Rechtsdrehung 90°Linksdrehung 90° 
  
  
  
  
  
 
Einzelbild herunterladen

Seite 3 Nr. 269] Bochumer Anzeiger Donnerstag, 16. November 1939

Nachrichten

130 Hatzer Viellungeunsralt

Die älteste Rettungsanstalt in eatschlend

Aufnahme: Söhngen

hatte, zu einer„Anstalt zur Rettung und Erziehung verlassener Waisen und Verbrechern angehöriger Kinder“ einzurichten. Am Abend des 19. November 1819 er­folgte die Uebersiedlung in das neue Gebäude, nachdem vorher in der Zeitschrift„Hermann“ ein im Einver­nehmen mit der Königlichen Regierung in Arnsberg veröffentlichter Aufruf zum Eintritt in die durch den Grafen Adelbert gegründete„Gesellschaft der Menschen­freunde“ geworben hatte und um Unterstützung der von der Gesellschaft befürworteten Ziele gebeten worden war.

Das neue Hilfswerk hatte einen schönen Aufschwung zu verzeichnen. Die Zahl der Betreuten stieg zusehends, so daß sich der Gründer nach einigen Jahren entschloß, auch das Kloster in Düsselthal zu erwerben, um so sein Rettungswerk auf eine größere Basis stellen zu können. Ein kleinerer Teil der Zöglinge blieb aber nach wie vor in Overdyck. Die Königliche Regierung sprach sich nach verschiedenen Kontrollen im Anstaltsgebäude sehr lobend über die dort herrschenden Zustände aus. Doch schien das Unternehmen plötzlich dem Untergang geweiht zu sein, als am 30. Januar 1852 ein Zögling, der sich schon seit fünf Jahren in der Anstalt befand, das Ge­bäude in Brand steckte. Das Haus wurde völlig, zer­stört. Eine Anzahl Kinder wurde nach Düsselthal ge­bracht, während die restlichen neunzehn im Balkeschen Hause untergebracht wurden, für dessen Benutzung jähr­lich 100 Taler Miete gezahlt werden mußten. Aber auch dieser alten, verfallenen Bauernhütte drohte der Ein­

sturz.„Wenn der Wind ging, krachten die Sparren; es wirbelte das Stroh des Daches hoch in die Luft. und die morschen Wände bekamen manches Loch. Beim Re­gen waren die Kinder nicht einmal in den unteren Räumen des Gebäudes geschützt. Selbst unsere kleinen Vorräte im Keller konnten wir vor der Nässe und Kälte nicht bergen“, heißt es in dem Bericht dieses Jahres. Der Gründer der Anstalt entschloß sich aber für den Wiederaufbau des Hauses, zumal ihm sein älterer Bru­der, der Königliche Landrat und Major, Besitzer des

W

Gesunde, blendend weiße Zöhne durch storkwirk. some Zahnpflege mit

Schlosses Overdyck, Karl Gotthard Graf von der Recke, außer dem Grundstück der Brandstätte auch die Brand­kassengelder in Höhe von 400 Talern zur Verfügung stellte. Die weiteren zum Bau des Hauses erforderlichen Mittel wurden durch einen Zuschuß der Anstalt in Düsselthal sowie durch Haussammlungen, aufgebracht. So konnte der Neubau bereits im Mai 1853 begonnen werden. Dieses Haus, das nahezu fünfzig Jahre seinem Bestimmungszweck gedient hatte, wurde später zu Pri­vatwohnungen umgebaut und im Frühjahr dieses Jahres

Der Abbruch Hellweg beginnt

jetzige Anstaltsgebäude in Bochum=Hamme, erbaut im Jahre 1898

Die Geschichte der im Stadtteil Bochum=Hamme ge­legenen Rettungsanstalt Overdyck ist aufs engste mit der Geschichte der sozialen Bestrebungen unseres Stadt­gebiets verbunden. Ihr Gründer, der edeldenkende Graf Adelbert von der Recke=Volmarstein, nannte die An­stalt in einer seiner Aufzeichnungen selbst„die erste Rettungsanstalt in Europa“. Eine im Jahre 1899 er­schienene Statistik erwähnt zwar einige ältere Erzie­hungsanstalten, so die der Rheinprovinz vom Jahre 1675. die von Mühlhausen in Thüringen aus dem Jahre 1714, die von Augsburg aus dem Jahre 1699 usw., die aber mehr der Versorgung armer elternloser Kinder, als der Rettung verwahrloster Kinder gedient haben werden. Die

ben, endfing Graf Welber durch die namenlose Ret. die nach den Befreiungskriegen als Folge der vorher­gehenden Notjahre in Erscheinung trat.

Das elterliche Haus des jungen Grafen lag nur wenige Meter von dem jetzigen Anstaltsgebäude ent­fernt. Der Besitzer des Schlosses Oberdyck und Vater des Grafen Adelbert erwarb sich auch um die kulturelle

Lob des Grünkohls

Ja, jetzt kommt für ihn das Wetter, das ihn reift zur Winterkost!

Nebel tropft in seine Blätter, und er freut sich auf den Frost!

Denn durchnebelt und durchfroren fühlt er sich erst richtig wohl, und vergnügt spitzt man die Ohren, wenn es heißt: Jetzt gibt es Kohl!

Und weil er so gut gelitten und man ihn auch zollfrei kriegt, bleibt's nicht aus, daß er dem Briten drückend schwer im Magen liegt!

Denn was wir genüßlich kauen: und mit bestem Appetit, ach, das kann er nicht verdauen. und es nimmt ihn schrecklich mit!

W. L.

Förderung innerhalb unseres Heimatgebietes große Ver­dienste, indem er sich nach vierzehnjähriger militärischer Tätigkeit und längeren Reisen mit hervorragendem In­teresie der Förderung des Schulwesens widmete. 1790 gründete er, nur wenige Minuten vom Schloß entfernt, eine Freischule für alle Religionen, deren Einweihung der Heimatdichter Dr. C. A. Kortum in dem Blatt „Niederrheinische Unterhaltungen, eine gemeinnützige Monatsschrift“ in äußerst lebendigen Farben geschildert hat. Unter der Leitung des jungen vortrefflichen Päd­agogen Johann Friedrich Willberg entwickelte sich hier alsbald eine Musterschule, deren Methode von vielen Lehrern studiert wurde, und später auf Anregung der von dem Freiherrn gestifteten„Gesellschaft der Lehrer und Kinderfreunde“ ein kleines Schullehrerseminar, das dem Schuldienst in der Mark viele vorzügliche Kräfte zur Verfügung stellen konnte. Leider machte der Krieg von 1806 und der Einmarsch der Franzosen dem Unter­nehmen ein Ende, das Seminar wurde aufgehoben und das Gebäude unter König Jerome als Schenke und Her­berge benutzt.

Der junge Adelbert besuchte erst die Schule in Soest, wurde dann Student in Heidelberg und später auch in Karlsruhe und Hofwyl in der Schweiz, um sich dann in den Befreiungskriegen ganz dem Kranken= und Ver­pflegungsdienst zu widmen. Als die Not im Lande im­mer größer wurde, nahm er im Jahre 1816 als ersten Pflegling den siebenjährigen Theodor Vloor aus Emden in das elterliche Haus auf; dann einen Wilhelm Ober­günn aus Wetter, dreizehn Jahre alt, entstellt und zer­kumpt, der Völlerei ergeben, der auch dann, als er zweimal seinen Pflegern ausgerückt war, wieder in Liebe aufgenommen wurde; dann Ferdinand Schönlau aus Schwelm, dreizehn Jahre alt, den bettelnden und steh­lenden Begleiter einer liederlichen Frauensperson; dann eine Minna Schöler aus Cronenberg, die im Alter von zwölf Jahren im größten Elend in den Ruhrbergen aufgefunden wurde und vorher„wie ein wildes Tier aufgewachsen und von einer unglaublichen Verdorben­heit,war“.

Obgleich die Anfänge des Unternehmens unter den geschilderten Bedingungen denkbar schwer waren, ließ sich der junge Graf im Aufbau seines Lebenswerkes nicht beirren. Nachdem die Kinder die erste Zeit im elterlichen Hause inmitten seiner Geschwister verpflegt und betreut wurden, entschloß sich der Graf, als sich die Zahl der Hilfesuchenden von Tag zu Tag mehrte, die frühere Schule, in welcher der Lehrer Willberg gelehrt

Daß dieses alte Wohnhaus, selbst wenn man mit noch soviel Liebe an ihm hängen mag, nicht dem Straßenbild einer modernen Großstadt einfügt, das beweist das Bild vollauf.

Siraßenolto

Seit dem Juni 1939 besitzt die Stadtverwaltung nunmehr sämtliche Häuser an der Ostseite des Hell­wegs, also jene Häuser, die unmittelbar an den Markt­platz„In der Krimm“ anstoßen. Schon seit Jahren tragen sich die verantwortlichen Stellen mit dem Plan, die Innenstadt aufzulockern. Altes muß fort, um Neuem Platz zu schaffen. Auch mit den Häusern am Hellweg ist nunmehr der Anfang gemacht, das alte Schieferhaus Hellweg 23 wird abgerissen, ein Haus, mit dem ein gut Teil Bochumer Geschichte verwachsen ist, das wohl mehr

als 150 Jahre treu seine Dienste tat. Am Dienstag morgen ging hier zum ersten Male die Spitzhacke ans Werk, das Dach wurde abgedeckt, die Fenster heraus­genommen, riesige Staubwolken stiegen hoch, und nur noch wenige Tage, und es wird von ihm nichts mehr zu sehen sein. Ein weiteres Stück Alt=Bochums ist dann verschwunden und in absehbarer Zeit wird diese Lücke nicht mehr schmerzlich empfunden werden, da sie neuen Anlagen Platz schaffen wird.

gibt es auf die neuen Lebensmittelkarten?

Ausschneiden und auf bewahren!

Die Tebendmteiderforgung Vom KS. Robeindel bis II. Bezeinder 1533

1. Fleisch oder Fleischwaren

Aum.: Auf die Fl­Einzelabschnitte ohne, Mengenauf­druck Zuteilung vorbehalten

Normalverbraucher

Abschnitt—:je 100e " 5- 7: je 100

"-11: je 100

" 13—15: je 100

" FI 12: 125

16" a. d. c. de se 50

Schwerarbeiter

Karte für Normalverbraucher: 2125 6 8 Zusatz=Abschnitte a. d: je 150 6 8.. e. 4: je 100 4

Schossteattester

Karte für Normalverbraucher: 2125 6 8 Zusatz=Abschnitte a. de je 250 g 8„: e. 4: je 1004

Kinder

IIII S JOLEE

Abschnitte—:je 1254 "—4: je 125

" n:1e 125

D9 n S T1e 6J4hre

Abschnitte—4: je 125 e "-ds je 125

" n 1: je 125

2. Brot

od. Brot u. Mehl

Abschnitte 1- 4: je 1000e Brot „ 5— 8: je 500 8 Brot

"-—12: jse 500; Brot

(oder je 375 8 Mehl) a. beie 508 Brot

*

Karte für Normalverbr.: 9600 6 Brot (bder 7600 8 Brot und 1500 e Mehl) Zusatz=Abschnitte—4: je 5004 Brot "„-8: je 510 Brot

(oder je 3754 Mehl) 32." a. bi je 504 Brot

Karte für Normalverbr.: 9600. Brot (oder 7600 a Brot und 1500 8 Mehl) Zusatz=Abschn. 1— 4: je 1000e Brot „„ 5— 8i se 5004 Brot

""-12: je 500 Brot

(oder je 375 e Mehl, 32.. 4 be je 30. 4 Brot

24 Abschnitte—4: je 100g Brot „—8: je 500e Brot

soder je 375 8 Medl) Auf die 4 mit einem Kreuz.(+) bezeichneten Abichnitte je 125 Kindernährmittel

Abschnitte—4: je 100 c Brot "—8: je 500 4 Brot

"(oder je 373 8 Mehl)

Auf die 4 mit einem Kreuz(+) bezeichneten Abschnite je 1252 Kindernährmittel

De# SLA 14. J4ALes

Abschnitte 1— 3: je 100* „ 5— 7: je 100 4

-11: se 100 " 13-15: je 100

" M1 12: 25

16" a. d. e. d: se 50;

Abschnitte 1— 8: je 500 g Brot "-12: je 5004 Brot

(oder je 375 4 Mebl)

8„ a. b: je 100 4 Brot

Auf Abschnitte mit Kreuz.(+ und „“: Zuteilungen vorbehalten

Anm. Bei der Brotkarte gebt die Altersstufe nur von—10 Jahren: Kinder über 11 Jahre gelten bereits als Normalverbraucher

3. Fett

Anm.: Auf die F. Einzelabschnitte. ohne Mengenauf­druck bleiben Zu­teilungen vorbe­halten

Abschn. 1, 3, 4„Butter“: je 125 g „* 2„Butter“: 200 g

Abschn. Conderzuteilung„Butter“: 125 g

Abschn.—4„Käse od. Quarg“: se 62.5 g Käse od. je 125 g Quarg Abschn. a1 a2„Margarine,

Kunstsett, Oel“: se 80 g " d 1„Margarine. Kunstsett, Hel“: 90 g

" d2„Margarine. Kunstfett, Oel“: 62.5 K Abschn.—3„Schmalz, Speck,

Talg“: se 62.5 8

Karte für Normalverbraucher: 1075 g Fett und 250 g Käse Zusatz=Abschn. a1.—.1„Marga­

rine, Kunstfett, Oel“: je 40 g Zusatz=Abschn. b„Margarine, Kunstsett, Oel“: 90&g Zusatz=Abschu.—4„Schmalz, Speck, Talg“: je 62.5 g

Karte für Normalverbraucher: 1075&g Fett und 250 g Käse Zusatz=Abschn. 81—24„Marga­rine, Kunsisett, Oel“: je 40&a Zusatz=Abschn. b 1, d2„Marga­rine, Kunstsett, Oel“: je 125 m Zusatz=Abschn. b 3,„Margarine, Kunstsett, Oel“: 90&g Zusatz=Abschn.—3„Schmalz, Speck, Talg“: je 375&a Zusatz=Abschn. 4„Schmalz, Speck, Talg“: 250 g

Abschn.—4„Butter“:„je 125 a " F 6 Sonderzutellung„But­

ter“: 125 g

"—4„Käse oder Quarg“:je

62.5 g Käse oder je 125 K Quarg

" F 3: 125 g Kunsthonig

" F 5: 125 g Kakaopulver

Abschn. 1, 3„Butter“: je 125 " 2, 4„Butter“: se 125 g.

" F 6 Sonderzuteilg.„But­

ter“: 125 g

Abschn.—4„Käse oder Quarg“: ie 62.5 g Käse od. je 125 g Quarg

" F 3: 125 g Kunsthonig " F ö: 125&g Kakaopulver

Abschn. 1, 2. 4„Butter“: je 200 g " 3„Butter“: 125

: F 6 Sonderzuteilung„But­

ter“: 125&g Abschn.—4„Käse oder Quara“: je 62.5&a Käse oder je 125 g Quarg

Abschn. 1,,3„Margar., Kunstfett, Oel“: se 125 g.

" 2„Marg., Künstsett, Oel“:

62.5 F

Abschn. F 1 u. F 2: je 100&g Mar­melade

" F 3: 125 g Kunsthonig

" F ö: 125 g Kakaopulver

4. Marmelade, Zucker und Eier

Anm.: Die Reichs­karte für Marme­lade, Zucker und Eier ist für Nor­malverbraucher, Schwerarbeiter, Kinder usw. gleich

4 Abschn.„Marmelade“ je 100 g (oder se 40 g Zucker)

4 Abschn.„Zucker“ je 250 g 4 Abschn.„Eier“: nach Aufruf

4 Abschn.„Marmelade“ je 100 g (oder je 40 g Zucker)

4 Abschn.„Zucker“ je 250 g 4 Abschn.„Eier“: nach Aufruf

4 Abschn.„Marmelade“ je 100 g (oder je 40 g Zucker)

4 Abschn.„Zucker“ je 250 g 4 Abschn.„Eier“: nach Aufruf

4 Abschn.„Marmelade“ je 100 g (oder je 40 g Zucker)

4 Abschn.„Zucker“ je 250 g 4 Abschn.„Eier“: nach Aufruf

4 Abschn.„Marmelade“ je 100 g (oder je 40 x Zucker)

4 Abschn.„Zucker“ je 250 g 4 Abschn.„Eier“: nach Aufruf

5. Nührmittel (Die Nährmittel­karte ist für alle Beruse u. Lebens­alter die gleiche.)

Nährmittel:

Abschn. N—10, N 17—26: je 25 g (Nährmittel sind: Graupen. Ger­stengrüße,„Wetzengries, Reis. Ha­serflocken, Teigwaren usw.)

Sago: Kartoffelmehl u..:

Abschn. N 11, 12, 27, 28: je 25 S

Kaffee=Ersatz oder=Zusatzmittel

Abschn. N 13, 29. 30: je 125 g " N 14: je 25 g

4 Abschn.„Marmelade“ je 100 g. (oder je 40 g Zucker)

4 Abschn.„Zucker“ je 250 g 4 Abschn.„Eier“: nach Aufruf