Amtliches Kreisblatt für den kreis börde J#d Säemem Sehmer uben und ander Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oiertel#Abrsich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pio. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ilustrierter Famillenfreunö“ v. t#gl. Unterbaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siedengespollene Petitzetle oder deren Raum 10 Pig., Anzeigen wäris 15 Pig., Redlamezetle 40 P. Redalt gill ols Kassaraball u. ertischt#ondursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Robesathrad genah. Setmeesetesne Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblas Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Verbunden mit. Schwerker Cageblatt O Schwerter Anzeiger Gestes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt Annoncenblan une dute, und ihelienhtgeichmn Deurd nungen jür den Areis Hörde erlangen gemeh Bedanntmachung dei Königlichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zettung", rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adoanenten für jeden mit Tod enden## Unsall gedagungen: 300 Mk. Anfall. Druch u. Verlag v. Carl Braus. Schwerse=Rudr Femsp 62. Telegr. Adr. Brou= Schwerte. Rute) Montag, den 22. Dezember 1913. 45. Jahrg. Der Fbesiner Progen Preßstimmen zu dem Urteil. Die konservative„Kreuz=Ztg.“ sagt: Die Härte des Urteils gegen den Leutnant v. Forstner steht in auffälligem Gegensatz zu der Milde, mit der kürzlich die Rekruten bestraft wurden, die Aeußerungen und Befehle ihrer Vorgesetzten vom Kasernenhofe in die Zeitungen brachten. In jedem Falle bringt das Urteil die Offiziere, die von ihren Vorgesetzten den Befehl erhalten haben, jeden Angriff auf des Königs Rock mit Entschiedenheit abzuwehren, in eine Lage, aus der sie sich so leicht nicht herausfinden werden, die aber nicht geeignet ist, sie zum entschlußfähigen Handeln zu erziehen. Das Organ des Bundes der Landwirte, die „Deutsche Tagesztg.“, weist nach, wie die hakte Strafe durch eine ungünstige Verkettung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zustande gekommen ist. Das Militärstrafgesetzbuch läßt für rechtswidrigen Waffengebrauch nur die Freiheitsstrafe zu; die Festungsstrafe konnte trotz der strafmildernden Umstände nicht zur Anwendung kommen, da bei der Idealkonkurrenz zwischen dem Vergehen gegen das militärische und dem gegen das bürgerliche Gesetz für die Art der Freiheitsstrafe die Bestimmungen des letzteren zugrunde gelegt werden mußten, die in diesem Falle wiederum keine Festungshaft ermöglichen. Die Härte, die für den Verurteilten hierbei im Gesetze selber liegt, tritt klar zutage, wenn man bedenkt, daß er wegen des Vergehens gegen das eine Gesetz nur mit Festungshaft, wegen Vergehens gegen das andere, bei dem Vorhandensein mildernder Umstände, nur mit einer Geldstrafe bestraft zu werden brauchte. Die Kombination beider zwang zur Gefängnisstrafe. Das Urteil zeigt aber, wie streng unsere militärischen Gesetze und unsere militärischen Gerichte Versehlungen eines Offiziers wie jedes Soldaten bestrafen; und wie völlig haltlos schon deshalb die Behauptung ist, das Militär könne sich überhaupt in Deutschland„ungestraft Uebergriffe erlauben!“ Denselben Gedanken sprechen auch die„Leipz. N. N.“ aus, die noch besonders darauf hinweisen, daß die Verhandlung ein Bild davon gab, wie sehr sich in Zabern die Lage zugespitzt hatte, wenn der Oberst v. Reutter seinen Offizieren befohlen hat, Revolver und Degen bereit zu halten, und wenn nötig, Gebrauch von der Waffe zu machen. Da sich die Provokationen aber doch anscheinend immer hauptsächlich gegen den Loutnant v. Forstner richteten, so bleibt es jetzt erst recht unverständlich, wie man gerade ihn mit seiner Kompagnie nach Dettweiler schicken konnte. Die„Tägl. Rundsch.“ erklärt, man werde das Urteil menschlicherweise nicht anders als recht hart und fast unverständlich empfinden können, auch wenn man zugibt, daß es nach der gegebenen Rechtslage das mildeste war, das gefällt werden konnte, wenn das Gericht eine Freisprechung für unmöglich hielt. Nachdem aber den Zaberner Rekruten die mildernden Umstände, welche Gericht und öffentliche Meinung ihnen zugestanden, in so außerordentlicher Weise zugute gekommen sind, möchte man ein gleiches auch dem jungen Offizier wünschen, der auf so unliebsame Weise der Mittelpunkt einer nationalen, einer europäischen Sensation wurde und doch nur nach erhaltener Vorschrift handelte. Es wäre eine bedauerliche Härte, wenn die Erfüllung dieses menschlich= natürlichen Wunsches an einem Paragraphenbestand scheitern oste.„ 812 5 Die nationalliberale„Koln. Zrg." begrußt die schnelle Justiz, die auf Befehl des Kaisers erfolgte und meint, daß die Sprüche des Straßburger Kriegsgerichts sowohl den Rekruten wie dem Leutnant v. Forstner gegenüber, dem Rechtsempfinden der bürgerlichen Kreise entsprächen. Die Verhandlung gegen Forstner bestätigte die Annahme, daß das Verhalten der Offiziere bei den Unruhen in Zabern auf Befehle des Regimentskommandeurs zurückzuführen ist, die in der Theorie ja wohl berechtigt sind, die aber in die Praxis übertragen doch zu großen Bedenken Anlaß geben. Die schnelle und sachliche Behandlung der leidigen Angelegenheit durch das Militärgericht hat wie Oel auf die aufgeregten Wogen gewirkt, und das Vertrauen, das eine Zeitlang erschüttert war, ist heute zurückgekehrt. Die fortschrittliche„Voss. Ztg.“ erblickt in der großen Jugend des Leutnants, er ist erst 20 Jahre alt, mit dem Gerichtshof einen Milderungsgrund, meint aber, daß dieser Umstand aie Militärbehörde um so mehr belaste. Wie war es möglich, so fragt das Blatt, einen so blutjungen Offitzier auf schwierigem, verantwoctungsvollem Posten zu belassen, obwohl er bereits zweimal disziplinarisch bestraft war und obwohl in seinem Führungszeugnis steht, daß er eine gewisse Unüberlegtheit im Handeln und Mangel an Welterfahrenheit zeige? Lag da nicht hinreichender Anlaß vor, den Leutnant v. Forstner von dem heißen Boden Zabenns still verschwinden zu lassen? Mit dem jungen Leutnant ist die öffentliche Meinung fertig. Jetzt wird man abwarten, was dem Oberst v. Reutter geschieht, der„so schneidig wie möglich“ auftrat und die Szenen vom Schloßplatz und vom Pandurenkeller zu verantworten hat. kannt und sich nach der Erledigung der braunschweigischen Thronfrage als Organisation aufgelöst. Anders denken und handeln die hannoverschen Welsenführer, wie schon neulich die Reichstagsrede des Abg. Alpers befürchten ließ. Der Abg. v. Schele, der Leiter der Bewegung, erklärte soeben wieder, daß seine Partei ihre Bestrebungen auf Wiederherstellung eines Königreichs Hannorer nicht einstelle, sondern mit erhöhtem Eifer verfolgen werde. Sie sei dabei der Unterstützung des alten Herzogs von Cumberland sicher, der gelegentlich einer Aussprache mit seinen Getreuen erklärte:„Ich bin auch noch da.“ Er ist der Träger der welfischen Hoffnungen und wünscht, daß der Kampf fortgesetzt wird. Der alte Herzog, der im 69. Lebensjahre steht und keinen Verzicht geleistet hat, wünscht offenbar, daß sich die welfische Agitation allein auf ihn stütze, und daß sein Sohn, der regierende Herzog von Braunschweig, aus dem Spiele gelassen werde. Die Welsen werden den Sohn als Stützpunkt ihrer Bestrebungen mehr und mehr aus den Augen verlieren und mit dem Ableben des alten Herzogs einmal des letzten und einzigen Trägers ihrer Hoffnungen beraubt sein. Politische Uebersicht. Der Kaiser und Weihnachten. Das Kaiserpaar hat in den vergangenen Tagen schon verschiedenen Weihnachtsfeiern in Potsdamer mildtätigen Vereinigungen beigewohnt. Morgen Dienstag nachmittag wird der Kaiser dem Weihnachtsfest des Leib=Gardehusaren=Regiments und des Regiments Garde du Corps und der Gabenverteilung an die Unteroffiziere und Mannschaften der Leibschwadron beiwohnen. Am Heiligen Abend besucht der Kaiser das 1. Garde=Regiment, deren Leibkompagnie und deren zweile Kompagnie von ihm beschenkt werden. Am Nachmittag des Heiligen Abends findet die Weihnachtsfeier in der kaiserlichen Familie statt. Der Kaiser wohnte einem Schaufechten auf dem 2. Deutschen Armee=Fecht=Turnier bei. Der Monarch sprach sich mit höchster Anerkennung über das Gesehene aus. Der Kaiser machte ferner dem Reichskanzler einen Besuch und nahm die Meldungen verschiedener Ministerialdirektoren entgegen. Der Kaiser hat aus Anlaß des Brandes an den Großherzog von Mecklenburg= Schwerin folgende Drahtung gerichtet: Auf der Fahrt nach München erfahren wir soeben, daß Ihr im Schweriner Schloß einen so großen Brand seit gestern abend habt. Sprechen Euch unser Mitgefühl aus. Gott gebe, daß Euch und den Kindern nichts passiert. Aber welch ein Jammer! Wilhelm. Viktonia. Fürst Bülow über Bismarck. Fürst Bülow schrieb dem früheren Chefredakteur der„Hamb. Nachr.“, der ihm ein Werk über Bismarck übersandt hatte, nach Worten verbindlichen Dankes: Sie wissen, daß ich von Jugend an dem Fürsten treu ergeben war und geblieben bin. Gern werde ich Ihr Buch meiner Bibliothek einverleiben und mich an seiner Hand in vergangene Zeiten und in die große Gedankenwelt des gewaltigen Mannes zurückversetzen, dessen Ideen und Urteile nie veralten können. Gleichzeitig teilte der Fürst mit, daß er mit seiner Gemahlin vom nächsten Jahre ab einen Teil des Sommers in seinem Geburtsort Klein=Flottbeck verleben würde. Der Bundesrat stimmte den Vorlagen betreffend Inlandhöchstpreise für die einzelnen Kalisalzsorten, betreffend die Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zum Kaligesetz und betreffend die deutsche Arzneitaxe für das Jahr 1914 zu, ferner dem Entwurfe betreffend die Bestimmungen über die Produktions=Statistik in der Kohlen=, Eisen= und Hüttenindustrie, sowie der Vorlage betreffend die Denkschrift über die Rücklagen bei Berufsgenossenschaften und über die Uebergangsbestimmungen zur Durchführung der hausgewerblichen Krankenversichetung. Eine hannoversche Frage gibt es nicht. Diese schlichte und einfache Tatsache, an der nicht zu rütteln ist, haben die braunschweigischen Welsen erFrankreich. Dreibund und Tripleentente. Der Minister des Aeußeln Doumergue wird noch vor den Feiertagen zwar nicht in öffentlicher Kammersitzung, sondern in der Kommission für auswärtige Angelegenheiten einige Fragen zu beantworten haben, die sich auf das gegenwärtige Verhältnis der beiden großen europäischen Staatengruppen beziehen. Die an den Minister zu stellenden Hauptfragen lauten: 1. Welche Stellung nimmt der Dreibund zu den Bedingungen ein, die Italien nach dem Friedensschluß von Adji willkürlich an die Räumung der ägäischen Inseln und an deren Rückerstattung an die Türkei geknüpft hat? 2. Kann Herr Doumergue über die russisch= türkischen Verhandlungen wegen vollständiger Aufrechterhaltung der militärischen Unabhängigkeit Konstantinopels Aufschluß geben? — Wie später gemeldet wird, erklärte Doumergue, er könne diese Fragen erst nach Wiederzusammentritt des Parlaments im Januar beantworten. England. Eine erfreuliche Feststellung. Der Premier= minister Asquith erklärte in einer Ansprache an die Deputation von einflußreichen Liberalen, die ihm einen Protest gegen das Anwachsen des Flottenetats vorlegten, die Beziehungen Deutschlands zu England seien jetzt so gut, wie sie zu keiner Zeit besser gewesen wären. Sämtliche Punkte, die Neibungen zwischen beiden Ländern erzeugen könnten, seien beseitigt worden. Italien. Veisetzung Rampollas. Samstag vormittag fand die Trauerfeier für Kardinal Rampolla statt. Die Wächter von St. Peter trugen auf den Schultern den Sarg in die St. Peterskirche und stellten ihn in der Simonskapelle, die Trauerschmuck zeigte, auf einen Katafalk. Sodann fand die Totenmesse statt in Gegenwart von 14 Kardinälen, mehreren Bischöfen, dem diplomatischen Korps beim Hl. Stuhl, Würdenträgern des päpstlichen Hoses und zahlreichen Abordnungen katholischer Seminarien, Instituten und Kollegien, sowie einer großen Menschenmenge. Nach der Messe erteilte Kardinal Vincenco Vanutelli der Leiche die Absolution. Darauf wurde der Sarg nach dem Kirchhof gebracht, um dort in der Kapelle des Vatikanischen Kapitels beigesetzt zu werden. Vertrauensvotum für die italienische Negierung. Der Abschluß der Adreßdebatte, mit dem die italienische Kammer in die Weihnachtsferien ging, brachte der Regierung ein imposantes Vertrauensvotum. Unter Zusammenfassung einer großen Zahl der vorliegenden Tagesordnungen empfahl Giolitti die Annahme des Antrages Tartano, der der Regierung uneingeschränktes Vertrauen ausspricht. In namentlicher Abstimmung wurde diese Tagesordnung mit 362 gegen 90 Stimmen bei 13 Enthaltungen angenommen. Die Opposition setzte sich nur aus Sozialisten aller Schattierungen und Republikanisch=Radikalen zusammen. Die Klerikalen, auf deren Konto nur fünf Enthaltungen kommen, stimmten für die Regierung. Das Resultat dieser ersten großen Abstimmung in der neuen Kammer ist eine glänzende Bestätigung dafür, daß die Regierung zum mindesten auf die alte Kammermehrheit voll rechnen kann. Türkei. Die Finanzlage der Türkei. Die Berliner türkische Botschaft ist ermächtigt, auf das energischste die Blättermeldung zu dementieren, wonach der Großwesir erklärt haben sollte, die türkische Regierung sehe sich mit Rücksicht auf den Geldmangel gezwungen, zu außerordentlichen Maßregeln Zuflucht zu nehmen, und daß diese Maßregeln hauptsächlich in der Nichtauszahlung der Kupons bestehen sollten. Der Großwesir machte niemand eine derartige Erklärung. Die türkische Regierung zog niemals eine Eventualität in Betracht, die Kupons nicht auszuzahlen oder ihren anderen Verpflichtungen nicht nachzukommen. Mexiko. Die Lage in Mexiko. In Mexiko scheint es mit der Herrlichkeit des Präsidenten Huerta ein jährs Ende nehmen zu wollen. Nachdem sein Geld zur Neige gegangen ist und seine Staatsschuldscheine jede Kaufkraft verloren haben, verlassen ihn seine besten Offiziere und gehen zu den Nebellen über. Zur Unterstützung der nach El Paso geflüchteten Deutschen übersandte das Auswärtige Amt zu Berlin 12000 Mark nach der genannten nordamerikanischen Stadt Texas. An der Grenze dieses Staates feuerten Mexikaner auf amerikanische Soldaten. Ein mexikanischer Soldat wurde getötet. Die Unionsregierung traf Maßnahmen zur Verhütung der Wiederholung ähnlicher Grenzübergriffe. * Aus Stadt und Umgebung. * Schwerte, 22. Dezember. **(Goldener Sonntag.) Der gestrige Sonntag, allgemein der„goldene“ genannt, hat seinem Namen Ehre gemacht. Das Wetter war recht günstig, und bis in die Abendstunden herrschte großer Verkehr in den Straßen, die mit den hellerleuchteten Schaufenstern einen prächtigen Anblick boten und an das Bild einer Großstadt erinnerten. Auch in den Gaschäftslokalen drängten sich die Käufer, sodaß zu hoffen ist, daß unsere Geschäftswelt mit dem klingenden Erträgnis des goldenen Sonntags zufrieden ist. **(Ein aufregender Vorfall) ereignete sich am Samstag mittag in der Hüsingstraße. Die etwa 13jährige Tochter der Familie Schmidt von der Mühlenstraße lief hinter einem Straßenbahnwagen weg direkt vor das Automobil des Herrn Kommerzienrats Fleitmann, der auf der Rückfahrt nach Iserlohn sich befand. Dank des langsamen Fahrens und der Geistesgegenwrt des Chauffeurs, der sofort bremste, wurde das Kind durch das Auto nur umgeworfen und kaum angefahren; es erlitt augenschein. lich unbedeutende Schrammen an den Händen und dem Kopfe. Das Mädchen wurde sofort in den neben der Unfallstelle liegenden Laden des Herrn Kaufmanns Ernst Klein gebracht, wo sich Herr Kommerzienrat Fleitmann persönlich von dem Befinden des Kindes überzeugte. Da der Unfall kurz nach Mittag sich ereignete, so hatte sich im Augenblick eine nach Hunderten zählende schaulustige Menge eingefunden. An die Eltern und Lehrer sei aus diesem Anlaß erneut die dringende Bitte gerichtet, die Kinder immer wieder auf die Grfahren der Straße aufmerksam zu machen, namentlich wo jetzt die lockenden Auslagen in den Schaufenstern die Kinder die nötige Vorsicht vergessen lassen. *(Belohnung.) Eine am 13. Dezember in Nochlitz(Sachsen) für das Postamt in Waldheim aufgelieferte Holzkiste mit 8600 Mark Wertinhalt ist um 7350 Mark in Papiergeld beraubt worden. Der Täter ist bis jetzt unbekannt. Auf die Wiedererlangung des Geldes und die Ergreisung des Täters hat die Ober=Postdirektion in Leipzig 500 Mark Belohnung ausgesetzt. ee(Süßigkeiten mit alloholartiger Füllung) kommen immer mehr in den allgemeinen Handel. Es ist zwar gelegentlich die Sache als harmlos hingestellt worden; doch sind gerade in letzter Zeit wiederholt Fälle von Trunkenheit bei#####ern, sogar bei Frauen mitgeteilt worden, die au, de.: Genuß dieser Süßigleiten zurückgeführt werden konnten. Die berufenen Stellen warnen deshalb vor dem Kauf und Genuß solcher Sachen. er(Konzert der Nuhrtaler.) Wie bereits mitgeteilt, gibt der Ruhrtaler Sängerverein(Leitung: Musiklehrer Neuhaus aus Westig) am 2. Wriynachtstage ein großes Konzert. Auch dlesmal wartet der tüchtige Verein wieder mit einem Programm auf, welches als erstklassig bezeichnet werden muß und welches sicherlich bei allen Freunden des edlen Männergesanges Beifall finden wird. Der Weihnachtsstimmung Rechnung tragend, bringt da Programm im ersten Teil auch verschiedene Weihnachtslieder, so das herrliche„Stille Nacht“ von Riedel,„O du fröhliche“ und einen großen Chor von Schwartz:„Weihnachtsglocken“; weiter verzeichnet es in diesem Teil noch einen modernen Chor„Alpengruß“ von Winker. Im zweiten Teil bietet die Vortragsfolge Hegars bekannten realistischen Chor„Die beiden Särge“, an dessen Schwierigkeiten bereits mancher Verein gescheitert ist, der aber von den Ruhrtalern eine sicherlich ein wandfreie Wiedergabe erfahren dürfte, eine ganz eigenartige Komposition von Walden:„Alpenjäger“, einen hübschen Chor von Bohnes:„Sei mir gegrüßt" und einen Chor von Bäcker:„Absch.ed von der Mutter". Die beiden Solisten des Vereins, die Herren Schäfer und Dahlbüdding, haben gleichfalls einige prächtige Liederspenden zu dem Programm beigesteuert. Einen ganz besonderen Reiz erhält das Konzert durch die Mitwirkung einiger Mitglieder des Hagener Konservatoriums (Geige, Bratsche, Cello und Flügel), welche mit Werken von Mozart, Godart, Mendelssohn usw. aufwarten. Jedenfalls können wir einen Besuch des Konzerts nur warm empfehlen.— Am Vormitlage des 1. Feiertages werden die„Nuhrtaler" wieder in beiden Krankenhäusern einige dem Tage angepaßte Lieder zum Vortrag bringen. **(Vom Nathaus=Neubau.) Für die Ausführung der Glaserarbeiten am Neubau des Rathauses sind folgende zehn Angebote eingereicht worden: Hesse& Bucker 1652.19 Mark, J. Engelhardt 1553.25 Mark, A. Erdmann 1581.91 Mark, W. Nötting 1567.52 Mark, W. Hellwig 1558.54 Mark, Fr. Nork 1552.40 Mark, W. Becker 1542.22 Mark, C. Einermann 1526.20 Mark, A. LappeBerghofen 1379.77 Mark, Vilbach& Dreßler=Witten 1066 Mark. *:(Weihnachten im Kindergottesdienst.) Gestern abend fand in der größeren Kirche am Markt die Weihnachtsfeier für die Teilnehmer am Kindergottesdienste statt. Das geräumige Gotteshaus war von den fast tausend Kindern und deren Angehörigen bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Feier lag die Einleitung„Verkündigung der Freude im Alten Testament",„Freude in Bethlehem“ und „Freude bei uns“ zu Grunde. Einzel= und Gruppenerzählung der Geburtsgeschichte wechselten mit Kinder= und Gemeindegesang der Christfestlieder und dem von Fräulein Fischer zu Orgel= und Violinbegleitung stimmungsvoll gesungenem Liede „Drei Könige wandern aus Morgenland“ ab. Zum Schluß der Frier wurden die Kinder beschenkt; die kleineren er#elben eine Krippe und die größeren ein Boch. in dem in Bild und Schrift die Heßlsgeschichte##nd das heilige Land geschildert ist. Pflicht der Ellern ist es nun, die Kinder zu dem am Sonntag nach Weihnachten wieder einsetzenden sonntäglichen Kindergottesdienst auch wieder regelmäßig zu schicken. *(Josefs=Verein.) In der gestrigen Versammlung des St. Josefs=Vereins(katholischer Männer= verein) im Kordeckschen Lokal hielt Herr Pfarrer Schnurbus einen sehr interessanten und fesselnden Lichtbilder=Vortrag über Ober=Italien. Die herrlichen Gestade des Vierwaldstätter=Sees, Lugano, Mailand mit seinem prächtigen Dom, Venedig mit seinen zahlreichen historischen Erinnerungen, Florenz, Pisa mit seinem bekannten schiefen Turm, Genua, Rom, der Mittelpunkt der katholischen Weit, und andere Sehenswürdigkeiten des sonnigen Südens zogen in hübsch kolorierten Lichtbildern an dem Auge des Beschauers vorüber. Der Vortrag fand lebhaften und wohlverdienten Beifall. Leider ließ der Besuch der Veranstaltung sehr zu wünschen übrig, wie der alte Verein überhaupt etwas frisches Blut recht gut vertragen könnte. *(Kinderzulagen für Beamte.) Wie die „Deutsche Tagesztg.“ mitteilt, sind die Reichsbehörden zur Zeit mit der Ausstellung einer Statistik über den Familienstand der Beamten, insbesondere über die Kinderzahl in den Beamtenfamilien, beschäftigt. Die Statistik steht im Zusammenhange mit der im Haushaltungsausschusse des Reichstages angeregten Frage, ob den Reichsbeamten nach der Zahl der unversorgten Kinder Gehaltszulagen zu gewähren seien. In Beamtenkreisen gehen die Meinungen hierüber auseinander. Daß wir die Gewährung von sogenannten Kinderzulagen für zwecmäßig und notwendig erachten, brauchen wir wohl nicht zu wiederholen. **(Ortskrankenkasse.) Nachdem die im September getätigten Vertreterwahlen auf erfolgten Cinspruch der christlich organisierten Arbeiterschaft vom Oberversicherungsamt für ungültig erklärt sind, hat der Vorstand Neuwahlen ausgeschrieben, die am Mittwoch, 28. Januar, im„Westfälischen Hof“ vorgenommen werden sollen. Seitens der Arbeitgeber sind 12 Vertreter und 24 Ersatzmänner, seitens der Arbeitnehmer 24 Vertreter und 48 Ersatzmänner zu wählen. Bezüglich der Einreichung der Vorschlagslisten usw. verweisen wir auf die Bekanntmachung in heutiger Nummer. (Die endgültigen Ergebnisse der Viehzählung) vom 2. Dezember sind im„Reichsanzeiger“ veröffentlicht worden. Danach gab es im Deutschen Reiche: 4 523 059 Pferde, 1883 Maulesel, 11 264 gewöhnliche Esel, 20 182 021 Rinder, 5 803 445 Schafe, 21 913 707 Schweine, 3410 396 Ziegen, 82 702 030 Stück Federvieh und 2,630 837 Bienenstöcke. Westhofen, 22. Dez.(Beginn der Probepredigten.) Da Herr Pastor Falkenberg, wie wir bereits meldeten, nach 30jähriger Amtstätigkeit am 1. April nächsten Jahres aus dem Amte scheidet, so hat das Presbyterium beschlossen, unter den eingegangenen Meldungen eine Anzahl Bewerber zu Probepredigten einzuladen. Die erste dieser Probepredigten fand im gestrigen Vormittagsgottesdienste statt, und wurde von Herrn Psakrer Thom aus Ihmert bei Iserlohn gehalten. *e Garenfeld, 20. Dez.(Zurückgekehrt) ist heute die 17jährige Ida Columbet von hier, über deren Verschwinden wir vor einigen Tagen berichteten. Das Mädchen hatte sich ohne Vorwissen seiner Angehörigen mehrere Tage bei Bekannten in der Bittermark aufgehalten; die Befürchtungen, es sei einem Mädchenhändler in die Hände gefallen, sind also erfreulicherweise grundlos gewesen. *“ Ergste, 20. Dez.(Riesenketten.) Die große Schiffskette der Firma Theile, von der wir kürzlich berichteten, wird übertroffen von zwei Niesenketten, welche die Firma Gebr. Heimann für ein Bergwerk in Indien geliefert hat. Beide Ketten haben das gewiß respektable Gewicht von 40 000 Pfund. —— Im Gewerkschafts=Prozeß in Köln gab am Samstag der Verteidiger des angeklagten Pfarrers Mix folgende Erklärung ab: habe die unter Anklage gestellten Stellen aus der„Kölner Korrespondenz“, aus verschiedenen in Italien erscheinenden Blättern stammenden Behauptungen nur in Wahrnehmung der mir als evangelischer Pfarrer zustehenden berechtigten Inter' essen ausgenommen. Auf Grund der Beweisaufnahme halte ich dieselben nicht mehr aufrecht und nehme sie mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Zu den Kosten des Verfahrens zahle ich den Betrag von 50 Mark.“ Die Verhandlung wurde dann auf Montag vertagt. Letzte Drahtmeldungen. Mit Lysol vergiftet. Dortmund, 22. Dez. In einem Hause der Burgholzstraße hat sich heute früh eine Köchin aus unbekannter Ursache mit Lysol vergiftet. Der Tod trat sofort ein. Ein Fuhrwerk vom D= Zug zerschmettert. Dortmund, 22. Dez. Im nahen Kamen hat sich gestern ein schweres Unglück zugetragen. Am Bahnübergang wurde ein Fuhrwerk von einem D=Zuge erfaßt und vollständig zertrümmert. Der Kutscher wurde auf der Stelle getötet, und auch die Pferde büßten bei dem Unglück das Leben ein. Neuer Angriff auf Tampico. Berlin, 22. Dez. Wie amtlich mitgeteilt wird, haben die mexikanischen Aufständischen Tampico von neuem angegriffen. Eine Fabrik durch Dynamit in die Luft gesprengt. Straßburg i. E., 22. Dez. Eine gewaltige Detonation versetzte gestern abend die ganze Stadt in Aufregung. Die Fabrik Biersohn war durch Dynamit in die Luft gesprengt worden. Die Wirkung der Explosion war äußerst stark. Große Stücke des Mauerwerkes wurden weit fortgeschleudert, der Schornstein ist gänzlich zerstört. Teile des Maschinenhauses und des Schornsteins wurden in weiter Entfernung vom Explosionsherd gesunden. Die Untersuchung ergab, daß die Explosion dadurch verursacht war, daß ein mit Dynzmit gefüllter Korb durch eine Zündschnur vom Feld, aus zur Entzündung gebracht worden war. Das Fabrikgebäude, das bis auf die Grundmauern zerstört ist, stand leer und sollte erst am 1. Januar in Betrieb gesetzt werden. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Von den Tätern hat man keine Spur. Man glaubt. daß es sich um einen Nacheakt handelt. Zum Familiendrama des Abg. Miele, zynski. Posen, 22. Dez. Der Mörder seiner Gattin und seines Neffen, der Reichstagsabgeordnete Graf Mielczynski, wurde noch gestern spät abends in Haft genommen und nach dem Untersuchungsgesängnis in Meseritz übergeführt. Die Ermittlungen haben ergeben, daß die Gesellschafterin der erschossenen Gräfin mit dieser in dem Zimmer der Gräfin weilte, als der junge Graf Miaczynski, der Nefse Mielczynskis, in der Nacht auf das Schloß zu Besuch kam. Als der Ehemann das Schlafzimmer seiner Gattin betrat, glaubte er, sie mit ihrem Geliebten allein anzutreffen. Ohne ein Wort zu sprechen, gab er aus seinem Jagdgewehr zwei Schüsse auf die beiden ab. Während die Gräfin und der junge Graf tödlich getroffen zusammenbrachen, blieb die Gesellschafterin wie durch ein Wunder unverletzt. Opfer der Kannibalen. Paris, 22. Dez. Wie ein Telegramm des „Neuyork Herald“ meldet, sind auf dem BismarckArchipel zwei deutsche Gelehrte von Kannibalen ermordet worden. Starke Schneefälle in Frankreich. aris, 22. Dez. In ganz Frankreich herrscht seit einigen Tagen eine außergewöhnlich niedtige Temperatur. In Paris zeigte heute der Wettermesser auf drei bis vier Grad unter Null, während der Normalstand für diese Jahreszeit etwa zwei Grad Wärme ist. Auch aus dem Süden Frankreichs und der französischen Schweiz kommen Nachrichten über starke Schneefälle. Die Eisenbahnen sind zum großen Teile vollkommen verschneit. Negus Menelik tot? Rom, 22. Dez. Der italienische Ministerpräsident in Addis Abeba meldet, er könne die vor einiger Zeit verbreitete Meldung vom Tode Meneliks zwar nicht offiziell bestätigen, halte sie aber für wahr. 1500 Mark für Anzeigen= und Reklamemarken= Entwürfe. Die bekannte Flügel= und Pianino=Fabrik Rud. Ibach Sohn schreibt einen Wettbewerb für Anzeigen= und Reklamemarken=Entwürfe aus und hat dafür insgesamt Mk. 1500.— für Preise ausgesetzt. Der erste Preis beträgt Mk. 500.—, der zweite Mk. 250.—. Die Entwürfe sind bis zum 15. Februar 1914 bei der Verlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt, einzureichen. Genaue Bedingungen können unter Bezugnahme auf diese Zeitung von der Firma Rud. Ibach Sohn, Barmen, postfrei bezogen werden. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Pieh, PacurJ. Vammmr Buchei Sähet 8 erfreuen sich der Vorliebe der Hausfrauen Wer 50 Prämienscheine an die Nährmittelfabrik Hansa in Bielefeld einsendet, erhält gratis und franko eine grosse Dose Keks als Prämie. Bekanntmachung. Zur Wahl der Vertreter und deren Ersatzmänner im Ausschuß der unterzeichneten Kasse ist Termin auf Mittwoch, den 28. Januar 1914 im Lekale des Wirts Wilhelm Kordeck(Westfäl. Hof), Bahnhosstraße 34 anberaumt worden. Die Wahl erfolgt für die Arbeilgeber von 3 Uhr bis 5 Uhr nachmittags und für die Arbeiknehmer von 5½ Uhr bis 8½ Uhr nachmittags. Zu wählen sind seitens der Arbeitgeber 12 Vertreter und 24 Ersatzmänner, seitens der Arbeitnehmer 24 Vertreter und 48 Ersatzmänner. Wahlberechtigt und wählbar sind nur die volljährigen Arbeitgeber und Versicherten Die wahlberechtigten Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden hiermit zur Einreichung von Wahlvorschlägen mit dem Hinweis darauf aufgefordert, daß nur solche Wahlvorschläge berücksichtigt werden, die spätestens 2 Wochen vor dem Wahlteg, also bis 13. Januar 1914 bei dem Vorsitzenden Herrn Franz Stellbrink, Holzen, Paulinenstraße Nr. 8, eingereicht werden, und daß die timmabgabe an diese Wahlvorschläge gebunden ist. Die Wahlvorschläge der Wahlberechtigten müssen von mindestens je 10 Wahlberechtigten unterzeichnet sein. Unterzeichnet ein Wähler mehr als einen Wahlvorschlag, so wird sein Name nur auf dem zuerst eingereichten Wahlvorschlage gezählt und auf den übrigen Vorschlägen gestrichen. Sind mehrere Wahlvorschläge, die von demselben Wahlberechtigten unterzeichnet sind, gleichzeitig eingereicht, so gilt die Unterschrift auf demjenigen Wahlvorschlage, welchen der Unterzeichner binnen einer ihm gesetzten Frist von höchstens 2 Tagen bestimmt. Unterläßt dies der Unterzeichner, so entscheidet das Los. Jeder Wahlvorschlag darf höchstens dreimal so viel Bewerber benennen, als Vertreter zu wählen sind. Die einzelnen Bewerber sind unter fortlaufender Nummer aufzuführen, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt und nach Familien= und Vor=(Ruf=) Namen Beruf und Wohnort zu bezeichnen. Bei Versicherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit dem Wahlvorschlage für Versicherte ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vor zulegen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. Bei den Wahlvorschlägen für Arbeitgeber ist eine solche Erklärung nur erforderlich, soweit ein vorgeschlagener Bewerber nach§ 17 der Reichsversicherungsordnung zur Ablehnung der Wahl befugt ist. In jedem Wahlvorschlag ist ferner ein Vertreter des Wahlvorschlages und ein Stellvertreter für ihn aus der Mitte der Unterzeichner zu bezeichnen. Ist dies unterblieben, so gili der eiste Unterzeichner als Vertreter des Wahlvorschlages und, soweit eine Reihenfolge erkennbar ist, der zweite als sein Stellvertreter. Der Wahlvorschlagsvertreter ist berechtigt und verpflichtet, dem Vorstand die zur Beseitigung etwaiger Anstände erforderlichen Erklärungen abzugeben. Die zugelassenen Wahlvorschläge der Wahlberechtigten liegen vom 21. Januar 1914 ab bis zum Wahltage in der Geschäftsstelle der Kasse zur Einsicht für die Wähler aus. Die Wahlordnung sowie das Arbeitgeber= und Mitgliederverzeichnis können bis zum Wahltage in der Geschäftsstelle der Kasse eingesehen werden. Etn aige Einsprüche gegen die Richtigkeit— der sich aus dem Arbeitgeber= und Mitgliederverzeichnis ergebenden Wahlund Stimmberechtigung— sind bei Vermeidung des Ausschlusses spätestens 1 Woche vor dem Wahltage, also bis 21. Januar 1914 unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Unterzeichmeten Kassenvorstande einzulegen.„....„ gähen 0. Das Waylrecht ist in Person auszauben. Der die Wahl leitende Wahlausschuß ist befugt, die Wahlund Stimmberechtigung jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prüfen; es empfiehlt sich daher, einen Ausweis hierüber zur Wahlhandlung mitzubringen. Als Ausweis genügt in der Regel für die Arbeitgeber die Quittung über die zuletzt gezahlten Kassenbeiträge, für die Arbeitnehmer das Quittungsbuch oder eine vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung, daß der Betreffende am Tage der Wahl noch in Beschäftigung steht.„.58 65# Formulare zu den Vorschlagslisten(uud im Kassenlokal zu haben. Schwerte, den 22. Dezember 1913. Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse Makulaturpapier ennsiehlt bilgtt Carl Braus, Schwerte(Nuhr) 22 Holzrahmenmatr., Kinderbetten billigst an Private. Katal frei, Eisenmöbelfabrih, Sahl i. Thür. „Das eiserne P.16. „Volk wider Volk „Die Schmiede der Zuhunfg von Walter Bioem. Jeder Band elegant gebunden 6.00 Mk. Vorrätig in der Buchhandlung Cark Braus Schwerte, Gr. Marktstr.43—5. Eine gebrauchte, noch gut erhaltene ist dillig zu verkaufen. Iu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung vermieten Sie Inserat in der Schwerl. Jeitung. Nr. 299. Beilage Montag, 22. Dezember 1913. Amlliches Kreisblatt. Mordtat eines Reichstagsabgeordneien. Etwas Beispielloses ist geschehen. Ein Reichstagsabgeordneter hat einen schweren Mond begangen. Auf Schloß Dakowymokre bei Grätz in der Provinz Posen erschoß der Abg. Graf Mielzeynski (Pole) seine Frau und deren Nessen. Nach der Tat, über deren Ursachen Stillschweigen beobachtet wird, die jedoch durch Familienzwistigkeiten veranlaßt worden zu sein scheint, stellte sich Graf v. Mielzeynski der Staatsanwaltschaft. Abg. Graf Mielzcynski, der am 13. Oktober 1869 in Posen als Sohn eines Rittergutsbesitzers geboren wurde, hatte sich nach Absolvierung seiner Gymnasial= und Universitätsstudien zunächst der Kunstmalerei gewidmet, wan dann Offizier im Leibkürassier=Regiment geworden und bewirtschaftete seit 1897 seine Güter. Dem Reichstage gehörte er seit 1893 als Vertreter des Wahlkreises Samter=Birnbaum an, der zum eisernen Besitzstande der Polen gehört. Die Vorgeschichte der Tat erfährt in der„National=Zeitung“ folgende Darstellung: Vor ein paar Wochen traf auf Schleß Dakowymokre der Neffe des Grafen, der Sohn einer Halbschwester der Gräfin, Graf Alfred v. Miaczynski, ein. Der junge 24jährige Graf hatte vorher in Rußland gewohnt und war einer Einladung des Grafen Mielzcynski, bei ihm den Winter zu einem Jagdausenthalt zu rerbringen, gefolgt. Der Graf schien seit mehreren Tagen einen gewissen Verdacht gegen seine Gattin und deren Neffen zu hegen, jedenfalls lassen die Einzelheiten der Bluttat darauf schließen, daß der Graf mit sich vollkommen im klaren gewesen ist. Die Vorfälle in der Mordnacht. Am Freitag war Graf Mielzcynski nach Posezu einer Gesellschaft gefahren. In der Nacht gegen 4 Uhr kam er im Auto auf seinem Schloß an. Trotzdem er einige Fenster des Erdgeschosses, wo die Zimmer seiner Gattin lagen, erhellt sah, begab er sich doch zunächst ruhig in sein über diesen Räumen gelegenes Schlafgemach. Als er sich zur Ruhe legen wollte, hörte er ein verdächtiges Geräusch und glaubte im ersten Augenblick, Einbrecher seien im Schloß. Dann jedoch stieg in ihm der Verdacht auf, daß die Gräsin auf unerlaubten Pfaden wandle. Er ging in sein Arbeitszimmer, nahm sein Jagdgewehr, steckte Munition zu sich und stieg in das Erdgeschoß hinab. In dem Schlafzimmer seiner Gattin traf er die Gräfin mit ihrem Neffen, dem Grafen Miaczynski. Ohne sich zu besinnen, erhob er das Gewehr und tötete seine Gattin und seinen Neffen durch zwei wohlgezielte Schüsse. Durch den Lärm, den er beim Herabsteigen in das Erdgeschoß verursacht hatte, war die Gesell schafterin der Gräfin, ein junges polnisches Mädchen, erwacht, und Unheil vermutend, war sie im Nachtkleide herbeigeeilt. Sie kam noch, ehe die Tat geschehen war. Als der Graf das Gewehr erhob, fiel sie ihm in die Arme, und der erste Schuß, der die Gräfin traf, verletzte die Gesellschafterin schwer. Nach begangener Tat sorgte der Graf, nachdem er sich vergewissert hatte, daß seine Gattin und der Neffe tot waren, in aller Ruhe dafür, daß sich das Dienstpersonal der verletzten Gesellschafterin annahm und schloß sich dann in sein Arbeitszimmer ein, um bis in den Morgen hinein dort zu verweilen. Er benutzte die Zeit dazu, um Briefe an seine Verwandten zu schreiben. In ihnen setzte er in aller Ausführlichkeit und mit voller Klarheit die Vorgeschichte und die Beweggründe der Tat auseinander. Am Morgen fuhr er per Automobil nach Posen, um sich dort der Staatsanwaltschaft zu stellen. Noch am späten Nachmittag weilte eine Gerichtskommission, die mittags 1 Uhr engetrofsen war, auf dem Schloß und beschäftigte sich mit der Aufnahme des Tatbestandes. — Westfalen und Rheinland * Dortmund, 20. Dez.(Ungehörig benahmen) sich in der Dorfkirche zu Herringen am 27. Juli während einer Taufhandlung die Bergleute Wilhelm Drücke und Karl Schäfer. Als der Geistliche die Taufgebete sprach, ahmte ihm Drücke nach und rief zum Schluß überlaut„Amen“, und als der Geistliche ihn aufforderte, die Kirche zu verlassen, antwortete er frech:„Na, dann geh ich in die Wirtchaft". Schäfer steckte seine Hand in das Taufbecken und ließ sich Wasser auf den Kopf träuseln und beprengte auch die Taufgesellschaft damit, wobei er die Taufworte wiederholte. Die Strafkammer verurteilte Drücke auf Grund des§ 67 zu 4 und Schäfer auf Grund des§ 166 des Strafgesetzbuches zu 6 Wochen Gesängwis. * Dortmund, 20. Dez.(Opfer der Straßenbahn.) Ueberfahren wurde haute nachmittag auf dem Westenhellweg die achtjährige Tochter eines hiesigen Dachdeckermeisters. Als das Kind die Straße überqueren wollte, wurde es von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn zu Boden geworfen, überfahren und ihm der Kopf vom Rumpfe getrennt. * Meinerzhagen, 20. Dez.(Tödlicher Unfall.) Gestern abend kam hier beim Bahnbau ein auswärtiger Arbeiter auf schreckliche Weise zu Tode. Bei den Sprengarbeiten geriet der Mann unter einen herabrollenden Felsblock, der ihn vollständig zermalmte. Der Steinblock mußte erst mit Dynamit gesprengt werden, um die Leiche des Verunglückten darunter wegnehmen zu können. Zwei andere Arbeiter wurden bei dem Unglück schwer verletzt. * Winterberg, 20. Dez.(Schreckliche Folgen einer Explosion.) Eine auf dem warmen Osen stehende Petroleumlampe kam in der Wohnung des Arbeiters Zoll in Frankenberg zum Explodieren. Die Frau und zwei erwachsene Kinder erlitten dabei so gräßliche Brandwunden, daß sie der Klinik in Marburg zugeführt werden mußten. Zwei andere kleine Kinder kamen mit geringeren Verletzungen davon. * Bielefeld, 20. Dez.(Gerüsteinsturz.) Beim Bau der Eisenbahnunterführung an der Stadtheider Straße stürzte gestern vormittag gegen 10 Uhr ein Gerüst zusammen. Dabei erlitt der Maurer Weber aus Altenschildesche schwere Verletzungen. Zwei weitere Personen sind mit leichteren Vekletzungen davongekommen. Es liegt Grund zu der Annahme vor, daß ein Bubenstreich den Einsturz verschuldet hat, da bereits zwei Mal Einbrüche in die Baubude untemnommen wurden, ferner ein wertvoller Treibriemen und Bauholz gestohlen worden ist. * Herford, 20. Dez.(Vom Spiel in den Tod.) In Ströhen(Kreis Halle) wurde der dreizehnjährige Sohn des Kolons Strothenke an einer Hundekette erhängt aufgefunden. Der Knabe war beim Spiel in dieselbe hineingeraten und erstickt, ohne daß ihm Hilse gebracht werden konnte. * Minden, 20. Dez.(Eine lange Wartezeit.) Ein Leser erzählt der„M. Z.“ folgendes wahre Geschichtchen: Kommt da dieser Tage ein Fremder auf dem hiesigen Bahnhof an und freut sich, daß er die Gleise der neuen Straßenbahn sieht, zumal er ziemlich viel Gepäck bei sich hat. Er wartet und wartet, schließlich faßt er sich ein Herz und fragt einen hiesigen Bürger, wann die Elektrische kommt.„Ja,“ antwortet ihm dieser,„das kann ich Ihnen nicht genau sagen, aber etwa fünf Vierteljahr wird es noch dauern.“ Betrübt und ohne Dank ging der Fremde von dannen. * Gronau, 20. Dez.(Im Zeitalter der Syndikate.) In Holland organisieren sich sogar die Wilddiebe! Eine Notiz der„Tubintia“ in Enschede, die wir unter Vorbehalt wiedergeben, besagt, daß zu Wekorom in der Provinz Gelderland eine„Stroopersvereinigung“ gegründet ist, die den Namen„Draagt elkanders Lasten" trägt und die Aufgabe hat, die verhängten Strafen gemeinschaftlich aufzubringen. Der Verein erklärt öffentlich, daß von seinen Mitgliedern in der vergangenen Woche zusammen 44 Hasen, 23 Kaninchen, 7 Fasanen, 8 Rebhühner, 5 Birkhühner und 1 Schnepstgeschossen wurden. * Duisburg, 20. Dez.(Blutvergiftung.) Das Lehrmädchen Margarete Noll hatte sich mit einer Heftzwecke geritzt und am Arm eine leichte Verletzung davongetragen. Sie beachtete die Verletzung nicht, die sich aber verschlimmerte. Sie wurde ins Elisabeth=Krankenhaus gebracht, wo sie an Blutvergiftung gestorben ist. * Düsseldorf, 20. Dez.(Gefährliches Spielzeug.) Unvorsichtiger Weise hatte der Maschinenschlosser Theodor Brockerhoff aus Huckingen eine geladene Flobertbüchse im Wohnzimmer stehen lassen, wo sie von einem fünfjährigen Knaben gefunden wurde. Der Knabe spielte mit der Büchse. Hierbei kam er dem Hahn zu nahe. Tödlich getroffen sank sein jüngeres Schwesterchen zu Boden. Die Strafkammer verurteilte Brockhoff wegen fahrlässiger Tötung zu einem Monat Gefängnis. * Altenkirchen, 20. Dez.(Falschmünzer verhaftet.) Durch die Verhaftung des 19jährigen Zahntechnikers Ochler ist es gelungen, den Falschmünzer zu ermitteln, der seit Monaten die Ortschaften des Westerwaldes und des Siegerlandes mit falschen Zweimarkstücken versah. Ochler ist der Sohn eines Forstbeamten; er war hier in Stellung und hat in seinem Arbeitsraum die Falschstücke hergestellt. Die Angelegenheit dürfte einen großen Umfang annehmen, da die Staatsanwaltschaft noch mehrere Personen im Verdacht hat, die mit dem verhafteten Ochler falsche Zweimarkstücke verbreitet haben sollen. * Düsseldorf, 20. Dez.(Der Lohngelderraub in Hilden.) Die Nöhrenfabrik Alexander Koppel besitzt in Hilden eine Werstsiliale, deren geldliche Verhältnisse vom Hauptbureau in Solingen geordnet werden; so auch die Löhnung der Angestellten. Die Lohngelder werden an jedem Lohntage von Angestellten des Hildener Werks aus Solingen abgeholt. So geschah es auch am Vormittag des 2. August. Dem 17jährigen Boten Dinger und dem Fabrikarbeiter Birkhofen waren in zwei Paketen 22000 Mark Lohngelder mitgegeben worden. Auf dem Bahnhof in Hilden sandte Bikkhofen seinen Begleiter fort, um Zigaretten zu holen, während er selbst die Bedürfnisanstalt des Bahnhofs besuchte. Dort wurde er dann kurze Zeit darauf anscheinend bewußtlos aufgefunden. Seine Kleider waren mit Pfeffer bestreut und die Pakete mit den 22000 Mark verschwunden. Birkhofer gab die Erklärung ab, daß er in der Anstalt plötzlich von einem fremden Manne überfallen, am Halse gewürgt, ihm Pfeffer in die Augen gestreut und er zu Boden geschlagen sei. Die von dem angeblichen Raubansall sofort verständigte Kriminalpolizei in Hilden und Solingen gelangte auf Grund verschiedener Tatbestände sofort zu der Vermutung, daß es sich um einen vorgetäuschten Ueberfall handle. Birkhofen wurde verhaftet und mit ihm der Fabrikarbeiter Prink aus Solingen, der sich durch verschiedene Redensarten bemerkbar machte. Beide standen jetzt wegen Unterschlagung vor der hiesigen Strafkammer. Prink wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Birkhosen blieb dabei, daß er überfallen und ihm das Geld geraubt worden sei. Das Gericht gelangte jedoch namentlich durch die Untersuchung der Kriminalpolizeibeamten zu der Auffassung, daß er den Raubanfall nur vorgetäuscht habe, um sich das Geld zu beschaffen. Er wurde zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die 22000 Mark konnten trotz der eingehendsten Untersuchungen bisher noch nicht wieder zur Stelle geschafft werden. — Eisenbahn=Unglück bei Lollringhausen. Ueber ein Eisenbahn=Unglück, welches sich am Samstag abend im Bahnhof Löttringhausen ereignete, liegen folgende Meldungen vor: Als der von Langendreer nach Hagen verkehrende Personenzug Nr. 778 in Langendreer vorschriftsmäßig im Bahnhof Löttringhausen die Maschine wechseln wollte, entgleiste diese unmittelbar vor den Bahnsteigen in einer Weiche. Sie stellte sich quer und karambolierte mit dem im selben Augenblick von Hagen kommenden Eisenbahnzug 913, der in Dortmund fahrplanmäßig um 7 Uhr 15 Minuten eintrifft. Die Lokomotive des einfahrenden Zuges wurde durch den Anprall aus dem Eleise gehoben und stürzte mit dem Tender die Dammböschung hinab. Drei Wagen vierter Klasse fuhren mit erheblicher Wucht gegeneinander und legten sich zur Seite. Die Passagiere wurden arg durchgerüttelt und erlitten zum Teil recht erhebliche Schrammen und Quetschwunden. Der auf der abstürzenden Lokomotive bedienstete Heizer, der aus Hagen stammt, geriet unter Kohlenmassen und wurde festgeklemmt, so daß er sich nicht befreien konnte und den ausströmenden Dämpfen zum Opfer fiel. Er erlitt am ganzen Körper gräßliche Verbrühungen und dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Der Lokomotivführer, der noch rechtzeitig abzuspringen vermochte, trug ebenfalls eine erhebliche Verletzung davon. Ein sofort von Dortmund= Süd abgelassener Hilfszug brachte den Verletzten die erste Hilfe. Der bedauernswerte Heizer mußte sofort nach Dortmund ins Krankenhaus gebracht werden. Die verletzten Passagiere konnten, nachdem sie mit Notverbänden versehen waren, größtenteils ihre Reise fortsetzen. Ueber die Zahl der Verunglückten wird amtlich folgendes mitgeteilt: Heizer Apitius aus Hagen(er kam ins Krankenhaus nach Dortmund und ist dort bereits gestern gestorben), Lokomotivführer Schulte=Allen, Dortmund, Lackierer Heinrich Engels, Dortmund, Schreiner Wilhelm Eickmeier, Dortmund, Lokomotivführer Kniebert, Hagen, Zugführer Figge, Hagen, Landwirt Heinrich Schlüter, Afferde, Walzenführer Karl Simanek, Eving. Aus großer Zeit. Roman von O. Elster. 48 Gesines Knie wankten. Ihre Hand griff nach dem Herzen, es war ihr, als sollte es zerspeingen. Totenblässe bedeckte ihre Wangen. „Er ist gefallen?“ „Gesine, laßt Euch erzählen. Gesine atmete tief auf.„Jetzt nicht, Berendt Prigge, jetzt nicht," und sie schritt davon, das Haupt stolz emporgerichtet, gewaltsam die Tränen zurückhaliend. Sie schritt wortlos an ihrem Vater vorüber, der ihr erstannt nachblickte, sie ging in ihr Kämmerlein und hier erst löste sich der gewaltige Schmerz und sie brach in ein krampfhaftes SchluchHaus Heinrich pochte an ihre Tür. Sie hörte es nicht, sie lag mit den Armen auf dem Lager und hatte das Gesicht in die Arme verborgen und weinte, weinte. „Laß sie zufrieden, Hans Heinrich,“ sagte Berendt Prigge leise.„In solchem Schmerz muß jeder Mensch mit sich und seinem Gott allein sein. Komm, gib mir ein Glas Rum, gerade als ob ich alter Bursche noch einmal toeinen sollte.— Die beiden Alten saßen vor der Haustür und rauchten schweigend ihre Pfeifen. Es wurde Abend— es wurde Nacht— Gesine erschien noch immer nicht. Hans Heinrich klopfte abermals an ihre Tür. Gesine, willst Du nicht zu uns kommen? „Ich komme, Vater, tönte es von innen heraus, aber die Stimme hatte einen so eigenen, herben, harten Klang, daß Haus Heinrich kaum die Stimme seiner Tochter wieder erkannte. Gesine erhyb sich. Ihr Auge schweifte in dem kleinen so wohlbekannten Raum umher, als sei er ihr wildsremd geworden. Da fiel ihr Blick auf das kleine Lämpchen, welches in dem Fenster stand, reit augezhindet zu merden um dem heimkehrenden Geliebten den ersten Gruß schon aus der Ferne zu senden. Ein bitteres Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie nahm das Lämpchen,„soll ich Dich dennoch anzünden?“ murmelte sie.„Wozu— Du leuchtest ja ihm nicht mehr, Du sollst niemandem mehr eschten...... K ychen in dem S chrau) Und sie verschloß das Lampchen iem. Schrant, versteckte es in dem tiefsten Winkel, und dann trat sie heraus zu den beiden alten Männern, die erstannt zu ihr aufblickten, als sie so gefaßt, so ruhig und starr dastand. „Erzählt mir, Berenot Prigge, wie er staro, sprach sie mit leise bebender Stimme und setzte sich auf die Bank, faltete die Hände und starrte mit großen, glanzlosen Augen in die dunkle Nacht hinaus. 91 Oapitel Fr. Kulpirer. „Es gibt Krieg, Haus Heinrich! Es gibt wieder Krieg!.. aguf Mut“ Gan Mit diesem Schreaenstu,###tzie der Rantor Benjamin Stöckel mit fliegenden Rockschößen gleich einem Unglücksraben in das Fährhaus, an dessen Herdstelle Berendt Prigge, Peter Haas, Gesine und der alte Hans Heinrich saßen. Der letztere erzählte gerade seine Heldentaten aus Spanien, denen Berendt Prigge ungläubig lächelnd und mißtrauisch gegen die Wahrheitsl iebe seines alten Freundes zuhörte, während Pe ser Haas mit offenem Munde und weitgeöffnet en Augen den bunten Abenteuern lauschte. Gesine nähte still an einem Leinentuche. Das alte, feine Leinen, welches noch von ihrer Mutter herstammte, dessen Flachs selbst gesäet, selbst geerntet, selbst gehechelt und gesponnen, gehaspelt, gewebt und gebleicht war, es sollte zu ihrer eigenen Ausstattung dienen, jetzt war das vorüber und wenn Gesinedas alte, feine, weiße Leinen hervorholte, um ein Hemde, eine Schürze oder dergleichen daraus zu nähen, dann war es ihr, als nähte sie an ihrem Leichentuch und manche heimliche Träne fiel auf das Leinen in ihrer Hand. Ihr trühes Sinnen und die Kriegsabenteuer Hans Heinrichs unterbrach nun der Schreckensruf des Kantors:„Es gibt Krieg!“ Gott bewahre,“ sagte Berendt Prigge, indem er die Pfeife aus dem Munde nahm,„der Kantor träumt jetzt nix als Krieg, Mord und Brand. Wo soll denn jetzt der Krieg herkommen, Schulmeister? Wir haben doch nachgerade Krieg genug in der Welt gehabt. Die Kaiser, Könige, Herzöge und Fürsten sorgen schon dafür, daß es keinen Krieg mehr gibt; sie sitzen in Wien und klamusern die Landkarte von Europa wieder auseinander, die ihnen der Bonaparte so eklich in Unordnung gebracht hat und der Bonaparte sitzt jetzt auf der Jusel Elba, bewacht von den englischen Schiffen. „Ja, Berendt Prigge,“ lachte der Kantor,„da steckt gerade der Haken. Die englischen Schiffe haben nicht gut aufgepaßt und der Bonaparte ist ihnen entwischt.“ Das wär der Deuwel!“ meinte Hans Heinrich nachdenklich.„Ja, ja, wennn Admiral Nelson noch lebte, würde der Bonaparte nicht echappiert sein. „Aber jetzt ist er echappiert,“ fuhr Benjamin Stöckel triumphierend fort, als verkünde er eine sehr frohe Botschaft.„Und die Kaiser und Könige, Herzöge und Fürsten sind eilig von Wien heimgereist und der König von Frankreich ist nach England geflohen und der Bonaparte sitzt wieder auf dem Thron von Frankreich und marschiert wieder mit einem großen Heer an den Rhein. Das wär der Deuwel,“ wiederholte Berendt Prigge nachdenklich, während sich Gesine erhoben hatte und aufmerksam dem Kantoe über die Schulter in das Zeitungsblatt sah, das dieser mit ausgestreckten Armen vor sich hielt, da er etwas weitsichtig geworden war. Hier steht's" fuhr er wichtig fort,„es gibt wieder Krieg! Die Russen, die Oesterreicher, Preußen, die Engländer und die deutschen Fürsten von Nord bis Süd rüsten und senden ihre Truppen an den Rhein. Die Preußen stehen noch da von vorigem Kriege und die Engländer schiffen bereits eine große Armee in Belgien aus und der Herzog von Braunschweig marschiert mit seinen Soldaten nach Belgien, um mit den Engländern und Preußen zusammen den Bonaparte Mores zu lehren. Hier steht's — soll ich es Euch noch einmal vorlesen?" Er mußte es noch einmal lesen, Wort für Wort, Satz für Satz und aufmerksam hörten alle zu, indem sie die Hände falteten und zum Kantor aufblickten, so andächtig, als stände er als Stellvertreter des Pfarrers vor dem Altarund läse das Evangelium vor. Und dann ward ihnen allen klar, daß über Europa und über Deutschland und über das kleine weltbelegene Nienhagen wieder einmal ein großes Unglück hereingebrochen war. In Wien, in Petersburg, in Berlin und London hatte man Friedensfeste gefeiert und in dem kleinen weltabgelegenen Nienhagen hatte man still daheim gesessen und der lieben Toten gedacht und die Zeit legte sich sanft heilend um die Wunden des Krieges. Und in die Friedensfeste von Wien und Petersburg, Berlin und London war die Nachricht von der Rückkehr Bonapartes wie eine Bombe hineingeplatzt und hatte die Fürsten und Diplomaten, die Adjutanten und Legationsräte, die Damen und Herren der verschiedenen Höfe auseinandergesprengt, wie eine Schar Tauben, in die der Habicht stößt. In Nienhagen aber zog neue Unruhe, neue Angst und Sorge in die stillen Herzen.— 210,16 Krieg!— Aufs neue schallte die Trommel dumpf rasselnd durch das Land. Aufs neue gellten die Hörner und schmetterten die Trompeten und wie Marschall Blücher und der Herzog Wellington jetzt wieder die wichtigsten Leute in der großen kriegerisch bewegten Welt wurden, so war der Kantor Benjamin Stöckel der wichtigste Mann in Nienhagen, denn er erklärte den Leuten auf seiner Landkarte, wo und wie der Krieg geführt werde, wo Wellington stand, welche Marschroute Blücher einschlagen würde und wie man den Bonaparte wie die Maus in einer Mausefalle fangen würde. Wrr 84 behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag und Nacht peinigte. In 14 Tagen hat Zucker’s Patent-MedizinalSeife das Uebel beseitigt Diese Seife ist nicht 1 50 M., sondern 100 M wert. Serg M.“ a St 50 Pf 1 5%1g u. 1.50 M. 5%ig. stärkste Form. Dazu Zuckoch- Creme à 50 und 75 Pf. 2c. bei C. Trog. Max Mehlhose, Drogerien, in Westhofen: WIIh. 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Genug, daß man jetzt aus unerwartet zutage getretenen Dingen schließen zu können glaubt, daß der Leutnant keines natürlichen Todes gestorben ist. Und mit dieser Skandalaffäre bringt man die Gräfin Rohnstein in Zusammenhang.“ „In der Tat, eine gemeine und nichtswürdige Verleumdung!“ sagte Cederskjöld mit starkem Nachdruck. „Und die Buben, die sie zu Urhebern hat, verdienten eine exemplarische Züchtigung. Es gibt ja gar keine verdammungswürdigere Ehrlosigkeit, als die, den guten Ruf eines wehrlosen Mädchens anzutasten.“ „Nun, so ganz wehrlos ist die Gräfin denn doch am Ende nicht; sie hat ja einen Bruder, der sicherlich jederzeit für sie eintritt. Im übrigen aber stimme ich vollkommen mit Ihnen überein. Und um auf den Kern unserer Unterhaltung zurückzukommen, ich halte es sehr wohl für möglich, daß man der Komtesse Herta dieses Geschwätz zugetragen hat, und daß wir da die eigentliche Ursache ihrer Erkrankung zu suchen haben.“ Er war offenbar nicht gut auf sich selbst zu sprechen, daß er überhaupt von der ganzen Sache zu reden begonnen hatte, und er bemühte sich im weiteren Verlauf ihrer Fahrt auf das eifrigste, durch ein Geplauder über allerhand Nichtigkeiten den unangenehmen Eindruck vergessen zu machen. Die einsilbigen Antworten, die er erhielt, und das undurchdringlich ernste Gesicht seines Kollegen sprachen allerdings für einen schlechten Erfolg dieser Bemühungen; und er war aufrichtig froh, als Cederskjöld plötzlich sagte: „Da fällt mir übrigens eben noch zu rechter Zeit ein, daß ich zu einer dringenden Konsultation erwartet werde. Wenn Sie die Liebenswürdigkeit haben würden, einen Augenblick halten zu lassen—“ Er kam diesem Wunsche sehr bereitwillig nach, und ihre Verabschiedung hielt sich in den Formen konventioneller Höflichkeit. Der Braune zog wieder an; und während das elegante Coupé Doktor Glasers rasch davonrollte, schlug Doktor Cedersksöld mit gesenktem Verricher Geilt. Roman von W. Maquax. (21. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) segung.——„ Haupte und düfter gefurchter Stirn den Weg nach seinem Hotel ein. 13. Kapitel. In einem hellen Morgenkleide, das ihre königliche Gestalt in zarten Falten umfloß, stand Sabine auf der Schwelle des Krankenzimmers. Die dicken Teppiche hatten ihr Kommen unhörbar gemacht, und weder die Pflegerin noch Herta waren ihrer ansichtig geMit weitgeöffneten Augen, die wohl die Erinnerung eines süßen Traumes so verklärt leuchten machte,### lag die Kranke in den Kissen des Bettes. Unverwandt i# sah sie zum Fenster hinaus, aber sie erblickte kaum etwas von dem düster grauen Gewölk, das den Himmel bedeckte, oder von der langweiligen Fassade des jenseits der Straße stehenden Hauses. Andere, ungleich lieblichere Bilder mußten vor ihrer Seele stehen; denn um ihren Mund war ein leises, zärtliches Lächeln, das doppelt lieblich und rührend war in dem schmalen und noch immer erschreckend bleichen Gesichtchen. Man konnte es Sabines unbewegten Zügen nicht ansehen, wie der Anblick der Schwester auf sie wirkte. Die Worte aber, mit denen sie sie nun auf sich aufmerksam machte, klangen freundlich und liebevoll. „Guten Morgen, mein armes Mäuschen!“ sagte sie und stand mit wenigen Schritten an der Seite des Lagers, um sich über Herta herabzuneigen und sie auf die Stirn zu küssen.„Dem Himmel sei Dank, daß du wieder ein bißchen heller aus den Augen siehst! Nun wirst du uns bald gesund werden, nicht wahr?“ Das verträumt glückliche Lächeln verschwand von Hertas Gesicht, um einem Ausdruck unverkennbaren ErPrecten= hin ich denn Frank gewesen?“ fragte sie leise und versuchte, sich aufzurichten. Aber kraftlos sank sie zurück, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Was ist mir denn?" stammelte sie hilflos.„Was ist denn geschehen? Liebe, liebe Sabine, sage mir, was das ist Mit einer weichen Bewegung strich ihr die Schwester „Du bist ein wenig krank, Herzchen! Aber es hat nichts zu bedeuten, und wenn du nur den rechten Willen dazu hast, werden wir den bösen Gast bald aus dem Hause haben. Liebe Schwester, wenn Sie uns einen Augenblick allein lassen wollten? Nur fünf Das sanfte Gesicht der Pflegerin zeigte einen ernsten is Wo I Ausdruck. Es war verboten worden, mit der Kranken zu sprechen; und sie wußte, daß es ein gefährliches Wagnis war, dieses Verbot zu übertreten. Aber sie wußte auch, daß die Gräsin zugegen gewesen war, als Doktor Glaser davon gesprochen hatte; und sie gehorchte deshalb Sabines Wunsch ohne Widerrede. Die schwere Samtportiere, die die Türöffnung zum Nebenzimmer abschloß, und durch die sicherlich kein Wort eines leise geführten Gespräches dringen konnte, war kaum hinter ihr gefallen, als Sabine sagte: „Was, um des Himmels willen, ist dir nur geschehen, mein Liebling? Gestern früh warst du ja doch, bis auf den dummen Kopfschmerz, ganz munter. Hat dir jemand etwas getan?“ Wie in angstvoller Frage hingen Hertas Augen an ihren Lippen. Aber sie schüttelte verständnislos das Köpschen., 84 is un „Nein, ich weiß nicht! Ich weiß auch nicht, was gestern für ein Tag war. Wo bin ich gewesen? Und was habe ich getan? Mein Gedächtnis läßt mich so ganz im Stich. Du mußt schon ein wenig Geduld mit mir haben, Sabine!“ „Du hast mit der Gräfin Degernheim eine Ausfahrt gemacht, Herta! Und dann——“ Aber sie konnte nicht weitersprechen. Denn mit beiden Händen war sich das junge Mädchen nach der Stirn gefahren, und der Ausdruck ihres Gesichts spiegelte ein namenloses Entsetzen, daß Sabine unwillkürlich innehielt.„.. g. bchens#. „Ja— ja— ja!“ flüsterte sie vevend.„Das war es— das war es! Oh, nun erinnere ich mich sehr gut Sabine— meine geliebte Sabine!“ Schluchzend zog sie die Schwester zu sich nieder. Und Sabine machte keinen Versuch, in sie zu dringen, sie um die Erklärung ihrer Worte zu befragen. Sie ahnte ja nur zu gut, was kommen würde, weshalb sie es für das beste hielt, der Schwester Zeit zu lassen. Und sie hatte damit wohl den rechten Weg eingeschlagen. Denn nachdem sie eine kleine Weile die Schwester stumm an sich gedrückt hatte, begann Herta zu sprechen, gab ihr den Inhalt ihrer Unterredung mit der Gräfin Degernheim wieder, langsam, stockend und unvollständig zwar, oftmals nur in halben Andeutungen, aber doch deutlich genug, um dem Scharfsinn der Schwester alles erraten zu lassen. Ruhig und gelassen ergänzte Sabine selbst sie hie und da; und die Wirkung; die das Gehörte auf sie hervorbrachte, war weltenweit verschieden von dem fassungslosen Entsetzen, unter dem gestern Herta zusammengebrochen war. Ihr schönes Gesicht schien noch stolzer, die klassischen Linien noch strenger zu werden; aber nichts von einer großen, seelischen Erregung war in ihren Zügen zu lesen. Als Herta nun schwieg, blieb es wohl zwei Minuten lang drückend still. Dann flüsterte die Kranke leise: „Ist das— ist das alles wahr, Sabine? Es ist ja doch— kaum möglich. Ich war noch ein Backfisch damals, und ich verstand von all diesen Dingen sehr wenig. Aber ich erinnere mich doch noch sehr gut, was gerade in jener Zeit vorging. Gerade damals hielt Doktor Breuning um dich an, und du—— aber nein, ich mag es nicht sagen. Ich kann es nicht sagen.“ „Du meinst, ich war nahe daran, sein Weib zu werden? Und du meinst auch, daß ich in jener Zeit ein wenig zu lustig gewesen bin? Mein liebes, kleines Schwesterchen war eben damals noch ein Kind. Jetzt aber wirst du mich verstehen. Und deshalb— deshalb will ich dir eine große Beichte ablegen, eine Beichte, die ich dir durch lange Jahre schuldig geblieben bin.“ Sie hatte den schönen Kopf gesenkt, und die letzten Worte waren leise und weich von ihren Lippen gekommen. Es war, als habe sie einen letzten Kampf mit sich zu bestehen; dann aber begann sie zu sprechen, anfangs leise und hie und da zögernd, dann aber, ohne sich ein einziges Mal zu unterbrechen. „Ich war eben siebzehn Jahre alt geworden, als ich den Leutnant von Winterfeld zum ersten Mate sah. Damals war ich noch voller Illusionen und unklarer Träume, sah nur die Außenseite der Dinge und hielt das für schön und gut, was mir in glänzendem Gewande entgegentrat. Was Wunder, daß mich seine ritterliche Erscheinung, seine feurige Beredsamkeit, sein tollkühner Mut im Fluge für ihn gefangen nahmen! Es wäre töricht, wollte ich sagen, daß ich nicht wußte, wie schön ich war. Ich kannte die Macht, die mir diese Schönheit in die Hände gab, diese gefährliche Macht! Und ich gebrauchte sie, Botho für mich zu gewinnen. Ich glaubte ihn zu lieben, wie nur ein Weib lieben kann— glaubte nur glücklich werden zu können mit ihm. Und ich war glücklich— war trunken vor Glück in der Stunde, da er mir seine Liebe gestand. Ich gelobte ihm, die Seine zu werden; und ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn er die Verlobung sofort veröffentlicht hätte, daß er es nicht tat, daß er sie zunächst geheimhalten wollte, wurde unser oder doch sein Unglück. Ich weiß nicht, was ihn dazu bewog; ob es nur die romantische Heimlichkeit war, die ihn reizte, oder ob er andere Gründe hatte. Jedenfalls wollte er # se; und ich gab mich ohne weiteres darein. Ein halbes Jahr verfloß uns in ungetrübtem Glück; wir sahen uns beinahe täglich, und seine ausgezeichneten Eigenschaften schlossen mich immer fester an ihn. Freilich kamen auch Stunden, in denen mein Himmel bewölkt war, Stunden, die mich irre werden ließen an ihm. Ich begriff cs nicht, daß er auch jetzt noch nach anderen Vergnügungen jagte als nach denen, die ich mit ihm teilen konnte; ich begriff es nicht, daß er noch andere Frauen schön fand neben mir. Oft weinte ich ganze Nächte lang darum; aber er brauchte nur wenige Stunden bei mir zu sein, und meine Schmerzen, meine Zweifel lösten sich auf wie der Schnee unter dem Kuß der Sonne. Er oar ja doch so himmelweit verschieden von den steifen Diplomaten oder affektierten und geistlosen Offizieren, mit denen ich sonst zusammenkam. Er wor klug und gebildet, feurig und schön in allem, was er tat; und ich glaube, es war keiner, der ihm rünhaltlose Bewunderung versagte. Selbst seine Schwächen, und er hatte deren nicht wenige, waren so liebenswürdig und in einem gewissen Sinne großartig, daß man sie ihm verzeihen mußte, mochte man wollen oder nicht. Das aber, was ihm die Frauenherzen vor allem eroberte, war seine Kraft und sein persönlicher Mut. Es gab nichts, was ihn erschrecken konnte, nichts, was ihm zu schwer zu erringen gewesen wäre. Ich selbst sah ihn drei Kinder aus den Wassern des Müggelsees retten, als wir eine Segelpartie machten; und es war wahrhaftig ein Wunder zu nennen, daß er selbst dabei mit dem Leben davonkam. Ich sah ihn in jedem Rennen siegen; ich hörte seine Vorgesetzten in den Ausdrücken höchsten Lobes von ihm sprechen, und ich war voll stolzer Freude, diesen Mann mein eigen zu nennen. Hundertmal sehnte ich die Stunde herbei, die ihn mir ganz zu eigen geben sollte, und ich hätte alles, alles ertragen um seinetwillen. Und dann— dann kam das Verhängnis. Auf einem Balle, den ich ohne meinen Verlobten mitmachen mußte, lernte ich Doktor Ludwig Cederskjöld kennen.“ Hertas Augen öffneten sich weit, weit in furchtbarem Erschrecken. Geisterbleichen Antlitzes fuhr sie empor und legte der Schwester die zitternde Rechte auf den Arm. 67491 Kast, 6. „Doktor Ludwig Cedershöto?“ fragte sie schwer atmend.„Sabine— das ist ja doch unmöglich! Doktor Cederskjöld kam ja doch erst zwei Jahre später nach Deutschland.“ (Fortsetzung folgt.) cuu sighuuc W„u — Denkspruch. Einem toten Löwen reißt Man die Mähne aus ganz dreift! Cürkischer Spruch. Der Polizeihund. Humoreske von Gerd Harmstorff. (Nachdruck verboten.) gab mancherlei Dinge, die Herr Heinrich Bettermann liebte, mehr als alles andere aber liebte er doch das Geld, sowohl dasjenige, das er in ziemlich beträchtlicher Fülle bereits erworben, als das, darauf er sich noch Hoffnung machte. Ein Geschäft zwar betrieb er nicht mehr, nachdem er Gelegenheit gehabt hatte, das seinige äußerst vorteilhaft zu verkaufen; aber erstens hatte er eine wunderhübsche Tochter, die ihm natürlich nur einen schwerreichen Schwiegersohn ins Haus bringen durfte, und außerdem gab es in seiner Familie zwei sehr begüterte Persönlichkeiten, die er in nicht zu ferner Zukunft zu beerben hoffte— nämlich Fräulein Lydia Bramstig, eine Tante seiner verstorbenen Frau, und den pensionierten Major Bettermann, einen unbeweibt gebliebenen Bruder seines Vaters. Mit diesen beiden auf dem denkbar besten Fuße zu bleiben, war Heinrich Bettermanns unermüdliches Bestreben. Und daß er sie auch jetzt wieder eingeladen hatte, einige Wochen in seiner hübschen Villa zu verleben, war selbstverständlich nur einer jener vielen feinen Schachzüge, durch die er die übrigen Erbanwärter in der Familie matt zu setzen gedachte. Wenn es irgend etwas gab, das das Leben des trefflichen Mannes verbitterte, so war es einzig seine ständige Besorgnis, in der etwas abgelegenen Villa von Dieben oder gar von Raubmördern heimgesucht zu werden. Es vermochte ihn nicht vollständig zu beruhigen, daß sämtliche Türen mit den besten Sicherheitsschlössern versehen und überall die sinnreichsten Alarmvorrichtungen angebracht waren. Und als er vor acht Tagen in der Zeitung ein Inserat gefunden hatte, darin ein als fertiger Polizeihund dressierter Dobermann=Pinscher zum Kauf angeboten wurde, hatte er darum keinen Augenblick gezögert, sich trotz des hohen Preises diesen unschätzbaren Hausgenossen zu sichern. Der Hund— Cäsar hieß er — war denn auch alsbald in Begleitung seines bisherigen Lehrmeisters in der Villa eingetroffen, und hatte bei der Vorführung so erstaunliche Proben seiner Energie, Unbestechlichkeit und Findigkeit abgelegt, daß Herr Heinrich Bettermann ganz stolz war auf seine Erwerbung. Als drei Tage später Tante Lydia und der Major, der herzlichen Einladung Folge leistend, gleichzeitig auf der Bildfläche erschienen, mußten sie das Lob des genialen Vierfüßlers in allen Tonarten vernehmen. Aber sie zeigten sich nicht so entzückt, als Herr Bettermann es erwartet hatte. Tante Lydia hatte als eingeschworene Katzenfreundin eine grundsätzliche Abneigung gegen Hunde. Und der Major, den man in der Familie niemals anders als den„Mann von Eisen“ nannte, zuckte bei den enthusiastischen Schilderungen seines Neffen nur geringschätzig die Achseln. „So ein Köter mag gut sein, wenn es sich darum handelt, Weiber und Memmen einzuschüchtern,“ meinte er verächtlich.„Ein rechter Kerl aber wird im Handumdrehen mit ihm fertig. Ich zum Beispiel möchte ihm wahrlich nicht raten, mir in feindseliger Absicht zu nahe zu kommen. Ich würde ihm das Genick umgedreht haben, bevor er auch nur wüßte, wie ihm geschieht.“ Wenn man den Major ansah, mit seinen blitzenden Soldatenaugen, seinem martialischen, grauen Schnurrbart und seiner herkulischen Gestalt, machte man ihm das freilich ohne weiteres glauben, zumal, wenn man sich der zahllosen Geschichten erinnerte, die er selber von seinen bravourösen Taten zu erzählen liebte. Aber Heinrich Bettermann tröstete sich mit der Erwägung, daß es solcher eisernen Männer am Ende doch nur wenige gäbe, und die gute Meinung, die er von Cäsar hegte, blieb vorläufig unerschüttert. Außerdem war er gerade in diesen Tagen bei besonders guter Laune, einmal, weil er an Tante Lydia ganz unverkennbare Anzeichen rapiden körperlichen Verfalls wahrzunehmen glaubte, hauptsächlich aber, weil er dahinter gekommen war, daß sein Nachbar, der steinreiche Fabrikbesitzer August Kieschke, lebhaftes Interesse für sein Töchterchen Elsbeth hegte. Dieser Millionär, der sich neuerdings immer häufiger als Gast in der Villa einfand, wäre ein Schwiegersohn so recht nach seinem Herzen gewesen. Und daß Fräulein Elsbeth darüber vorläufig noch anderer Meinung zu sein schien, machte ihm nicht die geringste Sorge. Er wußte ja, daß sie so etwas wie eine unglückliche Liebe im Herzen trug, denn er selber hatte vor etlichen Wochen mit unerbittlicher Strenge den glücklicherweise noch rechtzeitig entdeckten Beziehungen ein Ende gemacht, die sich insgeheim zwischen ihr und einem wenig bemittelten jungen Gymnasiallehrer aus der nahen Provinzhauptstadt angesponnen. Und er wollte ihr darum großmütig noch ein bißchen Zeit lassen, sich in den Gedanken an eine — von ihm bereits fest beschlossene— eheliche Verbindung mit August Kieschke zu finden. Was übrigens Fräulein Lydias vermeinten körperlichen Verfall betraf, so hatte er nur einem so aufmerksamen Auge wie dem des Herrn Heinrich Bettermann offenbar werden können. Allen anderen mochte sie als eine recht wohlkonservierte Dame erscheinen. Und namentlich der Major wurde nicht müde, ihr die ritterlichsten Komplimente über die reiche Fülle herrlichsten aschblonden Haares zu machen, die sie sich auch über die erste Jugend hinaus zu bewahren gewußt hatte. Sie pflegte dann mit einem Anflug mädchenhaft holder Beschämung zu erzählen, wie oft ihr Haar schon ein Gegenstand poetischer Huldigungen gewesen sei, und daß man sie noch vor gar nicht langer Zeit in der guten Gesellschaft ihres ständigen Wohnortes nur die„blonde Waldelse“ genannt habe. Um so bedauerlicher war es, daß Tante Lydia gerade am Morgen des Tages, an welchem Heinrich Bettermann zu Ehren seiner lieben Gäste eine größere Abendgesellschaft vorbereitet hatte, von einer heftigen Migräne befallen wurde, die sie unbarmherzig nötigte, das Zimmer zu hüten. Gegen Abend erst besserte sich ihr Befinden so weit, daß sie durch die geschlossene Tür den immer wieder um ihr Erscheinen bittenden Verwandten mitteilen konnte, sie würde auf ein Stündchen an der Veranstaltung teilnehmen, wenn man es ihr mit Rücksicht auf ihren noch immer leidenden Zustand erließe, große Toilette zu machen. Das wurde natürlich bereitwillig zugestanden, und eine halbe Stunde später betrat die arme Märtyrerin in einem bequemen, faltigen Gewande den Salon, das schmerzende Haupt mit einem Spitzenschal umwunden, der neidisch ihre schönste Zier, die prächtigen aschblonden Flechten und Löckchen, dem Blick entzog. Man war voll Dankbarkeit für das Opfer, das sie mit ihrem Erscheinen gebracht hatte, und behandelte sie mit all der zarten Rücksichtnahme, auf die sie unter solchen Umständen Anspruch erheben konnte. Nach dem Essen kam Heinrich Bettermann auf die Idee, Cäsar einige seiner verblüffenden Kunststücke vorführen zu lassen. Und galant wandte er sich zuerst an Tante Lydia mit der Bitte, ihm irgendeinen Gegenstand zu übergeben, der in einem anderen Zimmer versteckt und von Cäsar gefunden werden sollte. Lächelnd höndigte sie ihm ihr Taschentuch ein, das einer der Anwesenden zur weiteren Behandlung übernahm; dann hielt sie dem pfiffig dreinschauen is e Eigena Hertsfätte! Für die Weihnachts- Bäckerei! Trotz der billigsten Preise nur beste Qualitäten! Damen„Spezial“-Stiefel Herren„Spezial“-Stiefel in eleganten Formen. in eleganten Formen. : Viele Ledersorten.: ## Viele Ledersorten.: W 3 Damen„Spezial-Halbschuhe“ 90 zum Schnüren und Knöpfen, Lackleder, Chevreaux, Box, braun und schwan 90 Weitere vorteilhafte Preislagen wie 85%, 95%, 1050 in grosser Auswahl. 22 0 Stamplzucker bei 10 Pfund„ 10 p. Pfd. 10½ Pfg. Würtelzucker p. Prd. 23 Pig. Candis- und ohne Krusten p. Pd. 21 Pg. Weizenmehl 0od hochbackend p. Prd. 14 Pig. Feinstes Kalsermehl p. Prd. 10 Pig. Goldslaub Blülenmehl p. Prd. 10 Pig. Rosinen ohne Stein v. 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