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Hausfrau und Mutter.

Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allertel. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unter­haltungs- u. Nomanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. u Ledensbüd. u. Willen. u Gartenratschläge.

Oerdunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung

Schwerter Delksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Dörde. bolzwicheter Zeitmg und ättestes Cogesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde.

urkichich u beundgeschafete Druck und Verlag: Cer! Braus. Celegr. Adr. Braus, Schwerterudr. Cei. 62. Postscheck. Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und Provin, Feiodr. Kraas; sämtlich in Schwerte.

Nr. 204

Donnerstag, 31. August 1922

55. Jahrgang

Zum Geleit.

Den halt ich für ein weisen man, Der ihm selber wol raten kan;

Der ist auch seines Lobes wert,

Der guten Rat folgt unbeschwert. Wer aber selber wüst kein rat,

Auch nach der weisen leer nicht tat, Der war und blieb ein toller narr,

Bracht sich und ander in gefar.

G. Rollenhagen. Der Froschmeuseler.

T

politische Nachrichten.

Der Reichskanzler empfing die Vertre­der Großindustrie, Stinnes, Kir­

brff. Klöckner u. a. Man besprach die schweben­in Fragen der Wirtschaft. Der Reichskanzler ltte ferner eine Konferenz mit den Vertretern r Vergarbeiterverbände, die sich in der gleichen Richtung bewegte.

Die Reichsregierung verhandelte ge­ern mit den Industrievertretern über die ange­

btenen Kohlen= und Holzlieferungen.

*

In Cherbourg ist ein aus Bankvertre­rn und Wirtschaftspoltikern—zu­imengesetzter Ausschuß eingetroffen, der im #strage amerikanischer Banken und Handelsge­Uschaften Europa bereisen wird, um die Han­#smöglichkeiten mit ihm zu untersuchen.

Oberst House, sowie Gouverneur Cox kilten gestern bei Lloyd George; in englischen keisen verhält man sich dem Vorschlage Cox ge­nüber ablehnend.

die Spitzenorganisationen der Be­buten und Gewerkschaften traten ge­irn zusammen, um über ein neues Vorgehen zur hyassung der Beamten= und Staatsarbeiter=Ein­mmen an die Teuerung zu beraten.

Nach der Reichspostverwaltung wur­

12500 Beamte in die Reichsfinanzver­#ltung überführt.

die Verhandlungen über die Einigung Ar beiden sozialistischen Parteien #rden gestern von den Zentralleitungen aufge­#men.

*

In Kiel wurde gestern die Hauptversamm­hg des 39. deutschen Gewerkschaftstages ffnet; anwesend waren weit über 500 Ver­#r.

*

Die gestern verbreitete Nachricht, daß der

seußische Landtag am 6. Sept. wieder Sammentritt, beruht auf einen Irrtum; die giite STipung findet voraussichtlich am pt. statt.

*

die in ihrer Mehrheit sozialistische adtverwaltung von Mailand ist ## königliches Deiret aufgelöst worden.

Ver chilenische Dampfer„Itala“ ist #leitert, 160 Personen und die Besatzung umgekommen.

Wer Druck von Papiergeld soll in ver­##riem Umsang betrieben werden.

Vermischte Kunde.

Röhngebiet sind. nach Wollen echen die Fulda und die Kinzig aus den getreten. In Horas, Gelnhausen und in #####trodenbach stehen viele Häuser unter Wasser. an der Ernte ist ein großer Schaden ange­#et.

Wine neue Kommunalsteuer hat

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setzt auch eine Schnapssteuer, die 10 4 Liter beträgt.

An unsere Leser!

Die deutsche Presse— schon lange in schweren wirtschaftlichen Nöten— kämpft heute den Kampf um das nackte. Dasein. Der Papierpreis ist von 29 A im August auf 80 M das Kilo für den Sep­tember gestiegen. Alle anderen Unkosten für Re­daktion, Druck und Versand reihen sich jener un­erhörten Steigerung entsprechend an. Die Ver­leger wissen nicht mehr, woher das Geld nehmen, wenn nicht die Leser opferwillig für ihr Blatt ein­treten wollen, das ihnen den täglichen Verkehr mit den geistigen und wirtschaftlichen Mächten der Um­welt vermittelt, und ohne das sie wohl kaum im­stande wären, ihre Pflichten als Familienvater und Staatsbürger voll zu erfüllen. Jetzt erschallt mit greller Deutlichkeit die Losung: Will das deur­sche Volk seine Zeitungen erhalten, dann darf es vor erheblichen Mehrkosten nicht zurückschrecken! Die gesamten deutschen Verleger haben bei dieser trost­losen Lage ihres Gewerbes beschlossen, den Bezugs­preis aller Zeitungen um 150 Prozent zu erhöhen. General=Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen,

Dortmunder Zeitung,

Zeitung„Tremonia“, Dortmund.

Westfälische Allgemeine Volkszeitung. Dortmund, Annener Zeitung,

Westfälischer Anzeiger, Hamm,

Westfälischer Volksfreund, Hamm.

Hellweger Bote, Unna.

Hörder Volksblatt,

Hörder Volksfreund, Schwerter Zeitung.

Hagener Zeitung,

Westfälisches Tageblatt, Hagen,

Westdeutsche Volkszeitung. Hagen,

Gelsenkirchener Zeitung,

Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung.

Wittener Volkszeitung,

Wittener Tageblatt,

Bochumer Anzeiger.

Castroper Zeitung,

Wanner Zeitung.

Soester Anzeiger,

Soester Kreisblatt.

der Dortmunder General-Anzeiger kostet ab 1. September 150.— M. monatlich. die Schwerter Zeitung 100.— M. aus­schließlich Bringerlohn.

die Pariser Verhandlungen.

Eine Erklärung Dr. Schröders.

Paris, 30. Aug. In der Vormittagssitzung der Reparationskommission hat der deutsche Bevoll­mächtigte Dr. Schröder eine Erklärung über die Bemühungen der deutschen Regierung, die Wieder­herstellungskosten aus den Reichseinnahmen und aus der inneren Anleihe zu decken, gegeben. Er schließt mit den Worten:„Der erwartete dauernde Erfolg der Maßnahmen ist durch zwei Untstände vereitelt worden, die außerhalb des Machtbereiches der deutschen Regierung liegen, nämlich einmal durch das Mißlingen der Beratungen des Anleihe= komitees und die Ermordung Rathenaus. In weni­ger als zwei Monaten ist der Dollar von 300 auf 2000 gestiegen und, das englische Pfund von etwa 1300 auf etwa 10000. Eine derartige Entwicklung macht jede Hoffnung auf eine Eindämmung der schwebenden Schuld für absehbare Zeit zunichte. Die Masse des deutschen Volkes ist von dem Schick­sal der Papiermark abhängig. Schon heute kann man sagen, daß das gesamte mobile Kapital Deutschlands vernichtet ist. In Wahrheit ist die Vernichtung der Mark ,auf die außenpoliti sche Lage und der immer längeren Verzögerung der Lösungen der Reparationen zurück­zuführen. Eine Heilung kann nicht durch Zwang, Bedrohung oder Diktat herbeigeführt werden, son­dern nur durch eine Wiederherstellung des Vertrauens auf der Grundlage der verständnisvollen Zusammenarbeit.“

Die Entscheidung und die Verantwortung für die Zukunft Deutschlands und Europas liegt nunmehr in Händen der Repko, insbesondere Frank­reichs. Die deutsche Regierung hat das äußerste Entgegenkommen bewiesen. Die Durchführung der Erfüllungspolitik hat Deutschland an den Rand des Abgrundes gebracht. Weiter gehen kann die Regierung nicht. Mögen sich die Repko und Frank­reich ihrer Verantwortung wohl bewußt sein und danach handeln.

*

Die französische Regierung ist nach den Meldun­gen der Pariser Presse immer noch in ihrer Hal­tung unnachgiebig. Nach dem„Echo Na­tional“ soll Poincaree sofort bei seiner Besprechung mit Dubois vor der heutigen Sitzung verlangt ha­ben, daß die französischen Vertreter in der Repa­rationskommission sich jedem Kompromiß widersetzen.

*

Der Ministerrat, der am Donnerstag vor­mittag im Elysee stattfinden sollte, und der über die Entschließung der Reparationskommission be­raten sollte, ist auf Freitag vormittag ver­schoben worden.

Katholiken Deutschlands einmütig Protest

er

die zurzeit das ienideal be­

vom deutschen Katholikentag.

Ueber die katholische Jugendbewegung

wurde eine Entschließung angenommen, in der u. a. ein wirksamer Ausbau des Jugendwohlfahrtge­setzes gefordert und die körperliche Ertüch­tigung der Jugend als Ziel der katholischen Jugendpflege bezeichnet wird.

Angenommen wurde schließlich noch eine Re­solution, in der die 62. Generalversammlung der

hebt gegen alle Bestrebungen, christliche Ehe= und Fami drohen.

Dic 3. Großtagung des Katholikentages war die Generalversammilung des Volksver­eins für das tatholische Deutschland. Ste­gerwald hielt die Hauptrede über das Thema: „Wirtschaftlicher Wiederaufbau und deutsche Volksgemeinschaft.“ Er ging in seinem Vortrage vom Sozialismus und Katholizismus aus. Den Sozialismus nannte er den Vertreter des mater­ialistischen Prinzivs, das die Massen der recht­losen, scelischen Verelendung zugeführt hat. Der Sozialismus wirkt gemeinschaftezerreißend. An­ders der Katholizismus. Er stellt dem Materialis­mus des Sozialismus die göttlichen, ideellen Sit­lengesetze, gegenüber, er baut die Volksgemein­schaft auf sittlicher Grundlage auf. er lehrt, daß die Arbeit nicht Zwang, sondern Gemeinschafts­dieust ist.

Der Katholiziomus und der Protestantismus müssen Hand in Hand gehen, um einen starken Wall gegen die materialistische Weltauf­fassung aufzurichten.

Auf Deutschlands wirtschaftliche Verhältnisse übergehend, stellte Stegerwald folgende Forde­rungen auf: In der Ernäherungsfrage muß das gespannte Verhältnis zwi­schen Stadt und Land ausgeglichen werden; in der Wirtschaftspolitik müssen alle Schichten und Kreise mitwirken, aber nicht in so­zialistischem, mechanischem Sinne, sondern aus innerer seelischer Notwedigkeit her­aus, aus dem Gemeinschaftssinn jedes Einzelnen.

Kreislag des Tandtreiste heter.

1700 Prozent Kreissteuer- 300 Prozent Wohnungsbauabgabe­

Einrichtung von

Unter dem Vorsitz des Herrn Landrats Hans­mann tagte gestern im Sitzungssaal des Kreis­hauses der Kreistag des Landkreises Hörde, der eine außerordentlich reichhaltige Tagesordnung

24 Punkte— zu erledigen hatte. Das Hauptin­teresse der etwa siebenstündigen Verhandlungen, an der 30 Kreistagsabgeordnete teilnahmen, kon­zentrierte sich auf die Festsetzung des Haushaltsplanes für 1922 und Beschlußfassung über die Aufbringung des Kreisfehlbetrages.

Der Haushaltplan, den der Vorsitzende kurz erläuterte, dabei ein Bild über die finanzielle Lage des Kreises gebend und auch bei eventl. Aenderung der vorgeschlagenen Steuersätze, die Möglichkeit eines Nachtragsctats streifend, schließt ab in Einnahme und Ausgabe auf den Be­trag von 44 502 236,67 M.

Die„Einnahmen setzen sich wie folgt sammen: Zinsen und Abtragungen von angeleg­ten Kapitalien 353 423 MA. Einnahmen aus Kreis­eigentum und Kreiseinrichtungen 1031300 K, Wohlfahrtspflege 6916 423 esl, darunter sind die Einnahmen aus dem Kinderheim Binz mit 382850M angesetzt, aus dem Heim in Schwerte mit 101 500) Stuern und Gebüh­ren 17509605 M gegen 12 867969 A im Vorjahre. einschl. der vom Reich überwiesenen Anteile an der Einkommen= und Körperschaftssteuer in Höhe von 775 321,19 K. Ueberweisungen aus anderen Be­ständen 4183,95 J. wieder einzuziehende Posten 559 864 M. durchlaufende Einnahmen 12 333 900 A. vorübergehend angelegte Kapitalien 20,000 K, Einnahmen aus dem Kreiswasserwerk 14 407.A. Insgemein 20000 M. außerordentliche Einnahmen 5000000 M. Kriegsschuldenzwecke 559619.ll.

Unter den Ausgaben finden wir folgende Posten: Sachliche Kosten der Kreisverwaltung 175 840 J. persönliche Kosten 2559 604 A. Provin­zialbeiträge 4022022 K. Zinsen der Kreisschuld 136 409,65 M. Gebühren, Beiträge und Steuern 212 296,22 M. auszuzahlende Posten 33510,40 MA. durchlaufende Ausgaben 12 333900 M. anzulegende

Kavitalien 200 000 M. Unterhaltung der Kreis­straßen 7968 288 M. Kreitzeinrichtungen 5 417 665 J. Vereinsbeiträge 23 802 A. Wohl­fahrtspflege 8744 428 ef, darunter das Wohlfahrtsamt mit 3252 110,39 M. die Kreisfür­sorge mit 4511487 M. die Kinderheime in

Schwerte und Vinz mit 211 600 bezw. 736 201 KK. Pensionskassenbeiträge 193906 M. insgemein 1 164 863 M. Kriegsschulden=Tilgungszwecke 715 700

Der Fehlbetrag in Höhc von 16523029+ soll durch Zuschläge auf die Einkommen= und Realsteuer gedeckt werden und zwar sollen von ersterer ein Zehntel— 195 Proz., von letzerer nenn Zehntel= 1763 Pros. zur Erhebung kommen.

Herr Vitrgermeister Rohrmann, wünschte eine anderweitige Verteilung der einzelnen Posi­tionen auf der Einnahmenseite, die insgesamt ein Mehr von 1 Millionen ergeben würden. Er führte hierzu im einzelnen u. a. aus: Die Not der Ge­meinden ist ungeheuerlich; sie können trop aller Bemühungen die Mittel nicht mehr aufbringen. sie müssen Bauten einstellen, sie müssen unauf­schiebbare Arbeiten zurückstellen und sparen, wo es möglich ist. In diesen Röten muß auch der Kreis sich einschränten und alles zurückstellen, was nicht unumgänglich notwendig ist. Der Kreis darf nicht aus dem Vollen schöpfen, während die Gemeinden darben. Es muß gespart werden. um so mehr als ja die Kreissteuern 1763 Prozent letragen sollen, eine Belastung für die Gemeinden des Kreises Hörde von 16 ½ Millionen AA. Diese Lasten können verringert werden, indem wir die Ansätze in den Einnalmen des Haushaltplanes auf das rihtige Maß bringen und die überhaust nicht berücksichtigten Einnahmen nachträglich noch einsetzen: Es fehlt unter dem Abschnitt Ueber­schüsse aus Vorjahren der Betrag. Ein Betriebs­stock ist vorhanden, er hätte angegeben werden müssen. Die Einnahme aus dem Wasserwerk ist zu gering; statt 350 000 M können unbedentlich 500000 M eingesetzt werden. Die Abgabe des Westfäl. Verb. Elektrizitätswerks ist ebenfalls zu