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peile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15. Reklame=Zeil 10 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in vernsprech=Auschluß Nr. 62. Amt Schwerte Telegr.=Adresse Braus. Schwerte=Nuhr.

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sechsgespaltene Petir[Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis

Hörde erlangen gemäß Betanntmachung der Königl. Regierung Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechts­

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Kolitische Uepersicht

Die Kaiserin und Prinz Adalbert sind Mittwoch mittag im Neuen Palais bei Potsdam wieder eingetroffen, während der Kaiser noch in Hubertusstock geblieben ist.

Vom evang. Oberkirchenrat. Die Bertiner Neuesten

Vom evang. Oberkircheurat. Die Bertiner Neucnten gibt ihnen Ausbrna, indem er schreibt:„Unsere“

Nachrichten geben unter Vorbehalt folgende ihnen zuge­ heikel. Manche behaupten, unser Vertrag mir Rußlano ve

hende Mitteilung wieder: Zum Präsidenten des evangell= pflichte uns, ihm im japanischen Abenteuer zu folge schen Oberkirchenrates ist der Präsident des Reichsber, gelbst wenn England sich nicht einmischt. Dazu wi sicherungsamtes, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Gaeber zeine Regierung in Frankreich imstande. Es gilt der Be ausersehen. Gaebel, der bekanntlich Präsident des Zen= zrag nicht, der uns zwingen könnte, eine so schlechte Sack

ausersehen. Gaebel, der bekanntlich Präsident des Zen­tralausschusses für innere Mission ist, hat der preußischen Generalsynode durch allerhöchste Berufung angehört, steht auf streng positivem Standpunkte, erfreut sich jedoch wegen seiner Bildung und persönlichen Anschauungen bei allen Parteirichtungen allgemeiner Beliebtheit.

Oesterreich.

Der König der Velgier trifft, wie nunmehr fest­steht, am Sonnabend in Wien ein. Die Sorge um seinen Kongostaat, an den sich England recht unliebsam herau­drängt, läßt den König sogar den Familienzwist vergessen und der früher Unerbittliche ist jetzt bereit, den Großmü­tigen zu spielen und seiner Tochter Stefanie die„Misz= heirat“ mit dem Grafen Lonyay zu vergeben. Wie der „Zeit“ aus Wiener Hofkreisen geschrieben wird, hat König Leopold seine Bereitwilligkeit erklärt, allen Wünschen des Kaisers Franz Josef hinsichtlich der Ordnung der Ver­mögensverhältnisse seiner beiden ältesten Töchker, der Grä­fin Lonyay und der Prinzessin Luise von Koburg, zu ent­sprechen. Der König willigte auch in eine Begegnung mit Gräfin Stefanie, wenn das Wiener Blatt Recht hat, was von anderer Seite aber bezweifelt wird.

Frankreich.

Zur Streikbewegung in Frankreich wird aus Ar­mentiers gemeldet: In der Rue des Ecoles und in der Rue Bayard griffen gestern gegen mittag Al mehrere Fabriken, Bankgebäude und Kontore an. Der von ihnen angerichtete Schaden ist ziemlich beträchtlich. An einigen Stellen wurden Vrandstiftungen versucht, an anderen wurden Geschäftsbücher zerrissen. Die Ausstän­

Donnerstag den 15 Oktober 1903

die starallelie einschreiten mußte, um die Straßen frei zu halten. Auf dem Wege nach Hauplin wurde ein Waren­haus geplündert und viele Waren auf die Straße gewor­fen. Mehrere Personen wurden verletzt.

Lästige Alliance=Verpflichtungen. Unbehagen er­wecken in Paris die ostasiatischen Meldungen.„Gil Blas“ gibt ihnen Ausdruck, indem er schreibt:„Unsere Lage ist

jen, wäire Ver­

trag nicht, der uns zwingen könnte, eine so schlei# wie die Rußlands in Ostasien, zu unterstutzen. Wie? Wir hätten wegen Elsaß=Lothringens keinen Krieg geführt und täten es, um Rußland zu ermöglichen, straflos sein Wort zu brechen?“— Andere denken ähnlich über diese Ver­

pflichtung, sprechen es aber nicht aus.

Bgeseuibmssau.

nicht mehr viel einbringt, den Rücken zu kehren. Sie wür­den natürlich in der Oranjeflußkolonie einen england­treuen Bevölkerungskern bilden.

roßstadt=Elend.

Noch immer kein Frieden. Die bulgarische Re­gierung verlangt von der Pforte Genugtuung für den An­griff der türkischen Truppen auf den bulgarischen Grenz­posten Karaivanitza, und lehnt es ab, die Abrüstungsver­handlungen fortzusetzen, bevor nicht volle Satisfaktion ge­geben wäre.— Die Delegierten der mazedonischen Komi­tees Tatartschew und Christo Matow protestieren gegen die Nachricht europäischer Blätter, wonach die Tätigkeit der Banden in Mazedonien eingestellt sein sollte. Sie er­klären, daß die Bandentätigkeit bis zur Erreichung ihres Zieles fortgesetzt werden würde.

Südafrikn.

Englische Ansiedler in Südafrika. Es wurde bald nach dem südafrikanischen Kriege von Kennern Südafrikas behauptet, daß die einzige Aussöhnung der Buren und der Afritander im allgemeinen durch eine Vermischung mit

ue Bayard griffen gestern gegen mittag Ausständige engtischen Elementen möglich sei. Der Herzog

minster scheint diese Ansicht, daß die zukünftige Reichs­treue der neuen Kolonien nicht in letzter Linie davon ab­hängt, ob es gelingt, patriotische Farmer in Südafrika anzusiedeln, zu teilen. In der Oranjeflußkolonie, in der Nähe von Thaba Nchu, hat er— wie der„Post“ aus

digen haben, um die Kavallerie in ihrer Bewegungsfreiheit Blomfontein berichtet wird— Landbesitz im Umfang von

zu bebiudern, Srtück,einurgud uzeh Hategzisigetenter be gztich,

Straßen gespannt. zu den Straßen paltommnten Trup= ertika, vnn biecigziz, Hehzserheigtt

pen. Nach einem weiteren Telegramm haben die Unruhe­

B. T. Paris, 9. Okt. Eine Reihe von Tragödien, die in ihrer Gesamtheit einen ganz anderen„Pariser Skandal“ darstellen als die gewöhnlich unter diesem Titel publizier­ten Ehebruchsgeschichten, zählt der Polizeibericht auf. Der gestrige Tag, der 8. Oktober, war für die sogenannten „kleinen Leute“ der gefürchtete Tag, an dem sie Quar­talsmiete zu zahlen hatten. Die heutigen Morgenblätter nun enthalten die folgende Selbstmordliste:„Der Dach­decker Emile Burot, 50 Jahre alt, wohnhoft Rue de l'Hotel=de=Ville, wurde infolge Vergiftung mit Kohlengas lot in seinem Zimmer aufgefunden. In einem Briefe an den Polizeikommissar gibt er als Grund des Selbstmordes an, daß er die Miete nicht bezahlen konnte.— Andre Loulleraue, 71 Jahre alt, Eite Saint=Mortin 2 wohnhaft, hat sich an der Tür seiner Zimmers aufgehängt.— Fenri F..., 54 Jahre alt, Tagelöhner, Rue de Crimee, seit län­gerer Zeit ohne Arbeit, hat sich gestern früh zu töten ver­sucht, indem er sich ein langes Messer in die Brust stieß. Er wurde ins Hospital Samt=Louis geschafft und liegt im Sterben.— Ein Tagelöhner, Albert M..., Rue de Lormel wohnhaft, vermochte die Miete nicht zu zahlen und hat versucht, sich mit Hilfe eines Kohlenbeckens zu töten. Er liegt im Hospital Necker, man zweifelt an seinem Auf­kommen.— Charles Hollin, 25 Jahre, Kellner, Rue Reau­mur 47, hat sich eine Kugel in den Kopf geschossen und wurde sterbend ins Hospital überführt.— Auguste B..., 45 Jahre alt, Rue de Reservoirs, hat die Abwesenheit seines Sohnes benutzt, um sich in seinem Zimmer zu er­

hängen.— Gustave Toriau, 29 Jahre alt, Handlungs­

gehilse, wurde in seinem Zimmer in der Rue Delta er­stickt aufgefunden.— Die Ehegatten Dubourg, 68 und 70 Jahre alt, haben sich in ihrer Wohnung, Passage Gue­pine, durch Einatmung von Kohlengas getötet. Man sicher sein, daß diese Liste noch sehr unvollständig ist, und daß der gefürchtete Tag eine noch größere Anzahl von Opfern gefordert hat. Aber gibt es einen klareren Be­weis für die klägliche Unfähigkeit und Nachlässigkeit und für die miseradle Organisation der Pariser Armenver­waltung als diese nüchterne Aufzählung so viel erschüttern­der Tragödien? Die Pariser Armenverwaltung verfügt über so gewaltige Mittel wie fast keine zweite ähnliche Be­hörde— sie verfügt über Beträge, die ihr aus unzähligen Stiftungen, von unzähligen Privatleuten zufließen, und über die reichen Ergebnisse der Theater= und Vergnü­gungssteuer. Sie besoldet mit diesen Geldern ein behag­lich schmarotzendes Beamtentum, speichert Kapitalien über

Der flücht'ge Vorsatz ist nicht einzuholen,

Wo nicht die Tat mit ihm zusammen aufbricht. Des Herzens erste Regung sei hinfort Zugleich die erste Regung meiner Hand.

Gedacht, getan! Shakespeare.

*

Verschiedenes Grüßen.

Den einen grüßt man als Kollegen,

Den andern grüßt man seiner Macht,

Den Dritten seines Geldes wegen—

Man grüßt berechnend, wohlbedacht.

Wie oft ein materiell Begehren Im stumm formellen Gruße ruht!

Wie selten, daß man wie in Ehren,

Nur vor dem Menschen zieht den Hut!

Roman von F. Arnefeld.

(54. Fortsetzung.)

(Nachdruck verboten)

„Nach all den dummen Geschichten kriegt sie hier ja doch keinen reputierlichen Mann mehr und die Fonsecas sind in Brasilien reiche und angesehene Leute,“ sprach die Mutter, nachdem der alte Brasilianer den Vorschlag ge­macht und Marie sich geneigt erklärt hatte, ihn anzu­nehmen; worauf der Vater hinzugefügt:

„Ich habe ja doch nur noch kurze Zeit zu leben, da kann es mir gleich sein, ob sie hier oder drüben wohnt.“

Ehe diese geplante Heirat und Abreise ins Werk ge­setzt werden konnten, vollzogen sich indes bei den übrigen Beteiligten noch andere Ereignisse.

Frau Major Deppner und Frau Rätin Kunze mit ihren Kindern wurden durch die Freilassung Dorneddens

ebenfalls in die größte Aufregung versetzt. Sie hatten seine Verurteilung mit Gewißheit erwartet und gehofft, er werde dadurch der Erbschaft verlustig erklärt werden, die ihnen, als den nächsten Verwandten, dann zufallen müsse. In dieser Voraussicht hatten sie auch bisher von der Ein­reichung einer Klage gegen das Testament abgesehen.

Nun erwies sich die ganze Berechnung als falsch. Dornedden ward schuldlos, er war erbberechtigt, und es lautete obenein noch, daß er nur vorgeschoben sei. Die eigentliche Empfängerin der Millionen sollte Josefine Le­onhardt, die Tochter der Sanitätsrätin sein. Die ange­feindete und verfolgte Verwandte sollte schließlich doch noch in den Besitz der Reichtümer ihres Bruders kom­men, von dem man sie in der Jugend schon durch allerlei Intriguen zu trennen gewußt hatte.

„Das darf nicht geschehen! Wir greifen das Testa­ment an! Ich gebe nicht nach und wenn meine letzte Mark darauf geht!" tobte die Frau Major Deppner, die sich in der Wohnung ihrer Schwester befand.„Leite die Klage ein, Heinrich, wofür bist Du denn Gerichtsassessor?" fügte sie zu ihrem anwesenden Neffen gewendet hinzu. „Ich muß in die Luft, ich ersticke hier!“ Sie stülpte den Hut auf den Kopf und eilte so schnell hinaus, daß die Schwester, die ihr das Geleit geben wollte, nicht zu folgen vermochte. Als sie zurückkehrte, nahm der Assessor sie bei der Hand und flüsterte ihr zu: 1—

„Laß Dich nicht durch die Tante zu üvereilten Schrit­ten verleiten. Wir können keinen Prozeß anfangen.“

Sie schaute ihn verwundert an und stammelte:„Aber Du sagtest doch immer—“. 86.

„Ich habe inzwischen das Testament genau gepruft,“ unterbrach er sie,„habe mich auch mit gewiegten Ju­risten beraten und wir sind einstimmig zu dem Urteil ge­langt: das Testament ist unanfechtbar. Es muß von einem sehr schlauen Praktikus, gemacht sein, der auch nicht das kleinste Häkchen gelassen hat, wo man anbinden könnte.“

„Ader was soll man da tun?“ ftagte die Rätin sehr erschrocken.

„Der Sache ihren Lauf lassen", entgegnete der Assessor gelassen und setzte mit überlegenem Lächeln hin­zu:„und zusehen, daß man ohne Prozeß und ohne Tei­lung mit der Tante und Ilgners in den Besitz der Milli­onen gelangt. Josefine Leonhard ist überdies ein recht hübsches Mädchen.“

„Und mein Sohn ein Mann, dem nicht leicht zu widerstehen ist, wenn er es ernstlich darauf anlegt, ein Mädchen zu gewinnen,“ erwiderte, ihn sofort verstehend, die Mutter und ließ ihr Auge mit Wohlgefallen auf der wirklich stattlichen Erscheinung des Sohnes ruhen.„Es werden sich zwar viele Bewerber finden.“

„Ich fürchte sie nicht. Wenn man die Sache nur richtig angreift!“ entgegnete der Assessor selbstgefällig.

„Schade, daß Charlotte Willibald Dornedden den Laufpaß gegeben hat!“ sagte die Rätin mit einem leisen Seufzer.

„Wie kommst Du darauf?“ fragte Heinrich verwun­

dert.

„Wenn er mit Charlotte versprochen wäre, könnte er sich nicht um Josefine Leonhard bewerben.“

„Du setzest das voraus?“

„Er ist doch sozusagen der Nächste dazu.“

„Und eben deshalb tut er es nicht!“ lachte der Assessor.„Ich habe Willibald Dornedden kennen ge­lernt, der wird immer ein armer Schlucker bleiben, denn er ist ein überspannter Idealist. Ich glaube, der könnte Josefine lieben und nähme sie doch nicht zur Frau, um nicht den Schein auf sich zu laden, als strebe er nach dem Gelde, das sie durch die Vermittlung ihres Vaters er­hält.“

„Das verstehe ich nicht!“ erklärte die Rätin ehrlich.

„Glaub' ich Dir, Mütterchen!“ spöttelte der Assessor. „Nun, es muß auch solche Käuze geben! Die Sache soll