Regelmäßige Veilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter.
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Die„Schwerter Jeitung" erscheint
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Nr. 65
Freitag, 17. März 1922
55. Jahrgang
Zum Geleit.
Noch sind wir nicht verloren! Noch sind wir zu retten! Aber nur durch uns selbst. Wir brauchen zur Wiedergeburt keine fremden Geburtshelfer, nicht fremde Arznei, unsere eigenen Hausmittel genügen. Denn immer geht vom Hauswesen jene wahre und beständige und echte Volksgröße aus, im Familienglück lebt Vaterlandsliebe und der Hochaltar unseres Volkstums
steht im Tempel der Häuslichkeit.
F. L. Jahn.
Für eilige Leser.
Neuigkeiten aus Nah und
Die Vereinigten Staaten werden, wie verlautet, ihre Interessen inoffiziell auf der Genueser ferenz schützen lassen. Der vormalige Präsident der National=City=Bank, Frenk Vanderlip, wird als nichtamtlicher Beobachter teilnehmen.
Frankreich ist die Ausfuhrfreiheit für land
wirtschaftliche Erzeugnisse wieder hergestellt.
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Wieder ein Opfer! Der im 195. Jahrgung
erscheinende„Laubaner Anzeiger“ stellt am 1. sein Erscheinen ein.
In Osnabrück sind 140 Personen an Fleischvererkrankt. Ein 16jähriger Lehrling und ein
3 jähriges Mädchen sind bereits gestorben.
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Eine Unterstützung von monatlich 1000 gewährt der Senat der Stadt Danzig der dortigen Efperanto=Gesellschaft zur Besoldung eines Sekretärs.
Die Wahl des Weihbischofs Dr. Bornewasser zu Aachen zum Bischof von Trier ist durch, den Parst bestätigt worden.
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ie Besprechungen zwischen der Deutfchen Volkspartei und den Regierungsparteien wegen
Erweiterung der Koalition im Reiche beginnen.
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Die sozialdemokratische Reichslagsfraktion ver
langt stärkere Besteuerung des Schaumwerns.
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Die nächste Dekadenzahlung wird pünttlich beglichen werden.
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Das in Frankreich zurückbehaltene Kind des Kölner Arbeiters Heymann wird seinen Eltern zurückgegeben, nachdem das geforderte Pfiegegeld von 5000 Franken gezahlt ist.
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Eine von den Freunden Lloyd Georges einberufene unionistische Partei=Versammlung fand sich nicht bereit, dem Premierminister das Vertrauen auszusprechen.
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Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei wählte zum 1. Vorsitzenden den Abg. Dr. Stresemann, zum 2. Vorsitzenden Dr. Beiker, zum 3. Dr. Zapp, zum 4. den Abg. Leuthäuser und zum
Geschäftsführer Dr. Runkel.
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Die bei der Ermordung des Polizeiwachtmeisters Rüsenberg in Gleiwitz beteiligten beiden französischen Soldaten wurden vom außerordentlichen Kriegsgericht zu 4 Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem französischen Heere verurteilt. Der Witwe des Erschossenen wurden zur die ersten Ausgaben, Kosten der Beisetzung usw., ron dem
Gleiwitzer Kreiskontrolleur 5000 Mark ausgezahlt.
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Die Rheinland=Kommission hat den Führern der politischen Parteien mitgeteilt, daß künftighin in Versammlungen die Kriegsschuldigenfruge nicht behandelt werden darf.
Die Metallarbeiterschaft in Nüruberg ist gestern nicht zur Arbeit erschienen. Die Zahl der Streikenden wird auf nahezu 18000 Mann geschätzt.
deutschlands Erfolge noch acht Jahre unter feindlicher Kontrolle.
Das deutsche U-Boof-DieselmotorenSchiff„Münsterland“
Hamburg-Amerike-Linie) weiches spehen seind ersteffesse
nach Oetesien antraf.
Nachts. Die Dosel- Ginotoren der „Adosterland“(bASOPS).
(nken Uin„Mänstertend“flänge! 136.em. Breite 77, 2m, Gruttoraum! estemat Srthtenunt
Ein neues Beispiel deutscher Schiffsbaukunst.
Glänzender Erfolg deutscher Ingenieure.
In dem internationalen Wettbewerb für die Hafenerweiterung von Trelleborg(Schweden) wurde der erste Preis der SiemensBauunion und deren Mitarbeitern, den Professoren Franzius und Blum von der Tech
nischen Hochschule Hannover zuerkannt.
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die Dieselmoterenfrage im Botschasterrat.
EE Paris, 15. März. Die Botschafterkonferenz trat heute unter dem Vorsitze von Jules Cambon zusammen und hörte einen Bericht des Admirals Charl= ton, des Präsidenten der Marinekontroll= kommission in Berlin, über den Stand der
Frage der deutschen Dieselmotoren an. Der Führer der ikalienischen Abordnung und der Führer der französischen Abordnung nahmen an diesen Beratungen teil. Die Botschafter konferenz prüfte sodann den Bericht der interalliierten Militärkommission über die Frage der Einführung einer Dauerkontrolle über Deutschland.
Die Angelegenheit wurde dem alliierlen Kriegsrat in Versailles überwiesen. Dieser Kriegsrat hat sich ebenfalls auf Veranlassung Frankreichs dahin ausgesprochen, die militärische Kontrolle über Deutschland noch acht Jahre fortzusetzen
denken. In der Vorkriegszeit habe das Kilogramm Druckpapier etwa 30 Pfennige gekostet, jetzt kostet es 8,30 Mark, das sei also eine 28=fache Steigerung. Es sei zu befürchten, daß weitere starke Steigerungen erfolgen und daß daraus
katastrophale Folgen für das Zeitungsgewerbe
erwachsen könnten und auch
allgemein kulturelle Schädigungen.
Der Staatssekretär glaubte, daß durch die neue Teuerungswelle
die kleine Presse erschlagen werde
und daß damit eine
allgemeine Uniformierung der Meinungen
durch die übrigbleibende große erfolgen werde, ein Zustand wie wir ihn in anderen Ländern bereits kennen, wie er aber glücklicherweise im deutschen Geistesleben sich noch nicht durchgesetzt hätte. Der Staatssekretär mußte feststellen, daß die gesetzlichen Handhaben, die die Regierung zurzeit zur Milderung der Not besitze, leider in ihrer Wirksamkeit recht begrenzt seien. Als mögliche Abhilfsmittel bezeichnete der Staatssekretär eine eventuelle Einflußnahme der Reichsregierung auf die Preisgestaltung, sobald der interfraktionelle Ausschuß des Reichstages hierzu Stellung genommen haben werde; vielleicht könne dann zum mindesten die sprunghafte Steigerung der Papierpreise hintangehalten wrden. Ein barer Zuschuß könne bei der schweren Finanzlage des Reiches nicht in Aussicht gestellt werden. Zugeständnisse bei der Tarifierung des Druckpapiers könnten nur in Frage kommen, wenn damit eine fühlbare Ermäßigung des Preises erreicht werde. Die Frage der möglichen Einwirkungsmittel solle demnächst mit den Interessenten, nötigenfalls mit dem interfraktionellen Ausschuß des Reichstages, erörtert werden.
Der Hilferuf der Dresse.
Krieg, Revolution und der Schmachvertrag von Versailles haben unendliches an deutschen Wirtschafts= und Kulturgütern zerschlagen. Eine Tatsache, die bei der Bewertung unserer allgemeinen Verelendung nimmer aus dem Auge gelassen werden darf und mildernd für manche Erscheinungen unserer Zeitläufte in Betracht gezogen werden muß. Wenn es sich jedoch um die höchsten Güter einer Nation handelt, müssen die entschuldigenden Stimmen schweigen und nur die Tal muß das Wol
len des Volkes und der Regierung beweisen, wertvolles Volksgut vor der Verelendung zu bewahren. Gelegenheit ist geboten. Die Not der deutschen Presse, die Formen angenommen hat, die einen Stillstand unseres ganzen kulturellen Seine befürchten lassen, schreit zum Himmel. Aber keine Hand hat sich bisher gerührt, um Hilfe zu bringen. Wer will es daher verargen, wenn die Presse, die für alle Stände und Berufe eingetreten und Hilfe für Bedrängte gefordert hat, nun auch in deutlicher Sprache dem ganzen deutschen Volke ihre eigene Not vor Augen führt?
1827 deutsche Zeitungsverleger haben in Weimar einen Notschrei in die deutsche Oessentlichkeit gesandt, der die ernsteste Beachtung verdient. Es wird darin geschildert, wie allmählich das Sterden im deutschen Blätterwalde begann, erst kleine, dann mittlere, zuletzt auh große Blätter ihr Erscheinen einstellen mußten. Jetzt schreite: die Keise weiter.
Ob der Weimarer Notschrei den Erfolg, der im Interesse des Kulturlebens eines Millienenvolkes erforderlich ist, haben wird, steht noch dahin. Die Hoffnung auf großzügige Hilfe für die deutsche Presse ist zu sehr geschwunden. Das eine sei jedoch
noch besonders betont, daß die deutsche Presse es feierlich vor aller Welt ablehnen muß, für die unübersehbaren Folgen ihres Zusammenbruches verantwortlich gemacht zu werden. Sie ist nicht schul dig an der eintretenden Arbeitslosigkeit, sie ist nicht schuldig an der Verflachung und Beraubung wichtiger Kulturaufgaben und sie ist nicht schuldig an der Vernichtung des deutschen Ansehens in der Welt, wenn sie zugrunde geht. Unablässig wird die einst aufblühende deutsche Presse mit vollem Recht auf die ungeheure Schuld derer hinweisen können, die sich dem berechtigten Notschrei, den je deutsche Lande gehört haben, kurzsichtig verschlossen haben.
Der Hauptausschuß des
über die Rot der Zeitungen.
Erklärungen der Regierung im ReichstagsAusschuß.
Bei der Beratung des Etats des Reichswirtschaftsministeriums im Hauptausschuß des Reichstages wurde von Vertretern fast aller Parteien auf die
außerordentliche Not der Zeitungen
hingewiesen, die durch die Preispolitik des Syndikats der Papierfabrikanten verursacht werde, die den Papierpreis demnächst auf das fünfzig= bis sechszigfache des Friedenspreises hinaufgetrieben
Bt. K
Staatssekretär Hirsch vom Reichswirtschafts
ministerium erklärte zu dieser Frage, daß die Regierung mit großer Sorge die Entwickelung verfolge, die die Preise des Druckpapiers nähmen. Wenn auch die Steigerung an sich nicht außer Verhältnis zu anderen Preiserhöhungen stände, so gebe doch das Sprunghafte des Aufstiegs Veranlassung zu den schwerwiegensten Be
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 15. März.
Berlin, 16. März.
Im Reichstag stand auf der Tagesordnung die Vereinigung Pyrmonts mit Preußen. Die Kommunisten setzten hiermit weitergehende Forderungen ein und verlangten den Anschluß Waldecks und Lippes an Preußen, während andererseits Preußen die Gegend von Suhl an Thüringen und die Hohenzollernlande an Baden und Württemberg und Wilhelmshaven an Oldenburg abgeben soll.
Auf diese Wünsche gingen jedoch die anderen Parteien nicht ein. Der preußische Ministerpräsident betonte dabei, daß die Vorlage unbedingt vor dem 1. April verabschiedet werden muß, da sonst der Vertrag hinfällig sei. Trotzdem wurde der Gesetzentwurf dem Ausschuß überwiesen, der aller
dings rasche Arbeit leisten soll.
Ein Antrag aller Parteien, wonach die Ausbildungszeit der Kriegsteilnehmer zum Richteramt um 6 Monate gekürzt werden soll, ging ebenfalls an den Ausschuß.
Ein Antrag auf Verlängerung des Wohnungsmangel=Gesetzes und der Sammlungsheizungs=Verordnung bis zum 30. Juni 1922 wurde angenom
K Senr Alber 4
Der Gesetzentwurf üver die Invanden= und
Angestellten=Versicherung für Soldaten ging an den
Vuschach.
Darauf wurde in zweiter Lesung der Haushaltsplan für das Wehrministerium fortgesetzt. Es setzte eine lebhafte Aussprache ein, ob das
Eiserne Kreuz
noch weiter verliehen werden soll.
Der preußische Ministerpräsident Braun erklärte, daß damit einmal Schluß gemacht werden müsse und daß nach dem Erlaß seines Vorgängers Stegerwald der 31. Dezember 1921 der Schlußtermin sei. Daran müsse festgehalten werden.
Die Abgg. Brüninghaus(Deutsche Volksp.) und von Dallwitz erinnerten an die Kriegsgefangenen, die auf diese Weise um das Ehrenkreuz kommen.
Darauf wurde das Militärbildungswesen besprochen.
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