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und Samstags, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckko

Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum

4. November 1936

43. Jahrgang Nummer 259 Einzelpreis 10 Pf.

im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textieil, Familien=

anzeigen und Stellengesuche, 6 Bl.,,ipereinsanzelegnigl geschcher

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Ruhiger Verlauf der Wahlen— Maschinelle Abstimmung— Bisher führt Roosevelt

Grab auf dem Friedhof von Leonding bei Linz an dem die Mitglieder des Bundes der Reichsdeutschen

Newyork, 3. November.

Die Wettleidenschaft ungezählter Wähler, die oft hohe Summen auf den einen oder anderen Präsident­schaftskandidaten gesetzt haben, steigert das Wayrfieber in USA. geradezu ins Ungemessene. Die letzten Bar­geldwetten stehen 2½:1 für Roosevelt.

Von morgens 6 Uhr bis abends 9 Uhr sind die Wahllokale in allen größeren Städten geöffnet. Roose­velt und Landon nebst Familie genügten bereits am frühen Vormittag ihrer Wahlpflicht und mußten immer wieder dem Blinkfeuer der Photographen standhalten. Die ersten Wahlberichte heben die außergewöhnliche Wahlbeteiligung hervor. Das Wetter am Wahltag war

in den verschiedenen Landesteilen sehr unterschiedlic Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist die Wahl ruhig verlaufen. Es gab lediglich zahlreiche Verhaftun­gen wegen Wahlbetruges und einiger Schlägereien. Ins­gesamt haben sich 55 Millionen Amerikaner in die Wahl­listen eingetragen, was einen neuen Rekord bedeutet. Man rechnet damit, daß etwa 45 Millionen Bürger von ihrem Stimmrecht heute Gebrauch machen werden.

Nach den bis 22.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit aus 15 Bundesstaaten vorliegenden ersten Teilergebnissen führt Roosevelt in acht Bundesstaaten; selbst in Kansas, wo sein Gegenkandidat Landon Gouverneur ist, führt Roosevelt mit rund 1000 Stimmen Vorsprung.

Der Wahlvorgang in den Vereinigten Staaten ist äußerst kompliziert, weil außer dem Präsidenten noch das gesamte Repräsentantenhaus mit seinen 432 Ab­geordneten, 37 Senatoren, 35 Staatsgouverneure und Tausende von Richtern und Beamten zu wählen sind. Außerdem steht oft auch noch eine Abänderung von Ge­meinde= oder gar Staatsverfassungen zur Abstimmung.

Wählen mit der Wahlmaschine

Tehr HLepraksnhe

fue Muorie

Rote Alarmrufe— Francos Truppen an den Vororten der Hauptstadt Madrid unter Artilleriefeuer— Ambildung der Madrider„Regierung“

Die

ie Abstimmung selbst erfolgt teilweise mit Hilfe einer Maschine, auf der die Namen der Kandidaten ver­zeichnet sind. Durch Drücken eines kleinen Knopfes über jedem Namen wird die jeweilig für diesen Kandidaten abgegebene Stimme registriert. Auf den Wah maschinen, die die Newyorker Wähler zu betätigen haben sind nicht weniger als 79 Namen eingetragen. Seit Tagen schon veröffentlichen die Newyorker Zeitun­gen ausführliche Gebrauchsanweisungen und Abbildun­gen dieser Wahlmaschinen. Dennoch gibt es zahlreiche Wähler, die sich mit dieser Einrichtung nicht zurecht finden können und fremder Hilfe bedürfen. Das hat schon zu zahlreichen Wahlbetrügereien geführt, die frei­lich von einem aus der Bürgerschaft heraus gebildeten unparteiischen„Verein für ehrliche Abstimmung be­kämpft werden. In den verschiedenen Wahllokalen New­horks hat dieser Verein nicht weniger als 10000 Be­auftragte postiert, die dafür sorgen sollen, daß die Wahl geheim bleibt.

Von den 432 neu zu wählenden Abgeordneten waren drei Abgeordnete bereits im September in Maine ge­wählt worden, und zwar siegten dort die Republikaner, woraus sie die Hoffnung auf einen heutigen Sieg schöp­fen. Die Demokraten dagegen geben ihre Sache nicht einmal in Kansas verloren, wo Landon Gouverneur ist. Sie glauben, daß der eigene Staat, wenn auch mit knapper Mehrheit, von Landon abrücken werde.

Die Spannung ist ungeheuer

da niemand mit Sicherheit weiß wie die jungen Wähler und die älteren erstmalig zur Wahlurne gehenden stim­men werden. Man rechnet, daß etwa 45 Millionen Stimmen abgegeben werden, und glaubt, daß sich 25 Millionen für Roofevelt aussprechen werden. Konser­vative Sachkenner geben heute Roosevelt 277, Landon 254 Wahlmännerstimmen, während viele Journalisten Roosevelt bis zu 400 Stimmen zusprechen. Das end­gültige Wahlergebnis wird wegen der vielen ländlichen Wahlbezirke und der späten Stunde des Wahl­schlusses voraussichtlich erst um Mitternacht oder gar Mittwoch früh bekanntgegeben.(Die Zeitdifferenz zwi­schen Newyorker und mitteleuropäischer Zeit beträgt sechs Stunden. Wenn es in Newyork Mitternacht ist, dann ist es bei uns schon 6 Uhr früh des folgenden Tages. Die Schriftleitung.)

Ausgelassenste Stimmung in Newyork

Der Anbruch des Dienstags fand Newyork für den ausgelassensten Wahltag seiner Geschichte gerüstet. Die Stimmung am Abend einer amerikanischen Präsident­schaftswahl kann mit europäischen Verhältnissen kaum verglichen werden. Hunderttausende von Menschen, die meisten in angeheitertem Zustande, alle mit Pfeifen, Trompeten und Jahrmarktsknarren ausgerüstet, voll­führen einen Höllenlärm. Auf dem Times=Square und den Nebenstraßen des Newyorker Theaterviertels schieben und drängen sich die Menschenmassen. Der Verkehr kommt völlig zum Stillstand. Auf der Spitze des Times­Square=Turms leuchten jeweils rote, blaue und grüne Lichter auf und verkünden den augenblicklichen Vor­sprung der einen oder anderen Partei. Riesige laufende Leuchtbänder an den Häuserfronten der großen Zeitun­gen melden die letzten Ergebnisse.

Der Eltern des Führers gedacht

dnb Wien, 3. November.

An den beiden Totengedenktagen, am Sonntag und Montag, haben nach den Berichten der Linzer Blätter zahlreiche Volksgenossen in rührender Weise auch der Eltern des Führers und Reichskanzlers gedacht. Ihr

zwei Tage lang Ehrenwache hielten, war in einen wah­ren Blumenhügel verwandelt. Schon am Samstag traf ein Sonderzug mit 100 Reichsdeutschen in Linz ein, dem am Sonntag ein Zug mit 800 Reichsdeutschen folgte. Unter Führung des Konsuls in Linz begaben sich die Gäste aus dem Reich nach Leonding. Sie leg­ten zahlreiche Blumengewinde nieder mit den Schleifen ihrer verschiedenen Heimatstädte. Der Bürgermeister von Berchtesgaden legte einen Kranz mit der Inschrift nieder:„Den Eltern unsres Führers— Vom Berchtes­gadener Landl.“

Kabinettsumbildung in Wien

Wien, 3. November.

Die bereits vor einigen Tagen angedeutete Mög­lichkeit einer Kabinettsumbildung noch vor den kommen­den außenpolitischen Verhandlungen ist heute in den entscheidenden Abschnitt getreten. Nach den letzten formationen steht nunmehr fest, daß vier Minister ausscheiden, und zwar:

Vizekanzler Baar=Barenfeld,

Finanzminister Drachsler,

Handelsminister Stockinger und Justizminister Hammerstein=Equord. Dafür treten in das Kabinett ein:

Als Vizekanzler Feldmarschalleutnant Hülgerth, der vor kurzem zum Führer der Vaterländischen Front ernannt wurde und bisher Landeshaupt­mann in Kärnten war,

als Innenminister Glaise=Horstenau, der bisher Minister ohne Geschäftsbereich war, als Sicherheitsminister Neustädter=St#r= mer, der früher Sozialminister und sparer Ge­sandter in Budapest war,

als Finanzminister der Finanzreferent der Gemeinde Wien, Naumayer.

Als Justizminister wird wahrscheinlich der Rat des Obersten Gerichtshofes, Pils, ernannt werden, doch steht seine Ernennung noch nicht fest.

Talavera de la Reina, 3. November.

Am Montag um 5 Uhr nachmittags MEZ. wurde von der bei Parla stehenden Batterie des Oberstleut­nants Tella der erste Schuß auf Madrid abgefeuert.

Die Truppen des Generals Franco haben auch am Dienstag ihren siegreichen Vormarsch fortgesetzt. Am Dienstag nachmittag sind fast zur gleichen Zeit die na­tionalen Truppen in Mostoles und in Villa Vi­ciosa de Odon einmarschiert. In Villa Viciosa stehen die nationalen Truppen nur noch fünf Ki­lometer von der Endstation der Madrider Vorort­bahn entfernt. Die Flugwaffe unterstützte den Vor­marsch durch rege Tätigkeit. Wie der nationale Sen­

der Jaca mitteilt, ist der vor Barcelona gelegene hafen Prat del Llobregat, wo mehrere Luftgeschwader der Roten stationiert sind, von nationalen Fliegern er­

viel Mut beweisen, denn die Gefahr die sich über Madrid zusammenzieht, ist sehr groß.“

400 Sowjetrussen über Frankreich nach Spanien

Wie aus Paris gemeldet wird, sind im Bahnhof von Perpignan 400 Sowjetrussen eingetroffen, die in Kraftwagen über die Grenze nach Katalonien

weiterbefördert wurden.„.. gaß Zi., meisten Stel­

Aus Avila wird gemeidet, oaß die meisten Stel­lungen an der Somosierra=Front von ihren schen Verteidigern verlassen worden seien. Der russische General Varalink, der mit der militärischen Leitung in diesem Abschnitt betraut ist, habe Madrid mitgeteilt, daß er nicht mehr die Verantwortung für die weiteren Operationen übernehme, da die Milizen nicht mehr seinen Befehlen gehorchten.

Rote Drohungen an Blum

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parade von Kampfflugzeugen

Mussolini in Pavia— Rückreise nach Rom dnb Mailand, 3. November.

Am dritten Tag seines Mailänder Aufenthaltes be­gab sich Mussolini nach Pavia, wo ihm ein fest­licher Empfang bereitet wurde. Nach der Einweihung der Gedenkstätte für die faschistischen Märtyrer besuchte er verschiedene Neubauten. Auf dem Siegesplatz hielt Mussolini eine Rede, in der er betonte, daß die großen Kundgebungen der letzten Tage ein unwiderlegliches

Zeugnis für die politische, wirtschaftliche und geistige Anheit des italienischen. Volkes seien, das immer zur Arbeit und zum Kampf bereit sei. Anschließend be­suchte Mussolini den großen Militärflugplatz in Busto Arsizio, wo er die Parade über 256 Kampfflugzeuge abnahm.

Am Abend trat der italienische Regierungschef von Mailand aus die Rückreise nach Rom an.

Daluege in Warschau. General der Polizei Daluege ist mit den ihn begleitenden Polizeioffizieren am Diens­tag gegen 10 Uhr in Warschau eingetroffen.

Mitglieder und auch die übrige männliche Bevölkerung

auf, einen letzten Versuch zu machen, um Madrid von dem immer stärker werdenden Druck der nationalen

. er

rung" ist inzwischen vouzogen worven.„Minister­präsident" Largo Caballero ist im Amt geblieben. Es sind jedoch vier Mitglieder der marxistischen Gewerk­schaft, und zwar Garcia Oliver als Justizminister, Jean Peirg als Industrie= und Doy. Moniseng IJeu...n8.

nn Kubtand=Viorruch.

Der Tag des deutschen Weidmanns

Ausländische Gäste bei der Hubertusfeier auf dem Heinberg— Eine Ansprache Hermann Görings dnb Bockenem(Hannover), 3. November.

ean Lopez].. Zum vierten Male seit der Erneuerung des Deut­

Beiro als Indutrie und Handelsmunzister. I, Giefund. Ischen Reiches trasen sich am Huvertustag deutsche, Zäggr

als verkehrsminister und brau uutuzen, uis Sotyuu, bei der Hubertuskapelle, auf dem Heinberg. bei gunge.

beitsminister, in das neue Kabinett eingezogen, Leßsgg heim, um im Beisein des Reichsjägermeisters Gorinz

vertritt die iberischanarchistische Vereinigung. Dox den traditionellen Hubertustag gemeinsam zu oegehen. Luftfahrt, Innen= und Einanzministerium sind nicht Unter den Gästen der Hubertusfeier sah man u. a. den

neu beseht worden.„, aufgefordert, nach Präsidenten der Internationalen Jagdvereinigung,

e eote broshden, page,usehiach bel den gegen Puroog(Fragpkric), gesenr Vastnabrg. Penteish

Nadrid aurückzusehren, was iom jedoch bei ven vegen, Vegppten, Bugarien, Hoten, Luxemburg, Fruutreich, wärtigen Zustängen schwerfallen dürfte. Jugoslawien, Italien, Oesterreich, Ungarn, Rumänien,

Ununterbrachene Klarmruse des Madrider Senders Dovue, gngsend Siahehef Lutze, die braunschweigischen

Der Sender von Madrid sandte den zuzisizen“ gereg Minister Klagges und Alpers, Oberstjägermeister Scher­über dringende Aufrufe an die roten Mitig...—.—, ning Staatssekretär von Keudell und zahlreiche Ver­

Mitglieder aufgefordert wurden, sich unverzüglich in den treter der Wehrmacht.

Ministerien einzufinden, um dort für den Leunzeichnentz Zm Rahmen eines Festspiels erschien zunächst St.

die Front eingeteit zu werden. Besonders kerzurch den Hubertus und sprach zu den deutschen Jägern,„Danz Er die Lage der Stadt ist die ebenfalls uuzu,., begrüßte Gaujägermeister Alpers(Braunschweig)

Sender verbreitete Aufforderung an bestimmte Abtei= den Reichsjägermeister, der darauf das Wort nahm.

sich sofort in ein Kloster in der Nähe des roten.. zeiner Ansprache betonte Reichsjägermeiste.

lungen, sich fo###; in ein Kloster in der Nähe des Flughafens Getafe zu begeben. Daraus ist zu schließen, daß die nationalistischen Truppen sich schon in der nächsten Nähe der Stadt befinden.

Wie die Kommunisten die augenblickliche Lage selbst einschätzen, beweist ein Aufsatz ihrer Zeitung„Mundo Obrero“, in dem wörtlich gesagt wird:„Wir müssen

Karte zu den Rumpfen um Maerie

Die eingezeichnete schwarze Linie gibt die ungefähre Frontstellung der nationalen Truppen am Montag nach­mittag an. Die Orte Escorial und Aranjuez sind noch im Besitz der Roten, aber von den Truppen General Francos umgangen und eingeschlossen

In seiner Ansprache#ctonte Reichsjägermeister Her­mann Göring, daß die Gäste gekommen seien, um im Anschluß an die Hubertusfeier in Braunschweig darüber zu beraten, in welcher Weise die Internationale Jagdausstellung gestaltet werden soll, die im nächsten Jahr in Berlin stattfinden werde. Es sei selbstverständ­lich gewesen, daß mit dem Auferstehen des deutschen Volkes auch die deutsche Jägerschaft einschwenkte in das deutsche Geschehen. Es sei folgerichtig gewesen, daß die deutsche Jägerschaft ihre Satzungen so gestaltet habe, wie es der Nationalsozialismus erheische, und dabei sei wieder eine deutsche Jägerschaft hervorgetreten, die das Weidwerk edel gestaltet habe und aus pflichtgemäß leben­den deutschen Weidmännern bestehe.„Wir wollen uns einander das Gelöbnis geben“, so sagte der Reichs­jägermeister,„daß wir einmal im Jahre zum Hubertus­tag zusammenkommen auf diesem Platz, auf dem das alte Brauchtum lebendig wird.“

Der Redner dankte dann der braunschweigischen Re­gierung und dem Gaujägermeister für das besondere Verständnis, das sie dieser Sache entgegengebracht hät­ten. Der deutsche Jäger betrachte den Wald als Gottes­boden, in dem er die Tiere als Gottesgeschöpfe ehre, und aus dem er die Kraft ziehe, die er an anderer Stelle zum Segen von Volk und Vaterland einsetzen

In das Sieg=Heil auf den Führer, das der Reichs­jägermeister abschließend ausbrachte, stimmten die vielen Tausende von Festteilnehmern begeistert ein.

Als Ausklang der Hubertusfeier veranstalteten Land und Stadt Braunschweig abends im großen Ritter­saale der Burg Dankwarderode einen Empfang. Mi­nisterpäsident Klagges hieß den„Reschsjägergneister willkommen und überreichte ihm als Ehrengabe ein Werk mit Aufzeichnungen und Bildern über die im Auftrag des Führers erfolgte Oeffnung der Gruft Heinrichs des Löwen. Nach einer Ansprache vom Bal­kon der Burg übergab Hermann Göring die gesamte vom Jagdgau Braunschweig erlegte terhilfswerk und wies darauf hin, daß die deutsche Jägerei von jetzt an während des ganzen Winters einen Teil ihrer Strecke zu diesem Zweck abführen werde. In der Burg wandte sich der Reichsjägermeister später noch einmal an die Jäger, denen er rungen über die beabsichtigte Internationale Jagdaus­stellung in Berlin machte.