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Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter.
Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt n Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spie, Sport und Curnen. m Ledensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge.
Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt
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Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde. Holzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde.
Die„Schwerter Zeitung“ erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Car Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Dostscheck Dortmund 2522 Verontwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und Provinz: Fliedr. Kraas; sämtlich in Schwerte.
Nr. 103
3. Mai 1922.
55. Jahrgang
Zum
Ziel erkannt,
Kraft gespannt,
Pflicht getan,
Herz obenan.
Heinrich von Stephan(1831—07).
Für eilige Leser.
Neuigkeiten aus Nah und Fern.
Nach dem Zahlungsplane des Londoner Ultimatums beträgt die Kriegsschuld Deutschlands und seiner ehemaligen Verbündeten 9240 Milliarden Papiermark.
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Dr. Hermes und Dr. Havenstein werden heute und morgen den Parteiführern Bericht über den Gang der Verhandlungen in Genua erstatten.
Bei der zu Ostern im Völkerbundspalast in Genf abgehaltenen internationalen Konferenz betr. Esperanto in Schulen waren ständig Vertreter des Völkerbundes als Gäste anwesend. Die gewonnenen Eindrücke werden nicht ohne Rückwirtung auf die im Herbst stattfindende Tagung des Völterbundes bleiben, die sich mit der Einführung des Esperanto beschäftigen wird.
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Ein Deutscher, der als wahrhaftiger„König" in Amerika lebte, ist kürzlich in San Francisko gestorben. Vor 30 Jahren ging er auf die F#dschkiInseln, einer englischen Inselgruppe in Ozeanien, heiratete dort eine junge Prinzeffin und wurde später nach dem Tode ihres Vaters von den Instilanern zum„König" ausgerufen. und sogar feierlich„gekrönt". Die Bundesregierung, mußte diesen eigenartigen König, der über 132 Eilande herrschte, als solchen anerkennen.
Um dem russischen Volke zu beweisen, wie ungeheuer viel die eigene Hilfskommission für die Hungernden tut und wie wenig das Ausland für sie übrig hat, gab die Sowjet=Regierung ein 50 Seiten starkes Heft am 15. März heraus. Nur 17 Zeilen sind der Auslandshilfe gewidmet! Der Sammlungsertrag in Holland wird darin mit „ca. 3000(holländische) Gulden“ angegeben er betrug aber in Wirtlichteit 791000 Gulden!! Von diesen kamen allein 750000 Gulden(1967000 K) aus Deutschland.
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Die Vereinigung der deutschen ArbeitgeberVerbände wurde im Jahre 1913 mit 61 Verbänden und rund 1,5 Millionen Arbeitern gegründet. ist sie einer der stärksten Organisationen. dem Geschäftsbericht für 1921 gehören ihr heute 215 Verbände mit rund 100000 Betrieben und fast 8 Millionen Arbeitern an.
Der Schreiber der„Nic Carters"=Romane, Rensalleraden, der in seinen Werken, deren Zahl weit über 1000 beträgt, erfolgreich mit den zahllosen„Sherlock Holmes“=Geschichten konkurrierte, hat sich in einem Newyorker Hotel erschofsen. Der fruchtbare Schxiftsteller hat mit seinen Einfällen fast die gesamte Produktion der amerikanischen Filmmanuskriptproduktion beherrscht.
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Der Herzog Ernst August von Braunschweig, der Schwiegersohn des Kaisers, wird mit seiner Familie nach München übersiedeln.
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Die erste Lordentliche Mitgliederversammlung des deutschen Roten Kreuzes wurde vom 26. bis 28. April unter starker Beteiligung aus ganz Deutschland in Berlin abgehalten.
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Einen übereilten Selbstmord durch Erschießen beging in Ansbach der Steuerassistent Franz Weber, nachdem bei ihm ein Fehlbetrag von einigen tausend Mark festgestellt worden war. Nach der in Verwirrung und Kränkung vollbrachten Tat stellte sich heraus, daß bei der Abrechnung nur ein Irrtum unterlaufen war.
In Lehe in Westfalen hielt sich ein angeblicher Eugen Nonn ein Jahr lang unangemeldet auf. In dieser Zeit verstand er es, sich 33 Bräute anzuschaffen, von denen er sich mit Geld und Wertsachen beschenken ließ. Nun ist er von Lehe mit kaufmännischen Angestellten, die ihrem Arbeitgeber 30000 Mk. unterschlagen haben, durchgebrannt. Von Bremen hat der Don Juan an sämtliche „Bräuto“ geschrieben.
Auf Schloß Wendgraben bei Magdeburg wurde der Rittergutsbesitzer von Lübeck und Ballenstedt, als er mit seiner Braut, Fräulein von Wulffen, im Walde spazieren ging, von einem Forftlehrling der ein Gewehr einschießen wollte, aus Versehen erschossen.
Eine lebendige junge Eidehse verschluckte im Sommer 1917 eine ältere Frau beim Trinken aus dem Bache Die Frau litt seitdem mehr und mehr an Appetitlosigkeit. In letzter Zeit fühlte sie immer stärkeres Kratzen und Wühlen im Magen, glaubte aber an ein Magenleiden. Wohl wegen Nahrungsmangel kletterte die Eidechse den Mazenkanal hoch, was die Frau fast zum Ersticken brachte. Sie konnte das etwa 15 Zentimeter großr, noch lebende Reptil greisen und von sich schleudern.
Aus Konstantinopel wird mitgeteilt, daß dort socben das jüngste Ehepaar der Welt, wie es die dortige Presse nennt, geschieden wurde. Die Frau, #rencinze zwölf Jahre zählt, verlangte die Trennung ihrer Ehe von ihrem im reifen Alter von dreizehn Jahren stehenden Mann wegen„unüberwindlicher Abneigung". Die beiden waren im ganzen sechs Monate verheiratet.
Anläßlich der Beratung über das Wohnungsabgabengesetz wandte sich der deutschnationale Abgeordnete Bazille scharf gegen den Achtstundentag, der zu einer Verelendung der Massen führe.
nopol über die Naphtha=Erzeugung und den Naphthaverkauf in Rußland übertragen und ihnen die Petroleumgebiete von Baku und Grosuy in Pacht geben. Die Amerikaner in Genua verhehlen ihr lebhaftes Mißvergnügen über diesen Vertrag nicht, weil nun die Standard Oil Company weniger Aussichten hat, Petroleumkonzessionen zu erhalten.
Was Genua den Deutschen kostet.
Die kosten für die deutsche Genuadelegation betragen täglich etwa 150000 Mark. Unterkunft und Verpflegung belaufen sich allein auf 100000 Mark pro Tag. Diese Preise gelten noch als sehr bescheiden, Deutschland tritt in Genua äußerst sparsam im Gegensatz zur Entente auf.
Lenins Befinden.
Lenin
Nach einem sorben erschienenen, unter anderem von dim deutschen Prosessor Borchardt unterzeichneten Kommuniquee ist Lenin operiert worden Es wurde eine Kugel, die er beim Attentat der revolutionären Sozialisten im Jahre 1918 erhalten hatte, entfernt, wobei das Vorhandensein einer tieren Wunde se###gestellt wurde, die die Form eines Kreuzes trug. Die Wunde wurde genäht ind am 27 Zäden der Nahi entfernt werden.
Als nach dem Weltkriege die Throne zusammenbrachen, hat es wohl nicht an Menschen gefehlt, die felsenfest überzeugt waren, daß die Einigung aller Völker erzielt sei, und daß hierbei die Arbeiter eine führende Rolle erlangen würden. Im politischen Leben Deutschlands ist der Arbeiterschaft eine hervorragende Stellung zuteil geworden, aber bei der Entente ist ihr Einfluß auf die Staatsgeschäfte gering, so gering, daß dort überhaupt kein ernster Anlauf unternommen wurde, um Deutschland zu einem kleinen Bruchteil seines guten Rechts zu verhelfen. Jeder Arbeiter im Lager der Kriegsgegner wußte oder mußte wissen, daß Deutschland unter Voraussetzung der 14 Punkte Wilsons den Waffenstillstand abgeschlossen hatte und daß uns diese Voraussetzungen nicht gehalten sind. Und wenn auch die französischen Arbeiter von einer Weltmaifeier reden, so haben sie doch die Rede ruhig hingenommen, die der Ministerpräsident Poincaree in Bar-le=Duc gehalten hat, und die alles andere eher bedeutet, als den Frieden in der Welt zu fördern— blutige Schlacht!
Statt eines Bechers voll reiner Maifreude und froher Lebenslust wird Europa ein Pokal voll Sorgentropfen und unabsehbarer Zukunftsmöglichkeiten dargeboten. Wird das Unwetter, das Deutschland 1918 heimsuchte, auch die Ernte des Chauvinismus in Frankreich zerschlagen? Man sollte annehmen, daß nach den mehr als vier Jahren Weltkrieg und den folgenden Jahren wirtschaftlicher Misere sich kein Volk einen neuen zug aufzwingen lassen wird, auch wenn seine Möglichkeit an die Wand gemalt wird. Es ist ja auch damit zu rechnen, daß sich hier noch ein Stück Aprilwetter zeigt, daß den rauhen Worten wieder besänftigende Töne folgen werden, aber darüber gibt es keine Täuschung, daß in der Welt nicht weniger, sondern mehr Zündstoff für eine Katastrophe aufgehäuft ist als 1914.
Russisches aus Genua.
Genna, 2. Mai. Die Unterkommission für russische Angelegenheiten beriet von 4 bis 7 Uhr. Sämtliche Artikel des für Rußland bestimmten Memorandums wurden durchberaten und angenommen. Der Vorschlag Jaspars betreffend die Rückstellung des Privateigentums wurde abgelehnt; deshalb unterzeichnete dieser das Protokoll nicht. Barthou dagegen stimmte diesem zu, allerdings unter der Voraussetzung, daß die französische Regierung diesen Beschluß ratifiziere. Barthou wird morgen früh Genua verlassen.
Genna, 2. Mai. In der gestrigen Sitzung der Unterkommission für russische Angelegenheiten wurde Artikel 2 in folgender Fassung angenommen:
Entsprechend der Resolution von Cannes erkennt die Sowjetregierung alle Schulden und öffentlichen Verpflichtungen an, welche der russische Staat einging oder garantierte, und zwar die kaiserlich=russische Regierung sowohl als die provisorische von Kerenski.
Um Rußland die Wiederherstellung und den Aufbau seiner Kredite zu erleichtern, sind die Gläubigerstaaten bereit, für den Augenblick von Rußland weder die Zahlung des Kapitals noch der Zinsen von jenen Vorschüssen zu fordern, welche der russischen Regierung während des Krieges gemacht wurden.
Die Alliierten könnten aber nicht zugeben, daß sie irgend eine Verantwortlichkeit für die Schäden zu tragen hätten, welche Rußland während der Revolution erlitten habe.
Petroleumkonzessionen in Sowjetrußland.
Paris, 2. Mai. Der Genueser Korrespondent des Oeuvre meldet, daß zwischen der russischen Abordnung und englischen, holländischen, belgischen und deutschen Petroleumgesellschaften, namentlich von der Shell=Company und der Royal Dutch=Company, gestern ein Abkommen unterzeichnet wurde. Die Sowjetregierung wird den genannten Gesellschaften das Mo
rgen.
Selbst im Mai 19¼, als der Welttrieg nur noch drei Monate entfernt war, lag über Europa nicht eine solche Beklemmung wie heute. Es fehlte damals nicht an Leuten, welche den Zusammenstoß in Bälde erwarteten, aber sie rechneten damit, daß er wie ein Gewitter die Luft reinigen und wieder ruhige Verhältnisse für Handel und Wandel" schaffen werde. Daß acht Jahre später die Zustände in unserem Erdteil noch schlimmer sein würden, als damals, das konnte niemand ahnen, und noch weniger, daß wenige Jahre nach einem großen Kriege von einer Wiederholung desselben gesprochen werden würde, wie es jetzt in Genua geschehen ist. Die Möglichkeiten von 1911 bestehen 1922 wieder, nur daß sich die Front geändert hat durch die deutsche Niederlage. Es sind nur Möglichkeiten, die hoffentlich keine Tatsachen werden und das alte Volkswort sagt:„Du sollst den Teufel nicht an die Wand malen."
Als vor Jahren die Arbeiterparole durch die Welt klang:„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“— galt sie den Meinungsverschiedenheiten im Arbeitsleben. Es ist heute, nach mehreren Jahrzehnten, nicht zu einem solchen allgemeinen Bruche zwischen Unternehmern und Arbeitern gekommen; trotz allem, was die Menschheit erlebt hat,(uns es war schwer genug) hat sich die Erkenntnis stets von neuem durchgesetzt, daß die verschiedenen Faktoren auf einander angewiesen sind, wie Kopf und Hand, daß sie sich gegenseitig nicht entbehren können. Das ist die eigentliche Maifreude gewesen, darin liegt die Hoffnung auf eine ständige Weiterentwicklung zum Guten in der Zukunft. Die Kontraste sind groß, aber die Einsicht, daß schließlich doch die Einigung die Vorbedingung der Existenz ist, beseitigt Schroffheiten, die sonst gefährlich werden könnten. Diese Einsicht tritt heute mehr und mehr hervor, wo feststeht, daß eine internationale Einigung der Arbeiter selbst in Fragen der schlichten Gerechtigkeit nicht herbeizuführen war. Sonst wären die Maisorgen in Europa nicht so groß, wie
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Die Zeitung zu teuer!
lange haven die deutschen Zeitungen, die von eher willig den berechtigten Notrufen aus allen Kreisen des Volkes ihre Spalten öffneten, das
eigene wirtschaftliche Mitgeschick schweigend ge
tragen. Erst in letzter Zeit hat auch die deutsche Presse in ihrer Gesamtheit unter dem Druck unerhörter Preissteigerung aus dem Rohmaterialien= markt und unerträglicher steuerlicher Belastungen lauter und eindringlicher ihre Stimme in der Oeffentlichkeit erhoben und auf die Gefahren hingewiesen, die den hohen geistigen und Kulturinteressen des deutschen Volkes bei einem Niedergang des Zeitungswesens drohen. Die Regierung hat sich der Erkenntnis von der Notwendigkeit der Erhaltung einer leistungsfähigen Presse nicht länger verschließen können und zunächst Maßnahmen zur Unterbindung der wilden Papierausfuhr ins Auge gefaßt. Auch der Reichstag hat durch die angenommene Staffelung der Inseratensteuer der schweren Not der deutschen Presse Rechnung tragen wollen. Fahnenflucht wäre es, wenn in dieser schwierigen Lage die Leser ihrer Zeitung untreu werden wollen, weil diese in etwa ihren Abonnementspreis den Unkosten angleichen muß. Man bedenke, daß der Papierpreis nach und nach auf das Fünfzig= bis Sechzigfache der Vorkriegszeit gestiegen ist. Diese Zahlen sprechen für sich selbst. Sie, beleuchten blitzartig die Schwierigkeiten, mit denen die Zeitungen heute zu kämpfen haben. Dazu kommen die gewaltigen Ausgaben für die übrigen sprunghaft gestiegenen Materialien zur Herstellung der Zeitungen, die Unsummen für Maschinen, Kohlen, Berichterstattung, Telephongebühren, Transport= und Postgebühren und die fortgesetzt gestiegenen Löhne und Gehälter. In Wirklichkeit ist aber die Zeitung in der. Preissteigerung hinter anderen Dingen des täglichen Bedarfs erheblich zurückgeblieben; jeder kann sich durch einfache Vergleiche davon überzeugen. Man vergleiche den monatlichen Bezugspreis der „Schwerter Zeitung" und das dafür Gelieferte mit der Leistung irgend eines anderen Gewerbes für den gleichen Betrag: der klaffende Unterschied wird in Erstannen setzen. Wie verhältnismäßig