(81“
T
Vv. Schprin: 3chng ur guig
Reiecbes Vorporie pond..
der Post 14.— M., ohne Bestellgeld.
preise: Die 1 mm hohe. 35 mm dreide Jeile
80 Dfr., auswärk 1.— M. Bei Wiederdolungen
entsprechender Nachlaß II. Taris. Jeder Rodall
gilt als Kessenradakk und erlischt bei
Aer erschn O-eschteune.:
Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Oolkszeitung
K
Delthofener Zeitung Hpierbecker Zeitung Langscheder Zeitung
sr--Aszelung m
Schwerter Oelksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis borde. Woizwicener Zeitung
Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde.
Die„Schuertei Zeitung“ gew'hri 1d en Abonneaten für jeden mit Tok, erdenden Uniall a nid3
* 500 Mark Anfau.
dingungen
Drucku. Verags Con Braus, Schweite Aann) Fernsprech-Anschluß Nummer 6“. Teiegramm=Adrosse: Braus, Schwerte(Ru'r. oischect: Dortmund 28 2, Hannover 21 574.
Nr. 49
Montag, 27. Februar 1922
55. Jahrgang
Zum Geleit.
Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist an des Glaubens Genessen!
Paulus(Gal. 6. 10.)
Für eilige
Neuigkeiten aus Nah und Fern.
Harmsworth teilte im Unterhaus mit, daß die Stärke der französischen schwarzen kolonialtruppen im besetzten deutschen Gebiet etwa 18000 Mann betrage.
Die Bremer Straßenbahnungesicllten sind vorgestern morgen wegen Lohnforderungen in den Streik getreten.
Der amerikanische Senat nahm einen Beschluß an, Harding zu ermächtigen, daß er den Patentvertrag mit Deutschland erneuere.
*
In Guatemala ist der liberale Kandidat General Orellana zum Präsidenten gewählt worden. Während der Wahlzeit entstanden Unruhen, wobei es mehrere Tote und viele Verwundete gab.
*
An der Hochschule in Walliamstown in Australien wird in Esperanto als Wahlfach unterrichtet.
*
Nach dem Vorgeyen des Reiches ist dem Bayrischen Landtag ein Gesetzentwurf zur Erhöhung der Teuerungszulagen der Beamten mit einem Mehraufwand von 118 Millionen zugegangen, die das Reich zu ersetzen hat.
Die Moskauer ordentliche Tagung des Rates der Roten Gewerkschafts=Internationale hat begonnen. Vom Auslande sind u. a. vertreten: Oesterreich, England, Australien, Bulgarien, Deutschland, Holland, Holländisch=Indien, Britisch=Indien, Luxemburg, Litauen, Norwegen, Polen, die Tschechoslowakei, lorea, Japan und Frankreich.
*
Die in Petersburg eingetroffenen deutschen Matrosen veranstalteten eine Theatervorstellung zum Besten des hungernden Wolgagebietes. Die Reineinnahme belief sich auf ungefähr 65 Mill. Rubel.
*
In München wurde ein Rechtsanwalt verhaftet, der in Verbindung mit dem Erzberger=Mörder Tilessen stehen soll.
der in breitem Strome uns zufloß. Schon um diese Güter, vor allem Rohstoffe zu erhalten, die wir früher als laufenden Ertrag erhielten, müssen wir jetzt arbeiten und Arbeitsstunden aufwenden. Dieser Arbeitsstundenaufwand läßt sich aus 3,75 Milliarden jährlich schätzen.
2. Aus dem Verlust an Gebieten ergibt sich ein Verlust an Ersparnissen, der sich in einem Mehraufwand von einer Milliarde Arbeitsstunden ausdrückt.
3. Man schätzt auf Grund der Tatsache, daß für die Rohstoffe, die wir einst in unseren Grenzen hatten, und die wir jetzt mit der Ausfuhr oder Arbeit bezahlen müssen, den dadurch herbeigeführten Aufwand auf 0,83 Milliarden.
4. Aus der ungünstigen landwirtschaftlichen Flächengestaltung und der Verschlechterung des Düngemittelbezuges ergibt sich ein weiterer Mehraufwand von 1,82 Milliarden, Arbeitsstunden.
5. Der Gegenwert der verlorenen Dienstleistungen(Schiffahrt, Außenhandel und Auslandbankverkehr) dürfte 1,66 Milliarden Arbeits
stunden betragen.
Weil aus den vorgenannten Hilfsquellen der Ertrag uns heute nicht mehr zufließt, müssen, so solgert Rathenau, fast ein Fünftel der gesamten arbeitsfähigen Bevöllerung Deutschlands, mehr als vier Millionen Menschen Arbeit leisten, die früher nicht notwendig war.„Wenn also“, so lchsoß dann Rathenau weiter,„bei an
deren Nationen eine Arbeitslosigkeit erscheint, die bei uns nicht sichtbar ist, so möchte ich im Gegensatz dazu von einer unsichtbaren Arbeitslosigkeit sprechen, die darin besteht, daß 4 Millionen Menschen Arbeit leisten müssen, die früher nicht nötig war, und die das Arbeitsergebnis gegen früher nicht verbessert. Und zwar dies vor irgendeiner Zahlung von Wiederherstellungen. Von einer
Aufspeicherung von Reichtümern kann mithin nicht die Rede sein.“
Wenn aber so zu seiner eigenen Lebensfristung das deutsche Volk weit mehr arbeiten muß als früher, so muß die Reparationsleistung
In der heutigen Montags=Nummer findet die treue Schar unserer Leser und Leserinnen
zwei Sonderteile,
von denen wir hoffen, daß sie ebenso freundliche Aufnahme finden werden, wie unsere neue Beilage am Samstag in der Schwerter Kinderwelt.
„Unser Blatt“
wurde vom jungen Volk begeistert ausgenommen, wie die eingegangenen Rätsellösungen und deren Begleitworte uns fröhlich bezeugen.—
In den Gärten:
Ratschläge und Winke
soll regelmäßig auf Bekanntes und Unbekanntes aufmerksam machen und will helfen, besonders den kleingartenbau unserer Freunde befruchtend zu gestalten.
Die Schwerter Hausfrau
Auch
Beutschlunds„Reichtunter“.
Deutschlands jährliche Ausfuhr nach dem. Ausland beträgt zurzeit nur noch 4 Milliarden Goldmark, gegenüber 10 Milliarden Goldmark vor dem Kriege. Da also unsere Ausfuhr stark zurückgegangen ist, andererseits bei uns aber fleißig produziert wird, so daß eine Arbeitslosigkeit zurzeit unbekannt ist, fragt das Ausland: wo bleiben denn diese so erzeugten Waren? Werden sie nicht im Inland aufgestapelt, und werden so nicht wieder neue innere Reichtümer geschaffen? Demgegenüber hat in Cannes Dr. W. Rathenau den Obersten Rat darauf verwiesen, daß die durch die Bestimmungen von Versailles herbeigeführten Veränderungen seiner wirtschaftlichen Grundlage heute Deutschland zwingen, vier Millionen Menschen nur an der Hervorbringung von Gütern arbeiten zu lassen, die uns früher als Leistung aus Kapital und Ersparnis ohne diesen Arbeitsaufwand zuströmten. Das zeigte Rathennu im einzelnen an nnchstehenden 5 Punkten:
1. Die Einkünfte aus Kapitalanlage im Auslande wurden früher bezahlt in Waren, die somit einen fortlaufenden Tribut an Gütern bedeuten,
muß als früher, so muß
für das Ausland es um so härter treffen. daraus ergibt sich die ganze Schwere der Last, die uns durch das Diktat von Versailles unter Verkennung der Gebote der wirtschaftlichen Vernunft aufgebürdet worden ist.
Sitzung vom 24. Februar.
Berlin, 25. Februar.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst einige Anfragen.
Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten geht an den Bevölkerungsausschuß.
Es folgt der 5. Nachtrag zum Haushaltsplan, der im wesentlichen widerrufliche
Beihilfen für Beamte
in teuren Orten bringt.
Abg. Dr. Pachnicke(Dem.) berichtet über die„Ausschußverhandlungen. Der Ausschuß schlägt eine Entschließung vor, wovon die Wirtschaftsbeihilfen der Beamten als Uebergangsmaßnahmen zu betrachten und auszubauen sind. Die Regierung will versuchen, auf die Länder dthin zu wirken, daß die noch rückständigen Beträge sofort ausgezahlt werden.
Ministerialdirektor von Schliefen häl den Moment nicht für geeignet, um bei einer stimmten Gehaltsgruppe Halt zu machen. Die Regierung wird prüfen, wie den unteren und mittleren Bcamten geholfen werden kann.
Das Abänderungsgesetz zum Kapitalfluchtgesetz geht an den Ausschuß.
Ein schleuniger Antrag Bartz(Komm.) auf Rückgängigmachung der Auslieferung der Mörder Datos kann nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden, weil Abg. Dr. Kahl(D. V.) Einspruch erhebt.
Darauf wird die zweite
Beratung des Justizetats
fortgesetzt.
möchte für Haus und Herz, für Familie und Oeffentlichkeit ihre Anregungen geben.
Wir bitten um freundliche Mitarbeit für diese Sonderbeilagen durch Zusendung geeigneter Beiträge ernster und heiterer Art aus Gemeinde und Haus, aus Schule und Kinderstube.
Eine bildergeschmückte Modenbeilage wird in den nächsten Tagen ebenfalls druckfertig sein, um unsere Leserinnenen zu erfreuen.
Möchten unsere Bestrebungen, nach bestem Wissen und Gewissen die
„Schwerter Zeitung“
belebend auszubauen, den Beweis bringen, daß es uns ein ernstes Anliegen ist, mit dem alten treuen Leserkreis immer enger verbunden zu werden und auch dazu führen, daß jedermann mithelfe am inneren Ausbau seines
55jährigen Heimatblattes und beitragen, daß uns neue Bezieher zugeführt werden, die es fühlen, daß für Schwerte und Umgebung die
„Schwerter
das richtige Tageblatt ist, das seinen Platz an der Sonne neben der erdrückenden Großstadtpresse zu behaupten imstande ist. Nicht die Menge des geduldigen Papiers soll für die Güte einer Zeitung maßgebend sein, sondern ihr guter Inhalt. Er soll aufbauend wirken und ein gemeinsames trauliches festes Band in einer Stadt= und Landgemeinde knüpfen zwischen einem verständnisvollen und mitwirkenden Leserkreis und
gegliedert werden. Auch das Ausland erkennt
die Objektivität unseres
Reichsgerichtes
an. Das jetzige Begnadigungsverfahren ist außerordentlich schlecht.
Abg. Brotauf(Dem.) erklärt, daß die Gründung des republikanischen Richterbundes notwendig war. Er bekennt sich zur demokratischen Republik. Da ist mehr als einfache Versassungstreue. Die Auslieferung der Mörder Datos ist gerechtfertigt.
Abg. Dr. Herzfeld(Komm.) erhebt Einspruch gegen die Auslieferung.
Reichsminister Dr. Radbruch erwiderte, daß die Auslieferung der Spanier kein Klassenurteil sei. Gegenüber dem Vorwurf, ein Reaktionär zu sein, füge ich mich dem alten Worte, daß man für irgend jemand ein Reaktionär ist.
(Heiterkeit).
Abg. Dr. Moses(Unabh.) erinnert daran, daß die kommunisten zwar den Minister als Reaktionär bezeichnen, daß er aber in der Kreuzzeitung als Bolschewist hingestellt wird.
Abg. Geck(komm.) bedauert das weltfremde Verhalten der Justiz gegenüber der Presse.
Der Reichsjustizetat wird genehmigt mit einer Entschließung, die eine Erhöhung der Entschädigung für Schöffen und Geschworene verlangt.
Eingebracht wird ein Antrag Herzfeld auf Rückgängigmachung der Auslieferung der beiden Spanier. Ueber den Antrag kann erst in der nächsten Woche abgestimmt werden.
Das Haus vertagt sich auf Donnerstag, den 2. März.
Verlag und Schristleitung.
Abg. Dr. Bell(Zentr.) erneuert seinen früheren Antrag, ein Reichsamt für gewerblichen
Rechtsschutz zu gründen.
Reichsjustizminister Dr. Radbruch erklärt, daß er keine Programmrede halten wolle. Der Notruf weiter Kreise unseres Volkes in der Ehescheidungsfrage wird nicht ungestört verhallen. In allen Strafurteilen zeigt sich leider eine erschreckende Unkenntnis der politischen Verhältnisse. Die Richterschaft muß sich darüber klar sein, daß es sich bei dem tiefen Mißtrauen des Volkes in die Rechtsfrage nicht etwa um eine Pressemache han delt. Man kann dieses Mißtrauen, auch wenn man es für unberechtigt hält, nicht nehmen. Es handelt sich um den Auschreiz einer in ihrem Rechtsempfinden mißhandelten Vorksseele rechts). Der Hauptnachdruck muß auf die seele.(Unruhe rechts). Der Hauptnachdruck muß
auf die
Gewerbe= und Raufmannsgerichte
gelegt werden, die das volle Vertrauen des Volkes genießen infolge eines genauen Zuschnitts auf den Klassenstaat, in dem wir nun einmal leben. Diese Gerichte müssen an die Amtsgerichte an
Preußischer Landtag.
Sitzung vom 24. Februar.
Berlin, 25. Februer.
Der Preußische Landtag beendete am Freitag im Kultus=Etat die Aussprache über Provinzialschulkollegien, Prüfungsämter,
höhere Lehranstalten
und Turnwesen. Zu Anfang gab es noch eine recht lebhafte Debatte über die Frage, wann und wie lange auch die Deutsch=Hannoversche Partei, die infolge ihrer geringen Mitgliederzahl eine Fraktion nicht bildet, zu Worte kommen kann. Der Geschäftsordnungsausschuß wird sich mit dieser Frage beschäftigen.
Kultusminister Dr. Boelitz nahm dann das Wort zu einer längeren Rede, in der er
das Problem der Lehrerausbildung und der Erziehung der Jugend
behandelte. Gerade die Jugend seelisch zu erfassen, sei aller Erziehung Angelpunkt. Erst wenn der Lehrer die Nöte der Jugend versteht, wird er seine Aufgabe voll erfüllen können. Ein zu großer Zwang ist von Uebel. Alles muß langsam wachsen und aus sich selbst heraus entwickeln. Sein Referat wurde vom ganzen Hause mit großer Aufmerksamkeit und Verständnis entgegen genommen. Im übrigen antwortete Boelitz noch auf eine große Anzahl besonders vorgetragener Beschwerden. Nachdem die zweite Rednerreihe erschöpft war, vertagte man sich auf Samstag.
Sitzung vom 25. Februar.
Berlin, 25. Februar.
Der preußische Landtag beendete heute den 4.
Abschnitt des
Kultusetats.—
Beschlüssen des Aeltestenrates, möglichst am Sonnabend mit dem ganzen Kultusetat zu Ende zu kommen, trat das Haus nicht bei. Der Abschnitt über
Volksschulwesen
wird erst im März zur Beratung kommen. Besonders interessant in der heutigen Sitzung war die Stellung der einzelnen Parteien zu der Bestätigung des Kommunisten Goß zum Direktor des Friedrichs=Gymnasium in Berlin. Sie gab