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Nr. 280 2 38. Jahrgang

Montag, den 30. Rovember 1931

Tüglich außer Samstag 10 Pf.

Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf.

und„

seungspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Seibstabholer.10 Mk bzw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ sostet monatl. 20 Pf., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatlich 30 Pf. Aülgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pf., im Reklameteil 50 Pf.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Tarif.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkurs­verfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß binfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher auf­gegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mk. 250. Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen. Geschäftsstelle geöffnet von—13 und 14½—18½ Uhr.

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für Bochum und umliegende Industriebezirke

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Dr. C bri Flegel½ 16—17 Uhr General Anzeie) Redaktion: Mid Dönboff 4320 und nimmt die Redaktid porto beiliegt.— Gersiherechle ene

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lortlich für Politik: Ru­: Adolf Pedding= Fris Schmidt, für : Kunst u. Unterhaltung: und Briefkasten: Max Sprechstunden der Red.: : Bochumer Anzeiger und Antlich in Bochum. Berliner Aimerstraße 68, Fernsprecher: Verlangte Einsendungen über­endung erfolgt nur, wenn Rück­

„#fisstelle: Rathausplatz 8.

251— Postscheckkonto Dorimund 1760.

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Dr. Groeners Mahnung an die Nation:

Veriräden zam=Kaal und zur Eigenen=Keuft

Kampf um politische Anschauungen mit geistigen Kräften— Aufruf zu Einigkeit und Treue

Berlin, 29. November.

Reichsminister Dr. Groener, sprach heute im Rundfunk über das Thema vom„Glauben an Deutschland". Der Minister sagte u..:

Der Geist pessimistischer Lebens= und Staatsauf­fassung geht im deutschen Volke umher. Politischer und Streit, heftigste Gegensätze beherrschen die Zeit. Politischer Irrsinn malt dem Feuerbrand an die Wand. Ueber Stadt und Land bis ins harmloseste Dorf verbreitet sich das Gift aufreizender Nachrichten, deren Wahrheit vom einzelnen nicht nachgeprüft wer­den kann. So kommt es, daß viele in Verwirrung und Hoffnungslosigkeit Trugbildern nachjagen.

Es gibt keine Allheilmittel zur Beseitigung der Rotstände.

wie sie von dieser oder jener Seite mit großem Auf­wand an Propaganda angeboten werden. Mit Pro­testen aus allen Ecken unseres Vaterlandes ist nichts gewonnen, weil sie meist aus Irrtum geboren sind.

Ich denke nicht daran, etwa die Staatskunst mit Notverordnungen zu rühmen.

Im Gegenteil, ich wäre von Herzen froh, wenn es ohne solche rohen Eingriffe abginge. Leider ist die Re­zierung aber gegenwärtig durch die Gefährdung des Staates und seiner Sicherheit gezwungen, den Weg der Notverordnungen zu gehen. In meinem Amt als Reichsinnenminister gedenke ich nicht lediglich mit polizeilichen Mitteln zu arbeiten. Ich habe den bren­senden Wunsch, auf die geistigen und moralischen Kräfte des deutschen Volkes einzuwirken, die Ver­sweiflungsstimmung zu bekämpfen und die Gegensätze zu mildern. Mancher wird denken:„Der Mann bietet uns Steine statt Brot.“ Freilich, materiell kann ich nichts bieten. Aber mit beißem Bemühen möchte ich allen Deutschen in Kopf und Seele gießen den Leiden und Not überwindenden Geist, die hohen Kräfte des moralischen Mutes den unerschüt­terlichen Glauben an Deutschlands Zukunft.

das ist der gesunde Optimismus, den wir alle brauchen,

wenn wir als Volk und Nation einem neuen Auf­ieg entgegengehen wollen. Der feste Grund, auf dem dieser Optimismus sich aufbauen muß, soll unser Staat sein, die deutsche Republik. Wehe denen, die glauben, durch ein Unterhöhlen dieses Staates und durch seinen Zusammenbruch eine günsti­sere staatliche Grundlage für den Wiederaufstieg zu schaffen!

Diese Träumer sehen nicht die Wirklichkeit. Aber sie bilden keine Gefahr, denn die Staats­macht steht fest und entschlossen. Die Regierung ist wachsam, um alle Versuche gewalttätiger Auflehnung mit äußerster Tatkraft nieder­zuschlagen.

solchen Vorkommnissen bewahre uns der Himmel und vor allem das deutsche Volk, denn jeder solcher ist zerstoben, wenn das Volk in Geschlossenheit sicht nur einzelne Gewaltakte ablehnt, sondern über­baupt die verrückten Ideen terroristischer Regierungs­methoden. Der Kampf um politische An­tuungen muß mit geistigen Kräften abgefochten werden, nicht mit den Waffen. Gewalt­(#te im politischen Leben des Volkes schädigen #. Ansehen Deutschlands auf der ganzen Gelt auf das schwerste und gefährden seinen Wieder­Fiutes: Wenn Reichskanzler Brüning kürzlich im kunderk, davon gesprochen hat, daß die Schicksalsver­envenheit zum Fluch würde, wo ein Volk sich nicht d gemeinsamem Tragen helfend und schaffend zusam­

renfindet, so gilt das nicht nur für die Ueberwindung ase Fascriellen Rot im Lande, sondern ebenso sehr für die ga im Innern und nach Außen. Und wenn auf der ganzen Welt die Völker endlich zu hächter cescbundenheit führen soll, so ist es von plitischer zeutuns, daß das deutsche Volk nicht in sigen Fit Herrissenheit dasteht wie ein zum endgül­den Niedergang verurteilter Volkskörper.

die deutsche Fähigkeit auf dem Gebiete der Wirtschaft, Wissenschaft und Technik unge­brochen. Warum also verzagen?

sertrauen zum Staat muß sich vermählen mit dem Herrauue“ zu den eigenen Kräften. Dieses soll ein

oher zunie von jedem sein, ob er in der Arbeit steht eine Arbeitskraft unter dem Zwang der Not ruhen

###., muß. Dabei finden wir den seelischen Rückhalt

unsarnn bitteren Tagen der Gegenwart an dem Erbe viche großen Vergangenheit. Und jetzt? Ist es ich#ie wenn viele Tausende von Deutschen sich Faresne kennen und verstehen wollten? Alle die

#rsen s, mit denen wir leider zuviel gesegnet sind, ve. g. s, zischt, wie durch das parteipolitische Treiben Prooheren zrheit erschüttert wird! Es gibt keinen

eugsehan z. das Schicksal des deutschen Volkes vor­könnte. Aber eines kann jeder Deutsche klar

erkennen: daß ein Emporsteigen unserer Nation wirt­schaftlich und politisch nur möglich ist,

wenn wir einig sind und treu! Dazu rufe ich alle auf, die guten Willens sind.

Der Minister schloß mit dem Fichte=Zitat:

„Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,

An deines Volkes Auferstehn,

Laß' diesen Glauben dir nicht rauben Trotz allem, allem, was geschehn!

Und handeln sollst du so, als hinge Von dir und deinem Tun allein Das Schicksal ab der deutschen Dinge Und die Verantwortung wär' dein!“

Gegen Englands Zollmauer

Ein Schritt der Reichsregierung in London

Berlin, 29. November.

Die Reichsregierung hat der britischen Regierung durch die deutsche Botschaft in London

vorgeschlagen, sofort in freundschaftliche Ver­handlungen über die Lage einzutreten, die durch die neuesten englischen Zollmaßnahmen entstanden ist.

Auch Paris will verhandeln

Verkappte Reparationsverhandlungen?

London, 29. November.

Der französische Finanzminister Flandin und sein Kollege vom Handelsministerium sind in London eingetroffen, um über die englische Zollerhöhung zu verhandeln.

Paris, 29. November.

In amtlichen Pariser Kreisen erklärt man, die Möglich­keit sei nicht ausgeschlossen, daß Flandin die Gelegen­heit seines Besuches in London benutzen werde, um mit den zuständigen Londoner Stellen über die interna­tionalen finanziellen Beziehungen und die Frage der deutschen Tribute zu sprechen.

Rahedergoau=Schleosprach Veroindlich

Beibehaltung des bisherigen Lohnes— Erklärung des

Jechenvelbundes

Berlin, 29. November.

Die für, den Ruhrbergbau Samstag vormittag im Reichsarbeitsministerium abgehaltenen Nach­verhandlungen blieben ergebnislos. Daraushin hat der Reichsarbeitsminister am Nach­mittag den am 26. November gefällten Schieds­spruch für, den Ruhrbergbau, der eine unver­änderte Verlängerung der jetzt gültigen Lohnordnung bis 31. Dezember 1931 vor­sieht, für verbindlich erklärt.

Bei den Nachverhandlungen hatte Bergwerksdirektor Bergassessor Hueck(Gelsenkirchen) im Auftrage des Zechenverbandes eine Erklärung abgegeben, in der es heißt, die Erlösverschlechterung im Ruhrbergbau vom März bis September 1931 betrage 1,32 Reichsmark je Tonne. Eine weitere Verschlechterung müsse nach Lage der Verhältnisse aus den sich immer mehr verschärfenden Auswirkungen der Pfundkrise mit Sicher­heit erwartet werden. Der Ruhrbergbau sehe keine Möglichkeit, die Krise zu überwinden ohne Senkung der Selbstkosten. Er gehe durchaus einig mit den Ausfüh­rungen des Schlußgutachtens des Wirtschaftsbeirates

der Reichsregierung, wenn er angesichts der Tatsache, daß eine Senkung der Steuern und öffentlichen Lasten zur Zeit gicht„möglichglei, eine Herabsetzung der Ar­deitskosten verlange. Diese Senkung musse, wenn sie überhaupt wirksam sein solle, sofort eintreten. Der Ernst der Lage sei nicht besser zu kennzeichnen als durch die freimütige Erklärung, daß eine Lohnsenkung die Lebenshaltung und die allgemeine Wirtschaft nicht in dem Maße gefährde, wie die finanzielle Lage und der Bestand der Werke durch die Beibehaltung dieser Selbst­kosten gefährdet seien. Der Ruhrbergbau sei in der Lage, alle Feierschichten abzuschaffen, wenn er zu dem Entschluß komme, von neuem 25 bis 30000 Ar­beiter zu entlassen. Das wolle er nicht ver­antworten. Das Opfer, das durch die Feierschich­ten auferlegt werde, sei von beiden Gruppen, Unterneh­mern und Arbeitnehmern, zu tragen. Es komme im Augenblick alles darauf an, das Vertrauen zu gewin­nen, daß Deutschlands größte Rohstoffindustrie eine Möglichkeit zur Weiterarbeit sehe. Dies Vertrauen be­stehe aber nicht bei der jetzigen Lage der Selbstkosten. Zwinge man den Ruhrbergbau, weiter mit diesen Selbst­kosten zu rechnen, so nötige man ihn gleichzei­tig zu Abbaumaßnahmen, die sicherlich im In­teresse der Allgemeinheit nicht erwünscht seien.

Der gefaher? Wce ye....

Neue Ausgabenstreichungen?— Die Taktik des Kanzlers

dem Ausland gegenuber

Berlin, 29. November.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Nachdem das Kabinett am Samstag seine Bera­tungen über das Wirtschaftsprogramm fortgesetzt hat, rechnet man allgemein damit, daß sie am Ende der be­gonnenen Woche abgeschlossen werden, so daß dann auch die große Notverordnung veröffentlicht werden kann.

Die Hauptsorge des Kabinetts scheint die Ausba­lancierung des durch die starken Steuer= und Zoll­einnahmenrückgänge in Mitleidenschaft gezogenen Reichshaushalts zu sein. um sich durch die Ba­lancierung eine bessere Position bei den begin­nenden Reparationsverhandlungen zu ver­schaffen. Bekanntlich hatten sowohl gelegentlich der Da­wes= wie der Young=Planverhandlungen die nicht aus­geglichenen Haushalte die deutsche Verhandlungsbasis stark geschwächt. So dürfte denn neben den wirtschaft­lichen Verordnungen

die kommende große Notverordnung Maßnahmen zur Balancierung des Stats enthalten.

In weiten Kreisen wird mit aller Bestimmtheit ange­nommen, daß die Notverordnung abermals eine Beam­tengehaltssenkung von zehn Prozent enthalten wird, die vielleicht schon rückwirkend vom 1. Dezember an in Kraft treten soll. Jedenfalls sind diese Gerüchte von amtlicher Stelle noch nicht dementiert worden. Daneben aber müßte die Notverordnung weitere große Ausgaben­abstriche vornehmen, da sowohl eine geplante Senkung der Hauszinssteuersätze neue Ausfälle bringen müßte und selbst die Heraufsetzung der Umsatzsteuer auf zwei Prozent für die Balancierung nicht ausreichen würde.

Wenn man infolge der vollkommenen Abgeschlossen­heit aller zuständigen Stellen auch noch nichts End­gültiges über die Pläne des Kabinetts in Erfah­rung bringen kann, so werden doch in allen Partei= und Wirtschaftslagern beachtliche Stimmen schon heute laut,

die den Kanzler vor einer neuen Anzie­hung der Steuerschraube warnen und die Ansicht vertreten, daß der Kanzler gerade im Hinblick auf die Reparationsverhandlungen den Gläubigerstaaten erklären müsse, Deutschland sei nicht mehr in der Lage, durch Steuererhöhungen den Haus­halt zu balancieren, geschweige denn irgendwelche Reparationszahlungen zu leisten. Die einzige Möglich­keit zur Balancierung würde nur in einer radikalen Ausgabendrosselung bestehen können, die aber nur zur Ordnung der Staatsfinanzen, nicht aber zur Tri­butzahlung Verwendung finden könnte.

Diese Gedanken werden heute auch von den politischen Kreisen aufgegriffen, die noch vor kurzem vor solchen Schritten in der Reparationsfrage warnten. An amt­licher Berliner Stelle erklärt man zwar, daß

lein Mittel zur Durchsetzung des deutschen Stand­punktes unversucht gelassen werde,

aber in Betrachtung der wirklichen außenpolitischen Lage und in psychologischer Wertung der allgemeinen Stimmung muß man leider feststellen, daß die Vorsicht und Aengstlichkeit der Verantwortlichen für die Regie­rungspolitik sowie das Laborieren mit Formalitäten und Kompromissen die Hoffnungen weitester Kreise auf ein schnelles und entschiedenes Vorgehen stark ver­mindert haben. Die Taktik des Kanzlers. der sich selbst in einer Rede vor dem Zentrum ausdrückte:„Nur Schritt für Schritt vorwärts zu schreiten“, kann im Augenblick der höchsten finanziellen und wirtschaftlichen Gefahr nicht mehr ziehen.

Das Wahlprüfungsgericht beim Reichstag erklärte in seiner Sitzung am Samstag entsprechend den Anträ­gen der Berichterstatter die Wahl in den Wahlkreisver­bänden 6(Sachsen=Thüringen), 9(Westfalen), 11 einland=Süd) und 12(Rheinland=Nord) für gültig.

(Rheinland=Süd) 65 hat

Es hatte sich um nur ganz geringfügige Beanstandun­

gen gehandelt.

Jagesglossen

Reichswehrminister Dr. Gröner er­Staats= örtert in einem Artikel in der Deutschen verleumdung Allgemeinen Zeitung“ die Frage ver­

schärfter Maßregeln gegen das, was er das Staatsverleumdertum nennt. Er zitiert eingangs seine Haushaltsrede vom 19. März, deren für seine jetzige Betrachtung wesentlicher Abschnitt sich mit dem gegen Deutschland immer wieder erhobenen Vorwurf der Geheimrüstung beschäftigt. Die Märchen, an die das Ausland zu glauben vorgebe, seien ihm leider meist durch Deutsche zugetragen. Gröner schloß damals mit dem Satz:„Ich stehe nicht an, zu erklären, daß ich außerordentliche gesetzliche Maßnah­men gegen diese Staatsverleumder für erforderlich halte und auch beim Reichskabinett bereits beantragt habe.“ Weiter erinnert Dr. Gröner daran, daß in den Jahren, in denen über die Zurückziehung der Kontrollkommissionen aus Deutschland verhandelt worden sei, nicht weniger als 340 Behauptungen über angebliche deutsche Geheimrüstungen aufgestellt worden seien. Auch erwähnt der Minister eine im Auslande verbreitete Schrift„Wie die Reichswehr das Ausland beschwindeln will“ und fragt, könne der Staat eine solche Propaganda dulden? Zum Schluß verwahrt sich Gröner noch gegen den Vorwurf. die freie Kritik unter­binden zu wollen. Die Auslassungen Dr. Gröners haben überall größtes Aufsehen hervorgerufen, und es verlautet sogar, daß man an Reichskanzler Dr. Brüning herangetreten sei, die von Gröner verlangten Maßnah­men, die schon in einem Gesetz vorbereitet sein sollen, zugleich mit der bevorstehenden großen Notverordnung unter Artikel 48 zu verkünden. Man begründet die Not­wendigkeit eines solchen Gesetzes damit, daß der Lan­desverratsparagraph und das Spionagegesetz nicht mehr ausreichen, um die Wehrmacht vor Schädigungen zu be­wahren.

Am 25. November sind in England Gefahr für die, die neuen Zollbestimmungen in Kraft deutsche Ausfuhr getreten, die einen Teil der Einfuhr­

waren mit einem Einfuhrzoll in Höhe von 50 Prozent ihres Wertes belegen. Von den 23 Warengruppen, die England in sein Zollprogramm ein­bezogen hat, beträgt der deutsche Anteil bei zehn Werg## gruppen über 30 Prozent der betreffenden Eiz Asien teilweise ist der deutsche Anteil sogar noch#######i

höher, so z. B. bei Strumpfwaren und Unterwä#ther. gar 86 Prozent und bei Tonwaren und glasiertet##### cheln 60 Prozent. Der Wert der durch die Zollso 2# ken betroffenen deutschen Einfuhr nach England bei# uu sich auf rund 150 Millionen Reichsmark, das sind zui! Prozent der deutschen Gesamtausfuhr nach Englands Die Gefahr, die dadurch der deutschen Wirtschaft zu­sätzlich entsteht, hat die Reichsregierung zu einem Einspruch veranlaßt. Sie hat den deutschen Vertreter in London aufgefordert, eine freund­schaftliche Aussprache über das Problem mit der englischen Regierung herbeizuführen. Diese Be­sprechungen sind im Gange und werden fortgesetzt. Deutschland weist darauf hin, daß die Erhaltung der gegenwärtigen deutschen Ausfuhr die einzige Möglichkeit in sich schließt, Zinsendienst und Tilgung der in Deutsch­land befindlichen ausländischen Kredite zu leisten. Die Reichsregierung aber wird zum mindesten von der bri­tischen Regierung eine Herabsetzung der Hochschutzzölle für die deutsche Einfuhr auf 10, im Höchstfall auf 20 Prozent fordern. Wenn auch in den letzten Wochen der englische Handel in Befürchtung der kommenden Maß­nahmen sich stark mit deutschen Waren eindeckte und so die deutsche Ausfuhr nach England steigerte, so ist unum­stritten, daß die Beibehaltung der hohen Zollsätze in den nächsten Monaten eine weitere Verschlechterung der deut­schen Zahlungsfähigkeit mit sich bringen muß, und es bleibt unverständlich, daß die britische Regierung hier kurzsichtiger als ihre führenden Zeitungen vorgeht, die in den letzten Wochen immer wieder zum Ausdruck brachten, daß ohne Wiederherstellung der deutschen Zah­lungsfähigkeit, die nun einmal durch gesteigerte Aus­fuhr bedingt ist, die europäische Wirtschaft und der Weltmarkt nicht aus der Krise gerettet werden können. Noch ist nicht festzustellen, ob in den englischen Maß­nahmen auch eine politische Spitze gegen Frankreich liegt, um auf diesem Umwege den Nachweis für die Unhaltbarkeit der Reparationszahlungen zu erbringen, da sowohl Dawes= wie Young=Plan anerkannt haben, daß die deutschen Tributzahlungen nur durch eine Stei­gerung des deutschen Exportes geleistet werden können. Im Augenblick bedeutet die englische Maßnahme für die deutsche Wirtschaft einen schweren Schlag. Ganz unverständlich erscheint in demselben Zusammenhang ein Artikel des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten verriot, der sich in schroffer Art gegen die Steige­rung der deutschen Ausfuhr und gegen das Anwachsen des deutschen Industrialismus wendet und gleichzeitig für französische Maßnahmen„gegen die deutsche Schleu­derkonkurrenz“ eintritt. Auch aus diesen Aeußerungen geht mit aller Klarhit hervor, daß prominente Politiker, wie Herriot, über die ursächlichsten Zusammenhänge zwischen Reparationen und gesteigerter deutscher Aus­fuhr nicht im klaren sind, so daß sich der nochmalige Nachweis erübrigt, daß Deutschland die zur Bezahlung der Reparationen hereingenommenen Auslandskredite nur durch Steigerung seiner Ausfuhr verzinsen und til­gen kann. Erfreulich jedoch sowohl an der englischen wie französischen Einstellung in dieser Frage bleibt die Tat­sache, daß beide, wenn auch vielleicht ungewollt, den Irrsinn der deutschen Reparations­zahlungen voll bestätigen.

Im Pariser„Trocadero“ ist eine Das andere Gesicht internationale Kundgebung Frankreichs für die Abrüstung von französischen Nationalisten ge­sprengt worden. Der„B..“ berichtete hierüber. Auch deutsche Politiker, wie der Zentrumsabgeordnete