 2 Statt Karten Berta Steinschulte Fritz Schulte-Sütering Verlobte Schwerte Sölde September 1922 Höchstpreise für Brot und Mehl Auf Grund des§ 35 Abs a des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 vom 4 Juli 1922(R G Bl S. 537) und der Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Arnsberg vom 6. August 1922 l 15 Nr 2743 wird unter Aushebung der Anordnung des Kreisausschusses des Landkreises Hörde vom 17. August 1922 betreffend Höchstpreise für Brot und Mehl folgendes bestimmt: I. a) Graubrot: mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pfd 56,50 M mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pid 28,30„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pd.) 9,50„ im Anschnitt für 250 Gramm(½ Psd.) 4,80„ g) Kasselerbrot oder Stuten: mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pd. 56,70 M mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pfd. 28,40„ im Anschnitt für 50 Gramm(1 Pfd.) 9,50„ im Anschnitt für 250 Gramm(½ Psd.) 4,80„ c) Schwarzbrot: mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pfd. 54,60 M mit einem Verkaufsgewicht von 3 Psd. 27,30„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pid.) 9,50„ im Anschnitt für 250 Gramm(½ Pfd) 4,80„ d) Zwieback: für 400 Gramm 24,— M. für 200 Gramm 12.—„ e) Weizenmehl: für 500 Gramm(1 Pfund) 9.— M II. Vorstehende Preise sind Höchstpreise im Sinne des Gesetzes über Höchstpreise. Diese Höchstpreise treten am 9. September 1922 in Kraft Hörde, den 7 September 1922. 3769 Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. Bekanntmachung. Die Eisenbahnunterführung zwischen Bahnhofsplatz und Holzenerweg wird von heute ab für den öfsentlichen Verkehr wieder freigegeben. Schwerte, den 9. September 1922. Die Polizeiverwaltung Bekanntmachung. Wir bringen viermit zur Renninis unserer aus den Niederspannungsnetzen versorgten Kleinadnehmer, daß der Brennstossoreis wieder eine Erböhung erfahren hal und ab 1. Septemder 1922 55678.— Mark für 10 t frei Kraftwerke beltägt. Nach der in dem„Niederspannungslatis Mai 1922“ abgedruckten Teuerungskiausel stellen sich somit die Teuerungszuschläge und die Gesamtstcompreie in den einzelnen Verdraucsstufen ab 1. Sepiember wie folgt: Lichtspiele„Zumallen Ralhaus“ Alttttlllllllllllll Nur 2 Tage! Nur 2 Tage! Samstag und Sonntag! Der Eisenbahnkönig 1. Teil: Mensch und Mammon Drama in 6 interessanten Akten Attltllllltillutllll. Santa Maria Abenteuer=Drama in 5 Aklen mit Michael Bohnen in der Hauptrolle Alllllltltlttl. Lustspiel Weinreisende gesucht! gelingen immer Man versuche: Rodonkuchen. Zutaten: 500 g Mehl, 1 Päckchen von Dr. Oetker’s Backpulver„Backin“, 200 g Butter oder Margarmne, 200 g Zucker, ¼ Liter Milch, 2 Eier, daß Weiße zu Schnee geschlagen. 100 g Rosinen oder gehackte Beigen, ein halbes Päckchen von Dr. Oetker’s Vanillin-Zucker, Salz nach Geschmack. Zubereitung: Die Butter rühre schaumig, gib Zucker, Vanillin-Zucker, Eigelb, Mehl, dieses mit dem Backin gemischt, Milch hinzu und zuletzt die Rosinen, Salz und den Eierschnee. Fülle die Masse in die gefettete Form und backe den Kuchen 1 bis 1½ Stunden. Renagt Nir. 8. Zentrumspartei Schwer Versammlung am Montag, d. 11. d Mig abends 8 Uhr im Kasinosaal bei Spech Tagesordnung: 1. Abrechnung über Beitragszahlung Bericht über den Kreit 900 f K 3. Vortrag über o## Reichsmietengesetz. Verschiedenes. Die Bezirksleiter un Vertrauensleute werde zu dieser Versammlun# vollzählig erwartet. Der Vorstan Bekanntmachung. Die Kalkulationskommission des Reg.= Bez. Arnsberg hal am Monlag, d. 1 1. d. Mts.,I Maschinenschlosser, 20 Johre.(Auslandsdeulscher) folgende Preise für markenfreie Waren und NSauhmaschinen besens ersahen und seibt., sucht festgesetzt:(wirtschall. Verhälln. halbee Stellung Si4e Dagen i. Wests., den 7. Septemder 1922. Kommunales Elektrizitätswerk Mark Aktien-Ges. Brötchen 1 Etck. 4.00 Mk. Graubrot o. Stuten 3 Pfd. 99,00 Mk. „ 6 pfd. 190,00 M.-— Schwarzbrot 6 Pfd. 162,00 Mk. Iwieback 1 Pfd. 80,00 Mk. Freie Bäcker- und Konditoreninnung Schwerte und Umgegend. K Bekanntmachung Die Bergmannssiedlung G. m. b. H. Hörde hat die Genehmigung zur Ansiedlung auf dem außerhalb der im Zusammenhang gebauten Ortschaft in der politischen Gemeinde Wellinghofen belegenen Grundstück Flur 3. Parzelle 989/1 der Katastergemeinde Hacheney zur Errichtung von 8 Wohnhäusern mit 8 Wohnungen beantragt. Gemäß§ 16 des Gesetzes vom 25. August 1876 und 10 August 1904 bringe ich diesen Antrag mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß dagegen von den Eigentümern, Nutzungs= und Gebrauchsberechtigten und Pächlern der benachbarten Grundstücke innerhalb einer Ausschlußfrist von 11 Tagen bei dem von dem Verbandsausschuß des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk Beaustragten Einspruch erhoben werden kann. Wellinghofen, den 6. September 1922 Der 2. Gemeinde=Vorsteher=Stellverkreier: Ortmann. d:e: o: n ∆ 40 Turn- und Ballspielberg Schwerte. M. d. 9.T. Heute Abend 8.30 U Monatsbersammlung Vereinslokal Klemy Festausschußfitzung ein halbe Stunde vorhe Der Vorstand. Achtung! Sonnta GroßeKarussellbelustign Heriotog-Dalast 3Es ladet freundlichst e Sarictrt gu.): gider Besitzer und Frau W Köster, Moltkestraße. in Deutschland War bisher Monteur erner Fabrik Gesäll. Angeb. m. Gehaltsang unl. I. B. 100 an die Geschäfisstelle der Zeitung erbeten. Dortmund Brückstraße 39/41 e Landm=] Telefon 3047 u. 4900; n 100); Lttclen. u. 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Die Bezirksleiter um Vertrauensleute werde zu dieser Versammlun vollzählig erwartet. Der Vorstang urn- und Ballspielberg Schwerte. M. d. 9.T. eute Abend 8.30 U Monatsbersammlung Vereinslokal Klemy estausschußfitzung ei albe Stunde vorhe Der Vorstand. FSODEUTOSEE SR 9 L 923 S.5 5%% Jnd i. BSEDEDS" 55 G S a. 28 S S35S SAMENE SöER9. chtung! Sonnta roße Karussellbelustigu s ladet freundlichste r Besitzer und Frau W öster, Moltkestraße. 6 bis 7 Zentner Ned S — S88 r ung. SE°SPS #% — — 98 * 65— gSSpgE B 858S 5 SS PPrSg #gen pnn * UT 2 E G.E O•E zu verkaufen. Wo, sa die Geschst. d. Ztg. Noch zu niedrigen Preisen verkaufe ich mein Mieschlager in Wölfen 3 Füchsen aller Art amerik. Opossun Skunks-Opossun Skunks und noch unzahligen and eren Fallarten. 9 Polzvertki Dorlmund nur Königswuall d ssrs Sauber geschriebene richtige Lösungen der Preisrätsel aus voriger Nummer gingen nur von Wilhelm Heimann, Hörderstraße, 39 ein. Weitere Preisaufsätze wurden auch wieder abgegeben. Der Schlußtermin hierfür ist bis zum 15. September verlängert worden. Also dranhalten, nicht zu spät kommen! Amfüches Kreisblaft für den Kreis börch die neuen Preisrätsel. 1 Treppe Kein Laden Gegenüber der Bahrpost. 2 3 4 2 Zahlen=Rätsel. Von Geryard Korner 5 6 7°8 3 9 2 8 10 Gebirgsjoch in den Alpen. 8 7 1 Fixstern. Gesichtsteil. 7 Gefäß. 5 9 6 2 7 8 6 1 6 7 3 4 7 3 Anstalten zur Vermittlung des Geldverkehrs. Wagenfette Maschinenfette Huffette Lederfette Autofette Maschinenöle Motorenöle Centrifugenöle Fahrradöle Autoöle Fußbodenöle„ Lack u. Oelfarben Carbolineum liesern Engros und Detail Chemische Werke H. Giesberg Schwerte 9 7. Hülsenfrucht. Vogel. 3 2 8 6 7 Rückstand von Verletzungen. Nagetier. 8 2 1 7 2 7 9 8 7, Blütenstand. htei üche bei und sten Hut Ztg K Ostenstraße 19. Aühung aus Eisenblech für gutsendungen vorrätig Carl Braus. 8 2 1 5 Ruhe. 814 10 8 7 1 10 7 3 Staot in Sachsen. Die erste Senkrechte und die erste Wagerechte lauten gleich. Einschieb=Rätsel. Von Oskar Giehner und Oskar Hoffmann. Mit e ist's eine Stadt am Rhein, wichen Hals und Kopf Rasch noch ein i hine.n, 5 So wird's ein kleines Rauoner ein. Besuchskarten=Rätsel. Von Heinr Fileher. Unser Blatt Bilderreiche Jugendzeitschrift für die Schwerter Kinderwelt Kinder=Heilage zur„Schwerter Zeitung 1922 Con Ochanna Weiste Bartel Altmeier Durch Umstellen der Buchstaben ist der Beruf zu finden. Lösungen aus vgriger Rummer: Bllden=Küssel: Jadeit, Ottilie, Halisaurier, Apohroph,„Aachtgiele, Gaime, Egill. Johann Peter Hedei.— Seberz-Beiuchskarten-Runter. Tar' Die Lösungen der Rätsel müssen bis Mittwoch nachmittags 4 Uhr abgegeden sein. Genaue Anschrift, Vor= und Juname und die Jusicherung durch die Eltern, daß die Lösung selbständig erfolgt ist, Schule und Klasse, Wohnung und Hausnummer aufschreiden. Wieder einmal waren fahrende Leute im Dorfe, die mit ihrer des Vormittags für denselben Abend angekündigten Vorstellung kein Glück und keine Einnahme gehabt hatten, weil es regnete. Da zogen dann die Künstler, arme abgemagerte Menschen, den nächsten Tag bettelnd von Haus zu Haus. Auch bei mir wurde schüchtern angeläutet. Zu meinem Erstaunen stand eine Negerin mit einem etwa fünf Jahre alten Knaben, die auch zu der Truppe gehörten, vor der Türe. Seit meiner frühesten Jugend interessieren mich solche fahrenden Leute, und so ließ ich mich mit der schwarzen Frau in ein Gespräch ein. Wie sie so vor mir stand in den dünnen, fadenscheinigen Kleidern, hatte sie einen Ausdruck in den großen, tiefschwarzen Augen, der nicht nur von Not und Entbehrung sprach. Was mochte es wohl sein?— Während ich mich mit ihr unterhielt, war ihr Söhnchen nach der Giebelseite meines Hauses gegangen, wo am Gartenfenster mein Papagei auf seiner Stange saß und alles, war er konnte, herunterleierte. Sein Schwatzen drang bis zu uns, und der eigentümlich gespannte Ausdruck im Antlitz der Negerin, die mehr auf den Vogel als auf mich hörte, trat immer schärfer hervor. Da ich plötzlich im Hause verlangt wurde, gab ich ihr eine Spende, für die sie geistesabwesend dankte. Nach mehr denn einer 112 zurückgekommen waren, den Beuder in Ketten; legen, in den Turm werfen. und bestellte seinen Jäger zum Kerkermeister. Man kann denken„daß dieser die Absicht seines Herrn, den Grafen Julius verschwinden zu lassen, buchstäblich erfüllte. Er quälte ihn aufs grausamste, versagte ihm Speise und Trank, und nach wenigen Tagen schon starb der arme junge Mann eines elenden Todes. Nun wurde freilich das Gerücht ausgesprengt, er sei an einer hitzigen Krankheit plötzlich verstorben, und er wurde auch prunkvoll begraben, aber nur wenige wußten, was es mit diesem Todesfall für eine Bewandtnis gehabt hatte. Unter diesen wenigen Leuten befand sich auch ein Liebtingsdiener des Verstorbenen. Der entwich zu dem Herzog von Braunschweig und überbrachte diesem die Kunde von dem schrecklichen Brudermorde. Auf Betritben des Herzogs sammelten die Bischöfe von Köln, Minden, Münster und Paderborn ein Heer. Dieses zog unter Führung des Herzogs vor Arnsberg, erstürmte die Burg, und Graf Gerhard mußte froh sein, daß er sein nacktes Leben rettete. Weiter aber wurde auch die Reichsacht über ihn verhängt, und nun mußte er als Flüchtling im Lande umherirren. Dieses unsteren Lebens endlch überdrüssig, begad er sich nach Köln, tat vor dem Erzbischof einen Fußfall und gelobte, alle feine Gäte dem Ertbistum zu übe lassen und Arnsberg wur als Lehnsmann desselben zu verwalten, trenn der Erzbischof bewirten wolie, daß die Neschsacht von ihm genommen würde. tat der Erzbischof, und so kehrte der Graf Arusberg zurück, aber nun folter##n ihr unaufhörliche Gewissensqualen. Als er nach ängerer Zeit durch einen Zufall gar !: der Gegend von Dortmund Gertrude #s Fischersfrau entdeckte und badurch die Auschuld des eimordeten Bruders ans Licht uu hatte er keine ruhige Stunde mehr; das #bd des armen Julius verfolgte ihn Tag und Sacht..4„#4 nder:. bel. Er wußte sich endlich nicht anders zu heisen, als daß er zum Erzbischof von Köln ging, um bei diesem geistlichen Herrn Rat und Trost zu finden. Der Ertbischof riet ihm, ein Kloder zu bauen und darin als Mönch sein Leben in Reue und Buze zu beschließen. Das dat Graf Gerhard. Er kehrte nach Arnsberg zurück, ließ Bauleute kommen und auf seinem Stammgute Weddinghausen das gleichnimige Kloster erhauen. Als die stattlichen Gebäude fertig waren, wurden zu deren Besiedlung Mönche vom Orden des hei igen Norbert dahin berufen. Graf Gerhard aber legte die Herrschaft nieder, ward selbst ein Mönch und ledte im Kloster Weddinghausen noch lange Jahre in aufrichtiger Reue und Buße. De kloke Bader. Dao wass es so n' Slams van en de gong met sin Bader dör en Busk. De Junge gong rörut un lait den Bader immer de Twiele in't Gesicht flaigen. „Ei!“ reip de Vader,„du Slams von en Jungen! Wat sall dat haiten? Dat söll ick minen Vader es daohen hävven!" „Ja, Ji söll't auk wat Nett's von'n Bader hat hävven!“ „En tainmol klökern es du— du Lümmel!“ F. Westsölische Growheit. De olle Witthüser an de Stiepelsche Fähre waß keinen unüeweln Mann, men blos van dulen en biettken grow, as de Westfolen jake sin. Glasseehandschen wassen för ehm keinen gangbaren Artikel. Eenes Dages hadde de Oberbörgermeester van Baukein met siene Fomillge en Utflug noh de Ruhr makt. De Dag waß wahne däit un de Könnig van Baukem kreeg Dorst ov en Gläsken Beer. Dorüm worde bie Wittbüser de Hacke unnersatt. „Guten Tag“, sagg de Oberbörgermeester. „n Dag", brummen Witthüser, de grade wier met siene Gicht te dauhn hadde. De Beikemnschen satten sick dal. Witthüser leit sienen kleinen Ollen op de Theke stohn un kam ranwatschelt.„Na“, freig he,„wo sin Git denn rümströipet?“ „Ein inpertinenter Mensch!" tuschelte de Oberrörgermestersche; men blos Witthüser nahm do keine Notiz von „Ick meine, wo Git rümstubipet sin?" holl ge sick te gange. De Sake wor nu ok dem Ober te striepig. „Sagen Sie mal“, sagg he scharp,„wissen Sie nicht, wen Sie vor sich haben?" „Nee“, antworden Witthüser,„so as ick glöiwe, seih' wi us vandage tom äisten mo!!“ „Damit Sie's denn wissen und sich danach betragen— ich bin der Oberbürgermeister von Bochum!" „Brrr. Oberbörgermester— dat is en hoogen Titel; do kann de olle Witthüser twor nich tiegen an; ower meint Git villichte, dat ick Inck dorüm fortens en Kuß gäw?“ haus in der heide. Wie lauscht, vom Abendschein umzuckt, Die strohgedeckte Hütte, Recht wie im Nest der Vogel duckt, Aus dunkler Föhren Mitte. Am Fensterloche streckt das Haupt Die weißgestirnte Sterke, Bläst in den Abendduft und schnaubt Und stößt ans Holzgewerke. Seitab ein Gärtchen, dornumhegt, Mit reinlichem Gelände, Wo matt ihr Haupt die Glocke trägt, Aufrecht die Sonnenwende. Und drinnen kniet ein stilles Kind, Das scheint den Grund zu jäten, Nun pflückt sie eine Lilie lind Und wandelt längs den Beeten. Am Horizonte Hirten, die Im Heidekraut sich strecken Und mit des Aves Melodie Träumende Lüfte wecken.“ Und von der Tenne ab und an Schallt es wie Hammerschläge, Der Hobel rauscht, es fällt der Span, Und langsam knarrt die Säge. Da hebt der Abendstern gemach Sich aus den Föhrenzweigen, Und grade ob der Hütte Dach Scheint er sich mild zu neigen. Es ist ein Bild, wie still und heiß Es alte Meister hegten, Kunstvolle Mönche, und mit Fleiß Es auf den Goldgrund legten: Der Zimmermann— die Hirten gleich Mit ihrem frommen Liede, Die Jungfrau mit dem Lilienzweig. Und rings der Gottesfriede, Des Sternes wundervoll Geleucht Aus zarten Wolkenfloren— Ist etwa hier im Stall vielleicht Christkindlein heut geboren? Annette von Droste=Hülshoff. Fritzken Uhlenkamp. De Racker van Junge hit all wat undüchtig Tügs torecht gemakt. Nir un nümmes eß oör sienen Sträiken siäcker; sogar Schautmester Büxenstrieker, de Wiesheitsmonarch, het sick all fake’ne Fopperie van Fritzken gefallen loten meiten. Un im Grunne genommen: so recht llewel niämmen kann me dem Düwelsbänner siene Sträike nich, denn et fin teene gewöhniglicken Blagensträike; et sitt allemor Fuck drächter, so as Schulten Tante seggt, oder: de Junge het Droht im Koppe, as Köster Bimmelmann meint. Vörigen Oustern hadden se in Drüggelssiepen en niggen Schaulmester gekriägen; so'n klein schmächterig Kälken van en Johr op fiefentwintig. Un met dem niggen Schaulmester waß onk ine nigge Schaulmestersche int Dorp ingetrocken. Schaulmester Siesing waß nämlick frisch gehierot un wannelte met siene frischgebackene Siesingsche„in'n Hönigmond“, so as sick Köster Bimmelmann uttedrücken plegte. Et eß also nich to verwünnern, dat Siesing owends, anp'aß int Wäirtehus te gohn, leiwer bi siene junge Siesingscbe op 'm Kanapee sat un ehr seiten Schmand um dat Mülken sträit. Dat hadde ouk Fritzken Uhlenkamp ziu spitz gekriägen un so trock he denn alle Owends met Hinz un Kloos ächter't Schaumesterhus un käit dür de Fiuster=Ruten in Siesing sienen Honigmond. Nu woll dat ei Mallör, dat op'n mol, as Siesing sienem Wiefken grave en zuckerseiten Schmat gläwen woll, Fritzken an de Wand utrutschen. Dat gaff en wahnen Spittakel; Siesing kam rut geborsten, un wann ok de Bengels sick ängst ut de Dämpe gemakt hadden, so wouß de Schaulmester doch, van wat sör ne Art de Spank gewest wor; dat Enne vam Lied waß, da. Siesing sick nigge Rollohs koffte, de Fitzken Uhlenkamp un sienen Kumpanen de schöine Utsicht in den Honigmond versperren. Van söcke Kleinigkeiten leit sick Fritzten ower nich afschrecken. Am annern Owend kroup he op den Appelboum, de ächter dem Schaulmesterhus stonn un picken in äinem weg met ine lange Fitzstake an de Ruten. Siesing kam rut, ower so wiet he ouk kieken moch— van dem Kloppgäist waß nix te seihn. Wat waß do te dauhn? Siesing molte sick en schöinet Schild met de Opschrift:„Hier darf nicht geklopft werden!" un ho dat ant Finster. Na, helpen doh dat, as sick denken lött, nich im minnesten. Fritzken Uhlenkamp sat alle Owends im Appelboum un lachede sick en Ast öwer den gestörten Honigmond. Antleßte klagede Siesing sienem Kollegen Büxenstrieker dat Mallör. Düese Unnerhollung spiellte sick taufällig unner dem Appelboum af. as Fritzken grade wier met siene Fitzstake in de Twiälen sat. „So, so,“ sagg Büxenstrieker,„hm— nach meiner Ansicht steckt kein anderer dahinter als Fritz Uhlenkamp. Der vertrackte Schlingel ist mit allen Teufeln gehetzt. Am besten wird es sein wen. Sie ihm morgen früh vor versammelter Klasse seine Sünden auf den Kopf zusagen und ihm dann einen kräftigen Denkzettel verabreichen— mit ungebrannter Asche, wissen Sie; nicht zu knappe Dosis, der Bengel hat ein dickes Fell.“.4 „Aha,“ dachte Fritzren,„düet eß jo erbaulich,“ un he schuerte sick all in Gedanken de Büxe.„ Sief: Am annern Morgen kam Siesing wahn irnsthaftig in de Klasse rin. Den Haselnuott hadde he all in de Hand. „Fritz Uhlenkamp— komm mal raus!“ Fritzken kam. „Du bist's gewesen, Lümmel, und kein andrer!" donnerde ehm Siesing an. Fritzken sagg nix. Dat waß Siesing genaug. Met Schwung kräig he sick den kleinen Sünner te packen un trock en öwert Knei, um ehm den verdeinten Knapphawer to gtämen. Ower verdutzt holl he in un leit den Haselnuott fallen. Op de Aechtersiete van Fritzken Uhlenkamp prangte en schöinet blanker met de Opschrift:„Hier darf nicht geslo##ft werden!“„ Siesing waß en Mann, de Spaß vers#m Sien Aerger stouw utäin as de Immen## Fröihjohrs=Sunnenschien un he lachede hertlick öwer den famosen Sträik. „Na ja,“ sagg he,„was geschrieben###i# geschrieben. Für diesmal sollen dir die Bregel geschenkt sein. Aber—!“ Van de Tiet an stallten de Kloppgaise: ehren nächtlicken Spauk in un Siesing konn sienen Honigmond ungestört to Enne dröimen denn Fritzken hadde dat„Aber—!“ gue:: verstohn. En Stotterbuck. Hinnerk Leilamm un Kasper Pannemäker goht öwer Land. Hi—Hi—Hi—Hinnerk Lei— Lei Leimann eß en Sto-Sto—Stotterbuck, un Kasper Pannemäker het schwake Oogen: be kann keine drei Schriedde wiet ne Porreepiere van em Kohlstrunk unnerscheiden. Hinnerk un Kasper sin ne Tietlang ehren Padd getrampelt. Do stött Leilamm sienem Frünne in de Ribben. „Pa=Pa-Panne—Pa-Pannemäler!“ „Wat wosse, Leilamm?"„ „Do—do do op'm—op'm We—We Wege liggt en liggt en—op'm Wege liggt en 9o.— Hoo—Hoopen Drie-Drie——. Kie—Kiek, nu hesse all—hesse all drin getruen!“ Tauversicht. Pack fast in't Rad, de Dag vergäiht. Lo di nit unnerkriegen, Fast stäiht, we op sik sewwer stäiht, Mag't briäten oder biegen. Goh diner Wiäge still un straff, We recht deit, kennt käin Schiämen, Un miärt: wat di de Hiemel gaf, Kann di kein Düwel niähmen. Diän Kopp tau Höcht, frisch in de Welt, Wat sind mi dat führ Saken! Sorg nit tevllei, bestell din Feld, Uss Hiärgott tall't wuol maken. *—* S S3—9— OgES SSSTEES-0 SE S15 * S EDS S.29 bSges Srag9Sss S* S5ESSDH S 5s g S 2 SLEO „BOESES u S THMgO 10 2— S∆ = SuTSOEL S% SoZ6 SoL#— *8 S N BSE S e5 S S8 SG S 5SESE S#* S•= GS9 S S SSggDRE S.SA BO PSSSUSSSE EEFS•hg G OESDZGDOTGU, =•uo UEHOUPTGGS S ISSSESEE T. S SCOEDGTLSE * S ·O„DED990 EE882—26 S 2 SGSEM S S.STgETSSE = B SHTGEPOSS S BULMEES SS S e Sg * S 3 E535 5 ss S 9 ##gpe BSSEns S 2—.0 S S 89 S S 80 809 * — S#Ss S. S S. 885 S 58— ESa#S 3 558 S 1. S 6— — —* *" GE K 3• Der geschutzte Dünger. Der Guano, der nichts anderes als Vogelmist bedeutet, ist als ein besonders guter Dünger bei uns um die Mitte des 19. Jahrhunderts so berühmt geworden, daß ihm sogar Scheffel durch seinen Lobgesang den Weg in die Literatur bahnte. Dies Erzeugnis trockener, fischreicher und daher von Vogelschmärmen bevölkerter Küstenstriche findet sich in seiner h nten Entwicklung an der peruanischen Küste, wo durch jahrhundertelange ungestörte Ablagerung gewaltige, bis zu 70 Meter mächtige und Millionen von Tonnen enthiltende Lagerstätten aufgehäuft waren. Als man diese Guanolager entdeckte, glaubte man zunächst, daß sie umopflich seien. Aber der rücksichtslose Abbau hat sehr rasih die hochragenden, früher von ganzen Flotten umlagerten Chincha=Inseln in flache vereinsamte Eilande verwandelt, und der hier aufgespeicherte fossile Guano war bald zu Ende. Da aber die Grundlagen, die einst zur Bildung dieser Düngermassen geführt hatten, dieselben geblieben sind, so geht auch in der Gegenwart die Guanobildung noch weiter vor sich. Nur mußten umfassende Schutzmaßnahmen getroffen werden, über die auf Grund der Berichte des amerikanischen Sachverständigen R. E. Coker in den„Naturwissenschaften“ berichtet wird. Diesen Düngerschutz hatten bereits nach den Angaben der ältesten Historiker von Peru die Inka durchgeführt, indem sie den Verbrauch des Guano von Staats wegen regelten. Nunmehr wurden in den letzten 15 Jahren die folgenden Maßnahmen durchgeführt: 1. eine mehrmonatliche Schonzeit; 2. Sperrung des Abbaues während mehrjähriger Perioden; 3. Ausschluß des Wettbewerbes, der den Raubbau beförderte, durch Erteilung immer nur einer Konzession für eine Insel oder Inselgruppe, und Verpflichtung der Pächter, die Vögel zu schonen, Beaufsichtigung der Inseln durch Wächter; 4. Beseitigung des Wettbewerbes unter den Verbrauchern durch Ratir, ung der Ausbeute für Inland und Ausfuhr. Diese#maßregeln, die tief in die ganzen Wirtschaftsvers# se eingriffen, waren nur mit großen Schwierigkeiten durchzusetzen; sie haben aber nunmehr wieder eine si se Grundlage für die Guanoerzeugung geschaffen, so daß die weitere Verwendung dieses kostbaren Stoffes gesichert ist. Der Ertrag der Guanolager, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts 90000 bis 153000 Tonnen betragen hatte, wurde wieder stark erhöht und stieg innerhalb zehn Jahren von 25000 auf 88000 Tonnen. Diese Geschichte vom geschätzten Dünger ist aber auch zugleich ein lehrreiches Beispiel für die nicht genug zu betonende Tatsache, daß sachgemäße Ausbeutung von Naturschätzen trotz aufänglicher Opfer letzten Endes immer lohnender ist als Raubbau. Rund um Berlin. Fahrpreiserhöhung der Stadt= und Ringbahn. Eisenbahndirektion Berlin beabsichtigt am 1. Oktober Die ktober die Tarife der Stadt= und Ringbahn und der Vorortbahnen um 60 Prozent zu erhöhen. Die billigste Fahrkarte soll 5 kosten. Die Monatskarten werden in gleicher Höhe verteuert werden. Rückgang der Sparkraft trotz erhöhter Spareinlagen. Bei der Sparkasse der Stadt Berlin, der außer der AltBerliner Sparkasse noch die 13 Sparkassen der ehemaligen Vororte angehören, betrug der Spareinlagenbestand am Ende des Geschäftsjahres 1,93 Milliarden, zuzüglich der gutgeschriebenen Zinsen 1,98 Milliarden. Der Guthabenbestand der Sparer hat sich gegenüber dem Vorjahre um 111,2 Millionen, d. h. 5,96 Prozent erhöht. Diese Zunahme ist aber nur scheinbar, denn die Geldentwertung und die wirtschaftliche Not drückt sich darin aus, daß die Zunahme von rund 4 Prozent einen bedeutenden Rückgang gegenüber dem Sparzuwachs von 14,65 Prozent im Jahre 1920 bedeutet.„Diese Verhältniszahlen legen,“ wie der Jahresbericht der Sparkasse hervorhebt,„ein beredtes Zeugnis ab, für die weitere Zunahme der Verarmung und der Abnahme der Sparkraft gerade des Mittelstandes und der unteren Schichten der Bevölkerung, aus deren Kreisen sich vorwiegend die Sparer zusammensetzen. Alle Lohnund Gehaltserhöhungen, die gewährt wurden, mußten zur Bestreitung des notwendigsten Lebensunterhaltes verwendet werden; von Ersparnissen konnte keine Rede sein.“ Wieder ein Stadtbahnzug beschossen. Gestern abend wurde ein Stadtbahnzug zwischen den Bahnhöfen StralauRummelsburg und Warschauer Brücke beschossen. Es wurden dabei mehrere Scheiben zertrümmert. Personen wurden nicht verletzt, was wohl nur darauf zurückzuführen ist, daß der Zug nicht stark besetzt war. 5000# Belohnung sind ausgesetzt. Aus dem Reiche. Die Erhöhung der Postgebühren. Der Verkehrsbeirat beim Postministerium billigte die vorgeschlagenen neuen Post=, Telegraphen= und Fernsprechgebühren, die ab 1. Oktober nach Zustimmung des Reichsrats und Reichstagsausschusses am 1. Oktober in Kraft treten sollen. Der Reichspostminister begründete die Gebührenvorlagen damit, daß seit der letzten Erhöhung im Juli eine derartige Entwertung der Mark und infolgedessen eine so sprunghafte Verteuerung aller Betriebs= und Personalkosten eingetreten sei, daß die Mehrausgaben für 1922 schon auf über 30 Milliarden Mark zu schätzen seien. Trotz aller von der Verwaltung bereits durchgeführten und weiter betriebenen Sparsamkeits= und Vereinfachungsmaßnahmen gäbe es kein anderes Mittel als eine neue Gebührenerhöhung, deren Nachteile für unsere wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung durchaus nicht verkannt würden. Hiernach würden die Postgebühren sich wie folgt stellen: Postkarten im Ortsverkehr 1,50 4, im Fernverkehr 3 J. Briefe im Ortsverkehr bis 20 g 2 M, bis 100 g 4 3, bis 250 g 6 J5, im Fernverkehr bis 20 g 6 9, bis 100 g 8 96, bis 250 g 10 Jb. Drucksachen bis 20 g 1 96, bis 50g 1,50 M, bis 100 g 3#, bis 250 g 6 56, bis 500 g 8 ½/6, bis 1 kg 10 K. Ansichtskarten mit Grüßen usw. mit höchstens 5 Worten auf der Vorderseite 1##. Geschäftspapiere bis 250 g 6 96, bis 500 g 8 M, bis 1 kg 10 J. Warenproben bis 250 g 6., über 250—500 g 8 U6. Mischsendungen(zusammengepackte Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben) bis 250 g 6 M, bis 500 g 8 4, bis 1 kg 10 J. Päckchen bis 1 kg 12 K. Pakete: Nahzone bis 5 kg 30, bis 7½ kg 40 M, bis 10 kg 60 K, bin 15 kx 100 5, bis 20 kg 140 U5; Fernzone bis 5 kg 80:8, bis 7½ kg 160 5, bis 15 kg 280 MK, bis 20 kg 360.4 Zeitungspakete bis 5 kg(Rahz.) 15 J. Versicherungsgebühr für Wertsendungen für je 1000. für Wertbriefe 3 J, für je 1000 M für Wertpakete 3 c, mindestens 5 c. Postanweisungen bis 100.K 6 46, bis 500 M 10 M, bis 1000 M 12 M5, bis 2000 kb 16 54, bis 5000 M 20.K. Auslandspostgebühren: a) Briefe bis 20 g 20.s4, für jede weitere 20 g 10., b) Posttarten 12 A, c) D sachen für je 50 g 4., d) Geschäftspapiere für je 50 g 4 M, mindestens 20 M, e) Warenproben für je 50 g 4.90, mindestens 8 J. Postscheckgebühren: Zahlkarten bis 100 M 3 M, bis 500 M 5 JK, bis 1000 K 6 JA, bis 2000.s. 8 J bis 5000# 10.K, bis 20 000 M 12 K, für je weitere 10000 A oder einen Teil dieser Summe 6„4 für bargeldlos beglichene Zahlkarten dieselbe Gebühr, im Höchstfalle jedoch nur eine Gebühr von 30 0 für,eine Zahlkarte. Auszahlungen für Kassenschecks, die bargeldlos beglichen werden, ½ vom Tausend des Scheckbetrages, für Barauszahlungen 2 vom Tausend des Scheckbetrages.— Die geplante Erhöhung der Zeitungsgebühren soll nicht in Wirksamkeit treten, doch soll vom 1. Januar 1923 ab wieder Zeitungsbestellgeld erhoben werden. Der bisherige Zuschlag zu den gesetzlichen Fernsprechgebühren wird von 160 auf 500 v. H. erhöht. Telegraphengebühren: Wortgebühr im Ortsverkehr 2 K, mindestens 20., im Fernverkehr 4 J, mindestens 40 0: für Pressetelegramme die Hälfte. Während Handel und Verkehr durch diese Erhöhungen bald vollends untergraben werden, bleibt es im höchsten Grade fraglich, ob der beständige Fehlbetrag hierdurch beseitigt wird. + Die Gewerkschaften beim Reichskanzler. Der Reichskanzler empfing Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, die ihre Auffassung über die bestehende wirtschaftliche Notlage eingehend darlegten. Auf ihren Wunsch sagte ihnen der Kanzler zu, die Besprechungen noch in dieser Woche in Gegenwart des Ministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichswirtschaftsministers fortzusetzen. + Regelung der Arbeitslöhne in den Reichsbetrieven. Nachdem die Gehälter der Beamten eine Erhöhung von 30 Prozent gegenüber den Augustbezügen erfahren haben, ist nun auch die Neuregelung der Löhne für die Arbeiter bei der Reichsverwaltung und in den Reichsbetrieben für September mit den Gewerkschaften vereinbart worden. Die Lohnerhöhung beträgt bei mehr als 24jährigen Arbeitern im allgemeinen in Ortsklasse A 12 5 in der Stunde, bei mehr als 24jährigen Arbeiterinnen in derselben Ortsklasse 7,90 U in der Stunde. + Wesentliche Steigerung der Lebenshaltungskosten. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten ist nach den Erhebungen des Statistischen Reichsamts über die Aufwendungen für Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung im Durchschnitt des Monats August auf 7029 gegenüber 4990 im Monat Juli gestiegen. Die Steigerung beträgt 40,9 v. H. und übertrifft somit den Teuerungssatz von 32 v. H. vom Juni zum Juli noch erheblich.— Die Reichsindexziffer für die Ernährungskosten stellt sich im Durchschnitt des Monats August auf 9746; sie ist gegenüber dem Vormonat mithin etwas stärker als die Gesamtausgaben gestiegen.— Fast sämtliche Lebensmittel, Kartoffeln und Gemüse ausgenommen, haben weiter stark im Preise angezogen, auch Heiz= und Leuchtstoffe sind erheblich teurer geworden. Im Reichstagsausschusse wurde die Hochstgrenze der Krantenversicherung und der Unfallversicherung vom Ausschuß auf 300 000 U festgesetzt. Der Stinnes=Vertrag mit Frankreich wird in politischen Kreisen lebhaft besprochen. Wenn es sich auch um einen privaten Vertrag zwischen der deutschen und französischen Industrie handelt, so hat es doch politische Bedeutung, die auch von unserer Regierung zustimmende Beachtung erfährt. Wie schon gemeldet, ist mit der Ausführung der Sachlieferung die Akt.=Ges. für Hoch= und Tiefbauten in Essen als Vermittlungsstelle betraut, die für Unkosten und Nutzen 6 v. H. auf die in Deutschland gezahlten Preise aufschlagen darf. Ueber die Kohlenablieferung besagt der Vertrag: Herr Stinnes erklärt, daß es zur verstärkten Lieferung von Baumaterialien, wie Zement, Ziegelsteine, Kalk, Tachziegel nötig sei, daß ein bestimmter Prozentsatz der monatlich von Deutschland an Frankreich gelieferten Kohlenmengen freigegeben werde, ein Prozentsatz, der dem für die Fabrikation dieser Materialien unbedingt nötigen Verbrauche entspricht. Die Verteilung dieser Kohlen auf die verschiedenen Betriebe wird Sache der Firma Hugo Stinnes in Verbindung mit dem Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikat sein. Herr Hugo Stinnes verpflichtet sich, gemeinsam mit diesem Syndikat darüber zu wachen, daß die freigegebenen Kohlenmengen ausschließlich für die Verstärkung der Erzeugung der Sachlieferungen Verwendung finden. Eine Kommission wird gemeinschaftlich die Kohlenverbrauchsziffern für die erzeugten Materialien festsetzen. Die eingeführten„Sachlieferungen“ sollen nach dem französischen Mindestzoll verzollt, die sämtlichen Beträge einschließlich etwaiger Unkosten, wie die 6 v. H. Deutschland gutgeschrieben werden. Die Dresdner Bank wird mit anderen Banken die Finanzierung des Vertrages übernehmen. Das Abkommen wird in den meisten Berliner Zeitungen, wie in der„Voss. Ztg.“,„Berl. Tagebl.“ und den anderen bürgerlichen Blättern gebilligt, der„Vorwärts“ erblickt dagegen in dem Vertrag die Einigung deutscher und französischer Industrie= und Finanzkreise auf der Basis, daß das Geschäft über dem Staatswohl steht. Der Wiederaufbauvertrag mit seiner künstlichen Verteuerung aller Lieferungen zugunsten weniger Privatproduzenten und einiger deutscher Finanzgroßmächte zerstört für die nächsten Jahre jede Hoffnung auf eine sparsame Wirtschaft Die Ernährungskonferenz in Hamburg. Die Konferenz der Ernährungs= und Landwirtschaftsminister, die unter dem Vorsitz des Reichsministers Fehr tagte, hat ssich in eingehenden Verhandlungen mit der gesamten Ernährungslage und den durch das Emporschnellen der Preise geschaffenen schwierigen Verhältnissen befaßt. Insbesondere wurden die Hauptgebiete der Ernährung, nämlich die Versorgung der Bevölkerung mit Brot, Kartoffeln und Zucker behandelt, desgleichen die Fleischversorgung durch Gefrierfleisch. Die Auffassung der Teilnehmer an der Konferenz wurde in folgender Entschließung zusammengefaßt: Da in Deutschland nach dem Verlust wertvoller landwirtMaße auf Einfuhr angewiesen ist, kann eine wirkliche Besserung hinsichtlich des Standes der Ernährung ie hinsichtlich der Preise bei dem heutigen Stande der 1 duktion nicht ohne Aenderung der allgemeinen Wirtschaftslage Deutschlands eintreten. Voraussetzung hierzu ist in erster Linie die Befreiung Deutschlands von dem Druck übermäßiger Bar und Sachlieferungen an die Entente. Ferner muß man sich gegenwärtig halten, daß es der Mitarbeit aller Bevölkerungskreise bedarf, um die zu treffenden Matnahmen wirkungsvoll zu gestalten. Sie spricht sich für ein Verbot der Herstellung von Starkbieren und im übrigen für eine Einschränkung der Bierherstellung aus, um die dadurch frei werdenden Gerstenmengen der Herst####ng von Nahrungsmitteln zuzuführen. Sie hält es weiter für notwendig, daß die Verwendung von Inlandszucker für Lit## bei der Herstellung von Branntweinen und von Schokoln und Süßigkeiten alsbald verboten, und daß der inländische ducker in erster Linie der Bevölkerung zum Mundgebrauch führt wird. Hinsichtlich der Kartoffelernte lauten die Berichte übereinstimmend günstig. Die Konferenz empfiehlt, auf dem bereits beschrittenen Wege des Abschlusses von Lieferungsverträgen fortzuschreiten. Auf dem Gebiete der Brotversorgung muß die Umlage in ihrer gesetzlichen festgelegten Höhe durchgeführt werden. Die Konferenz verschließt sich dabei nicht der Tatsache, daß bei der Festsetzung der Preise für das Umlagegetreide der Entwicklung der Geldentwertung und den jetzigen Produktionskosten Rechnung getragen werden muß. Von den Strafandrohungen muß unnachsichtlich Gebrauch gemacht werden gegen die, die andere auffordern, sich der Ablieferung der Umlage zu widersetzen. Die Konferenz der Ernährungsminister hat mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß zur Unterstützung der Sozialrentner und der Kleinrentner Geldbeträge zur Verfügung gestellt worden sind. Sie hält es aber für notwendig, darüber hinaus helfend einzugreifen. Im Rahmen dieser Maßnahmen wird auch die Ausgestaltung der Kinderspeisungen, der öffentlichen Speisungen und Abgabe von Lebensmitteln an besonders Bedürftige zu ermäßigten Preisen geprüft werden müssen. + Handgranaten im Mannheimer Börsengebäude. Dienstag nachmittag um 1½ Uhr betrat ein junger Mann namens Janssen ohne Erlaubnis den Saal des hiesigen Börsengebäudes und warf in den Saal eine Handgranate. Verschiedene Stände, wie auch Fensterscheiben wurden beschädigt. Es war ein Glück, daß kein Börsenverkehr stattfand und somit nur Sachschaden entstanden ist. Janssen gehört, wie die„Neue Badische Landeszeitung“ hört, zu der hiesigen Gruppe der sogenannten Nationalsozialisten. Auf seiner Flucht in der Richtung zum Schlosse bedrohte er die Passanten mit einem Revolver; er konnte aber festgenommen werden. Aus aller Welt. + Deutschland und der Völkerbund. Der„Temps“ beschäftigt sich in einem Leitartikel mit dem Völkerbund und kommt dabei auch auf die Frage der Zulassung Deutschlands zu sprechen, über die er schreibt: Die Zulassung gewisser Staaten in den Schoß des Völkerbunds erweckt Beunruhigung, die man wird zerstreuen müssen. Aber es scheint, daß, was Deutschland anbetrifft, diese Frage jetzt aktuell werden könnte, denn man weiß recht gut, daß das Deutsche Reich, das so tut, als grolle es dem Völkerbund weiter über seine Entscheidung betreffend Oberschlesien, den Wunsch hat, in den Völkerbund einzutreten. Man kennt seinen Anspruch, eventuell einen Platz im Völkerbundsrat zu fordern, denn Deutschland fordere. Die Ereignisse der letzten Monate sind nicht dazu angetan, unsere Ansicht über diesen Punkt abzuändern: Bevor die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund ernsthaft in Betracht kommen kann, muß das Deutsche Reich zuverlässige Beweise seines Willens gegeben haben, den Versailler Vertrag zur Ausführung zu bringen, und muß es unkünstlich anerkennen, daß es in Zukunft die durch den Friedensvertrag verursachten territorialen Veränderungen als endgültig und unanfechtbar betrachte. + Die Notlage der böhmischen Glasindustrie. Nach einer Mitteilung der ostböhmischen Gruppe der tschechoslowakischen Glasfabriken werden sämtliche 10 tarifvereinigten Betriebe am 9. bezw. am 10. d. 1M. ihre Betriebe schließen., wodurch 1600 Arbeiter beschäftigungslos werden. — Die Zurückhaltung der Käufer auf der Prager Messe hat sich heute gebessert. Es kam bereits zu größeren Abschlüssen in der Metallindustrie, in der chemischen Industrie, in Nahrungsmitteln, Fellen und Textilien. Sehr lebhaft wurden Häute und Felle umgesetzt. + Komplott gegen die rumänische Königsfamilie. Wie der„Temps“ aus Bukarest meldet, ist dort ein Komplott gegen die königliche Familie entdeckt worden, das während der Krönungsfeierlichkeiten ausgeführt werden sollte. Die Urheber des Komplotts seien verhaftet; es seien ehemalige bulgarische Offiziere, welche der Organisation des Obersten Gaboreski von Berczin angehörten. Sie hätten ein vollständiges Geständnis abgelegt und vor allem zugegeben, daß die bei ihnen entdeckten Explosivstoffe dazu bestimmt gewesen seien, während der Rennen die Tribünen der königlichen Familie und der Diplomaten in die Luft zu sprengen. Vermischtes. in Teutschland nach dem Verlust wertvoller schaftlicher Gebiete noch weniger als früher genügeno Nayrungsmittel erzeugt werden können, und Deutsa land auf vielen Gebieten, so namentlich auf dem Gebiete der Versorgung mit Brotgetreide, Futtermitteln und Fetten in hohem Ein unbekannter Brief Mozarts wird von Charles Bouvet im„Bulletin de la Société français de musicologie“ veröffentlicht. Das vom 28. April 1783 aus Wien datierte Schreiben ist an den Pariser Musikverleger Sieber gerichtet. Mozart bietet ihm darin den Verlag von drei Konzerten für Piano und Orchester und von seinen sechs Haydn gewidmeten Quartetten an. Interessant sind die Preise, die der 27jährige Komponist fordert. Er verlangt für die drei Konzerte 30 Louisdors und für die sechs Quartette 50 Louisdors, eine Summe, die heute etwa einen Wert von 10000 Frank darstellt. 1000 Frank für jedes dieser Meisterwerke erscheint uns zwar nicht viel, aber Sieber schien die Summe wohl zu hoch, obgleich ihm Mozart versichert, er mache ihm einen Freundschaftspreis, weil er die Sachen lieber bei ihm als bei dem Wiener Verleger Artaria herausbringen wolle. Das hier angetragene Geschäft zerschlug sich, doch bewahrte Sieber den Brief auf, der dann in die Hände seines Schwiegersohnes, des berühmten Violinisten Habeneck, überging, aus dessen Nachlaß er veröffentlicht wird. Kauft man immer noch vorteilhaft Bahnhofstraße 26 bei * P 4 1— r 7. K Die russische Wirtschaft. Nachdem bis vor wenigen Monaten alle Berichte aus Rußzland zurückkehrender ausländischer Besucher recht pessimistisch klangen, hört man jetzt wieder hoffnungsvollere Urteile über die gegenwärtige Lage und über die Zukunft der russischen Wirtschaft. Man hört von„regelmäßigerer Abwickelung des Eisenbahnverkehrs“, von„Erneuerungsarbeiten an den Häusern und an der Pflasterung der Städte", von der„Pflege des gärtnerischen Schmuckes in Moskau und anderen größeren Städten“ usw. Man sollte sich indessen sehr hüten, die Bedeutung dieser Zeichen zu überschätzen. Nicht nur der seelige Minister der Kaiserin Katharina(2. Hälfte des 18. Jahrhunderts), Herr Potemkin, hat es verstanden, hohen Besuch über die wirkliche Lage zu täuschen, indem er seine Kreaturen als Bauern verkleidete und vor künstlich errichteten Dorfkulissen Freudentänze aufführen ließ. Wer mit dem Drang, in der traurigen Zukunft. Deutschlands ein Licht wenigstens im Osten aufgehen zu sehen, nach Räterußland kommt, wird allzuleicht durch künstlich hervorgerufenen Schein getäuscht. Wohl spielt für Räterußland die Landwirtschaft eine gewaltige Rolle; wohl ist die Ernte in einem Teil der vorjährigen Hungergebiete befriedigend, stellenweise sogar gut;— trotzdem ist aber in Rußland so unendlich viel nachzuholen und zu ergänzen, daß von einem bevorstehenden„Umschwung“ in Rußland nicht die Rede sein kann. Es darf auch nicht vergessen werden, daß die gewerbliche Produktion in Rußland nahezu völlig erloschen ist, und daß besonders auf dem Lande an den einfachsten Industrieprodukten ein furchtbater Mangel besteht, der eine wirklich großzügige Entvickelung dei landwirtschaftlichen Erzeugung verhindert. Wir wollen Rußland zwar aufmerksam, nicht aber durch die Brille der Illusionen betrachten. „Die Atempause.“ Die deutsche öffentliche Meinung hat geradezu ein krankzaftes Verlangen außenpolitisch etwas Sonnenschein zu sehen. So kam es, daß man die Entscheidung der Pariser Reparaionskommission vom 31. August als einen„sechsmonatigen Zahlungsaufschub“ ansah. Der harmlose Leser konnte dabei denken, daß unsere Gläubiger uns vorläufig einmal 6 Monate ganz in Ruhe lassen wollen,— was ja auch das Mindestmaß an Rücksichtnahme auf unsere traurige Lage gewesen wäre. Davon ist leider aber nicht die Rede! Die Reparationskommission will uns mit einem großen Reformplan beschenken, wie wir unsere Reichsfinanzen und unser Geldwesen wieder in Ordnung bringen und eine große innere und äußere Anleihe erhalten sollen, mit deren Hilfe wir uns aus dem Sumpf herausheben könnten. Bis zum Ende des Jahres haben wir allerdings kein Bargeld zu zahlen, wohl aber Wechsel zu geben, die nach sechsmonatiger Laufzeit in Gold einzulösen sind. Die Verhandlungen über die Garantien, welche wir Belgien, als dem Empfänger des Geldes zu leisten haben, werden zwischen Berlin und Brüssel geführt. Die deutsche öffentliche Meinung, die von den vielen hundert Milliarden Mark deutscher Schatzwechsel hört, die im Inlande begeben worden sind, unterschatzt die Bedeutung von Wechseln, die wir an das Ausland geben. Womit sollen wir denn diese Wechsel einlösen? Hätten wir vollwertiges Bargeld, so hätten unsere Gläubiger ganz gewiß nicht darauf verzichtet, es uns sofort abzufordern. Wir dürfen ehrlicherweise— wie jeder solide Geschäftsmann— den Wechsel nur ausstellen, wenn wir genau wissen, daß das Geld zur Einlösung am Verfalltage zur Verfügung stehen wird. Wer wagt das jetzt zu behaupten? Gewiß sollen wir uns nach Kräften bemühen, uns mit Belgien über Garantien zu einigen, die für uns erträglich sind. Gelingt dies aber nicht, so soll, nach dem Pariser Beschluß, Deutschland gezwungen sein, den vollen Betrag(270 Millionen Goldmark) in einer Auslandsbank zu hinterlegen. Das Gold der Reichsbank, an das unsere Gläubiger augenscheinlich denken, gehört aber gar Handeln, nicht reden. Es gehört zu den Kinderkrankheiten unserer jungen Demokratie, daß bei jeder ernsten Zuspitzung der politischen und wirtschaftlichen Lage der Ruf nach schleuniger Einberufung des Reichstages erschallt. Auch in den letzten Wochen ist mehrfach dies Verlangen geäußert worden„icht nur von der deutschnationalen Opposition, sondern auch von den sozialistischen Parteien. Dabei sollte doch eigentlich die Meinung abgetan sein, als ob in Situationen wie der jetzigen, durch langatmige Debatten etwas geändert oder gebessert werden könnte. Von der Opposition ist der Wunsch schließlich verständlich: man will eben die Schwierigkeiten der politischen Lage ausnützen, um der Regierung möglichst viel am Zeuge zu flicken und ihr die Volksmeinung abspenstig zu machen. Irrig aber ist der Glaube, als ob es zu den Erfordernissen des parlamentarischen Regimentes gehöre, jede einzelne Maßnahme der Regierung der Erörterung im Plenum zu unterbreiten. Im Gegenteil— es hat sich oft genug gezeigt, daß notwendige Aktionen dadurch unliebsam verzögert und in ihrer Wirkung beeinträchtigt wurden. Demokratie bedeutet doch schließlich nichts anderes, als daß man sich Führer erwählt, zu denen man auch unter außerordentlichen Verhältnissen das Vertrauen hat, daß sie den Schwierigkeiten gewachsen sind und das Notwendige nicht versäumen. Bewährt sich eine Regierung dann nicht, so besteht jederzeit die Möglichkeit, ihr das Vertrauen zu entziehen und sie abzuberufen. Unmöglich aber ist das Verfahren, verantwortungsfreudige und selbständige Politiker in jedem ihrer Schritte durch langatmige Debatten zu lähmen und zu ermüden. Poincaré und Lloyd George haben auch mit einer wachsamen, unerbittlichen Opposition zu kämpfen; sie werden nach jeder Aktion bei ihrem Rechenschaftsbericht hart angegriffen und schonungslos kritisiert, aber die Selbständigkeit ihres Handelns tastet niemand an, solange das Gesamtkabinett sie billigt. Auch bei uns werden die Parteiführer von jedem Schritt der Regierung unterrichtet, und das Kabinett würde gegen den entschlossenen Widerspruch großer Parteien schwerlich Entscheidendes unternehmen. Wenn man ihr etwas wünschen möchte, so wäre es ein tatkräftiges und rücksichtsloses Vorgehen, außenpolitisch gegen die Verleumdungen und Quälereien unserer Feinde, innupolitisch gegen Teuerung und schamlosen Wucher. Hier wäte ettrgs mehr„goldene Rücksichtslosigkeit“ auch gegen das Wehklagen Keiner Interessentenkreise sicherlich am Platze. nicht dem Reich; das Reich kann einem einzelnen Unternehmen wie der Reichsbank den wertvollsten Teil ihres Besitzes nicht ohne vollwertige Entschädigung fortnehmen. Vollwertige Entschädigungen sind aber eben nicht vorhanden, denn sonst wären sie längst von unseren Gläubigern mit Beschlag belegt worden. Das ganze Wechselprojekt birgt daher Gefahren in sich, die gar nicht hoch genug veranschlagt, und gegen die gar nicht ernst genug Vorkehrungen getroffen werden können. Mit der Politik, zur Vermeidung von Gegenwartsverlegenheiten um so größeres Risiko in der Zukunft zu laufen, muß jetzt endgültig Schluß gemacht werden. Die Voraussetzung hierfür ist, daß unser Volk nicht wieder so weich und müde wird, sondern standhaft dabei beharrt, daß keine Verpflichtungen übernommen werden, durch die wir uns in der Welt als leichtfertig und gewissenlos hinstellen würden. Wir müssen uns stets vor Augen halten, daß Frankreichs letztes Ziel in seiner Politik das ist, die ganze Welt zu der Ansicht zu bekehren, daß Deutschland böswillig sei und daher bestraft werden müsse. Die Fieberkurve. Aus Leidenstagen schmerzvollen Krankseins erinnern wir uns wohl mit gelindem Grauen zuweilen noch jener im Krankenhause über den Betten angebrachten Tafeln, in deren geheimnisvolles Gitterwerk allmorgendlich und=abendlich die sorgliche Schwester seltsame Kurven zeichnete, die der Arzt bei seinem Besuche stets mit mehr oder minder ernstem Blick zu studieren pflegte. Befanden wir uns nach langen Stunden der Pein endlich wieder auf dem Wege der Genesung, dann schauten wohl auch wir einmal neugierig auf diese uns meist unerklärlichen Zeichen.„Es ist die Fieberkurve,“ erklärt uns die Schwester und zeigte uns an ihr, wie zunächst mit jedem Tage die böse Krankheit mehr Herrschaft über uns gewann, wie unser Zustand dann schwankend war und endlich das gefährliche Fieber wieder mählich fiel und Hoffnung auf völlige Genesung erwachte.— Heute kämpft unser gesamtes Vaterland mit übermächtiger Krankheit, eine Folge des unglückseligen Krieges und der inneren Zerrüttung. Der Valutabazillus hat den an sich schon schwachen Körper infiziert und jeder neue Angriff des furchtbaren Fiebers scheint dem gepeinigten Kranken einem traurigen Ende näher zu bringen. Zahlreiche„Sanitätskäte“ aus aller Herren Länder haben in zahl= und endlosen Konsilien und Konferenzen bisher ohne jeden Erfolg sich an der Heilung des Schwerleidenden versucht. Zahlreiche neue Erschütterungen des geschwächten Körpers jedoch, besonders des wirtschaftlichen Nervensystems, führten den unsäglich Leidenden in immer schmerzvolleres Siechtum hinein. Krisis folgte auf Krisis, und noch immer harrt man gläubig des gesegnelen Tages. da ein dauerndes Sinken der überhitzten Temperatur und damit ein entsprechendes Fallen der Fieberkurve auf der internationalen Währungstabelle des allmächtigen Dollar wenigstens geringe Hoffnung auf Wiedergenesung aufkommen lassen mag. In welch lebensgefährlicher Weise das Währungsfieber dem armen ausgemergelten Wirtschaftskörper unseres Vaterlandes im Was aber ist bei den tagelangen Teuerungsdebatten des vorjährigen Herbstes herausgekommen? Tobsüchtige Demagogie der Kommunisten, unfruchtbares Gezänk zwischen rechts und links, und— die Kartoffelpreise stiegen weiter. Im Oktober soll der Reichstag zusammentreten. Dann ist noch Zeit genug, um zu untersuchen, was die Minister gut oder schlecht gemacht haben und sie dementsprechend zu behandeln. Bis dahin gönne man ihnen Spielraum, ihre ganze Kraft einzusetzen im Kampf gegen die innere und äußere Not des Vaterlandes. Teuerungsgespräche. Von Spectator. „Es ist wirklich kaum zu glauben, gestern habe ich noch 80 M. für ein halbes Pfund Margarine bezahlt, heute kostet sie 95 M. Wenn ich einen Tausendmarkschein nehme und den Einkauf für ein paar Tage besorgen will, so kann ich sicher sein, daß ich nichts mehr von ihm übrig behalte. Die Schuhe der Kinder zerrissen, Kleider, Haushaltungsgegenstände ergänzungsbedürftig. Wie soll die Frau eines Angestellten bei diesen Zeiten mit ihrem Einkommen auskommen!? Wir darben und die Kaufleute haben nur einen Gedanken, wie sie das viele Geld, welches sie jetzt verdienen, unter die Leute bringen sollen.“ „Gemach, liebe Frau Nachbarin, so sehr ich Ihre Sorgen begreise,— daß sie gleich der allgemein herrschenden Volksmeinung die Kaufleute für die Teuerung verantwortlich machen wollen, hätte ich bei einer so klugen Frau, wie Sie es sind, nicht für möglich gehalten. Wenn der Kaufmann die Preise für seine Waren täglich in die Höhe setzt, so folgt er damit nur dem, von dem er seine Waren bezieht. Er ist ja nur das letzte Glied einer Kette, die beginnt beim Fabrikanten. Dieser aber, der seine Rohstoffe aus dem Auslande bezieht, muß natürlich, wenn er wirklich einkauft, der Geldentwertung Rechnung tragen.“ „Aber er kaufte ja nicht bei dem hohen Dollarkurs, sondern seine Rohmaterialien stammen noch aus einer Zeit, der Dollar mit 500 und noch niedriger bewertet wurde. Wenn er also trotz dieser Tatsache die Preise für die Fertigfabrikate so berechnet, als ob er die hierzu notwendigen Rohstoffe auf Grund eines Dollarstandes von 2000 eingekauft hätte, so liegt hier— meine ich— eine Ausnutzung der Konjunktur vor, wie sie schlimmer nicht gedacht werden kann. Und an dieser Verlaufe des letzten kritischen Monats mitgespielt hat, und welchen Schwankungen das mit dem Tode ringende Deutschland ausgesetzt war, wird aus einer von der„Voss. Ztg.“ veröffentlichten Fiebertabelle ersichtlich, auf der das rasende Auf und Ab der Dollar=Kurve übersichtlich zur Darstellung gebracht wird. Unser gesamtes Wirtschaftsleben leidet heute unter diesen grotesken Sprüngen des souveränen Geldbeherrschers. Während Aerztekonsilium um Konsilium in allen möglichen Städten mehr oder minder feierlich tagen, geht der Kranke elendiglich an den Giftbazillen zugrunde, die ihm verblendete und haßerfüllte sog. ehemalige Gegner vom Schlage des Herrn Raymond Poincaré und Genossen in das schon arg verdünnte widerstandsunfähige Blut spritzen. Die„Welt" aber steht schweigend am Leidenslager eines dem qualvollen Tode überlieferten 60=Millionenvolkes, ohne die Tatkraft aufzubringen, in ihrem ureigensten Interesse den Kampf mit dem auch sie selbst mehr oder minder stark vergiftenden Weltseuchenbazillus der Valutakrankheit aufzunehmen. Krampfhaft sucht man nach dem erlösenden Mittel. Und doch ist das Allheilmittel zur Hand. Eine mäßige Dosis genügte schon, um allmähliche, doch sichere Besserung im Befinden des Kranken zu zeitigen. Die höchst einfache Arznei heißt: Rückstellung der wahnwitzigen und unberechtigten Forderungen von Paris, langfristiges Moratorium ohne sogenannte„Garantien" und dazu einige Tropfen Verständnis für die immer unhaltbarer werdende Lage des todmürben ehemaligen Gegners. Keine Ernährungskrisis. Angesichts der Teuerung auf dem Lebensmittelmarkte hat sich großer Teile der Bevölkerung die Besorgnis bemächtigt, daß die Preise bald zu solch unerschwinglicher Höhe hinaufgeklettert sein werden, daß eine Ernährungskrisis oder gar eine Hungersnot eintreten muß. Die Besorgnis kommt daher, daß weite Kreise glauben, wir sind allein auf die Einfuhr der Lebensmittel angewiesen und werden diese beim Stand unserer Valuta nicht mehr kaufen können. Das ist aber doch in diesem Umfang ein Irrtum, dem man entgegentreten muß. Von einer Ernährungskrisis kann bei uns schon insofern keine Rede sein, als, wie die Reichsgetreidestelle versichert, sie für die Belieferung der Brotkarten bis zum 31. Oktober mit den nötigen Vorräten versehen ist. Bis zu diesem Datum ist noch viel Zeit, und es wird bis dahin neuer Vorrat aus der immerhin mittelguten Ernte des Inlandes herangeschafft werden können. Selbstverständlich wird auch trotz der Teuerung noch Getreide im Ausland angekauft werden. Auch dafür ist bereits Vorsorge getroffen. Also ein Mangel an Brot wird nicht eintreten. Im übrigen aber haben wir in Deutschland dieses Jahr eine so ausgezeichnete Kartoffelernte, daß hierdurch ein gewisser Ersatz für das ausfallende Weizenmehl geschaffen ist. Bedenklich bleibt immerhin ein gewisser Ausfall an Fleisch und an Milch; ersterer dürfte aber durch die Einfuhr von argentinischem Gefrierfleisch wenigstens zum großen Teil behoben werden können. Wie sich die Preise künftig im Inland gestalten werden, läßt sich heute schwer voraussagen. Man muß vor allem die breite Masse der Konsumenten davor warnen, außerordentlich viel Vorräte zu hamstern, denn dadurch werden die Preise ganz unnötig in die Höhe getrieben, und auch die Spekulation würde sich wieder breit machen und alle notwendigen Lebensmittel ihrerseits noch verteuern. Zu begrüßen ist die von der Regierung in Aussicht genommene Einschränkung des Luxuskonsums. Hier dürfte das gesamte Volk einhellig hinter der Regierung stehen, ganz besonders wenn sie kräftig zugreift und es nicht bei einigen weichlichen Maßnahmen bewenden läßt. Ueber die Zufuhr der Lebensmittel aus den Erzeuger= in die Verbrauchergebiete sind verschiedene Konferenzen im Verkehrsministerium abgehalten worden und der Verkehr, besonders der Kartoffeltransport, ist im allgemeinen schon geregelt. Dieses Jahr dürfte alles besser vonstatten gehen als im Vorjahre. Aus allen diesen Gründen hat es gar keinen Zweck, von einer bevorstehenden Ernährungskrisis zu sprechen. Gewiß werden die künftigen Monate für alle Deutschen nicht leicht sein. Aber von einer Katastrophe oder einer Hungersnot sind wir, Gott sei Dank, doch noch recht weit entfernt. Konjunkturausnutzung geht Deutschlands Wirtschaft zugrunde. „Schön und gut soweit, und alles leicht gesagt, liebe Frau Mayer,— aber fragen Sie doch einmal den Fabrikanten, wie er es anstellt, daß er trotz der dauernd steigenden Lohnforderungen tausend und abertausend Arbeitern Brot und Arbeit verschafft. Sobald die von ihm noch aus den„billigen“ Rohstoffen fabrizierte Ware verkauft ist, braucht er zur Herstellung neuer Fertigwaren auch wieder neue Rohstoffe, und die sind inzwischen mit dem lieben Dollar natürlich um das vielfache im Preise geklettert. Was er für die letzten Verkäufe erlöst hat, bezahlt nicht einmal mehr einen Teil der Rohstoffe für neue Lieferungen. Wie soll er da bestehen? Soll er aus eigener Tasche ständig zulegen? Das wäre nur ein Tropfen auf den bekannten heißen Stein! Einmal— und zwar recht bald— käm gewiß der Tag, wo die zur Arbeit strömenden Familienvätor vor den geschlossenen Türen der Werke und Fabriken umkehren müßten...“ Und was dann? Also wenn Sie schon schimpfen wollen dann richten Sie Ihr Schimpfen an die richtige Adresse. Der Fabrikant wie der Kleinkaufmann ist genau so wie Sie ein Opfer der Wirtschaftsverhältnisse. Er geht zugrunde, wenn unsere verblendeten Gläubiger nicht endlich zur Einsicht kommen.“ „Wie merkwürdig, wenn ich zum Schlächter gehe, muß ich den Laden verlassen, ohne etwas gekauft zu haben. Diese Preise kann ich nicht mehr anlegen. Selbst Sonntags können wir kein Fleisch essen. Die Frauen dagegen, von denen ich weiß, daß ihre Männer körperliche Arbeit verrichten, kaufen Wurst, Fleisch, und alles, was der Gaumen begehrt.“ „Da wundern Sie sich...? Ich nicht. Die Arbeiter stellen dank ihrer Gewerkschaften eine Macht dar, vor der die Arbeitgeber zurückweichen müssen. Die geistigen Arbeiter aber sind machtlos. Wenn zwei zusammen sind, haben sie drei Meinungen. Die Arbeitgeber haben bei ihnen stets mit einzelnen zu tun, bei körperlichen Arbeitern mit der Masse. Begreifen Sie es nun, daß der Töpfer es erreicht hat, 75 M. die Stunde, pro Monat 16000 M. zu verdienen. Und der seistige Arbeiter——? Begreifen Sie es nun, daß die Arbeiterfrau manches zu kaufen vermag, was der geistige Arbeiter sich nur im Schaufenster ansehen kann? Aber letzten Endes sind die Auswirkungen des Versailler Vertrages di# Hauptursachen unserer Not.“ EEU DENNTGER Wilhelmstraße 24- Fernruf 478 ampfbäckerei-Conditorei-Café raglich zmai frische Morgens 8 Uhr. Nachmittags 3 Uhr. ff. Backwaren täglich frisch! BNUPONTEN