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Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse
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Nr. 255.
Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverchmdtiche strctt.
Samstag den 31. Oktober 1905.
[Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., excl. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“
36. Jahrgang.
Die heutige Nr. umfaßt 12 Seiten.
Politische Uebersicht.
— Dem Reichskanzler wurde das päpstliche Pracht
werk über die Katakomben Roms überreicht. Am nerstag abend gab Graf Bülow eine Tafel, zu der hohe Würdenträger der evangelischen Kirche geladen waren, ferner der Kultusminister Dr. Studt.
— Justizminister Schönstedt erhielt vom Kaiser zum 50jährigen Dienstjubiläum die Brillanten zum Großkreuz des Roten Adlerordens..
— Minister des Innern v. Hammerstein wohnt heute
morgen der Eröffnung des neuen Polizeipräsidialgebäudes in Hannover bei und besichtigt verschiedene städtische Einrichtungen.
— Für den Zusammentritt des Reichstags ist nach
der„Dtsch. Tagesztg.“ vorläufig der 1. Dezember d. Is. und für den Zusammentritt des preußischen Landtags der 12. Januar n. J. in Aussicht genommen. Das Wörtchen „Vorläusig“ läßt die Mitteilung recht dehnbar erscheinen.
chinessten Semester. Die Feier begann mit dem Choral: Ach bleib
der Mandschurei die Räumung der gesetzten, chinegschen, mit deiner Gnade. Hierauf begrüßte der Direktor, Herr
Gebiete gegenwartig unmöglich sei. Anders hat auch wie, D. Müller die Erschienenen; ganz besonders hieß er mand erwartet. Die Unruhen werden aber so lange im Hen Vertreter der königlichen Regierung, Herrn Regiermer wiederkehren, bis niemand mehr von der Räumung ungs=Assessor Dr. Lorenz in Dortmund, als Vertreter
der Mandschuret spricht. des Kgl. Landrats Freiherrn von Rynsch, sowie die zahl
reich anwesenden Eltern der Schüler willkommen. Die Schule erfreut sich auch in diesem Jahre wieder eines reSchwerte 31. Oktober 1002 gen Besuches von 68 Schülern. Nachdem Herr Direktor Schiucter, 81: Sttaget 1 302. Dr. Müller seiner Freude über den guten Besuch Aus
(Der Provinzial=Ausschuß) erklärte sich damit druck verliehen und noch einige auf den Unterricht bezügeinverstanden, daß das Kaiser Wilhelm=Denkmal auf liche Mitteilungen gegeben hatte, schloß er die kurze wür
Hohensyburg nebst seinen Anlagen im Jahre 1904 zu dige Feier mit einem begeistert aufgenommenen Hoch
Komitee noch zu vereinbarenden Kandesharrn
Hohenshburg nerst seinen Antagen im Ja, 1904 z1
einem mit dem Denkmal=Komitee noch zu vereinbarenden Termine in das Eigentum, die Verwaltung und Unterhaltung des Provinzialverbandes übergeht und eine dem Provinzial=Landtage entsprechende Vorlage gemacht wird.
von dem Herrn RegierNachtrag zum Erlasse
begeistert aufgenommenen
auf den Landesheren.
**(Folgender Vorgang) sei zur Warnung mitgeteilt:„Zu einer jungen Familie kam ein Händler, welcher der Frau angeblich prima Baumwollstoff zu dem„fabelhaft billigen“ Preise von 1 Mark 20 Pfg. das Meter anbot. Die Farbe war schön, die Qualität schien der
“(Photographie.) Der von dem Herrn Frsäge anbot. Die Farbe war schön, die Qualität schien
ungs=Präsidenten genehmigte Nachtrag zum Erlasse Frau auch nicht über und so erstand sie dann erluche Me
einer Gesellen=Prüfungs=Ordnung für das Photo=ter. Recht groß war aber der Aerger, als sie hörte, daß
graphen=Handwerk im Bezirke der Handwerkskammer zu der Stoff nur Biber war, den man in jedem hiesigen GeDortmund liegt zu jedermanns Einsicht im Magistrats= schäft für 60 Pfg.— also für die Hälfte des gezahl
bureau hierselbst aus.
— Für die Besserung der Lage des Arbeitsmarktes spricht neben anderen auch die Tatsache, daß der Verkauf von Invaliden= und Altersversicherungsmarken im dritten Vierteljahr 1903 zugenommen hat. Die Einnahmen daraus betrugen 33,6 Mill. M. gegen 32,7 Mill. in dem Vierteljahr vorher.
— Reform des Strafprozesses. Am 10. November tritt die Komission für die Reform des Strafprozesses im Reichsjustizamte wieder zusammen. Als neuer Gegenstand ist die Erörterung über die Einfüyrung eines abgekürzten Verfahrens auf die Tagesordnung gesetzt worden. Die Reichstag=Kommission hat seinerzeit abgekürztes Verfahren vorgeschlagen gegen Personen, die aus frischer Tat betroffen oder verfolgt und vorläufig festgenommen worden sind, ferner vor den Schöffengerichten, wenn der Beschuldigte sich freiwillig stellt, und bei Uebertretun
gen. Weiter war damals vorgeschlagen, dem Amtsrichter das Recht einzuräumen, den vorgeführten Beschuldigten ohne Zuziehung von Schöffen abzuurteilen, wenn dieser geständig ist und, falls es sich um Vergehen handelt, auf die Zuziehung von Schöffen verzichtet. Die diesmaligen Verhandlungen werden eine Woche in Anspruch nehmen.
Oesterreich
= Der neuernannte ungarische Ministerpräsident,
Graf Tisza mit der„starken Hand", bemüht sich angelegentlichst, den Boden für eine gedeihliche ministerielle Tätigkeit in Ungarn zu ebenen. Er hat in der Konferenz der liberalen Partei jedes einzelne Parteimitglied beschworen, der von ihm vorgenommenen Aenderung des Militärprogramms zuzustimmen, da andernfalls das Land einer schweren Krise unterwerfen, ja gewissermaßen in Brand gesteckt werden würde. Graf Tisza hat an dem Programm der liberalen Partei nur ein Wort geändert. Im ursprünglichen Texte hieß es, daß die Herrscherrechte vom Könige in verfassungsmäßiger Weise auszuüben seien, dem gegenüber beantragte Graf Tisza, daß der König die Herrscherrechte in bisheriger Weise ausüber
solle.
Holland.
— Neue Kanonen. Die niederländische Regigrung legte den Kammern einen Gesetzentwurf für die waffnung der Artillerie mit Krupp=Kanonen vor, wofür 7 Millionen Gulden erforderlich sind.
Belgien.
= Das belgische Heer. Aus Belgien kommen Mitteilungen zu über den heillosen Zustand der Verwirrung, in dem die Armee sich befindet. Regimentsführer schämten sich, mit ihrem unvollständigen Regiment zum Exerzieren auszurücken. Dies kommt daher, daß das Werbesystem, obschon ganz ungenügend, dennoch soviel Geld verschlingt, daß die Regierung gezwungen ist, alle nur denkbaren Ersparungen zu machen.
Marokko.
(Rittershaus=Konzert.) Der heutige Opern=, Ballasten= und Lieder=Abend von Alfred Rittershaus unter Mitwirkung der Pianistin Frl. Marie Kleinhanns um 8 Uhr im Saale des Hotel Ostermann verspricht ein musikalisches Ereignis ersten Ranges zu werden
schäft für 60 Pfg.— also für die Halste des gezühlten
Preises— erhalten kann.“
** Holzwickede, 30. Okt.(Verkauf der Natorpschen Besitzung.) Durch den am Mittwoch stattgefundenen gerichtlichen Verkauf der großen ca. 400 Morgen umfassenden Besitzung des Herrn Oekonomen
M zu Natorp hat ein Zusa
emann verspricht ein Morgen umfassenden Besitzung des Herrn s zu werben und Natorp zu Naldrp har ein Zusammenbruch seinen Abines zahlreichen Besuchs zu erfreuen haben. schluß gefunden, der hier und in weitesten Kreisen berechanderweitiger Verpflichtungen des gefeierten tigtes Aufsehen erregt hat. Höchstbietender ist, wie ver
Künstlers kann, wie bereits mitgeteilt, nur dies eine Kon= lautet, die Dortmunder An= und Verkaufsgenossenschaft
zert stattfinden. Die Preise der Platze sinv an der Abendkasse nicht erhöht.
(Eine wüste Skandalszene) entwickelte sich in der Kirmesnacht in der Sedanstraße vor dem Sternberg'schen Hause. Hier war eine Schar zum Teil verruntener Kir
Lg##s Aufschen erlegr hat. Hochstbielender ist, wie verlautet, die Dortmunder An= und Verkaufsgenossenschaft mit 263000 Mk. geblieben, deren tätiges Mitglied Herr Natorp gewesen. Demnach wäre, da das Gut mit ca. 400000 Mk. belastet war, eine Schuldsumme von fast 140000 Mk. in Ausfall gekommen.
Kirmesnacht in der Sedanstraße vor dem Sternberg'schen
mesbummler zusammengeraten. Es entstand eine wüste Aus Westfalen und Rheinland.
Schimpferei. Plötzlich rannte ein Beteiligter davon mit 2 Iserlohn, 29 Okt.(Felssturz.) Gestern dem Rufe:„Hilfe, ich bin gestochen!“ Der Verwundete mußte sich in ärztliche Behandlung begeben, der Messerheld ist zur Anzeige gebracht.
(Warnung.) In Amsterdam hat neuerdings ein gewisser Hendrikus Rademaker ein Lotteriegeschäft
uno Internati
* Iserlohn, 29. Drr.(Ferssturz.) Gestern nachmittag stürzte in der Obergrüne unterhalb des Eisernen Kreuzes ein mächtiger Felsblock in die Tiefe. Er stürzte auf dts Stallgebäude des dortselbst wohnenden Invaliden H., welches vollständig zertrümmert wurde.
* Ruhrort, 29. Okt. An einer Wegeschranke in der Nähe des alten Hafens wurde gestern abend eine geladene, mit Zünder versehene Granate so mit Draht befestigt, daß sie beim Schließen der Schranke zur Explosion kommen mußte. Glücklicherweise wurde die Granate rechtzeitig bemerkt und entfernt. Die Täter sind noch nicht ermittelt.
den Marokos in seiner gegragt, habe. Er besteihgen#
ner, daß der Sultan von Maro#to nach Fez zurüngerehrt sei und sich dort eingeschlosen habe, Die Bepostertung zwischen Tetuan und Tanger befinoe si Aufruhr.
China.
= Rußland und die Mandschurei. Eine Washing= toner Depesche des Londoner„Globe“ meldet, die russise Regierung verständigte die Regierung der tereszigten
Staaten vertraulich davon, daß infolge der
unter der Bezeichnung„Inernationale Vereenigungsbank“ für den Vertrieb von Prämienlosanteilscheinen gegründet und sucht das Publikum zum Mitspielen zu veranlassen. Das von Rademaker geübte Geschäftsverfahren unterscheidet sich von denjenigen ähnlicher Unternehm
der von ihnen gespelten Prämienlosanteile werden, son=. Ahlen, 20. Ort. Ein Bubenstreich, demn zwei Men
dern daß ihnen nur Aussicht auf Gewinn geboten wird, schenleben leicht hätten zum Lpfer fauen können, kam .„Hotenen Lose(Pramien) gezogen hier am vergangenen Sonnnag abend auf der West
wir. Eine Sicherheit, daß der eventl. gewonnene Be= straße zur Ausfuhrung. Ein vor dem Wohnhause des
ausgezahlt wird, ist jedoch nach den eingezogenen Schmiedemeisters Theodor Tinnermann stehender schwe
nicht gegeben. Das Publikum sei daher rer Schleifftein wurde aus dem Ständer gehoben und bis
bindung mit der genannten Firma mitten auf die Straße gewälzt. Der Gutsbesitzer Ernst
vor Geschäftsberonuug t# Lotschen aus Altahlen, welcher des Nachmittags mit
Vergleute!) In erschreckendem seiner Frau das Wohltätigkeitskonzert bei Pieper besucht
**(Warnung fur Sety Bochumer Straf= hatte und wieder nach Hause wollte, fuhr des Abends
Maße nehmen, wie der Vorsitzende d
kammer erklärte, in Vergarbetertreiserz haftevertisntz und Irfolge des starken Ruckes wurden die G.
250e uu; vin hurch Gährand s. Das Pferd wurde
solcher Fälschungen profesionsweisg, det gaslerse tensten
derselbe noch sonstige Verletzungen erl
sind leider noch nahr ermittelt.
son des Bergmanns Karl Sdenga von Bruch zu erfassen.
Dieser und der Bergmann Josef Sczymaniak hatten sich vor der Bochumer Strafkammer zu verantworten. Letzterer hatte sich von Sdenga ein gefälschtes Loynomy gegen Zahlung von 30 Mark ausstellen lassen, auf Grund dessen er zwei Monate als Hauer arbeitete. Die Strafkammer erkannte gegen Scz. auf acht Wochen, gegen Sdenga aber auf 9 Mi Sdenga sofort verhaftet. kunft gegen solche
(Einen Unfall) von nicht unerheblichen Folgen
und Fuß. Es geschah dieses auf der Schwerterheide.
**(Die landwirtschaftliche Winterschule) eröffnete am Donnerstag, den 29. Oktober, morgens 9 Uhr ihr
beide aus dem Wagen geschleudert. scheu und ging durch. Wahrend die Ehefrau nur einige unbedeutende Hautabschürfungen an den Händen erlitten hatte, wurde Herrn Lottschen durch eine Schraube der Wagenachse ein Oberschenkel völlig aufgerissen; auch soll derselbe noch sonstige Verletzungen erlitten haben. Die
noch nicht ermittelt.
Eigener Depeschendienst
der„Schwerter Zeitung“.
Hd Budapest, 31. Okt. In der gestrigen Konferenz der liberalen Partei gab Graf Apponyi die Erklärung ab, daß er sich entschlossen habe, das Programm des Grafen Tisza anzunehmen und im Verbande der liberalen Partei zu verbleiben. Hierauf wurde das Programm des Neu
zu erstatten.
HId Belgrad, 31. Okt. Hier geht das Gerücht, Fürst Ferdinand von Bulgarien habe einen Selbstmordversuch gemacht. An kompetenter Stelle ist nichts davon bekannt.
Hd Konstantinopel, 31. Okt. Aus Yemen laufen Alarmmeldungen ein, wonach durch Engländer aufgehetzte Aufständische Sanna belagern. Von Smyrna sind dorthin Truppen abgegangen.
Verantwortlich für den redaktionellen Teil Wilh. Schade.
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