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Seite 9 Nr. 89, Bochumer Anzeiger„ Montag, 15. April 1935

Tus. Bochum fiegt beim Bochumer Leben

erlten Orientierungslauf Morgen Inbetriebnahme des

Gelungene Veranitaltung der Leichtathleten

Aus dem Rahmen der diesjährigen leichtathletischen Veranstaltungen im Kreis Bochum wird der gestern morgen in Wanne=Eickel durchgeführte erste Orientie­rungslauf als etwas Besonderes hervortreten. Dank den guten organisatorischen Maßnahmen des ausrich­tenden Vereins, Reichsbahn Turn= und Sportverein Wanne=Eickel, wickelte sich bei herrlichem Wetter in dem sogenannten Emscherbruch, einer historischen und naturschönen Gegend, ein Wettbe­werb ab, der wegen seiner Eigenart allen Beteiligten wirkliche Freude bereitete. Die Spannung, war vor dem Lauf in den Gesichtern aller Teilnehmer zu lesen, wußte doch niemand, was eigentlich gespielt wurde und in welcher Form die Läufe vonstatten gehen sollten. Das Rätselraten nahm aber erst recht seinen Anfang, als die Läufer, nachdem die Startfolge ausgelost war, geschlossen in den Hertener Wald marschierten und zum Startplatz auf den ehemaligen Cranger Flugplatz ge­führt wurden. Erst hier erhielten die einzelnen Mann­schaftsführer nach voraufgegangenen Einführungsworten des Fachamtsleiters Meier jeweils drei Minuten vor dem Start ihrer Mannschaft die Geländekarte, die über die vier anzulaufenden Kontrollstellen und das Ziel nähere Auskunft gab.

Von den nunmehr mit je drei Minuten Abstand hintereinander startenden fünfzehn Mannschaften stellte TuS. Bochum allein fünf. Eine der TuS.=Mannschaf­ten hatte die Nr. 1 gezogen und eröffnete das Rennen. Augenscheinlich wurde diese Mannschaft von einem recht kartenkundigen Läufer geführt, denn ein kurzer Blick auf Karte und Kompaß genügte, und querfeldein gings in Richtung der ersten Kontrollstelle. Ueberhaupt fan­den sich alle Läufer verhältnismäßig gut im Gelände zurecht, wodurch den einzelnen erhebliche Umwege er­

spart geblieben sind. Abgesehen von einigen sumpfigen Stellen bietet der Hertener Wald für derartige Zwecke eine ideale Austragungsstätte, da weder Bodenerhöhun­gen noch=vertiefungen vorhanden sind.

Bei der Eigenart des Wettbewerbs läßt sich natur­gemäß von einem Kampf auf der Strecke nichts berich­ten, da dieser wegen des unterschiedlichen Startens direkt nicht eintritt. Es entscheidet vielmehr die beste Zeit, und diese erreichte bei den Senioren die erste Mannschaft des TuS. Bochum mit Leikenjos als Führer und seinen Kameraden Dey und Werner mit 27,45 Minuten. Für die Jugendlichen wurde die Strecke auf 3,5 Kilometer bei zwei Kontrollstellen ver­kürzt. Auch hier siegte die TuS.=Mannschaft mit den Mannen Ossenkopp, Lauert und Kalva. Es wäre zu wünschen, daß derartige Geländeläufe des öf­teren ausgetragen würden.

Siegerliste

a) Senioren(Laufstrecke 7

1. TuS. Bochum, erste Mannschaft,

2. Sportgemeinschaft 09/30 Wattenscheid

3. TV. 85 Wanne

4. TV Röhlinghausen 1883

5. Tus. Bochum, vierte Mannschaft,

6. Tus Bochum, zweite Mannschaft,

7.

Kilometer):

27,45 Min.

29

29,30„

30

32

33 43

45,25„

7. Tus. Bochum, dritte Mannschaft,

8. Wattenscheid 01

b) Jugend(Laufstrecke 3,5 Kilometer):

1. TuS. Bochum 16

2. TV. 85 Wanne=Eickel 16,10

3. Hitler=Jugend Herne 17

4. TV. Röhlinghausen 1883 18

Min.

Kutschoden-gewinnt„Berln-Hottade Bolhk

Wendel(Schweinfurt) Sieger bei den Amateuren

BochumerHaupistieohoser

der am Freigrafendamm in Altenbochum neu geschaffen wurde

aus der heraus der Friedhof einer Großstadt in würdie

Das zum 28. Male ausgefahrene Frühjahrs=Straßen­rennen Berlin— Kottbus— Berlin über 260 Kilometer hatte mit rund 400 Teilnehmern eine ganz vorzügliche Besetzung gefunden. Aus dem ganzen Reich waren die besten Berufs= und Amateurfahrer zusammen­gekommen, um das erste große Straßenrennen dieser Saison zu bestreiten. Nicht nur sportlich war dieses bei bestem Wetter ausgetragene Rennen ein voller Erfolg für den deutschen Radsport, auch die Teilnahme der Zu­schauer war überaus groß. Rund 250000 Menschen mögen es gewesen sein, die diesem großen Straßenrennen beiwohnten. Bei den Berufsfahrern gab es bis zum Wende­punkt der Strecke recht wenig Kampf. Erst auf der Rück­fahrt wurde das Feld mehr und mehr gesprengt. Es bil­deten sich verschiedene Gruppen, die durch kurze Jagden sich gegenseitig zermürbten. Zunächst war es der Berliner Buse, der dem Felde entrann; doch wurde er später wieder eingeholt. Auch der Berliner Nachwuchsfahrer Hoffmann, der ein ganz großes Rennen fuhr, hatte dem Felde einige hundert Meter Vorsprung abgenom­men, mußte sich aber immer wieder einholen lassen. Bei einem neuen Vorstoß kurz vor dem Ziel war es der Dortmunder Bautz, der das Feld wieder heranführte. Schließlich erreichte eine Spitzengruppe von zwölf Fah­rern die letzten 30 Kilometer, die auch bis zum Ziel im Wannsee=Stadion zusammenblieb. Im Stadion war ein letzter Spurt über 1¾ Runden zurückzulegen. Wie­der war es der junge Berliner Hoffmann, der zu einem letzten Vorstoß sich entschloß. Er mußte sich jedoch wenige Meter vor dem Zielband durch Kutschbach einholen lassen, da seine Kraftreserven erschöpft waren. Auch Stöpel, Stach und Bautz mußten Hoffmann noch an sich vorüberziehen lassen.

Ergebnisse:

Berlin—Kottbus—Berlin über 260 Kilometer:

1. Kutschbach(Berlin):30,50, 2. Stöpel dichtauf, 3. Stach(Berlin), 4. Bautz(Dortmund), 5. Hoffmann (Berlin), 6. Arens(Köln), 7. Gieronski(Berlin), 8. Roth(Frankfurt), 9. Kijewski(Dortmund), 10. Rudolf Wolke(Berlin), 11. Ludwig Geyer(Schweinfurt), 12. Hanke(Riesa), 13. Händel(Berlin), 14. Heide(Hanno­ver), 15. Evers(Dortmund), alle dichtauf.

Besonderes Interesse fand auch das Rennen der [Amateure. Von den 114 gemeldeten Teilnehmern in der Gruppe A stellten sich dem Starter 96 Fahrer. Das Können war recht ausgeglichen, und so war es wei­ter nicht verwunderlich, daß auch die Amateure an der Wende mit einer geschlossenen Spitzengruppe ankamen. Die ersten Ausreißer in der Spitzengruppe waren die Berliner Weiß, Haack, Huth sowie Scheller (Bielefeld). 30 Kilometer vor dem Ziel betrug die Spitzengruppe etwa 25 Mann. Bis zum Erreichen des Wannsee=Stadions änderte sich an dieser Spitzengruppe wenig, nur dem Schweinfurter Wendel gelang es 10 Kilometer vor dem Ziel durch einen kurzen Zwischen­spurt, dem Feld beträchtlichen Vorsprung abzunehmen. Als Wendel als erster das Wannsee=Stadion passierte, betrug sein Vorsprung bereits eine Minute. Eine zwan­zigköpfige Verfolgergruppe erreichte dann geschlossen das Wannsee=Stadion. Spurtsieger dieser Gruppe wurde der Bielefelder Scheller vor Blankenburg(Berlin) und Schultenjohann(Dortmund).

Ergebnis: 1. Wendel(Schweinfurt):16

2. Scheller(Bielefeld):17,30, 3. Blankenburg(Berlin) dichtauf, 4. Schultenjohann(Dortmund) 5. Weiß(Ber­lin), Gänsler(Bornheim) 7. Löber(Schweinfurt), 8. Reichel(Chemnitz), 9. Böhm(Berlin).

Seit einer Reihe von Jahren ist das Garten= und Friedhofsamt mit der gärtnerischen Ausgestaltung des neuen Hauptfriedhofes am Ende des Frei­grafendamms in Bochum=Altenbochum beschäf­tigt. Die ersten Pflanzungen haben sich nun schon so­weit entwickelt, daß die räumliche, klare Gliederung der Anlage deutlich in die Erscheinung tritt. Baum=, Strauch= und Heckenpflanzungen umschließen grüne Gartenräume, in denen nun bald die Verstorbenen der Innenstadt ihre letzte Ruhestätte finden werden. Eine ruhige, ernste Stimmung liegt über der ganzen Anlage. Selbst die blühenden Hecken und Stauden steigern diese Wirtung noch durch die großzügige und herbe Art der Anordnung, so daß bis in jede Einzelheit hinein die Bestimmung der Anlage,

ein würdiger Garten für unsere Toten

zu sein, klar und eindringlich zum Ausdruck kommt.

Es erscheint daher selbstverständlich, daß nun, wenn die Anlage ihrer Bestimmung übergeben wird, streng darauf geachtet werden muß, daß nicht Willkür und Unkultur bei der Ausschmückung der Gräber und bei der Errichtung der Grabmale diese erhabene Wirkung wieder zunichte machen. Es ist oft genug be­tont worden, daß gerade der Friedhof der ungeeignetste Platz ist für die Auswirkung von Protzentum und miß­verstandenem Pietätsgefühl. Seit Jahren wurde ver­sucht, auf den Geschmack und das Verständnis der All­gemeinheit einzuwirken, um der unglaublichen Unkultur, die sich auf allen Friedhöfen breit macht, zu begegnen.

Vieles hat sich seitdem gebessert, wir müssen uns aber klar darüber sein, daß erst dann von einer neuen Friedhofskultur gesprochen werden kann, wenn

die Gesamtanlage des Friedhofes als gemeinsame Gedächtnisstätte für alle Volksgenossen angesprochen wird,

in der Einzelgräber und Grabmale sich harmonisch ein­ordnen und erst in ihrer Gesamtheit dem Friedhof sein Gepräge geben. Dies ist heute die einzige Gesinnung,

ger Form erstehen kann.„

Wenn mit der Inbetriebnahme des neuen Haupt­friedhofes eine neue Ortssatzung erlassen worden ist, mit Bestimmungen und Anregungen für die Ausge­staltung der Grabstätten und Grabmale, so möge sich jeder klar sein, daß diese Maßnahmen nur ergriffen wor­den sind, um diese Ziele zu erreichen. Sie sind bei rech­ter Betrachtung in keiner Weise hindernd oder ein­engend und lassen dem persönlichen Geschmack in jeder Beziehung die Möglichkeit freier Entfaltung, wenn jeder einzelne den Willen zur Mitgestaltung des ganzen Fried­hofes bei der Bepflanzung der Grabstätten und bei der Wahl des Grabmales zum Ausgangspunkt seiner Ex­wägungen nimmt. Dann wird der Friedhof zum rief­sten Ausdruck wahrer Volksgemeinschaft.

Nach Errichtung der Baulichkeiten werden auf dem Hauptfriedhof, wie in allen Großstädten,

die Beerdigungen nur noch vom Friedhof aus erfolgen. Es müssen also alle Leichen vorher zur Lei­schenhalle übergeführt werden. Die Führung von Leichenzügen durch die Innenstadt ist bei dem sich immer mehr steigenden Verkehr ein Unding. Der Behelfsbau auf dem Hauptfriedhof läßt eine solche Re­gelung noch nicht zu, denn der zur Verfügung stehende Raum reicht nicht aus. Da aber die Führung von Lei­chenzügen über die Wittener Straße, die zu den am stärksten belasteten Ausfallstraßen unserer Stadt gehört, unmöglich ist, sieht die neue Ortssatzung vor, daß bis zur Errichtung der endgültigen Leichenhallen auf dem Hauptfriedhof Leichenzüge erst auf dem Freigrafendamm zwischen Liebfrauenstraße und Friedhofseingang oder erst auf dem Friedhof selbst gebildet werden dürfen.

Es handelt sich also hierbei um eine Ueber­gangsbestimmung, die sowohl im Interesse des Verkehrs, wie auch einer würdigen Durchführung der Beerdigungen liegt. Für die übrigen Friedhöfe soll es zunächst noch bei der bisher üblichen Regelung der Leichenzüge bleiben. Die Inbetriebnahme des Haupt­friedhofes wird am 16. April erfolgen.

Der Werbeadent der Korperbehinderten

Ufhfere Rockey duhfehgeichlagen

Damenländerspiel Deutschland-England:6(:4)

offiziellen Damen=Hockey=Länderkampf

England hi

Im ersten offiz Deutschland— Engiano gielten sich die deutschen Ver­treterinnen ganz ausgezeichnet. Gegen die körperlich über­legenen Gegnerinnen, die auch über die weit größere Routine verfügten, nur:6(:4) zu verlieren, das kann ruhig als Erfolg des deutschen Damen=Hockeys ge­wertet werden, dessen jungen Spielerinnen unbedingt die Zukunft gehören dürfte.

Auf dem Platz des Berliner Hockey=Clubs in Dah­lem hatten sich am Sonntag nachmittag rund 4000 Zu­schauer eingefunden, unter denen man auch Exzellenz Lewald und als Stellvertreter des Reichssportführers den Grafen von der Schulenburg bemerkte.

Der Anfang war für Deutschland sehr vielverspre­chend, denn schon in der ersten Minute konnte Deutsch­land im Anschluß an eine Strafecke durch Fräulein Hargus(Lübeck) in Führung gehen. Schon fünf Minuten später hatte aber Englands überragende Stür­merin Miß Pollard den Ausgleich erzielt, während Englands Linksaußen Mariott nach weiteren fünf Minuten die Gäste mit:1 in Front brachte. Die Mit­telstürmerin Goodman konnte den Vorsprung sogar auf:1 erhöhen, aber alsbald hatte Marga Trede Deutschland durch einen Prachtschuß auf:2 heran­gebracht. Als dann Miß Pollard wieder durchgehro­chen war, führte England mit:2, aber Frau Keller konnte mit einem dritten Gegentreffer den Halbzeitstand auf:3 stellen.

Auch in der zweiten Halbzeit blieben die schnellen, durchbruchsartigen Vorstöße der deutschen Spielerinnen äußerst gefährlich, aber das exakte, engmaschige Kom­binationsspiel des englischen Innensturms verhalf den

Gästen doch immer wieder zu einer leichten Feldüber­legenheit. Englands Halblinke Pollard konnte dann auch den Vorsprung wieder auf zwei Tore erweitern, aber im Anschluß an eine Strafecke konnte Frau Keller Deutsch­land wieder auf:4 heranbringen. Mehrmals hatte Deutschland sogar eine Chance, zum Ausgleich zu kom­men, bis ein vierter Treffer von Miß Pollard den eng­lischen Sieg mit:4 sicherstellte.

Den englischen Sieg entschied vor allem die immer noch bessere Stocktechnik der Gäste und sodann deren überlegene Erfahrung in schweren Kämpfen.

Peter Fick arbeitet in Bremen

Zusammentreffen mit dem deutschen Rekordmann.

Wie aus Bremen gemeldet wird, startet der amerikanische Weltrekordschwimmer Peter Fick anläß­lich seiner Europareise auch bei einer Abendveranstal­tung im Juni in Bremen, wo er mit dem deutschen Rekordinhaber Helmut Fischer und mit dem zweit­schnellsten, deutschen Schwimmer Hermann Heibel zusammentreffen wird. Das Schwimmstadion der Bre­mer Kampfbahn soll für diesen Kampftag eine inter­national einwandfreie 50=Meter=Kampfbahn erhalten.

Richard Hofmann in Weitfalen?

Einer Meldung aus Minden zufolge soll Richard Hofmann Dresden verlassen haben, da er bei einer großen Firma in Minden Anstellung erhalten habe. Damit würde der Dresdner SC. eine seiner Haupt­stützen verlieren.

Um der Oeffentlichkeit den schweren Lebenskampf

der Körverbehinderten klar vor Augen zu führen, hatte

die Ortsgruppe Groß=Bochum des Ron.##. Samstag zu einem Werbeabend in den großen Saal der Burger­gesellschaft eingeladen. Erschienen waren neben den Mit­gliedern eine stattliche Anzahl Freunde und Gönner des Reichsbundes. Eingeleitet wurde der Abend mit mu­sikalischen Darbietungen der Schupokapelle unter der Leitung von Polizeimeister Jäckel und dem Fanfaren­marsch der Fähnlein„Admiral Spee, und„Weddigen Nach dem vom Soloquartett„Withelm; zu Gehör ge­brachten„Sanktus“ von Schubert trug Fräulein Gath­mann das vom Gefährten Dormeier verfaßte Ge­dicht„Auch du bist Mensch“ vor. galten H. Schäf­

Anschließend entbot Ortsgruppenwauer. 9. den Erschienenen einen herzlichen Willkemmensgruß.

reicr, begndise Keilhertseasden Kehcie

Dr. Köhne. Dann sprach der stellvertretende Reichs­walter im Spring(Essen) über das Thema

„Der Körperbehinderte in der Volksgemeinschaft“

Er verlieh zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, daß man heute den Körperbehinderten endlich den Platz in der Volksgemeinschaft eingeräumt habe, den man ihnen Jahren nie gewährt habe. Bei den handele es sich durchweg um geistig

urteil gegen diese Menschen beseitigt werden.

Der Körverbehinderte verlange kein Mitsoizz= sen;

Ausstellung Handarbeiten und behinderten gezeigt.

Gemälde von Körper­

Ausklang der Bochumer

„hehorf seot

dern Auerkennung, er möchte ebenfalls am Aufbau des Vaterlandes.

nen wollen.— Darauf sprach

Stadtmedizinalrat Dr. Wendenburg über das Gesetz zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses.

In längeren Ausführungen begründete er die Notwen­digkeit dieses Gesetzes für das Leben eines Volkes und wies darauf hin, wie sich vor Jahren die geistig Minder­wertigen viel schneller vermehrt hätten als die geistig Gesunden. An Hand von Zahlenmaterial erörterte er die ungeheuren Kosten für die in Anstalten untgrgehrac­ten Kranken und legte dar, wie durch diese Mißstände riesige Summen am Volksvermögen verlorengingen. Alle Aufbaubemühungen eines Volkes, betonte der Redner zum Schluß, seien umsonst, wenn dieses Gesetz der na­türlichen Auslese nicht berücksichtigt werde.— Zum Ab­schluß des offiziellen Teils sprachen noch Stadtrechtsrat Dr. Vogelsang, Dr. Köhne und Professor Dr. Böhme von der Augusta=Krankenanstalt.

Im weiteren Verlauf des Abends wurde ein viel­seitiges Unterhaltungsprogramm geboten. Musikalische Darbietungen der Schupokapelle, Gesangsvorträge und die launigen Erzählungen des Humoristen Reins so­wie die Vorführungen einer Tanzgruppe der Deutschen Turnerschaft und eine Verlosung füllten es aus. In Verbindung mit diesem Werbeabend wurden in einer

Die Bochumer Volksmission 1935 gehört jetzt der Vergangenheit an. Erhebend wie der Verlauf war auch der Ausklang der Gnadenwoche. Die feierlich ausgestal­teten Frühgottesdienste standen ganz im Zeichen der Generalkommunionen der Männer und Jungmänner, denen sich in vielen Gemeinden die der Missionsgnade bereits teilhaftig gewordenen Kinder, Jungfrauen und Frauen noch einmal anschlossen, um so miteinander vor dem Sakramente das Bekenntnis zu dem Pfarrfamilien­gedanken abzulegen. Die eigentlichen Schlußfeiern fan­den am Nachmittag statt, und zwar getrennt für die weiblichen und männlichen Gemeindemitglieder, da man eine Ueberfüllung der Kirchen vermeiden wollte. Strah­lender Lichterglanz umgab die blumengeschmückten Al­täre und Missionskreuze. Fahnen, Banner und Wimpel hielten auf dem Chore die Ehrenwacht. Noch einmal streiften die Missionsprediger in ihren Ansprachen die segensreichen Tage der Bochumer Volksmission und mahnten zur Treue gegen Gott, Kirche. Volk und Va­terland Die Gotteshäuser waren von Jubel und An­dacht erfüllt, als nach der feierlichen Erneuerung der Taufgelübde der Päpstliche Segen erteilt wurde. Im Laufe des heutigen Morgens sammeln sich die Gemein­den noch einmal um Altar und Kanzel, um in einem feierlichen Requiem ihrer Toten und der Toten der Gesamtkirche zu gedenken.

Generalversammlung im Bund der Saarvereine

Die Ortsgruppe Bochum des Bundes der Saar­vereine beschloß seine politische Tätigkeit mit einer Ge­neralversammlung am Sonntag abend im Lokal Irr­gang, Alleestraße. Der Bund der Saarvereine bleibt weiter bestehen als Bund der Saar= und Pfälzervereine. Der neue Bund steht unter der Leitung des früheren Bun­desführers Rektor Debusmann aus Elberfeld. Die einzelnen Ortsgruppen werden als Mitglieder in den Bund eingegliedert. Als seine kulturpolitische Aufgabe sieht der Verein in erster Linie die Pflege des heimat­lichen Volkstums und die Unterstützung aller Bestre­bungen an, die den kulturellen Zusammenhang zwie schen Reich, Saar und Pfalz zu vertiefen geeignet sind. Der Leiter der Bochumer Ortsgruppe M. Christ er­öffnete die Versammlung mit einer Begrüßungs­ansprache und nahm anschließend die Ehrung der Mit­glieder vor, die sich um die Saarabstimmung besondere Verdienste erworben haben. Ausgezeichnet wurden mit einem Diplom des Bundesführers Debusmann die Saarobmänner M. Christ, H. Bentz, Seimetz, Joh. Konrad, E. Hoffmann, A. Nolte, R. Strauch, K. Kiefer, Joh. Reuter und der Ehren­vorsitzende Birtel sowie die Mitglieder Jakob Schmidt und Frau Neu. In einer Ansprache hob Vereinsleiter Christ die aufopferungsvolle Arbeit der Geehrten hervor und sprach ihnen im Namen des Bundesführers den Dank aus.— Im Anschluß an die Versammlung fand die Wahl des Vereinsleiters der neuen Ortsgruppe des Bundes der Saar= und Pfälzer­vereine statt. Als Vereinsleiter wurde M. Christ er­nannt. Zu seinem Stellvertreter bestimmte der Ver­einsleiter Kaufmann, zum Schriftführer H. Bentz, Stellvertreter Hoffmann, Seimetz Kassenwart und fünf weitere Mitglieder als Mitarbeiter des Vor­standes. Der Stützpunkt Bochum=Langendreer bleibt unter der Leitung des bisherigen Stützpunktleiters Jakob Schmidt weiter bestehen.

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(MIT U. OHNT