8

25

Amtliches Kreisblatt

für den kreis börde

Ho Sdumtm Seiuer ucen

anden Feiertags. Bezugsprtz M. Poiernt. zadrich, dei der Post für Bestellgeid 42 Pla gedr. Wöchenll. Grafsbeilage:„Jünstrienter Famillenfreund“ u. tägl. Unterdaltungsdiatt. Anzeigenpreis: Die Bedengespaltene Petitzetl­oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von aus­

Sars 1s Pla., Retlamezelle 40 Plg. Jaden

Radat gil als Kassamdan a. erlischt dbes Non­docsen, Zwangsvergleichen, gerichl. Klogen u.; Micsuchzugd grnagt. Jehungseningne.

Westhotener Zeitung Langscheder Zeitung

Schwerter Volksblan

Verbunden mit?

Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung

Schwerter Dolkszeitung

Schwerker Cageblatt ∆ Schwerker Anzeiger

Grstes und älteltes Cagesorgan des Krelles c General-Anzeiger für den Kreis Börde om Haupt-Aanonrenbiat

alu. Artie, end leheigellzelichen B. sungen iür den Areis Hörde erlanger geu 4 Betanavnochung der Abaiglichee Regienung durch Deröstentlichung is der„Schwerin Jeitung“ uchtoerdindliche Kroft.— Die Schwerter Zeitung“ gewödrt idree Adoones­in jür jeden mil Tod endenden Unfad ge­

300 Mk. Unfall.

Druch u. Verlags. Cor Prov. Schwure:. Nu Femip. 62. Telagr. Adr. Braus Schwarts=

Nr. 253.

Donnerstag, den 28. Oklober 1915.

47. Jahrgang.

Stttenn serbischt Gebanentg

Vereinigung der beutschen und bulgärischen Streilkräfte.

Erfolge bei Dünaburg.— Lusitzampfe im Westen.— Abslauen der slallenischen Ofsensive.

TU Sofia, 28. Okt. Nach den letzten Nachrichten von der Front werden die nördlich Prahowo längs der Donau vordringenden bulgarischen Truppen von der bereits südlich Petrowoselow stehenden ( deutsch=österreichischen Armee nur noch durch das Gelände getrennt. Die serbischen Streitkräfte, die versuchten, sich als Riegel zwischen die der Ver­einigung zustrebenden deutschen und bulgarischen Truppen zu schieben, haben die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens eingesehen und sind nach Süd­west ausgewichen. Ihre Nachhut hält nur noch die große Landstraße besetzt, die von Klocjievac schnur­gerade nach Zajecar führt. In der Nähe von Kus­siac fielen den Bulgaren mehrere an versteckter Stelle liegende serbische, mit Munition und ande­rem Kriegsmaterial beladene Transportschiffe in die Hände, die die Serben bei ihrem letzten Rück­zuge nicht mehr zu versenken vermochten. In den letzten Tagen sind mehrfach über den auf diesem Geländeabschnitt operierenden bulgarischen Trup­pen deutsche Flieger erschienen. Sie werden als erste Boten der heranahenden Streitkräfte der Zentralmächte von den Bulgaren mit denkbar größtem Jubel begrüßt.— Die Kämpfe um das bereits völlig zusammengeschossene Dorf Knjazevac dauern noch immer an, befinden sich jedoch im letz­ten Stadium. Die hier stehenden Serben verteidi­gen sich, obwohl sie längst von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten sind, hartnäckig in ihren gut ausgebauten Stellungen.— Der groß an­gelegte Vormarsch auf Nisch macht sowohl im Nor­den wie im Süden unaufhaltsam weitere Fort­schritte. Die Bulgaren sind jetzt auch in den Besitz von Orejac gelangt, so daß sie Herren des Timok­Flusses sind, fast von der Quelle bis zur Mündung. Ihre äußersten Spitzen sind in der Luftlinie nur noch wenig mehr als 40 Kilometer von Risch ent­fernt.

Deutscher Tagesbericht.

wtb. Großes Haupiquartier, 28. Oktober 1915.

Westlicher Kriegsschauplatz

An der Straße Lille—Arras entwickelte sich gestern abend nach einer französischen Spren­gung ein unbedeutendes Gefecht, das für uns günstig verlief.

Nordöstlich von Massiges drangen die Fran­

zosen im Handgranatenkampf an einer schmalen Stelle in unsere vordersten Gräben ein; sie wurden nachts wieder daraus vertrieben.

Im Luftkampf schoß Leutaant Imelmann das fünfte feindliche Flugzeug ab, einen fran­zösischen Doppeldecker mit englischen Offizieren, die gefangen genommen sind.

Zwei weitere seindliche Flugzeuge wurden hinter der feindlichen Linie zum Absturz gebracht. Eines davon wurde von unserer Artillerie völlig zerstört, das andere liegt nördlich von Souchez.

Oestlicher Kriegsschauplatz

Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Hindenburg.

Südlich der Eisenbahn Abel—Dünaburg drangen unsere Teuppen in der Gegend von Tymschany in etwa 2 Klm. Breite in die russische Stellung ein, machten 6 Offiziere, 450 Mann zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinengewehr und 2 Minenwerfer.

Die gewonnenen Stellungen wurden gegen mehrere russische Angriffe behauptet. Nur der Kirchhof von Szali(1 kmn nordöstlich von Garbonowka) wurde nachts wieder geräumt

Heeresgruppe des General=Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern

Nichts Neues.

Heeresgruppe des Generals von Linsingen.

Oestlich von Czartorysk ist unser Angriff bis an die Linie Komarow=Kanienucha­Höhe südöstlich Kiedwiece vorgetragen.

Oestlich von Visegrad wurde Dobrun ge­nommen.

Die Armeen der Generale von Köveß und von Gallwitz haben den Gegner überall, wo er sich stellte, geworfen.

Mit den Hauptkräften wurde die allgemeine Linie Valjevo—Moravci(am Ljig)— To­pola erreicht und östlich von Jaseniez=Raca und beiderseits Svilajnac die Resava über­schritten.

Im Pektal ist Neresica genommen.

Die südlich von Orsowa vorgehenden Kräfte erbeuteten in Kladovo 12 schwere Geschütze.

In Ljubicivac(an der Donau, östlich von Brza=Palanka) wurde die unmittelbare Verbin­dung mit der Armee des Generals Bojudjeff durch O fiziers=Patrouillen hergestellt.

Der rechte Flügel dieser Armee folgt dem Gegner von Negotin in nordwestlicher und südwestlicher Richtung

Um den Besitz von Knjazevac wird weiter gekämpft.

Oberste Heeresleitung.

Oesterreichischer Tagesbericht.

nfrant hält an 91

Die Regierung von morgen.

Ein Zug tiefer Unzufriedenheit geht ziemlich gleichmäßig durch alle Hauptstädte der gegen uns verbündeten Länder. In Paris besonders wälzt sich die öffentliche Meinung wie ein vom Fieber geschüttelter Kranker unruhig hin und her. Man weiß nicht recht, was man will; nur daß es so nicht bleiben kann, wie es ist, darüber sind die Fran­zosen sich einig. Man weiß auch nicht recht, wo der eigentliche Sitz des Uebels ist, unter dem man so schwer zu leiden hat; aber da in solchen Ver­legenheiten sich immer die Regierung als die be­quemste Zielscheibe aller Angriffe gleichsam von selbst darbietet, so müssen die Herren Viviani, Mil­lerand und Genossen auch diesmal wieder ihren breiten Rücken herhalten. Die Regierung von morgen, sagt der„Temps“, ja, die kann, wenn sie entschlossen vorgeht, auf unser Vertrauen rechnen aber mit der Regierung von heute ist er fertig, von der will er nichts mehr wissen. Und um ganz deut­lich zu sein, fügt er offen hinzu, daß gleichzeitig im Londoner Kabinett tiefeingreifende Veränderungen vorgenommen werden müßten, da für die Fehler der Verbandsdiplomatie, die jetzt auf dem Balkan so betrübend hervortreten, nicht allein der kleine Herr Delcassee verantwortlich zu machen sei, Um

Wien 27. Oktober

Amtlich wird verlautbart:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die Vertreibung der Russen westlich von Lzartorysk schreitet trotz der heftigen Gegen­vehr des Feindes fort.

Sonst nichts Neues.

Italienischer

Der italienische Angriff auf unsere küsten­ländische Front wurde gestern nicht mehr mit so großem Aufwand an Menschen und Muni­tion wie in den früheren Schlachttagen fortge­führt. Der Feino zögert mit dem Einsatze sei­

ner zurückgehaltenen Kräfte. Mehrere An­

griffsversuche gegen die Kru=Stellung kamen über ihre Aufänge nicht hinaus. Wiederholte Angriffe auf den Tolmeiner Brückenkopf wur­den wie immer abgewiesen. Der Abschnitt von Plava„stand zeitweise unter Trommelfeuer. Ein Angriff bei Globna wurde zurückgeschla­gen; bei Plava vermochte die italienischg, Ju: fanterie nicht mehr vorzugehen. Im schnitte des noch immer unter schwerem Feuer stehenden Brückenkopfes von Görz drang der nachmittags hier angreifende Feind in ein klei­aes Grabenstück ein, das er jedoch nachts wie­der verlor. Das Geschützfeuer gegen die Hoch­läche von Doberdo hat bedeutend nachgelaf­en. Die Angriffstätigkeit der Italiener an

der Dokomitenkrant hült an. Barttigg. srarige

gegnerischer Kräfte gegen den Col di Lona und den Sief=Sattel scheiterten. Unser Spital in Noverto wurde mit Brisanz=Granaten beschof­sen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Visegrad entrissen unsere Truppen dem Feind die Höhen beiderseits des Grenzdorfes Dohrunj. Die Armee des Gene­rals der Infanterie von Koeveß dr#

Gegner ins Gehirge nördlich von trry. Mila:

novac zurück. Oesterreichisch=ungassinne Hrätte

warfen ihn mit dem Pajonett aus

bei#engsg. Die heiderseits der

deutsche Armee gewann

Köhen sählich der Raca und dringt die

Mlapa aufehürts vor. Die Orsova=Grunne ist in Brag=Palankg eingerückt. In Kladopy wur­

emösf schwere sethische„Gcch“t

Vorräte an Munition.

Bestelbung erbertet Abelurgen###et.

sch von Peo gi, Rehiphoungr mi

9) Die gegen Knsazevo entsandten

chen Kräfte kämpften gestern im Ostteile dieser

Der c ellvertreter des Chess des Generelsfabes v. Hoefer, Feldmarschallen inu t

noch etwas kräftiger nachzuhelfen, bringt man den Besuch König Georgs von England in der fran­zösischen Hauptstadt mit dem angeblich bevorstehen­den Negierungswechsel in Verbindung— etwas soll und muß eben geschehen, weil sich sonst das Ver­trauen des Volkes in den glücklichen Ausgang des Weltkrieges kaum noch aufrechterhalten ließe.

Die Regierung von morgen— wird sie die Wunder verrichten können, welche die Regierungen von heute ihren Ländern schuldig geblieben sind? Die Franzosen mäkeln an der Diplomatie des Vierverbandes herum, weil sie den Eintritt Bul­gariens in den Kampf gegen Serbien nicht zu ver­hindern vermochte und weil sie weder Rumänien noch Griechenland bis jetzt zu sich herübergezogen hat. Aber dieselbe Diplomatie hat Italien seinen Bundesgenossen abspenstig gemacht, sie hat auh auf Rumänien stark eingewirkt. Also liegt es doch wohl nicht an den Männern, deren Händen das Wohl und Wehe der französischen Republik und ihrer Bundesgenossen anvertraut ist, daß der Vier­verband jetzt diplomatisch nicht mehr vorwärts kommt, sondern an den Verhältnissen. Die mili­tärische Lage der Dinge hat sich seit dem Frühjahr so gründlich verschoben, daß den Staatsmännern ihr Handwerk einigermaßen erschwert oder— je nachdem— erleichtert worden ist. Man hat ja auch dieser Erkenntnis in London wie in Paris nach einigem Zögern schließlich Rechnung getragen: Die Engländer haben ihren General Hamilton von den Dardanellen zurückberufen, die Franzosen ihren Flottenbefehlshaber in diesen Gewässern ab­gesetzt, aber an die Männer, die die letzte Verant­wortung für die Kriegführung in der Heimat zu tragen haben, wagt man sich doch noch nicht heran. Vielleicht bedeutet der Angriff auf die Regierung von heute nur ein Umweg, auf dem man schließlich auch an die Kitchener und Millerand heranzukom­men hofft; nach außen hin soll natürlich das Ver­trauen in die oberste Heeresleitung möglichst un­geschmälert erhalten bleiben, so schmählich auch bisher alle ihre großen Pläne zur Rettung des Vaterlandes gescheitert sind. Es ist immer noch ungefährlicher, die sogenannten Zivilstrategen aufs Korn zu nehmen; die sollen daran glauben, da nun einmal der See rast und sein Opfer haben will.

Wie aber die Regierung von morgen eigentlich aussehen soll, der man schon jetzt Vorschußver­trauen entgegenträgt, das weiß man weder in London noch in Paris. Mit dem Rücktritt von Delcassee haben die Franzosen sich obwohl er ihnen die Revanchehoffnung und das russisch=englische Bündnis verkörperte, merkwürdig rasch und ruhig abgefunden, sehr zum Unterschied gegen 1905, wo sie Himmel und Hölle in Bewegung setzten, als derselbe Mann im Interesse des Friedens geopfert wurde. Einen geeigneten Nachfolger für ihn hat man aber bis jetzt noch nicht gefunden. Ebenso dürfte man in London einigermaßen in Verlegen­heit geraten, wenn Herr Grey aus der ihm von den verschiedensten Seiten feierlich bescheinigten Unfähigkeit die notwendigen Folgerungen ziehen und sich für einige Zeit ausschließlich der Heilung seiner müden Augen widmen wollte. Den ehemali­egen Titanen liebt man jetzt als einen kleinen Stümper hinzustellen— wer aber soll ihn ersetzen? Und wenn Herr Asquith seiner Darmkrankheit nicht Herr werden sollte, wird etwa Loyd George als sein Nachfolger(genehm sein? Das bedeutete den Sieg der allgemeinen Wehrpflicht im Schoße der Kabinetts; was würde dazu wohl die Arbeiter­schaft, was Irland sagen? Den Konservativen aber kann man das Staatsruder nicht völlig in die Hand geben, ohne Neuwahlen auszuschreiben, um

44