Amtliches Kreisblatt
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une dute, und ihelienhtgeichmn Deurd nungen jür den Areis Hörde erlangen gemeh Bedanntmachung dei Königlichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zettung", rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adoanenten für jeden mit Tod enden## Unsall ge
dagungen: 300 Mk. Anfall.
Druch u. Verlag v. Carl Braus. Schwerse=Rudr Femsp 62. Telegr. Adr. Brou= Schwerte. Rute)
Montag, den 22. Dezember 1913.
45. Jahrg.
Der Fbesiner Progen
Preßstimmen zu dem Urteil.
Die konservative„Kreuz=Ztg.“ sagt: Die Härte des Urteils gegen den Leutnant v. Forstner steht in auffälligem Gegensatz zu der Milde, mit der kürzlich die Rekruten bestraft wurden, die Aeußerungen und Befehle ihrer Vorgesetzten vom Kasernenhofe in die Zeitungen brachten. In jedem Falle bringt das Urteil die Offiziere, die von ihren Vorgesetzten den Befehl erhalten haben, jeden Angriff auf des Königs Rock mit Entschiedenheit abzuwehren, in eine Lage, aus der sie sich so leicht nicht herausfinden werden, die aber nicht geeignet ist, sie zum entschlußfähigen Handeln zu erziehen.
Das Organ des Bundes der Landwirte, die „Deutsche Tagesztg.“, weist nach, wie die hakte Strafe durch eine ungünstige Verkettung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zustande gekommen ist. Das Militärstrafgesetzbuch läßt für rechtswidrigen Waffengebrauch nur die Freiheitsstrafe zu; die Festungsstrafe konnte trotz der strafmildernden Umstände nicht zur Anwendung kommen, da bei der Idealkonkurrenz zwischen dem Vergehen gegen das militärische und dem gegen das bürgerliche Gesetz für die Art der Freiheitsstrafe die Bestimmungen des letzteren zugrunde gelegt werden mußten, die in diesem Falle wiederum keine Festungshaft ermöglichen. Die Härte, die für den Verurteilten hierbei im Gesetze selber liegt, tritt
klar zutage, wenn man bedenkt, daß er wegen des Vergehens gegen das eine Gesetz nur mit Festungshaft, wegen Vergehens gegen das andere, bei dem Vorhandensein mildernder Umstände, nur mit einer Geldstrafe bestraft zu werden brauchte. Die Kombination beider zwang zur Gefängnisstrafe. Das Urteil zeigt aber, wie streng unsere militärischen Gesetze und unsere militärischen Gerichte Versehlungen eines Offiziers wie jedes Soldaten bestrafen; und wie völlig haltlos schon deshalb die Behauptung ist, das Militär könne sich überhaupt in Deutschland„ungestraft Uebergriffe erlauben!“ Denselben Gedanken sprechen auch die„Leipz. N. N.“ aus, die noch besonders darauf hinweisen, daß die Verhandlung ein Bild davon gab, wie sehr sich in Zabern die Lage zugespitzt hatte, wenn der Oberst v. Reutter seinen Offizieren befohlen hat, Revolver und Degen bereit zu halten, und wenn nötig, Gebrauch von der Waffe zu machen. Da sich die Provokationen aber doch anscheinend immer hauptsächlich gegen den Loutnant v. Forstner richteten, so bleibt es jetzt erst recht unverständlich, wie man gerade ihn mit seiner Kompagnie nach
Dettweiler schicken konnte.
Die„Tägl. Rundsch.“ erklärt, man werde das Urteil menschlicherweise nicht anders als recht hart und fast unverständlich empfinden können, auch wenn man zugibt, daß es nach der gegebenen Rechtslage das mildeste war, das gefällt werden konnte, wenn das Gericht eine Freisprechung für unmöglich hielt. Nachdem aber den Zaberner Rekruten die mildernden Umstände, welche Gericht und öffentliche Meinung ihnen zugestanden, in so außerordentlicher Weise zugute gekommen sind, möchte man ein gleiches auch dem jungen Offizier wünschen, der auf so unliebsame Weise der Mittelpunkt einer nationalen, einer europäischen Sensation wurde und doch nur nach erhaltener Vorschrift handelte. Es wäre eine bedauerliche Härte, wenn die Erfüllung dieses menschlich= natürlichen Wunsches an einem Paragraphenbestand scheitern
oste.„ 812 5
Die nationalliberale„Koln. Zrg." begrußt die schnelle Justiz, die auf Befehl des Kaisers erfolgte und meint, daß die Sprüche des Straßburger Kriegsgerichts sowohl den Rekruten wie dem Leutnant v. Forstner gegenüber, dem Rechtsempfinden der bürgerlichen Kreise entsprächen. Die Verhandlung gegen Forstner bestätigte die Annahme, daß das Verhalten der Offiziere bei den Unruhen in Zabern auf Befehle des Regimentskommandeurs
zurückzuführen ist, die in der Theorie ja wohl berechtigt sind, die aber in die Praxis übertragen doch zu großen Bedenken Anlaß geben. Die schnelle und sachliche Behandlung der leidigen Angelegenheit durch das Militärgericht hat wie Oel auf die aufgeregten Wogen gewirkt, und das Vertrauen, das eine Zeitlang erschüttert war, ist heute zurückgekehrt.
Die fortschrittliche„Voss. Ztg.“ erblickt in der großen Jugend des Leutnants, er ist erst 20 Jahre alt, mit dem Gerichtshof einen Milderungsgrund, meint aber, daß dieser Umstand aie Militärbehörde um so mehr belaste. Wie war es möglich, so fragt das Blatt, einen so blutjungen Offitzier auf schwierigem, verantwoctungsvollem Posten zu belassen, obwohl er bereits zweimal disziplinarisch bestraft war und obwohl in seinem Führungszeugnis steht, daß er eine gewisse Unüberlegtheit im Handeln und Mangel an Welterfahrenheit zeige? Lag da nicht hinreichender Anlaß vor, den Leutnant v. Forstner von dem heißen Boden Zabenns still verschwinden zu lassen? Mit dem jungen Leutnant ist die öffentliche Meinung fertig. Jetzt wird man abwarten, was dem Oberst v. Reutter geschieht, der„so schneidig wie möglich“ auftrat und die Szenen vom Schloßplatz und vom Pandurenkeller zu verantworten hat.
kannt und sich nach der Erledigung der braunschweigischen Thronfrage als Organisation aufgelöst. Anders denken und handeln die hannoverschen Welsenführer, wie schon neulich die Reichstagsrede des Abg. Alpers befürchten ließ. Der Abg. v. Schele, der Leiter der Bewegung, erklärte soeben wieder, daß seine Partei ihre Bestrebungen auf Wiederherstellung eines Königreichs Hannorer nicht einstelle, sondern mit erhöhtem Eifer verfolgen werde. Sie sei dabei der Unterstützung des alten Herzogs von Cumberland sicher, der gelegentlich einer Aussprache mit seinen Getreuen erklärte:„Ich bin auch noch da.“ Er ist der Träger der welfischen Hoffnungen und wünscht, daß der Kampf fortgesetzt wird. Der alte Herzog, der im 69. Lebensjahre steht und keinen Verzicht geleistet hat, wünscht offenbar, daß sich die welfische Agitation allein auf ihn stütze, und daß sein Sohn, der regierende Herzog von Braunschweig, aus dem Spiele gelassen werde. Die Welsen werden den Sohn als Stützpunkt ihrer Bestrebungen mehr und mehr aus den Augen verlieren und mit dem Ableben des alten Herzogs einmal des letzten und einzigen Trägers ihrer Hoffnungen beraubt sein.
Politische Uebersicht.
Der Kaiser und Weihnachten. Das Kaiserpaar hat in den vergangenen Tagen schon verschiedenen Weihnachtsfeiern in Potsdamer mildtätigen Vereinigungen beigewohnt. Morgen Dienstag nachmittag wird der Kaiser dem Weihnachtsfest des Leib=Gardehusaren=Regiments und des Regiments Garde du Corps und der Gabenverteilung an die Unteroffiziere und Mannschaften der Leibschwadron beiwohnen. Am Heiligen Abend besucht der Kaiser das 1. Garde=Regiment, deren Leibkompagnie und deren zweile Kompagnie von ihm beschenkt werden. Am Nachmittag des Heiligen Abends findet die Weihnachtsfeier in der kaiserlichen Familie statt.
Der Kaiser wohnte einem Schaufechten auf dem 2. Deutschen Armee=Fecht=Turnier bei. Der Monarch sprach sich mit höchster Anerkennung über das Gesehene aus. Der Kaiser machte ferner dem Reichskanzler einen Besuch und nahm die Meldungen verschiedener Ministerialdirektoren entgegen.
Der Kaiser hat aus Anlaß des Brandes an den Großherzog von Mecklenburg= Schwerin folgende Drahtung gerichtet: Auf der Fahrt nach München erfahren wir soeben, daß Ihr im Schweriner Schloß einen so großen Brand seit gestern abend habt. Sprechen Euch unser Mitgefühl aus. Gott gebe, daß Euch und den Kindern nichts passiert. Aber welch ein Jammer! Wilhelm. Viktonia.
Fürst Bülow über Bismarck. Fürst Bülow schrieb dem früheren Chefredakteur der„Hamb. Nachr.“, der ihm ein Werk über Bismarck übersandt hatte, nach Worten verbindlichen Dankes: Sie wissen, daß ich von Jugend an dem Fürsten treu ergeben war und geblieben bin. Gern werde ich Ihr Buch meiner Bibliothek einverleiben und mich an seiner Hand in vergangene Zeiten und in die große Gedankenwelt des gewaltigen Mannes zurückversetzen, dessen Ideen und Urteile nie veralten können. Gleichzeitig teilte der Fürst mit, daß er mit seiner Gemahlin vom nächsten Jahre ab einen Teil des Sommers in seinem Geburtsort Klein=Flottbeck verleben würde.
Der Bundesrat stimmte den Vorlagen betreffend Inlandhöchstpreise für die einzelnen Kalisalzsorten, betreffend die Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zum Kaligesetz und betreffend die deutsche Arzneitaxe für das Jahr 1914 zu, ferner dem Entwurfe betreffend die Bestimmungen über die Produktions=Statistik in der Kohlen=, Eisen= und Hüttenindustrie, sowie der Vorlage betreffend die Denkschrift über die Rücklagen bei Berufsgenossenschaften und über die Uebergangsbestimmungen zur Durchführung der hausgewerblichen Krankenversichetung.
Eine hannoversche Frage gibt es nicht. Diese
schlichte und einfache Tatsache, an der nicht zu rütteln ist, haben die braunschweigischen Welsen er
Frankreich.
Dreibund und Tripleentente. Der Minister des Aeußeln Doumergue wird noch vor den Feiertagen zwar nicht in öffentlicher Kammersitzung, sondern in der Kommission für auswärtige Angelegenheiten einige Fragen zu beantworten haben, die sich auf das gegenwärtige Verhältnis der beiden großen europäischen Staatengruppen beziehen. Die an den Minister zu stellenden Hauptfragen lauten: 1. Welche Stellung nimmt der Dreibund zu den Bedingungen ein, die Italien nach dem Friedensschluß von Adji willkürlich an die Räumung der ägäischen Inseln und an deren Rückerstattung an die Türkei geknüpft hat? 2. Kann Herr Doumergue über die russisch= türkischen Verhandlungen wegen vollständiger Aufrechterhaltung der militärischen Unabhängigkeit Konstantinopels Aufschluß geben?
— Wie später gemeldet wird, erklärte Doumergue, er könne diese Fragen erst nach Wiederzusammentritt des Parlaments im Januar beantworten. England.
Eine erfreuliche Feststellung. Der Premier= minister Asquith erklärte in einer Ansprache an die Deputation von einflußreichen Liberalen, die ihm einen Protest gegen das Anwachsen des Flottenetats vorlegten, die Beziehungen Deutschlands zu England seien jetzt so gut, wie sie zu keiner Zeit besser gewesen wären. Sämtliche Punkte, die Neibungen zwischen beiden Ländern erzeugen könnten, seien beseitigt worden.
Italien.
Veisetzung Rampollas. Samstag vormittag fand die Trauerfeier für Kardinal Rampolla statt. Die Wächter von St. Peter trugen auf den Schultern den Sarg in die St. Peterskirche und stellten ihn in der Simonskapelle, die Trauerschmuck zeigte, auf einen Katafalk. Sodann fand die Totenmesse statt in Gegenwart von 14 Kardinälen, mehreren Bischöfen, dem diplomatischen Korps beim Hl. Stuhl, Würdenträgern des päpstlichen Hoses und zahlreichen Abordnungen katholischer Seminarien, Instituten und Kollegien, sowie einer großen Menschenmenge. Nach der Messe erteilte Kardinal Vincenco Vanutelli der Leiche die Absolution. Darauf wurde der Sarg nach dem Kirchhof gebracht, um dort in der Kapelle des Vatikanischen Kapitels beigesetzt zu werden.
Vertrauensvotum für die italienische Negierung. Der Abschluß der Adreßdebatte, mit dem die italienische Kammer in die Weihnachtsferien ging, brachte der Regierung ein imposantes Vertrauensvotum. Unter Zusammenfassung einer großen Zahl der vorliegenden Tagesordnungen empfahl Giolitti die Annahme des Antrages Tartano, der der Regierung uneingeschränktes Vertrauen ausspricht. In namentlicher Abstimmung wurde diese Tagesordnung mit 362 gegen 90 Stimmen bei 13 Enthaltungen angenommen. Die Opposition setzte sich nur aus Sozialisten aller Schattierungen und Republikanisch=Radikalen zusammen. Die Kleri
kalen, auf deren Konto nur fünf Enthaltungen kommen, stimmten für die Regierung. Das Resultat dieser ersten großen Abstimmung in der neuen Kammer ist eine glänzende Bestätigung dafür, daß die Regierung zum mindesten auf die alte Kammermehrheit voll rechnen kann.
Türkei.
Die Finanzlage der Türkei. Die Berliner türkische Botschaft ist ermächtigt, auf das energischste die Blättermeldung zu dementieren, wonach der Großwesir erklärt haben sollte, die türkische Regierung sehe sich mit Rücksicht auf den Geldmangel gezwungen, zu außerordentlichen Maßregeln Zuflucht zu nehmen, und daß diese Maßregeln hauptsächlich in der Nichtauszahlung der Kupons bestehen sollten. Der Großwesir machte niemand eine derartige Erklärung. Die türkische Regierung zog niemals eine Eventualität in Betracht, die Kupons nicht auszuzahlen oder ihren anderen Verpflichtungen nicht nachzukommen.
Mexiko.
Die Lage in Mexiko. In Mexiko scheint es mit der Herrlichkeit des Präsidenten Huerta ein jährs Ende nehmen zu wollen. Nachdem sein Geld zur Neige gegangen ist und seine Staatsschuldscheine jede Kaufkraft verloren haben, verlassen ihn seine besten Offiziere und gehen zu den Nebellen über. Zur Unterstützung der nach El Paso geflüchteten Deutschen übersandte das Auswärtige Amt zu Berlin 12000 Mark nach der genannten nordamerikanischen Stadt Texas. An der Grenze dieses Staates feuerten Mexikaner auf amerikanische Soldaten. Ein mexikanischer Soldat wurde getötet. Die Unionsregierung traf Maßnahmen zur Verhütung der Wiederholung ähnlicher Grenzübergriffe.
*
Aus Stadt und Umgebung.
* Schwerte, 22. Dezember.
**(Goldener Sonntag.) Der gestrige Sonntag, allgemein der„goldene“ genannt, hat seinem Namen Ehre gemacht. Das Wetter war recht günstig, und bis in die Abendstunden herrschte großer Verkehr in den Straßen, die mit den hellerleuchteten Schaufenstern einen prächtigen Anblick boten und an das Bild einer Großstadt erinnerten. Auch in den Gaschäftslokalen drängten sich die Käufer, sodaß zu hoffen ist, daß unsere Geschäftswelt mit dem klingenden Erträgnis des goldenen Sonntags zufrieden ist.
**(Ein aufregender Vorfall) ereignete sich am Samstag mittag in der Hüsingstraße. Die etwa 13jährige Tochter der Familie Schmidt von der Mühlenstraße lief hinter einem Straßenbahnwagen weg direkt vor das Automobil des Herrn Kommerzienrats Fleitmann, der auf der Rückfahrt nach Iserlohn sich befand. Dank des langsamen Fahrens und der Geistesgegenwrt des Chauffeurs, der sofort bremste, wurde das Kind durch das Auto nur umgeworfen und kaum angefahren; es erlitt augenschein. lich unbedeutende Schrammen an den Händen und dem Kopfe. Das Mädchen wurde sofort in den neben der Unfallstelle liegenden Laden des Herrn Kaufmanns Ernst Klein gebracht, wo sich Herr Kommerzienrat Fleitmann persönlich von dem Befinden des Kindes überzeugte. Da der Unfall kurz nach Mittag sich ereignete, so hatte sich im Augenblick eine nach Hunderten zählende schaulustige Menge eingefunden. An die Eltern und Lehrer sei aus diesem Anlaß erneut die dringende Bitte gerichtet, die Kinder immer wieder auf die Grfahren der Straße aufmerksam zu machen, namentlich wo jetzt die lockenden Auslagen in den Schaufenstern die Kinder die nötige Vorsicht vergessen lassen.
*(Belohnung.) Eine am 13. Dezember in Nochlitz(Sachsen) für das Postamt in Waldheim aufgelieferte Holzkiste mit 8600 Mark Wertinhalt ist um 7350 Mark in Papiergeld beraubt worden. Der Täter ist bis jetzt unbekannt. Auf die Wiedererlangung des Geldes und die Ergreisung des Täters hat die Ober=Postdirektion in Leipzig 500 Mark Belohnung ausgesetzt.
ee(Süßigkeiten mit alloholartiger Füllung) kommen immer mehr in den allgemeinen Handel.