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300 Mk. Unfall.

Druchu. Verlage. Cor Bravs Schwerte. Rude

Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruh##

Nr. 50.

Montag, den 1. März 1915.

Die zweite Kriegsanleihe.

Durch Ausrufe und Bekanntmachungen wird das deutsche Volk soeben zur Zeichnung auf die zweite Kriegsanleihe eingeladen. Das Deutsche Reich legt diese Anleihe auf, um sich die Geldmittel zu verschaffen, deren es zur siegreichen Durchführ­ung des ihm aufgezwungenen Weltkrieges unbe­dingt bedarf.

Die Anleihe steht den im Frieden ausgegebenen Anleihen des Reiches an Wert und Güte vollstän­dig gleich und genießt wie diese das Privileg der Mündelsicherheit. Sie unterscheidet sich von ihnen aber dadurch, daß sie dem Zeichner unverhältnis­mäßig viel günstigere Bedingungen bietet, als sie in Friedenszeiten jemals in Frage kommen

Guven. G ade 4

Den Hauptbestandten der Anleihe bilden, wie bei der ersten Kriegsanleihe, 5%ige Schuldver­schreibungen, die halbjährlich nachträglich verzinst werden. Der Zeichner erhält Wertpapiere nebst Zinsscheinen, welch letztere diesmal jeweils am 2. Januar und 1. Juli, erstmals am 2. Januar 1916 fällig sind und stets einige Tage vor dem Fällig­keitstermin bar eingelöst werden.(Ueber die Ein­richtung der sogenannten Schuldbuchbezeichnungen werden wir uns in einem anderen Artikel aus­sprechen.) Die kleinsten Stücke lauten auf 100 Mk., so daß also Zeichnungen von diesem Betrage auf­wärts zulässig sind. Größere Zeichnungen müssen indessen durch 100 teilbar sein.

Die Reichsanleihe ist bis zum 1. Oktober 1924 seitens des Reichs unkündbar. Vorher kann auch der Zinsfuß nicht herabgesetzt werden, so daß dem Er­werber bis zu diesem Zeitpunkte die 57ige Ver­zinsung gesichert ist. Will das Reich nach Ablauf der Unkündbarkeit den Zinsfuß herabsetzen, so hat der Besitzer der Schuldverschreibung die Wahl, ob er nicht vorzieht, statt dessen den Nennwert in bar zurückzufordern. Von seiten des Besitzers kann die Anleihe nicht gekündigt werden. Solche Wert­papiere sind aber in normalen Zeiten jederzeit zum Börsenpreise verkäuflich, so daß der Besitzer, wenn er einmal das bare Kapital braucht, nicht in Verlegenheit gerät. Die erste Kriegsanleihe hat auch in den letzten Monaten trotz des Krieges stets Käuser, und zwar zu einem den Zeichnungspreis erheblich übersteigenden Preise, gefunden.

Die naue Anleihe wird zu 98,50 Mk. aufgelegt, d. h. der Zeichner braucht nicht den vollen Nenn­wert der gezeichneten Anleihe, sondern 98,50 Mk. für je 100 Mk. des Nennwertes zu bezahlen. Die Zahlung ist vom 31. März an zulässig, doch ist bei größeren Zeichnungen Zahlung in Naten, deren letzte erst am 22. August fällig ist, gestattet.— Näheres hierüber ist aus der Bekanntmachung und aus dem Zeichnungsschein ersichtlich. Zeichnungen bis zu 1000 Mk. müssen aber bis spätestens 14. April voll bezahlt werden.

Da der Zeichner auf den am 2. Januar 1916 fälligen ersten Zinsschein unter allen Umständen die Zinsen für die Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Dezember erhält, so müssen bei allen Zahlungen, die nicht gerade am 30. Juni erfolgen, sogenannte Stückzinsen berechnet werden. Auf Zahlungen vor dem 30. Juni erhält der Zeichner 5% Zinsen vom Nennwert für die Zeit vom Zahlungstage bis zum 30. Juni vergütet, d. h. seine Zahlungsverbindlich­keit vermindert sich um den Betrag dieser Stück­zinsen. Für die Jahlungen nach dem 30. Juni muß der Zeichner 5% Zinsen vom 30. Juni bis zum Zahlungstage dazuzahlen. Der Monat wird bei der Stückzinsenberechnung zu 30 Tagen gerechnet.

Neben der Reichsanleihe werden auch 5Zige Reichsschatzanweisungen aufgelegt. Diese unter­scheiden sich von der Reichsanleihe dadurch, daß sie zu einem bestimmten Termine(bei der gegen­wärtigen Anleihe durchschnittlich nach 6½ Jahren) zum Nennwert bar zurückgezahlt werden müssen.

Ganfnige viriegnage im Westen und Isien!

Großes Hauplquartier, 27. Februar 1915.

Westlicher Kriegsschauplatz.

der Champagne haben die Franzosen

gestern und heute nacht erneut mit starken Kräften angegriffen. Der Kampf ist an einzel­enen Stellen noch imgange. Im übrigen ist der Angriff abgewiesen worden.

Nördlich Verdun haben wir einen Teil der französischen Stellungen angegriffen. Das fecht dauert noch an.

Von den übrigen Fronten ist nichts wesent­

liches zu melden.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nordwestlich Grodno, westlich Lomza und südlich Pracsnysz sind neue russische Kräfte aufgetreten, die zum Angriff vorgehen.

An der Skroda, südlich Kolno, machten wir 1100 Gefangene.

Von links der Weichsel ist nichts besonderes

zu berichten.

Großes Hauplquartier, den 28. Februar.

Westlicher Kriegsschauplatz.

In der Champagne setzte der Gegner auch gestern seine Vorstöße fort. Die Angriffe wur­den in vollem Umsange abgewiesen.

Südlich Malancourt, nördlich Verdun, erstürmten wir mehrere hintereinander liegende feindliche Stellungen. Schwache französische

Gegenangriffe scheiterten. Wir machten 6 Offi­ziere und 250 Mann zu Befangenen und eroberten 4 Maschinengewehre und 1 Minen­werfer.

Am Westrande der Vogesen warfen wir nach heftigen Kämpfen die Franzosen aus ihren Stellungen bei Blamont=Vionville.

Unser Gegenangriff erreichte die Linie Ver­dinal=Bremenil(östlich Badonvillei) östlich Celle. Durch den Angriff wurde der Gegner in einer Breite von 20 Kilometern und einer Tiefe von 6 Kilometern zurückgedrängt. Die Versuche des Feindes, das eroberte Gelände wiederzugewinnen, mißlangen unter schweren Verlusten. Ebenso wurden weitere feindliche Vorstöße in den Vogesen abgewiesen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nordöstlich Grodno waren gestern neue russische Kräfte vorgegangen. Unser Gegenstoß warf die Russen über die Vorstellungen der Festung zurück. 1800 Gefangene blieben in unsern Händen.

Nordwestlich Ostrolenka wurde am Omulew

ein feindlicher Angriff abgewiesen.

Vor überlegenen feindlichen Kläften, die von Süden und Osten auf Pracznysz vorgingen, sind unsere Truppen in der Gegend nördlich und westlich dieser Stadt ausgewichen Südlich der Weichsel nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Die österreichischen Berichte.

wtb Wien, 28. Febr. Amtlich wird verlaut­bart vom 27. Februar, mittags:

An der polnisch=galizischen Front stellenweise lebhafter Geschützkampf.

In den Karpathen ist die allgemeine Situation unverändert. Im Abschnitt Tucholka=Wyszkow wurde heftig gekämpft. Hier wurde ein neuerlicher Angriff auf die eigenen Stellungen im Oportale nach erbitterten Nahkämpfen unter schweren Ver­lusten des Gegners zurückgeschlagen. Das an­greifende 9. finnische Schützenregiment ließ 300 Tote und wenigstens ebenso viele Verwundete an unse­ren Stellungen liegen; 730 Mann des Regiments wurden unverwundet gefangen.

Ein Allemat auf bus

Aus Sofia wird gemeldet: Eine in Rustschuk er­scheinende Zeitung veröffentlicht mit behördlicher Erlaubnis einen ausführlichen Bericht über einen rechtzeitig vereitelten Auschlag gegen das bulgari­sche Königspaar. Die Anstister dazu sind durch­weg Russophilen. Die Verschwörer hatten die Ab­sicht, nicht allein das Königspaar, sondern auch die

Die mit großer Hartnäckigkeit geführten Kämpfe in Südostgalizien dauern an.

wtb Wien, 1. März. Amtlich wird verlaut­bart vom 28. Februar, mittags: In Polen und Westgalizien hat sich nichts Wesentliches ereignet; es fanden nur Artilleriekämpfe statt. An der Kar­pathenfront wurde im Raume bei Myszkow, sowie südlich des Dujestr gekämpft. Die Situation hat sich in den letzten Tagen nicht geändert.

Der Stellvertreter des Chesg des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant.

da die Reichssinanzverwaltung nicht allzugroße Fälligkeiten an bestimmten Terminen aufhäufen kann. Es empfiehlt sich deshalb, für alle diejent­gen, die mit ihrer vollen Zeichnung an der Anleihe beteiligt werden wollen und in erster Linie Schatz= anweisungen gezeichnet haben, sich damit einver­standen zu erklären, daß ihnen eventl. auch Reichs­anleihe zugeteilt wird, eine Möglichkeit, von der auch bei der ersten Kriegsanleihe bereits in weite­stem Umfange Gebrauch gemacht worden ist.

Gezeichnet kann werden bei der Reichsbank und allen ihren Zweiganstalten, bei sämtlichen deutschen Banken und Bankiers, bei den öffentlichen Spar­kassen und ihren Verbänden, bei den deutschen Le­

bensversicherungsgesellschaften und den deutschen Kreditgenossenschaften. Bei allen diesen Stellen und bei der Post sind auch die Zeichnungsscheine erhältlich. Es werden getrennte Zeichnungsscheine ausgegeben für Anleihe=Stücke(weiß), für An­leihe=Schuldbuch(rot) und für Schatzanweisungen (grün). An allen kleineren Orten(das ist an Or­ten, wo sich keine öffentliche Sparkasse befindet) werden Zeichnungen auf Reichsanleihe, die bis zum 31. März voll bezahlt werden sollen, auch bei der

Post angenommen. Zeichnungsscheine für diese Postzeichnungen sind bei den Postanstalten zu ha­ben uund werden durch diese verteilt.

Die Zeichnungsfrist begann am 27. Februar und schließt am Freitag, den 19. März, mittags 1 Uhr. In der ganzen Zwischenzeit werden Zeich­nungen entgegengenommen, und das Publikum wird im Interesse einer glatten Erledigung des Zeichnungsgeschäfts guttun, seine Zeichnungen möglichst nicht bis zu den letzten Tagen der Frist

hinauszuschieben. M

Und nun auf zur Zeichnung! Es ist varerlän­dische Pflicht eines jeden Deutschen, der die Mit­tel dazu besitzt, auf die Kriegsanleihe zu zeichnen.

bringt dadurch, daß er dem Vaterlande sein Geld für die Zwecke der Kriegführung zur Ver­fügung stellt, nicht einmal ein Opfer, sondern wahrt gleichzeitig seine eigenen Interessen, indem er eine vorzügliche und hochverzinsliche Kapital­anlage zu äußerst billigem Preise erwirbt.

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russenfeindlichen Politiker des Landes aus dem Wege zu räumen. Der Polizei ist es bereits ge­lungen, einige Anstifter dieses Komplotts hinter Schloß und Niegel zu bringen. Da jedoch die Ver­schwörung weit verzweigt ist, stehen noch mehrere Verhaftungen bevor.

1on!

Preis, Zahlungspflicht und Verzinsung sind für die Schatzanweisungen ebenso geregelt, wie für die Reichsanleihe.

Beide Arten von Kapitalanlage, sowohl Reichs­anleihe wie Reichsschatzanweisungen, haben ihre Vorzüge. Die Schatzanweizungen eignen sich mehr für eine vorübergehende Belegung verfügbarer Geldmittel, die Schuldverschreibungen der Reichs­anleihe für eine auf die Dauer bemessene Anlage.

Erstere. kommen infolgedessen mehr für große Ver­mögensverwaltungen in Betracht, während für die kleinen Kapitalisten sich die Anlage in Reichs­unleihe besser eignen dürfte.

Die Reichsanleihe wird ohne Begrenzung aus­gegeben, und es können alle ernsten Zeichner auf volle Juteilung der gezeichneten Beträge rechnen. Dagegen wird von den Schatzanweisungen jeden­falls nur ein begrenzter Betrag zugeteilt werden,

Ein japanisch=chinesischer Krieg?

Die Ablehnung der sämtlichen 21 japanischen Forderungen durch die chinesische Regierung, sowie Pekinger Erklärung, daß es die chinesische gierung mit ihren Hoheitsreichten für unvereinbar halte, sich überhaupt auf Verhandlungen mit Ja­pan einzulassen, verschärft die japanisch=chinesische Spannung dermaßen, daß man mit der Möglichkeit des Ausbruches eines Krieges im fernen Osten ernstlich zu rechnen hat. Da wir über die Vor­gänge jenseits der Weltmeere während des Krieges im wesentlichen auf englische Berichte angewiesen sind, so läßt sich die Richtigkeit der eingehenden Meldungen leider nicht sofort nachprüfen. Treffen sie zu, was durchaus wahrscheinlich ist, so erfüllt sich wiederum ein Teil des Gebetswunsches„Gott strase England“ und zwar da, wo man es am wenigsten erwartet hatte. England verliert durch einen Krieg im fernen Osten zunächst Amerika als Waffen= und Lebensmittellieferanten.

China würde im Bewußtsein seiner Schwäche Japan nicht zu reizen wagen, wenn es nicht von dritter Seite militärischer Unterstützung sicher wäre. Diese dritte Seite aber ist die nordameri­kanische Union. Da Japan auch bereits auf die Philippinen ein Auge geworfen hat, so sehen sich die Vereinigten Staaten von Nordamerika vor so ernste Aufgaben zum Schutze ihrer eigenen Inter­essen gestellt, daß sie die Unterstützung Englands und Frankreichs einstellen und sich selbst auf eine kriegerische Aktion vorbereiten müssen. Es ist in­

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