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Freitag, den 18. Juni 1915.

47. Jahrgang.

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Srcgriff auf Englandg PIsTO Ilngl henbardierten und die den Schrei ihrer Ent­

tu Berlin, 18. Juni. Aus dem k. k. Kriegs­pressequartier wird dem„B. T.“ berichtet: Der Er­folg des gestrigen Tages liegt darin, daß man die Russen nicht nur gezwungen hat, ihre starken Stel­lungen bei Mosciska zu räumen, sondern die Ar­mee Pflanzer=Baltin vordringend, sich in den Besitz des Brückenkopfes von Nizniow gesetzt hat. Damit haben die Verbündeten nach Zaleszczyki den zwei­ten der 5 Eisenbahn=Dujestr=Uebergänge in der Hand, wodurch die russische Front auch hier, wo sie sich noch am stärksten hielt, unhaltbar ing Wanken geriet. Die russische Heeresleitung läßt in Peters­burger Zeitungen verbreiten, sie müsse Vorkehrun­gen treffen, gegebenenfalls den Stützpunkt ihrer Unternehmen von Lemberg weg in ein weniger unmittelbar im Hauptereignisbereich der kriege­rischen Operationen gelegenes Gebiet zu verlegen.

Ein Tustangriff auf Elglands Guste!

cht pam 15. zum Die Luftschiffe wurden stark beschossen, besonders

Berlin, 17. Juni. In der Nacht vom 15. zum 16. Juni haben unsere Marineluftschiffe einen An­griff auf die Nordküste Englands ausgeführt. Ein befestigter Küstenplatz wurde mit Bomben beworsen, durch die eine Reihe industrieller Anlagen, darunter ein Hochosenwerk, in Brand gesetzt und zum Teil zerstört wurden.

Die Luftschisse wurden start beschesfen, Vesenere­von einer Strandbatterie, letztere wurde ange­griffen und zum Schweigen gebracht. Die Luftschiffe erlitten keinerlei Beschädigungen.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez. Behucke.

Ein französischer„Sieg“ bei Karlsruhe.

Herr Wilson hat in seiner Note an die deut­

sche Regierung sich nicht nur als den berufenen und verpflichteten Hüter amerikanischer Interessen, sondern auch sechsmal als einen Diener der Mensch­lichkeit gerühmt. Allerdings hat er in seinem Amte schon gezögert, wenn es sich um die Fabri­kation von Dumdum=Geschossen in seinem eigenen Machtbereich oder um den Mißbrauch des Sternen­banners handelt, er hat auch seine Stimme nicht ertönen lassen, als England den Hungerkrieg gegen Deutschland proklamierte, wohl aber, als eurn un seren Unterseebootskrieg Amerikaner ihr Lüstchen, in der Kriegszone auf einer Pulverkiste spazieren zu fahren, mit einem nassen Tode büßten.„Das Leben von Nichtkämpfern darf gesetz= oder recht­mäßig nicht in Gefahr gebracht werden", lehrte

Herr Wilson.

Vielleicht erhebt er sich jetzt abermals in edler Entrüstung, um Protest einzulegen gegen die Be­schießung der offenen Stadt Karlsruhe durch ein feindliches Geschwader von Flieger. Karlsruhe ist nicht einmal, wie die.„Lusitania“, ein schwimmen­des Sprengstoffmagazin, die Stadt birgt vielmehr nur friedliche Bürger mit ihren Frauen und Kin­dern, und auch sie sind nicht, ehe der tödliche An­griff erfolgte, gewarnt worden, ihnen wurde keine Zeit gegeben, sich in Sicherheit zu bringen. Ver­folgte das dautsche Boot, als es die„Lusitania“ versenkte, einen eminent kriegsmäßigen. Zweck, so würde selbst die völlige Zerstörung der badischen Hauptstadt nicht die geringste Wirkung auf den Fortgang der Operationen üben. Wie nun, wenn es der Zufall wollte, daß die Bomben der fran­zösischen und englischen Flieger in den Straßen von Karlsruhe einem amerikanischen Bürger das Leben raubten? Würde dann Herr Wilson gleich­falls im Interesse der Menschlichkeit seine Stimme erheben? Wohl kaum. Er würde seinen Zorn nicht einmal über„die Verkürzung von Rechten der amerikanischen Bürger ergießen, die„sich auf er­laubten Reisen befinden“, sondern er würde resig­miert murmeln:„Wer sich in Gefahr begibt, kommt

darin um“.

Und doch ist hier noch ein großer Unterschied. Denn nicht Munitionstransportdampfer sind gegen Versenkung völkerrechtlich geschützt, auch wenn ein paar Dankees in ihren Kojen schlafen, wohl aber offene Städte gegen die Bombardierung durch Flieger. Sind Zeugen nötig? Nun, wir zitieren die braven Englishmen und die ihnen ergebene amerikanische Presse, die nicht laut genig über die schmähliche Verletzung der Menschlichkeit sich

wtb. Großes Hauplquartier, 17. Juni 1915.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich des Teiches von Bellewaarde wurden die gestern verlorenen Grabenstücke zum größten Teil zurückerobert.

Die Engländer und Franzosen setzten gestern ihre Durchbruchsversuche fort. Nördlich des Kanals von La Bassee wurden die Engländer von Westfalen und Sachsen im Handgemenge überwältigt und zu beschleunigtem Rückzuge in ihre Stellungen gezwungen.

Gegen die Front von westlich Lievien bis Arras richteten die Franzosen vorgestern neue

Angrifse.„„ Wu W52 ihuem ein

An der Lorelto=Höhe wurde ihnen ein völ­lig zertrümmerter Graben überlassen.

Nördlich Souchez gelang es unserer Stellung in einer Breite von 600 Mir­Fuß zu fassen. Dort wird noch gekämpft.

An allen anderen Stillen wurden sie blulig abgewiesen.

Die unter größtem Munitionseinsatz und ohne Rücksicht auf die schwersten Verluste ge­führten Angriffe haben wiederum mit einer Nie­derlage der Franzosen u. Ergländer geendet. Die für uns siegreichen Kämpfe legten erneut Zeugnis ab von der glanzvollen Tapferkeit und uner­schütterlichen Ausdauer unserer Truppen.

Mit dem gleichen Mißerfolg endeten fran­zösische Angriffe bei Moulain=Sous=Touvent. Wir nahmen dort 5 Offiziere und 300 Fran­zosen gefangen.

In den Vogesen dauerten die lebhaften Kämpfe zwischen Fecht= und Lauchtal gestern noch an, kamen aber am Abend zum Stillstand.

Abgesehen von einem kleinen Geländeverlust nordwestlich von Metzeral haben wir alle unsere Stellungen behauptet. 100 Gefangene fielen in unsere Hand.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Mehrere russische Angriffe wurden abge­wiesen, sonst keine besonderen Ereignisse.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich von Sieniawa zwangen die An­griffe der verbündeten Truppen die Russen zur Aufgabe ihrer Stellungen und zum Rückzug

auf Tarnogrod.

Die Armee des Generals von Linsingen drängte in scharfer Verfolgung den Feind nach

Dachnow.

Lubascow wurde gestürmt. Das südliche Smolinka=Ufer wurde vom Gegner gesäubert. B.i Niemirow wurde russischer Widerstand schnell gebrochen.

Die Straße Jaworow wurde überschritten. Weiter südlich gingen die Russen gegen Weres­zyca zurück.

Südl'ch der Dujestr=Sümpfe ist die Lage unverändert.

empören konnten, als wir Scarborough und Hartle­vool bombardierten, und die den Schrei ihrer Ent­rüstung erst erstickten, als der Nachweis klar er­bracht wurde, daß hier stark befestigte Küstenplätze getroffen wurden. Damals wurde das deutsche Volk als das Gefolge, uund der Kaiser als der Hof­meister des Teufels bezeichnet. Fragt sich nur, ob Franzosen und Engländer, wie es bei Dar=es=salam, bei Ludwigshafen und sonst geschah, behaupten werden, daß Karlsruhe dennoch eine Festung sei. Man würde auch dann nicht staunen. Man würde aber cuch die„ritterlichen“ Franzosen und die „Gentlemen“ von der anderen Seite des Kanals kaum um einen„Sieg“ beneiden, der 22 friedliche Menschen, Männer, Frauen und Kinder, und eine Statue zur Strecke gebracht hat. Allerdings dürfte die deutsche Heeresleitung und der nicht warten, bis der wahrhaften Menschlichkeit durch Wilson oder sonst jemanden eine Gasse ge­bahnt wird: Wir sahen eben jetzt, welche raschen und guten Folgen eine Politik der Vergeltung er­zielte, wo die Ueberführung der gefangenen briti­schen Offiziere in Einzelhaft unsere braven Bootslaute fast automatisch von ehrenrührigem Ge­fängnis befreite, wie sahen es auch früher, wo jede englische oder sranzösische Unmenschlichkeit mit einem Zeppelinbesuch über Norwich, Joswich oder London erwidert oder befestigte französische Städte mit einer Extragabe von Bomben bedacht wurden. An allerlei Möglichkeiten fehlt es nun ja wirklich

nicht.

Die Behaupturg in dem amtlichen franzö­sischen Bericht vom 16. Juni, 11 Uhr abends, daß die Kathedrale von Reims mit Brand­bomben beschossen worden sei, ist unwahr.

Unser Feuer richtete sich vielmehr kgegen die Ostkasernen, sowie(esen die Batterie am Gleis­dreieck nördlich von Reims, die lebhaft gegen unsere Stellungen gefeuert hatten.

Oberste Heeresleitung.

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Der Westteil von Grodek erstürmt!

Amtl'c Wolczuchy noch in den Abendstunden über

wtb Wien, 18. Juni.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 17. Juni mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Auch gestern konnten die geschlagenen russischen Armeen niegende standhalten. In Mittelgalizien

setzten sie auf der ganzen Front, durch starke huten gedeckt, den Rückzug in nordöstlicher und öst. licher Richtung fort. Die verbündeten Armeen verfolgen scharf. Nördlich Sieniawa dringen un­sere Truppen über Ciepice und Cewkow vor und haben gestern starke russische Kräfte, die noch auf galizischem Boden kämpften, unter schweren Ver­lusten über die Reichsgrenze zurückgeworfen.

Oestlich anschließend erreichten die verbündeten Truppen Lubaczow, entrissen den Russen nach hef­tigem Kampfe Niemirow und dringen weiter auf Janow vor.

An der Lemberger Straße warsen Trup­pen der Armee Böhm starte russische Nachhuten bei

Wolczuchy noch in den Abendstunden über die Wereszyca und erstürmten um Mitternacht den Westteil von Grodek. Auch südlich Grodek wurde das Westufer des Wereszyca vom Feinde gesäubert.

Südlich des Dujestr ist die Situation im allge­meinen unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der Isonzo=Front schlugen unsere Truppen bei Plawa wieder mehrere Angriffe unter schweren Verlusten für den Gegner ab. Im Felsgebiet des Krn dauern die Kämpfe der Gebirgstruppen an.

An der Kärntner Grenze hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet.

Tirol wurden seindliche Vorstöße gegen das Tilliacher Joch im Tosane. Gebiet bei Tre Sasi, Buchenstein und auf dem Monte Coston östlich Fol­garia zurückgewiesen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant.

Der Fliegerangriff auf Karlsruhe

ein französisches Verbrechen.

wtb Berlin, 18. Juni.(Amtlich.) amtlichen Bericht vom 15. Juni brüstet französische Heeresleitung mit dem bekannten

Fliegerangriff auf Karlsruhe, den sie als Ver­geltungsmaßnahme für die Beschießung offener

französischer und englischer Städte

Begründung ist die Tatsache entgegenzuhalten, daß von deutscher Seite nur befestigte Punkte und solche im Operationsgebiet liegende Orte beschossen wor­den sind, die mit dem Kriege unmittelbar in Zu­sammenhang standen. Ueberall, wo es sich um offene Städte handelte, waren unsere Angrifse nur die Vergeltung für gleichartige Maßnahmen un­serer Gegner. Wir haben darauf in unseren Be­richten auch in jedem Falle ausdrücklich hinge­wiesen. Daß die Begründung Vorgehens somit der Wahrheit widerspricht, wird niemand in Erstaunen setzen können, der die Be­richte unserer Gegner kritisch zu lesen pflegt. Neu ist dagegen die brutale Offenheit, mit der die

seindliche Heeresleitung eingesteht, daß sie ihren

Fliegern als Angriffsziel eine fern vom Kriegs­schauplatz gelegene friedliche Stadt bezeichnete, in

der gerade den Franzosen vor dem Kriege so viel­fach gastfreundschaftliches Entgegenkommen erwiesen

worden ist. Militärische Gründe Verhalten nicht recht ertigen, denn der einzige Ver­lust, den der Angriff unserer Kriegem=ge,. tregz. fügt hat, ist die Verwundung dreier in razatet. pflege befindlicher Soldaten. Die abseits der Stadt gelegene Munitionsfabrik, deren militärische Bedeutung nicht allzu groß ist, hat bis auf die Beschädigung eines Baugerüstes nicht gelitten, ob­

wohl sie als Angriffsziel sehr leicht erkennbar war, ist sie auch nur mit wenigen Bomben belegt worden. Schon daraus geht hervor, daß es den Franzosen gar nicht auf den Gewinn eines mili­tärischen Vorteils ankam. Mit noch weit größerer Deutlichkeit ergibt sich die Tatsoche aus dem Um­stande, daß den seindlichen Fliegern nach dem amt“ lichen Eingeständnig der Franzosen besonders das Residenzschloß als Ziel bezeichnet wurde, Mon hat im Lager unserer, durch die Spionage so gut unterrichteten Gegner zweifellog gewußt, daß

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