Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum lontag 15. April 1935 (Ostermond) 1— 42. Jahrgang Nummer 89 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 um Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig, Nachlaßstaffel.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 VLUNSET Gemenisattte Schlaßertlarung der beleingten Nachte dnb Stresa, 14. April. Die Dreierkonferenz in Stresa— England, Frankreich und Italien— ist am Sonntag mittag zu Ende gegangen, nachdem die eigentlichen Beratungen bereits am Samstag abend zum Abschluß gelangten und der Sonntagvormittag nur noch der Redigierung der gemeinsamen Schlußmitteilung vorbehalten blieb. Das am Sonntag nachmittag veröffentlichte SchlußKommuniqué trägt die Ueberschrift: Gemeinsame Entschließung der Konferenz von Stresa. Der Wortlaut ist folgender:„Die Vertreter der Regierungen Italiens, Frankreichs und Englands haben in Stresa die allgemeine europäische Lage geprüft im Lichte der Ergebnisse des Meinungsaustausches, der in den letzten Wochen stattgefunden hat, sowie der Entscheidung, die am 16. März von der deutschen Regierung gefällt wurde, und schließlich auf Grund der Auskünfte, die von den britischen Ministern während ihrer kürzlich stattgefundenen Besuche in verschiedenen Hauptstädten Europas erlangt wurden. Nachdem der Einfluß dieser Lage auf die Politik in Betracht gezogen war, wie sie in den Abkommen von Rom und London bestimmt worden ist, fanden sie sich in voller Uebereinstimmung über die verschiedenen Fragen, die besprochen wurden. 1. Sie einigten sich auf eine gemeinsame Linie, die verfolgt werden soll, wenn der französische Antrag an den Völkerbundsrat zur Sprache kommt. 2. Die Auskünfte, die sie erhalten haben, haben sie in der Ansicht bestärkt, daß die Verhandlungen fortgesetzt werden soller hinsichtlich der Entwicklung, welche bezüglich der Sicherheit in Osteuropa erstrebt wird. 3. Die Vertreter der drei Regierungen prüften von neuem die österreichische Lage. Sie bestätigten die englisch=französisch=italienischen Erklärungen vom 17. Februar und 27. September 1934, durch die die drei Regierungen anerkannten, daß die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs aufrechtzuerhalten, auch in Zukunft ihre gemeinsame Politik leiten werde. Vorschlag einer Donau=Konferenz Hinsichtlich des französisch=italienischen Protokolls vom 7. Januar 1935 und der englisch=französischen Erklärung vom 3. Februar 1935, in welcher der Beschluß bekräftigt wurde, sich gemeinsam zu beraten im Hinblick auf Maßnahmen, die im Falle der Bedrohung der Unversehrtheit und Unabhängigkeit Oesterreichs ergriffen werden müssen, kamen sie überein, vorzuschlagen, daß Vertreter aller der Regierungen, die im Protokoll von Rom aufgezählt sind, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zusammentreten sollen, mit dem Ziel, die zentraleuropäischen Vereinbarungen abzuschließen. heit und erklären für sich selbst, daß sie ernstlich bestrebt bleiben, sich an jeder praktischen Anstrengung zu beteiligen, durch die die internationale Verständigung durch Begrenzung der Rüstungen gefördert werden kann. Revision von St. Germain und Trianon 6. Die Vertreter der drei Mächte zogen weiter den Wunsch in Betracht, der von den Staaten begründet worden ist, deren Rüstungsstand durch die Friedensverträge von St. Germain und Trianon und Neuilly festgesetzt worden ist, die Revision dieses Standes zu erreichen. Sie beschlossen, daß die anderen hierdurch berührten Staaten auf diplomatischem Wege von diesem Wunsch unterrichtet werden sollen. Sie kamen überein, diesen anderen in Betracht kommenden Staaten die Prüfung dieser Frage zu empfehlen mit dem Ziel, sie durch gegenseitige Verständigung innerhalb des Rahmenwerkes allgemeiner und regionaler Sicherheitsgarantien zu regeln.“ Das Communique enthält dann noch eine englisch=italienische Erklärung, die sich auf den Locarno=Vertrag bezieht. Beide Mächte bekräftigen als Garantiemächte in formeller Weise ihre Verpflichtungen auf Grund dieses Vertrages. Diese nochmalige Verpflichtung soll den Regierungen Deutschlands und Belgiens übermittelt werden. Im Schlußpassus des Communiques bestätigen die drei Konferenzmächte ihre vollständige Uebereinstimmung dahin, daß sie sich mit allen praktischen Mitteln jeder einseitigen Aufkündigung von Verträgen widersetzen werden, und zu diesem Zweck gemeinsam handeln wollen. Das Kolhf im Licht der beteiligten Mächte Donau=Konferenz in Rom.— Mit Deutschland?— England befriedigt die deutsche Erklärung in der Ostfrage.— Weitere Fühlungnahme London— Berlin auf diplomatischem Wege. verließ, dnb Stresa, 14. April. Am Sonntag mittag gab die französische Abordnung ein Frühstück, das noch einmal die Staatsmänner Italiens, Frankreichs und Englands vereinte. Kurz darauf wurden dann eilige Vorbereitungen zum Aufbruch getroffen. Laval fand nicht einmal Zeit, wie üblich die französische Presse zu empfangen, sondern vertröstete sie auf Genf und gab nur durch den Rundfunk eine für Frankreich bestimmte kurze Rede, in der er seiner vollen Befriedigung über die gegenseitigen Ergebnisse der Konferenz Ausdruck verlieh. Er sagte u..:„Mit Flandin habe ich die Genugtuung, in Stresa die enge Solidarität der drei Regierungen bestätigt gesehen zu haben. Unsere internationale Politik, die wir soeben mit unseren englischen und italienischen Freunden verwirklicht haben, ist gegen kein Land gerichtet. Wir fordern die Sicherheit für alle. Wir wollen die Versöhnung aller Völker. Bevor ich Stresa verlasse, möchte ich meinem Wunsch Ausdruck geben, den Frieden recht bald als lebendige Wirklichkeit zu sehen.“ Als Mussolini das Hotel Borromeo wurde er mit Beifallsklatschen begrüßt. Von zuständiger englischer Seite wurde die britische Auffassung über das Ergebnis von Stresa u. a. wie folgt bekanntgegeben: Die einseitige Aufkündigung von Verträgen dürfe man nicht zulassen. Die Zusammenarbeit habe durch die einseitige Aufkündigung eine Unterbrechung erfahren. Trotzdem bleibe England bemüht, die unterbrochene Arbeit wiederaufzunehmen und einen Geisteszustand herzustellen, der eine allgemeine Zusammenarbeit möglich mache. England bleibe seinen Freunden treu. Was den Plan einer Donau=Konferenz angehe, die in Rom abgehalten werden solle, so sei England zwar noch nicht eingeladen, werde aber in diesem Falle erscheinen, und zwar nur als Beobachter. In der Frage des Luftpacktes sei noch nichts Endgültiges entschieden. Alles bleibe weiteren Erörterungen vorbehalten. In der Rüstungsfrage werde man weiter daran arbeiten, die Sicherheit auf der Grundlage der Rüstungsbegrenzung zu erreichen. Zur Frage des Ostpaktes sagte Mussolini sehr stark für eine Aufrüstung Ungarns eingesetzt haben soll. Die ersten Auslandspressestimmen London, 14. April. In den Londoner Blättern wird der Verlauf der Dreier=Besprechung mit einem gedämpften [Optimismus beurteilt. Die führenden Blätter sind der Ansicht, daß in Stresa nicht eigentlich greifbare Ergebnisse erzielt worden seien und daß die Bedeutung der Schalke gewinnt— Fürth verliert! Ergebnisse der D FB.=Endspiele: Schalke 04— Hannover 96:2; SpVg. Fürth— Hanau:1; Hertha Berlin— York Insterburg:3; Pol. Chemnitz— Gleiwitz:1: Eimsbüttel— Stettin :1: VfB. Stuttgart— SV. Jena:2; VfL. Benrath — BfR. Köln:0; BfR. Mannheim— Ludwigshafen ausgefallen. Deutschland schlug Angarn im Box=Länderkampf klar mit 11:5. 614 verloren die deutschen Hockeyspielerinnen gegen England. Gau Nordmark siegte im Handballpokalendspiel (Siehe den Sportteil!) Nach ihm nahm der französische Ministerpräsident die gleiche englische Stelle:„Wir haben eine sehr beDer Luftpakt 4. Was den ins Auge gefaßten Luftpakt für Westeuropa betrifft, so bekräftigen die Vertreter der drei Staaten die Grundsätze des Verfahrens, das eingeschlagen werden soll, wie es im Londoner Kommuniqué vom 3. Februar vorgesehen ist, und beschlossen, das Studium dieser Frage aktiv fortzusetzen, in der Absicht, einen Pakt zwischen den fünf Mächten abzuschließen, die im Londoner Kommuniqué erwähnt werden sowie von allen zweiseitigen Vereinbarungen, welche ihn begleiten können. Die Rüstungsfrage 5. Als sie zur Rüstungsfrage gelangten, haben die Vertreter der drei Mächte ins Gedächtnis gerufen, daß das Londoner Communique ein Abkommen vorsah, das frei mit Deutschland ausgehandelt werden sollte, um an die Stelle der entsprechenden Klauseln des Teiles 5 des Vertrages von Versailles zu treten. Sie unterzogen weiter die Handlungen der deutschen Regierungen und den Bericht Sir John Simons über seine Unterhaltungen mit dem deutschen Reichskanzler über diesen Gegenstand einer sorgfältigen und besorgten Besprechung. Mit Bedauern stellen sie fest, daß die Methode der einseitigen Aufkündigung, die von der deutschen Regierung in einem Augenblick angewandt wurde, als gerade Schritte ergriffen waren, ein in freier Weise ausgehandeltes Abkommen über die Rüstungsfrage zu erreichen, das öffentliche Vertrauen in die Sicherheit eine friedliche Ordnung unterminiert hat. Darüber hinaus hat das große Ausmaß des veröffentlichten Programms der deutschen Aufrüstung, das schon mitten in der Aufrüstung begriffen ist, die zahlenmäßigen Schätzungen entwertet, auf die die Anstrengungen für eine Abrüstung bisher gegründet waren und die Hoffnungen erschüttert, durch die jene Anstrengungen inspiriert waren. Die Vertreter der drei Mächte bekräftigten nichtsdestoweniger ihren ernsten Wunsch. den Frieden zu erbalten durch Herstellung eines Gefühls der SicherFlandin das Wort. Er sagte u..:„Wenn Großbritannien, Italien und Frankreich sich vereint und entschlossen fühlen, stellen sie eine materielle Macht dar, hinter der die Welt sich gesichert fühlen kann. Ihre moralische Kraft besteht darin, den Frieden zu wollen, aber keinen faulen Frieden.“ Nach einem Lob für Mussolini fuhr Flandin fort:„Es ist möglich, daß in Europa neue Schwierigkeiten auftauchen. Sie werden durch enge Zusammenarbeit überwunden werden, die in Stresa zwischen den Regierungen dreier Völker zu Tage getreten ist." Umringt von Journalisten, sprach anschließend Macdonald noch einige Worte ins Mikrophon. Er soll, zu der Donau=Konferenz in Rom, die man für erklärte u..:„Der Zweck unserer Konferenz war, den Mai erwartet, auch Deutschland einzuladen. Frieden zu sichern. Ich glaube, daß die Kon=Weiter soll die polnische Regierung in Stresa haben ferenz von Stresa hierzu einen wertvollen und wissen lassen, daß sie in der Ostpakt=Frage ganz auf dauernden Beitrag geliefert hat." seiten Deutschlands stehe. Außerdem verlautet, daß sich friedigende Erklärung von Deutschland erhalten. Wir sehen jetzt nur zwei Gruppen, von denen die eine Deutschland und Polen umfaßt, die andere sich um Frankreich gruppiert. Die Standpunkte der Gruppen würden sich gegenseitig nicht stören.“ Von englischer Seite wurde ausdrücklich betont, daß das englische Bemühen dahin gehe, über alle diese Fragen mit Deutschland auf diplomatischem Wege in Fühlung zu bleiben. Aus den zahlreichen Pressestimmen des Auslandes, die auf die Samstag=Verhandlungen in Stresa eingingen, ist noch zu entnehmen, daß der Plan bestehen der Konferenz in der Vorarbeit für kommende größere Entscheidungen liege. Im„Observer“ sagt Garvin, in Stresa sei keine Frage bis auf den Kern geprüft worden und die Konferenzteilnehmer seien innerlich nicht so zufrieden miteinander, wie es in der amtlichen Verlautbarung scheine. Es sei völlig unklar ob und was England im Falle einer weiteren„gefährlichen Vertragsverletzung" Deutschlands unternehmen werde. Paris, 14. April. Die Pariser Abendblätter kommentieren vorläufig nur sehr oberflächlich die Schlußverlautbarung der Stresa=Konferenz und suchen das Ergebnis als einen Erfolg für Frankreich hinzustellen. Der„Temps“ unterstreicht, daß Stresa eine wahre Dreier=Konferenz gewesen sei, die es erlaubt habe, den Dingen auf den Grund zu gehen. Die französischen Unterhändler hätten die Grundlinie der französischen Politik, die an der Wurzel des Londoner und des römischen Abkommens läge, durchgesetzt.(?) Das Luftabkommen werde mit Beteiligung Deutschlands nur dann abgeschlossen, wenn sich die Reichsregierung zur Mitarbeit#n der allgemeinen Sicherheitsorganisierung durch den gegenseitigen Beistand bereit erkläre.(!) In Stresa sei der Grundsatz des gegenseitigen Beistandes für die Stabilisierung der Lage in Osteuropa beibehalten worden.(?) Das„Journal des Debats“ zeigt sich weniger befriedigt. Das englische Zögern habe es nicht erlaubt, die Beschlüsse zu fassen, die wünschenswert gewesen seien. Die Solidaritätserklärung habe in zahlreichen Punkten einen zu theoretischen Charakter. Rom, 14. April. Die italienischen Blätter zeigen sich mit dem Ausgang der Stresa=Konferenz befriedigt.„Corriere della Sera“ stellt fest, daß allein die Fortschritte in der österreichischen Frage genügten, um zu erkennen, daß Stresa nützlich gewesen sei. Oesterreich sei eine lebensfähige Nation. Man müsse es also so behandeln, wie dies es bisher nur Italien getan habe. Auch„Popolo 'Italia“, behandelt in erster Linie das österreichische Problem. Die„Stampa“ hat die Stirn, zu behaupten, Deutschland habe den Bestrebungen um den Frieden Schwierigkeiten bereitet(?) und es müsse erst aufrichtige Beweise für seine Beteiligung an der Errichtung des Friedensgebäudes liefern.(?) Pariser Appell an den Völkerbund Frunereiche KAntlagescheift Jegen=Srurschiane dnb Berlin, 14. April. Die französische Denkschrift an den Völkerbundsrat hat folgenden Wortlaut: Wiederholung des Protestes gegen die allgemeine Wehrpflicht 1. Am 16. März hat der deutsche Reichskanzler die Berliner Botschafter der europäischen Mächte zu sich gerufen, um ihnen vom Wortlaut eines Gesetzes Kenntnis zu geben, das in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht wiederherstellt und das eine neue Einteilung der Armee in 12 Armeekorps und in 36 Divisionen vorsieht. An demselben Tage trat das Gesetz in Kraft. Dieser Maßnahme war schon am 9. März die offizielle Ankündigung der Wiedererrichtung einer deutschen Militärluftflotte vorausgegangen. In zwei ihrer wichtigsten Bestimmungen sind somit die Klauseln des Friedensvertrages formell zurückgestoßen worden. Es ist dies die Krönung langer und methodisch im geheimen verfolgter Anstrengungen, es ist dies der Beweis der Bedeutung der in Deutschland bereits vollbrachten Aufrüstung, ganz abgesehen von dem und die französische Regierung hatte in diesen voraussichtlichen Angaben(die übrigens später weit überschritten worden sind) eine Andeutung gesehen für den Entschluß der deutschen Regierung, ihre Aufrüstung in Grenzen zu verfolgen, deren Richter sie selbst sein wollte. Die Behörden des Reiches erhoben Protest gegen eine solche Auslegung. In einer Note, die der Außenminister des Reiches dem englischen Gesandten in Berlin am 11. April übermittelt hat, wird das Anwachsen der Ausgaben durch die Notwendigkeit gerechtfertigt, die Vorbereitungen für die Umwandlung in eine Milizarmee mit kurzer Dienstzeit weiter zu verfolgen, und es wurde Einspruch dagegen erhoben, daß der Haushalt des Luftfahrtministeriums als Rüstungshaushalt angesehen werden könne. Einige Tage später, am 27. April, sprach dieser sein„Erstaunen“ darüber aus, daß man sich ernstlich über den Luftfahrthaushalt beunruhigen könne, dessen Ausgaben nur dazu dienen sollten, die Bevölkerung gegen die Luftangriffe zu schützen und die Zivilluftfahrt zu reorganisieren. Noch am 20. Dezember bestritt der Luftfahrtminister, daß das Reich mehr als einige Versuchsapparate besitze. Drei Monate sind seither verstrichen und der Reichskanzler Hitler ist in der Lage, den britischen Staatssekretär davon zu unterrichten, daß das Reich auf dem Gebiete der Luftfahrt bereits Plan, dessen Vollbringung weiterverfolgt wird, es ist die Gleichheit mit England erreicht habe. Es wird dies nicht nur die Verkündigung einer Politik. diese erlaubt sein, festzustellen, daß um zu einem solchen dies nicht nur die Verkündigung einer Politik, diese ist schon zur Tatsache geworden. Vor einem Jahre hat das Anwachsen des durch das Reich für das Jahr 1934/35 vorgesehenen Militärbudgets Europa bewegt, ertaudt sein, sestzusteuen, daß, um zu einem sbichen Ergebnis zu gelangen, eine Anstrengung von einigen Wochen, ja sogar von einigen Monaten nicht genügt hätte. Dementis und Erklärungen erhalten daher ihren wahren Wert, und die Bestrebungen, die sie enthüllen, ihre wahre Bedeutung. Bruch des Teiles 5 des Versailler Vertrages 2. Die Initiativen, an die hier erinnert worden ist, sind ein formeller Bruch der hauptsächlichen Klauseln des Teiles 5 des Versailler Vertrages und der später über ihre Anwendung zwischen der deutschen Regierung und den Regierungen der hauptsächlichsten alliierten Mächte auf der Botschafterkonferenz abgeschlossenen Abkommen. An dem systematischen Uebertreten dieser Vertragsartikel war schon lange kein Zweifel mehr erlaubt, aber diese Ueberschreitungen waren, so gut wie möglich, verborgen. Heute ist die Verletzung offensichtlich, sie wird nicht bestritten, Der Völkerbund hat die Aufgabe, sich damit zu befassen. Der Völkerbund, der auf Achtung der internationalen Verpflichtungen begründet und Wächter eines Paktes ist, dessen Anhang anerkennt, daß die Staaten, die„die Zusammenarbeit zwischen den Nationen entwickeln wollen“ und„ihnen den Frieden und die Sicherheit garantieren wollen“, gewissenhaft alle Verpflichtungen der Verträge in den gegenseitigen Beziehungen zwischen den organisierten Völkern anerkennen müssen, kann nicht gleichgültig bleiben bei der Behauptung einer politischen Methode, die direkt den Grundsätzen, auf welchen er beruht, und der Sache, die ihm übertragen ist, zuwiderläuft. Die Mitarbeit im Völkerbund 3. Bei der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund hat sich die Versammlung ausdrücklich auf Teil 5 des Vertrages berufen, um das Militär=, Marine= und Seite 2 Nr. 89/ Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April 1933 Luftfahrtstatut festzusetzen dem das Reich entsprechen müßte, sie hat von einer Erklärung Kenntnis genommen, nach der Deutschland„tatsächliche Garantien seiner aufrichtigen Absicht, die Verpflichtungen, die aus den Verträgen und seinen Anhängen hervorgehen, innezuhalten“, gab. Indem die deutsche Regierung die Bestimungen, die ihr Militärstatut regeln, für null und nichtig erklärt, hat sie mit Ueberlegung einen der Faltoren zerstört, auf denen ihre Mitarbeit an der Genfer Einrichtung begründet ist. Französische Selbstbeweihräucherung 4. Indem sie das tut, hat die Regierung des Reiches den Erfolg der internationalen Verhandlungen über die Beschränkung der Rüstungen, die unter der Oberleitung des Völkerbundes, begründet auf Artikel 8 des Völkerbundspaktes, vor sich gehen, ernstlich gefährdet, obschon die Mächte viele Beweise ihres Willens, den Bestimmungen dieses Artikels zu entsprechen, gegeben hatten. Was die französische Regierung anbelange, so müsse sie daran erinnern, daß sie von 1921 bis 1928 die Dienstzeit in Frankreich von drei Jahren auf ein Jahr herabgesetzt habe, daß die für die Verteidigung der Metropole sofort verwendbaren Streitkräfte sich infolgedessen je nach der in Betracht gezogenen Lage um 42 oder um 60 v. H. vermindert haben, daß die Ueberseearmee ihrerseits ebenfalls bedeutende Verminderungen erfahren habe, daß die Ausführung des Luftbauprogramms nur in ganz schwachem Maße fortgeschritten sei. „Angehäufte Schwierigkeiten“. Ohne Zweifel hatten sich die Schwierigkeiten, die sich einem Erfolg der Genfer Könferenz entgegensetzen, angehäuft. Aber das hat die deutsche Regierung nicht von ihren Verpflichtungen befreit. Auch wenn, was die französische Regierung formell bestreitet, der Anhang von Teil V den Charakter und die Tragweite hätte, die man ihm manchmal geben wolle, bleibe nichtsdestoweniger eine wichtige Tatsache bestehen: welches auch die Schwierigkeiten in der Erfüllung einer Aufgabe seien, die die Maßnahmen der deutschen Aufrüstung noch heikler machen, so haben während der Zeit, wo die Konferenz ihre Verhandlungen weiter verfolgt habe, die Mächte es nicht aufgegeben, die Grundlage für eine internationale Einigung zu suchen. Die französische Regierung ist es sich schuldig, an die Vorschläge zu erinnern, die sie schon am 5. Februar 1932 für die Begrenzung der Bombenflugzeuge und ihre Zurverfügungstellung an den Völkerbund und für die Schaffung einer internationalen Macht im Zusammenhang mit der besten Organisation der Sicherheit gemacht hat. Sie erinnert weiter an die Vorschläge, die sie am 14. 11. desselben Jahres im Hinblick auf die Herstellung eines europäischen Systems der Rüstungsverminderung und der internationalen Zusammenarbeit gemacht hat, sie erinnert an die Erklärung vom 11. Deiber 1932, die die Gewährung der Gleichberechtigung unlösbar an die Herstellung eines Sicherheitssystems bindet. Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund erinnert schtießtich, ratun, vaß im Oktober Grundsätzliche Erklärung der Reichsregierung Serunesehngu. snir=einen Warum Deutschland eine militärische Beistandsverpflichtung ablehnen muß dub Berlin, 14. April. Irreführende Auslegungen in verschiedenen Pressekommentaren haben die Reichsregierung veranlaßt, ihren Standpunkt in der Frage des Ostpaktes, wie folgt zu präzisieren: l. In den Berliner Besprechungen hat der Führer und Reichskanzler der britischen Delegation mitgeteilt, daß die deutsche Regierung zu ihrem Bedauern nicht in der Lage sei, zum Ostpakt in der vorgeschlagenen Form ihren Beitritt zu erklären. Die deutsche Reichsregierung sei demgegenüber aber bereit, einem solchen kollektiven Sicherheitspakt ihre Zustimmung zu geben dann, wenn er erstens sich aufbaue auf gegenseitigen und allgemeinen Nichtangriffsverpflichtungen und Schiedsgerichtsverfahren, zweitens im Falle einer Friedensstörung ein konsultatives Verfahren vorsehe, drittens sei die deutsche Reichsregierung bereit— unter Betonung der Schwierigkeiten der einwandfreien Feststellung eines Angreifers—, sich allgemeinen Maßnahmen der Nichtunterstützung eines solchen anzuschließen. Zu diesem Angebot steht die deutsche Reichsregierung auch heute. Keine militärische Beistandsverpflichtung II. Der Führer und Reichskanzler hat in dieser Besprechung weiter mitgeteilt, daß die deutsche Regierung nicht in der Lage sei, einem Paktvorschlag zuzustimmen, der, sei es für alle oder für einzelne, mehr oder weniger automatische militärische Beistandsher: pflichtungen enthalte. Diese sähe darin nicht ein Element der Friedenserhaltung, sondern eher noch ein Element der Friedensbedrohung. Die deutsche Reichsregierung bekennt sich auch heute zu dieser Auffassung und zu der sich daraus ergebenden Haltung. Zu Nichtangrifsspakten bereit III. Die Reichsregierung hat sofort nach Uebernahme der Macht ihren Wunsch ausgedrückt, mit den umliegenden Staaten Nichtangriffspakte abzuschließen. Sie machte diesen Vorschlag, ohne eine eingehende Kenntnis bestehender zwei= oder mehrseitiger militärischer Abmachungen einzelner Staaten zu besitzen, und ohne jede Bezugnahme Da sie selbst leine aggressiven Absichten hegt, fühlt sie sich von wirklichen Defensivabkommen auch nicht betroffen. Auch zu dieser Auffassung bekennt sich die deutsche Regierung heute noch. So wenig sie daher in der Lage ist, einem Pakt beizutreten, der solche militärischen Verpflichtungen als ein wesentliches Element seines Inhaltes und damit seiner Existenz enthält, so wenig können solche außerhalb dieses Paktes liegenden Vereinbarungen die deutsche Reichsregierung behindern, ihrerseits Nichtangriffspakte auf der oben fixierten Basis abDies ist der Sinn der Antwort der deutschen Reichsregierung auf die Frage des kgl. britischen Botschafters, treten, indem er die geeigneten Maßnahmen ergreift, um der heute geschaffenen Lage abzuhelfen und eine Wiederholung zu verhindern. Das sind die Betrachtungen, auf die die französische Regierung die Aufmerksamkeit des Völkerbundsrates lenken möchte. Ueberzeugt davon, daß die Achtung der übernommenen Verpflichtungen jeder friedlichen Nation eine Pflicht ist, ist sie sich der Verpflichtungen bewußt, die die verschiedenen Artikel des Paktes den Mitgliedern des Völkerbundes auferlegt. Sie wünscht, das Vertrauen unter den Völkern wiederhergestellt zu sehen und erklärt sich mit allen Regierungen, solidarisch, denen an der Festigung des Friedens gelegen ist. Die französische Regierung wartet vertrauensvoll darauf, daß sich der Völkerbundsrat über die ihm unterbreitete ernste Lage ausspricht, daß er über die Gegenwart beschließt und die Zukunft sichert. Die Denkschrift ist von einer Note Lavals vom 9. April an den Generalsekretär des Völkerbundes begleitet, in der er sich auf sein Telegramm vom 20. März, durch das er die Einberufung des Völkerbundsrates verlangt hat, beruft. ob Deutschland bereit sei, einen Ostpakt auf der von ihm selbst angedeuteten Grundlage abzuschließen, auch für den Fall, daß andere Staaten unter sich noch besondere Abmachungen getroffen hätten oder treffen würden. Widersprüche Die deutsche Reichsregierung will aber an dieser Stelle die folgenden Bemerkungen nicht unterdrücken: Die von verschiedenen Regierungen als nötig erachtete Ergänzung von Nichtangriffs= und Gewaltausschließungspakten durch militärische Beistandsverpflichtungen beruht auf einem Widerspruch in sich. Ertzwoder nan glaubt an freiwillig übernommene Verpflichtungen oder man glaubt an sie nicht. Glaubt man an sie, dann ist die Notwendigkeit solcher militärischen Abmachungen nicht einzusehen. Zweifelt man aber an der aufrichtigen Einhaltung einer übernommenen Nichtangriffsverpflichtung, dann ist dieser Zweifel genau so berechtigt über der sinngemäßen Einhaltung der ergänzenden militärischen Verpflichtungen solcher Friedenspakte. Wenn es möglich ist, daß aus Nichtangriffspakten Kriege entstehen, ist es ebenso möglich, daß aus defensiven Beistandspakten offensive, Angeiffshandlungen kommen. Nur scheint der deutschen Reichsregierung der Weg vom Gewalt=Ablehnungs- und Ausscheidungspakt zum gewalttätigen Friedensbruch ein weiterer zu sein als der Weg von militärischen Verpflichtungen defensiver Natur zu einer militärischen Haltung offensiver Art. Die deutsche Reichsregierung sieht aber nach wie vor in dieser Entwicklung militärischer Bündnisse in Europa kein Element einer kollektiven friedlichen Entwicklung oder gar einer Garantie des Friedens. Sie ist daher auch nicht in der Lage, Pakte zu unterzeichnen, in denen solche Verpflichtungen ein integrierender Bestandteil sind, gleichgültig ob für alle oder für einzelne Teilnehmer. Der vorstehende Standpunkt ist dem britischen Staatssekretär des Aeußeren durch Vermittlung der hiesigen Botschaft amtlich mitgeteilt worden. en unter den Völkern wiederhergestellt zu sehen lang ein Verieleithungerers...., des tatsächlich Beschuldigten ert schließlich daran daß 1933 in einer Stunde, wo die internationale Lage sich bereits zu verdunkeln begann, aus Gründen, für die Frankreich keinerlei Verantwortung trägt, die französische Regierung mit mehreren anderen Regierungen dahin übereingekommen war ein Arbeitsprogramm vorzuschlagen, das es der Genfer Konferenz erlaubt hätte, nützliche und wirksame Arbeit zu leisten. Es daß nach Kenntnisnahme dieses Programms die Reichsregierung sich für verpflichtet sah, Genf zu verlassen und seinen Austritt aus dem Völkerbund anzukündigen. handelt sich um eine brutale Geste, die durch nichts gerechtfertigt war, wie dies der Präsident der Konferenz selbst festgestellt hat. Aber auch nach dieser Geste ist die Arbeit nicht aufgegeben worden. Die Londoner Vereinbarungen Am 3. Februar 1935 wurde auf die Initiative der französischen und der englischen Regierung hin ein Programm aufgestellt, das von allen dem Frieden dienenden Mächten mit Genugtuung ausgenommen wurde. Dieses Programm hatte die Reichsregierung selbst angenommen. Ihre Beschlüsse vom 16. März haben es indessen entschieden gefährdet. Es wäre nutzlos, wollte sie sich auf die Maßnahmen berufen, die andere Regierungen sich gezwungen sahen, in ihrem eigenen Lande zu ergreifen. Denn diese Maßnahmen wurden durch die Entwicklung der deutschen Rüstungen gerechtfertigt. Es wäre nutzlos, wollte sie sich besonders auf die Maßnahmen der französischen Regierung berufen, die, um den aus dem Krieg hervorgegangenen Schwierigkeiten der Rekrutierung zu begegnen, diese nahme hinsichtlich der Dauer der Militärdienstzeit ergreifen mußte, die schon vor fünf Jahren durch die vorbereitende Abrüstüungskonferenz als wurde. Deutschland hat einem internationalen Problem eine einseitige Lösung geben wollen. Die Verhandlungsmethode hat es durch die Methode der vollenbeten Tatsache ersetzt. Ihre Beschlüsse, die mit dem ganzen System der Rüstungsbeschränkungen unvereinbar sind, haben für ganz Europa die Frage der allgemeinen Aufrüstung in ihrer ganzen Schwere aufgewerieg. Der Völkerbundsrat hat die Pflicht, sich über die Verantwortlichkeit der so geschaffenen Lage und über die Folgen, die sie nach sich zieht, auszusprechen. Er muß auch die Schlußfolgerunge bekanntgeben, die die Regierungen für ihre menspolitik daraus zu ziehen haben, die den Willen haben, die europäische Sicherheit aufrechtzuerhalten und zu vermitteln. Die„Pflicht" des Völkerbundsrates 5. Eine noch bedeutendere Frage muß den. Wenn in einem Europa, in dem sich die Methode der einseitigen Kündigung internationaler Verpflichtungen verallgemeinern wurde, würde es bald nur noch Platz für eine Machtpolitik geben. Keine Verhandlung ist möglich, wenn im Laufe dieser Verhandlungen einer der Teilnehmer das an sich reißt, was Gegenstand der Verbandlung ist. Keine Veganzs glesg spechet=Per. nüßzlich, wenn die Ereignisse, gaegen eicger Art durch den Willen einer der berenigten Parteien zerstört werden können. Man sollte dann hei den internationalen Beziehungen von vornherein ven Gedanken eines Vertrages oder einer Verpflichtung ausschalten. Die Anstrengungen der friedlichen Nationen gehen darauf hinaus, durch die Nichtangriffs=, gegenseitiger Erleichterungs= und Beistandsverpflichtungen zwischen den Staaten ein weites System der kollektiven Sicherheit zu schaffen. Ist es der Mühe wert, diese Anstrengungen fortzusetzen, wenn zugegeben wird daß der Verstoß gegen eine übernommene Verpflichtung, so feierlich sie auch sei, keine anderen Folgen nach sich zieht, als eine moralische Ablehnung, und wenn man Risiko eingeht, indem man sich von seinen Verpflichtungen befreit und der verletzende Stagt. u. der Unbestraflichkeit eine Ermutigung zu neuen Verlepullgen findet? Der Völkerbundsrat kann einer solchen Gefahr gegen die internationale Ordzung, nicht gleichgültig gegenüberstehen, ohne seiner Aufgabe nicht gegecht zu werden. Er hat die Pflicht, tor entgegenzuist nach ihrem ersten Eindruck, wenn auch in Form einer solchen Statutes zu schreiten. Erst die Ueberzeugung, Anklageschrift, mehr das geschickte Plädoyer fürl daß dies im Sinne der Sicherheit den tatsächlich Beschuldigten. In ihrer Grundtendenz geht die Denkschrift völlig darüber hinweg, daß sich Deutschland in einer Zwangslage befand und ihm sein Vorgehen durch das Verhalten der anderen vorgeschrieben wurde. Auf der einen Seite war es laut Aeußerung franzs= langdienendes Berufsheer von 100000 Mann festgelegt sischer Minister seit Jahren klar, daß Frankreich nicht war, schuf sich Frankreich eine Armee von vielen Mildaran dachte, die versprochene Abrüstungsverpflichtung lionen ausgebildeter Reserven. Die Rüstungsmaschineernstlich durchzuführen. Auf der anderen Seite wurde rie arbeitete weiter unter Vervollkommnung aller WafLeutschland durch ein Spiel wit wechselnden Vorschlä= fengattungen, namentlich der für Deutschland verbotefür alle nie geschehen würde, gab Deutschland seine Handlungsfreiheit unbestreitbar und zwangsläufig wieder. Die Abrüstungsbeteuerungen Frankreichs wirken für Deutschlanos Ohren nicht aufrichtig. Während Deutschland auf ein Teutschland darch ein Spiel mit wechselnden Vorschlagen künstlich hingehalten, um daran verhindert zu wer uen den, an die primitivsten Sicherheitsmaßnahmen für sein Territorium zu denken. In dieser jahrelangen Periode unaufrichtiger Verschleppungen gab es für Deutschland nur eine Möglichkeit und nur eine selbstverständliche Pflicht: Notgedrungen alle Vorkehrungen und Vorbereitungen für eine angemessene Wehr soweit zu treiben, daß in dem Augenblick, in dem die letzte Hoffnung schwand, den Versailler Vertrag durch die anderen erfüllt zu sehen, die angesichts Deutschlands Lage unentbehrlichen Rüstungsmaßnahmen schlagartig einsetzen konnten. Diesem offenkundigen Tatbestand wurde in Punkt 1 der Denkschrift direkt Gewalt angetan. Wenn in der Denkschrift weiter der Anhang des Völkerbundsstatuts zitiert wird, der seinen Mitgliedern Frieden und Sicherheit garantiere, dann hat Deutschland seit 1926, dem Beginn der Arbeiten jenes„vorbereitenden Abrüstungsausschusses“, bis zum Jahre 1934, also neun Jahre lang unermüdlich und vergeblich darum gekämpft, diesen Satz des Anhangs auch für sich angewendet zu sehen. Wenn also der Völkerbund als „Wärter der Verträge" Deutschland gegenüber in jahrelangen schweren Verzug geriet, so lag das daran, daß er untätig zusah, wie die anderen Mächte sich um die eigene Abrüstung drückten und darüber hinaus ihre Rüstungen überstürzten, ohne ihren jeweiligen Rüstungsstand entsprechend dem Völkerbundsstatut anzumelden. Diese Rüstungen wurden vielmehr in aller Heimlichkeit durchgeführt. Wenn sich Deutschland bei Eintritt in den Völkerbund auf das künftige Militärstatut des Völkerbundes verpflichtete, so hat sich Deutschland solange an diese Zusage gehalten, solange noch der Schimmer einer nen, und ein unkontrollierbares potentiel de guerre wurde vertragswidrig geschaffen. Wenn sich dem Erfolg der Genfer Konferenz Schwierigkeiten entgegensetzten, so ist die Frage kaum schwer zu beantworten, wer diese Schwierigkeiten schuf. Deutschland hat immer wieder durch neues Entgegenkommen versucht, sie auszuräumen. Dem immer wiederholten Auftürmen neuer Schwierigkeiten stand es schließlich machtlos gegenüber. Peinlich wirkt namentlich die Erinnerung der Denkschrift an den französischen Vorschlag vom 5. Februar 1932, Bombenflugzeuge dem Völkerbund zur Verfügung zu stellen, zumal dies an das Angebot Frankreichs, französische Truppen als Besetzung zur Abstimmung an die Saar zu schicken, gemahnt. Wenn die Denkschrift in diesem Zusammenhang auch an die bekannte Erklärung vom 11. Dezember 1932 erinnert, so ist durch diese keine Aenderung der Methoden und Ziele entstanden; denn gerade die willkürliche und einseitige Auslegung des Begriffes „Sicherheit“ verhinderte systematisch ein Weitertreiben des Abrüstungsproblems. Wenn schließlich der Grundsatz aufgestellt wird: Keine Verhandlung ist möglich, wenn einer der Teilnehmer das an sich reißt, was Gegenstand der Verhandlungen ist, so sprechen alle französischen Aufrüstungsmaßnahmen— zuletzt die Einführung der zweijährigen Dienstzeit— Frankreich das Recht ab, als Anwalt diese These zu vertreten.„Wenn Frankreich glaubt, Deutschland an die„Feierlichkeit“ seiner in Versailles aufgezwungenen Verpflichtungen erinnern zu sollen, so sei nur an die im Schlußprotokoll von Locarno seitens Frankreichs ebenso feierlich wie freiwillig übernommene Verpflichtung erinnert, unverzüglich Heute Beginn der Ratstagung Genf, 14. April. Genf steht bereits im Zeichen der am Montag beginnenden Ratstagung über die französische Denkschrift hinsichtlich Deutschlands. Die russische, die tschechoslowakische und die rumänische Abordnung weilen bereits seit Samstag in Genf. Die aus Stresa kommenden Vertreter Englands, Frankreichs und Italiens trafen am Sonntag abend ein. Die französische Abordnung führt Laval dei englische Eden. Man rechnet mit einer Tagungsdauer von etwa drei Tagen. Norwegische Robbenfänger im Palleis Oslo, 14. April. In ganz Norwegen und besonders an der Westküste herrscht größte Besorgnis über das Schicksal von zehn Robbenfangbooten, die im sogenannten„Westeis" zwischen Ostgrönland und der hoch im Norden gelegenen Insel Jan Mayen eingefroren sind. Von den Booten stammen sieben aus Aalesund, zwei aus Tromsö und eines aus Hammerfest. Die gesamte Besatzung zählt ungefähr 160 Köpfe. Keines der Boote hat Radio an Bord so daß man in Wirklichkeit nichts Bestimmtes weiß. Die letzte Nachricht stammt von einem Fangboot. Danach sind die Boote seit März eingefroren. In demselben Fahrwasser sind 1917 sechs Schiffe mit 96 Mann vom Eis erdrückt worden. Dieses Jahr ist das Packeis besonders stark. Man erwägt die sofortige Entsendung einer Hilfsexpedition mit einer Flugmaschine, die sich auf Mutterschiff stützen müßte. Hoffnung bestand, daß die anderen Mächte noch zur Abrüstung zu schreiten. Tuhtgeschern „Altelinunkk und„Vöriate isse bei die ruhmreichen deutschen Fliegerhelden. Erlaß des Führers— Die Luftwasse ehrt dnd Berlin, 14. April. Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsministers der Luftfahrt, Generals der Flieger Göring, dem Fliegergeschwader in Mecklenburg die Bezeichnung„Geschwader Immelmann“ und dem Fliegergeschwader in Niedersachsen die Bezeichnung„Geschwader Boelcke“ verliehen, um neben dem unvergeßlichen größten Jagdflieger Deutse lands, Freiherrn von Richthofen, auch die gleich ruhmvollen Namen seiner Kameraden in der neu erstandenen Reichsluftwaffe fortleben zu lassen. Der Führer hat den Erlaß vollzogen in der Gewißheit, daß die Geschwader„Immelmann" und„Boelcke", durchdrungen von der hohen Bedeutung der ihnen übertragenen Ueberlieferung, sich in Geist und Leistung der Im Zuge der Reichsreform und der damit in Zusammenhang stehenden Umstellung der sächsischen Verwaltung hat der Führer und Reichskanzler auf Vorschlag des Reichsstatthalters in Sachsen den sächsischen Minister für Arbeit und Wohlfahrt, Dr. jur. Georg Schmidt, aus seinem Amt entlassen. In feierlicher Form fand am Samstag in München die Amtseinführung des neuen Präsidenten des Reichsfinanzhofes, Mirre, durch Staatssekretär Reinhardt Aus Anlaß der zweijährigen Wiederkehr des Gründungstages der Reichsführergemeinschaft der deutschen Landwirtschaft, die als freiwilliger Zusammenschluß der landwirtschaftlichen Verbände den jetzigen Reichsbauernführer R. Walther Darré zu ihrem Vorsitzenden wählte, fand am Samstag in Berlin eine ordentliche Sitzung des Reichsbauernrats fegft.„ I76, gassenku. k. Smrt. ] In Center Newton(Mass. USA.) vollendete der deutsche Generalleutnant a. D. von Knobelsdorff sein 85. Lebensjahr. Er stand im Weltkriege an der Spitze der Etappenkommandantur 205 in Kurland und Oesel.„Ferner wurde Generalleutnant a. D. von Eichendorff in Zoppot 75 Jahre alt. Er kommandierte im Kriege zuletzt die 47. Division. Generalmajor a. D. von der Osten in Potsdam vollendete in diesen Tagen sein 70. Lebensjahr. Am Samstag beging er sein 50jähriges Militärjubiläum. Er kommandierte zuletzt die 28. Infanterie=Division. Der berühmte schwedische Forschungsreisende Spen Hedin, einer der treuesten Freunde Deutschlands in Krieg und Frieden, traf mit dem fahrplanmäßigen Zug aus Moskau in der Reichshauptstadt ein. Der zwischen Italien und Abessinien zur Regelung der Grenzstreitigkeiten vereinharte Versöhnungsausschuß soll demnächst in Kairo zusammentreten. gedamit verbundenen besonderen Verpflichtung stets wachsen zeigen. Die Mitteilung von dem Erlaß ist inzwischen durch eigenhändiges Schreiben des Reichsministers der Luftfahrt an die Mutter Immelmanns und die Eltern Boelckes gegangen, wobei General Göring seiner besonderen Freude darüber Ausdruck gab, der Uebermittler dieses auch die Hinterbliebenen ehrenden Erlasses zu Am Sonntag fand in Magdeburg in Anwesenheit des Chefs des Stabes Lutze ein großer SA.=Aufmarsch der Gruppe Mitte statt. In seiner Rede an die SA.= Männer erklärte der Chef des Stabes, der sei dazu berufen, das, was der Führer baue, weltanschaulich zu fundieren. Anschließend begab sich Lutze nach Bernburg, wo Gauleiter Loeper eine Brücke der SA. einweihte. (Weitere politische Nachrichten auf Seite 13.) Sals ScAulick Versgiesleig, Boaf- Bi, BlC. B- Berlin aiv Se Wldelmstr. L8. Anru: Jäger 415 3. Karls: Die Zeüge Zummer undaht 14. Selien Seite 3 Nr. 89 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April 1933 Der Führer im Ruhrgebiet anb Essen, 14. April. Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Der Führer stattete heute dem 88jährigen Parteigenossen und bekannten Wirtschaftsführer Geheimrat Emil Kirdorf auf dem Streithof bei Mülheim(Ruhr) einen Besuch ab und besuchte gelegentlich dieser Anwesenheit im Ruhrgebiet auch verschiedene Industrieunternehmungen in Bochum und Essen. Grenziane inn Ssten Vortragsreihen der Osttagung in Bochum Ereignisse des Sonntags Dieser Palmsonntag war gestern so recht dazu geeignet, die Stimmung für die stillste Woche des Jahres, die Karwoche, vorzubereiten. Grau in grau spannte sich der Himmel über der Stadt, in der kein allzu großer Verkehr herrschte, da niemand Lust hatte, etwa schon einen größeren Frühlingsausflug zu unternehmen. Lediglich der Stadtpark und einige nahe gelegene Ausflugsorte konnten auch gestern einen guten Besuch verzeichnen, und die, die sich„die Beine vertreten wollten“, konnten draußen auch schon die ersten Blütenbäume, die Magnolien, bewundern. Mittags war plötzlich an einer Ecke der Alleestraße Hochbetrieb— da mußte etwas Besonderes los sein! Richtig sah man in der Nähe des Rathauses dann auch wieder einige Verkehrssünder, die die Warnung der Polizei, sich auf □ der Straße richtig zu verhalten, nicht beherzigt hatten. Am Wochenende wurde nämlich durch die Polizei wieder einmal scharf gegen####/ Verkehrssünder vorgegangen. So konnte ein Zuschauer Samstag abend 5 feststellen, daß innerhalb von neun= 1 zig Minuten an der Ecke Viktoriastraße— Rathausplatz nicht weniger)n als siebzehn Fußgänger und)2¼Fahrzeughalter durch Beamte fest 87 gestellt und um eine Mark„erleichtert“ wurden.— Hoffentlich ist das eine zwar bittere, aber wirksame Methode. Am Nachmittag des Palmsonntags herrschte in der Innenstadt lebhafter Verkehr, bei dem immer wieder über das Bochumer Tagesereignis gesprochen wurde. Auch die Fußballspieler und ihr Anhang vor dem„..“ hatten wieder eine große „Börse“ aufgezogen. Die Tatsache des geschäftsoffenen Sonntags brachte nachmittags einen größeren Betrieb auf den Straßen mit sich, da mancher diesen Tag dazu benutzte, um sich nach den Preisen und Aussichten des Österhasen zu erkundigen, der bei der Bochumer Geschäftswelt in bester Verwahrung ist. „Muttertag“ am 12. Mai Das deutsche Volk wird am Sonntag, 12. Mai, wieder seinen Muttertag feiern und in würdigen Familienfeiern seinem Bekenntnis zur deutschen Mutter und zu deutschem Familien= und Volksleben Ausdruck verleihen. Im Werkunterricht sämtlicher Klassen werden im Laufe der nächsten Wochen Gebrauchsgegenstände, u. a. Wäsche und Kleidungsstücke, armer Mütter und Kinder hergestellt. zugunsten 25 Reichssieger fliegen zum Führer Der Endspurt im Reichsberufswettkampf 500 Jungen und Mädel, die als Gausieger und Gausiegerinnen aus dem Reichsberufswettkampf hervorgegangen sind, werden am 25. April in Saarbrücken eintreffen. Am 26. und 27. April finden dort und in der Umgebung die Endkämpfe statt. Für den 28. ist eine Besichtigungsfahrt durch das Saargebiet vorgesehen. Am 29. April um 17 Uhr erfolgt im Wartburg=Saal von Saarbrücken die Siegerverkündung der 25 Reichsbesten. Während die Gaubesten noch am 29. abends in ihre Heimatorte zurückfahren, starten die 25 Reichssieger am 30. April im Flugzeug nach Berlin, wo sie am 1. Mai vom Führer und Reichskanzler in der Wilhelmstraße empfangen werden. Chrenmal=Weihe im Stadtpark am 18. August. Da die Arbeiten zur Errichtung des Ehrenmals der 67er im neuen Stadtparkteile schnell vorangeschritten sind, wird die Denkmal=Weihe am 18. August, einem dreifachen Gedenktage des Regiments, stattfinden. Die Vortragsreihe innerhalb der Osttagung in Bochum wurde Samstag morgen fortgesetzt. Professor Dr. Oberländer von der Universität Königsberg behandelte das Thema:„Die litauische Frage unter besonderer Berücksichtigung des Memelland= und WilnaProblems.“ Der Redner gab ein eingehendes Bild von den Leiden und Bedrängnissen des Memellandes unter der Gewaltpolitik der litanischen Regierung, die eine ständige Verletzung der Memelkonvention bedeute. Litauen habe bewiesen, daß es ein kulturell so hochstehendes Gebiet wie das Memelland nicht regieren könne. Dann zog der Redner in den weiteren Bereich seiner Ausführungen das Schandurteil von Kowno, das eine Verhöhnung des internationalen Rechts darstelle. Die Verantwortung für alles, was im Memelland an Vergewaltigung der deutschen Bevölkerung geschehe, trügen die Signatarmächte der Memelkonvention Anschließend sprach Dr. Seraphim(Königsberg) über„Polens Politik und wirtschaftliche Entfaltung und seine Beziehungen zu Deutschland“. Unter Benntzung eines reichhaltigen Bildvergleichsmaterials gewährte der Redner einen tiefen Einblick in die polnische Wirtschafts= und Bevölkerungspolitit der letzten 15 Jahre. Samstag nachmittag referierten innerhalb der Schulungsvorträge der Osttagung in der Verwaltungakademie der Gauschulungsleiter Dr. Schwarzschulz(Bochum) und Dr. Raupach (Halle a. d..). An Hand von Skizzen zeichnete der erste Redner die organisatorischen und künstlerischen Begabungen im europäischen Ostraum. Er wandte sich zunächst gegen die falsche Lehrmeinung, die alles politische und wirtschaftliche Geschehen allein aus dem Raum zu erklären glaubt, es seit vielmehr der Mensch, die Persönlichkeit—„als höchster Ausdruck eines völkischen Willens" sagt Rosenberg—, der den Raum erst zum Wirkungsfeld mache. In der Leistung erweist sich das Individuum als Persönlichkeit. Eine Untersuchung der Leistungen muß demnach Aufschluß geben über die Volkheiten, aus denen sie gewachsen sind. Leistung aber ist die besondere Gestaltungskraft der Rasse, die für alle Zeiten unveränderlich ist. Im Ostraum haben wir nach Claus drei hauptsächliche Rassen: die nordische die ostische und die ostbaltische. In der nordischen Rasse sieht er die Inkarnation des Leistungstyps, in der ostischen die des Enthebungstyps und in der ostbaltischen den Offenbarungstyp. In der Organisationsbegabung sieht er das wesentlichste Merkmal nordischer Rasse, worin dieses Ordnen auch immer bestehen mag. Im Gegensatz zu dieser geistig=seelischen Eigenschaft steht die künstlerische Begabung des Menschen. Hier ist die Phantasie die treibende Kraft, nicht der Erkenntnisdrang. Nach diesen beiden Dispositionen folgert er nach Walther Schulz(Düsseldorf), der Untersuchungen über besondere Leistungen von Naturforschern, Offizieren und Künstlern in Europa von 1200 bis jetzt angestellt hat, so: Völker, in denen das Organisationsvermögen durch Leistungen besonders hervortritt, besitzen nordische Rasse als Hauptträger ihres blutgebundenen Erbgutes, Völker, die als führende Persönlichkeiten vornehmlich Künstler besitzen, tragen das alpine und ostbaltische Rassengut in sich. Für Deutschland einschließlich Oesterreich gibt Schulz 139 organisatorische zu 152 künstlerischen Begabungen an: Rußland 19:55, Polen:27, Bulgarien:0. Hier liegt ein gewaltiges und wichtiges Gebiet vor, Aufgabe der Wissenschaft muß es sein, die Untersuchungen, wie sie Schulz angestellt habe, auf Richtigkeit oder Falschheit hin klarzustellen. Anschließend sprach dann Dr. Raupach(Halle a. d. .) über den „Südostraum“ Der Südostraum zeige einen Zustand ungelöster Widersprüche und größter völkischer wie staatspolitischer Verwirrung. In diesem„balkanisierten“ Südostraum komme das diplomatische Kräftespiel der europäischen Mächte zur vollen Auswirkung, ohne daß diese Mächte eine ordnungsmäßige Geschlossenheit des Südostens erstrebten. Die deutsche Sendung in diesem Südostraum beruhe auf der großen Ueberlieferung der deutschen Südostkolonisation, die in Siebenbürgen, im Banat und in Südslawien Sammelpunkte des kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritts geschaffen habe. Gauleiter Josef Wagner sprach am Sonntag Mit einem großangelegten Vortrag des Oberpräsidenten von Schlesien, Gauleiters und Staatsrats Josef [Wagner erreichte am Sonntag vormittag die Tagung des Bundes Deutscher Osten ihren Hohepunkt. Im großen Hörsaal der Verwaltungsakademie waren, wie an den Vortagen, die Vertreter der staatlichen und städtischen Behorden, der Parteistellen des Gaues sowie der Wirtschaft versammelt. Unter den Gästen bemerkte man u. a. auch den Regierungspräsidenten vou Stockhausen und den stellvertretenden Gauleiter Stürtz. Nach kurzen einführenden Darlegungen des Gauschulungsleiters Dr. Schwarzschulz nahm Gauleiter Wagner von der Versammlung herzlich begrüßt, zur Frage des Volkstumsproblems im Osten das Wort. Fast bei allen Deutschen, die das Ringen um die Volkstumserhaltung an den Grenzen aus eigenem Erleben nicht kennen, ist die Vorstellung von Grenze und Grenzlandpolitik bedauerlich mangelhaft. Für sie ist „Grenze“ ein staatspolitisch=geographischer Begriff. Dagegen fehlt für die wahre Situation, daß namlich in allen Fällen Staatsgrenze und Volkstumsgrenze Dochums Knalschügzen in Frondenderg „.-.“-Aufnahme Unter Führung ihres Hauptmanns zog gestern eine Abordnung des Offizierkorps der Bochumer Maischützen nach Fröndenberg und legte dort in der Stiftskirche am Grabmal Engelberts von der Mark, des Stifters des Bochumer Maiabendfestes, traditionsgemäß einen Kranz nieder. Unser Bild zeigt den Empfang der Junggesellen=Offizicre vor der Stiftskirche durch den Bürgermeister von Fröndenberg(vorn links) und Fröndenberger Schützen. Im Vordergrund rechts Junggesellenhauptmann Dr. Klute. .-.-Muthherr nirgendwo zusammenfallen, das rechte Verständnis. Das entscheidende Problem der Grenze aber ist das Volkstum. Es ist unmöglich auf die Dauer, daß das Ringen an der Grenze um Bestand und Festigung dieses Volkstums mit Erfolg geführt werden kann, wenn die Nation in ihrer Gesamtheit diesen Kampf nicht als ihre ureigene Sache und Aufgabe erkennt. Mehr als die Vergangenheit muß darum das nationalsozialistische Deutschland mit vollstem Verantwortungsbewußtsein diesem Problem nahetreten und die Unterlassungssünde der Vergangenheit gutmachen, die es versäumt hat, die Wichtigkeit der Grenzlandpolitik zur allgemeinen Erkenntnis des ganzen Volkes werden zu lassen. Auch heute, im dritten Jahre nationalsozialistischer Staatsführung, ist das Wissen um die Nöte und um den Kampf im Osten in den übrigen Landesteilen noch viel zu dürftig. War dieser Mangel schon in der Vergangenheit ein Fehler, so gilt dies gegenwärtig mehr denn je. Es muß darum unsere Aufgabe sein, aus den Versäumnissen der Geschichte die Folgerungen für unsere Einstellung zur Grenzlandpolitik zu ziehen. Zwet Hauptverpflichtungen ergeben sich hier zwingend: Die Weckung von Sinn und Verständnis für diese Fragen in der Gesamtnation, entschiedene Aufnahme des Kampfes um die Volkstumserhaltung. und zwar durch die Entsendung unserer besten und fähigsten Kräfte in die von fremdem Volkstum gefährdeten Gebiete. Es liegt im Wesen des Nationalsozialismus begründet, dieses Ringen um das eigene Volkstum in stärkster Form zu bejahen. Volkstumskampf ist Ringen um die Werte der Menschen schlechthin. Aus unmittelbarer Erfahrung schilderte der Redner den raumpolitisch völlig anderen Charakter Oberschlesiens gegenüber dem Norden, Westen und Süden des Vaterlandes. In ihrer Weite birgt die Ostlandschaft für den deutschen Menschen die große Gefahr des Sichverlierens, die um so ernster gewertet werden muß, als der Osten bei seiner völlig anderen rassischen Zusammensetzung wirtschaftlich und soziologisch heute noch eine Entwicklungsperiode durchläuft, die die übrigen Teile des Reiches längst abgeschlossen haben. Nach einer Darlegung der Geschichte des deutschen Südostens, seiner landschaftlichen und soziologischen Eigenart, veranschaulichte der Vortragende an zahlreichen Einzelheiten die Wichtigkeit des gesamten Problems, die Schwierigkeiten, unter denen deutsches Volkstum an der Grenze um seine Behauptung ringt, und die ungeheure Tragweite, die diese brennenden Volkstumsfragen letzten Endes für das Gesamtreich enthalten. Es geht darum, den deutschen Menschen und Boden am Rande des Reiches durch die Wucht des völkischen Erwachens seinem Vaterlande zu erhalten. In seinem Kampfe aber gegen fremdes Volkstum muß der ringende Grenzlanddeutsche von dem Bewußtsein getragen sein, daß hinter seinem Wollen eine ganze Nation steht. Dies ist das Ziel! Die Versammlung, die dem fast zweistündigen Vortrage unter stärkster Anteilnahme folgte, dankte dem Redner mit lebhaftem Beifall. Mit der gestrigen Morgenveranstaltung hat der öffentliche Teil der bedeutsamen Tagung sein Ende erreicht. Das abschließende Programm des Montags sieht noch Besprechungen und Erörterungen in den verschiedenen Arbeitsgemeinschaften vor. Volkstag der Inneren Mission 1935 Der Führer der Reichsarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, Hilgenfeldt, gab dem am Samstag und Sonntag abgehaltenen Volkstage der Inneren Mission den Wunsch mit auf den Weg, daß er im Sinne volksgemeinschaftlichen Handelns einen wertvollen Grundstein zur Förderung der freien Wohlfahrtspflege legen möge. Der glänzende Erfolg der Haussammlung und besonders der Straßensammlung hat seinen Begleitworten vollauf recht gegeben. Es kann gesagt werden, daß das bis jetzt vorliegende Sammelergebnis bei weitem größer ist als am ersten Volkstage 1934. Ein Verdienst an dem glücklichen Gelingen haben zweifelsohne die Sammler und Sammlerinnen, deren Arbeitsfreude man nur bewundern konnte. Schon in den frühen Morgenstunden des Samstags waren sie in den Straßen anzutreffen. Zur weiblichen Garde aus allen Kreisen gesellten sich weiter der Pfarrer, der Presbyter und vor allem das Jungvolk. Fürwahr, die große Volksgemeinschaft stand im Dienste der guten Sache. So konnte es auch nicht ausbleiben, daß die Gaben reichlich flossen. Das Abzeichen des Volkstages, das, gekrönte Kreuz, beherrschte schon gegen Mittag das Straßenbild. Noch lebhafter ging es am Nachmittag zu. Manche Sammelbüchse füllte sich bis zum Rande. Am Abend wurden bereits der Zentrale die ersten Ergebnisse der Haussammlung gemeldet. Von 27 Sammelbezirken brachten 11 eine Einnahme von rund 5000 Reichsmark. Das gleiche erfreuliche Bild bot der Sonntag. In allen Gemeinden standen die Gottesdienste im Zeichen des Volkstages. Tiefe Predigtworte machten die Herzen warm für ein fröhliches Geben. Und in den Nachmittagsstunden, just, als der Großverkehr des geschäftsoffenen Sonntags mit aller Macht einsetzte, zogen Jungmädchenchöre und Posaunenbläser zu den öffentlichen Plätzen der Stadt, um von der Größe der christlichen Bruder= und Schwesternliebe zu singen und zu sagen. Hunderte scharten sich um sie und lauschten ihnen dankbaren Herzens. Als die Dämmerschatten des Abends über die Straße fielen, war die große Schlacht der Liebe geschlagen. Für die kalte Selbstsucht ist kein Platz mehr im deutschen Volk. Sie ist auf allen Fronten in die Flucht geschlagen. Reichsbankstelle Samstag geschlossen. Die Geschäftsräume der Reichsbankstelle bleiben Samstag, 20. April, geschlossen. Die ersten Ergebnisse Vennadenslate=Böchamei=Benndr Nachdem Samstag abend die Vertrauensratswahlen zum Abschluß gebracht worden waren, begannen vielfach die Wahlleiter der einzelnen Betriebe sogleich mit der Auszählung der Stimmen, so daß wir schon heute Einzelergebnisse einiger großer Bochumer Betriebe veröffentlichen können. Bochumer Verein Bei der Vertrauensratswahl im Bochumer Verein war eine Wahlbeteiligung von 93,7 Prozent der Abstimmungsberechtigten zu verzeichnen. Von den abgegebenen gültigen Stimmen lehnten 6,6 Prozent die Liste ab und stimmten mit Nein. Dieses Ergebnis von 93.4 Prozent Ja=Stimmen bedeutet einen erneuten Vertrauensbeweis der Gefolgschaft für die Betriebsführung, den Vertrauensrat und die nationalsozialistische Staats- und Wirtschaftspolitik. Eisen= und Hüttenwerke Aktiengesellschaft Bochum Bei der am 12. April abgehaltenen Wahl der Vertrauensmänner betrug die Wahlbeteiligung nahezu 95 Prozent. Die von der Gefolgschaftsführung und der RSBO.=Betriebszelle gemeinsam aufgestellte Liste der Vertrauensmänner und deren Stellvertreter wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen Gleichfalls am 12. April fand die Wahl der Vertrauensmänner bei der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. statt. Rund 96 Prozent der Gefolgschaft haben die Wahl ausgeübt, und nur rund 4 Prozent, die durch Krankheit, Urlaub usw. verhindert waren, fehlten. Von den abgegebenen Stimmen lehnten nur fünf Prozent die aufgestellten Vertrauensmänner ab, während ihnen rund 95 Prozent zustimmten. Die einzelnen Vertrauensmänner selbst erhielten von den abgegebenen Stimmen 86 bis 92 Prozent. Das Ergebnis ist als sehr gut zu bezeichnen und noch besser als dasjenige bei der Wahl im vorigen Jahre. Die überwältigende Mehrheit der Gefolgschaft hat damit gezeigt, daß sie den Gedanken der Wahl richtig auffaßt und sowohl der Führung des Betriebes als auch den aufgestellten Vertrauensmännern ihr volles Vertrauen schenkt. Die Namen der gewählten Vertrauensmänner sind: Theodor Behler, Wilhelm Rocher, Gustav Wassermann, Ernst Oldenburg, Josef Moranz, Alfred Winkler, Paul Schlenger Heinrich Bulitta, Wilhelm Niggeschulze. Ersatzmänner: Wilhelm Kerkhoff, Alf. Schultz, Gustav Wolter, Richard Mattern, Josef Schuhmacher Jakob Göbel, Emil Kunst, Jakob Lukat, Adolf Gronemeier III. Gebrüder Straßburger Samstag vormittag fand die Vertrauensratswahl in Anwesenheit sämtlicher Gefolgschaftsmitglieder und des Gefolgschaftsführers statt. Der bereits im vergangenen Jahre gewählte Vertrauensrat wurde wiedergewählt. „Bochumer Anzeiger“ Bei der am 12. April stattgefundenen Wahl zum Vertrauensrat des„Bochumer Anzeiger“ wurden 75 gültige Stimmen abgegeben. Es wurden in den Vertrauensrat gewählt: Karl Busch, Rudolf Foest und Emil Rohrmoser. Ersatzmänner: Heinrich Ahring, Wilhelm Stratmann und Karl Zernikow. Von Bochumer Schachtanlagen liegen bis jetzt folgende Ergebnisse vor: „Constantin 8/9“ Bei der am Freitag durchgeführten Vertrauensratswahl für die Gefolgschaft der Schachtanlage„Constantin 8/9“ wurden nachfolgende Gefolgschaftsmitglieder in den Vertrauensrat gewählt: Hermann Drucks, Paul Schwartz, Otto Zabka, Hermann Schwartz, Karl Vordenbäumen, Georg Schüßler, Heinr. Terwey. Ersatzmänner: Hermann Roschkowski, Hans Sauerbrei, Wilh. Jäger, Mar Schlegel, * Seite 4 Nr. 89# Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April 1933 Die aufgestellten Listen wurden mit Mehrheit Abgegeben wurKonrad Schaaf Wilh. Skrotzki. den 611 gültige Stimmen. Bergbau=AG. Lothringen Am Freitag und Samstag wurden auf den einzelnen Schachtanlagen der Bergbau=AG. trauensratswahlen durchgeführt. anlagen I/II und sammengefaßt waren, Lothringen die VerAuf den SchachtWahlbezirk zuzent. gewählt. 30 Jahre Raturheilverein e. V. Bochum Das 30. Stiftungsfest des Bochumer Naturheilvereins, das am Samstag abend im„Rheingold"=Saal mit dem 14jährigen Bestehen seiner Frauengruppe beganger wurde, vollzog sich in schönen Formen. Unter den vielen von 3025 Bachlberchig= Verein und dem Bachzuser Brgieg-gagen unds Haise ten 1394, Ttingen, abgegrbz.„.le Zrtmfietattg poi:. dem Gruspenleiter Brinkimann(Esen), die von 92 zwar: nur dem Grupexgreiter Brinkmann E# dem stellvertretenden Vereinsleiter Asoeck aufs herzlichste begrüßt wurden. Festgrüße, hatte auch die Zentrale des Deutschen Bundes der Naturheilvereigeguhgr; mitteln lassen. In einem Vorspruch gedachte Fraulein Trande Döttger der 30jährigen Vereinstätigkeit. Mit Freude lauschte die Festversammlung den Klaviervor: trägen des jugendlichen Werner Leewe, den 95 fröhlich es e bchece e e e Töne Ein heiteres Zwiegespräch egsscher.#und und Großmama“, in dem Fräulein Pernhaup Fräulein Großkurth auch besinnliche LLehensweisheiten herauszukehren wußten, bildete die Uevert###ung zu dem zweiten Teil des Festabends, dessen Ausgestaltung von der Frauengruppe übernommen worden war. Ihre Grüße überbrachte Frau Lehn in einer geschmackvoll zusammengestellten Versdichtung. Wie deutsche Frauen Künderinnen der Lebensfreude sein können, zeigte die wohlgelungene Darbietung des köstlichen Lustzerate dig wahlgelungene Darbietung spiels„Die klugen Frauen". Neue Wege in der Schulungsarbeit Eine Film=Morgenfeier im„Capitol“ NSDAP.=Ortsgruppe Bochum=Altstadt hohe Zahl der Nichtwähler ist auf viele Krankfeiernde und Urlauber zurückzuführen. 1413 Stimmen waren absolut gültig, 232 teilweise, 139 Nein=Stimmen, 7 ungültig und 3 leere Briefumschläge. Der vorgeschlagene Vertrauensrat wurde mit 86,2 Prozent gewählt, un Die Wahlbeteiligung bei der Hauptverwal=von dem Gruppenleiter tung in Bochum bei 56 Stimmberechtigten ebenfals bundertprozenig und brachtg als Vertrau., u/70=zigrheit-Es mar ihm eine sichliche Freude, die Theo Nehring und Eduard Schäfer. stolle, Meitarveit. Es wargihm eine sschttlune gdie räte adeo Lehring und Spno,, pop 1288 Zubiare Grage nz,„ Rourmoser, und rimmer Auf der Schachtanlage IV, gingen vv.—(für 25jährige Meitgliedschaft mit der silbernen EhrenWahlberechtigten 1185 ihrer Wahlpflicht nach, das sind nadel und dem Ehrenbrief des Bundes auszeichnen zu 91.29 Prozent. Gültig davon waren 1124 Stimmen gleich 94,85 Prozent, ungültig 61 Stimmen. Der Vertrauensrat setzt sich hier wie folgt zusgnamenz Heigrch Libuda, Marin Marzinia',, Wojg##hem Wilhelm Ellenbürger, Otto Mergch, Will“ Schroer, Paul Siering, Martin Röder und Adolf Meißner.„„ G. 8 Auf der Zentralkokerei„Graf Schwe rin" haben von 276 Wahlberechtigten 267 gewählt, von denen sich 240 für die vorgeschlagene Liste m. Gewählt wurden: Wilhelm Budde, Heinrich Kolonialwaren= e. Sie vertrat eine Großfirma, " der Anwesenden lohend anerkannt, wurde. Besonders dem ** Ehrenvorsitzenden Rechnungsrat Nockemann und den nens übrigen Ehrenmitgliedern, dankte er für die verdienstdem Beifaf stärter häte sein können, zeigte doch die begeisterte Stime See, ie daßz diese neue Art der Schulungsarfeit, graßen Anklang findet, weshalb auch Ortsgruppenleiter Petermann weitere Veranstaltungen in Aussicht stellte Neben einem ausgezeichneten Rahmenprogramm gab es den großen.Boot=Film„Morgenrot" zu sehen, der allen Anwesenden zu einem innerlich befreienden Erlebnis der Kameradschaft wurde Was isi ullertäudtel Ausschant! gar Oskar Willich und den. Joswig, Fritz Völkmann, Oskar Hohmann. Auf der Imprägnieranlage, Schacht V, waren 50 Wahlterechtigte, von denen 4Pgehrggftimme abgaben, eine Stimme war unabisggrpelgeget## den Wilhelm Trautwein und Witherm Joswig. „Robert Müser“ Die Beleaschaft der Zeche Robert Müser“, der die Schachtanlagen„Arnold=Jakob“ und„Amalia“ angehören, stimmte am Freitag ab. Die Wahlbeteiligung betrug 93 Prozent. Von den nicht zur Wahl nenen 139 Gefolgschaftsmitgliedern waren rund 100 krank und beurlaubt. Es wurden abgegeben: 1768 gültige und 81 ungültige Stimmen. Die gewählten Vertrauensratsmänner heißen: Adam Wiegold. Markus Staar. Hugo Reul. Emil Schmalenberg. Wilhelm Niedmann, Middelanis, Heinrich Gerdesmann, Wilhelm Horstmann, Wilhelm Breuers. Gelsenkirchener Bergwerks=AG. Bei der Gruppenverwaltung Bochum, welche die Grupvenverwaltung.„Prinz=Regent“,„Danzenbaum.= „Friedlicher Nachbar",„Engelsburg und„Cgronigen= kaß; war die Wahlvereitigung 87 bis 95 ProDie Frage,„was ist unerlaubter Ausschank?" ist nicht so leicht zu beantworten, wie es aussieht. Da kann es zwischen Staatsanwalt und Verteidigung zu den kniffligsten Auseinandersetzungen kommen, bis dann das Gericht unter Beiseiteschiebung aller Formaljuristerei den verwickelten Paragraphenknoten mit dem Schwerte der Einsicht glatt durchhaut, nämlich mit einem aus der praktischen Vernunft und der einfachen Ansicht des Volkes geschöpften Urteile. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen sich strafbar. Sie konnten bei Wiederholung darauf gefaßt sein, daß ihnen die Erlaubnis zum weiteren Flaschenbierhandel wegen des„unerlaubten Ausschankes" wieder entzogen wurde. Ein älteres harmloses und nicht vorbestraftes Ehepaar mußte dieser Tage in gelinde Strafe genommen Obgleich sie ein Plakat im Hause hängen hatglück" umfaßt, So geschehen dieser Tage vor der Kleinen Strafchmmer......ut, gewerbliche Leben van Da der Fau für das gesamte gewerbliche. Leben von Belang ist, mögen hier einige Worte darüber gesagt Jeder Ausschank von Getränken, jede Abgabe von Genußmitteln zum sofortigen Gebrauch auf der Stelle ist genehmigungspflichtig. Auch der Ausschank von alkoholfreien Getränken unterliegt der Konzessienspflicht Jede solche Tätigkeit ohne Erlaubnis ist strafbar. Mit Argusaugen wird die Einhaltung dieser Bestimmungen überwacht. Und zwar mit Recht. B 1, Kn 44amm 81. Handelte es sich bisher um Vergehen gegen die Schankerlaubnis, so waren es meist kleine Leute, die nebenher einen Flaschenbierhandel betrieben. Wenn sie es zuließen, daß in ihrer Wohnung oder auf dem Flur oder in einem Nachbarraume, vielleicht in der Küche oder in der Sommerlaube das verkaufte Flaschenbier sofort ausgetrunken wurde, dann machten sie werden. ten, das den Genuß des Bieres auf der Stelle verbot, war doch einmal von einem Käufer dagegen gesündigt worden. Vielleicht sogar gegen den Willen, sicher aber ohne den Willen der Angeklagten. Sie meinten, das Plakat sei schon genug. Das war ein Irrtum. Das Gericht verlangt, daß sie die Innehaltung des Verbots überwachen und Uebertretungen nicht Der Fall lag sehr milde. Schlimmer schon war die Sache bei einem Kantinenpächter, der schon einmal entsprechend gewarnt war und jetzt wieder beide Augen zugemacht zu haben schien, wenn seine Kunden verstohlen hinter der Tür oder im Hof in der Laube sich einen hinter die Binde gossen und ihm die leeren Flaschen zurückließen. In solchen Fällen gibt's empfindliche Strafen, die oft mit einer dreistelligen Zahl ausgedrückt werden. * In dem Falle, der hier aber besonders interessiert, die Leiterin eines die in fast allen Städten des Ruhrbezirks Zweigstellen unterhält und als Kaffeegroßeinkäuferin gelten kann. Diese Firma veranstaltete eines Tages eine„Kaffeeprobe“. Den Kunden wurde im Laden ein Puppen=Täßchen Kaffee neuester Mischung zum sofortigen Genuß und ein kleines Stückchen Torte angeboten. Die Kunden sollten sich von der Schmackhaftigkeit und Güte dieser oder jener Kaffeemischung überzeugen und ihr Urteil abgeben. Aus diesem Urteil will die Firma den Geschmack des Publikums erforschen und sich mit ihrer Mischung und Röstung darauf einstellen, um vor falschen Experimenten zu bewahren. Wegen dieser Kaffeeprobe, die kostenlos verabfolgt wurde, entstand nun ein Strafprozeß gegen die Geschäftsleiterin wegen Veranstaltung eines unerlaubten Ausschankes. Das erste Urteil hatte auf Freisprechung gelautet. Aber die Anklagebehörde war anderer Ansicht, sie brachte den Fall als Gewerbevergehen vor das Landgericht; denn der Gegenwert liege in der verstärkten Kundenwerbung, in dem gesteigerten Verkauf der angebotenen Ware. Die Verbindung mit einem unerlaubten Ausschank von Genußmitteln zum sofortigen Verzehr auf der Stelle verstoße gegen die Gesetze. Die Verteidigung wies darauf hin, daß solche Kostprobe im ganzen Jahre nur einmal veranstaltet werde, daß die Tassen zudem viel zu winzig seien, um mit ihnen einen Ausschank zu veranstalten. und daß dem Gesetzgeber ein solcher Fall wohl kaum vor Augen geschwebt haben könne. Es sei aus den Erfahrungen des täglichen Lebens wohl auch kaum zu schließen, daß irgend jemand im Volke in der Ve abreichung einer solchen Kostprobe, auch wenn sie nevenher oder in der Hauptsache der Werbung dienen könnte, einen Verstoß gegen das Schankstättengesetz sehe. Auch das Berufungsgericht kam demgemäß zu einer Freisprechung und verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft. Der Vorsitzende betonte jedoch ausdrücklich, daß jeder solche Fall besonders geprüft werden müsse. Die Verabreichung solcher Kostproben könne sehr wohl einen Verstoß gegen das Gesetz enthalten und sei nicht schlechthin erlaubt. Aber der Umstand, daß alle Jahre einmal an einem einzigen Tage eine solche Kostprobe zur Erkundung der Käuferwünsche gegeben werde, schließe die Absicht aus, einen„Ausschank" zu errichten. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 2 und 12.) Wohin gehen wir heute Stadttheater: 20 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Odeon: ab 17 Uhr: Mädels von heute. Skala=Lichtspiele; ab 17 Uhr: Mädels von heute. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Die Insel. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Das Erbe in Pretoria. Apollotheater: ab 15.20 Uhr: Cleopatra. Capitol: ab 15 Uhr: Alles um eine Frau. Gloria Palast: ab 15.30 Uhr: Oberwachtmeister Schwenke. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Schützenkönig wird der Feltr.„„„ M Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Liebe dumme Mama. handelte es sich um etwas ganz anderes: Angeklagt war Lichtspielhaus: ab 15.10 Uhr: Drei von der Kavallerie. „ Imußte kühn sein. Auch die schreiendste Farbe errehaus Garrrn, Roman von Else Meerstedt 20) lange, wenn er sich so in der breiten Oeffentlichkeit, geigt, und zwar in der Oeffentlichkeit mondäner Gastsiutten. „Wir wollen doch die Firma ankurbeln, Herr Hardenfels. Geschäft ist Geschäft! Im Geschäftsleven ist manches nicht ganz angenehm, aber Dienst am Kunden wird heute groß geschrieben.“ „Sie reden wirklich, als ob Sie schon graue Haare escs lck esche ecäche ie ec darauf flog das Ausland. Der Chef lächelte über seinen seltsamen Kompagnon, daus Kalde os chuen lid dui Ketnscherlsh a be au., e e. „Das ist nett, Herr Hardenfels, daß Sie lachen! Mit Musik kann ich nämlich noch mal so gut zeichnen.“ Blatt um Blatt reißt Rosemarie von einem Block ab. Zeichnet Blatt um Blatt, schiebt sie Curt Hardenfels zu, bis der Chef seine Hand auf die ihre legt. „Genug, kleine Rosemarie! Das ist das, was wir brauchten! Was mein Vater nicht verstehen konnt oder wollte. Was ich ihm aber noch kurz ,vor Leinen Tode vorgeschlagen habe. Freilich, mit Fräulein Sauerland und mit unserer Kundschaft von früher hätte sich das nicht verwirklichen lassen.“ „Und jetzt, wie denken Sie darüber, Herr HardenIhr Plan phantastisch ist, kleine Rosemarie, aber daß wir beide nichts zu verlieren haben und auch keiner durch uns etwas verliert, wenn wir ihn trotzdem in Angriff nehmen, und wenn die Sache schiefgehen sollte. Und eine Stellung können wir beide auch noch ein paar Monate später antreten.“ „Wir werden das nicht nötig haben, Herr Hardenfels, und jetzt: Zeit ist Geld! Ich kurbele an!“ An einem langen Arbeitstisch, an dem bis dato zwanzig und mehr Personen Platz gefunden hatten, in einem großen Raum, in dem sich zwanzig und mehr Personen bewegt hatten, sitzt ein einziges, kleines weißblondes Mädel und näht.... 19 84.. In einem Kontor, in dem es sehr still ist, sitzt ein Mann und überprüft noch einmal Kassenbücher, deren Zahlenreihen er schon beinahe auswendig aufsagen kann. Er weiß, daß sich nichts geändert hat inzwischen und nichts ändern kann. Und trotzdem will er noch einmal schwarz auf weiß sehen, daß er keine Schulden hat. Keine Schulden haben ist schon sehr viel, hat Rosemarie Reimers in ihrer resoluten, zielbewußten Art gesagt. Freilich, ein Kaufmann denkt anders als ein kleines Mädel. Und doch lag in der phantastischen Idee der Kleinen ein Saatkörnchen Hoffnung. Man lehte in einer außergewöhnlichen Zeit, die allenthalben da etwas aus dem Boden stampfte, wo nichts, oder wo nur Brache gewesen war. Warum sollte man nicht versuchen dies Saatkörnchen Hoffnung, das ein kleines Mädel in ihrer Hand gehabt hatte, bewegen aufzugehen—?! Es war nicht einmal ein Einsatz nötig, und trotzdem konnte man gewinnen, wenn auch die Aussichten gering waren. Und dann ging er in das große Arbeitszimmer, in dem sich Rosemarie postiert hatte. Zu dem Kampfesmut und den Hoffnungen dieses Mädels trug er seine eigenen Hoffnungen und seinen eigenen Kampfesmut. Sie beide würden es schaffen! Sie würden eine alte Firma in einer neuen Zeit retten! Und der Chef setzte sich dem kleinen Mädel gegenüber durch die Tischvlatte von ihm getrennt. Und während Rosemarie zuschnitt und stichelte und hin und wieder zu einer Nähmaschine lief. um schnell eine Naht herunterzurattern, sprach man von der Firma, von der Unmenge noch vorhandener Stoffe und Besätze. sie angeblich hilflos liegt.“ Rosemarie lacht.„Meinslos. Die schon Frau angesichts old Mudding muß für unsere Sache erst gewonnen werden, Herr Hardenfele;.an gedacht Weim u. „Das habe ich auch schon geoacht, kleine Rosemarie. Wie wäre es, wenn ich jetzt zu ihr ginge und beichtete? Je eher daran, desto eher davon. Es wird ein ziemliches Protokoll sein, was meine alte, treue Reimers aufnehmen wird. Sie wird mir auf sämtliche Zähne fühlen wollen, und sie hat eine feste Hand, die nicht locker läßt.“ „Wenn Sie schon alles wissen, brauche ich Sie ja auf nichts mehr aufmerksam zu machen, Herr Hardenfels! Und nun gehen Sie ruhig, und lassen Sie sich Zeit. Nützen können Sie mir hier ja doch nichts!“ Mutter Reimers dachte wahrhaftig, der Chef. dieser leichtsinnige Schlingel, käme als Brautwerber, als ihn Puttfarken eintreten ließ. Frau Puttfarken, die der Hilflesigkeit von Mutter Reimers, und damit sie in Rosemaries Abwesenheit einmal nach ihr schauen konnte, den Wohnungsschlüssel verwahrte. Uebrigens, ein Wunder war es nicht, daß Mutter Reimers die unangenehmen Gedanken anflogen wie die Fliegen im Augustmonat. Wozu hatte auch die ohl lütt Deern so eine verdrehte Bemerkung gemacht, als sie aus der Tür flitzte. Die sollte erst mal einer verdauen, der steif auf dem Rücken liegen mußte. Dementsprechend fiel der Blick, der dem Chef zuteil wurde, aus. Er war reichlich mit Mißtrauen getränkt. Aber der Chef lachte das Lachen, für das Mutter Reimers gewöhnlich nicht unempfindlich war. Rosemarie läßt grüßen, Mutter Reimers, und die Firma Hardenfels besteht vorläufig noch weiter.“ Das war die Einleitung. Und dann kam ein langer Bericht von seiten des Chefs. Und daran schloß sich ein Kreuzverhör von Mutter Reimers. Ihr„Genehmigt" war kurz und „Geschäft und die lätt Deern sind aber zweierlei, Herr Hardenfels.“ Worauf Curt Hardenfels ja sagte, wiewohl er das ganz bestimmte Gefühl hatte, daß beides bereits langsam, aber sicher miteinander zu verschmelzen begann. Rosemarie faßt nach einem golddurchwirkten. Besuchstäschchen, das aus einem Restchen Brokatstoff entstanden ist. Der Duft eines seltsamen Parfüms entsteigt dem zusammengefalteten Billett, das sie Curt Hardenfels „Meine Herren! Sie haben Gatimnen, Schwestern, Bräute. Wenn Sie für eine schöne Frau eine Toilette brauchen, dann kommen Sie zu uns. Wir kleiden jede Frau nach ihrer Eigenart!“ Und darunter stand der Name einer Firma, die bis dato nach althamburgischer Art gearbeitet hatte. Kein Hamburger kann aus seiner Haut. Auch Curt Hardensels konnte es nicht. Ein klein bißchen kam ihm das ganze vor, als ob er den Auftakt zu einer Maskerade mitmache. Aber schließlich, wenn man damit eine Firma reiten konnte—..,„ inu, Gomagonon Rose. „Sagen wir: Mit Gott! kleiner mompagnon mosemarie. Damit hat ein Hamburger ehrbarer Kaufmann von alten Zeiten her seine Geschäfte eingeleitet und beEine kurze Pause. Dann faßte der Chef nach dem Hörer und rief ein Auto heran. Das hatte sich Rosemarie Reimers nicht gedacht, daß Blicke tatsächlich ein Kreuzfeuer sein können. Fünf Tage später präsentierte sich Curt Hardenfels ne junge schöne mondäne Frau mit einem ausgeNein, eine junge,„wöne, mondäne, Frau sprochenen Rokokoköpschen. In einer Toilette. es war keine Toilette. Es war eine Dichtung. „Ich habe schon viele schöne Frauen gesehen kleine Rosemarie, aber—“ da wurde Curt Hardenfels von seinem Kompagnon unterbrochen. „Auf die Toilette kommt es an und nicht auf mich, Herr Hardenfels“, sagt Rosemarie und ihr Gesicht ist plötzlich so rosig durchleuchtet wie das einer Gemme— „Wir wollen von Geschäften reden, Herr Hardenfels, dafür zeichne ich nämlich verantwortlich und nicht für gen Gelcht. gar nicht allein fortlassen“ Sie war so siegessicher daran gegangen, ihr Procamm abzuwickeln. War vor dem Hotel vorgefahren. Hatte sich vom Boy durch die Drehtür trudeln lassen. Trug mit unnachahmlicher Grazie den Pelz so lose und leicht auf ihren entzückenden schmalen Schultern, daß er bei der leichtesten Bewegung bereit war, abzugleiten. Da kam sie in die Feuerlinie angriffslustiger Männer. Und, wie es so manchem jungen Kriegsfreiwilligen gegangen war, der ahnungslos sich plötzlich an der Front wiedergefunden und im Trommelfeuer nach seiner Mutter gerufen hatte, so hätte auch Rosemarie Reimers nach irgend etwas Schützendem rufen mögen, und wenn es der Chef gewesen wäre. Am liebsten hätte sie, wie ein kleines Mädel, wenn feindliche Bälle im Anzuge waren, beide Arme vor das Gesicht gehalten. Sie dachte auch an ein Zusammenschrumpfen auf Mauseformat, um in das rettende Mauseloch schlüpfen zu können. Sie dachte so viel, wie angeblich einer denken soll, der das Gleichgewicht verloren hat und sich auf der Strecke zwischen dem Kirchturm und dem Straßenpflaster abwärts bewegt. Und nun verlief alles programmgemäß, wenigstens, soweit es Rosemaries Mitwirkung anging. Aber auch die anderen brachten keine einschneidenden Aenderungen in das festgelegte Programm. Nur, daß man bei einem Fünf=Uhr=Tee auch tanzte, hatte Rosemarie unberücksichtigt gelassen, und daß sie selbst nicht tanzen konnte. Aber gerade hier bot sich eine gute Gelegenheit, die Geschäftskarte des Modehauses Hardenfels zuverlässig abgeben zu können. Man ließ sie in die Hand des Kavaliers gleiten, ohne daß er sich darum zu bücken brauchte. Ohne Erfolge wollte sie keineswegs nach Hause kommen. Und schon neigte sich tief vor Rosemarie ein Rücken. Schon streckte sich ihr eine dunkle Hand entgegen, die zu einem Inder gehörte. Er war ziemlich beleckt von Europas Kultur und wußte, was ein Billett wert war, das man von einer schönen Frau in die Hand gedrückt bekam. Und glaubte nun, seinerseits die Lady mit den weißblonden Haaren mit verhaltenem Ungestüm an sich drücken zu können. Aber die Lady entglitt ihm. Und nur das Billett blieb in seiner Hand..k. e 822 Die Lady, die nicht tanzen gelernt hatte und doch so entzückend tanzte, entglitt manchem anderen auch noch. Kleine, spöttische Lichter tanzten in den blauen Augen der weißblonden Lady, als die internationale Gesellschaft des Luxushotels allmählich begann, sich mit enttäuschten Gesichtern zu durchsetzen. Auch die Damen sahen enttäuscht aus, trotzdem sie es durch einen betont zur Schau gestellten Hochmut zu verbergen fuchten. 31.7, Mersan Hi. dem Gasck uck Wer war eigentlich diese Person, die dem Geschman der Ausländer so entsprach? Uebrigens dem der Inländer auch! War sie eine Abenteurerin? Suchte sie einen reichen Freund? Oder war sie wirklich die große Dame, als die sie sich trotz ihrer Jugend gab? Denn jung war sie! Das konnte ihr keine der Damen, ob sie nun zu der einen oder zu der anderen Kategorie gehörten, abstreiten.. Jänt, manke Gchn bintAus diesem Grunde gaynte manche Lady hinter einem diskret vorgehaltenen echten Spitzentuch, um ihren Kavalier oder ihren Gatten zu einem früheren Aufbruch zu veranlassen.„ Kompagnon Rosemarie sah das auch. Sicherte man nicht zuletzt auch die Damen! Sie waren die eigentsich nicht zuletzt auch die Damen! Si lichen Käuferinnen und konnten zu Dauerkunden werden, während Männer in diesem Falle mit Sicherheit nur einmalige Besteller bei der Firma Hardenfels& Co. Mit der Sicherbeit eines Bariets=Parodisten, der hinter die Kulissen schauen läßt, indem er zum Ergötzen des Publikums seine Kniffe selbst verrät, warf#### marie nunmehr auch bei den Damen ihre Geschäftekarte ab. Mißtrauen säend, wo sie ging und stand. Wie Habichte schoß man auf die Hand des Kapakiers zu, der die Karte zu eigenem Nutz und Frommen hatte verwenden wollen. Da half kein Männerschuh, der sie diskret hatte bedecken wollen. Kein Klubsessel, der im gegebenen MoP ohezaern der ahef. Ge sok scherzf n benen ud bs zn Zrvenzungzsähig wor abet, die Mämer, wel er sch kemnt. und er dat Mlszlich ee ui ergustrsee uu o bich vshiund bas ae Go2 ponach se frebte ment mit Geistesgegenwart, ,verrück“ wucde. Gz. bel rt von Mut und Tapferl um etwas zurückzuerobern, große Reden hatte sie im Kontor geführ von waur und Tapferkeit., Und das erste, was ihr nach all diesen Vorsätzen einfiel, war Schlappmachen, Kneifenwollen! Im nächsten Augenblick glitt der Pelz sanft von ihren Schultern. Wurde von einem Boy aufgefangen. Rosemarie überzeugte sich mit einer Wendung voll Anmut, daß der Pelz auch in den richtigen Händen war. Sie tat dabei, als ließe sie jeden Tag Pelze in die gelasse Alarmberettschaft und sah alles..72 8u., ungeschiEs war wirklich die Höhe, was sich diese uh. cckte Person da leistete. Modehaus Hardenfels& Co.! Pab! Und das sollte man glauben!? Offenbar war das der neueste Trick, Männerbekanntschaften zu machen. Und zum Glück war man wachsam. Man würde es sich nicht nehmen lassen, sich von dem Vorhandensein dieses Modehauses Böcht seldt ur Aberzeugen!„orsetzung boigt.) TURN- UND SPORTBEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ MONTAG, 15. APRIL 1935 Sice durch Eltmeter! Hannover kann Kunlpterk! Schalkc 04— Hannover 96:2(:1) Ilbg. Dortmund, 14 April Nach dem Ueberraschungssieg der Hannoveraner gegen Eimsbüttel lag das größte Spannungsmoment des Dortmunder Spieles in der Frage:„Was kann Hannover 96?“ Die rund 40000 Besucher erwarteten neben einem sportlich hochwertigen Endspiel von Schalke 04, daß es nach Stettiner Rezept den Hannoveranern eine Lektion erteilen würde, die eine Beantwortung der vorerwähnten Frage im Sinne von„Nicht viel“ zur Folge haben würde. Die Erwartungen sind in zweifacher Hinsicht fehlgeschlagen. Erstens wurde aus dem delikaten DFB.=Endspiel zeitweilig ein reichlich über die Grenzen des Erlaubten hinausgehendes Kampfspiel, zum andern muß man dem Niedersachsenmeister das Zugeständnis machen, daß er Schalke 04 härter zugesetzt hat, als es die Allgemeinansicht vorher war. Nach dem, wenn man von den durch Platzverweis von Wente und Petzold bestraften Regelverstößen der Hannoveraner absieht, ehrenvollen Ergebnis von Dortmund, das durch das Handikap dreier Ersatzspieler bei Hannover noch an Bedeutung gewinnt, verliert der Erfolg der Hannoveraner über Eimsbüttel seinen Beigeschmack als„Sensationssieg". Es war nicht zu verkennen, daß Schalke in spielkultureller Hinsicht mit Längen vor Hannover liegt, das den als typisch für norddeutsche Mannschaften bekannten Kampfstil spielt, der durch Schnelligkeit, Ausdauer und Einsatzbereitschaft bis zum letzten seine Prägung erhielt. Es war naheliegend, daß bei einem Aufeinandertreffen zweier in ihrem Stil so grundverschiedenen Mannschaften wie Schalke und Hannover Härten aufkommen würden; sie durften sich aber nicht in einem Maße häufen, wie es gestern in Dortmund der Fall war. Schiedsrichter Forst(Köln) hatte in der Leitung nicht immer eine glückliche„Flöte". Erst war er zu großzügig, und als er durchgriff, war die Schönheit des Spiels bereits dahin und er beim Publikum„unten durch". Hat Hannover am letzten Sonntag durch Pech zwei Spieler verloren, so büßte es gestern in Dortmund durch eigenes Verschulden weitere zwei Leute ein, die seine Aussichten mehr und mehr verdunkeln. Aber auch Schalke ist zu einem Drittel an dem dreifachen Platzverweis beteiligt, und zwar wurde Nattkämper vor Schluß der ersten Halbzeit nach einem zweifachen Foul gegen Meng III heruntergestellt. Da sich auch Valentin eine schmerzhafte Schulterverletzung zuzog, hatte Schalke in der zweiten Halbzeit nur noch„9½ Spieler“ im Feld. Nachdem es in der ersten Halbzeit, volkstümlich gesagt, etwas gebummelt hatte, kostete es unter den Umständen nach dem Wechsel doppelte Kraftanstrengungen, um kurz vor Toresschluß noch aus dem schon sicher geglaubten Unentschieden durch einen Handelfmeter einen knappen, nichtsdestoweniger aber verdienten Sieg zu machen. Hannover konnte was, das ist nicht zu bestreiten. Die Mannschaft würde in ihrer draufgängerischen und urwüchsigen Spielweise noch weitere Ueberraschungen zustande gebracht haben, wenn sie nicht in ihrer vollen Entfaltung stark behindert wäre. Sonntag hatte sie drei Ersatzspieler zur Stelle, und zwar hatte sich der etatsmäßige Torwart II im Spiel gegen Eimsbüttel eine rechtsseitige Knieverletzung zugezogen, so daß man als Notlösung den linken Läufer Pritzer ins Tor stellen mußte, der zwar keinen Ball fangen konnte in der zweiten Halbzeit aber mit Glück (Schuß von Urban und Pörtgen) ausgezeichnete Paraden zeigte. Für Pritzer besetzte Gröck den Posten des linken Läufers recht gut(siehe sein Ausgleichstor), während für den gegen Eimsbüttel ebenfalls verletzten rechten Läufer Brinkmann der dritte Vertreter der Idarer Fußballerdynastie Meng eingestellt wurde, der sich besonders in der Verursachung von Strafstößen hervortat. Die besten Kräfte hatte Hannover in den beiden Verteidigern Sievert II und Petzold, dessen sonst gute Kritik durch verschiedene Fouls, die dann drei Minuten vor Schluß auch zum Platzverweis führten stark „eingetrübt" wird. Hervorragend war der Defensivmittelläufer Deike, dessen Durchhalten imponiert hat. Im Sturm lag die Windstärke 11“ bei den schnellen Außenstürmern Malecki und Meng III, die oft brenzlige Situationen vor dem Schalker Tor heraufbeschworen, aber namentlich in den schwachen Halbstürmern Garske und Meng II keine Unterstützung fanden. Mittelstürmer Wente zeigte sich verschiedentlich als gefährlicher Reißer, kam aber dabei nicht ohne Leichter Niederrhein Sieg Das sollte ein Torschuß sein! Moment aus dem Endspiel Schalke— Hannover. Szepan, telläufer, hat zum Schuß angesetzt, wird im letzten Moment aber von Hannovers rechtem Verteidiger Sievert II behindert. Hinter Szepan Pörtgen, Urban und Hannovers rechter Läufer Meng I. Bilanz des 14. April: debelraschungen-in den Brs. arepsenspielen Fürth und Stuttgart geschlagen Dre zweite Gang der Gruppenspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft hat dem Reiz der glorreichen Ungewißheit des Fußballspiels zu einem großen Triumph verholfen. Es spricht sowohl für die Gleichwertigkeit der Gegner wie für die Erbitterung des Kampfes, daß jetzt, nach zwei Spieltagen, von den 16 Mannschaften nur vier sich an beiden Tagen siegreich durchgesetzt haben:„Hertha“ Berlin, Schalke 04, Polizei Chemnitz und FC. Hanau 93. Die größte Ueberraschung des 14. April war zweifellos die Niederlage des Meisters von Bayern, SpVgg. Fürth. Mit welch großer Spannung die deutsche Fußballgemeinde den Kampf um die„Deutsche" verfolgt, geht am besten aus den Besucherziffern hervor. Das Dortmunder Spiel zwischen FC. Schalke 04 und Hannover 96 schoß dabei mit 35 000 Besuchern den Vogel ab. Der Deutsche Meister hatte gegen die junge Hannoversche Mannschaft hart zu kämpfen, um zu einem knappen Siege zu kommen. Das andere Spiel in der Gruppe II zwischen Eimsbüttel und dem Stettiner SC. endete mit einem verdienten Sieg der Eimsbütteler, die dadurch wieder Anschluß gefunden haben. In der Gruppe l ist die Lage noch ganz ungeklärt: denn sowohl „Hertha=BSC.“ wie Polizei Chemnitz blieben abermals siegreich.„Hertha“ schlug„York“ Insterburg auf Grund einer großen zweiten Halbzeit überlegen, während die Chemnitzer Polizisten mit„Vorwärts“ Gleiwitz überraschend viel Arbeit hatten. In der Gruppe III hat Hanau durch seinen überrSieg gegen Fürth die“e Chauee auf den Grupnensieg, insbesondere auch dadurch, daß der VfB. Stuttgart gegen Jena eine Niederlage einstecken mußte. VfL. Benrath ist wieder großer Favorit Gruppe IV. Der Sieg über den BfR. Kön war klar und eindeutig. Das Treffen zwischen dem BfR. Mannheim und„Phönix“ Ludwigshafen kam nicht zum Austrag. Die Meilterschaftstabellen Gaugruppe 1: Hertha=BSC.— York Insterburg:3(:2) Hertha=BSC. 2 2— Polizei Chemnitz 2 2— Rasensport=Vorwärts Gleiwitz 2—— York Insterburg 2—— Gaugruppe 2: TSV. Eimsbüttel— Stettiner SC.:1(:1 FC. Schalke 04— Hannover 96:2(:1) FC. Schalke 04 2 2— Hannover 96 2 1— TSV. Eimsbüttel 2 1— Stettiner SC. 2—— Gaugruppe 3: SpVg. Fürth— FC. Hanan 93:1(:0) VfB. Stuttgart— 1. SV. Jena:2(:1) Hanau 93 2 2— SpVg. Fürth 2 1— 1. SV. Jena 2 1— VfB. Stuttgart 2—— Gaugruppe 4: VfL. Benrath—. BfR. Köln:0(:0) BfR. Mannheim—. Phönix Ludwigshafen a BfL. Benrath 2 1 1 BfR. Köln 2 1— Phönix Ludwigshafen 1— 1 BfR. Mannheim1—— Die Spiele am 28. April: 1: Polizei Chemnitz— Hertha=BSC. in Chemnitz York Insterburg— Rasensport=Vorwärts Gleiwitz in Insterburg 2: Schalle 04— Eimsbüttel in Bochum Hannover 96— Stettiner SV. in Hannover 3: SpVg. Fürth— VfB. Stuttgart in Fürth Hanan 93— 1. SV. Jena in Hanau 4: BfR. Mannheim— VfL. Benrath in Mannheim BfR. Köln— Phönix Ludwigshafen in Köln Gaugruppe Gaugruppe Gaugruppe Gaugruppe Köln war kein Gegner! VIL. Benrath— ViR. Köln:0(:0) P. B. Düsseldorf, 14. April. Zu Füßen der großen Ergebnistafel im Düsseldorfer Rheinstadion standen vor Beginn des Kampfes um die inoffizielle Rheinmeisterschaft 16 Zahlentafeln wohlgeordnet hintereinander aufgestellt: Zweimal von eins bis acht Die„Neun" fehlte. Woraus zu schließen ist, daß man am Rhein in diesem Spiel nicht mit einem Ergebnis rechnete, wie es beispielsweise Schalle Tage vorher gegen den Meister von Pommern erzielt hatte. Nun, da das Spiel vorüber ist, läßt sich feststellen, daß ein ähnlicher Ausgang durchaus im Bereich der Möglichkeit gelegen hätte. Die Sportplatzgelehrten am Niederrhein haben einen großen Tag. Sie schwenken triumphierend das:=Ergebnis und reden von einem außerordentlichen Triumph jener absoluten Defensivtaktik, wie sie Benrath in größter Folgerichtigkeit vertritt. Nichts war aber weniger entscheidend für den niederrheinischen Sieg als dieses Verteidigungssystem. Im Gegenteil: Hätte Rasselnberg dem Angriff mit seiner ganzen Kraft zur Verfügung gestanden, die Kölner hätten, was die Höhe der Niederlage anlangt, dem vorsonntäglichen Gegners Schalke nichts nachgestanden. Dabei darf nicht vergessen werden, daß die Mittelrheinischen einen großen Teil der zweiten Spielhälfte für sich gehabt haben. Aber sie waren vor dem Tor unglaublich zaghaft. Nur ein einziges Mal arbeiteten sie eine Chance heraus, die nach allen Gesetzen der Fußballkunst nicht mehr hätte versiebtt werden können. Aber selbst da— es war gegen Mitte der zweiten Halbzeit— brachte ihr Mittelstürmer Werner es fertig, mutterseelenallein vor dem Tor stehend, den Ball dem Benrather Tormann in die Arme zu schießen. Die Kölner waren einfach körperlich zu schwach und fielen vollkommen aus, sobald Benrath durch faires Rempeln Luft schaffte. Dadurch, daß sie in der ersten Hälfte ungefähr zwanzig Minuten durch Ausfall ihres Mittelstürmers Werner mit zehn Mann spielen mußten, sahen sie schon vor dem Seitenwechsel aus wie eine geschlagene Mannschaft. Bei Benrath war der Mittelläufer Tusch eine Niete. Rasselnberg war dadurch gezwungen, seine Obliegenheiten zum größten Teil zu erledigen. So fabelhaft der„lange Jupp“ diese Doppelaufgabe auch löste, im Angriff entstand dadurch eine Lücke, die die Höhe des Sieges entscheidend beeinflußte. Jedenfalls war Rasselnberg der beste Mann auf dem Platz. Hohmanns Leistung war dagegen sehr ungleichmäßig, er hatte aber in der zweiten Halbzeit einige ganz große Augenblicke. In der Läuferreihe überragte Hoffmann bei weitem, verdarb aber einiges durch zu hartes Spiel. Die Verteidigung Henkel Bünger war gut, profitierte aber auch viel von der Unfähigkeit der Kölner Stürmer. Jeder Benrather Stürmer schoß ein Tor. Pickartz machte den Anfang dadurch, daß er in der 14. Minute eine Ecke von links mit einem Effeeschuß unmittelbar ins Tor brachte. Den zweiten Treffer erzielte Rasselnberg einige Minuten später durch einen mächtigen Spitzenschuß aus geringer Entfernung. Die Kölner sahen so geschlagen aus, daß man sehr überrascht war, als sie zu Beginn der zweiten Hälfte mit großer Lebhaftigkeit den Angriff übernahmen. Obwohl sich dieser„Mumm“ bald als Strohfeuer erwies, kam Benrath nicht besonders in Schwung. Erst eine Viertelstunde vor Spielschluß schoß Lentzki nach einer prachtvollen Kombination mit Hohmann den dritten Treffer. Dann beendete Stoffels einen großen Alleingang mit dem vierten Treffer, und Hohmann, der hinter den Schußerfolgen seiner Kameraden nicht zurückstehen will, beendete wenige Minuten vor dem Abpfiff den Torsegen mit dem fünften Tor. „Geläuf“ war schwer und schlüpfrig. Das erklärt bis zu einem gewissen Grade vielleicht die nicht hundertprozentige Leistung der Schalker. Den Spielverlauf beginnt Hannover mit dem Anstoß, der bei Mena 1 ins Stocken gerät. Kalwitzki am Ball, erster Weitschuß auf das Tor der Hannoveraner. den der Ersatzhuter Pritzer recht unsicher hält. Dann Hannovers schneller und gefährlicher Linksaußen Meng 3 durch Schon erledigt! Hannovers Torwart Pritzer wirft sich hier vergeblich nach einem Ball, den Meng bereits unschädlich gemacht hat. unfaire Mittel aus. Enderfolg: Ein unnötiger Platzverweis! Schalke mußte kämpfen, hätte von Beginn an kämpfen müssen als es sah, daß Hannover nicht das Bezirksklassenformat der Stettiner besaß. Erst in der zweiten Halbzeit kam es als es„beinahe, bald, fast, vielleicht“ schon zu spät schien. Mellage leistete sich beim Ausgleichstor wieder einmal einen groben Stellungsfehler, Nattkämper sollte endlich einsehen, daß das beliebte Haken eben einen Haken hat. Sein Platzverweis geschah zu Recht. Bornemann ließ sich anfänglich so oft überspielen, daß der Name Schweißfurth laut wurde. Nach der Pause wurde er auf rechts wesentlich besser. Im Lauf hat uns Tibulski am besten gefallen, Szepan hat die Nachwirkungen der langen Ruhepause noch nicht überwunden, als es aber ernst wurde, trat der Klassenspieler wieder in Erscheinung. Ein Sonderlob für den fleißigen„Knappen“ Valentin. Trotz größter Schmerzen spielte er brav weiter. Wie sehr Kuzorra dem Schalker Sturm fehlt, sah man in der zweiten Halbzeit, als Ernst linker Verteidiger spielen und auch den 50prozentigen Ausfall von Valentin als linker Läufer ausgleichen mußte. Er hat es geschafft. Man kann Kuzorra heute wieder unbedenklich für höhere Aufgaben empfehlen. Nach ihm ist Urban zu nennen, der in der zweiten Halbzeit ganz groß ins Spiel kam. Gellesch brillierte durch seine Technik, ließ aber an Härte zu wünschen übrig. Pörtgen zögert oft zu lange mit dem Torschuß, während Kalwitzki viel von seinem ehemaligen Temperament eingebüßt hat. Wir glauben trotzdem an Schalke, empfehlen aber, sich bei der Fahrt in der„Retourkutsche" in Braunschweig und Hannover(Eimsbüttel) im Sitz festzuschnallen. Es bleibt dabei: DFB.=Endspiele sind ein Lotteriespiel, in dem man gerade dann oft eine Niete zieht, wenn man es am allerwenigsten erwartet. Kleiner Stoßleutzer! Wir brauchen nicht mehr auf die Uhr zu schielen, wenn wir Sonntags nachmittags zum Fußballspiel pilgern. Petrus hat uns diese Arbeit abgenommen. Sobald er Sonntags, mag die Sonne auch vormittags noch so nett und freundlich geschienen haben, die grauen Regengardinen vor sein himmlisches Fenster zieht, ist es Zeit, sich mit dem Nachtisch zu beeilen; fallen die ersten Tropfen, bewaffne man sich mit Regenschirm oder Regenmantel. Die Zeit ist kommen.. So war es auch gestern. Glücklicherweise war schon kurz nach Spielbeginn die Regentonne leer, so daß der Kampf zwar trocken unter Dach und Fach gebracht wurde, aber das Sievert II sieht Urban einen Luttkampf! hier zu, wie sich Pritzer und Luftkampf liefern, den Pritzer gewinnt. Seite 6 Nr. 89„ Bochumer Anzeiger„ Montag, 15. April 1933 seinen weiten Flachschuß kann Mellage unschädlich machen, allexdings nicht ohne Mühe. Schönen Angriff Schalkes verschießt Kalwitzki. Der Boden ist außerordentlich schlüpfig, Freund und Feind unternehmen meterlange Schlidderpartien. Schaltes einheitlichere und planmäßiger aufgebaute Spielfuhrung verschafft dem Westfalenmeister ein unverkennbares Plus, es gelingt aber nicht, die sich bravourös schlagende Verteidigung des Gegners, die aus drei Spielern, nämlich dem rechten Back Sievert 2, dem linken Petzold und dem dazwischen aufgebauten, von außergewöhnlichem Kampfgeist beseelten Mittelläufer Deike besteht, zu überwinden. Kuzorra köpft über, Urban tritt neben das Tor. Einen gefährlichen Moment brachte ein Strafstoß in der 8. Minute für Hannover. Gellesch verlängert den von Valentin geschossenen Ball durch Kopfstoß an Kuzorra, kurzer Paß zur Mitte, Pörtgen schießt knapp daneben. Wenig später verliert Pritzer, als er einen scharfen Flachschuß von Kuzorra hielt, den Ball, Urban kommt herangebraust, verzichtet aber in ritterlicher Art auf einen den am Boden liegenden Torwart gefährdenden Torschuß und springl über Pritzer hinweg. Petzold klopft ihm für die bewiesene Sportlichkeit, die Urban höher stand als eine mögliche Verletzung Pritzers, kameradschaftlich und anerkennend auf die Schulter. Deike begeht ein unnötiges Foul gegen Pörtgen. spielt den Ball zu Kuzorra, der ihn dem im Moment nicht zur Stelle befindlichen Urban überlassen will, so daß der Ball ins Aus rollt. Hannovers Stärke sind plötzliche Vorstöße, deren Träger die beiden Außen sind. Malecki geht nun im dritten Gang auf Fahrt, wird aber kurz vor dem Tore von Szepan hart gestoppt, so daß er böse zu Fall kommt und sich eine Oberschenkelverletzung zuzieht. 20 Minuten sind verstrichen. Das Publikum, das sich anscheinend zu sehr von dem Schalker Bombensieg über Stettin beeinflussen ließ, wird unruhig, als Schalte selbst nach zwei Ecken von Kalwitzki und einer Urban=Ecke nicht zu Erfolgen kommen kann. Hinzu tritt, daß Schiedsrichter Forst(Köln) nicht immer die notwendige Autorität bei Situationen aufbringt, die sich zwangsläufig aus dem Aufeinandertreffen einer reinen Kampfmannschaft und einer technischen Mangschaft ergeben. Man pfeift, daß vorübergehend das Trommelfeu bedroht ist, wobei festzustellen bleibt, daß ein derartiges Begleitkonzert eines Fußballkampfes einmal vom sportlichen Standpunkt aus abzulehnen ist, zum anderen das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erzielt, nämlich den Schiedsrichter nur noch nervöser macht. In der 28. Spielminute endlich winkt den diesmal kein Meisterformat zeigenden Schalkern der erste Erfolg. Valentin hatte den Ball zu Urban geleitet, der zur Mitte abspielt, wo Pörtgen endlich ohne zu zögern schießt und ins Schwarze trifft.:0! Man vermißt bei Schalke immer noch den letzten Einsatz, den es im Schlußakt doppelt aufwenden mußte, um die Sensation eines Punktverlustes noch kurz vor Toresschluß abzubiegen. Das erste große Foul Nattkämpers gegen Meng 3 bringt ihm eine Verwarnung, Hannover einen Strafstoß ein, der überraschend zum:1 führt. Hröck schoß aus etwa 40 Meter Entfernung den Ball Weitere DrB.-Endlpiele Wer wird Gruppenlieger? SpVg. Fürth-FC. Hanau 93:1(:0) Vor gut 4000 Zuschauern erlitt der Bayern=Gaumeister auf dem Platze des FV. 04 Würzburg eine verdiente Niederlage. Fürth zeigte sich technisch weit überlegen, bot auch im Sturm das bessere Zusammenspiel, aber es fehlte an der nötigen Durchschlagskraft und Schußfreudigkeit. Hanau, das nach diesem neuen Erfolg als Favorit anzusehen ist, bot wieder hervorragende Leistungen in der Deckung. Die besten Leute waren Torwart Sonnrein, die beiden Verteidiger und Mittelläufer Weißenborn, während sich im Angriff der Mittelstürmer Mohndorf hervortat, der auch in der zehnten Minute der zweiten Hälfte für das einzige Tor des Tages Sorge trug. Die gut 1000 Schlachtenbummler, die den Nordhessenmeister begleitet hatten, konnten sich vor Freude kaum lassen. Herthe BSC.—Vork Insterburg :3(:2) Auf dem Hertha"=Platz am Gesundbrunnen erlebten rund 25000 Zuschauer den zweiten Sieg der Berliner. Die Insterburger Soldaten gaben erwartungsgemäß einen äußerst hartnäckigen Gegner ab, der bis zur Pause ein durchaus verdientes:2 hielt und nach derbeginn sogar mit:2 in Führung gehen konnte. Dann aber fielen die Ostpreußen ihrem eigenen Tempo zum Opfer, und„Hertha“ beherrschte nicht nur das Spiel, sondern kam noch zu einem klaren Erfolg. kam Berlin mit:0 in Führung, doch die eifrigen Insterburger gaben nicht nach und holten diesen Vorsprung durch den Rechtsaußen Pittnach auf. Kurz nach beginn holten sie sich durch den Halbrechten sogar mit :2 die Führung. Nachdem Stahr für Berlin den Ausgleich geschossen hatte, stand der Sieg von„Hertha“ nicht mehr in Frage. Zweimal hintereinander, Kixse.., dann Sobek und schließlich Prominski sorgten noch für vier Tore und damit für den glatten Sieg von:3. Polizei Chemnitz-Vorwärts RalenIport Gleiwitz:1(:1) In Leipzig warteten 10 000 Zuschauer vergeblich auf wahrhaft meisterliche Leistungen und bangten sehr um einen Sieg der Sachsen. Gleiwitz war mit Frische bei der Sache und ein Unentschieden hätte dem Kampfverlauf eher entsprochen. Mit Ausnahme der ersten zwanzig Minuten, in denen Chemnitz überlegen spielte, war der Kampf völlig offen. Das Endergebnis stand schon zur Pause fest. Helmchen und Mädler holten die Sachsenführung, vier Minuten vor der Pause schaffte Gleiwitz' Mittelstürmer Morris den Ehrentreffer. VIB. Stuttgart- 1. SV. Jena:2(:1) Schnee lag auf dem Spielgelände in Ur, ppighung war n. eines bare Nationalen Pöttinger betreuten Thüringer waren mit Eifer bei der Sache und besiegten die Schwaben mit:0(:0) verdient. Nach halbstündigem Kampf schoß der Sturmführer König das:0 und erst eine Minute vor der Pause glichen die Schwaben durch Lehmann aus. Bei gleichwertigen Leistungen und offenem Spiel holte sich dann Jena durch den Linksaußen Kind in der 24. Minute den Sieg. 4000 Zuschauer. TSV. Eimsbüttel— Stettiner SC. :1(:1) 10 000 Zuschauer warteten in Hamburg vergebens auf den leichten Sieg des Nordmarkmeisters im Kampf mit dem Stettiner SC., der am Vorsonntag in Schalke so böse überfahren worden war. Es war gar nicht zu übersehen, daß wieder etliche der elf Hanseaten nur in bedenklich schwacher Form spielten. Hinzu kam, daß sich die Pommern, die die vernichtende Schlappe in Schalke nicht aus der Fassung hatte bringen können, sich nicht den Schneid abkaufen ließen und sich tapfer wehrten. Sie kämpften mit Ausdauer und schossen im Sturm frisch bei allen sich bietenden Gelegenheiten. Auf einen Hamburger Deckungsfehler hin übernahmen sie sogar nach einer Viertelstunde die Führung. Erst nach einer halben Stunde holte Eimsbüttel durch Reuter den Gleichstand heraus. Nach dem Wechsel spielte Eimsbüttel leicht überlegen und schaffte auch schließlich durch zwei Tore von Reuter und Wolters den Sieg. Schweiz— Ungarn:2(:0) In Zürich kam das zum Europa=Pokal gehörende Länderspiel zwischen der Schweiz und Ungarn zum Austrag, das die Schweiz verhältnismäßig hoch mit:2 Pas. Bochamronnie Cieg! Tus. Bochum:1(:0) Erle 08 hoch aufs Tor, das Mellage, ein unverständlicher Stellungsfehlex, zu früh verließ, so daß der Ball im Netz landet. Das war in der 30. Minute. Hannover löst sich allmählich von der Verkrampfung und dem Respekt vor dem großen Namen Schalke 04. Das Spiel, das normalerweise von Schalke trotz seiner nicht hundertprozentigen Leistung glatt gewonnen worden wäre, erhielt seine entscheidende Wendung als Nattkämper in der 38. Minute wegen eines zweiten Fouls gegen Meng 3 herausgestellt wurde. Schalke muß Kuzorra zurückziehen, der den linken Verteidigerposten übernimmt, während Bornemann nach rechts hinüberwechselt. Hannover wittert Morgenluft. Schalke ahnt nun, daß die 96er keine leichte Hürde, sondern ein schweres Hindernis sind. Kurz vor Seitenwechsel erlaubt sich Hannovers linker Verteidiger Petzold zur Abwechslung ein Vergehen gegen Kalwitzki, das er nicht unbeantwortet läßt. Halbzeitstand:1, Eckenverhältnis•0 für Schalke. Eine geistig völlig umgestellte Schalker Mannschaft betritt zum zweiten Akt den Rasen. Nur durch Kampf kann das Spiel gewonnen werden, durch einen Kampf, der durch den Ausfall von Nattkämper und eine sich erst jetzt auswirkende Schulterverletzung von Valentin schwerer denn je sein wird. Valentin faßt sich bei jedem Schuß mit schmerzverzerrtem Gesicht an die linke Schulter, kann sich in keinen Nahkampf mehr einlassen, so daß die gefährliche rechte Seite Hannovers fast allein von Kuzorra zu halten ist, der diese Doppelaufgabe ausgezeichnet löst. Schalke bleibt auch mit„9½ Mann“ in Front. Die vierte Ecke von Urban köpft der jetzt besser in Fahrt kommende Szepan ins Aus. MB Erle, 14. April.(Eigenbericht.) Das war kein guter Start unseres Bochumer Vertreters zu den Aufstiegsspielen zur westfälischen Gauliga, soweit er das Ergebnis betrifft. Man hatte in dem vergangenen Rätselraten den Erlern allgemein eine erste Chance zur Erringung eines Platzes in dem Zweirundenkampf gegeben, und die Zuschauer haben in der ersten halben Stunde eine Kostprobe von dem eleganten und technisch hochstehenden Spiel der Erler bekommen. Daß eine Mannschaft aber nach einer Spielhälfte ihr Pulver verschossen hat und so katastrophal zusammenklappt, wie es bei den Erlern der Fall gewesen ist, das mindert die Hoffnungen auf ein gutes Endergebnis am Schluß der Spiele erheblich herab. Während fast 40 Minuten der zweiten Halbzeit hat der TuS. seinen Gegner deklassiert, spielte mit ihm, wie er wollte und die grünweißen Fähnchen, die die Erler Dreikäsehochs während der Pause zu verteilen hatten, kamen gar nicht erst zum Vorschein, denn selbst Erles Anhang gab keinen Pfifferling mehr um einen Endsieg der eigenen Mannschaft, die mit ungemein viel Glück den:=Vorsprung verteidigte. Aber nicht die massierte Verteidigung der Erler allein ist schuld daran, daß der TuS. während dieser durchaus einseitigen Angelegenheit nicht mehr als den Gegentreffer erzielen konnte, einen großen Teil Mitschuld trägt Pristulla, der schon in der ersten Hälfte durch Eigennützigkeit und in der zweiten durch zu langsames Spiel große Fehler machte. Wäre Gokkel als er im letzten Drittel des Kampfes den Platz mit Pristulla getauscht hatte, als Tank vorne geblieben, in der 30. Minute endlich durch Menski fällt. Gokkels scharfer Schuß war gegen den Pfosten gegangen, den zurückspringenden Ball lenkt Menski mühelos ein. Der Bann schien gebrochen zu sein, die Frage nach dem Sieger sich entscheiden zu müssen. Erle wird wieder etwas munterer, aber die Angriffe werden vorzeitie gestoppt. Die letzten fünf Minuten gehören dann den Erlern, die sich mit letzter Kraft zu einem Endspurt aufraffen, den der TuS. aber zu überstehen Das Unentschieden ist für Erle recht schmeichelhaft, ein Sieg des TuS. mit wenigstens zwei Toren Unterschied hätte der Gesamtleistung der beiden Mannschaften am ehesten entsprochen. Außer dem zu bedacht spielenden Pristulla gab es in der TuS.=Mannschaft keinen Versager. Ainspe keigr ab Preußen Bochum Mit einem überzeugenden Siege über die Gäste aus Milspe beschlossen die Bochumer„Preußen“ ihre wenig glückliche Meisterschaftssaison 34/35. Nach den letzten Mißerfolgen der Bochumer in den Meisterschafts= und Pokalspielen hatte man sich von der Neuauflage des vor einigen Wochen beim:=etande für die Bochumer abgebrochenen Kampfes, ver ven Abstieg der Milsper evtl. noch verhindern konnte, nicht auzuviel versprochen. So waren es nur einige Hundert Preußen=„Stammpublikums“, die dem Kampf auf der Landwehr beiwohnten, der aber zeigte, daß die Preußen ihre Schwächeperiode überwunden haben. Obwohl die Bochumer den Kampf mit einigen Ersatzleuten bestreiten mußten(es fehlten u. a. Liedke, Kamerst und der zu dem MBV. Linden übergetretene Schnitter), lieferte die Elf eine vollauf befriedigende Partie. Besonders der Sturm in der Aufstellung Szepanek, Sterna, Glatz II, Alerander und Gollub seigte gehen das sehlende Tor hätte sich zweiselos erzielen lassen, sehr schönem und schnellem Zpsenzeslkist Bachumer Er war der beherzte Torschutze, der manche Bombe losgelassen hat, die entweder knapp das Ziel verfehlte Milspe 11:2(:0) sich die Leute aus Milspe. Die den Preußen in spielerischer Hinsicht weit unterlegene Elf erwarb sich bei ihrer Abschiedsvorstellung in Bochum durch vorbildlich faires Spiel und großen Eifer ungeteilte Sympathien des Publikums. Schon die erste Hälfte zeigte, daß die Milsper gegen die Preußen in dieser Form wenig auszurichten vermochten. Wittich warf seinen Angriff immer wieder nach vorn, der aber nach dem ersten Treffer durch Glatz in der Folge vorerst an der gegnerischen Abwehr scheiterte. Mitte der ersten Hälfte spielt Glatz zum Linksaußen Szepanek, der durch wuchtigen Schrägschuß das:0 erzielt. Im zweiten Abschnitt gehen die Gäste mächtig aus sich heraus und versuchen, durch einige Umstellungen dem Spiel eine Wendung zu geben. Erst nachdem Glatz II und Sterna, der einen Handelfer verwandelt, das:0 herstellen, gelingt den Gästen durch Halbrechts der erste Gegentreffer. Weiterhin drängen die Preußen, deren Ueberlegenheit durch zweit weitere Treffer Szepaneks Das Spiel wird hart und härter, die Strafstöße mehren sich. Eine komische Situation ergibt sich, als ein Eckpfiff des Leiters im Pfeifen der Zuschauer untergeht, sich Hannovers Sturm bereits wieder im Schalker Strafraum befand, als endlich der Ball zurückgetreten wurde. Kuzorra tritt einen Strafstoß gegen eine Abwehrmauer, der Ball springt zurück und wird von Ernst ins Aus geschossen. Der Schiedsrichter gibt Ecke?? :1 dann in der 14. Minute der 2. Halbzeit. 1 hat 40 Meter vor Hannovers Tor Hand ert sich an das AusgleichsinoveraMeng verursacht. Kuzorra erinnen#ig an bus Aus tor des Gegners und die Unfähigkeit des Hani ischen Torwarts, einen Ball zu fangen. Die Rechnung ging auf. Sievert 2 konnte den hoch auf das Tor gegebenen Ball nur hinter der Linie weabefördern, nachdem Pritzer vorher denselben Fehler wie Mellage gemacht hatte. Hannover leitete vom Anstoß weg einen schönen Angriff ein, der Ball kommt schließlich zu dem allerdings abseits stehenden Wente, der durchläuft und so scharf aufs Tor schießt, daß Mellage den Ball nur zurückschlagen kann. Malecki ist zur Stelle und schießt placiert ein.:2. Der 7. Ecke für Schalle folgen 2 Ecken für Hannover durch Malecki. Ergebnis negativ. Hannover wird nun durch seine von den Flugelsturmern kolossal schnell vorgetragenen Angriffe äußerst gefährlich. Bis 10 Minuten vor Schluß, als Schalke im Endspurt die letzten Kraftreserven einsetzte, hatte Hannover unbedingt die besseren Chancen als Schalke, das Spiel zu gewinnen! Einmal sahen Garske und Meng 2 tatenlos zu, wie sich Wente im Schalker Strafraum abmühte, das andere Mal verpaßte der gesamte Innensturm eine von Meng 3 famos hereingegebene Vorlage. In den letzten Minuten beschränkte sich Hannover darauf, mit allen Miteln das ehrenvolle unentschiedene Ergebnis zu halten. Pritzer erhielt Gelegenheit, sich mehrfach auszuzeichnen. Den Zuschauern blieb der „Tor gewissermaßen im Halse stecken, als er einen scharfen Flachschuß des alleinstehenden Urban hielt oder eine Beute des mit unglaublich viel Glück arbeitenden Erler Torwarts wurde. Der TuS. hatte das Pech, auf den linken Verteidiger Hannemann verzichten zu müssen, der am Tage zuvor von einem acht Meter hohen Gerüst gestürzt war und sich eine Prellung des Gesäßknochens zugezogen hat, die zwar schnell behoben sein dürfte, ihn aber an der Mitwirkung in diesem ersten und wohl schwersten Spiel verhinderte. Dadurch mußte man Kestermann in die Verteidigung nehmen, für den Weckes als linker Läufer spielte. Weiter kommt hinzu, daß Marsmeier, einer der eifrigsten Stürmer, schon nach wenigen Minuten aus nächster Nähe einen scharfen Schuß von seinem Klubkameraden Rosendahl ins Gesicht bekam, so daß er für eine Zeit ausscheiden mußte. Der TuS. hatte Anstoß, kam bis zum Strafraum und mußte es sich gefallen lassen, daß die Erler in einem bestechenden Kombinationsspiel eine leichte Feldüberlegenheit herausarbeiteten, die sich aber vorwiegend im Mittelfeld abspielte. Es dauerte sage und schreibe acht Minuten, bis der erste Torschuß zu sehen war, den der wieselflinke Erler Linksaußen abfeuerte und dem kurz darauf ein Kernschuß von Krolzik den Kuskowitz nur im letzten Moment abwehren konnte. Die Angriffe der Bochumer sind zwar ebenso zahlreich, aber sie wirken ungefährlich, denn einmal versiebt Pristulla durch zu langes Halten des Ba#les die besten Gelegenheiten, zum andern zeigt sich Erles rechter Verteidiger Steinke vom Format eines Krüger(Herne). In der elften Minute verpaßt Rosendahl den Ball und auch Kestermann erwischt ihn recht unglücklich, so daß Erles Linksaußen Hie len freie Bahn hat. Seine Flanke wird vom Mitte stürmer Voß ausgenommen uno, ohne daß es verhindern kann, zum großen Jubel von Erles Anverwandelt. Kaplan(Hamm) verschafft sich der Ersatzhüter einzuschlagen. Recht tapfer schlugen auf:2. Zaniora-Aafer spalhlein-For Einer Meldung des„ cia Zalazar die spanische Elf Köln(12. Mai) wie folgt aufgestellt: Die Ipanische Fußballelf für Köln des'Auto“ Paris zufolge, die aus Barcelona stammt, wurde von Dr. Garfür den Länderkampf gegen Portugal(5. Mai) und gegen Deutschland Zamora Casuco Ciriaco Pedro Regueiro Iragorri Cilaurren Langara Quincoces Luis Regueiro Leon Emilim und auch eine Bombe Pörtgens unschädlich machte. durch energisches Ahnden jedweder Regelwiorigreit Kievert2 und Betold arsertgzen in verein miz Respekt. In der ½5, Zinute die e7kg, apfenen kann. weike wie Verserler, da vassierte es, gievert, die der Torwart weeber nur zur,##e#blenken kann. im Kampf mit Pörtgen und Gerlesch, daß er.: Gockel setzt einen Bombenschuß aufs Tor, der um Mito i de: Gaud waeschug limeterbreite am Pfosten vorbeisagt, der Tus, hat Strafraum den wall mir der wano wegschlug. Elfmeter! Die Entscheidung. Szepan lieferte ein Musterbeispiel dafür, daß man auch im ärgsten Schlachtgetummel klaren Kopf und Ruhe behalten kann. Nicht wie ein Geschoß aus der„Dicken Berta", feuerte Ball in Richtung Tor(meist beliebt er in solchen Fällen eine Etage höher zu landen), sondern ruhig und placiert, eben deswegen auch für einen Klassentorwart unerreichbar,„gabelte“ er ihn in die obere rechte Torecke. Das war 4 Minuten vor Schluß, ale bereits die Abwanderung der Massen begonnen hatte. Die letzten Minuten brachten neben der 9. Ecke für Schalke bedauerlicherweise zwei durch Platzverweise bestrafte grobe Entgleisungen. Wente und Pevold, zwei Spieler, die zu den besten innerhalb der Hannoverschen Mannschaft gezählt werden müssen, erlaubten sich ohne Kampf Regelverstöße gegen Bornemann und Kalwitzki. Mit neun Spielern hatte Hannover verständlicherweise keine Chance mehr, sich letzten Endes doch noch einen Punkt gegen Schalle zu holen. sich gefunden und setzt dem Gegner ein technisch durchaus ebenbürtiges Spiel entgegen, kämpft mit aller Macht um den Ausgleich. Mense geht aus seiner anfänglich defensiven Stellung heraus viel Glück rettet sich Erlg, /2 Ph, Vgalbzeit kennzeichnet hältnis von:1 für den Tus. dei Halozen tennzeichnet deutlich den Umschwung. Nach der Pause sind die Erler nicht wiederzuerkennen. Eine 35 Minuten währende klare Ueberlegenheit Gäste bringt die Erler fast zur„Verzweiflung. Ruhig und sicher arbeitet Mense und futtert unablassig seinen Sturm mit genauen Vorlagen. Der Uhrzeiger rückt auf das letzte Drittel der zweiten Halbzeit los, noch immer nicht ist der Ausgleich erzielt, der Kampf hin und her. Die ersatzgeschwächte Bochumer Kreismannschaft ging nach vier Stunden knapp in Führung, doch konnte Gelsegkirchen immer wiedeg azs: gleichen. Für Kroll war Rogmann anwesege, der am ersten Brett gegen den Westfalenmeister Ernst (Gelsenkirchen) spielte. Die Partie wurde sizilianisch eröffnet und vorsichtig auf beiden Seiten behandell. Im 15. Zuge gewann Rogmann einen Bauer. Err konnte im Endspiel wieder ausgleichen und remisieren. Exwestfalenmeister Herrmann holte in einem einem gewonnenen Endspiel verpaßte er vinn und nußte sich mit Vemi=Preit gegen Hymmen. Nach einer unregelmäßigen Eröffnung opferte aus Josteit im Mittelspiel einen Bauer, übersah den GeMad sak und Koch eine königsindische Partie., Nach Springer ein und verlor sieben Züge Dochunf Genen..9 Die Vorschlußrunde um die weltfälische Schachmeilterchaft Im Vorschlußrundenkampf, um., Hrust uns Fröffnung. Ortmann behandelte die Eröfnung schlecht, Gesamtergebnis stellt sich somit auf:5. Beide Mannschaften verbleiben weiter im Rennen. In der zweiten Begegnung trennten sich Dortund und Siegen:4 für Dortmund. „Sieg für Deutschland“ Der Mercedes=Benz=Rennfilm in der Ufa. morgen in der Tonhalle. Wer vorher das MercedesBöhnenvorhanges prangte der silberne Stern im Kreis beg#.#ilm ist ein an der Stirnwano des Kaumes. Der Fum#.## burch die grob=Saisgn. Aber nicht mue der mobilrennen der vergangenen, Sazent apet muute uuauf allen Bahnen Europas haben die Kamexamanner die Werte dieses Werkes eingefutg nuH ipe perf„öeren Man ist mitgerisen vom Te Zahn sein Resenwecsel Seite 7 Nr. 89 7 Bochumer Anzeiger„ Montag, 15. April 1935 zer waren Schwaben m Kampf erst eine urch Lehid offenem zen Kind SC. vergebens im Kampf in Schalke r nicht zu ten nur in n, daß sich in Schalke , s i c h n i c h t r wehrten. im Sturm Auf einen sie sogar nach einer uter den Eimsbüttel durch zwei ieg. gehörende ngarn zum och mit:2 t schon mit ffen stand zstone und überstehen meichelhaft, Toren Unden Mannzu bedacht Mannschaft en in spielearb sich bei irch vorbildeteilte SymHälfte zeigte, dieser Form warf seinen er nach dem e vorerst an te der ersten epanek, der li. Im zweisich heraus dem Spiel dlatz II und das:0 herhts der erste eußen, deren er Szepaneks druck kommt. ästehalbrechte OT u Dr. Garutschland in Hes haft ten die Collefnung schlecht, gab nach 30 enberg und H. Partie endete ittenberg. Das Beide Mannsich Dortund. R“ der Ufa. craum voll von kmale der Aufam Sonntag das Mercedeses nie wieder der Größe des Stern im Kreis r Film ist ein tionalen AutoAber nicht nur Kameramänner ndern sie haben in den Werken ter großartigen cher Werkarbeit. der Konstruktion des Wagens in ist ein Einblick und Wagemut. Arbeit in den in Reifenwechsel uspiel), man erAlles spielt sich mit realistischer Deutlichkeit ab und fängt das ein, was der internationale Rennbetrieb zu bieten vermag. Die Filmvorführung wird durch ein ausgezeichnetes Rahmenprogramm umrahmt. Für die Musik zeichnen Alfred Perak und das große Ufa=Symphonieorchester verantwortlich. Willi Schröder vom Stadttheater Bochum sprach drei Gedichte von Anacker. Die Zuschauer waren der Firma Lueg für die Einladung dankbar Pintacuda gewinnt„1000 Meilen“ Der Vorjahrssieger Varzi schied aus. Mit den berühmten 1000 Meilen wurde am Sonntag die internationale Auto=Rennzeit eröffnet. In kürzesten Abständen machten sich in Brescia die Teilnehmer auf den 1620 Kilometer langen Weg, der zweimal die Apenninen kreuzte. Hunderttausende standen längs der Strecke, um ihre Landsleute anzuspornen. Die Fahrt bedeutete eine furchtbare Strapaze für Mensch und Maschine, wurde doch der gesamte Weg rennmäßig zurückgelegt. Schon frühzeitig fielen die ersten aus. Unter den Aufgebenden befand sich der Rekordhalter und letztjährige Sieger Varzi. Auto=Union hatte ihn für dieses Rennen freigegeben. Ihn überraschte ein Motordefekt. Pintacuda behielt die Spitze bis Rom, wo er trotz Regen in der Rekordzeit von 5,28,09 Stunden(116,580 Stundenkilometer) eintraf und als Schnellster der Strecke Brescia—Rom den Mussolini=Pokal gewann. Er hatte mehr als eine viertel Stunde Vorsprung vor Tardini herausgeholt, der als Zweiter die Ewige Stadt erreichte. 638 Kilometer waren zurückgelegt. Der alte im vorigen Jahre von Varzi aufgestellte Rekord betrug 14,08,05= 307 Stundenkilometer. Tardinis Zeit war 14,46, In der Klasse bis zu 1100 Kilometer traf als Erster der Italiener Bianco auf Maserati in Brescia in 15,12,56 ein. Seine Geschwindigkeit betrug 106,137 Stundenkilometer. Südwelt—Brandenburg:0(:0) Zum Repräsentativkampf der Fußballgaue Südwest und Brandenburg in Saarbrücken hatten sich vielleicht wegen des regendrohenden Wetters nur 3000 Interessenten eingestellt, die sich über einen schönen Sieg der Südweststaffel über die starken Brandenburger freuten. Es war ein verdienter Erfolg. Südwest spielte wie aus einem Guß, und dagegen kam die Berliner Auswahl nicht an. Vor allem in der zweiten Hälfte versuchte Brandenburg mit reichlich derbem Spiel das technische Minus wettzumachen, aber mehr als Mißfallenskundgebungen der Zuschauer erreichten die Berliner nicht. Es war ein schnelles und interessantes Spiel. In 10. Minute schoß Fuchs auf Flanke von Keck unhaltbar die Südwest=Führung, und dabei blieb es bis zum Wechsel. Nach der Pause übernahm Lindemann die Sturmführung, Theobald stürmte halblinks, während Fuchs verletzt ausgeschieden war. Zwar zeigte nun der Angriff nicht mehr den guten Zusammenhang wie vor der Pause, aber immerhin führte Südwest das Spiel noch deutlich überlegen. Berlin wurde nun zunehmend härter, erreichte damit aber nichts. In der 37. Minute besiegelte Lindemann mit dem zweiten Tor die Niederlage der Brandenburger. Städtespiel Frankfurt— Köln:2(:). Deutschland führt in Europa Baropa-Pokarfarülere Boker! Großer 11:-Sieg im Länderkampf gegen Ungarn/ Schmedes verliert, Murach gewinnt Im Budapester Stadttheater standen sich Samstag abend die Boxstaffeln von Deutschland und Ungarn im Kampf um den Mitropapokal gegenüber. Der fünften deutsch=ungarischen Begegnung wohnten nicht weniger als 6000 Zuschauer bei, die hervorragende Leistungen zu sehen bekamen. In der stark vertretenen deutschen Kolonie sah man u. a. den Budapester deutschen Gesandten von Mackensen, der nachmittags zu Ehren der deutschen Nationalstaffel in der Gesandtschaft einen Empfang gegeben hatte. Dem fünften Ländertreffen kam insofern besondere Bedeutung zu, als sich Deutschland durch diesen 11:5= Sieg bereits jetzt den Endsieg um den Mitropapokal zu sichern wußte. Zugleich war es auch unser erster Erfolg in der ungarischen Hauptstadt, wo wir vor Jahren einmal mit:10 Punkten verloren hatten. Die übrigen drei Ländertreffen hatten mit deutschen Siegen geendet, wie auch jetzt das fünfte Treffen einen vollkommen verdienten deutschen Erfolg brachte. Unter den Klängen der Nationalhymnen betraten die beiden Staffeln den Ring. Dann begannen nach kurzen Begrüßungsworten von Rüdiger(Deutschland) und Heger(Ungarn) die Kämpfe. Die Kämpfe: Im Fliegengewicht ging Deutschland sogleich durch einen klaren Punktsieg von Färber(Augsburg) über [Enekes Il in Führung, doch konnte Kubinyi im Bantamgewicht durch einen Punktsieg über Stasch (Kassel) den Gleichstand erzwingen. Stasch hatte zwar die Schlußrunde für sich, konnte aber den Punktvorsprung seines Gegners nicht mehr ganz wettmachen. Der Berliner Arenz brachte Deutschland durch einen Punktsieg über den Federgewichtler Maraczy wieder in Front, aber Harangy gestaltete die Partie wieder ausgeglichen, sein Kampf gegen den Dortmunder Leichtgewichtler Schmedes war der Glanzpunkt des Abends. Schmedes verlor gegen den angriffsfreudigen Ungarn nur ganz knapp nach Punkten. Im Weltergewicht war Murach(Schalke) dem Ungarn Frigyes klar überlegen; Frigyes mußte mehrmals zu Boden, konnte sich aber über die Runden retten. Der Bonner Mittelgewichtler Stein landete den einzigen entscheidenden Sieg des Abends; Varga gab nach mehreren Niederschlägen in der dritten Runde auf. Im Halbschwergewicht mußte sich Bernlöhr gegen den Ungarn Szigeti mit einem Unentschieden begnügen. Im Schwergewicht feierte Runge(Elberfeld) einen ganz überlegenen Punktsieg über den ungarischen „Carnera“ Gaspar. Der 20 Pfund schwerere Ungar hatte gegen den famosen Elberfelder Techniker nichts zu bestellen und wurde dauernd in die Verteidigung gedrängt. In der zweiten Runde mußte Gaspar sogar dreimal zu Boden, wobei ihn zum Schluß nur das Gong vor dem sicheren.=o. rettete. Conen als Halblinker Die deutsche Fußballelf gegen Belgien. Der Deutsche Fußball=Verband gibt für das am April in Brüssel stattfindende Länderspiel gegen 28. Belgien folgende Mannschaft bekannt: Buchloh (Speldorf) Janes (Düffeldorf) Bender Goldbrunner (Düsseldorf)(München) Lehner Siffling Schulz (Augsburg)(Waldhof)(Hannover) Tiefel (Frankfurt) Gramlich (Frankfurt Conen Fath (Saarbrück.)(Worms) Zwernede Känspie Nedieis Am 3. Juni Revanchckampf gegen Peterlen Der deutsche Schwergewichtsboxer Walter Neusel wurde für den 11. Oktober zu einem Kampf nach Newyork verpflichtet. Als Gegner für den Deutschen sind für die Veranstaltung an diesem Tage im Madison Square Garden die Amerikaner Steve Hamas, James Braddock oder der Italiener Primo Carnera in Aussicht genommen. Vorher wird Neusel zum zweiten Male mit dem britischen Schwergewichtsmeister Jack Petersen zusammentreffen. Die Begegnung soll in den Mittelpunkt einer Freiluftveranstaltung am 3. Juni im Wembley=Stadion bei London gestellt werden. * James Braddock, der nach seinem Siege über Lasky als ernster Anwärter für einen Titelkampf mit Weltmeister Mar Baer gilt, hat einen Vertrag mit der Garden=Gesellschaft abgeschlossen. Braddock soll am 27. Juni kämpfen, jedoch steht noch nicht fest, ob Baer sein Gegner sein wird. Otto Keltler außer Gefecht Die Verletzung unseres Europameisters im Federgewicht, Otto Kästner(Erfurt), ist schwererer Natur, als ursprünglich angenommen. Er hat zum zweiten Male einen Bruch des Mittelhandknochens erlitten und wird längere Zeit pausieren müssen. Tschechoflowakei-Oefterreich:6 Vor 35000 Zuschauern trugen am Sonntag auf dem Spartaplatz in Prag die Ländermannschaften der Tschechoslowakei und Oesterreichs einen Freundschaftskampf aus, der unentschieden:0 endete. Das Ergebnis entspricht den von beiden Mannschaften gezeigten Leistungen. Belgien— Frankreich:1 Das Fußball=Ländertreffen Belgien— Frankreich in Brüssel fand vor 35000 Zuschauern statt und endete unentschieden:1, nachdem Frankreich vor der Pause mit:0 geführt hatte. Ungarn Schlug Bayern:0(:0) Vor 10000 Zuschauern standen sich auf dem Hungariaplatz in Budapest am Sonntag Bayern und Zentralungarn im Kampf gegenüber, den die Bayern unerwartet hoch mit:0(:0) verloren. Narisralrerolinesiralpühkfe Die Ostpreußenfahrt 1935 gehört der Vergangenheit an. 454 Fahrzeuge standen am Start, 152 überwanden alle Schwierigkeiten, gesteuert von Fahrern, die schier übermenschliche Strapazen auf sich genommen hatten. Aus dem stattlichen Feld blieben nur 15 strafpunktfrei, 137 wurden mit Strafpunkten belastet, alle übrigen mußten die Waffen im tiefen Lehm, aufgewühlten Sand oder im grundlosen Gelände strecken. Die 15 Strafpunktfreien verdienten sich die höchste Auszeichnung der Fahrt, die Goldmedaille, mit Recht. 99 Einzelfahrer wurden mit der silbernen Medaille ausgezeichnet, 14 erhielten die Medaille in Bronze. Bei den Kraft= und Kübelsitzwagen beendeten vier die Prüfung fehlerlos, zwei Lizenz= und zwei AusSchwicrige Oftpreußenfahrt 1935 weisfahrer, bei den Solomaschinen waren es sieben, davon zwei Lizenzinhaber, bei den Seitenwagen vier, mit einem Lizenzfahrer. Insgesamt wurden acht Mannschaften ausgezeichnet; drei bekamen den Preis des Führers des deutschen Kraftfahrsports mit dem silbernen Ehrenschild, die übrigen fünf mit dem bronzenen Ehrenschild.(Die Ergebnisse folgen.) Mit der Preisverteilung am Samstag abend in der Stadthalle zu Königsberg klang die große Ostpreußenfahrt 1935 aus. Vor allen Teilnehmern und vielen Ehrengästen erklärte Korpsführer Hühnlein in einer Ansprache, es sei notwendig, auf den Sinn der Ost.scis W Doie der vein braucht auch die Zigarette einen möglichst lustdichtenCPerschluss; denn auch sie wird ohne diesen Schutz schliesslich Chat. Wenn ihre Feuchtigkeit verdunsten kann, gehen gleichzeitig die wertvollen Aromastoffe für immer verloren. verpäcken deshalb die Güldenring in abgedichtete Tropen-Packungen, damit ihre Frische und alle Feinheiten ihrer Macedonen Mischung erhalten bleiben. 49 B M Geite 8 Nr. 89 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April 1933 preußenfahrt hinzuweisen, die in erster Linie dem räumlich abgegrenzten deutschen Gebiet einen Ersatz für die Drei=Tage-Mittelgebirgsfahrt bieten sollte. Auch die Ostpreußenfahrt sei eine Spitzenveranstaltung mit hohen, oder besser gesagt mit höchsten Anforderungen an Mensch und Maschine. Die Verbundenheit mit der Wehrmacht betonte Korpsführer Hühnlein besonders. Er erinnerte an den Generalfeldmarschall von Hindenburg, den Protektor der Fahrt, zu dessen Gedenken sich die Anwesenden erhoben. Gelehnellartslpteie aberaff Nachdem der Samstag uns wieder einmal herrlichstes Vorfrühlingswetter beschert hatte, war zu hoffen, daß auch der Sonntag diesmal regenfrei bleiben würde. Gegen Mittag setzte er aber prompt ein, um sich dann schnell wieder zu„verflüchtigen“. So kamen die Gesellschaftsspiele diesmal doch bei trockenem Wetter zur Durchführung„„ 75 Die westfälische Gauliga kam mit einigen Gesellschaftsspielen heraus.„Germania 06“ Bochum fertigte den mittelrheinischen Exmeister Mülheimer SV auch im Rückspiel ab. Die SpVg. Herten und der SV. Höntrop fanden sich im Hertener Katzenbusch zusammen und trennten sich unentschieden, womit die Hertener die im letzten Meisterschaftsspiel bezogene:1Niederlage in etwa wieder wettmachen konnten.„Westfalia" Herne konnte auf eigenem Platz gegen den Düsseldorfer Bezirksligisten 99 keinen Sieg herausholen. Eine klare Abfuhr holten sich die Siegener „Svortfreunde“ vom Bonner FV. Im engeren Bezirk gab es eine Fulle von Gesellscha tespielen.„Westfalia" Bochum konnte auch im Rückspiel den BV. Stoppenberg schlagen und scheint wieder im Kommen zu sein. Der&aC. Dahlhausen verlor auf eigenem Platz gegen„Preußen" Steele recht knapp. Die 7 G. Bochum=Ehrenfeld blieb über den Gast„Westfalia" Buer nach schönem Kampf glatt siegreich. Das Lokaltreffen im Nordwesten der Stadt zwischen„Teutonia" Riemke und „Phönix" Bochum brachte„Phönix" Bochum die verdiente Revanche über den Widersacher, der ihn im vorletzten Meisterschaftskampf um die Aussicht gebracht hatte, im Jahre des 25jährigen Bestehens Gruppensieger der 1. Kreisklasse zu werden. Das zweite Lokalspiel am anderen Ende der Stadt zwischen L FC. Laer und SC. Altenbochum gewannen die Platzleute unerwartet hoch. Sportgem. Wattenscheid hatte mit Hüllen 07 mehr Arbeit, als das erwartet worden war, und siegte nur recht knavp.„Rheinelbe“ Leithe meldet einen Sieg über„Rasensport 08“ Gelsenkirchen, während„Union“ Günnigfeld mit dem knappsten aller Ergebnisse von„Fortuna" Gelsenkirchen geschlagen wurde „Schwarz=Weiß" Bochum wartete vergeblich auf den Gegner Werne 19.„Preußen 11" Bochum wartete mit einem beachtlichen Sieg über den Vertreter der 1. Kreisklasse SuT. Harpen auf. Laer 87 brachte vom Besuch bei„Fortuna" Wanne einen Sieg mit heim und„Borussia" Bochum fertigte den B V. Gerthe=Hiltrop zwar knapp. aber sicher ab. Der Postsportverein Bochum brachte es fertig nachdem er bis zur Pause mit drei Toren im Rückstand geblieben war, den Gast„Teutonia" Stiepel zum guten Schluß doch noch zu schlagen. „Städtckampf“ Bochum—Herne Die Begegnungen der fünf Bochumer und Herner Mannschaften endeten in ihrer Gesamtheit mit einem Siege der Herner. Lediglich„Rasensport" Bochum konnte einen Sieg erringen, und zwar über den klassenhöheren BV. Herne=Süd„Germania“ [Herne schlug Langendreer 07 knapp,„Concordia" Bochum verlor boch gegen„Schwarz= [Weiß“ Herne während Spu Sp. Gerthe und „Constantin" Herne sowie„Germania" Querenburg und„Preußen“ Herne sich mit einem :1 Unentschieden trennten. Die Gesellschaftsspiele: Westfälische Gauliga: „Germania 06“ Bochum— Mülheimer SB.•2, „Westfalia“ Herne— Düsseldorf 99:3, SyVg. Herten— SV. Höntrov:1, „Sportfreunde“. Siegen— Bonner SV.:6. Bochumer Gesellschaftsspiele: BV. Stovvenberg—„Westfalia“ Bochum:3, AC. Dahlhausen—„Preußen“ Steele:3, Bochum=Ehrenfeld—„Westfalia“ Buer:2, „Teutonia“, Riemke—„Phönix“ Bochum:3, LFC. Laer— SC. Altenbochum:1, Sportgem Wattenscheid— Hüllen 07:2. „Union“, Günniafeld—„Fortuna“ Gelsenkirchen:1, „Rheinelbe“ Leithe—„Rasensport 08“ Gelsenkirchen:3 „Preußen 11“ Bochum— SuT. Harven 2·0, Snu Sp. Gerthe—„Constantin“ Herne:1, „Germania“ Querenburg—„Preußen“ Herne:1, „Germania“ Herne— Langendreer 07•2. „Schwarz=Weiß“ Herne—„Concordia“. Bochum:2, „Rasensport“ Bochum— Herne=Süd:0, „Fortuna“ Wanne— Laer 87:3. „Borussia“. Bochum— BV. Gerthe=Hiltron:1, Postsportverein Bochum—„Teutonia“ Stiepel:3. 1. Kreisklasse SuT. Harpen auf. Germania Bochum— Mülheimer SV.:2(:2) Nach dem voraufgegangenen Gesellschaftsspiel in Mülheim, das die„Germanen“ klar und deutlich mit :2 für sich entscheiden konnten, hätte der gestern auf dem Germanenplatz durchgeführte Rückkampf beinahe 500 Zuschauern eine Ueberraschung gebracht. Es sah jedenfalls zunächst nicht nach einem Siege der Bochumer aus, da diese erst im zweiten Abschnitt besser in Form kamen, dann aber auf Grund ihres besseren Stehvermögens einen knappen und durchaus verdienten :=Sieg auf ihr Konto bringen konnten. Die Gäste, die zwar nicht in kompletter Aufstellung antraten, hinterließen besonders im ersten Abschnitt durch ihr famoses Stürmerspiel einen guten Eindruck. Ihr bester Mann war zweifellos neben dem Mittelläufer der Torwart Ochsenfels, der durch prächtige Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. Die Germanen hatten Schneider, Kalinka, Philipp, Poppensieker und Grigutsch in den Sturm gestellt, der erst im zweiten Abschnitt richtig in Fahrt kam. Für den verletzten Lasar stand Lasarski I auf dem rechten Läuferposten, während die übrige Hintermannschaft die alte Besetzung zeigte.„„ me, Nach zwei ergebnislosen Ecken für„Germania“ und zwei„schweren Kisten“ vor dem Bochumer Tor, ging Philipp in der 15. Minute auf der rechten Seite durch und flankte zum eingelaufenen Rechtsaußen Schneider, dessen Torschuß Mülheims Hüter zunächst abwehren konnte. Philipp erwischte nochmals das Leder und schoß unhaltbar das erste Tor. Die Gäste hatten eine kleine Drangperiode der„Germanen" zu überstehen, gingen aber bald zur Offensive über. Nach 35 Minuten Spielzeit gelang ihnen der verdiente Ausgleich, als Lasarski eine hohe Rechtsflanke verOrlehllerungsiaurmzinieherbrdch 13 Die siegreiche Tus.=Mannschaft beim Stzämtiche Horsthsger. B. A. Lillracht Berllund-Arreif Die Aufftieglpiele der Handballer paßte, die dann aus dem Gedränge heraus durch den Gästehalbrechten Brocks zum Ausgleich verwandelt wurde. Bereits zwei Minuten später gingen die Mülheimer in Führung, als Bochums Hüter einen scharfen Flachschuß des Mittelstürmers Stadtler passieren ließ. So endete die erste Halbzeit wie im Vorspiel mit:1 für Mülheim. Ob die Bochumer dieses als autes Omen betrachtet haben? Sie waren im zweiten Abschnitt kaum wiederzuerkennen. Die Gäste hatten in diesem Abschnitt hauptsächlich Abwehrarbeit zu verrichten und kamen nur vereinzelt noch zu schnellen Durchbrüchen. Dem Bochumer Rechtsaußen Schneider war es vorbehalten, das Ausgleichstor zu treten und durch einen Kopfstoß das Siegtor zu holen. Mit Bravour meisterte Kölns Hüter in diesem Abschnitt die schwierigsten Sachen, wozu ihm die jetzt schußfreudigen Bochumer genug Gelegenheit gaben. Einige Pokallpicle Nur„Westfalia“. Bochum noch im Rennen Einige rückständige bzw. unentschieden ausgegangene Pokalspiele wurden am Sonntag nachgeholt bzw. fanden ihre Wiederholung. Wenig glücklich kampfte der STV [Werne gegen den gleichklassigen Vertreter der Nachbargruppe Tu B. Mengede. Nach Verlängerung ging das Spiel für die Bochumer verloren, das bis zum regulären Schluß:1 unentschieden gestanden hatte. Damit bleibt als Bochumer Mannschaft nur noch„Westfalia" Bochum im Rennen. Die Pokalspielergebnisse: TuBV. Mengede— STV. Werne:1 nach Verl., „Preußen" Wanne—. SpVg. Röhlinghausen:5, TV.„Friesen" Milspe—„Svortlust“ Helpup:2, SC. Schildesche— Salzuflen:0, Haßlinghausen 62— Witten 92:3 nach Verl. rag des Gedncheirkahdipern Trotz ungünitiger Wetterlage starke Beteiligung in Bochum Alle deutschen Flüsse und Seen standen Sonntag im Zeichen des deutschen Kanusports. Ueberall beherrschten trotz der ungünstigen Wetterlage Kanuten und Kanutinnen mit ihren„Gummidampfern“ die Gewässer. Wanderern und Spaziergängern bot sich ein buntbewegtes Bild. Auch in den Bootshäusern an der Ruhr hatte man für diesen Tag gerüstet. Der Bochumer Kanuclub, der seine Bootshäuser in unmittelbarer Nähe der Koster Ruhrbrücke hat, leitete das Anpaddeln mit der feierlichen Flaggenhissung am Sonntagvormittag gegen 10 Uhr ein. Der Zehner=Kanadier mit der Jugendmannschaft und einige Faltboote fuhren kurz nach 10 Uhr vom Bootshaus aus nach Witten. Da die Ruhr noch Hochwasser hatte, war die Strömung sehr stark. Es war eine schwere Arbeit, gegen die im allgemeinen zahme Ruhr anzukämpfen. Starke Arme und guter Wille schafften es doch, so daß der Zehner=Kanadier, die einzelnen Faltboote weit hinter sich zurücklassend, pünktlich in Witten eintraf. Hier hatten sich inzwischen schon die übrigen Mitglieder mit etwa 30 Booten eingefunden. Gegen 15 Uhr begann der Start, an der Spitze wiederum der Zehner=Kanadier. Zur Freude aller Paddler brauchte man bei dem ersten Wehr in der Nähe der Herbeder Ruhrbrücke, nicht auszusteigen. Obwohl auch das zweite Wehr unterhalb der Burg Blankenstein zum Ueberfahren reizte, stiegen die meisten Kanuten aus. Einige Waghalsige versuchten ihr Glück, und einer der Mutigen mußte seinen Leichtsinn mit einem kalten Bad bezahlen. Außer einem kleinen Vorosterschnupfen ist jedoch nichts Ernstliches passiert. Gegen 17 Uhr trafen alle Paddler wohlbehalten am Bootshaus ein; zwar hatten einige kalte Beine und rote Nasen, doch das machte ihnen nichts aus. Den Abschluß des Anpaddelns bildete ein gemütliches Beisammensein. Im wichtigsten Spiel des Tages unterlag Tbd. Eickel auf eigenem Platze gegen„Union“ Gelsenkirchen trotz überlegenen Spiels:1. „Eintracht" Dortmund festigte ihre Favoritenstellung durch einen klaren:=Sieg über Schwelm06. Die Spiele: Tbd. Eickel—„Union“ Gelsenkirchen:3(:2) „Eintracht" Dortmund— Schwelm 06:3. 1. Kreisklasse(Bochum) Polizei Bochum siegte klar über Tv. 48 mit 10:5.—„Germania“ Bochum trat gegen Tv. [Brenschede nicht an. Ergebnisse: Polizei Bochum— Tv. 48:3 Gesellschaftsspiele: „Westfalia“, Bochum—„Jahn“, Holsterhausen:18 SpV. Herne=Sodingen—„Germania“ Herne:8 VfB. Gerthe— Herne=Vöde:2. Gau Nordmark Handball-Pokalmeister Brandenburg 10:6(:1) besiegt. Dem Endspiel um den Handballpokal wohnten am Sonntag auf dem Platz des Magdeburger Polizeisportvereins 5000 Zuschauer bei die einen verdienten 10:=(:)=Sieg der Nordmarkelf über die etwas enttäuschenden Berliner erlebten. Gegen die äußerst sichere Verteidigung der Norddeutschen konnten sich die zaghaften Berliner Stürmer nicht durchsetzen, zumal sie sich immer wieder in unnötige Nahkämpfe, einließen. Die Norddeutschen spielten dagegen weit zielstreviger und hatten keinen schwachen Punkt in ihren Reihen. Ihrer großen Wurssicherheit ist nicht zuletzt der klare Erfolg zu verdanken. Frankreichs Aufgebot 200 Perlonen ftark Olympische Gäste in Berlin Zur Zeit weilt der Generalsekretär des französischen Olympischen Komitees, Charles Denjg, Berlin, um sich über die Organisation der Spiele des nächsten Jahres zu unterrichten. Er teilt mit, dup die französische Mannschaft an allen Wettbewerben teilnehmen wird und insgesamt 200 Köpfe stark sein soll. Auch zu den Olympischen Winterspielen wird Frankreich eine Mannschaft in Stärke von 50 Aktiven entsenden. Generalsekretär Denis sprach sich über die VorbereiFerner weilt der Generalsekretär des Schwedischen Turnverbandes, Gymnastikdirektor Agne Holm ström, in der Reichshauptstadt, um den Besuch schwedischen Turner vorzubereiten, die am Samstag, 8 August 1936 im Anschluß an die leichtathletischen Wettkämpfe eine große Vorführung des schwedischen Turnens geben werden. Die Mannschaft wird 1200 Köpfe stark sein und sich aus 600 Frauen und 600 Männern zusammensetzen. Auch Holmström besichtigte alle für die Spiele vorgesehenen Kampf= und Unterbringungsstätten. Die Abgesandten Frankreichs und Schwedens beglückwünschten das Organisationskomitee zum Stande der Vorbereitungen und gaben vor allen Dingen ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Stätten für Wettkampf, Wohnung und sportliche Vorbereitung so nahe beieinander gelegen seien. Vereinsmeisterschaften im Turnverein„Friesen“ 1887 e. V. bereits vormittags mit den Wettkämpfen der und Schulerinnen. Es war ein stattliche Anzahl Schüler und Schulerinnen angetreten und es machte Spaß, zuzusehen, wie die Kleinen um die Siege rangen. Erfreulicherweise war auch ein Teil der Eltern der Kleinen erschienen, um dem Ringen beizuwohnen. Nachmittags turnten die Turner und Turnerinnen. Auch hier war in allen Klassen eine gute Beteiligung. In der Hauptklasse, Turner Klasse A, Sechskampf (Kürübungen) siegte Heini Platzek mit 108 Punkten vor A. Schulte 106 P. und Wrobelewski 108 P. In der Turnerklasse B siegte Hugo Höps mit 150½ Punkten vor Willi Schulte mit 142 P. und Lingk mit 134 P. Bei den Altersturnern siegte wie erwartet der 54jährige Aug. Faber mit 69 Punkten vor Fritz Becker 65 P. und Wilh. Becker 64 P. Oberturnwart Schmidtmann, der vormittags und nachmittags die Siegerehrung vornahm, konnte folgende Sieger bekanntgeben: Schüler 8 bis 12 Jahre(Vierkampf): 1. Neumann 66., 2. Lingelbach 64½., 3. Deppe 63½ P.— Schüler 12 bis 14 Jahre(Vierkampf): 1. Poerschke 74 ., 2. Kasper 69½., 3. Wedler 68½ P.— Schülerinnen 8 bis 12 Jahre(Vierkampf): 1. Reinhardt 65½., 2. Kribbenhold und Herrmann 63., 3. Wolf 62 P.— Schülerinnen 12 bis 14 Jahre(Vierkampf): 1. Wolf 64½., 2. Braun 64., 3. Elbracht 63 P.— Jugendturnerinnen 14 bis 18 Jahre(Vierkampf): 1. Raschke 66., 2. Brackmann 62½., 3. Wittkowsti 60½.g; Jugendturner 14 bis 18 Jahre(Sechskampf); 1. Höps und Groß mit 102., 2. Friedhoff 93½., 8. Bucks 89 P.— Turnerinnen, Oberstufe(Vierkampf): 1. Schade 74., 2. Strelecki 71½., 8. Kirchner 67½ P.— Turnerinnen, Unterstufe(Vierkampf): 1. Gottschalk 60., 2. Thiele 59½., 3. Biermann 56½ P. — Volksturner(Vierkampf): 1. Lemberd 70., 2. Kraft 60., 3. Hoffmann 57½ P.— Altersturner(Vierkampf): 1. Faber 69., 2. Fritz Becker 65., 3. Wilh. Becker 64 P.— Turner, Klasse B(Neunkampf); 1. Hugo Höps 150½., 2. W. Schulte 142., 3. Lingk P.— Turner, Klasse A(Sechskampf): 1. H. Platzek 108., 2. A. Schulte 106., 8. Wrovelewski 103 P. Vol-Farf Adel- Hiller- Keim 1 u K K Ay 1 Das schmucke Bootshaus des Bochumer Kannklubs an der Koster=Ruhrbrücke, das Adolf=Hitler=Heim 3. Rennen;.„Lgupgnburgs Lanzenspege Genge): 2. Kolbenhirsch; 3. Sonnenzen; 4. Liebeszuuper. Ferner. Gassenjunge, Heidekönig, Glanz, Coquelet Selim, Gundermann, Vicky, Arglist, Panzerslotte. Toto: S. 304; Pl. 30, 34, 14. 6. Rennen: 1. Vorsters Ilsenburg(Weber); 2. Stilet; 3. Leutvogt. Ferner: Frischling, Meerjunge. Toto: S. 38: 7. Rennen: 1. Röslers Mixer(Glitsch); 2. Sintflut: 3. SchloßToig, Perrz: Illenzöntg, Hav, Coronell, Emil, Tor8. Rennen: 1. Hellmanns Jungmanne(Lohkamp): 2. Harun; 3. Monarchist. Ferner: Maharadscha, Carriere, März= prinzeß,„Reizäggg,„Jan van Werth, Blumengöttin. Toto: Sieadoppelwette: 4. und 5. Rennen: Perlsischer— Lanzenspitze 1244:10. Paris, 14. April. 1. Rennen: 1. Humaraus Mons(Vatard): 2. Soleiman; 3. Von Alltage. Ferner: Mocker, Marzps, Parius,„Sgrafigg. Semt Ton, Val'Eure, Aethelwag. Toto: S. 87, Pl. Rennen: 1. Brosettes Gedauque(Johnstone): 2. Ma Perle: 3. Dialouka. Ferner; Soda,„Makurbin, Vox Populi, Martilly, Mornas. Toto: G. 64: Pl. 19, 14, 17. 3. Rennen: 1. Massons Folle Passion av: 3. Kanturk. Ferner: Badeh, Bonheur,-Estaque, Fhrismyx, 25 Magnat, Rovaume, Boiep. Toto: S. 207; 4. Rennen: 1. Holderts Votre Altesse(Euput): 3. Aromate. Ferner: Birmah,..C. Toto: S. 135; Pl. 5. Rennen: 1. Rivauds Furlico(Johnstone); 2. Le : 3. Spleizon. Verner: Sgzpernauf, Volumas, Leie, Lesssige, Gle Sreig),Vexz and Jut, Trabrennen zu Gelsenkirchen. 1 Rennen: 1. 9. v. Mindens Leopard(St, Jarnberg); G: Sit. 18 M. 13l, Herigz, Bhesches, Alehesz. e Rarde hie.: Belo Matt, Frieoe, Lisak Guy,. Ese Je. 2. Reunen: 1. H Niermanns Anitas Schwester(W. Heier); Verns=Zeinen VAbels Heide(E. 12. Ferner: Abenteurer, Paul., Bandola, Belkanto, ea“ Kennten: 1. L; Leutbäusers Salvatg,(G, Junez, 3. Emigrant: 3. igzes Rennen zwischen Jeg, Syzngunz voh Hesien; I. S. Scotelbders D41gHhug, TaeS. 22, fst. 63; Hl 1. 15=13“22. Ferner: Mador Jggign, 45. ut. 63: Pl. 21, T. 37. 27. Ferner: Jan Wellem, Peter Dooley, Wenker(disqualifiziert), Danae, Rosentau, Mieze B. Benno Lee, Delta, Mallorca, Vogel.„ ggg), 2 * Rennen: 1. Geschw. Abels Trudewind,., P½) 55. Duck; 3. Cito Watts: 4. Edeldame. Toto: S. 69, lk. 36; Pl. 11, 11, 12, 13. Ferner: Kanzler, Baza(disqu.), David ., Horrido, Adda, Glasformer. Siegdoppelwette: Heide— Salvator 68:10. Köln, 14. April. 2. Zennen: 1. Arenz Agnus(Sauer): 2. Mulingar: 3. Strobserer. Fernex; Lassa, Leithirsch, Feudal, Robinson. 3. Rennen: 1. Ravensbergs Saufährte(Lommatzsch): 2. Gamin: 3. Carna: 4. Ahnherr. Ferner: Alpha, Mississippi, Feuerland Kernpunkt, Carga, Rückwechsel. Toto: S. 241; 4. Rennen: 1. Kunsts Perlfischer(Buge); 2. Polarstern: 8. Mario, Ferner: Maruka, Sonnenfalter, Jahrhundert, 6. Rennen: 1. Jonas“ Peut=Etre(Herve); 2. Iu Mieng, Hanok, Natanin u... S. 58: Pl. 19. 18. 18. Lastrg 1. Butxglaigs Holagte“) Honneicte. Rele e-e Seite 9 Nr. 89, Bochumer Anzeiger„ Montag, 15. April 1935 Tus. Bochum fiegt beim Bochumer Leben erlten Orientierungslauf Morgen Inbetriebnahme des Gelungene Veranitaltung der Leichtathleten Aus dem Rahmen der diesjährigen leichtathletischen Veranstaltungen im Kreis Bochum wird der gestern morgen in Wanne=Eickel durchgeführte erste Orientierungslauf als etwas Besonderes hervortreten. Dank den guten organisatorischen Maßnahmen des ausrichtenden Vereins, Reichsbahn Turn= und Sportverein Wanne=Eickel, wickelte sich bei herrlichem Wetter in dem sogenannten Emscherbruch, einer historischen und naturschönen Gegend, ein Wettbewerb ab, der wegen seiner Eigenart allen Beteiligten wirkliche Freude bereitete. Die Spannung, war vor dem Lauf in den Gesichtern aller Teilnehmer zu lesen, wußte doch niemand, was eigentlich gespielt wurde und in welcher Form die Läufe vonstatten gehen sollten. Das Rätselraten nahm aber erst recht seinen Anfang, als die Läufer, nachdem die Startfolge ausgelost war, geschlossen in den Hertener Wald marschierten und zum Startplatz auf den ehemaligen Cranger Flugplatz geführt wurden. Erst hier erhielten die einzelnen Mannschaftsführer nach voraufgegangenen Einführungsworten des Fachamtsleiters Meier jeweils drei Minuten vor dem Start ihrer Mannschaft die Geländekarte, die über die vier anzulaufenden Kontrollstellen und das Ziel nähere Auskunft gab. Von den nunmehr mit je drei Minuten Abstand hintereinander startenden fünfzehn Mannschaften stellte TuS. Bochum allein fünf. Eine der TuS.=Mannschaften hatte die Nr. 1 gezogen und eröffnete das Rennen. Augenscheinlich wurde diese Mannschaft von einem recht kartenkundigen Läufer geführt, denn ein kurzer Blick auf Karte und Kompaß genügte, und querfeldein gings in Richtung der ersten Kontrollstelle. Ueberhaupt fanden sich alle Läufer verhältnismäßig gut im Gelände zurecht, wodurch den einzelnen erhebliche Umwege erspart geblieben sind. Abgesehen von einigen sumpfigen Stellen bietet der Hertener Wald für derartige Zwecke eine ideale Austragungsstätte, da weder Bodenerhöhungen noch=vertiefungen vorhanden sind. Bei der Eigenart des Wettbewerbs läßt sich naturgemäß von einem Kampf auf der Strecke nichts berichten, da dieser wegen des unterschiedlichen Startens direkt nicht eintritt. Es entscheidet vielmehr die beste Zeit, und diese erreichte bei den Senioren die erste Mannschaft des TuS. Bochum mit Leikenjos als Führer und seinen Kameraden Dey und Werner mit 27,45 Minuten. Für die Jugendlichen wurde die Strecke auf 3,5 Kilometer bei zwei Kontrollstellen verkürzt. Auch hier siegte die TuS.=Mannschaft mit den Mannen Ossenkopp, Lauert und Kalva. Es wäre zu wünschen, daß derartige Geländeläufe des öfteren ausgetragen würden. Siegerliste a) Senioren(Laufstrecke 7 1. TuS. Bochum, erste Mannschaft, 2. Sportgemeinschaft 09/30 Wattenscheid 3. TV. 85 Wanne 4. TV Röhlinghausen 1883 5. Tus. Bochum, vierte Mannschaft, 6. Tus Bochum, zweite Mannschaft, 7. Kilometer): 27,45 Min. 29 29,30„ 30 32 33 43 45,25„ 7. Tus. Bochum, dritte Mannschaft, 8. Wattenscheid 01 b) Jugend(Laufstrecke 3,5 Kilometer): 1. TuS. Bochum 16 2. TV. 85 Wanne=Eickel 16,10 3. Hitler=Jugend Herne 17 4. TV. Röhlinghausen 1883 18 Min. Kutschoden-gewinnt„Berln-Hottade Bolhk Wendel(Schweinfurt) Sieger bei den Amateuren BochumerHaupistieohoser der am Freigrafendamm in Altenbochum neu geschaffen wurde aus der heraus der Friedhof einer Großstadt in würdie Das zum 28. Male ausgefahrene Frühjahrs=Straßenrennen Berlin— Kottbus— Berlin über 260 Kilometer hatte mit rund 400 Teilnehmern eine ganz vorzügliche Besetzung gefunden. Aus dem ganzen Reich waren die besten Berufs= und Amateurfahrer zusammengekommen, um das erste große Straßenrennen dieser Saison zu bestreiten. Nicht nur sportlich war dieses bei bestem Wetter ausgetragene Rennen ein voller Erfolg für den deutschen Radsport, auch die Teilnahme der Zuschauer war überaus groß. Rund 250000 Menschen mögen es gewesen sein, die diesem großen Straßenrennen beiwohnten. Bei den Berufsfahrern gab es bis zum Wendepunkt der Strecke recht wenig Kampf. Erst auf der Rückfahrt wurde das Feld mehr und mehr gesprengt. Es bildeten sich verschiedene Gruppen, die durch kurze Jagden sich gegenseitig zermürbten. Zunächst war es der Berliner Buse, der dem Felde entrann; doch wurde er später wieder eingeholt. Auch der Berliner Nachwuchsfahrer Hoffmann, der ein ganz großes Rennen fuhr, hatte dem Felde einige hundert Meter Vorsprung abgenommen, mußte sich aber immer wieder einholen lassen. Bei einem neuen Vorstoß kurz vor dem Ziel war es der Dortmunder Bautz, der das Feld wieder heranführte. Schließlich erreichte eine Spitzengruppe von zwölf Fahrern die letzten 30 Kilometer, die auch bis zum Ziel im Wannsee=Stadion zusammenblieb. Im Stadion war ein letzter Spurt über 1¾ Runden zurückzulegen. Wieder war es der junge Berliner Hoffmann, der zu einem letzten Vorstoß sich entschloß. Er mußte sich jedoch wenige Meter vor dem Zielband durch Kutschbach einholen lassen, da seine Kraftreserven erschöpft waren. Auch Stöpel, Stach und Bautz mußten Hoffmann noch an sich vorüberziehen lassen. Ergebnisse: Berlin—Kottbus—Berlin über 260 Kilometer: 1. Kutschbach(Berlin):30,50, 2. Stöpel dichtauf, 3. Stach(Berlin), 4. Bautz(Dortmund), 5. Hoffmann (Berlin), 6. Arens(Köln), 7. Gieronski(Berlin), 8. Roth(Frankfurt), 9. Kijewski(Dortmund), 10. Rudolf Wolke(Berlin), 11. Ludwig Geyer(Schweinfurt), 12. Hanke(Riesa), 13. Händel(Berlin), 14. Heide(Hannover), 15. Evers(Dortmund), alle dichtauf. Besonderes Interesse fand auch das Rennen der [Amateure. Von den 114 gemeldeten Teilnehmern in der Gruppe A stellten sich dem Starter 96 Fahrer. Das Können war recht ausgeglichen, und so war es weiter nicht verwunderlich, daß auch die Amateure an der Wende mit einer geschlossenen Spitzengruppe ankamen. Die ersten Ausreißer in der Spitzengruppe waren die Berliner Weiß, Haack, Huth sowie Scheller (Bielefeld). 30 Kilometer vor dem Ziel betrug die Spitzengruppe etwa 25 Mann. Bis zum Erreichen des Wannsee=Stadions änderte sich an dieser Spitzengruppe wenig, nur dem Schweinfurter Wendel gelang es 10 Kilometer vor dem Ziel durch einen kurzen Zwischenspurt, dem Feld beträchtlichen Vorsprung abzunehmen. Als Wendel als erster das Wannsee=Stadion passierte, betrug sein Vorsprung bereits eine Minute. Eine zwanzigköpfige Verfolgergruppe erreichte dann geschlossen das Wannsee=Stadion. Spurtsieger dieser Gruppe wurde der Bielefelder Scheller vor Blankenburg(Berlin) und Schultenjohann(Dortmund). Ergebnis: 1. Wendel(Schweinfurt):16 2. Scheller(Bielefeld):17,30, 3. Blankenburg(Berlin) dichtauf, 4. Schultenjohann(Dortmund) 5. Weiß(Berlin), Gänsler(Bornheim) 7. Löber(Schweinfurt), 8. Reichel(Chemnitz), 9. Böhm(Berlin). Seit einer Reihe von Jahren ist das Garten= und Friedhofsamt mit der gärtnerischen Ausgestaltung des neuen Hauptfriedhofes am Ende des Freigrafendamms in Bochum=Altenbochum beschäftigt. Die ersten Pflanzungen haben sich nun schon soweit entwickelt, daß die räumliche, klare Gliederung der Anlage deutlich in die Erscheinung tritt. Baum=, Strauch= und Heckenpflanzungen umschließen grüne Gartenräume, in denen nun bald die Verstorbenen der Innenstadt ihre letzte Ruhestätte finden werden. Eine ruhige, ernste Stimmung liegt über der ganzen Anlage. Selbst die blühenden Hecken und Stauden steigern diese Wirtung noch durch die großzügige und herbe Art der Anordnung, so daß bis in jede Einzelheit hinein die Bestimmung der Anlage, ein würdiger Garten für unsere Toten zu sein, klar und eindringlich zum Ausdruck kommt. Es erscheint daher selbstverständlich, daß nun, wenn die Anlage ihrer Bestimmung übergeben wird, streng darauf geachtet werden muß, daß nicht Willkür und Unkultur bei der Ausschmückung der Gräber und bei der Errichtung der Grabmale diese erhabene Wirkung wieder zunichte machen. Es ist oft genug betont worden, daß gerade der Friedhof der ungeeignetste Platz ist für die Auswirkung von Protzentum und mißverstandenem Pietätsgefühl. Seit Jahren wurde versucht, auf den Geschmack und das Verständnis der Allgemeinheit einzuwirken, um der unglaublichen Unkultur, die sich auf allen Friedhöfen breit macht, zu begegnen. Vieles hat sich seitdem gebessert, wir müssen uns aber klar darüber sein, daß erst dann von einer neuen Friedhofskultur gesprochen werden kann, wenn die Gesamtanlage des Friedhofes als gemeinsame Gedächtnisstätte für alle Volksgenossen angesprochen wird, in der Einzelgräber und Grabmale sich harmonisch einordnen und erst in ihrer Gesamtheit dem Friedhof sein Gepräge geben. Dies ist heute die einzige Gesinnung, ger Form erstehen kann.„ Wenn mit der Inbetriebnahme des neuen Hauptfriedhofes eine neue Ortssatzung erlassen worden ist, mit Bestimmungen und Anregungen für die Ausgestaltung der Grabstätten und Grabmale, so möge sich jeder klar sein, daß diese Maßnahmen nur ergriffen worden sind, um diese Ziele zu erreichen. Sie sind bei rechter Betrachtung in keiner Weise hindernd oder einengend und lassen dem persönlichen Geschmack in jeder Beziehung die Möglichkeit freier Entfaltung, wenn jeder einzelne den Willen zur Mitgestaltung des ganzen Friedhofes bei der Bepflanzung der Grabstätten und bei der Wahl des Grabmales zum Ausgangspunkt seiner Exwägungen nimmt. Dann wird der Friedhof zum riefsten Ausdruck wahrer Volksgemeinschaft. Nach Errichtung der Baulichkeiten werden auf dem Hauptfriedhof, wie in allen Großstädten, die Beerdigungen nur noch vom Friedhof aus erfolgen. Es müssen also alle Leichen vorher zur Leischenhalle übergeführt werden. Die Führung von Leichenzügen durch die Innenstadt ist bei dem sich immer mehr steigenden Verkehr ein Unding. Der Behelfsbau auf dem Hauptfriedhof läßt eine solche Regelung noch nicht zu, denn der zur Verfügung stehende Raum reicht nicht aus. Da aber die Führung von Leichenzügen über die Wittener Straße, die zu den am stärksten belasteten Ausfallstraßen unserer Stadt gehört, unmöglich ist, sieht die neue Ortssatzung vor, daß bis zur Errichtung der endgültigen Leichenhallen auf dem Hauptfriedhof Leichenzüge erst auf dem Freigrafendamm zwischen Liebfrauenstraße und Friedhofseingang oder erst auf dem Friedhof selbst gebildet werden dürfen. Es handelt sich also hierbei um eine Uebergangsbestimmung, die sowohl im Interesse des Verkehrs, wie auch einer würdigen Durchführung der Beerdigungen liegt. Für die übrigen Friedhöfe soll es zunächst noch bei der bisher üblichen Regelung der Leichenzüge bleiben. Die Inbetriebnahme des Hauptfriedhofes wird am 16. April erfolgen. Der Werbeadent der Korperbehinderten Ufhfere Rockey duhfehgeichlagen Damenländerspiel Deutschland-England:6(:4) offiziellen Damen=Hockey=Länderkampf England hi Im ersten offiz Deutschland— Engiano gielten sich die deutschen Vertreterinnen ganz ausgezeichnet. Gegen die körperlich überlegenen Gegnerinnen, die auch über die weit größere Routine verfügten, nur:6(:4) zu verlieren, das kann ruhig als Erfolg des deutschen Damen=Hockeys gewertet werden, dessen jungen Spielerinnen unbedingt die Zukunft gehören dürfte. Auf dem Platz des Berliner Hockey=Clubs in Dahlem hatten sich am Sonntag nachmittag rund 4000 Zuschauer eingefunden, unter denen man auch Exzellenz Lewald und als Stellvertreter des Reichssportführers den Grafen von der Schulenburg bemerkte. Der Anfang war für Deutschland sehr vielversprechend, denn schon in der ersten Minute konnte Deutschland im Anschluß an eine Strafecke durch Fräulein Hargus(Lübeck) in Führung gehen. Schon fünf Minuten später hatte aber Englands überragende Stürmerin Miß Pollard den Ausgleich erzielt, während Englands Linksaußen Mariott nach weiteren fünf Minuten die Gäste mit:1 in Front brachte. Die Mittelstürmerin Goodman konnte den Vorsprung sogar auf:1 erhöhen, aber alsbald hatte Marga Trede Deutschland durch einen Prachtschuß auf:2 herangebracht. Als dann Miß Pollard wieder durchgehrochen war, führte England mit:2, aber Frau Keller konnte mit einem dritten Gegentreffer den Halbzeitstand auf:3 stellen. Auch in der zweiten Halbzeit blieben die schnellen, durchbruchsartigen Vorstöße der deutschen Spielerinnen äußerst gefährlich, aber das exakte, engmaschige Kombinationsspiel des englischen Innensturms verhalf den Gästen doch immer wieder zu einer leichten Feldüberlegenheit. Englands Halblinke Pollard konnte dann auch den Vorsprung wieder auf zwei Tore erweitern, aber im Anschluß an eine Strafecke konnte Frau Keller Deutschland wieder auf:4 heranbringen. Mehrmals hatte Deutschland sogar eine Chance, zum Ausgleich zu kommen, bis ein vierter Treffer von Miß Pollard den englischen Sieg mit:4 sicherstellte. Den englischen Sieg entschied vor allem die immer noch bessere Stocktechnik der Gäste und sodann deren überlegene Erfahrung in schweren Kämpfen. Peter Fick arbeitet in Bremen Zusammentreffen mit dem deutschen Rekordmann. Wie aus Bremen gemeldet wird, startet der amerikanische Weltrekordschwimmer Peter Fick anläßlich seiner Europareise auch bei einer Abendveranstaltung im Juni in Bremen, wo er mit dem deutschen Rekordinhaber Helmut Fischer und mit dem zweitschnellsten, deutschen Schwimmer Hermann Heibel zusammentreffen wird. Das Schwimmstadion der Bremer Kampfbahn soll für diesen Kampftag eine international einwandfreie 50=Meter=Kampfbahn erhalten. Richard Hofmann in Weitfalen? Einer Meldung aus Minden zufolge soll Richard Hofmann Dresden verlassen haben, da er bei einer großen Firma in Minden Anstellung erhalten habe. Damit würde der Dresdner SC. eine seiner Hauptstützen verlieren. Um der Oeffentlichkeit den schweren Lebenskampf der Körverbehinderten klar vor Augen zu führen, hatte die Ortsgruppe Groß=Bochum des Ron.##. Samstag zu einem Werbeabend in den großen Saal der Burgergesellschaft eingeladen. Erschienen waren neben den Mitgliedern eine stattliche Anzahl Freunde und Gönner des Reichsbundes. Eingeleitet wurde der Abend mit musikalischen Darbietungen der Schupokapelle unter der Leitung von Polizeimeister Jäckel und dem Fanfarenmarsch der Fähnlein„Admiral Spee, und„Weddigen Nach dem vom Soloquartett„Withelm; zu Gehör gebrachten„Sanktus“ von Schubert trug Fräulein Gathmann das vom Gefährten Dormeier verfaßte Gedicht„Auch du bist Mensch“ vor. galten H. SchäfAnschließend entbot Ortsgruppenwauer. 9. den Erschienenen einen herzlichen Willkemmensgruß. reicr, begndise Keilhertseasden Kehcie Dr. Köhne. Dann sprach der stellvertretende Reichswalter im Spring(Essen) über das Thema „Der Körperbehinderte in der Volksgemeinschaft“ Er verlieh zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, daß man heute den Körperbehinderten endlich den Platz in der Volksgemeinschaft eingeräumt habe, den man ihnen Jahren nie gewährt habe. Bei den handele es sich durchweg um geistig urteil gegen diese Menschen beseitigt werden. Der Körverbehinderte verlange kein Mitsoizz= sen; Ausstellung Handarbeiten und behinderten gezeigt. Gemälde von KörperAusklang der Bochumer „hehorf seot dern Auerkennung, er möchte ebenfalls am Aufbau des Vaterlandes. nen wollen.— Darauf sprach Stadtmedizinalrat Dr. Wendenburg über das Gesetz zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses. In längeren Ausführungen begründete er die Notwendigkeit dieses Gesetzes für das Leben eines Volkes und wies darauf hin, wie sich vor Jahren die geistig Minderwertigen viel schneller vermehrt hätten als die geistig Gesunden. An Hand von Zahlenmaterial erörterte er die ungeheuren Kosten für die in Anstalten untgrgehracten Kranken und legte dar, wie durch diese Mißstände riesige Summen am Volksvermögen verlorengingen. Alle Aufbaubemühungen eines Volkes, betonte der Redner zum Schluß, seien umsonst, wenn dieses Gesetz der natürlichen Auslese nicht berücksichtigt werde.— Zum Abschluß des offiziellen Teils sprachen noch Stadtrechtsrat Dr. Vogelsang, Dr. Köhne und Professor Dr. Böhme von der Augusta=Krankenanstalt. Im weiteren Verlauf des Abends wurde ein vielseitiges Unterhaltungsprogramm geboten. Musikalische Darbietungen der Schupokapelle, Gesangsvorträge und die launigen Erzählungen des Humoristen Reins sowie die Vorführungen einer Tanzgruppe der Deutschen Turnerschaft und eine Verlosung füllten es aus. In Verbindung mit diesem Werbeabend wurden in einer Die Bochumer Volksmission 1935 gehört jetzt der Vergangenheit an. Erhebend wie der Verlauf war auch der Ausklang der Gnadenwoche. Die feierlich ausgestalteten Frühgottesdienste standen ganz im Zeichen der Generalkommunionen der Männer und Jungmänner, denen sich in vielen Gemeinden die der Missionsgnade bereits teilhaftig gewordenen Kinder, Jungfrauen und Frauen noch einmal anschlossen, um so miteinander vor dem Sakramente das Bekenntnis zu dem Pfarrfamiliengedanken abzulegen. Die eigentlichen Schlußfeiern fanden am Nachmittag statt, und zwar getrennt für die weiblichen und männlichen Gemeindemitglieder, da man eine Ueberfüllung der Kirchen vermeiden wollte. Strahlender Lichterglanz umgab die blumengeschmückten Altäre und Missionskreuze. Fahnen, Banner und Wimpel hielten auf dem Chore die Ehrenwacht. Noch einmal streiften die Missionsprediger in ihren Ansprachen die segensreichen Tage der Bochumer Volksmission und mahnten zur Treue gegen Gott, Kirche. Volk und Vaterland Die Gotteshäuser waren von Jubel und Andacht erfüllt, als nach der feierlichen Erneuerung der Taufgelübde der Päpstliche Segen erteilt wurde. Im Laufe des heutigen Morgens sammeln sich die Gemeinden noch einmal um Altar und Kanzel, um in einem feierlichen Requiem ihrer Toten und der Toten der Gesamtkirche zu gedenken. Generalversammlung im Bund der Saarvereine Die Ortsgruppe Bochum des Bundes der Saarvereine beschloß seine politische Tätigkeit mit einer Generalversammlung am Sonntag abend im Lokal Irrgang, Alleestraße. Der Bund der Saarvereine bleibt weiter bestehen als Bund der Saar= und Pfälzervereine. Der neue Bund steht unter der Leitung des früheren Bundesführers Rektor Debusmann aus Elberfeld. Die einzelnen Ortsgruppen werden als Mitglieder in den Bund eingegliedert. Als seine kulturpolitische Aufgabe sieht der Verein in erster Linie die Pflege des heimatlichen Volkstums und die Unterstützung aller Bestrebungen an, die den kulturellen Zusammenhang zwie schen Reich, Saar und Pfalz zu vertiefen geeignet sind. Der Leiter der Bochumer Ortsgruppe M. Christ eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache und nahm anschließend die Ehrung der Mitglieder vor, die sich um die Saarabstimmung besondere Verdienste erworben haben. Ausgezeichnet wurden mit einem Diplom des Bundesführers Debusmann die Saarobmänner M. Christ, H. Bentz, Seimetz, Joh. Konrad, E. Hoffmann, A. Nolte, R. Strauch, K. Kiefer, Joh. Reuter und der Ehrenvorsitzende Birtel sowie die Mitglieder Jakob Schmidt und Frau Neu. In einer Ansprache hob Vereinsleiter Christ die aufopferungsvolle Arbeit der Geehrten hervor und sprach ihnen im Namen des Bundesführers den Dank aus.— Im Anschluß an die Versammlung fand die Wahl des Vereinsleiters der neuen Ortsgruppe des Bundes der Saar= und Pfälzervereine statt. Als Vereinsleiter wurde M. Christ ernannt. Zu seinem Stellvertreter bestimmte der Vereinsleiter Kaufmann, zum Schriftführer H. Bentz, Stellvertreter Hoffmann, Seimetz Kassenwart und fünf weitere Mitglieder als Mitarbeiter des Vorstandes. Der Stützpunkt Bochum=Langendreer bleibt unter der Leitung des bisherigen Stützpunktleiters Jakob Schmidt weiter bestehen. 0 Ein weiterer Vorteil für alle EDELWUCHS-Raucher ist die QUALITATS-VERBESSERUNG die durch den steigenden. möglich wurde. Die passende Armkette bei Ibrem Händler für 30 Pig. (MIT U. OHNT Seite 10 Nr. 89; Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April 1935 Aus aller Welt Gefährliche Bande hinter Schloß und Riegel Ehsimere dalch Veiralsschria!.:. Dei„Haserineir.? naß keisen! Berlin, 14. Aprül. Das geheimnisvolle Verbrechen an der 32 Jahre alten Hausangestellten Alma Garbe, die am 4. Februar in Spandau=Hakenfelde ermordet aufgefunden wurde, konnte jetzt durch die Berliner Mordkommission aufgeklärt werden. Die Hausangestellte ist einer Heiratsschwindlerbande in die Hände gefallen und vergiftet worden. Ein Mitglied dieser Bande, der 25 Jahre alte „Syndikus“ Paul Polte, versuchte durch den Tod des Mädchens in den Besitz einer Lebensversicherungssumme von 5000 Reichsmark zu kommen. Die ganze Bande, die ihr Opfer ebenso wie zahlreiche andere Mädchen und Frauen aus Berlin und dem Reich umgarnt hatte, ist im Laufe der letzten Wochen verhaftet worden. Durch die Vernehmung des vermutlichen Hauptes der Bande, des 35 Jahre alten Reinhard Benner hat man Aufschluß über das Treiben dieser Volksschädlinge Die Verbrecherbande, deren Mitglieder seit Jahren Hand in Hand arbeiteten, versuchte durch Heiratsanzeigen und durch Ehevermittlungsbüros mit Mädchen und Frauen in Verbindung zu kommen. Sie arbeiteten gewöhnlich so, daß Reinhard Benner als„Architekt“ sich zunächst mit den Heiratslustigen in Verbindung setzte; dann trat Polte auf den Plan, der als„Syndikus“ vorgestellt wurde. Durch sein gewinnendes Wesen verstand er es immer, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Auf die gleiche Weise wurde die Bekanntschaft der Hausangestellten Alma Garbe in Spandau gemacht, deren Tod die Verbrecher auf dem Gewissen haben. Die beiden Heiratsschwindler holten die Hausangestellte gewöhnlich in einem Auto ab, das sie sich von den Ersparnissen einer Krankenschwester, der Polte ebenfalls die Ehe versprach, gekauft hatten. Alma Garbe besaß auf einer Bank in der Provinz ein Sparguthaben von mehr als 1000 Reichsmark. Durch ein Fälschungsmanöver wurde sie veranlaßt, das Geld auf eine Berliner Bank zu überweisen. Hier ließen sich die Betrüger auf Grund eines weiteren Schwindels das Geld auszahlen. Alma Garbe besuchte oft das elegant ausgestattete „Büro“ ihres Verlobten, das in Wirklichkeit die Zentrale der Heiratsschwindlerbande war. Um nun weitere Gelder zu erhalten, kamen die Schwindler auf einen teuflischen Plan. Sie bewogen das Mädchen, eine Lebensversicherung auf 5000 Reichsmark abzuschließen, die im Falle ihres Todes an ihren Verlobten Paul Polte ausgezahlt werden sollten.„Die., Bande verschaffte sich dann eine große Menge von Schiaftavietten. Nachdem Alma Garbe mit diesen Tabletten durch Polte systematisch vergiftet worden war, brach sie eines Tages in der Mertensstraße in Spandau tot zusammen. Die Verbrecher sind trotz der erdrückenden Beweise noch nicht geständig. Polte behauptet, den Frauen und Mädchen, denen er Geld abgenommen hat, niemals das Eheversprechen gemacht zu haben. Der Naibaum diesmal aus dem Frankenwalt Bayreuth, 14. April. Den traditionellen Frühlingsgruß des deutschen Waldes an Berlin und das Reich in Gestalt eines gewaltigen Maibaumes wird in diesem Jahre die bayrische Ostmark senden. Am Mittwoch, dem 17. April, soll der Riesenbaum im Frankenwald bei Kronach geschlagen werden. Waldarbeiter, Forstbeamte und Flößer der Umgebung werden in Dienstkleidung antreten. Die örtliche HJ. und der BDM. sowie die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften sind als Gäste geladen. Nach den Ansprachen und dem Gesang des Deutschland= und des Horst=WesselLiedes wird der mächtige Baum umgelegt. Am 24. April früh soll der symbolische Gruß der bayrischen Ostmark nach der Reichshauptstadt abrollen. Auf seiner Reise durch Deutschland werden über dem Baum die Worte zu lesen sein:„Bayrische Ostmark grüßt Berlin und Reich.“ „Graf Zeppelin“ auf der Heimfahrt Ausländische Märchen über eine Havarie des Luftschiffes. Hamburg, 14. April. Wie die Deutsche Seewarte meldet, ist das Luftschiff„Graf Zeppelin“ am Samstag um 3 Uhr MEZ in Pernambuco gestartet. Das Luftschiff hatte am Freitag einen leichten Unfall. Bei den Landungsmanövern riß das Ankertau, das Luftschiff wurde abgetrieben und gegen ein benachbartes Gebäude geschleudert. Es konnte jedoch bald darauf am Ankermast festgemacht werden und nach Reparatur der geringfügigen Beschädigung die Heimfahrt antreten. * Die etwas harte Landung des Luftschiffes wird von einem ausländischen Nachrichtenbüro als Tatarennachricht, in der von einer schweren Havarie des Luftschiffes gesprochen wird, aufgemacht. Tatsache ist, daß lediglich die als Sicherheitselemente eingeschalteten Puffer der hinteren Motorengondel des Luftschiffes beschädigt wurden. Dreiköpfige Familie tot aufgefunden Bunzlau(Schlesien), 14. April. In Thomaswaldau in Schlesien fanden Ortsbewohner in der Besitzung des Landwirts Hermann Hoffmann dessen Ehefrau und den Sohn erschlagen auf. Der Ehemann Hoffmann war zunächst nicht aufzufinden. Nach einigem Suchen entdeckte man den Landwirt in der Scheune seiner Besitzung erhängt. Es wird vermutet, daß der Ehemann in der Nacht seine Frau und seinen Sohn in einem Anfall von Wahnsinn erschlagen und dann Selbstmord durch Erhängen verübt hat. Rumänisches Städtchen in Flammen Bukarest, 14. April. Das rumänische Städtchen Pascain steht seit Freitag nacht in Flammen. Die vorhandenen Löschmittel genügten nicht, um das Feuer einzudämmen. Der Brand breitete sich im Laufe der Nacht über ganze Straßenteile aus. Bis Samstag waren über 50 Häuser zu Asche geworden. Da auch die Telephonleitungen zerstört sind, fehlen augenblicklich noch Angaben über die weiteren Ausmaße der Katastrophe und Einzelheiten über Opfer an Menschenleben. Im Laufe der Nacht haben sich in Pascain Szenen der Verzweiflung und des Grauens abgespielt. Sämtliche Feuerwehren aus der Umgebung wurden nach Pascain entsandt, Gc Anglück bei einer Hausdesinfizierung London, 14. April Ein schweres Unglück ereignete sich am Samstag früh in der englischen Garnisonstadt Aldershot. Dort waren auf Veranlassung der städtischen Bebörden vier Häuser mit Rauchgasen desinfiziert worden. Allem Anschein nach ist nun den Bewohnern die Rückker in die Häuser gestattet worden, bevor die giftigen Gase völlig abgezogen waren Das Ergebnis dieser Unbedenklichkeit war verheerend. Am Samstag früh waren zwei Kinder tot und zehn weitere Personen mußten ins Krankenhaus gebracht werden, wo sie in bedenklichem Zustande daniederliegen. Vor den fraglichen Häusern spielten sich bei dem Abtransport der Gasveraifteten herzzerreißende Szenen ab. * Ei OstEin Stimmungsbild von der am Samstag abgeschlossenen und vom RSKK. veranstalteten C preußenfahrt. Ein Wagen ist auf einer grundlosen Straße im Jo., Heugr####chlieben und bedient sich nun der Hille des„Hafermotors" um wieder flott zu werden. Ueberd en ist auf einer grundlosen Straße im Morast stecken gebliehe. „Misermoldrs“, um wieder stoll zu werden, never den Herninf der Fahrt berichtet der Sportteil. Reichsminister Darré eröffnet die Berliner Blütenschai Erhatter die Liedr zulBiline! Der Gartenbau ein Bindeglied zwischen Stadt und Land Berlin, 14. April. Die Deutsche Frühjahrsblumenschau Berlin 1935 wurde am Samstag mittag in der Ausstellungshalle 1 am Kaiserdamm durch Reichsminister Darré eröffnet. Die einzigartige Schau sou dem deutschen Menschen Mittler sein zu dem unerschöpflichen Reichtum und Lebenswillen, der in der Pflanze und, ihrem Lebensraum überzeugend zum Ausdruck kommt. Die Eröffnungsfeier fand in Anwesenheit zahlreicher in= und ausländischer Ehrengäste statt. Nachdem die Ouvertüre zur Oper„Oberon" verklungen war, nahm Stadtrat Pfeil, der Dezernent der Reichshauptstadt für Gartenbau, das Wort zur Begrüßungsansprache. Als besonderen Wunsch der Stadt Berlin für diese Ausstellung bezeichnete es der Redner, daß die schönen Beispiele gärtnerischer Blumenkunst eine besondere Anregung und Förderung sein möchten für die Bestrebungen, die Arbeitsstätten für die großstädtischen Arbeiter, Angestellten und Beamten zu verschönen, wie es sich das Amt für Schönheit der Arbeit in der Deutschen Arbeitsfront als besondere Aufgabe und besonderes Ziel gesteckt hat. Werde dieser Zweck neben der anderen Aufgabe dieser Ausstellung, der Förderung des deutschen Gartenbaues, erreicht, so werde damit der Erfolg der Ausstellung gesichert sein. Reichsminister und Reichsbauernführer Darré. Es folgte die Eröffnungsansprache des ministers und Reichsbauernführers R. Walther Darré. Der Minister bezeichnete es einleitend als einen glücklichen Gedanken der Deutschen Gesellschaft für Gartenkultur und des Berliner Ausstellungs= und Messeamts, mit der großen Ausstellung vom„Wunder des Lebens" eine Frühjahrsblumenschau zu verbinden. Es bestehe aller Anlaß, in Stadt und Land das gartenkulturliche Leben als ein wertvolles Teilstück unserer deutschen Kultur überhaupt zu pflegen. In glücklichster Weise könne der Gartenbau Bindeglied zwischen Stadt und Land sein. Die Grundlage nationalsozialistischer Bauernpolitik sei das Streben, den Blutquell unseres Volkes rein und gesund zu erhalten. Das Versickern dieses Blutstroms in den Städten nach Möglichkeit aufzuhalten, könne nur geschehen, wenn in den Städten gesündere Lebensverhältnisse geschafft würden. Zur Durchführung aller dieser Ziele und Aufgaben sei ein starker Gartenbau unentbehrlich. So sei es selbstverständlich gewesen, den Gartenbau in den Reichsnährstand hineinzunehmen. Der Gartenbau im Rahmen der Erwerbszweige. Im Rahmen der Erwerbszweige nehme der Gartenbau eine besondere Stelle ein. Besonders wertvoll mache ihn die Tatsache, daß die Arbeitsintensität fast ausschließlich auf menschlicher Arbeitskraft beruhe. Der Gartenbau könne schon auf kleinsten Flächen Familien erhalten und dazu noch fremden Arbeitskräften Lohn und Brot geben. Wenn man sich entschlossen habe, auch dem Gartenbau im Hinblick auf die B deutung seiner Aufgaben und auf seine besonders starke Abhängigkeit vom Marktgeschehen die Möglichkeiten zur Marktordnung zu geben, so werde erwartet, daß diese Marktordnung eindeutig unter dem Gesichtspunkt, der Bedarfsdeckungswirtschaft erfolge. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen begrüßte es Reichsminister Darré besonders, daß die Deutsche Gesellschaft für Gartenkultur nun auch in gemeinsamer Arbeit mit der Deutschen Arbeitsfront durch deren Amt für Schönheit der Arbeit dem deutschen Gartenbau ein besonders dankbares Arbeitsfeld zu erschließen beginne, dessen Bedeutung für die geistige Einstellung unserer werktätigen Volksgenossen noch nicht zu übersehen sei. Das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied bildeten den Ausklang der Feier. Nach einem Rundgang unter sachkundiger Führung öffneten sich die Pforlen der Ausstellung für das Publikum. Shell=Großtanker in Kiel in Dienst gestellt. Das dritte der durch Vermittlung der„Rhenania"Ossag(Shell für die Anglo=Saxon=PetroleumCompany=London) in Deutschland erbaute 12 300Tonnen=Großtankschiff„Gadila“ wurde am Samstag nach Beendigung der Abnahmefahrt von der Gesellschaft übernommen und nach feierlichem Flaggenwechsel in Dienst gestellt. Gute Kundschaft Dr. Schacht über die deutsch=südamerikanischen Wirtschaftsbeziehungen. Hamburg, 14. April. Auf der Jahresversammlung der Freunde des Ibero=Amerikanischen Instituts in Hamburg hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht eine Rede, in der er sich mit einigen grundsätzlichen für die Zukunft der Weltwirtschaft und der deutschen Beziehungen zu Südamerika wichtigen Fragen beschäftigte. Dr. Schacht führte hierbei folgendes aus:„Ich lasse die Frage offen, wann wir endlich zu einem definitiven neuen Start der Weltwirtschaft nach oben gelangen werden. Eines aber ist klar, wir werden nie dahin kommen, wenn wir der Entwicklung tatenlos zusehen. Diese Erkenntnis drückt der Wirtschaftspolitik des nationalsozialistischen Deutschlands ihren Stempel auf. Aktives Zupacken statt passiven Abwartens ist unsere Losung. Auf dem Gebiete der internationalen Wirtschaft freilich sind wir auf ausländische Partner angewiesen, die von dem gleichen Bestreben nach wirtschaftlichem Wiederaufbau beseelt sind wie wir. Wir haben solche Partner, wie die uns aufgenötigten handelsfeindlichen Clearingverträge deutlich zeigen, auf unserem Kontinent leider noch nicht finden können. Wir haben sie aber in Latein=Amerika in einem Ausmaße gefunden, das für beide Teile neue, erfolgversprechende Möglichkeiten eröffnet. Der Handel Deutschlands mit Latein=Amerika entspricht auch heute noch weitgehend den Voraussetzungen, auf denen sich die Weltwirtschaft der Vorkriegszeit aufgebaut hatte, er beruht auf durchaus natürlichen Grundlagen. Die Partner sind aufeinander angewiesen und an ihrem gegenseitigen Wohlergehen interessiert. Sie in Latein=Amerika schätzen uns Deutsche als Abnehmer Ihrer zahlreichen Naturprodukte, die uns fehlen, die wir aber nicht entbehren wollen. Wir Deutschen umgekehrt haben in Ihnen einen wertvollen Kunden für zahlreiche technische und chemische Fertigwaren, die wiederum bei Ihnen nicht hergestellt werden. Dieses natürliche Verhältnis wird weder von politischen Spannungen gestört noch durch nennenswerte Verschuldungsprobleme belastet.“ Aus Wentrmen N chsyiel zum Depahesm Zusammenbruch unglaublicher Weise drangsolierte und ausNachspiel zum Bebaheim=Zusammentrach Mülheim=Ruhr, 14. April.„In, einer Gläubigerversammlung der Baugenossenschaft des Deutschei Evangelischen Volksbundes, der im August 1931 im Zusammenhang mit dem Devaheim=Zusammenbruch Deutschland großes Aufsehen erregte, wurde vom Konkursverwalter über den Stand der Liquidation des Unternehmens Bericht erstattet. Danach sind von den zuerst angemeldeten 1585 Forderungen im Gesamtwerte von 32,7 Millionen RM. bisher 634 Forderungen über 15,3 Millionen RM. anerkannt worden. Aus Versteigerungen usw. sind noch etwa 2 Pilliongn, Rwe. zu erwarten. Im ganzen werden also 11,0 Minionen RM. zu berücksichtigen sein, so daß bei einem Barbestand von 510000 RM. eine Quote von nur 2/9. Pro; zent zur Verteilung gelangen, kann. Da der monrurs sich noch mehrere Monate hinziehen wird, soll jetzt schon eine Teilquote von 2 Prozent ausgeschüttet werden. Es sind noch bebaute Grundstücke im Werte von 16 000 RM. auszustoßen. Mehrere Hypotheken im Werte von 16000 RM. sollen im Grundbuch gelöscht werden. Die ungesicherten Forderungen machen 250000 RM. aus, die, da sie als uneinbringlich bezeichnet werden, vollständig niedergeschlagen werden sollen. Aus dem Hilfewerk für arme Baugenossen sind der Konkursmasse 138000 RM. zugeflossen. Es ist ein Vergleich zustande gekommen, daß auf Grund der Einzahlung dieses Betrages die Konkursverwaltung auf die Einziehung der 500 RM. Haftsumme pro Mitglied Verzicht leistet. (Die Baugenossenschaft hatte auch eine Ortsgruppe in Bochum=Weitmar, deren Mitglieder ebenfalls zu den Leidtragenden gehören.) Kölner Betriebsführer wegen unsozialen Handelns festgenommen Wer sich an der Ehre deutscher Arbeiter vergreift, wird gebrandmarkt. NSK Köln, 18. April. Der Betriebsführer des Restaurants Schmid am Dom, Max Otto Schmid, ist wegen unsozialen Verhaltens seiner Gefolgschaft gegenuber von der Staatspolizeistelle festgenommen worden. Veranlassung hierzu gab die Tatsache, daß Schmid seit Monaten seine Angestellten in geradezu Anntaublicher Teise Frungfalterte, und, ausnutzte. Vor einigen Tagen nun erlitt ein 60jahriger Kellner, ein anerkannt tüchtiger Facharbeiter, infolge der dauernden Drangsalierung— Schmid hatte diesen Mitarbeiter auch in der Berufsehre gekränkt, indem er ihn monatelang bis zu 18 Stunden lang täglich mit Geschirrputzarbeiten beschäftigte— einen zusammenbruch, was die sofortige Ueberführung in ein Krankenhaus notwendig machte. Eine traurige Folgeerscheinung war, daß der Kellner außerdem von der Gelbsucht befallen wurde. Als nun der unverschämte Unternehmer die Stirn hatte, diesem an Körper und Seele gebrochenen Menschen die Kündigung in das Krankenhaus zu schicken, griff die Geheime Staatspolizei auf Ersuchen der Deutschen Arbeitsfront uno des Treuhänders der Arbeit ein und brachte ihn zum Staatsgefängnis Klingelpüs.„7tun, gzin—NachDiesen Vorfall hat die Gauwaitung Koin—nachen der Deutschen Arbeitsfront, Fachgruppe Gaststättengewerbe, zum Anlaß genommen, die im Gang befindliche Kontrolle sämtlicher Betriebe im Gau verstärkt fortzusetzen, damit ein für allemal die Mißstände verschwinden, die immer wieder Anlaß zu Unzufriedenheiten in den Gefolgschaften geben. Vom Waschmaschinendeckel erschlagen! Lenningsen, 14. Avril. In dem hiesi Wille war am Freitag 44lhigg.. Die Klärchen,„sah der Mutter beim, Waschen Lenningsen, I8. upem. 2 nldem Wnigen Haushalt Treitag Waschtag. Die stevenjagrige Klärchen sah der Mutter beim Waschen zu. Als die Mutter sich für kurze Zeit entfernte, steckte das Kind neugierig den Kopf in die Waschmaschine. In diesem Augenblick schlug der Deckel zu und traf das Kind so unglücklich, daß der Arzt leider nur noch den Tod feststellen konnte. Vom Baumstamm zu Tode gedrückt. In der Leimbach bei Niederdielsen ereignete sich ein bedauerliches Unglück. Mehrere Bäume, die man bis zur Abfuhr aufgestapelt, aber leichtsinnigerweise nicht gesichert hatte, gerieten plötzlich ins Rollen. Ein achtjähriger Schuler wurde von einem schweren Baumstamm erfaßt und zu Boden geschleudert. Es konnte nicht mehr verhütet werden, daß der Stamm über den Jungen hinwegging. Die schweren Verletzungen führten den alsbaldigen Tod des Knaben herbei. Vallle in die Wen Beim Spielen von Sandmassen verschüttet. In Charlottenburg ereignete sich Freitag nachmittag ein schwerer Unglücksfall. Auf einem unbebauten Grundstück bauten mehrere Knaben einen Unterstand. Plötzlich gaben die oberen Sandmassen beim Spielen nach und begruben einen 13jährigen Schüler. Die Feuerwehr konnte den Knaben zwar bald bergen, doch hatte er so schwere Verletzungen erlitten, daß er im Krankenhaus bald nach seiner Einlieferung starb. Einige andere Jungen erlitten leichtere Verletzungen. Schweres Kraftwagenunglück bei Schleswig. Auf der Flensburger Landstraße bei Ruhekrug fuhr ein von Flensburg kommender Kraftwagen, der einen Radfahrer überholen wollte, beim Ausweichen mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometer gegen einen Baum und überschlug sich. Der Führer des Kraftwagens, Hauptmann a. D. Ortmann aus Gronenberg bei Lübeck, starb bald darauf im Krankenhaus. Eine Frau wurde schwer, ein junger Mann leicht verletzt. Riesenlawine am Watzmannkar. Ein riesiger Schneeabbruch, wie er nur nach besonders schneereichen Wintern erfolgen kann, ging über die ganze Breite des Watzmannkars nieder. Der Abbruch ist vom Tal aus mit freiem Auge zu sehen. Man schätzt die abgerutschte Schneemasse auf 300 000 Kubikmeter und das Flächenausmaß der Grundlawine auf 100 000 Quadratmeter. Dem ehemaligen Südtiroler Abgeordneten Freiherr von Sternbach, der zu zwei Jahren Verbannung verurteilt wurde, ist als ständiger Aufenthaltsort das Dorf Petralia Soprana in der Provinz Palermo auf Sizilien angewiesen worden. Der Verurteilte ist bereits abtransportiert worden Seine beiden Söhne wurden amtlich darauf aufmerksam gemacht, daß sie für jede Kundgebung persönlich haftbar gemacht würden. Die„Letitia“ wieder flott. Der am Donnerstag im Golf von Patras auf Grund geratene britische Vergnügungsdampfer„Letitia“ (13000 Tonnen) konnte am Samstag früh wieder flott gemacht werden. Allem Anschein nach ist das Schiff unbeschädigt. Sad Aeblchahr Seite 11 Nr. 89 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April 1933 Anerhattuug Die Gemeinsckaltskücke Von Geotg bllühlen-Schutte Die Großwohnung ist in zwei Mittelwohnungen geteilt. Die beiden Mittelwohnungen haben eine Gemeinschaftsküche. Arnolds, die früheren Inhaber der Großwohnung, haben sich auf die eine Mittelwohnung zuruckgezogen. Die andere Mittelwohnung ist vor einigen Wochen vermietet worden. Die neuen Mieter, gewisse Hammerschmidts, sind jetzt zugezogen. Sonntag: Herr Hammerschmidt sitzt am Eßzimmertisch. Frau Hammerschmidt, mit einer Suppenschüssel zwischen den Händen, kommt freudestrahlend aus der Gemeinschaftskuche. Während das Ehepaar ißt, erzählt Frau Hammerschmidt: „Wir haben wirklich Glück gehabt, Max. Die Arnolds sind reizende Leute. Stell dir vor, sie hatte gerade die Pfanne auf dem Feuer, als ich reinkam. Sosort hat sie die Pfanne runtergenommen und mir den Herd eingeräumt. Sie sagte, bei ihr käme es heute nicht so drauf an, wann sie fertig würde; ihr Mann speiste mit dem Präsidenten des amerikanischen Cornedbeeftrusts im Adlon. Scheinen sehr wohlhabende Leute zu sein, die Arnolds. Auto haben sie auch. Eine hundertpferdige Limousine. Frau Arnold sagte, ihr Mann wollte jetzt eine zweihundertpferdige anschaffen, aber sie hätte abgeraten. Ach, und ein entzückendes Kind haben sie. Ein Mädchen. Fünf Jahre alt. Sieht aus wie ein Engelchen. Und so gut erzogen. Machte gleich einen tiefen Knicks, als sie mich sah. Schmeckt dir eigentlich die Suppe? Stell dir vor, ich hatte doch keine Brühwürfel— sofort bringt mir Frau Arnold eine ganze Dose voll an. Wirklich eine ungewöhnlich sympathische Frau...“ Montag: .. Ich bin neugierig, was du zu dem Blumenkohl sagen wirst, Max. Er ist auf Schweizer Art zubereitet. Frau Arnold hat mir das Rezept gegeben. Sie hat es sich bei ihrem diesjährigen Frühjahrsaufenthalt in Locarno von dem Hotelkoch verraten lassen. Die Leute leben, fahren im Frühjahr nach der Südschweiz. Unsereins ist froh, wenn er an seinen Hyazinthen riechen kann. Ich habe übrigens Frau Arnold einen Stich Butter abgegeben. Sie hat mir gestern mit den Brühwürfeln ausgeholfen, und ich möchte nichts auf mir sitzen lassen...“ Dienstag: .. Es ist heute ein bißchen später mit dem Mittagessen geworden, Max. Als ich in die Küche kam, hatte Frau Arnold gerade einen Topf mit grünen Bohnen aufgesetzt, und ich wollte sie nicht verdrängen. Weißt du übrigens, wieviel Hammelfleisch die zu den Bohnen nimmt? Ein halbes Pfund. Sie sagt, ihr Mann mache sich nichts aus Hammelfleisch. Aber dann könnte sie ja was anderes kochen, nicht wahr. Werden es wohl doch nicht so dicke haben. Sie ist eine nette Frau, aber sie färbt sich. Was sagst du dazu? Ich habe es deutlich gesehen, während sie am Herd stand. Der Dampf stieg ihr ins Haar, und da rann ihr ein dicker Tropfen roter Tusche über die Stirn. Ich hätte schreien können...“ Mittwoch: „... Wie meinst du, Max? Die Reissuppe ist fade? Ja, ich habe nämlich Frau Arnold mein letztes bißchen Fleischertrakt gegeben. Stell dir vor, sie hat mich wegen eines Eigelbs gemahnt, das sie mir gestern überlassen hatte. Ich fand ihre Art ein bißchen merkwürdig, muß ich sagen. Ich meine, sie hat neulich ein großes Stück Butter von mir gekriegt. Damit waren die beiden Suppenwürfel und das Eigelb dreifach bezahlt. Aber ich möchte keinen Mißton in unser freundschaftliches Verhältnis bringen, deshalb habe ich stillschweigend noch den Fleischextrakt hergegeben.“ Donnerstag: Wunderst du dich nicht, Max, daß das Essen schon auf dem Tisch steht? Diesmal habe ich eine Stunde früher mit dem Kochen angefangen. Wie komme ich denn dazu, immer zu warten, bis Frau Arnold fertig ist, nicht wahr? Die feine Dame erschien gerade, als ich die Küche verlassen wollte. In einem gelbseidenen Pyjama kommt sie in die Küche! Sah aus wie ein großer Pudding. Die Lieselotte war bei ihr, und nun stell' dir vor, Max— stemmt doch das Kind beide Hände in die Seiten und sagt zu mir:„Frau Hammerschmidt'n, wann kriegen wir'n eigentlich unser Ei wieder?“ Am liebsten hätte ich der Göre eine runtergehauen, aber ich dachte mir: Sei still! Schließlich, die Leute haben's vielleicht nötig. Er handelt mit Faßseife. Gestern sah ich seine Limousine vor der Tür. Ein einfacher Lieferwagen, der Sonntags auf Rolls Royce frisiert wird. Macht den Eindruck einer aufgestockten Schiebekarre und riecht penetrant nach ieselfeld. Nicht für einen Armvoll neuer Hüte würde ich mich da reinsetzen...“ Freitag: „... Ich bin ein bißchen echauffiert, Max. Wie ich um zehn Uhr in die Küche komme, da ist die Arnoldsche schon am Kochen. Sie hätte heute Gäste, sagte sie, und vor zwei könnte ich nicht an den Herd ran. Ich machte sie darauf aufmerksam, daß du um eins zu Tisch kämst. Du wärest an pünktliches Essen gewöhnt, und ich müßte sie bitten, sich zu beeilen oder aber mit ihren Gästen bei Adlon zu speisen. Darauf schob sie ihre Töpfe beiseite und sagte:„Dann kochen Sie man erst Ihren Fraß!“ Damit nicht genug, schloß sie ihren Eierschrank ab und steckte den Schlüssel ein. Eine ordinäre Person. Ich habe sie von Anfang an durchschaut Samstag: Entschuldige, daß das Essen nicht mehr ganz warm ist, Max! Ich habe nämlich eine Auseinandersetzung mit der Arnoldschen gehabt. Sie fing wieder von ihrem Eigelb an, weißt du. Grenzt schon aus Krankhafte. Ich hielt ihr entgegen, sie hätte mir ja auch noch nicht meine Butter zurückgegeben. Da lachte sie ganz höhnisch: Von Butter könnte wohl keine Rede sein: wahrscheinlich sei es Hundefett gewesen; jedenfalls hätte ihr Mann danach ein komisches Bellen im Magen gekriegt. Da sagte ich ihr, wir könnten es uns Gott sei Dank leisten, in reiner Butter zu kochen: das Bellen würde wohl damit zusammenhängen, daß Regierungsrats im ersten Stock seit ein vaar Tagen ihren Dobermann vermißten: der Arnoldsche Filetbraten am Montag habe mir gleich so merkwürdig ausgesehen. Da sagte sie, das Huhn, das wir gestern hatten, sei wohl eine diebische Elster gewesen, denn sie vermißte einen silbernen Teelöffel. Da sagte ich, wenn ich noch einmal an meinen echt Meißner Tassen einen ihrer schmutzigen Daumenabdrücke fände, dann würde ich zur Reibkeule greifen. Da sagte sie...“ Sonntag: „... Wir müssen heute auswärts essen, Mar, Stell dir vor, die Canaille, die Arnoldsche, hat heimlich zwei Hände voll Salz an unser Frikassee getan. Du kannst aber ganz getröstet sein—, ich habe dafür ihren falschen Hasen zum Fenster rausgeschmissen.“ „Die GZtücke... von Zudwis Eberkein Links— Rechts der Brückenbogen ins Schwingen kommen und sogar einstürzen könnte. Ich hatte an eine solche Möglichkeit niemals geglaubt, die Vorschrift gilt wohl auch nur, um unnötige Erschütterungen zu vermeiden. Aber im Krieg glaubt man ja an das Unmögliche, und als die erste Reihe unserer Kolonne die Brücke erreicht hatte, schrie ich in einer blitzartigen Eingebung aus Leibeskräften:„Achtung!“ Allen riß es die Köpfe hoch so laut hatte Petermann das Kommando gerufen. Nach zwei tiefen Zügen aus seiner Pfeife fuhr er ruhig fort:„Es gibt keinen echten Soldaten, dem dieses Kommando nicht die Beine zum Parademarsch hochreißt. Vielleicht war es auch eine Gedankenübertragung, die meine Kameraden sofort verstehen ließ, was ich wollte und uns sekundenschnell zu einer Maschine zusammenschweißte. Dröhnend krachte der erste Paradeschritt auf die Brückenbohlen, wie ein Stampfhammer fielen fünfzig eisenbeschlagene Kommißstiefel nieder. Links— rechts— links— rechts— blöde glotzte die russische Begleitmannschaft, einer brachte sein Gewehr in Anschlag— links— rechts— wir sahen nichts, stampften wie eine Lokomotive— die Knie schmerzten— links— rechts— jetzt waren wir in der Mitte— die Brücke begann zu schwingen— Kolbenstöße flogen uns ins Kreuz— links— rechts— links— rechts— es krachte— dröhnte— splitterte.“ Petermann hielt aufatmend inne. Man hat mich später bewußtlos aus dem Wasser gefischt— hundert Meter unterhalb der eingestürzten Brücke. Die Hälfte meiner Kameraden war ertrunken— im Paradeschritt waren sie in den nassen Tod marschiert. Ich selbst kam nach Sibirien, oft war ich in diesen drei furchtbaren Jahren nahe am Verzweifeln. Aber immer wieder fand ich die Kraft zum Durchhalten in der Erinnerung. Und wenn ihr einmal glaubt, es ginge nicht mehr weiter, dann denkt an die hundert deutschen Soldaten, die eine Brücke in Grund und Boden stampften. Man kann alles— wenn man Glauben und Willen hat!" Hell blitzen die Spaten über den Köpfen der jungen Männer, die durchs Moor marschieren. Sie haben einen harten Arbeitstag hinter sich— sieben Stunden graben in schwüler Hitze, das dörrt die Kehlen aus und macht die Glieder steif und schwer. Aber die Augen blicken froh über das Land, dem ihr Fleiß täglich neuen Boden abgewinnt. Bald werden hier Kornfelder reisen, und dann fällt auch die Brücke, die jetzt noch über den sumpfigen Moorgruben zur Dorfstraße führt. An der Spitze der Kolonne geht Petermann. Früher war er aktiver Unteroffizier gewesen— jetzt ist er Lagerführer in der freiwilligen Arbeitsarmee, und die Jungen folgen gerne dem Befehl des ernsten, wortkargen Mannes. Sie sind ihm nicht gram, wenn er gelegentlich ihren Uebermut bremst und nur selten ein Scherzwort übrig hat, weil sie wissen, daß er hinterm Stacheldraht eines russischen Gefangenenlagers in drei endlos langen Jahren das Lachen verlernte. Vor der Brücke hebt Petermann den rechten Arm hoch. Sofort klingt der Marschrhythmus ab und die schweren Arbeitsstiefel klappern unregelmäßig über die Bohlen der Holzbrücke. „Eigentlich Quatsch, daß man nicht im Gleichschritt über die Brücke gehen darf“, meint Hans halblaut zu seinem Nebenmann. Er ist Jurist im zweiten Semester und kann die Logik von Petermanns täglichem Befehl nicht ganz verstehen.„Oder glaubst du etwa, die Brücke würde einstürzen...“ „Wenn sie morsch ist schon“ gibt Fritz zur Antwort. Als Techniker weiß er auch etwas von Schwingungen, die durch den Marschrhythmus entstehen, aber weil er zu faul ist, spricht er nicht weiter. Er denkt lieber daran, daß es in einer halben Stunde Knödel mit Sauerkraut gibt, dazu für jeden einen halben Liter Buttermilch. Nach dem Abendessen sitzen alle in dem großen Gemeinschaftssaal zusammen. Sie lesen, rauchen, einer zupft auf einer Mandoline und summt ein Liedchen vom fernen Lieb dazu. Da sagt plötzlich Petermann mit seiner tiesen Stimme:„Rückt einmal näher, Jungens, ich will euch was erzählen— aus dem Krieg.“ Die Mandoline verstummt, Bücher klappen zu, und dann beginnt Petermann, von einem Halbkreis junger Menschen umgeben, seine Geschichte: „Es war im Spätherbst 1915, an der Ostfront. Ich hatte mit sechs Mann meiner Kompagnie den Befehl, mich hinter die feindliche Stellung zu schleichen und dort eine Brücke zu sprengen. Es stand am nächsten Tag ein deutscher Angriff bevor, und wir wollten verhindern, daß die Russen über die Brücke Nachschub bekämen. Die Aussichten für unseren Handstreich waren schlecht, und als wir uns im Nachtdunkel davonmachten, drückten uns alle die Hand. Es war ein Abschied für inmer. Knapp hundert Meter vor der Brücke hat man uns erwischt, und bevor wir noch an Widerstand denken konnten, waren wir schon von einer zehnfachen Uebermacht entwaffnet. Mit Kolbenstößen trieb man uns in einen leeren Stollen, dort mußten wir die Nacht verbringen. Als der Morgen graute, wurden wir herausgeholt. Auf der Landstraße, die ins russische Hinterland führte, stand schon eine lange Reihe von Kameraden, die bei früheren Gefechten in Gefangenschaft geraten waren. Jetzt, sollten wir gemeinsam abtransportiert werden, und zwar über die Brücke, die wir in der Nacht hatten sprengen wollen. Unsere Fäuste ballten sich vor Wut— jetzt eine Handgranate———“ Petermann machte eine kurze Pause:„In diesem Augenblick fiel mir plötzlich eine Vorschrift aus unferem Reglement ein, die verbietet, daß Marschkolonnen im Gleichschritt über eine Brücke gehen. Sie müssen verschiedenen Tritt haben, weil durch ein taktmäßiges Zweim al reingefallen Ein Theateragent kam einmal in eine kleine Provinzstadt und sah dort eine ausgezeichnete Soubrette, ohne zu ahnen, daß es die Frau des Direktors war. Nach der Vorstellung verhandelte er mit ihr:„Warum bleiben Sie bei dieser Schmiere? Ich besorge Ihnen ein erstklassiges Engagement.“ Die Soubrette lehnte lächelnd ab. Am nächsten Tag begab sich der Agent zum Direktor. Er hatte sich eine neue Taktik zurechtgelegt, um die Soubrette wegzuengagieren.„Herr Direktor, Sie haben ein famoses Ensemble, nur die Soubrette, die taugt gar nichts. Ich werde Ihnen eine prima Kraft dafür besorgen.“—„Mit Ihnen will ich gar nichts zu tun haben“, antwortete verärgert der Direktor.„Sie haben meine Bühne eine„Schmiere" genannt.“—„Aber, erlauben Sie, Herr Generalinten= dant, das kann Ihnen nur die Soubrette erzählt haben. Dieser dummen Gans dürfen Sie doch nicht alles glauben.“ Der Herr war bereits grün vor Grimm, als er zu kollern begann: Cäsar, Alexander und Hannibal? Das waren Knirpse, sage ich Ihnen, gegen Jeremias Knorpel, das einzige Genie, hochherzig, nobel und großzügig. Leider starb er zu früh!“ „Um Himmels willen, wer hat Ihnen denn solches Zeug beigebracht?“ „Seine Witwe, die ich geheiratet habe!“ „Münch. Ill.“ Tue hungeige Errrn Roman von Heinrich Luhmann 23) Jetzt ist adventliche Zeit. Ein paar Tage noch, dann strahlt das Licht der Weihnacht über die winterliche Welt. Nein, ich will nicht weiter schreiben! Jede Minute, die mir frei bleibt, will ich mit dir auf das liebe Fest warten. Ich habe es nur als Kind gekannt, als noch Mutter unsern armen reichen Baum schmückte. Der Onkel Kornelius feierte keine Feste, und der gute Thomas Riepekorn, der mich aus Barmherzigkeit zu seinem hinzuzog, geriet pflichtgemäß immer in Kaisersgeburtstag- und Sedanstimmung. Da sind mir später in meinen Studentenjahren ein paar einsame Tage im Gebirge, wenn ich aus dem Jubel der anderen floh, doch lieber geworden. Die Pappeln vor den Fenstern meiner Stube tragen die flockige Last in feierlicher Ruhe, ihre stumme Schwermut, die oft auf mich übergeht, ist weiß und licht verhangen. Du singst liebe alte Lieder, aus denen fromme Sehnsucht kindergläubig klingt. Das ganze Haus ist traulich davon. Ich stimme ein, hier in meiner Wartestube— den Kuhpflüger Bierbaum, der mir als letzter Patient heute ein stattliches Karbunkel vorführte, hat der Schnitt sicher weniger geschmerzt als sonst bei stummer Aufmerksamkeit. „Das lobe ich mir, Bierbaum, Ihr habt brav ausgehalten“, sage ich ihm zum Schluß. „Bei das schöne Singen, Herr Doktor, vergißt man auch die Pein. Et geht doch nixes über'n bißchen Musik bei's Operieren!“ Das soll mir eine Lehre sein. Freilich, das weiß ich, die Lieder werden mir ausgehen in dem furchtbaren Ernst, wenn der Tod grinsend zusieht, aber teilnehmend kann ich immer sein, gütig. Ein freundlicher Arzt ist die halbe Heilung, und ein Quentchen Güte wirkt bei dem Kranken mehr als ein Liter Medizin. Ich singe also leise mit und Thomas Riepekorn laut. Er holt den Schlitten aus der Remise, prüft das Lederzeug und schnallt die Glöckchen auf. Die klingen silbern zu seinem gewaltigen Sang von Napolium, der va im Busch herumkraufen soll in diesen friedlichen stillen Tagen. Die fromme Nachbarwittib Huffelmann, die hinter ihrem Hause reine Bahn fegt, verweist es ihm dann auch über die Hecke her. „Pfui ajesses“, schimpft sie,„is das von dem alten Heidenkerl ein christlich Lied? Man sollte meinen, der wilde Hochjäger schnaubt schon durch die Luft, solch ein sündhaftes Toben ist's, zwei Tage vor'm Christfest.“ Der vierte Kürassier aber kapituliert durchaus nicht vor diesem besenkratzigen Angriff. Im Gegenteil, er singt und klingelt tapfer weiter. Die kurzen Pausen aber füllt er taktvoll aus, indem er mit der freundlichsten Miene über die Nachbarhecke ins unnütze Schneefegen lächelt: „Es regnet Euch ins Heu, Huffelmannsche! Do hiärt'n Uhl stätten!“ „Schadet nix“, entgegenet sie spitz.„Ihr kriegt's nich in die Raufe, und andere Esel fressen's schon!“ Das ist kräftig. Thomas Riepekorn schweigt eine Weile, dann aber gibt er als der Klügere nach— aber ist es nicht ein neuer Angriff, wenn er sein Leib= und Magenstück trompetet, den Hohenfriedberger Marsch? Die Wittib Huffelmann pariert mit Frömmigkeit und singt mit hoher heller Stimme aus dem Gesangbuch dazu. Es ist ein sehr wirkungsvolles Duett, das mir hier vorgeführt wird. Wenn ich nach ihm den Grad der Liebe diesseits und jenseits der Hecke bestimmen wollte, müßte ich beträchtlich unter Null bleiben. Nun weiß ich aber, daß diese feindliche Nachbarschaft innerlich um vieles anders aussieht, als sie sich äußerlich gibt. Ich habe es der tüchtigen Stina auf Haus Brok wohlweislich nicht verraten, daß die Wittib Huffelmann eine Zeitlang glaubte, dem vierten Kürassier ihr Herz und die vierzehn Morgen Kuhland antragen zu müssen. Daß er seinem alten Regiment treu blieb und nicht desertierte, hat ihm den Respekt des Doktors Algermissen eingebracht und fünfzig Prozent Aufwertung seiner Leibzucht. Die Nachbarwitfrau hinter der Hecke aber straft den Treuen seitdem mit all den kleinen Liebenswürdigkeiten, die eine verschmähte Liebe eingeben kann. Freilich strickt sie ihm jetzt zum Fest— ohne, daß er es merkt, wie mir Beate verriet— ein paar neue Vormoggen mit Perlen. Thomas hingegen hat für ihre sechs Kinder— ebenfalls, ohne daß sie es merkt, wie ich zufällig weiß— seine Gaben im Kaffer bereitliegen, wunderbare Sachen: Säbel und Trommel natürlich, trotz Pazifismus, die Arche Noah, Mundharmonika, eine redende Puppe, einen Teufel in der Schachtel, und für die zungenfertige, sangestüchtige Witib selber, o Trefflichkeit— ein neues Gesangbuch mit Noten. Ja, ja das Schenken dieses erste Jahr, Beate! Woher hast du nur gewußt, daß ich mir gerade dieses in heimlichen Gedanken gewünscht hatte, und jenes erst woran ich gar nicht dachte, das dann aber herreich war? Erlaß es mir, hier niederzuschreiben, welche Torheiten ich begangen habe in der Auswahl für dich, wie namenlos dumm das gewesen ist, was ich erstand — wie konntest du dich nur über diese Unmöglichkeiten, die man mir Ahnungslosen aufschwätzte, freuen? Ach, das Schenken— den ganzen letzten Morgen vor dem Fest habe ich mit dir im Schlitten verfahren müssen. Ich selber mußte kutschieren, damit Thomas Riepekorn deine Güte, die da ihre stillen Feste feierte, nicht an die große Glocke bringe. Woher kanntest du um alles in der Welt nur die Alten und Armen, die Kranken und Bresthaften, die Witwen und Waisen? Es ging weit über meinen Patientenkreis hinaus, und wenn ich nicht am Ende die Braunen auf den Heimweg gebracht hätte, möchte es bis zur Ucht gedauert haben. Und dabei hast du dich an mich gekuschelt und mit wirklicher Sorge gefragt: „Bist du böse, daß ich es tat? Ich bin so glücklich, da mußte ich andern auch ein wenig geben?" Törichte, kleine Frau— wie kannst du fragen? Wir fuhren durch den verschneiten Wald. Die Tannen konnten die weiße Last kaum tragen. Aber sie hielten ehrfürchtig still und regten keinen Wipfel. Zur Linekn tat sich ein Tal auf, ein paar Hütten lagen im Grunde, ganz verwunschen, und als aus einem Schornstein Rauch aufstieg, war es fast unwirklich in dieser märchenhaften Entrücktheit. Nicht einmal die Hufe unserer Pferde störten den Frieden, die Glöcklein am Lederzeug mit ihren silbernen Stimmen gehörten ganz in diesen weißen Traum. Ich sollte böse sein? Ach du, ich war stolz auf dich. Aber ich habe es nicht verraten. Und als wir auf der Haarhöhe waren, ehe der Weg ins Dorf abbiegt, habe ich gehalten. Da lag unten die Stadt, am Mondberg vorbei, das Schleddensiepen hinab glitt unser Blick in die Tiefe. Die Türme standen zusammengedrängt, weiße Priester über dem knienden Volk der Häuser. Es war lange über Mittag hinaus, und nun huben mit einem Male die Glocken zu läuten an. Eine milde Freude sang aus ihnen, kein hallender Jubel. Wie sachte goldene Tropfen regnete es in den Schnee. Es hat uns still und andächtig gemacht. Als wir auf dem Hofe ankamen, war dort schon Feierabend. Thomas Riepekorn trug gerade eine Harke auf den Acker am Hause und legte sie mit dem Rücken nach oben hin „Damit er sich setzen kann und Ruhe hat, diese eine hochheilige Nacht“, sagte er. „Wer, Thomas?“ fragtest du. „Er— der ewige Jude“, entgegnete der Alte fest und gläubig, während er schon abschirrte, damit auch die Tiere ihre Ruhe erhielten, die schon gegen die Sitte von Vierhochzeiten zu spät begann. Als wir dann eintraten in unsere Weihnachtsstube, faßtest du meine Hand. „Nächstes Jahr ist die Freude doppelt“, hast du gesagt. Deine Augen leuchteten. * Es wurde Mai, die Berge hoben sich blühend ins goldene Licht, die fernsten Täler leuchteten, Haus Brok lag wie eine schimmernde Perle im grünen Meer. Sehr oft diese duftendenen, immer noch herben Vorsommerabende kam Hubertus zu uns herab. Ich sah ihn vom Fenster meiner Stube aus den Berg niedersteigen. Der Hang zum Dorfe abwärts trug offene Felder, eingespannt in den weiten Rahmen grüner Tannenwälder, der ganze Abstieg lag vor mir, ich erfaßte mit Freuden das Bild des rüstigausschreitenden stattlichen Freundes. Er ging mit dem Hute in der Hand, die braune Hexe aus dem Forsthaus umsprang ihn. So sehe ich ihn immer vor mir, hoch, schlank und kühn. Die Sonne des sinkenden Tages goß ein mildes Licht aus. Auf den Feldern schwoll die grüne Saat und wuchs täglich höher. Wir saßen hinternach in meinem Zimmer und erzählten von dem Tage. Ich kannte das Dorf, in dem Hubertus nun wohnte, es lag tief im Gebirge, die letzte Siedlung, die in dieser Entlegenheit und Höhe zu gründen gewagt hatte. Seine Bewohner, Forstbeamte, Holzarbeiter und ehemalige Kohlenbrenner— Landwirt= schaft ließ die karge Erde kaum zu— aßen ein bescheidenes Brot. Von ihren Nachbarn in den Tälern unterschied sich das Völkchen durch eine größere Unruhe und durch rauhere Sitten. Es trug seine Leidenschaften heftiger aus, als sie, das war auch der Grund zu seinem Rückgang gewesen, der einmal zur völligen Verarmung geführt hatte. Die Holzhauer, Forsthelfer und Jäger, die sich jetzt wieder zu einer bescheidenen Genügsamkeit emporgearbeitet hatten, waren vor zwei Generationen fast noch alle Besitzer der Wälder gewesen, die sich, dem Kamme des Gebirges folgend und seine Seitentäler ausfüllend, in unabsehbare Weiten dehnen. Trunksucht, Raufgier und ein ewiges Prozessieren hatten ihre wenig ertragreichen Wälder in fremde Hände gebracht. Es war ein bitteres Los, dort Knecht zu sein, wo man einmal Herr gewesen war, immerhin mußte man es dankbar hinnehmen, von den neuen Besitzern, die sich zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen hatten, Arbeit und Brot zu erhalten. Hubertus, der Gewandte, hatte die ganze Verwaltung zu leiten. „Wildgraf und Hochjäger“, nannte ich ihn scherzend. „Schöner hättest du dir dein Leben nicht wünschen können!" „Ja, es ist eine Lust", gestand er immer wieder leuchtenden Auges.„Diese Einsamkeit, Medizinmann! In den afrikanischen Poris war es nicht herrlicher! Einmal schleppe ich dich mit hinauf auf die Kammhöhe, mache dich drauf gefaßt! Da sollst du mit mir wandern einen blauen Tag ohne Ende! Und da will ich dir die Wolken vom Himmel holen! Diese unendliche Stille, Ludwig, nur die Ozeane haben sie ähnlich groß und tief und überwältigend, wo man selber in seiner kleinen Menschenarmseligkeit wie ein Federflöckchen ist, das im Atem Gottes segeln darf. Das Schönste aber, man ist allein und ärgert sich nicht über die Tugenden der lauten Gasse. Ich wußte, wie er es meinte. Er, der Freund der Einsamkeit! „Werde nur nicht menschenscheu", lachte ich. „Dafür habe ich dich und Haus Brok“, entgegnete er ernst.„Wenn ich zu euch herniedersteige, darf ich den sanzen Wald mitbringen, allen Duft der Höhen, alle Vogellieder und alles Quellensingen. Solche Menschen seid ihr! Und Beate— Ludwig, um ihretwillen muß die Welt schön sein!“ Ich habe nichts erwidern können. Fühlte er nicht, wie er mich ins Herz traf? „Sie müßte einmal mit mir über die Höhen schreiten“, fuhr er fort.„Nicht jetzt im lauen Frühling, der ist mir in Deutschland zu überschwenglich, der weckt zuviel der süßen Wünsche, nein, im Sturm unter einem jagenden Himmel, wenn die Wälder ihre rauschenden Choräle singen!".(Fortsetzung folgt.) Seite 12 Nr. 89 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April „„* erie Oaision nach Johannes von Heinrich Schllh Die Passion nuch Bohunner von Heinrich Schütz von Frau Wie=old. Das Proaramm wurde mit bestritten vom B2M. und der Werkskapelle der Zeche In das große Bach= und Händel=Jahr, das wir in Erinnerung an die 250. Wiederkehr ihres Gebuctszagen begehen, können und müssen wir auch das Gedenken an einen deutschen Reister einschließen, dessen musikalisches Wirken ein Jahrhundert früher der Kunst der beiden Tonheroen den Weg mit bereiten half, an Schütz, der von 350 Jahren gevoren wurde. Es hat nicht erst dieses Erinnerungsjahres bedurft, sich wieder auf die bahnbrechenden und grundlegenden Werke salig eschlsgh dic wicher die Ausiäalishe iei 91t lichen Leidensgeschichte, und nicht nur der Freund oder Kenner alter Meister werden es dem Melanchtyonchot und seinem strebsamen Tirigenten gedankt haben, daß am gestrigen Sonntag Gelegenheit gegeben war, in eine stilgetreuen und vortrefflichen Wiedergabe die Schützsche Johannes=Passion kennenzulernen. Ueber die Eigenart der Passionsmusiken von Schütz im allgemeinen und über seine Johannes=Passion insbesondere ist in einem längeren Einführungsartikel dieser Stelle das Wichtigste gesagt worden. Obwohl man sich diesen Ausführungen gemäß bewußt auf anderes musikalisches Erlebnis, auf eine ganz andere Art tonlicher Sprache einstellte, mußte man sich doch erst er eine Schmucklofisgezt ziezer#ersgsgttzgg aller Mögbrache dos Zeilen jseder hrschen, Rühesuste as: „Robert Müser". Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Frau Wiegold. Sie sprach über die Tätigkeit der NS.=Frauenschaft im nationalsozialistischen Einne.„ M Motorradler schwer verunglückt. An der Gastwirtschaft Berg ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein aus der Kreyenfeldstraße kommender Lieferwagen stieß mit einem Motorradfahrer, der in Richtung Lutgendortmund fuhr, zusammen. Hierbei wurden Motorrad und Fahrer einige Meter zur Seite geschleudert. Der herbeigerufene Arzt ordnete die sofortige Ueberführung des Fahrers in Krankenhaus an. Stadtteil Langendreer Frühlingsfeier. Die Frauenschaftsgruppe„Oberdorf" veranstaltete Donnerstag abend bei Heemann eine Frühlingsfeier. Frau Telgenkemper, die Frauenschaftsleiterin, sprach zu Beginn herzliche Worte der Begrüßung. Sodann wechselten geneinsame Lieder und Gedichtvorträge miteinander ab. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag mehrerer Lieder von Schumann und Schubert durch die hiesige Sopranistin Else Ortmann. Die Solistin verfügt über eine gut durchgebildete und ausgeglichene Stimme von großer Tragfähigkeit und gewinnt sehr durch die natürliche Art ihres Vortrags. Die Begleitung lag bei Liselotte Kraiker in besten Händen. Den Beschluß des Abends bildete bei froher Kaffeestunde ein kleines Spiel der Familie Österhase, dargestellt von Kindern der Frauenschaftsmitglieder. Stadtteil Linden=Dahlbausen Gardeverein Linden=Dahlhausen. Die Interessenten, welche sich zur Teilnahme an den Garde=Jubiläums= feiern in Berlin gemeldet haben, werden gebeten, das Fahrgeld am Montag oder Dienstag(15. oder 16..), abends von 8 bis 9 Uhr, im Vereinslokal Nüllmann zu entrichten. Eine spätere Zahlung ist nicht möglich, so daß bei Nichtzahlung des Fahrgeldes an diesen Abenden die Fahrpreisermäßigung nicht gewährt wird. gleichzeitiger Zahlung des Fahrgeldes werden noch Anmeldungen zur Teilnahme an der Fahrt entgegengenommen. Geschichtstafel 1632 15. April siegte der Schwedenkönig Gustav Adolf bei Rain am Lech, nachdem er durch heimlichen Brückenschlag den nächtlichen Uebergang erzwungen, über Tilly, der tödlich verwundet wurde und am 30. April in der nahen Festung Ingolstadt starb. 1832 wurde der humoristisch=philosophische Malerdichter Wilhelm Busch in Wiedensahl in Hannover als Sohn eines Krämers gevoren, seit 1851 Schüler der Kunstakademien Tüsseldorf, Antwerpen und Munchen. Seine besondere, schon früh offenbarte humoristisch=satirische Begabung führte ihn als Mitarbeiter der„Fliegenden Blätter“ und„Münchener Bilderbogen“ zu Braun& Schneider, die 1865 seine Bubengeschichte„Max und Moritz“ erstmalig und seitdem in mehr als zwei Millionen Exemplaren und neun Sprachen veröffentlichten. Von seinen übrigen bekannten Schriften haben besonders die„Fromme Helene“ und„Abentener eines Junggesellen“ sowie der in rund 325.000 Exemplaren erschienene„Humoristische Hausschatz“ große Verbreitung gefunden.. 1915 wurde der von den Franzosen seit dem 30. März versuchte Durchbruch im Priesterwald, westlich von Pontà Mousson und zwischen Les Esparges und Combres, mit erbitterten Kämpfen um die Combres=Höhe durch die Armeeabteilung von Strantz siegreich abgeschlagen. Dei Hahnerdier von Wenmat 17 Hühnerdiebstähle gestanden Woche für Woche wurde seit längerer Zeit in lblick die Leiter vom Sturmwind umgeworfen. Sie stürzte .=Weitmar und der näheren, Umgegend in Hühnerställe sauf die bedauernswerte Frau, die so erheblich verletzt eingebrochen und ärmsten Volksgenossen die Hühner entwendet. Der schon mehrfach, darunter auch wegen Hühnerdiebstahls, vorbestrafte, im Oktober vorigen Jahres erst aus der Strafhaft entlassene Täter wurde Steue von unbeschreiblich großem Eindruck, der sich in Wie beiseintemt Wert, das soviel Erhebende desie ie ehzutzugen wäre, Chor und Solisten sind vor Im Silberkranz. Die Eheleute Knappschaftsobersekretär i. R. Karl Hellmich und Frau, Hedwig geb. Hoose, Kellermannsweg 41, feiern heute ihre silberne Hochzeit. Stadtteil Stiepel sisialischen Wissen und Können vermag dem Werk siim Sinne des Originals zu beleben. Der Bachianer aus Adel und der Kunst vielfältiger Form, Jondgrr. mitge#r Adel und der Kunst vielfältiger Form, sondern mit der schen Ausdruck wandelt. Deutlich ging von Mehrmann man ihm in den Rännerstimmen einige fisten Fügten sich seiner Direktive in bewußter Folge, Karl Wolff sang die ausgedehnte Partie des Evangelisten mit musikalisch obenswegkeztheit. In der Ehristus. partie bot uns Fritz Schäfer die an lvark betrente Helmut Echmidt mit Einfühlung. Mit dankbarem Gefühl für den nachhaltig bereichernden Abend ging man heim. Dr. Sch. Im Steinbruch verunglückt. Ein Unglück ereignete sich Samstag nachmittag kurz vor Beendigung der Arbeitszeit in einem Stiepeler Steinbruch. Der 48jährige Schießmeister Richard., Brockhauserstraße 16, wurde hierbei so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus übergeführt werden mußte. auf die bedauernswerte Frau, die so erhehlich verletzt wurde, daß man sie ins Krantenhaus bringen mußte. Stadtteil Gertbe Personalnachrichten Sonntag feierten die Eheleute Reinhold Burhenu, Herner Straße 147, das schöne Fest der silbernen Hochzeit. Helmut Bauer Robertstraße 77, hat in Dortmund die Praktikantenprüfung als Zahntechniker bestanden. Bochumer Veranstaltungen Der Gysenberger Arbeitsdienst wird verlegt. Fast 1¾ Jahr hat der Arbeitsdienst hier geschafft, da kommt die Nachricht, daß das Stammlager an der Hiltroper Landwehr verlegt wird. Zwar können die Jungens mit dem Tausch einverstanden sein, da es ins hohe Sauerland, nach Winterberg geht, aber zuvor sollen doch noch gewisse Erinnerungen, mit dem Stammlager noch gewisse Erinnerungen, mit, dem Stammlage Gysenberg verbunden werden, indem eine Osterlinde an dem großen„Mühlenteich der Gysenberger Mühle an dem großen Mühlenteich der Gysenberger gepflanzt wird, die von ausgeschiedenen hiesigen Arbeitsdienstlern in Obhut und Pflege genommen wird. Stadtteil Wiemelhausen Unglücksfall. An einem Hause an der Wasserstraße wurden Reparaturarbeiten ausgeführt. Der Schreiner hatte die Leiter an die Hauswand neben der Stalltür In den 1½ Jahren haben sie— bis zum Tage ihres Abmarsches, der am 30. April ist, gerechnet 56.000 Tagewerke vollendet und Gutes geschafft. Bellachini=Abend der NS.=Gemeinschaft.„Kraft durch Freude". Der am Samstag abend von der Ortsgruppe Gerthe der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" veranstaltete Bellachini=Abend hatte einen ausblikumserfolg zu verzeichnen Der gezeichneten Publikumperieig zu verzeichnen. Der Kalthoffsche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als Ortswart Reschen die Veranstaltung mit einem kurzen Grußwort eröffnete. Bellachini jun. führte eingangs seiner Experimentalvorträge aus, daß diese lediglich auf Fingerfertigkeit beruhen, aber die verblüffende Geschicklichkeit bei seinen Handlungen, die sich über drei Stunden hinzogen und die verschiedensten Gebiete betrafen, ließ den Gedanken an„Zauberei Stadttheater Bochum. Es sei besonders auf den heutigen Abend hingewiesen, der den neueinstudierten Schwank von Franz und Paul von Schöntbau„Der Raub der Sabinerinnen“ vorsicht. Außer den für den Gelven Ring reservierten Plätzen steyen gute Tageskarten jeder Art zur Verfügung. Die Oper stellt zu morgen erstmalig die Neueinstudierung von'Alberts„Toten Augen“ in Aussicht. Die Inszenierung von Immermanns Mythe„Merlin“ stellt ein Theaterereignis von weithin beachteter Bedeutung dar. sollte sich eine Aufführung des selten zugänglich gemachten Verkes nicht entgeben lassen. gu zthäus=Gasion van J. E. Karfreitag Aufführung der Maichaus Pussion von L. S. Bach. In der nächsten städtischen Konzertveranstaltung am Karfreitag wird vom Städtischen Orchester und dem Städtischen Musikverein die Passionsmusik nach dem„Epangelisten Matthäus von Johann Sebastian Bach ausgefüngl. Sotsten sind: Anne=Marie Sottmann(Sopran), Eva Jürgens(A1t), Alfred Wilde(Tenor) und Karl=Ostar Dittmer(Baß). Veranstaltung findet im Schützenhof statt und beginnt abends 8 Uhr. Eintrittspreise: 0,60 bis 2,50 RM. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater sowie in den Vorverkaufsstellen zu haben. Konzertvormieter erhalten ermäßigte Karten(0,60 bis.— RM.) nur an der Konzertkasse. Schülerkarten zu 0,30 bis 1,25 RM. stehen gegen Vorlegung eines entsprechenden Ausweises an der Konzertkasse zur Verfügung. Für die Mitglieder der NS.=Kulturgemeinde findet die Kartenausgabe in der Geschäftsstelle, Brückstraße 40, statt. hate die Leiter an die Ehefrau hezehnpaliden Georg nicht ganz verschwinden. Die humorvolle Art des Sch. den Stall abschließen wollte, wurde im selben Augen Künstlers schuf bald eine allgemeine heitere Stimmung. Taftschähuppen in Gerige Kirchenmusikalische Feierstunde des Thristuskirchencheres Die kirchenmusikalischen Feierstunden des Christuskirchenchors zu hören, bedeutet immer einen erlesenen erstenliche Fesisielung machen, aß, se, grcbe Hdrerdie nunmebr begtnsgmde, Parwere Girigent Heinrich densgedanken###m Der Dirigent Heinrich Im Polizeirevier 4 Bochum=Gerthe fand Sonntag mittag auf Veranlassung des Luftschutzortes Bochum ein Appell auf Vollzähligkeit und Einsatzbereitschaft der Luftschutzkräfte statt. Kurz vor 12 Uhr marschierten Sicherheits= und Hilfsdienst auf dem Sportplatz an der Von=Köckeritz=Straße auf, wo der Appell abgehalten wurde. Nachdem sich die Behörden und Vertreter des Reichsluftschutzbundes, des Kreisfeuerwehrverbandes und der Technischen Nothilfe eingefunden hatten, erstattete Hauptmann Hänsel als Reviervorsteher die Meldung an Oberstleutnant Sontowski, worauf dieser eine Besichtigung vornahm. Nachdem Oberstleutnant Sontowski in einer kurzen Ansprache den Mitgliedern des Sicherheits= und Hilfsdienstes den Dank für ihre freiwillige Tätigkeit abgestattet hatte, formierten sich die Gruppen zu einem Werbemarsch, der unter Vorantritt der Schutzpolizeikavelle Bochum durch die Hauptstraßen Gerthes führte. Nach erfolgtem Vorbeimarsch gab die Schutzpolizeikapelle auf dem Gerther Marktplatz ein Mittagskonzert. Der örtlichen Leitung des Ortsverbandes de gemeinde in Bochum ist es gelungen, die Möglichkeit zu schaffen, daß die Mitglieder an der Aufführung des großen Bühnenweipfestspiels Richard Wagners„Parsifal", das von der Dortmunder Bühne herausgebracht wird, teilnehmen. Die„Parsifal"=Veranstaltungen finden vom 19. bis 23. April 935 statt.„Die Mitglieder der RS.=Kulturgemeinde erhalten 1935 statt. Die Mitglieder der für diese Veranstaltungen einen 40prozentigen Preisnachlaß. Wir bitten unsere Mitglieder, die Interesse für, diese VerFähnleins„Prinz Eugen" im Deutschen Jungvolk mit Fanfaren, Paukenwirbel und Landsknechtsgesängen. Ausgezeichnetes tänzerisches Können zeigte Frau Knupfer mit ihrer talentierten Schülerin Bärbel Feller. Stürmischen Beifall erntete die Tanzgruppe Marmelshagen des BDM. für ihre Quadrillen und Volkstänze. Der Theaterverein„Niegedacht“ hatte in Fräulein Dippel und Fräulein Kramm, die mit netten tänzerischen und gesanglichen Duetten aufwarteten, seine besten Vertreterinnen. Sonderapplaus wurde der Turnriege des Turnvereins„Constantin“ für ihre technisch gekonnten Barrenübungen zuteil. Als gewandter Ansager waltete Apotheker Schappelier seines Amtes. Freude und Frohsinn herrschten auf der ganzen Linie, so daß mit dem Deutschen Tanz ein „Feierabend“ schloß, der allen Teilnehmern im besten Angedenken bleiben wird. Wir bitten unsere Mitglieder, B/s, JnisgreWe.½,Pigie, hhne anstaltung haben, sich unverzuglich mit dem Orisvervand Bochum, Brückstraße 408 Fernruf 64390, in Verbindung zu setzen, der genaue Auskunft usw. gibt und bei dem Karten bestellt werden können. Stadtteil Riemke Bunter Abend der NSDAP.=Ortsgruppe Hofstede=Riemke Unter dem Motto„Ernst und heiter“ hatte DAP.=Ortsgruppe Hofstede=Riemke die amstag NSDAP.=Ortsgruppe Hofstede=Riemte am Samstag abend die Bevölkerung beider Ortsteile zu einem Bunten Abend in die festlich hergerichteten Räume der Kaiseraue geladen. Ortsgruppenleiter Caspers konnte ein vollbesetztes und dazu noch fröhlich gestimmtee Haus begrüßen, da das Orchester unter der Stahabgestimmt. Der Dirigent Heinrich konnte ein vollbesetztes und dazu noch fröhlich,g sicherer Kenntnis der Pas-stes Haus begrußen, da das Orchester unter der Stab“ berechtigterweise dem Altmeister der leitung von Cyristian Kühne mit schmissig gespielten sionstiteraalt Vetguthtrtgiggisan Bachnesite der leitung visen“. Jeierabend des Bochumer WertPassionsliedkunst, Johann Seochtian„gach, eine bevorzugte Stellung eingeräumt. Der eyor, durch seine Vertrauensratswahl. Bei der Freitag getätigten Vertrauensratswahl der Flottmannwerke AG. wurde die aufgestellte Liste mit starker Mehrheit gewählt. Dem Vertrauensrat gehören demnach an: Seuß (Riemke), Gesing(Herne), Werner(Herne), Königsbüscher(Hofstede), Przygodda(Bergen), Alois Meier(Herne). Im Berufe verunglückt. Der Maurer Ernst., Herner Straße, geriet auf der Arbeitsstelle zwischen Wagen und Kippe. Die schweren Beinverletzungen, die er erlitt, machten seine Ueberführung ins Bergmannsheil erforderlich. Stadtteil Hordel Disziplin wie auch durch sein treffliches und geschultes Stimmaterial bekannt und bewährt, zeigte unter seinem tüchtigen, musikalisch gewandten Leiter wieder anerkennenswerte Leistungen und wußte die mystische Tiefe der Bachschen Sätze„Herzliebster Jesu, und „O Haupt voll Blut und Wunden“ ausdrucksbeseelr und stilvoll zu Gehör zu bringen. Auch Mozarts schwieriges „Ave verum“ und Haydns„Todesstunde“ gerieten sehr fein. Als Solistin hatte man Trude Rosler verpflichtet, die mit bedeutendem Können sich ihrer Aufaahe ganz gewachsen zeigte und durch ihr edel timori#######r vollklingendes Organ, das sich auch in den Höhenlagen von einer nennenswerten Leuchtkraft zeigte, erfreute. Tonlich kultiviert spielte Hans, Grumbt das, g. Instrument der Viola oa Gamoa. Ecles„Adagio und Philipp Emmanuel Bachs„Adagio" aus der Sonate in=dur wurden unter seiner Hand zur Feierstunde der Seele. Das Orgelspiel von Hermann Schneck war ohne Tadel. Zum Schlusse der erhebenden Passionsstunde vereinten sich Chor, Orgel und Gemeinde zu einem machtvoll aufrauschenden Dank= und Bittgebet in Regers meisterlicher Choraltaniate„Meinen Jesum laß ich nicht". Marschweisen dem„Feieruhenn des Bochumer Werkmannes" bereits einen gefälligen Auftakt gegeben hatte. Die Programmfolge war ein lustiges, fröhliches und zugleich besinnliches Kunterbunt von Liedern, Gedichtvorträgen, Leibesübungen und humoristischen Darbietungen, das jedem Festteilnehmer etwas zu geben hatte. Den Beginn machte die bestbekannte Singschar des Bund der Kinderreichen. Die neugebildete Ortsgruppe Hordel hielt im Hordeler Saalbau ihre Gründungsversammlung ab. Der stellvertretende Kreiswart Gunkel sprach Grußworte und nahm dann die Verpflichtung der Ortsgruppenleitung vor. Ortsgruppenwart ist Kortkamp, Stellvertreter und Verbindungsmann zur NSV. [Günther, der gleichzeitig Kassenwart ist, Schriftwart ist Stritzke. Aus dem Nachbargebiet Veriradensralswählen auf den Wanenscheider Hechen Samstag wurden die Ergebnisse der am Freitag; der Jubilar während seiner Wattenscheider Tätigkeit stattgefundenen Vertrauensratswahl festgestellt. Auf der Zeche„Fröhliche Morgensonne“ waren 1525 Bochumer Stadtteile Stadtteil Harpen In gesegnetem Alter. Schuhmachermeister Dietrich Claus, Harpener Hellweg 104, feierte am Sonntag, 14. April, seinen 77. Geburtstag in beneidenswerter geistiger und körperlicher Frische. Er wurde am 14. April 1858 zu Düringsen bei Iserlohn geboren. Stadtteil Werne Silberhochzeit. Die Eheleute Kaufmann„Gustat Dieckmann, Werner Hellweg, begingen Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit. Verkehrsunfall. Der Kleinkraftwagen einer hiesigen Zirma wollte Samstag nachmittag zur Tankstelle auf der Kreyenfeldstraße einbiegen, als ihm ein Lieferwagen, der aus derselben Fahrtrichtung kam, in die Flanke fuhr. Der Kleinkraftwagen wurde zur Seite geschleudert und der Fahrer auf die Straße geworfen, er trug jedoch keine Verletzungen davon. Frühlingsfeier. Die NS.=Frauenschaft, Gruppe Hellweg, veranstaltete ein Frühlingsfest unter Leitung Abstimmungsberechtigte, von denen 1322 abgestimmt haben. Ungültige Stimmen wurden 252 festgestellt. auf einen Vertrauensmann sind sämtliche kandidaten durchgekommen.— Ein erfreuliches Ergebnis kann die Zeche„Centrum" berichten. Von den 880 Abstimmungsberechtigten haben 837 gewählt. Gültig waren 767 Stimmen. Im Durchschnitt hat jeder Vertrauensmann 95—98 Prozent der wahlberechtigten Stimmen erhalten.— Auf der Schachtanlage„Holland" waren 1375 Mann wahlberechtigt. Es konnte hier eine Mehrheit von 50,6 Prozent ermittelt werden. Für den einzelnen kamen teilweise 78 Prozent heraus. In den übrigen Betrieben wurden die aufgestellten Listen restlos angenommen. Von den sonstigen Betrieben liegen folgende Ergebnisse vor: Entzweiingen Wahlbeteiligung 91 Prozent, Heß& Co. 99 Prozent, Busch 98 Prozent, Hamacher 91 Prozent, Schwarz 90 Prozent, Eisen= und Stahlhau 98 Prozent, Schulte=Kemna 97 Prozent, Wever 100 Die Beteiligung an den Vertrauensratswahlen war Die Beteiligung an den Vertrauensratswahlen n durchweg stark und betrug in keinem Betrieb weniger als 85 Prozent. In den meisten Betrieben lagen die Beteiligungsziffern über 90 Prozent. Silberne Priesterjubiläen. Pfarrer Prior der von 1922 bis 1934 als Pfarrer der St.=Josephs=Pfarrei in Wattenscheid=Ost wirkte und im vorigen Jahre nach wolle, zur Bildung einer neuen Wirtschaftsordnung, die für Generationen Geltung haben soll. Fröhlicher Abend der NSG.„Kvaft durch Freude“. in Wattenscheid. Die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" veranstaltete eine große Feierabendveranstaltung im Saale Marrmeier, die einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Elly von Gahlen und Ines Eidam sangen eine Reihe bekannter Lieder aus deutschen Operetten, während Kurt von der Gothen und Franz Esser für die ununterbrochene Tätigkeit der Lachmuskeln sorgten. Kameradschaftsabend der Gefolgschaft der Zeche „Engelsburg". Die Gefolgschaft der Zeche„Engelsburg“, hatte am Samstag abend im Saale Floren, Weitmar, zu einem Kameradschaftsabend eingeladen, zu dem die Gefolgschaftsmitglieder zahlreich mit ihren Angehörigen erschienen waren. Die Werkskapelle eröffnete den Abend mit dem Badenweiler=Marsch. Ortsgruppenwalter der Deutschen Arbeitsfront Paul Soika begrüßte die Kameraden herzlich. Kameradschaftsabend solle auch den Frauen der Gefolgschaftsmitglieder zugute kommen, denn gerade die Frau sei ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft. Starker Beifall dankte dem Redner für seine anerkennenden Worte. Ein buntes, abwechslungsreiches Programm wickelte sich dann ab, wobei besonders die Darbietungen des Solo=Quartetts Oberdahlhausen sehr gefielen. war ein Abend echtester Kameradschaft, der für aue Anwesenden Stunden fröhlicher Erholung brachte. war, übersandte ihm eine Ehrenurkunde.— Auch Pfarrer Kleffmann in Dortmund, der als Nachfolger des jetzigen, Weihhischefs Augustigus Baumann in der konnte sein silbernes Priesterjubiläum begehen Weiter kann Pfarrer Anton Thiemeyer, seit 1924 Pfarrer an der Magdalenenkirche in Höntrop, in diesen Tagen auf eine 30jährige segensreiche Tätigkeit zurückblicken. Pfarrer Thiemeyer betreut seit Jahren den Bezirksverband Wattenscheid der katholischen Arbeiter= und Knappenvereine und den Lourdesverein von Groß=Bochum. Silberhochzeit. Heute können die Eheleute Matthias Kothoff und Frau Auguste, geb. Lelitko, Hardenbergstraße 13, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Elternabend der Günnigfelder Hitler=Jugend. Samstag abend hatte die Gefolgschaft 5 des Unterbannes Wattenscheid der HJ. zu einem Elternabend in der Kruppschen Bierhalle eingeladen. Der gute Besuch wurde vom Gefolgschaftsführer der Günnigfelder HJ. herzlich begrüßt. Im Mittelpunkt des Abends standen Tarbietungen der Unterbannkapelle und Aufführungen der vom Lagerleben, von der Heimarbeit usw. In seiner Ansprache erklärte der Gefolgschaftsführer, wie wichtig die Arbeit an der deutschen Jugend zum Nutzen des Staates ist. Stadt Wanne=Eickel Im Silberkranz. Das schöne Fest der Silberhochzeit feierten am Palmsonntag die Ehelente Heinrich ißner und Frau, Anna geb. Klug, Schalkestraße 7. Dienstjubiläum. Heute begeht Stadtinspektor Geisler sein 25jähriges Orts=Dienstjubiläum.„Stadtperwaltung und Beamtenschaft haben ihm iyre GlückTag der Inneren Mission. Auch Wanne= Eicel, be; kundete gestern und vorgestern dugge,.Feichloge Jungren die Anteilnahme, am großen, Wert„Pgzichzen und Mission. Ueberall sah man Mädchen mit Plaketten, die ein schönes Sümmchen für die, nichtzige Arbeit der Inneren Mision samreggr. Zepchiunere, Kirchen stand das sagensreiche Betrachtungen. Missionsgrbeit im Mittelpung, ver grtur dem ieseuche ausgeorochen. Unter dem Vi ssionsarbeit im Mittelpunkt er des jetzigen Weihbischofs Augustinus Baumann Schweineseuche, ausgebrochen. Unter dem B der dortigen St.=Annaupfärtei wirtt und vordem bestande des Josef Holstein, Lotyringer Straße 1921 in der hiesigen Propsteipfarrei tätig war, ist die akute Schweineseuche ausgebrochen. Die vorge ite sein silberner Friestexiubiläum begehen.— schriebenen Schutzmaßr:: schi oenen Schutzmaßregeln, sind angegrduet. Schießstandweihe in mohlinghausen. Nach der standweihe in der„Flora fand jetzt durch der SchießStadtetzt durch verband der Kriegervereine die Weihe des neuen Schießstandes bei Horstmann, Auf Zeagiperha, hoff und die Schleßtigung ergab, saß die KameVersammlung der DAF. Wattenscheid=Höntroy. In einer von dem Ortsgruppenwalter Kinski gelen#eten Versammlung der DAF. Wattenscheid=Höntrop, sprach in Vattenscheid=Oie wirte, perzeu, vor Hen Jatbrbegung Kreiswalter Baum über die Vertrauensratzwahlen. Beverungen an der Weser versegr wonden.. Aus Der Kreisprovagandateiter Großmaas hiett einen iu diesen Logen Gemeinde, de rteitehenfalgz Glück. Vortrag über die Ziele der Deutschen Arbeitsfrogt. die nicht Selbstzweck sei. sondern das Fundament Eine eingehende Besichtig#ng## buß dir qumeligten seinen Dank für die mustergültige Ausführung 928.— Aus der ASDAp. NS.=Sportamt Körperschule nur für Frauen von 17 bis 19 Uhr, Turnan Die Dr ldr.- Tiurmgase de Resorngopnsiant,. B. Schwimmen nur für Männer von.21.15 bis 22.30 Uhr Seite 13 2 Wie die handels mitte Jahre wieder deutung des Die dafür daß, wo es mit der Auss kann. Für die ist frische der aber nich werden soll.( Sonnenaufgar nen sind am Leitgedank Verbundenhei voller Form Fleißes ihre auf die Aus den Anmarsch sensterschmuck kates, d RSDAP. zu werden. Das Ge Am 1. In einer beitsgesetz wi löbnisses der selbst zu erfol ten vor dem der beiden fr infolge beson! Betriebsversa hörigen an de sentlich erscht gung des Tr Die Vero Abstimmungs der Abstimmi Woche nach tung der 1 Die Mitteilun mung erfolgl Grunde ein 1200 Wie von bereits mitge gendlichen no fang angenor von einer Mi lion überscht Voraussetzun jungen. Arbe ihres berufli 1½ Millione den lediglich ten, auf fast Gaukämpfen Jungarb die Gaue Se (563), Wür vertreten. Aus dies scheid nunm gehoben, die Das mu geprägt. V übende wie sten, ist diese mit den Sä Säugetiere Schwein usn menschliche eine Reihe des Gehör, sondern auch Die Mu bekannt. Ich selbst Vorganges; gesegelt. D gung. Bei Plötzlich ta 200 Meter schossen sie an, Ziehhar schwammen zu. In ei spielten sie ten sich fa um besser eine kleine den ersten Geisterhand Auch di gehorcht der ner Flöte wiederkehrer Inder das sich die Kob dungen wie suggeriert zu fliehen, Wirkung ih Seite 13 Nr. 89/ Bochumer Anzeiger# Montag, 15. April 1935 dei Rain teuschlag killy, der in der lerdichter over als Schüler nid Mune humoitarbeiter Bilder= e Bubenitdem in nd neun igen bemme Heowie der noristische Närz veron PontCombres, öhe durch seschlagen. rhenn, silbernen dortmund landen. en 1 heutigen wank von der Saking reserzur VerNeueinstuDie Instellt ein dar. Man gemachten von J. S. altung. am em Städtivangelisten 1. Solisten jens(Alt), Baß). Die nut abends en sind an orverkaufsßigte KarSchülergung eines zur Verinde findet ße 40, statt. RS.=Kulturglichkeit zu des großen ", das von teilnehmen. S 23. April ide erhalten reisnachlaß. diese VerOrtsverband bindung zu dem Kärten rdnung, die ch Freude“ straft durch idveranstaluten Besuch und Ines lieder aus r Gothen ie Tätigkeit der Zeche se„Engelsale Floren, geladen„zu t ihren Anpelle eröffrsch. Ortsont„Paul ich. Dieser der Gefolgde die Frau ft. Starker erkennenden Programm arbietungen efielen.#Es für alle Anchte. Silberhoch= ute Heinrich alkestraße 7. ektor Geis" Stadtverihre Glückne=Eickel beiche Spenden er Inneren Büchsen und die wichtige Auch in den der inneren stungen. dem Vieher Straße 2, Die vorgenet. ch der Schießh den Stadtdes neuen ilbe, in Röherbandsführer ister Weustnten Vereine. ß die Kamerbeit geleistet allen BeteiAusführung ril 19 Uhr, Turnd M ä n n e r v o n som=Stein=Oberür Frauen von mnastums,.= iner von 20 bis drusenbergstraße. bis 22.30 Uhr. Schäafensterschiatt um 1. Mal Leitgedanke: Verbundenheit aller Werktätigen NDZ Berlin, 14. April. Wie die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels mitteilt, soll der Einzelhandel auch in diesem Jahre wieder seine Schaufenster zum 1. Mai der Bedeutung des Tages entsprechend festlich ausschmücken. Die dafür herausgegebenen Richtlinien ermöglichen, daß, wo es aus technischen Gründen erforderlich ist, mit der Ausschmückung am 28. April begonnen werden kann. Für die Dekoration, vor allem der Außenfronten, ist frischer Grünschmuck besonders geeignet, der aber nicht vor dem 30. April abends angebracht werden soll. Geflaggt wird nur am 1. Mai von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Die Dekorationen sind am 2. Mai wieder zu entfernen. Leitgedanke für die Schaufensterdekoration soll die Verbundenheit aller Werktätigen sein. In geschmackvoller Form sollen dabei die Erzeugnisse deutschen Fleißes ihre Würdigung finden. Besonderer Wert ist auf die Ausschmückung der Geschäfte zu legen, die in den Anmarschstraßen für Festzüge liegen. Der Schausensterschmuck kann durch die Verwendung des Plakates, das die Reichspropagandaleitung der NSDAP. zum 1. Mai herausgibt, wirksam belebt werden. Das Gelöbnis der Vertrauensmänner Am 1. Mai in den einzelnen Betrieben. dnb Berlin, 14. April. In einer neuen Durchführungsverordnung zum Arbeitsgesetz wird festgestellt, daß die Ablegung des Gelöbnisses der Vertrauensmänner am 1. Mai im Betriebe selbst zu erfolgen hat. Das Gelöbnis kann an dem letzten vor dem 1. Mai liegenden Werktage oder an einem der beiden folgenden Werktage abgelegt werden, wenn infolge besonderer Verhältnisse durch eine vorhergehende Betriebsversammlung die Teilnahme der Betriebsangehörigen an der gemeinsamen Feier der Bevölkerung wesentlich erschwert würde. Einer besonderen Genehmigung des Treuhänders der Arbeit bedarf es nicht. Die Verordnung sieht weiter eine Verpflichtung der Abstimmungsleiter vor, das genaue Ergebnis der Abstimmung unverzüglich, spätestens innerhalb einer Woche nach Feststellung, der zuständigen Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront mitzuteilen. Die Mitteilung hat auch zu erfolgen, wenn die Abstimmung erfolglos verlaufen oder aus einem sonstigen Grunde ein Vertrauensrat nicht zustande gekommen ist. 12.000 im Zwischenentscheid des Reichsberufswettkampfes. anb Berlin, 14. April. Wie von der Leitung des Reichsberufswettkampfes bereits mitgeteilt wurde, hatte der Andrang der Jugendlichen noch in den letzten Tagen einen solchen Umfang angenommen, daß die vorgesehene Teilnehmerzahl von einer Million um nicht weniger als eine halbe Million überschritten wurde und teilweise die technischen Voraussetzungen einfach nicht ausreichten, um allen jungen Arbeitskameraden Gelegenheit zur Erprobung ihres beruflichen Könnens zu geben. Diese Zahl von 1½ Millionen Jugendlichen ist im Zwischenentscheid, den lediglich die Ortsbesten der Berufsgruppen bestritten, auf fast 12000 herabgesunken. Es nahmen an den Gaukämpfen 8156 Jungarbeiter und 3595 Jungarbeiterinnen teil. Am stärksten waren die Gaue Sachsen(738), Schlesien(588), Groß=Berlin (563), Württemberg(512) und Hessen=Nassau(502) vertreten. Aus dieser ersten Auslese hat sich im Zwischenentscheid nunmehr die Elite der 500 Gaubesten herausgehoben, die am 25. April ihren Einzug in Saarbrücken halten werden, um dort unter sich die 25 Reichssieger zu ermitteln. Beflaggung der Kirchen am To. April und am 1. Mal Fürbitte zum Geburtstag des Führers. anb Berlin, 14. April. Der Reichsbischof hat die evangelischen Gemeinden angewiesen, am 20. April, dem Geburtstag des Führers, und am 1. Mai, dem Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, die kirchlichen Gebäude zu beflaggen. Des Geburtstages des Führers ist grundsätzlich in den Gottesdiensten des ersten Osterfeiertages in Predigt und Kirchengebet zu gedenken. Wo der Wunsch nach einer gottesdienstlichen Feier am 20. April selbst gehegt wird, ist ihm zu willfahren. 1. Mai ist ebenfalls dort, wo von örtlichen Am 1. Mai ist ebenfalls dort, wo von örtlichen Zeugen auftreten. Ep huntett suig um eine Bulbe, nationalsozialistischen Formationen der Wunsch nach die während eines Jahres etwa 1200 Personen über 1200 Menschen über die Grenze geschmaggen Warschau, 14. April. Wie ein Krakauer Blatt meldet, ist jetzt die Untersuchung in einem sensationellen Menschenschmuggelprozeß abgeschlossen. Bei der bevorstehenden Gerichtsverhandlung werden 53 Angeklagte und 250 Es handelt sich um eine Bande einer gottesdienstlichen Feier geäußert wird, ein Gottesdienst zu passender Stunde zu halten. Sonst ist am Vorabend des Tages zur bestgeeigneten Zeit ein Gottesdienst zu veranstalten. Die Gottesdienste sind mit Festgeläut zu umrahmen und die Kirchengebäude zu beflaggen. Aoschiaß einer Voronduch sehiaten Einrichtung Das SA.=Heim auf dem Gummertshof schloß seine Pforten Das SA.=Heim der Standarte 17 auf dem Gummertshof hat am 31. März seine Tore für immer geschlossen. Die ehemals so notwendige Einrichtung hat nunmehr ihre Mission erfüllt. Im Jahre 1931 bestand dieses Heim zuerst in den im vierten Stock gelegenen Räumen des Hauses Schniewind. Unter Standartenführer Voß wurde es von der Standarte in Verbindung mit der Frauenschaft und dem damaligen Ortsgruppenleiter Riemenschneider hergerichtet. Aus einem Nichts wurde es aufgebaut, jedes einzelne Teil mit viel Mühe und Liebe zusammengetragen, und später auch nur durch Spenden erhalten. Frau Dolle, von der Frauenschaftsleiterin Frau Bruckner als Betreuerin des Heimes eingesetzt, hatte hier einen Wirkungskreis übernommen, der ihrem aufopfernden, mütterlichen Walten ein reiches Betätigungsfeld gab. Durchreisende SA.=Männer aus allen Gauen Deutschlands, Flüchtlinge, die von der Systempolizei wegen ihrer Gesinnung verfolgt wurden, sie alle fanden zu jeder Stunde Aufnahme im Heim. So wohltuend diese zweite Heimat den SA.= Männern war, so schwierig war es für die Betreuerin bei den damaligen Verhältnissen, stets die kostenlose Unterkunft und Verpflegung zu gewährleisten und überhaupt durchzuhalten. Dauernde Pfundsammlungen der NS.=Frauenschaft, Spenden der Parteigenossen ermöglichten es. Im Jahre 1932— während der Verbotszeit der SA.— wurde das Heim für zwei Monate von der Severing=Polizei geschlossen. Als Nachfolger des Standartenführers Voß übernahm Standartenführer Hüning am 1. 3. 1932 das SA.=Heim, welches dann nach der Machtübernahme durch Oberbürgermeister Piclum und Stadtdirektor Benking die ausgedehnten Räume auf dem Gummertshof angewiesen bekam. Unter Frau Dolles' Leitung war das Heim als vorbildlich weit und breit bekannt und wurde vornehmlich von durchreisenden SA.=Männern in Anspruch genommen. Als wahre SA.=Mutter bereitete Frau Dolle den Heiminsassen auch Weihnachtsfeiern, bei denen Standartenführer Hüning es sich nicht nehmen ließ, mit seinen SA.=Männern zusammen frohe Stunden zu verleben. Allein im Jahre 1934 wurden in diesem SA.=Heim 22214 Personen beherbergt und Anläßlich des Abschiedes von ihrer Wirkungsstätte bei der SA. widmete man Frau Dolle am 10. April eine kleine Abschiedsfeier, die in den Räumen der SA.= Standarte 17 stattfand. Anwesend waren NS.=Gaufrauenschaftsleiterin Bruckner, Standartenführer Hüning und seine Mitarbeiter im Stabe. Mit kurzen, aber markanten Worten hielt der Standartenführer Hüning eine Abschiedsrede, in welcher er betonte, daß es gerade Frau Dolle gewesen sei, die in den Jahren des Kampfes der SA. treu zur Seite stand und trotz aller Not und allen Anfeindungen das SA.=Heim der Standarte 17 zu einem Musterheim gestaltete. Adolf Hitlers„Mein Kampf“, mit einer vom Standartenführer geschriebenen Widmung überreicht, gab dem Dankesgefühl der Standarte ihrer mütterlichen Betreuerin gegenüber Ausdruck. Ergriffen dankte Frau Dolle und wies darauf hin, daß alles, was sie getan habe, ja nur im Sinne und in der Gefolgschaft des Führers getan worden sei. Kampflieder und Erinnerungen versetzten dann noch einmal in die alte Kampfzeit zurück. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf Volk und Führer endeten die festlichen Stunden. Arbeitsunfall. Der Hilfsarbeiter Josef Kr., Hermannshöhe, war gestern in einer Reparaturwerkstatt mit dem Reinigen des Wellenlagers beschäftigt. Dabei setzte sich das Putztuch in den Scheiben der Welle fest, wobei er ausglitt und mit der rechten Hand bis zum Ellenbogengelenk in das Getriebe geriet. Außer einem Handbruch erlitt er schwere Quetschungen und mußte das Augustakrankenhaus aufsuchen. Umfang des Postscheckverkehrs im März. Die Zahl der Postscheckkonten betrug Ende März 1 055 748. Auf diesen Konten wurden bei 65,4 Millionen Buchungen 10 201 Millionen RM. umgesetzt; davon sind 8382 Millionen RM. oder 82,2 v. H. bargeldlos beglichen worden. Das Guthaben auf den Postscheckkonten betrug am Monatsende 537,1 Millionen RM., im Monatsdurchschnitt 545,1 Millionen RM. die russische Grenze geschmuggelt hat. Der Anführer war ein gewisser Chil Maier=Lifschütz. Er hatte eine Reihe weiterer jüdischer Helfershelfer, die zum Teil in der in Lodz befindlichen PropagandaAbteilung, zum Teil in der eigentlichen Schmuggelzentrale in Ruwno beschäftigt waren. Die Bande hat Arbeitslosen falsche Vorspiegelungen über die Verhältnisse in Rußland gemacht und sie zur heimlichen Auswanderung überredet. Die Opfer der Bande waren in den meisten Fällen in Rußland dem größten Elend preisgegeben. Die Angelegenheit wurde dadurch aufgedeckt, daß den Behörden das Verschwinden zahlreicher Personen auffiel. Als man zugriff, stieß man auf die Schmuggelorganisation. In der Taft zusammengesepen Zwei Flugzeuge bei Prag.— Vier Todesopfer. dnb Prag, 12. April. der Nähe von Prag stießen Freitag nachmittag beim Einfliegen zwei neue Flugzeuge aus bisher noch ungeklärter Ursache zusammen und stürzten ab. Das eine Flugzeug stürzte unmittelbar nach dem Zusammenstoß zur Erde und ging in Flammen auf. Das andere Flugzeug konnte noch acht Kilometer weiterfliegen, bevor es ebenfalls abstürzte. Die beiden Flugzeuaführer Koci und Novotny und ihre Gehilfen Fiala und Schmid fanden hierbei den Tod. Augenzeugen und Gendarmen bestätigten den Zusammenstoß der Flugzeuge, der von einigen hundert Meter erfolgte. in einer Höhe Das zweite Todesurteil gegen Michailoff. Das Kriegsgericht von Newrokok verurteilte, wie aus Sofia berichtet wird, die Führer des mazedonischen terroristischen Komitees, Iwan Michailoff, Nasteff und Kustschweff, zum Tode. Es ist dies das zweite Todesurteil, das gegen den nach der Türkei geflüchteten Michailoff in Abwesenheit gefällt wurde. „Schale dei Katton Eine Ausstellung in der Dortmunder Westfalenhalle vom 24. Mai bis 2. Juni Tortmund, 14. April. In einem Geleitwort zu der von der Gauleitung XXB herausgegebenen Schrift„Der Arbeitsdienst Westfalen=Süd" betont Gauleiter Josef Wagner die hohen ethischen Werte, die der freiwillige Arbeitsdienst vermittelt. In den Lagern lernen die jungen Menschen die Arbeit für Volk und Vaterland schätzen, achten und lieben. Im kameradschaftlichen Zusammenleben finden sie sich alle unter den gleichen Voraussetzungen als deutsche Volksgenossen zueinander. Gemeinschaftsleben ist für sie nicht nur Gedanke und Forderung, sondern tägliches Erleben. Gehorsam und Disziplin, verbunden mit einer weisen und echten Achtung des Menschlichen und Persönlichen, vereinen sittliche Kraft und Tugend zum Besten des einzelnen sowie des deutschen Volkes. Körperlicher Ertüchtigung, geistige Schulung erhalten den Arbeitsdienstler frisch und beweglich, indes die Pflege von Musik, Gesang und volkstümlicher Kunst Gefühl und Seele beleben. Mit einem Wort: Der Arbeitsdienst ist eine hohe Schule im Sinne unseres Volkes und Vaterlandes, geboren im Nationalsozialismus von ihm getragen und unlöslich mit ihm und dem neuen Staat verknüpft. Mit dem Arbeitsdienst in engster organischer Verbindung steht das Werk der Siedlung, das in der vom Nationalsozialismus bewußt herausgestellten Bedeutung von Blut und Boden seine innere Berechtigung und Wertsetzung findet. Arbeitsdienst und Siedlung sind die beiden Hauptpfeiler der großen Ausstellung„Schule der Nation“, die in den Tagen vom 24. Mai bis 2. Juni viele Tausende von Volksgenossen aus Westfalen und Rheinland und weit darüber hinaus aus anderen deutschen Gauen in die ehemalige Freie Reichsstadt Dortmund führen wird. Art und Gestaltung der Schau in der Westfalenhalle lassen erwarten, daß auch aus dem Auslande, besonders aus Holland, Besucher erscheinen werden, denen es darauf ankommt, Sinn, Art und Wesen des mustergültig aufgezogenen deutschen Arbeitsdienstes und unseres auf gesundes und billiges Wohnen eingestellten Siedlungswesens kennen zu lernen. Die Dortmunder Ausstellung wird ihnen dazu ausgiebige Gelegenheit bieten. Das, was sie im weiten Rund der Westfalenhalle systematisch und übersichtlich geordnet zur Anschauung bringt, ist ein umfassender und lückenloser Durchschnitt alles dessen, was mit dem Arbeitsdienst, der Siedlung und neuzeitlichem Bauen irgendwie zu tun hat. Die Ausstellung wird verbunden mit einer Reihe kultureller Veranstaltungen; so sind geplant ein großes Hallensportfest, ein Großkonzert mit 20 Kapellen, eine Uraufführung eines Arbeitsdienstspiels usw. Ueber die Gesamtplanung, den Inhalt und Umfang dieser Schau wurde gestern in einer Sonderbesprechung der Presse von Westfalen und Rheinland berichtet. hatte Architekt Holzapfel(Bochum). Die Leitung Sind Jiere musikalisch? Das musikalische Gehör vieler Tiere ist sehr ausgeprägt. Von den Vögeln, die ja sowohl als ausübende wie als empfindende Künstler Erstaunliches leisten, ist dieses ja allgemein bekannt. Wie aber steht es mit den Säugetieren? Die Laute, welche die meisten Säugetiere(zum Beispiel Esel, Pferd, Elefant, Rind Schwein usw.) von sich geben, sind allerdings für das menschliche Ohr geradezu verletzend. Und doch gibt es eine Reihe unter ihnen, welche nicht nur ein glänzendes Gehör, verbunden mit musikalischem Gedächtnis, sondern auch ein wohlklingendes Organ besitzen. Die Musikliebe der Delphine war schon den Alten bekannt. Die neuesten Beobachtungen bestätigen dieses. Ich selbst war kürzlich Zeuge eines nicht alltäglichen Vorganges: Wir waren zum Krabbenfischen hinausgesegelt. Das Meer war ruhig und fast ohne Bewegung. Bei Sonnenuntergang setzte völlige Flaute ein. Plötzlich tauchten in einer Entfernung von ungefähr 200 Meter einige Delphine auf. In lustigen Sprüngen schossen sie pfeilschnell dahin. Einer der Matrosen fing an, Ziehharmonika zu spielen, und wie auf ein Signal schwammen die Delphine schnurgerade auf unser Schiff zu. In einer Entfernung von etwa 10 Meter umspielten sie das Boot. Sie tauchten wenig und hielten sich fast nur an der Oberfläche wahrscheinlich, um besser lauschen zu können. Sobald der Musikant eine kleine Pause machte, entfernten sie sich. Aber bei den ersten Tönen kehrten sie zurück, wie von magischer Geisterhand unaufhaltsam gezogen. Auch die Kobra, die giftigste Schlange der Welt, gehorcht den schwingenden Lauten, die der Hindu seiner Flöte entlockt. Die Melodie ist monoton, immer wiederkehrend, klagend und sanft. Aber sobald der Inder das Instrument an die Lippen nimmt, richtet sich die Kobra auf, reckt sich empor und in weichen Windungen wiegt sie sich im Takt. Die Macht der Töne suggeriert ihr eine bestimmte Bewegung. Sie zu fliehen, sie erinnert sich nicht mehr der tödlichen Wirkung ihrer Giftzähne. Besonders auf Mäuse und Ratten üben manche, seltsamerweise nur wenige, bestimmte Töne eine gewaltige Wirkung aus. Leises Geigenspiel lockt sie aus ihren Verstecken hervor. Sie kommen zutraulich näher und vergessen alle Furcht. Als Beweis, wie musikalisch Mäuse sind, sei ein kleines Kriegserlebnis aufgeführt. Eine Feldwache von drei Mann lag in einer Bauernhütte einquartiert. Der russische Winter war bitterkalt, darum schienen sich alle Feldmäuse am Gebälk und Fundament des Hauses eingenistet zu haben. Der Führer, ein Unteroffizier, verstand meisterhaft, die Okarina zu blasen. Mit den an und für sich primikiven Tönen dieses Instrumentes lockte er die Nager aus ihren Schlupfwinkeln. Nachts verursachten sie einen Höllenlärm, aber sobald die Okarina zu singen anfing, lauschten sie andächtig. Selbst wenn bei Dunkelheit eine Kerze angezündet wurde, wichen sie nicht vom Platze, sondern hörten still und unbeweglich zu. Verstummte das Instrument, so ging der nächtliche Höllenspektakel wieder los. Aber eines Abends, als die Sonne im Verlöschen war und die Okarina leise zu klingen begann, erschien keine einzige Maus. Die Soldaten standen vor einem Rätsel. Einer bösen Ahnung folgend, stürzte der Führer ins Freie. Am Waldrande zogen weiße Nebelschwaden langsam, vom leichten Abendwinde getrieben, auf die Feldwache zu. Die Russen hatten Giftgase abgeblasen! Schnell wurden die Gasmasken vorgenommen, wenige Minuten später wäre es zu spät gewesen. Das überaus feine Geruchsvermögen der Mäuse hatte lange vor den Menschen das tödliche Gas gewittert. So retteten die musikalischen Mäuse ihrem Kapellmeister das Leben. Wenn man unter dem Gesichtspunkte dieser ungeheuren Macht, welche die Musik auf die Mäuse und wahrscheinlich auch Ratten ausübt, die Sage des Rattenfängers von Hameln betrachtet(bekanntlich soll er mit einer Flöte alle Ratten und Mäuse gezwungen haben, ihm zu folgen), so klingt sie gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Die alten Sagen haben oft einen wahren Kern. Merkwürdig ist auch, daß gerade zur Zeit der Sage die Wanderratten aus der asiatischen Steppe kommend, in großen Massen zum ersten Male Westeuropa überschwemmten. Die Hausratte wurde in dieser Epoche von der Wanderratte verdrängt. Vielleicht kam dem Rattenfänger der Wandertrieb der Ratten zu Hilfe. Aber die Mäuse sind nicht nur musikliebend als stille Zuhörer, sondern auch als ausübende Künstler. Es wird sogar behauptet, daß sie schön wie Kanarienvögel singen könnten. Wenn man diesen Erzählungen auch mit etwas Mißtrauen begegnen muß, so liegen doch Schilderungen durchaus glaubwürdiger Forscher vor, die tatsächlich von singenden Mäusen berichten. So erzählt Th. Zell, daß ein Lehrer längere Zeit eine solche Singmaus pflegte, welche ihren Gesang meist erst in der Dämmerung, oft auch erst in der Nacht, ertönen ließ. Es war„ein Gezwitscher, ein Mischmasch von ziehenden, surrenden und quietschenden Tönen“. Auch die Affen haben Interesse für Musik und Gesang, besonders die Brüllaffen leisten hierin Erstaunliches. Wenn auch ihre Konzerte für das menschliche Ohr nicht gerade wohlklingend sind, so scheinen doch die Tiere ihre Freude daran zu haben. Sehr anschaulich schildert Schomburgk ein solches Brüllaffenkonzert: „Als ich eines Morgens nach dem Frühstück, mit meinem Jagdzeuge versehen, dem Urwalde zuschritt, schallte mir aus der Tiefe desselben abermals jenes wüste Geheul entgegen und setzte meinen Jagdeifer in volle Flammen. Ich eilte also durch dick und dünn dem Gebrüll entgegen und erreichte auch nach vieler Anstrengung und nach langem Suchen, ohne bemerkt zu werden, die Gesellschaft. Vor mir, auf einem hohen Baume, saßen sie und führten ein so schauerliches Konzert auf, daß man meinen konnte, alle wilden Tiere des Waldes seien in tödlichem Kampfe gegeneinander entbrannt, obschon sich nicht leugnen ließ, daß doch eine Art von Uebereinstimmung in ihm herrschte. Denn bald schwieg nach einem Taktzeichen die über den ganzen Baum verteilte Gesellschaft, bald ließ unerwartet einer der Sänger stets seine unharmonische Stimme wieder erschallen und das Geheul begann von neuem. Die Knochentrommel am Zungenbein, welche durch ihren Widerhall der Stimme eben jene mächtige Stärke verleiht, konnte man während des Geschreis sich auf und nieder bewegen sehen. Augenblicke lang glichen die Töne dem Grunzen des Schweines, im nächsten Augenblick aber dem Brüllen des Jaguars, wenn er sich auf seine Beute stürzt, um bald wieder in das tiefe und schreckliche Knurren desselben Raubtieres überzugehen, wenn es, von allen Seiten umzingelt, die ihm drohende Gefahr erkennt. Diese schauerliche Gesellschaft hatte jedoch auch ihre lächerlichen Seiten, und selbst auf dem Gesichte des düstersten Menschenfeindes würden für Augenblicke Spuren eines Lächelns sich gezeigt haben, wenn er gesehen, wie diese Konzertgeber sich mit langen Bärten starr und ernst anblickten.“ Es ist also die Schlußfolgerung berechtigt, daß viele Tiere ein feines musikalisches Gehör und große Beeinflußbarkeit durch Musik besitzen. Wenigen(mit Ausnahme der Vögel) ist die Gabe der Ausübung gegeben, zum mindesten, in dem Maße, daß die Laute nach menschlichem Ermessen als schön empfunden werden, D. von Stein. „Der große Kalender“ in Neheim. Im Rahmen der Darbietungen der NS.=Kulturgemeinde Neheim=Hüsten und Umgebung brachte die Arbeitsgemeinschaft der Musikvereine Neheim=Hüsten und Arnsberg am 7. April in Neheim das neuzeitliche Oratorium„Der große Kalender" von Hermann Reutter unter der Leitung Hanns Kirchhelles zur erfolgreichen Aufführung. Rund 500 Mitwirkende verhalfen dem einzigartigen Werk zu einem großen Erfolg. Folkwangschulen der Stadt Essen. Nach verschiedenen Neubesetzungen beginnen die Folkwangschulen ihre Arbeit im kommenden Sommersemester am 24. April. Die Aufnahmeprüfung für die Fachabteilung Musik ist am Mittwoch, 24. April, vormittags 9 Uhr, für die Fachabteilung Tanz am Mittwoch, 24. April. nachmittags 4 Uhr, und für die Fachabteilung Sprechen am Freitag, 26. April, nachmittags 4 Uhr. 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