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Nr. 105 38. Jahrgang

Mittwoch, den 6. Mai 1931

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Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs. Verantwortlich für Politik:

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General## Anzeiger

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Tagung des Weltwirtschaftsparlamenks(Frankreich ins Anrecht gesetzt

Kriegsschulden— Wirtschaftskrise Das Echo der Hoover=Rede

*„*„ Mmerise gflichtet den deutschen Thesen bei

Amerita hal Verstandnis für ein deutsches Morutorium!

Washington, 5. Mai. Silas Strawn, der Vorsitzende der amerikani­schen Sektion der Internationalen Handelskammer, erklärte Pressevertretern, Amerika werde sich nie zur Streichung der elf Milliarden Dollar Kriegsschulden bereit sinden: denn der amerikanische Steuerzahler sei jetzt schon schwer belastet. Eine andere Frage sei eine Ausdeh­nung der Zahlungsfristen; dies ließe sich erwägen. Es sei jedoch Sache der Schuldnerstaaten, hierfür über­zeugende Argumente vorzubringen. Eine andere Frage sei auch Deutschlands Zahlungsfähigkeit. Jedermann sehe ein, daß der Fall der Weltpreise Deutschlands Reparationslasten beträchtlich erhöhe. Wenn Deutsch­l andein Moratorium(Zahlungsausschubs er­klären sollte, so würde es dafür in der ame­rikanischen Geschäftswelt großes Ver­ständnis finden.(Diese Aeußerung wird in Finanz­kreisen dahin ausgelegt, daß die amerikanischen Ban­kiers in einem solchen Falle Deutschland kurzfristige Kredite nicht kündigen würden.) Ueber die Frage in­wieweit die internationalen Schulden zur Weltkrise beigetragen haben, wollte Strawn sich nicht äußern; er erklärte jedoch, er könne dem Standpunkt Dr. Dern­burgs, daß sie die Weltkrise verursacht hätten, nicht beistimmen.

Auf der Tagung der Internationalen Handels­kammer sprachen Montag nachmittag noch der Ehren­präsident der Kammer, der Italiener Pirelli, der

Franzose Parmentier und der chilenische Botschafter Davila. Pirelli wandte sich, von den Ergebnissen seiner Analyse des amerikanischen Erdteiles ausgehend, gegen Schutzzölle und Kriegsschulden­Jahlungen, Parmentier befürwortete regio­nale Abkommen für ganz Europa, die auf dem Grund­satz der Gegenseitigkeit fußen sollten. und Botschafter Davila schilderte die Wirkungen der Weltkrise auf Latein=Amerika und schloß mit der Aufsorderung zu internationaler Zusammenarbeit.

Am Dienstag vormittag erklärte der bekannte schwe­dische Industrielle und Vizepräsident der Internatio­nalen Handelskammer, Edström, er glaube nicht, daß die internationale Politik, Zollpolitik und Trust­politik die gegenwärtige Depression verursacht hätten. Sie seien lediglich erschwerende und die Krise verlän­gernde Faktoren. Die Hauptursache der Depression sei die Konzentrierung des Kapitals in den industriell hochentwickelten Ländern.

Sir Alan Anderson, Mitglied der Bank of England und Sachverständiger bei den Dawes= und Doungplanausschüssen,

widersprach der Möglichkeit, daß weitere Kür­

zungen der alliierten Kriegsschulden zur Zeit durchführbar seien.

Eine Streichung dieser Schulden würde keine Lösung der Weltkrise bringen, wenn auch die Krise durch diese Zahlungen ernsthaft verschärft werde. Wesentlich da­gegen sei die Wiederherstellung des Freihandels, soweit irgendmöglich, und gesunde Kreditbedingungen.

Melvin Traylor, Präsident der First National Bank of Chicago und Organisator der Bank für inter­nationalen Zahlungsausgleich, erklärte, das Trauer­spiel der Jahre 1930 und 1931 sei durch den Ausbruch des Weltkrieges bedingt, den der Mangel an mutiger Führerschaft herbeigeführt habe. Das Versagen der Führung in Kreisen der Regierung, der Finanz, der Industrie und der Landwirtschaft sei auch für die letz­ten Jahre bezeichnend. Traylor empfahl die Ab­schaffung der täglichen Liquidation der Börsengeschäfte, scharfe Einschränkung der Kreditspekulation, Herab­setzung der öffentlichen Ausgaben, gerechtere Vertei­lung der Steuerlasten und einen besseren Schutz der Landwirtschaft.

Die Sozialdemokraten verlangen vene Seuern

Gegen jede Drosselung der sozialen Versicherungen

Berlin, 5. Mai.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Währenddes in den letzten Tagen über die Zunahme des Haushaltsfehlbetrages innerhalb der Parteien noch einigermaßen ruhig geblieben war, reitet der sozialdemo­kratische„Vorwärts“ in einem Artikel des sozialdemokra­tischen Haushaltsreferenten Dr. Hertz eine scharfe Attacke gegen die Regierung Brüning. Der Tenor des Artikels ist darauf abgestimmt, daß die Sozialdemokratie jede Einschränkung der sozialen Ausgaben ablehnt und die Expodung der Steuern als das kleinere Uebel ansieht, selbst wenn es sich dabei um Steuern handelt, die auch die breiten Massen betreffen. Dr. Hers ist der Ansicht, daß es unmöglich sein werde, den neuen ge­waltigen Fehlbetrag allein durch Einsparungen zu decken. Nach seiner Ansicht gebe es Steuermöglichkeiten, die keine Mehrbelastung der Massen bedeuten und den Besitzenden nicht wehe tun, so die Aenderung des Branntweinmono­polgesetzes, die Reform der Tabaksteuer, das Notopfer der höheren Einkommen und die Verschärfung der Auf­sichtsratssteuer. Außerdem gibt es nach Ansicht des Ar­tikelschreibers noch den Weg der Kreditbeschaffung und die Möglichkeit, die Fristen der Schuldentilgung zu ver­längern.

Mit diesem letzten Gedanken meint der Abgeordnete #e Abänderung der gestern von uns bereits erwähnten

lex Schacht, die 450 Millionen Mark für die Tilgung der schwebenden Schuld in den Reichshaushalt einsetzt. Die Regierung hat eine solche Möglichkeit dementiert. Aber bis weit in die Rechtsparteien hinein verstärkt sich die Ansicht, daß bei dem Darniederliegen der Wirtschaft und bei dem dauernden Rückgang der Steuer= und Zoll­einkünfte dem Reiche schließlich nichts anderes übrig bleiben wird, als auf diese Aenderung der Schulden­tilgung zurückzugreifen und einen Teil der hierfür ein­gesetzten 450 Millionen Mark zur Balanzierung des Haushalts zu verwenden. Ueber einen solchen Plan könnten die Regierungsparteien vielleicht untereinander verhandeln. Dagegen würde das sozialdemokratische Verlangen nach Steuererhöhung bei allen Parteien schärfsten und berechtigten Widerstand auslösen, da eine Steuerbelastung der Wirtschaft abermals neues Kapital entziehen und damit die Arbeitslosigkeit weiter verstär­ken würde.

Altterna Pfiichtel den beuischen Thesen der

Berlin, 5. Mai. Vertreter (Von unserer Berliner Schriftleitung.)

Die gestrige Rede des amerikanischen Präsidenten Hoover vor der Internationalen Handelskammer, die gestern vom„B..“ mitgeteilt wurde, hat im In= und Auslande großes Aufsehen erregt. In politischen Krei­sen und in der Presse der Reichshauptstadt wurden die Ausführungen Hoovers mit Genugtuung aufgenommen; denn der Präsident hat eindeutig in der Frage der Ab­rüstung den französischen Standpunkt ab­gelehnt und sich auf die Seite der deutschen Thesen gestellt. Hoover sieht in der Begrenzung der Auf­rüstung die einzige Möglichkeit, um die Hauptursachen der politischen Unruhen zu beseitigen. Dieser Stand­punkt ist von allen deutschen Außenministern seit dem Abschluß des Versailler Vertrages eingenommen wor­denn, er wurde auch klar präzisiert, von dem deutschen

Hevision dei Kidenerdinng.

fordern die amerikanischen Kriegsteilnehmer

Newyork, 5. Mai.

Bei einer gestern abend von der American Legion veranstalteten, stark besuchten Freundschaftsfeier der Kriegsveteranen Amerikas und der eingewanderten Kriegsteilnehmer der Mittelmächte hielten u. a. In­g alls, der Hilfssekretär des Marineamtes. Edward Spafford, der frühere Nationalkommandeur der American Legion, Josef Ridder, der Herausgeber der Newyorker Staatszeitung, Bürgermeister Walker und der deutsche Generalkonsul Dr. Kiep Ansprachen über die Bedeutung der Verständigung zwischen den ehemaligen Kriegsteilnehmern im Interesse des Völker­friedens.

Die Versammlung nahm unter großer Begeisterung folgende Entschließung an:

„Die Versammlung beschließt, daß entweder der Abschluß neuer Verträge oder die Revi­sionalter Verträge dringend empfohlen wer­den sol, zamit Liebe und Freundschaft den Reiz und

deskinder niemals wieder in die Schrecken eines neuen Krieges hineingezogen werden.“

Präsident Hoover hatte der Versammlung ein Glück­wunschtelegramm geschickt.

Weg mit der Kriegsschuldlüge!

Bremen, 5. Mai.

Die Zentralstelle des Volksbundes„Rettet die Ehre“ übermittelte allen ausländischen Regierun­gen, dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler, dem Reichsaußenminister und den Länderregierungen eine in deutscher und englischer Sprache abgefaßte Eingabe, mit einer Fülle amtlichen und außeramtlichen Materials, die feststellt,„daß die Behauptung des Artikels 231 des Versailler Vertrages von einer Alleinschuld Deutschlands“ am Weltkriege den Tatsachen

den sol, zomit Liebe und Vreun, Gentragen Veid und her Geschichte nichtentspricht. Es wird daher die

O. V. P. gegen Brotpreiserhöhung

Tagung des Reichsausschusses für Handel und Industrie der 9. V. P.

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Berlin, 5. Mai.

Der Reichsausschuß für Handel und Industrie der Deutschen Volkspartei trat heute unter Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Dr. Huao zu einer Sitzung Zu: sammen, an der neben vielen Mitgliedern der Reichs­tags= und preußischen Landtagsfraktion auch Reichs­außenminister Dr. Curtius teilnahm. In seinem Vor­trag über die zoll= und handelspolitische Lage führte Dr. Schneider u. a. aus, daß Deutschland im Hin­blick auf die Gesamtlage aus der tiefen Stagnation herausgekommen sei. Nach Osten und Süden stünde Deutschland aber noch immer vor großen Schwierigkei­ten. Bei der Politik stark erhöhter Schutzölle zur Er­haltung der einheimischen Landwirtschaft habe die Deutsche Volkspartei die Forderung vertreten, daß diese Sicherung gegen den Sturz der Weltmarktpreise keine Verteuerung der inländischen Lebenshaltung und keine Störung der handelspolitischen Beziehungen zum Aus­lande bedeuten dürfte. Die Brotpreiserböhung in Berlin um 9 v. H. sei unerträglich. Der Red­ner kam zum Schluß auf die geplante deutsch=öster­reichische Zollunion zu sprechen, die nach seiner Ansicht im Juni abgeschlossen. im Frühherbst von den Parlamenten in Wien und Berlin ratifiziert und im Februar oder April nächsten Jahres in Kraft treten könnte.

Dann ergriff Reichsgußenminister Dr. Curtius das Wort, um in zum Teil verkraulichen, Ausführun­gen zu einer Reihe von handelspositischen Fragen Stel­lung zu nehmen. Er stellte fest, daß an dem Nicht­zustandekommen des deutsch= polnischen Handelsver­trages in erster Linie Polen die Schuld trage. Zu den deutsch= rumänischen Verhandlungen sprach der Mi­nister die Hoffnung aus, daß sich die wirtschaftlichen Kräfte doch noch durchsetzen werden: denn nur ein großer Markt könne dem Südosten helfen. Bei der Besprechung des deutsch= österreichischen Zollabkom­mens erörterte der Minister die bevorstehenden Ver­handlungen vor dem Europa=Ausschuß und dem Völ­kerbundsrat in Genf. Die interessanten Dagegungen kennzeichneten die politischen und wirtseggrigen Schwierigkeiten, ließen aber keinen Zweifel#nuger, daß die deutsche ebenso wie die österreichische Regierung entschlossen sind, mit aller Kraft das Abkommen durch­zuführen.

Im Anschluß daran sprach Reichstagsabgeorhneter Dr. Huze(Bochum) über die politische Arbeit der

Deutschen Volkspartei seit dem 14. zukünftigen Aufgaben.

Ein Antag der Sosaldenatenten

h Berlin, 5. Mai.(Eig. Drahtber.)

Die Sozialdemokraten haben im preußischen Land­tag unter Bezugnahme auf die Brotpreiserhöhung in Berlin einen Antrag eingebracht, 8

1. das Staatsministerium zu ersuchen, durch den Reichsrat und auch auf dem Verhandlungswege auf die Reichsregierung einzuwirken, daß die letzte Brot­preiserhöhung in Berlin und anderen Orten so­fort rückgängig gemacht wird;

2. das Staatsministerium zu ersuchen, diesen Be­schluß der Berliner Bäckerinnung als im Widerspruch mit der Kartellgesetzgebung stehend, im Verwaltungs­aufzuheben.

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Vertreter in der Abrüstungskonferenz, Grafen Bern­

storff, wiederholt zum Ausdruck gebracht. Der ameri­kanische Präsident gibt mit erfreulicher Eindeutigkeit seine Ansicht kund, daß die Welt nicht durch die von Rüstungen erzeugte Furcht, sondern lediglich durch die Stärkung des gegenseitigen Vertrauens in Ruhe gehal­ten werden kann. Somit weist Hoover den französischen Standpunkt zurück, der als Vorbedingung für die Ab­rüstung die Sicherheit verlangt. Wenn französische Po­litiker in der letzten Zeit immer wieder erklärt haben, daß weder der Locarno=, noch der Kellogg=Pakt Frank­reich die erforderliche Sicherheit böten, so räumt Hoover auch mit dieser Ansicht auf und erklärt beide Verträge als wirksames Mittel zur Befriedung der Welt. Be­sonderes Interesse muß das von Hoover angeführte Zahlenmaterial finden, wonach gegenwärtig über 20 Milliarden von den einzelnen Nationen für Rüstungs­zwecke verwandt werden und daß ferner fünfeinhalb Millionen Mann aktiver Truppen unter den Waffen stehen und weitere 25 Millionen Mann als Reserven verfügbar sind. Diese Zahlenangabe kann man dahin ergänzen, daß allein Frankreich seit dem Jahre 1913 seine Aufwendungen für die Armee verfünffacht hat, während die deutschen Rüstungsausgaben, die im Jahre 1913.12 Milliarden Reichsmark betrugen, für das Jahr 1930 auf 678 Millionen, also auf ein Drittel, zurückgegangen sind. Der Vorwurf des amerikanischen Präsidenten, daß die Völker der Welt einen unmäßigen Rüstungsaufwand trieben, kann also nicht Deutsch­land treffen, sondern ist an die Adresse der Na­tionen gerichtet, die unter Verletzung der Versailler Vertragsbestimmungen die Abrüstung hinauszögern und das deutsche Volk mit waffenstrotzenden Armeen bebrohen. gangneen und Bask.-fk

Hoovers Ausführungen sind deshalb für die deutsche Außenpolitik beachtenswert. Man darf annehmen, daß sich nunmehr auch die amerikanische Außenpolitik diese Richtlinien zu eigen macht und sich nicht bei der Auf­rollung der Abrüstungsfrage von neuem wie in anderen Fällen als desinteressiert erklärt. Der amerikanische Präsident hat es in der Hand, den Wortbruch seines Vorgängers Wilson hier, wenn auch nur zum Teil, zu korrigieren.

Schlägerei in der französischen Kümider

Paris, 5. Mai.

In der Kammersitzung forderte der Sozialist Grumbach das Haus auf, der spanischen Republik den Gruß der Kammer zu entsenden. Dieser Wunsch wurde von der Linken und auf der Regierungsbank von Tardieu mit Händeklatschen begrüßt. Auch Paul Boncour setzte sich dafür ein. Ministerpräsident La­val richtete darauf im Namen der Regierung einen „herzlichen Gruß an die spanische Republik“.

Bei der Abstimmung über den Antrag Grumbach erklärte der Kommunist Cachin, die Kommunistische Partei werde die spanische Republik begrüßen, wenn aus dem bürgerlichen Regime ein kommunistisches ge­worden sei. Hierauf brach ein ungeheurer Tumult los. Der rechtsstehende Abg. Ambrosini, der sich auf Cachin stürzen wollte, wurde von dem Kommuni­sten Marty mit einem Faustschlag ausgehalten. Er antwortete mit einer schallenden Ohrfeige. Darauf schleuderte Marty seine Stimmenzettelschachtel dem Abgeordneten ins Gesicht. Erst allmählich konnte die Ruhe wiederhergestellt werden.

Der Antrag Grumbach wurde mit 540 gegen sechs Stimmen der äußersten Rechten angenommen. Die Sitzung wurde dann auf Donnerstag nachmittag vertagt.

Unruhen in Spanisch=Marokko

Straßenkämpfe in Tetuan

London, 5. Mai.

In Spanisch=Marokko ist es zu größeren republik­feindlichen Unruhen gekommen. In Tetuan stießen am vergangenen Freitag Fremdenlegionäre, die die Flagge der Monarchie durch die Straßen trugen, mit spanischer Infanterie zusammen, die durch Eingeborenen=Truppen verstärkt waren. Hierbei soll eine größere An­zahl von Menschen getötet und verletzt wor­den sein. Die Fremdenlegionäre wurden überwältigt. Als die Nachricht im Hauptquartier der Fremdenlegion eintraf, bemächtigten sich die Soldaten ihrer Offiziere und hißten die königliche Flagge. Das Hauptquartier wurde von anderen Truppen umzingelt und mußte sich

schließlich ergeben..—6 44, Eing-korenen 3—

Diese Ereignisse haben auf die Eingeborenen der Stadt Tetuan eingewirkt, wo es gestern zum Gene­ralstreik kam. Ungefähr 3000 Personen veranstal­teten eine Kundgebung und verlangten, daß spanische und eingeborene Arbeiter gleichberechtigt, sein sollten, daß der achtstündige Arbeitstag eingeführt werde, daß die arbeitslosen Eingeborenen Arbeit erhalten sollten, und daß der Sonntag als Ruhetag durch den Freitag ersetzt werde. Auch wurde die Naturalisierung marok­

kanischer Juden gefordert. Der Oberkommissar empfing zwar eine Abordnung, entließ sie aber, noch ehe sie ihr Anliegen ausgesprochen hatte. Die Demonstranten zer­trümmerten hierauf die Fenster der Amtswohnung des Oberkommissars und plünderten die europäischen Läden. Gegen sie eingesetzte Eingeborenen=Kavallerie mußte durch Infanterie und Maschinengewehrabteilungen ver­stärkt werden. Die Truppen mußten schließlich das Feuer eröffnen. Die Straßenkämpfe waren am Montag nachmittag noch im Gange.

Parteiverhandlungen bei Arbeit Kordwes geschelet

Essen, 5. Mai.

Nachdem die Gewerkschaften in der vergangenen Woche ihre Forderungen bekannt gegeben hatten, wur­den die Rahmentarifverhandlungen zwischen Arbeit Nordwest und den drei Metallarbeiterverbänden heute in Essen fortgeführt. Nach einer eingehenden Aussprache zogen sich die Gewerkschaften zu einer Beratung zurück