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Dienstag, den 27. Oktober 1931

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Das Ergebnis des Grandi-Besuches in Berlin

Vengen

Die Auffassung der Reichsregierung über die Washingkouer Besprechungen

26. Oktober. vor, so daß dieser Punkt nur ganz allgemein in die

Berlin, 26. Oktober.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Der italienische Staatsbesuch hat heute abend mit einem Diner in der italienischen Botschaft seinen Ab­schluß gefunden. Außenminister Grandi wird sich

sprechungen zwischen Grandi und der Reichsregierung

ist in folgendem gemeinsam vereinbarten amtlichen Be­

„Anläßlich der Anwesenheit des italienischen Außenministers Grandi in Berlin haben zwischen ihm und dem Reichskanzler eingehende Polikische Besprechungen stattgesunden. Anknüpfend an den freimütigen Gedankenaustausch, den der Reichs­kanzler bei seinem Besuch in Rom mit dem Chef der italienischen Regierung vornehmen konnte, wurden in diesen Besprechungen gle,— großen politischen und wirtschaftlichen Prooteie inter­nationaler Art einer Erörterung unterzogen, deren Lösung von Tag zu Tag dringlicher wird. Bei der Aussprache, die mit vollster Offenheit und

ergab sich weitgehende Uebereinstim mung in der Beurteilung der Lage und der Not­wendigkeiten, die sich aus ihr ergeben. Im be­sonderen kam auf beiden Seiten die Ueberzeugung Ausdruck, daß die wirksame Bekämpfung einer Krise, wie sie heute die Welt erschitegeiz, ahae eine planvolle Zusammenarbeit der derrngnen Nationen nicht mehr moglich ist, und daß diese Zu­ammenarbeit, wenn sie zum Erfolge führeg, fol, auf gegenseitigem Vertrauen und gegen####per Achtung gegründet sein muß.“

Der heutige politisch bedeutsame Tag begann um 10 Uhr vormittags mit einem Presse=Empfang in der

Von diesem Empfang aus begab sich der italienische Außenminister zur

Audienz beim Reichspräsidenten v. hindeneuig

Vor dem Reichspräsidentenpalais hatte lediglich eine kleinere Abteilung Schutzpolizei Aufstellung genommen. Der Außenminister befand sich in Begleitung des italie

nischen Botschafters Orsini Baroni und des deutschen Legationsrats Thomsen. Nach einer halbstündigen Un­terredung, der Staatssekretär Dr. Meißner bezwohnte, begaben sich die Herren, von Staatssekretär„... an den Wagen begleitet, um ½12 Uhr wieder in das Hotel. Bei der Abfahrt grüßte die Menge den italie­nischen Außenminister mit dem Faschistengruß.

Um 12 Uhr fand eine Ausfahrt nach Pots

dam und Sanssouet statt. Zesegte, Borztet eingenommenen Frühstücks wurden die lecten Vorderei­

tungen für die Verhandlungen des Nachmittags, getrof: fen, die in größerem Kreise in der Reichskanzte, stntt­fanden. Der Zweck dieser Besprechugen bestand nicht darin, über irgendwelche Postionen des Hozierisger,

trages oder andere Einzelheiten der deutsch- g uggurggh Beziehungen zu sprechen. Der Rahmen der Ausspruche war einerseits viel weiter gesteckt, anderseits aber infolge­dessen allgemeiner gehalten. Die Aussprache, die, wie der ganze Besuch des italienischen Außenministers. außerordentlich freundschaftlich und harmonisch verlief, und durch die frische, offene Natur

wvurde, erstreckte sich auf alle schwebernpenz fzüiffschagf hoißzen und politischen Probleme und die granofageichen mog­lichkeiten, sie zu einer Lösung zu bringen.

Es wurde namentlich ein grundsätzlicher Gedanken­austausch über die Möglichkeiten eines gemein­amen anßenpolitischer ZHhregrgeze ergepe, berbei­geführt, das sich in abfehoute. Zeil ergeven konnte. Man hat über den Stand der Weltwirtschaftskrise und über die aus ihr drohenden Gefahren sowie über die Mittel ihrer Bekämpfung gesprochen. Man hat sich weiter über die Entwicklung des Pfundes und die Frage des Goldstandards unterhalten und dabei auch die englischen Wahlen gestreift. Man hat die Probleme Stillhalte=Abkommens und der internatio­

Wie wird das neue englische Unterhaus aussehen?

Oeo**.

Eindrücke vom englischen Wahlkampf

vor, so daß dieser Punkt nur ganz allgemein in die Aussprache gezogen werden konnte. Wenn auch irgend­welche praktischen Lösungen nicht in Aussicht genommen worden sind, was auch nicht der Zweck der Besprechun­gen war, so sind doch das Ziel und die Absichten des Be­

suches des italienischen Außenministers in Berlin völlig

Es bedarf keiner Frage, daß die deutsch=italienischen Besprechungen in Berlin im Schatten der Washing­toner Verhandlungen Lavals gestanden haben. Der Kanzler und Grandi dürften sich von dem Ergebnis der Besprechungen Lavals zwar nicht beeinflussen lassen, werden aber doch die sich daraus ergebenden Konsequen­zen mit in Berücksichtigung gezogen haben. An sich be­urteilt man in der Wilhelmstraße den in Washington veröffentlichten amtlichen Bericht durchaus ruhig. Man hält aber offensichtlich mit dem letzten Urteil noch zurück, bis ein ausführlicher Bericht der deutschen Botschaft in Washington hier vorliegt. Immerhin betont man bereits, daß wohl kaum von einem Mißerfolg gesprochen werden könne. Man dürfe die Dinge nicht immer so betrachten, als ob es sich lediglich um deutsche Angelegenheiten und deutsche Interessen handele. Vielmehr seien in Washing­ton Fragen internationaler Art besprochen worden die immerhin einer gewissen Klärung entgegengeführt seien. Man nimmt auch im Auswärtigen Amt nicht an, daß die Stelle des amtlichen Berichts, die davon spricht, die Initiative müsse baldigst von den europäischen Mächten ergriffen werden, bedeuten solle, daß Deutschland allein die Initiative zu ergreifen habe. Man faßt diesen Passus des amtlichen Berichtes in Berlin so auf, daß Gläu­biger und Schuldner zusammen das nächste

London, 26. Oktober.

Am 27. Oktober wählt das englische Volk das neue Unterhaus. Es entscheidet damit über die zukünftige Leitung seiner Geschicke und beeinflußt durch die Wahl auch die künftige Gestaltung der Politik in der Welt. Der Wahlkampf hat jetzt seinen Höhepunkt erreicht.

Ein Wahlkampf in England ist nicht nur eine ernste, sondern auch eine=fröhliche Angelegenheit, selbst dann, wenn er in so ernsten Zeiten stattfindet wie in diesen. Ueberall gibt es in diesen Tagen etwas zu sehen, etwas zu hören. Jeden Abend hält ein anderer großer Staats­mann nach der Dinerstunde eine unterhaltende Ravio­Rede. An allen Straßenecken werden lärmende Ver­sammlungen abgehalten. In Whitechapel kandidiert Londons populärster Boxer Kid Lewis und hält, statt zu boxen, im Ring schwungvolle Reden. Zu Sir wald Mosleys Versammlungen ist der Andrang so stark, daß er 3 Shilling(2,50.) Eintrittsgeld(ohne Vergnügungssteuer!) erhebt und prompt gezahlt erhält. Täglich teilen die Blätter über die Wahlkandidaten „allerhand Lustiges“ mit: von den 1200 Kandidaten ist Mr. L. Gluckstein(Nottingham) mit 6,7 Fuß der größte von Wuchs, Mr. R. Turton(Malton) der dickste von allen und Mr. A. Ellis(Bradford) hat den komischsten Vornamen:„Alonza“. An allen Häusern kleben schreiende Wahlplakate. Die konservativen Flugblätter stellen in anschaulichen Bildern das Dumping Eng­lands durch ausländische Waren dar. Man sieht(auf diesen Bildern) die Arbeitslosen zu Tausenden müßig herumstehen, während zu ihren Füßen sich haushoch Kisten und Ballen mit ausländischen Waren türmen,

solche mit der noch immer wirksamen

daniederliegenden britischen Welthandels" wird.

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biger und Schuldner zusammen dos näöchte)„., poran solche mit ver auag, igatet Witagten

Interesse daran haben, dieie drage so rosch wie wögtich Schauerauscheift„MNade in Germaur“. Und von Zeit

zu kläten und daß sie zusammen die Initiative ergreifen zu, Zeit rattern durch die Straßen, ganz wie die Wagen

müßten. Man glaubt aber nicht, daß Ameritcg die Abd= eine wandernden Zirkustruppe, große Lastautonobile,

„Der Nein ist ins konen= gebracht

Washingions Ausichl über die besprechungen mit Laval

des deutschen

nalen Verschuldung erörtert und ist schließlich auf die Abrüstungsfrage eingegangen. In fast allen Punkten, nicht zuletzt in der Frage der Abrüstung, konnte eine weitgehende Uebereinstimmung der Ansichten der beiden Regierungen festgestellt werden. Wo eine solche Ueher­einstimmung nicht zu erkennen war, lag es lediglich daran, daß der eine oder andere Staat an dem betreffen­den Problem nicht interessiert war. Es ist jedenfalls Richt ineinem einzigen Punktirgendein Gegensatz zwischen der deutschen und der italieni­schen Auffassung zutage getreten. Ueber das Ergeb­kis der Besprechungen des französischen Mi­nisterpräsidenten Laval in Washington lagen außer den Pressemeldungen noch keine diplomatischen Berichte

Washington, 26. Oktober.

Zur Frage der Bedeutung des über die Wa­shingtoner Besprechungen herausgegebenen amt­lichen Berichts wurde dem Vertreter des WTB. gegenüber an maßgebender Stelle betont, daß hier tatsächlich keine Absicht bestehe, sich von

derinternationalen Schulden frage

zu isolieren. Im Gegenteil, der wichtigste Punkt der Unterredung mit Laval sei die Bera­tung von Mitteln und Wegen gewesen, wieman Deutschland helsen könne. Nach reif­licher Erwägung des Für und Wider haßgreiz, lich auch am praktischsten herausgestellt, das Problen durch die im Boung=Plan vorgesehene gesghae rie ansassen zu lassen. Jeeher das b.# desto besser sei es. Bekanntlich sei auf Sauze

verständigen=Konserenzen, wie sie unter dem

Young=Plan wahrscheinlich einberusen stets Amerika vertreten, und wenn die ersc Er regung über den amtlichen Bericht, der notwendi­gerweise mit Rücksicht auf die innerpolitischen Si­tuationen in Frankreich sowohl wie „gewisse Worte gebrauche, um gewisse Gedanken zu verbergen“, vorbei sei, werde man auch in der deutschen öffentlichen Meinung den Standpunkt einnehmen, daß der Stein nunmehr ins Rollen gebracht sei und Deutschlun= hieraus in erster Linie Nutzen ziehe.

Berliner Pressestimmen

Berlin, 26. Oktober. Die Ansicht der Berliner Presse über das Ergebnis der französisch=amerikanischen Besprechungen in Washing­ton ist einheitlich. Der sozialderrstgatische„Aben­betont, daß durch das negative Ergebnis der Reise La­vals nach Washington die Notwendigkeit der deutsch­

unterstrichen werde. Die demokratische„Be###sche

Zeitung" betont, theoretisch bedeute das Washing­toner Ergebnis ausnahmslos eine Verschlechterung für Deutschland. Praktisch werde sich, jedoch kaum viel ändern. Bei der Finanzlage Deutschlanos sei es aus­geschlossen, daß das Reich nach Ablauf des Schulden­feierjahres effektive Zahlungen auf das konto leiste. Die„Germania“(Zentrum) meint, die eigentlich politischen Fragen seien zurückgestellt wor­den. Hinsichtlich des Reparations= und Schulder

problems enthalte die Washingtoner Verlautbaxung Fest­

stellungen, deren Tragweite sich infolge der augemein­heit der Formulierung nicht übersehen lasse.

Die rechtsgerichtete„Deutsche Allgemeine Zeitung" weist darauf hin, daß in der Verlaut­barung die von der Havas=Agentur angekündigte Stelle,

es werde beim Young=Plan bleiben, fehle. Der deutsch­nationale„Lokalanzeiger“ sieht es als einen Er­

nationale„Lokalanzeiger“ sieht es als einet

folg Lavals an, daß es ihm gelungen sei, selost ven Anschein der geringsten Verpflichtung in den entscheiden­den Fragen der Reparationen, der Schulden und des Korridors zu vermeiden. Anderseits habe er eine Ab­lehnung seines Planes für einen französisch=amerika­nischen Sicherheitspakt annehmen müssen.

Paris ist befriedigt

Paris, 26. Oktober.

Das Ergebnis der Amerikareise Lavals wird allge­mein als befriedigend angesehen. Man begrüßt beson­ders die Tatsache, daß sich der amerikanische Staats­präsident verpflichtet hat, das Moratorium von sich aus nicht zu verlängern, und daß in der Frage der Ab­rüstung praktisch nichts geschehen ist. Nur die äußerste Rechts= und Linkspresse zeigt sich, jede auf ihre sehr uazufrieden. Der sozialistische„Populaire“

spricht von einem Mißerfolg. Die einzige Feststellung, die man machen könne, sei die, daß in den Hauptfragen, wie Neuregelung der Schulden und Reparationen und in der Abrüstungsfrage, nichts geschehen sei. Man müsse sich überhaupt fragen, weshalb Laval nach Washington gegangen sei. Um immer nein zu sagen, hätte es auch genügt, wenn er seinen Botschafter vamit beauf­tragt hätte. Das„Journal“ ist im Gegensatz, dan mit dem Ergebnis der Besprechungen äußerst,„ Man könne sagen, daß der Standpunkt Frankreny# sich in allen Teilen durchgesetzt habe.

Die Londoner Presse sagt: Diplomatischer Dieg Frantreichs

London, 26. Oktober.

Die Berichte der englischen Presse zu, den Laval­Hoover=Besprechungen gipfeln in der Feststellung, daß Frankreich, um die Worte des liberalen„News Chronicle" zu gebrauchen, einen entscheidenden diplomatischen Sieg über Hoover davon­getragen habe, und daß das geringe Maß einer Einigung auf Kosten Deutschlands erzielt wurde. Die Washingtoner amtliche Mitteilung verschleiere nur, daß Hoover den Beweisgründen Lavals in der Frage der Reparationen nachgegeben habe. Laval habe die Unver­letzlichkeit des Youngschen Plaus, sichergestellt. Die amerikanische Geschäftswelt, so verichter die„Mor­ning Post“, sehe in der amtlichen Verlautbarung die Erklärung, daß Deutschland bankrott gehen müsse, ehe Hilfe kommen werde. Die Zusammenkunft habe das Vertrauen eher geschwächt als gestärkt.

Laval aus Washington abgereist

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Die hauptsächlichsten Losungen

Das starke Vorherrschen von Werbeplakaten mit handelspolitischem Inhalt zeigt schon rein äußerlich, unter welchen Losungen dieser Wahlkampf in der Haupt­sache vor sich geht. Immer deutlicher unterscheidet man auf der einen Seite Losungen, wie:„Nationale Eini­gung!",„Schutzzölle für Industrie und Landwirtschaft", „Wiederherstellung der britischen Geldmacht", auf der anderen:„Sozialismus— die einzige Lösung!",„Frei­handel um jeden Preis",„Nationalisierung der Banken, der Bergwerke und des Grund und Bodens". Die Kon­servativen rufen nach Schutzzöllen, weil sie hiermit dem britischen Handel wieder auf die Beine zu helfen hoffen. Die Sozialisten meinen, daß der Verzicht auf den Gold­standard genügt, und daß die Verbilligung des Pfundes dem Handel, auch ohne Einführung von Schutzzöllen, den ersehnten Antrieb geben werde.

Ramsey Macdonald hat, ohne es zu wollen, den beiden großen Parteien ein Schnippchen geschlagen: Konservative und Sozialisten hatten bereits im Som­mer große Mengen von Wahlliteratur vorbereitet, auf den konservativen Flugblättern stand zu lesen: „Fort mit Macdonald, dem Vernichter der britischen nationalen Macht!“, während die sozialistischen Pla­kate gelautet, hatten:„Wählt Ramsay Macdonald: Macht den Labourführer zum nationalen Führer: Nun aber hat sich das Blatt der Geschichte gewandt und beide Parteien haben ihre ursprüngliche Wahl­literatur vernichten müssen. Doch viel verärgerter als die Konservativen sind die Sozialisten: ihr Prophetie hat sich, zu ihrer peinlichsten Ueberraschung, in eine sehr reale Wirklichkeit verwandelt... Macdonald ist, nach wie vor die große Zentralfigur dieses merkwür­digsten Wahlkampfes in der Geschichte Englands. Vor allem hat die erstaunliche Courage, die er bewiesen hat, als er, trotz aller Anfeindungenvon seiten seiner ehemaligen Freunde, sich wieder in seinem alten Wahl­bezirk Seaham aufstellen ließ, in ganz England den größten und nachhaltigsten Eindruck ausgeübt und selbst im Feindeslager imponiert. Seaham, das kleine nor­dische Hafennest, ist hierdurch zum Schauplatz des inter­essantesten Einzelkampfes der gesamten Wahlkampagne ge­worden. Dem großen Macdonald, dem Staatsmann von Weltruf, haben die Leute von Seaham einen kleinen Schulmeister entgegengestellt, dessen Namen bisher nie­mand gekannt hatte. Doch dieses und der kühle Emp­fang, der ihm zuerst bereitet wurde, bekümmerte Mac­donald nur wenig. Er begibt sich täglich zu all diesen armen, unscheinbaren Bergarbeitern und deren Frauen, berichtet ihnen die intimsten Dinge aus seinem viel­bewegten Leben, erzählt ihnen von den entsetzlichen Ein­drücken, die er während der Inflationszeit im Ruhr­gebiet erlebt hatte, und überzeugt sie von der Richtig­keit der staatspolitischen Entschlüsse, die er im Interesse der Nation, blutenden Herzens, gefaßt hat. Dazu wird von ihm wie von den anderen hinter der nationalen Regierung stehenden Parteien in den letzten Tagen stark unterstrichen, daß die englischen Wähler bei diesen Wah­len über Verelendung oder Wohlstand, über Sein oder Nichtsein der britischen Weltmacht zu entscheiden haben. Die kleinen, schlichten Leute von Seaham haben Mac­donald zuerst schweigend zugehört, dann halb beifällig zugestimmt und schließlich stürmisch Beifall geklatscht, vor allem, als er ihnen zum Schluß immer und immer wieder einen einzigen Satz, sein neues Glaubensbekennt­nis, eingehämmert hatte:„Ich sage Euch— wir brauchen nationale Einigkeit, wir brauchen Einigkeit, unter allen Umständen Einigkeit...“

Wahlwetten an der Londoner Börse

Die Wahlquotierung der Londoner Börse steht zur Zeit auf 150 bis 200 Stimmen Mehrheit für die ver­einten Parteien der Nationalen Regierung: laut diesem Kurse“ werden sogenannte„Wahlaktien“ zu je einem Pfund Sterling ausgegeben; ist die wirkliche Mehr­heit nach Wahlausgang größer als die Tagesquotie­rung, so erhält der Käufer soundsoviel Pfunde zu­gezahlt; ist die Mehrheit geringer, so muß der Käufer soundsoviel Pfunde nachzahlen. Der Kurs ändert sich täglich, je nach den politischen Ereignissen und je nach den Rede=Erfolgen der Wahlkandidaten. Es wer­den täglich Hunderttausende von Pfund Sterling um­gesetzt. Zum Hazardieren ermuntern übrigens auch die großen Londoner Blätter. Die meisten von ihnen ver­öffentlichen Preisausschreiben auf richtiges Voraussagen des Wahlergebnisses. Das Parteiblatt der Sozialisten setzt einen Preis von 20 000 Reichsmark demjenigen sei­ner ständigen Leser aus, der möglichst genau voraussagen kann, wieviel Stimmen bei den Wahlen insgesamt abgegeben werden; bei den letzten Wahlen wurden insgesamt 22639 297 Stimmen(bei einer Wählerschaft von etwa 29 Millionen) abgegeben; in diesem Jahre be­trägt die Gesamtzahl der Wählerschaft rund 30 Millio­nen und man rechnet mit einer weit stärkeren Wahlbetei­ligung. Das Preisausschreiben eines großen konserva­tiven Blattes ist noch verlockender, es setzt einen Preis von 100000 Reichsmark aus; dafür ist es aber auch viel komplizierter; das konservative Blatt teilt die am Wahlkampf beteiligten Parteien in fünf Hauptgruppen ein: 1. Nationale. 2. Antinationale, 3. Lloyd=George­dgereist. Dr wurs, sa,„om muternagt in Liberale, 4. Str=Ot so, herte seige, Besergufen, ro# Kemyork an vord der„Ovte v. Bvu.,—., O mit wiepief Rögegrbnete jede Partei nach Westminster

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