SRONGt uc Srerte

WOCHEN-BEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“

2. BLANT 43. WOCHE

Gocaterdaut

Die Goldschmiedin Ellsabeth Treskom, ein Bochumer Hind, haf seit einigen Jahren ihre Nerkstal in Essen aufgeschlagen. Ihre Arbeiten sind weit über die Grenzen ihrer Valerst hinaus bekannt geworden, sie mird heute in allerersten Kreisen als eine durch die Eige fhrer Entwürte bekannte Kunstgewerblerin geschätzt. Unser Redaltionsmitglied, das die Künstlerin in ihrer Werkstaft besuchte, erzählt folgendes:

eugnissen und der aus rein pfinden geborenen hand­

werklichen Goldschmiedearbeit, also zwischen dem

Massenerzeugnis und dem individuellen Schmuck.“

Ein Blick ins Atelier! Klein, aber fein! Zierliche Kästchen stehen da, Kassetten mit edelstem Gestein. Es gleißt und glitzert in allen Farben. Glanz aus aller Welt spiegelt sich. Brillanten funkeln, Sternsaphire leuchten auf, indische Katzenaugen glühen in geheimnis­voller Großartigkeit, schwarze Opate, Rubine, Feuer­opale! Das ist die illustre Gesellschafft unserer Kunnt­lerin! Die Augen weiten sich! Man versteht, wenn ein Frauenherz bei solchem Anblic noch höher schlägt, In fertigen Ringen, Armbändern, Anhängern, Halstelten klingt aber die Pracht in ihrer erlesenen Folie erst recht auf. An der Wand steht ein schmuckes„Käsichen aus Silber mit Mondsteinen besetzt, aufgeschlossen int es ein Klappaltärchen, dessen goldenes Rankenwerk von Elisa­beth Treskow stammt. Eine ungewöhnlich feinsinnige und subtile Arbeit.„Aber was ist das für eine kitzlige Angelegenheit?“—„Eine Spezialarbeit von mir! Hier werden nach all=etruskischem Vorbild winzig kleine Goldkügelchen auf Goldplatten gelegt und(ohne Lot als Bindemittel) lediglich ourch einen Schmelz­vorgang mit dem Goldgrund verbunden.“ Der be­sondere Reiz dieser Granulationsarbeit liegt in dem seltsamen Oberflächenbild von Glanz und Matt, von Ruhe und Bewegtheit.

Schnell geht die Zeit dahin wenn man in Schatz­kammern eilt, man füllt sich selbst mit Glanz auf und freut sich an den leuchtenden Eindrücken, die mitgehen. Und mit Freude hört man, daß unsere Zeit den Sinn für Schmuck noch nicht verloren hat, im Gegenteil, der Weihnachtsmann hat ordentlich bestellt, und unsere Künstlerin muß fleißig arbeiten, um mit dem Christ­baum da zu sein! Wird auch Sie, gnädige Frau, ein Strahl aus ihrem Funkelkabinett treffen? Ich wün­sche es Ihnen! C. Gg.

Die praktische Hausfrau

Kartoffelkroketten. In Salzwasser abgekochte Kar­toffeln werden durch ein Sieb oder die Kartoffelpresse gedrückt. Nun verrührt man sie auf dem Feuer mit zwei Löffel frischer Butter, zwei Eigelben, ein wenig Salz und Pfeffer, vielleicht auch etwas Muskatnuß. Nach Geschmack kann man gewiegte Petersilie daruntergeben. Diese Masse rollt man nun zwischen den mehligen Händen in daumengroße Würstchen, die man in der Pfanne braunkrustig bäckt.

Die unmoralische

Laekbekannschast

Ich will gleich vorausschicken, daß ich selbst aller­dings das Glück habe, in einer ausgezeichneten Ehe zu leben. So daß ich also von der Möglichkeit des Vor­handenseins einer solchen überzeugt sein sollte. Aber man neigt ja nun einmal leicht dazu, sich selbst, bezie­hungsweise seine Ehe, für einen Sonderfall zu halten.

Ich kam zum erstenmal in die Wohnung einer „Parkbekanntschaft", um mir ein Buch von ihr zu leihen. Parkbekanntschaften sind wir Mütter, die ihre Kinder täglich selbst mit Fanatismus spazieren führen, und die dadurch eine tiefe Verbundenheit empfinden. Also ich klingelte an der Wohnungstür, die Dame öff­nete mir selbst und bat mich, mit hineinzukommen.

Ich stand an der Schwelle zu einem modernen, doch warm gehaltenen Erkerzimmer. Die herbstliche Nach­mittagsdämmerung hüllte weich alle Gegenstände ein. Und in einer traulichen Ecke ein Blickfang: Auf einem zierlich gedeckten Tischchen eine matt brennende Steh­lampe, und mit geblümtem Porzellan war reizend für zwei Personen zum Kaffee gedeckt. Eine gemütliche Kaffeekanne, ein koketter Sahnengießer, ein silbernes Körbchen mit Backwerk. Der eine Sessel war zurück­geschoben, die Dame des Hauses mußte darin gesessen haben; aus dem anderen erhob sich ein Herr, als wir das Zimmer betraten. Eine auffallend große, elegante Erscheinung, die Szenerie hätte ein Ausschnitt aus einem Gesellschaftsfilm sein können.

„O— Sie haben Besuch, da will ich lieber nicht stören“, sagte ich zu meiner Bekannten und wollte mich schon zurückziehen. Da lachte sie und stellte ihn mir vor. Auf die einfachste Lösung war ich wieder mal nicht ge­kommen: Es war ihr Mann.

Ein schreckliches Argument für die Demoralisiertheit (o schauderhaftes Wort) unseres Jahrhunderts. So weit sind wir also schon, daß wir, ohne auch nur im entferntesten Zweifel zu hegen, einen einigermaßen gut aussehenden Mann, der mit einer Frau ein bissel nett den Kaffee nimmt, nicht als den Hausherrn identifi­zieren, sondern ihn, ohne mit der Wimper zu zucken, für ihren Hausfreund halten!!

Lotte Baumann— Schönhefm.

Elisabeth

Treskom

Dort, wo der Lärm, die hastende und aufgeregte Geschäftigkeit der Großstadt Essen sich verliert, wo eine beruhigende und sichere Stille anhebt, liegt die Künstlerkolonie„Margarethenhöhe“. Hier gibt es keine Hochhäuser, hier hört man nicht mehr die stampfenden Hämmer und zischenden Feuer, nicht mehr das Knarren ewig gehetzter Drahtseile, das Aechzen glühenden Eisens unter wuchtigen Schlägen, hier atmet eine selt­same Ruhe. Ein beinahe ländlicher Friede weht über diese Höhe, die den Lärm des Alltags unter sich ließ. Stille Straßen ziehen sich durch gepflegte Häuser­reihen, vor denen kleine Gärten liegen. Dann neh­men in schlichter Sachlichkeit breithingelagerte Häuser­fronten ganze Straßenzüge ein. Die Wershäuser, Die Ateliers der Essener Künstlergemeinde! Wir zinven Namen bekannten Klanges, Erinnerungen an große Ausstellungen werden wach. Wir stehen inmitten eines jener großen Kunstbezirke, die unserer Zeit Farbe und Glanz, Feier und Beschaulichkeit geben. Maler, Bild­

Margarethenhöhe über. Ausstellungen machen ihren

Namen und ihre Art bekannt. Aufträge kommen von nah und fern. Der Kreis ihrer Wirkung reicht bald bis ins Ausland. Auf keiner namhaften Ausstellung fehlen ihre Arbeiten: Leipzig fordert sie zur Ausstel­lung„Europäisches Kunstgewerbe“ auf, Stuttgart zur Schau„Schmuck im Wandel der Jahrhunderte“, Ham­burg, München Paris folgen. Die führenden Zeit­schriften beschäftigen sich mit der Neuartigkeit ihrer Auffassung. Elisabeth Treskow hat sich durchgesetzt und wird in der ersten Reihe ihrer Kunstgattung ge­

„Die Arbeiten der Goldschmiedin Elisabeth Tres­kow(Essen),“ schreibt Professor Segmiller,„sind ein treffliches Beispiel fur handwerkliche Goldschmiede­kunst. Auf verschiedenen Ausstellungen sowohl des In­

wie auch des Auslandes ist sie in bemerkenswerter Weise hervorgetreten, und viele Kunstkenner zäl heute zu ihren Kunden. Es ist interessant, wie diese

Das will dir vorläufig nicht recht einleuchten. Der Kampf ums tägliche Brot. vermürbt die Nerven,-Lebegsfrende, bisgp““ leb wit wenig-di, göiig### Wintergarde.

Lust übrig

a noch so lange bis dahin: Zuerst einmal das Wichtige, Drängendet

Groschen übrig bleiben.

einmal so gehen. Mehr als für die Meinen mich plagen, kann ich nicht!“ Wie oft, nicht wahr, hast du diese Gedanken schon gehabt! Und doch, wenn du In die erwartenden Augen deines Kindes schaust, wenn du hörst, wie es jetzt langsam anfängt, vom Christ kind zu erzählen, wenn du siehst, wie es voller Spannung vor den erleuchteten Schau­fenstern steht und seine heimlichsten Wünsche ausplaudert, so fühlst du, wie U du tust, wenn du nicht versuchst, dich von peinigenden Alltagssorgen loszumachen

und ein

bißschen Festfreude hervorzuzaubern, außen und innen!

Aber wief“ wird manche Mutter fragen.„Ich möchte ja so gern, aber ich kann nicht, weiß beim besten Willen nicht, woher das Geld für Weihnachtsgeschenke

Denn jeder soll doch erfreut werden, und all die vielen Kleinigkeiten machen sammen eine große Menge Geld.“ Nein— liebe Hausfrau und Mutter—

das viele Geld ist gar nicht immer nötig!

Mit Erfindungsgeist, gutem Willen und etwas Geduld läßt sich so manches

Kastereh de Wersecheies eie berschechesie. ie heili,

diesem Jahre ein

Halskefte aus den Werkstätten Elisabeth Treskoms

Frau aus rein weiblichem Empfinden heraus zu ihren künstlerischen Lösungen kommt. Ihre Schmuckergebnisse werden nicht allein aus einer künstlerischen Idee ge­hören, sondern, fast wie ein Architekt entwirft, bis zum kleinsten Rest durchgezeichnet. Die Künstlerin sieht den Schmuck zum Kleid. Das Kunststück wird ihr zum Erlebnis und ist ihr ernsteste und anstrengendste Qua­litätsarbeit. Ihr Sinn steht nicht nur im Modischen, obwohl ihre Kunst durchaus aus dem Zeitgedansen berazch, gener gi. atg ogdern sie will Edelschmieorurg

hauer, Goldschmiede, Kunst und Kunstgewerbe haben sich hier zusammengefunden. Unter ihnen begegnen wir auch einer Bochumerin.

Elisabeth Treskow! In ihrer Vaterstadt längst bekannt und geschätzt, kennt sie der Fremde zu­nächst aus den großen westfälischen Kunstausstellun­gen, wo ihre Arbeiten stets im Vordergrund der Gold­schmiedekunst stehen. Wie so oft führte auch sie ein Zufall zu ihrem Beruf. Ein Bochumer Arzt, der sie

übrigeng ein Stick Erhgat von der Muter de oe,) v, Zolument gewertet neges.2

dort eingerschtet, sing sie an. Mi 15 Jahren! Dann

haben. Elisabeth Treskow will nicht nur Stücke schaf­fen, die verblüffen, sie läßt sich nicht von momentanen Eindrücken bestimmen, sondern sie wendet ihr viel­seitiges technisches Können dort an wo es sich darum dreht, wahre Schmuckarbeit zu leisten. Die subtilen Goldauflötungen der Reifen verlangen Hingabe und Sinn für Technik; trotzdem erscheint dieser nur als Mittel für die künstlerische Aufgabe. Ebenso vornehm geht sie bei der Steinverwertung vor. Sie sieht die Juwelenfassung nur als Dienerin des edlen Materials. Daß man ihr Gelegenheit gab, diese Kunst am schönsten Material zu zeigen, ist hoch erfreulich. Elisabeth Tres­kows Arbeiten verdeutlichen trefflich den Gegensatz

die Fachschule in Schwäbisch=Gmünd, wo sie sich tech­nisch sehr vervollkommnen konnte.+917.—12 lernte sie dann bei Professor Rothmüller in wunster den Vorteil der Werkstatt kennen, die im Gegensatz zur Schule dem eigenen Schaffen Freiheit und Möglichkeit gibt. Das Zeichentalent der jungen Künstlerin bricht sich zum eigenen Entwurf durch, und Ende 1919 kehrt Elisa­beth Treskow, mit trefflichem Rüstzeug, ausgestattet, von dem jugendlichen Schwung runstierischer Eigen­willigkeit beseelt, in das Haus ihrer Eltern nach Bochum zurück, wo sie in eifriger Arbeit ihre Eigenart pflegt und fördert. Im Mai 1923 siedelt sie nach der

unter der Devise:

die besten Ideen für billige Weihnachtsgeschenke

prämiieren will. Da kann jede Hausfrau ihre Phantasie, ihre Erflndungsgabe und Ihre praktische Erfahrung in reichstem Maße anwenden! Der„B..“ setzt diesmal keine Grenzen. Es kommt lediglichdarauf an, wirklich gute Einfälle zu haben. Manche Anregung läßt sich geben. Vielleicht könnte man für die Kleinen etwas zurecht­zimmern, an dem alle ihre Freude hätten und womit gemeinsam gesplelt werden kann, etwa ein Kaufladen, eine Puppenstube oder so etwas. Das Material zu allen Arbeiten ist ja heute so billig, aus Wollresten und Seidenlappen lassen sich die schönsten Dinge herstellen! Wir kennen eine Mutter, die aus alten Papierkörben Indianertrommeln,

handarbeiten, oder gags, andgxe Mutter weis, box Püten bggonggeg un verraten, denn

schmuck selbst herstent.— Wir wollen uns aber huten, zu viel zu verraten, denn unsere Leserinnen sollen ja selbst ans Werk! Nur heraus mit den guten Vorschlägen! Wir bitten, alle Angaben möglichst genau zu machen, eventuell die Größen. Farben ode Stiche bei Handarbeiten anzugeben.

Die besten Einsendungen werden mit 5 RM. prämiiert

und noch vor Weihnachten an dieser Stelle veröffentlicht.

Bedingungen: Der letzte Einsendungstermin ist Samstag, 3. Dezember. Alle Einsendungen dürfen nur einseitig beschrieben werden.

Rücksendung der Manuskripte ertolst niceht. Worug gusdchenbernt

schule), Fran II. Weber(Voraltzen ,o g age jog Bophng## pr##

Bochum), Fräulein M. Thlemaan(Reuskeion pochumer Anzeiger).