Hörse

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1922

=Verein, Schwerke

der Berliner Börse

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Mark:

am 28 6. am 24. 8. 10886,30 14581.75 31260,80 42696,55 6466,90 8838,90 11435,60 15330,80 56329,50 76903,75 6466,90 8789.—

38352,— 52534,25 27565.50 37652,85 5068,65 6441,90

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Amäßige Beilagen:

Schwater Hausfron und Mutter.

Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allertel. Kinderzeitung Unser Blatt u Unter­daltungs- u. Nomanbeilage. n Spiel, Sport und Curnen. u Ledensbild. Kunk u. Willen.n Gartenratschläge.

Verdunden mit: Cageblatt und Anzeiger Schwerter Deikszeitung Schwerter belksblatt

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Erstes und ältestes Cogesorgan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde.

Die Schruer Tähur

werktäglich.= Hauptgestp### Druck und Verog: Carl Brauc.

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Korl Nichter; Stadt und Provinz

Staokr=Ktaau,äntich n Schmrct.

Nr. 200

Samstag, 26. August 1922

55. Jahrgang

Zum Geleit.

Gottes Gnade erhält uns an unserem Ort in der Geschichte und gibt uns nicht irgendwelche uns wünschbar scheinende Vollkommenheiten, sondern die Befähigung, an dem Ort, an dem wir stehen, das zu tun, was jetzt recht und gut vor Gott ist.

Schlatter.

Die Lot des Valeriandes.

Neueste

Das Ergebnis der Berliner Bespre­

chungen liegt noch nicht vor.

*

Die katastrophale Markentwer­tung schreitet mit Riesenschritten fort; die all­gemeine Wirtschaftslage wird bedroh­lich.

*

Bundeskanzler Seipel trifft in Verona mit dem italienischen Außenminister Schanzer zu­sammen.

Beim schafts über den

Reichskanzler sind die Gewerk­führer noch versammelt, um mit ihm furchtbaren Ernst der Lage zu beraten.

Der französische Ministerpräsi­dent ist gestern vorm. von seiner Reise durch

Nordfrankreich nach der Hauptstadt zu

zurück­

gekehrt. Auf heute vorm. ist im auswärtigen Amt ein Ministerrat unter dem Vorsitz Poin­carees einberufen.

Der deutsche seinen Berliner kanzler gestern

Gesandte Dr. Mayer ist nach Besprechungen mit dem Reichs­wieder in Paris eingetroffen.

Der Deutsche Katholikentag wirft bereits seine Schatten voraus. Die ersten Sonderzüge trafen bereits in München ein. Sie kommen aus Leipzig, aus dem Rheinland und aus dem Saar­gebiet. Die Anmeldungen aus Tirol waren so zahlreich, daß die Eisenbahn den Ansturm nicht be­trältigen konnte und mehr als die Hälfte zurück­gewiesen werden mußten. Die Tiroler werden ihr historisches Tiroler Landsturmkreuz mitbrin­

gen, das von 20 Männern getragen werden muß.

*

Zwischen den Vereinigten Staaten u.

Großbritannien sind Verträge über die Lieferung von 600000 Tonnen syrischer Kohle innerhalb der nächsten Monate abge­schlossen worden.

*

Blättermeldungen zufolge steht, die Ver­öffentlichung des Buches Asquiths als Er­widerung auf die Memoiren des Kaisers von Deutschland bevor.

Der Wirtschaftsrat in Moskau hat den Vorschlag betreffend Konsularrevision zwi­schen Rußland, der Türkei und Persien gebilligt.

Nachdem die Frage der Ausgleichszah lungen auf dem Wege einer gütlichen Rege­lung angelangt ist, werden die„Retorsions­maßnahmen“ aufgehoben werden. Die Maßnahmen gegen die Deutschen, die am 12. Aug. ausgewiesen wurden, bleiben bestehen.

Vermischte Kunde.

Der Zentralverband deutscher Handelsvertre= ter=Vereine und der Verband reisender Kaufleute Deutschlands haben eine Ar­beitsgemeinschaft begründet, um nicht an Zirei verschiedenen Stellen eine wesentlich gleich­artige Arbeit zu leisten. Zugleich wurde eine Zentralstelle geschaffen, die sich ausschließlich den Verkehrsfragen widmen soll.

Bahnlagerndes Expreßgut und beschleu­nates Eilgut werden anläßlich der Leipziger Herbstmesse in den Tagen von Dienstag, den August, bis Sonntag, den 27. August nur auf dem Zollgüterschuppen des Magdeburg=Thüringer Bahnhofs ausgegeben.

In Berlin geheimnisboll zu Ende!

Berlin, 26. Aug. Amtlich wird mitgeteilt: Die offiziösen Besprechungen mit den Herren John Bradburn und Mauclere einerseits und dem Reichstanzler u. dem Reichsfinanz­minister andererseits, die am Montag begon­nen hatten, wurden zu Ende geführt, und die Ver­treter der Reparationskommission sind nach Paris zurückgekehrt. Obwohl man nicht sagen lann, daß diese Verhandlungen bis jetzt ein positives Ergebnis gehabt haben, so sind doch verschie­ene Anregungen gegeben und ge­prüft worden. Die Vertreter der Repara­tionskommission glauven jetzt in der Lage 3u sein, der Reparationskommission über die gegen­wärtige Lage Deutschlands Auskunft zu ge­ben, was der hauptsächliche Zweck ihrer Reise nach Berlin war, sowie die Reparations­kommission über die obenerwähnten Anregungen zu unterrichten.

Das„Berl. Tageblatt“ glaubt zu wissen, daß mit einer Fortsetzung der Besprechungen in Pa­ris gerechnet werden kann.(?)

s: Haß und Nachsucht haben sich überboten.

London, 26. Aug.„Manchester Guardian" schreibt: Wir haben Rußland fallen sehen und dabei nicht geholfen, wir haben beobachtet, wie Oesterreich ihm folgte und haben nichts versucht, seinen Fall aufzuhalten. Wenn Deutschland ebenfalls fällt, so wird das nicht teilweise, wie im Falle Rußlands und Oester­reichs, sondern ganz das Werk der Alli­ierten sein. Deutschland hätte das gesamte zerstörte Gebiet wieder berstellen können und hat sich auch dazu erboten, aber Haß und Rachsucht haben sich überbo­

ten, und die Alliierten mit England an der Spite haben eine Rechnung eingesandt, die kein Land der Welt hätte bezahlen können.

Die Reichsregierung warnt vor Streits.

Bei Besprecbungen des Reichstanzlers mit Führern der gewerkschaftlichen Spitzenorganisa­tionen über die gegenwärtige Wirtschaftslage wurde seitens der Regierung gebeten, alle Streik­absichten möglichst aufzugeben, namentlich solche Streits, die die Ernährung der Bevölkerung ge­fährden.

in Appell in höchster Not.

TII. Berlin, 26. Ang. Der Gesamtver wand der christlichen Gewerkschaften Deutschlands hat folgendes Telegramm an den internationalen Bund der christlichen Gewerkschaf­ten(Sitz Urrecht). sowie an die Gesamtver­bände der christlichen giens, Italiens, der Schweiz gerichtet:

Deutschland eilt der Wirtschaftskata­strophe und dem Aufruhr im Innern mit Riesenschritten zu. Deutschland scheidet neben Rußland mit 60 Millionen Verbrauchern in kurzer Zeit vom Weltmarkt ganz aus. Dadurch werden alle Industrieländer aufs schwerste ge­schädigt. Die Arbeitslosigkeit muß in kurzer Zeit zunehmeh. Wir beschwören den christlichen Geist, mitzuhelfen, dieses neue Verhängnis abzuwenden und an zuständiger Stelle einzugreifen, ehe es zu spät ist.

Ein Aufruf der SP2.

TU. Berlin, 26. Aug. Der„Vorwärts“ veröf­fentlicht einen Aufruf des Parteivorstandes der S. P. D. an die Arbeiter, Parteigenossen, Repu­blikaner. Es wird darin aufgefordert, jeder Panik zu wehren und Geldspenden für die Partei zu übermitteln.

Gewerkschaften Frankreich

seiner

allen

die letzte Woche.

Hal Poincarce mit seiner Rede in Vaterstadt Bar=le=Duc. durch die er vernünftigen politischen und wirtschaftlichen An­schauungen den Fehdehandschuh im Namen Frank­reichs hinwarf, wirklich seinen Rubikon über­schritten? Es will scheinen, als hätte er für einen solchen folgenschweren Entschluß etwas zuviel Worte gemacht. Stand seine Entscheidung felsen­feft, so hätte er auch nicht darein willigen brau­chen, daß die beiden Mitglieder der Reparations­kommission zu neuen Verhandlungen nach Berlin reisten, sondern er hätte ihnen eine gebundene Marschroute mit auf den Weg geben können. Viel­leicht, wahrscheinlich kommt bei den Berliner Be­sprechungen nicht viel heraus, aber das letzte Wort würde es dann noch immer nicht gewesen sein.

*

Bei den Lebensmittelpreisen, wie sie jetzt sind. wäre es für Deutschland ganz gewiß eine Herzens­erleichterung, wenn wir den Druck der Bank noten einschränken könnten, um die Preise ber­abzumindern. Wenn Poincaree uns ein wirklich praktisches Mittel sagen könnte, um eine Besse­rung zu schaffen, würden auch wir uns freuen, aber da hapert es. Und mag die Sekulation noch soviel Schuld an dem Emporsausen des Dollars tragen, sie nimmt doch die französischen Fechter­kunftstücke gegen uns zum Vorwand für ihr Trei­ben. Mag der Mann von Bar=le=Duc nur die Jagd gegen Deutschland abblassen, das wird noch die größte internationale Nützlichkeit in der ge­genwärtigen Politik sein. Deutschlands Kredit kann aber nicht steigen, wenn wir wertvollen deutschen Besitz aus der Hand geben, wie dies Poincaree mit der Verpfändung der fis kalischen Ruhrbergwerke, und der linkerheinischen Domänenforsten fordert.

Die Anwesenheit des österreichischen Bun­deskanzlers Dr. Seipel in Berlin er­innert uns schon zu sehr an trübe Schicksale der Gegenwart, als daß uns jemand noch besonders darauf aufmerksam zu machen brauchte. Es wird vorteilhaft sein, daß sich der Wiener Staatsmann mit dem deutschen Reichskanzler ausgesprochen hat, aber von finanziellen Aktionen oder von An­schlußplänen Oesterreichs an Deutsch­land kann bei den beiderseitigen Verhältnissen keine Rede sein. Von der Entente ist teine ilfe zu erwarten, und es bleibt also un­seren Landleuten an der Donau nichts anderes übrig, als wegen der Einfuhr der nötigen Lebens­mittel mit seinem Naybaritaaten, den Italienern und Tschechen, zu aktordieren, die sich auf Kosten der ehemaligen habsburgischen Monarchie berei­chert haben. Daß in Rom und in Prag der Ego­

ismus zu Hause ist, ist bekannt. Aber schließlich

darf doch die Gemeinsamkeit der wirt

schaftlichen Interessen nicht vergessen

werden.

Ein anderes Bild in diesen Tagen bot die An­wesenheit des Feldmarschalls v. Hindenburg in München, das auch Ausländer, die in der Isarstadt anwesend waren, tief bewegt hat. Das war ein Feiertag, wie in der vergangenen Zeit. In diesem Aufschwunge der Gefühle wird, auch die letzte Spur der Meinungsverschiedenheit ver­gehen, die seit dem Beginn des Sommers zwischen Berlin und München bestanden hat.

*

Verbot einer vaterländischen Kundgebung in München.

TU. München, 26. Aug. Die auf dem Königs platz anberaumte Kundgebung der Vereinigungen vaterländischer Verbände hat gestern abend nicht stattgefunden, da der Königsplatz durch eine Hun­dertschaft der Landespolizei und der Shutzmann­schaft vollständig abgesperrt war.

berlligung und Joealismus.

Zur letzten Rede des Präsidenten Poincaree.

Von Wilhelm Georg.

Ein häßlicher, jede harmonische Wendung scharf zerreißender Auftatt zu den Berliner Verhand­lungen der Reparationskommission ist die Sonn­tagsrede des französischen Ministerpräsidenten in Thiaucourt. Sie paßt allerdings zu der bisherigen Politik Poincarces!

Auch wer eine weniger altive Natur ist, wird sich wundern, daß angesichts dieser Drobreden das deutsche Voll nicht aus seiner Letbargie erwacht und dadurch der Welt den Beweis des Fortlebens und des Fortschaffens geben will. Der Engländer beispielsweise wird es nicht verstehen, daß große Teile des deutschen Volles, die doch bei anderen innervolitischen Angelegenheiten für ihre An­sprüche, kräftig demonstrieren, angesichts des drohenden Unterganges Deutschlands sich mit einem schwachen papierenen Protest begnügen. Die Worte Vergils, daß dem Besiegten nur ein Heil bleibt, am Heil zu verzweifeln, sind eine Philoso­phie. die uns heute nicht mehr recht liegt.

Daß mit den Forderungen Poincarces,(Be­schlagnahme der Wälder und der Bergwerke, Aus­dehnung der Zollgrenze nach dem Osten) nicht nur unsere Selbständigkeit begraben, sondern auch der Staatsbankrott herbeigeführt wird, ist ohne wei­teres klar. Und was ein Staatsbankrott in einem Reiche von der wirtschaftlichen Bedeutung und mit den Außenhandelsbeziehungen Deutschlands be­deutet, ist wohl ebenfalls klar.

In einer Berliner Zeitung hal dieser Tage je­mand auseinander gesetzt, was die prachtvollen Wälder, die mit ihrem Hochbestand Milliardenwerte repräsentieren— Wälder, auf die es der Franzose abgesehen hat, für das Rheinland bedeuten. Schon einmal vor mehr als hundert Jahren haben fran­zösische Habgier und Rachsucht diese Wälder zer­schlagen, und es bedurfte mübselisster jahrzehnte­langer Arbeit, um neue Forstkulturen in Wälder zu verwandeln. Der französische Dichter Viktor Hugo, der in seinem Vorwort zu„Les Burg­graves“ von den Rheinufern spricht, die er wie Thessalien ein mertwürdiges und wundervolles Schlachtfeld nennt, sand trotz seines französischen Herzens ergreifende Worte für dieses schwerge­prüfte deutsche Land.„Dort ist in der Tat wie Thessalien alles zerblitzt, verwüstet, zerrissen, zer­stört; alles trägt das Gepräge eines tiefen, blu­tigen unversöhnlichen Krieges an si.b. Kein Felsen der nicht eine Feste, keine Feste, die nicht ein Trümmerhaufen wäre; der Engei der Vertilgung ist darüber hinweggeschritten...“

Will Peincaree ein„Engel der Vertilgung“ sein? Ja. Schwefelgestant durchdringen die Reden dieses Lothringers, der mit dem Korsen den Sa­diemus, nicht aber das Genie gemein hat.

zur Charatieristil des französischen Minister­präsidenten: Ein deutscher Diplomat, der wieder­holt Dentschlands Vertreter bei den Haager Schiedsgericht sverhandlungen gewesen, unterhielt sich vor einiger Zeii mit einem hervorragenden

holländischen Politiker, der Herrn Poincaree sehr genau sennnt, der ihn schon kannte, alster noch Advo­kat in Paris war. Er sagte:„Halten Sie Poin­eine Wage hin, und legen Sie auf die eine Seite alle Goldmilliarden, die Deutschland gemäß dem Diftar von Versailles zu zahlen hat, auf die

audere Seite der

Wage legen Sie ein Dokument.

Jollarkurs am 25. 8.= 1847,68 M.

in dem ihm das Recht der Zertrümmerung und Verwüstung Deutschlands eingeräumt wird; er greift nach dem Dolument! Dus ist der Spieler Peincaree!"— So weit der holländische Staats­mann.

Die Geschichte hat ihre Tiger. Herr Poincarce wird sich als ehemaliger französischer Kultusmini­ster zweifellos mehr mit dem vorhin erwähnten Denker und Philosophen Viltor Hugo. in dem nach dem Urteil eines Kritikers die napolconische, die bourvonische und die republikanische Zeit Frank­reichs im 19. Jahrhundert verkörpert war, befaßt haben, als es die meisten seiner Landsleute heute zu tun pflegen. Vielleicht kennt er auch die Stelle in des Dichters Schrift, ing der es prophetisch