Erste Beilage
Nr. 135. 123. Jahrgang.
Westfaltsche Feitung
Bielefeld,
Bienstag, 13. Juni 1933
" N Arur omdenneme
Das Fest der Jugend in Bielefeld.— Der Zug der 30000.
Bielefeld, 13. Juni.
Der Tag der Sommersonnenwende soll entsprechend einer Aufforderung des Reichsinnenministers Dr. Frick für die deutsche Jugend, anknüpfend an uralte, in der deutschen Mythologie verwurzelten Sitte, zu einem Fest werden, das sie die Verbundenheit durch Rasse, Heimat und Geschichte erleben läßt.
Die Vorbereitungen für das„Fest der Jugend“ am Sonnabend, dem 24. Juni, wurde in Bielefeld in die Hand eines Ausschusses gelegt, der sich zusamemnsetzt aus den Herren Stadtrat Röser, Prof. Dr. Schrader, Schulrat Dr. Schrader, Lehrer Uthoff, Frau Rechtsanwalt Koch, der Führerin der nationalsozialistischen Frauenschaft, Sturmbannführer Detering, Herrn Brennecke und Herrn Bott.
Morgens werden die Wettkämpfe der Schüler, nachmittags die der Schulentlassenen ausgetragen.
Ein Sonnenwendfeuer wird abends auf der Ochsenheide abgebrannt. Als Redner sind Prof. Dr. Schrader und Dr. Warning in Aussicht genommen.
Der Anmarsch zur Ochsenheide erfolgt in einem Zuge, an dem sich 25.000 bis 30000 Schüler, Mitglieder von Jugendverbänden, nationalen Vereinigungen usw bbeteiligen werden.
Die vom Historischen Verein bereits vorbereitete Sonnenwendfeier soll organisch in das Fest auf der Ochsenheide eingegliedert werden.
druckern Typ„Deutschland“. Besondere Aufmerk
santkeit erregten auch die neuen endsummen
rrssssden, Buchungsmaschinen, die mit bis zu nerwerken und als vollautomatische Saldiermaschinen mit bis zu 44 Addierwerken geliefert westesten Im, Musterzimmer wurden außerdem die Fayrradmodelle mit dem Plaketten= und Wimpelträger, sowie die modernsten Nähmaschinen im Nähschrank gezeigt.
Gemüsebau im Wellensiek.
Von den Landwirten Voltmann und Rottmann pachtete die Stadt im Vorjahre rund 38.5 Scheffelsaat Land(die Scheffelsaat= 1700 Quadratmeter) zum Preise von 2—3 Pfennig, die sie an Unterstützungsempfänger im Wellensiek in Parzellen von 400 Quadratmeter zum Preise von 1 Pfennig pro Quadratmeter abgab, während diejenigen, die noch Arbeit hatten, 2 Pfennig pro Quadratmeter zahlen mußten. Diese Maßnahme hatte zunächst einen erzieherischen Wert, zum anderen jedoch wurde die Eigenerzeugung an Gemüse und Kartoffeln wenigstens teilweise bei der Winterversorgung in Anrechnung gebracht. Da sich diese Beschaffung von Gartenland gut bewährt hat, wird sie auch in diesem Jahre durchgeführt. Der Magistrat hat sie in seiner gestrigen Sitzung gutgeheißen.
Die deutsche Frauenfront.
Zusammenschluß von 15 Verbänden in Vielefeld.
Auch der Stadtverband der Bielefelder Frauenvereine ist geschlossen der Deutmarnn„Frauenfront beigetreten. Den Vorsitz, den bis jetzt Frau Klara Delius führte, hat Frau Koch, die Kreisleiterin der NS.= Frauenschaften, übernommen. Die Auflösung des bisherigen Stadtverbandes wurde allgemein beschlossen. Die neue Vorsitzende dankte Frau Delius für ihre aufopfernde Arbeit. Als zweite Vorsitzende wurde Frau Prieß allseitig bestimmt. Die anwesenden Vertreterinnen der 15 verschiedenen Verbände bekannten sich zu dem Ziel der Deutschen Frauenfront, jener großen Frauenbewegung, die beseell ist von einem einheitlichen Willen und Geist der nationalsozialistischen Weltanschauung.
Die nächste Zusammenkunft des Stadtverbandes ist anschließend an die öffentliche Kreistagung der NS.=Frauenchaften, Kreis Bielefeld=Stadt, die am Freitag, den 23. Juni, abends 20¼ Uhr im großen Saale des Kyffhäuser stattfindet.
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Weiterh'n wird auf die außerordentliche Generalversammlung des Bielefelder Hausfrauenvereins mit nachfolgendem Vortrag von Herrn Pfarrer Niemöller über „Die nationale Erziehung“ aufmerksam gemacht.
Mietbeihilfen für Kinderreiche
im Wellensiek.
Für fünfzig im Wellensiek wohnende kinderreiche Familien hat die Stadt in den letzten Jahren besondere Mietszuschüsse geleistet. Dies soll, vorbehaltlich der Zustimmung des Regierungspräsidenten auch in diesem Jahre geschehen. Die Beihilfen betragen auf den Einzelfall eingerechnet durchschnittlich rund 20 Mark im Monat.
See= und Soolbadekuren
für 160 Bielefelder Kinder.
Der Magistrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, in diesem Jahre 160 schwächliche und erholungsbedürftige Kinder in See= oder Soolbäder zur Kräftigung ihrer Gesundheit zu entsenden. Für diesen Zweck wurden 14000 M. bereit gestellt, von denen allerdings ein Teil wieder vereinnahmt wird, so daß die Stadt nur einen Zuschuß von 5400 Mark zu leisten braucht.
Schwurgerichtstagung 1933.
Die dritte diesjährige Schwurgerichtstagung beginnt am Montag, den 26. Juni 1933. Den Vorsitz wird Landgerichtsdirektor Dr. Lange führen. Die Namen der Geschworenen und die anstehenden Sachen stehen noch nicht fest.
Drei Vertreter des Stadtfürsorgearztes.
Der Stadtfürsorgearzt, der bisher nur einen Vertreter hatte, wird künftig von drei Aerzten vertreten, und zwar Dr. Hilburg, Dr. Buchheister und Dr. Rotthaus.
Die bis zum 16. Juni, d. h. kommenden Freitag durchzuführende große Volkszählung hat nicht nur allgemeine volks- und sozialpolitische Bedeutung, sondern ist auch für die Angabe der Religionszugehörigkeit von besonderem Wert. Da die letzte Zählung aus dem Jahre 1925 stammt, wirken sich in dieser die mancherlei Veränderungen im Konfessionsstand des deutschen Volkes aus. So ist es von dringlichem Interesse, wenn die Zählbogen auch für diese Frage besonders genau ausgefüllt werden. Die Spalte 9 dient der Beantwortung der Frage nach der Religionszugehörigkeit. Sei ist eine statistische Angabe, zu der jeder gesetzlich verpflichtet ist; es kann darum nicht jemand, der etwa nicht mehr beispielsweise zur Evangelischen Landeskirche gehört, aber sich innerlich als Christ fühlt, einschreiben:„evangelisch“.
Darum ist für unser Stadtgebiet folgendes zu beachten:
1. Alle Angehörigen der großen evangelischen Gemeinden(z. B. Altstadt, Neustadt usw.) tragen in Spalte 9 ein:„evangelisch". Die Angehörigen der hiesigen Reformierten Kirchengemeinde tragen ein:„reformiert". Dabei ist zu beachten, daß solche Personen bezw. Familien, die durch Familientradition zwar reformiert sind(zum Beispiel die aus Lippe Eingewanderten), aber keinen Wert darauf legen, zur hiesigen Reformierten Gemeinde zu gehören, sondern bei den Hauptgemeinden mitgezählt werden wollen, auch nur„evangelisch“ zu schreiben haben; denn
die großen Kirchengemeinden(z. B. Altstadt usw.) sind nicht rein lutherische Gemeinden, sondern verfassungsmäßig sind sie„uniert“,
d. h. in ihr gehören Lutheraner und Reformierte zu einer Kirchengemeinde, ohne daß damit der Bekenntnisstand des Einzelnen angetastet wird.
2. Solche Personen, die zur Altlutherischen Gem'einde, zu den Baptisten, Methodisten usw. gehören, dürfen nicht einfach„evangelisch“ schreiben, sondern müssen die Gemeinde, zu welcher sie gehören, genau bezeichnen.
3. Die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinden schreiben„römischkatholisch“, weil außer ihnen in Bielefeld noch Mitglieder der Altkatholischen Gemeinde wohnen.
In Mischehen ist genau zu bezeichnen, wer evangelisch und wer katholisch ist; bei den Kindern gilt entweder die Taufe oder aber die Schulerziehung. Wenn z. B. ein Kind katholisch getauft wurde, aber jetzt eine evangelische Schule besucht(was bekanntlich bei Zustimmung beider Elternteile möglich ist), so ist dann auch„evangelisch“ zu schreiben.
4. Die Anhänger der Sekten müssen, sofern sie aus der Landeskirche ausgetreten sind,
Sienel des Rirutes
Kommunalbeamte sollen Führer und Berater sein.
Gerade Rücken.
Durch einfache Turnübungen.
Die ortopädischen Kurse für Schulkinder, die an Rückgratverkrümmungen leiden, sollen künftig unter der Aussicht von Professor Dr. Momburg, dem Chefarzt des Bielefelder Krankenhauses, von einer entsprechend vorgebildeten Schwester, in der Turnhalle der Handelsschule durchgeführt werden. Der Vertrag mit Dr. Mosberg, dem bisher die orthopädische Betreuung der Schulkinder oblag, wurde gekündigt. Mit einfacheren Mitteln wird das gleiche Ziel erreicht wie
bisher.
Besuch bei den Anker=Werken.
Dichte Wagenreihen standen gestern in der Ravensberger= und Turnerstraße. Die Teilnehmer der 5. Sternfahrt des Gaues Westfalen im Reichsverband des Mechanikergewerbes e. V. statteten den Anker=Werken einen Besuch ab, um sich die Registrierkassen=Fabrikation anzusehen. Mit großem Interesse verfolgten die Besucher den Werdegang der Ankerkassen von den einsachsten Ladenkassen bis zu den vollendetsten Endsummen
Mehr als 700 Kommunalbeamte aus allen Teilen des Reiches waren am Sonntag im Marmorsaal des Berliner Zoo zu der großen Kundgebung der Reichsfachgruppen„Kommunale Verwaltung und Betriebe" und„Körperschaften des öffentlichen Rechts" im Deutschen Beamtenbunde zusammengekommen. Der Kundgebung gingen die Tagungen des Verbandes der Kommunalbeamten und=angestellten Deutschlands voraus. Zum Verbandsführer wurde im preußischen Verband Stadtinspektor Koschel=Berlin gewählt, während die Führung des Reichsbundes der Reichsfachgruppenleiter Ehrmann übernahm In einer an diese Tagung sich anschließenden Sitzung des neuen Beirates des Reichsbundes wurde der Beschluß gefaßt, den Reichsbund umzubenennen in „Deutscher Gemeindebeamtenbund.“
Der Reichsfachgruppenleiter Stadtrat a. D. Ehrmann=Berlin eröffnete die Kundgebung am Sonntag mit einer Ehrung der Gefallenen
des Weltkrieges.
Es sprach dann Oberbürgermeister FiehlerMünchen über das Thema
„Der Gemeindebeamte im neuen Staat“.
Nach einem Rückblick über die Stellung des Beamten im alten Staat sagte der Redner u. a., daß unter der neuen Staatsführung, die im Gegensatz zu der vergangenen nur den Dienst an der deutschen Nation kenne, der Beamte schon gemerkt haben werde, daß der Wille der Staatsführung mit seinen eigenen Gewissenspflichten wieder übereinstimme. In Zukunft dürften keine klassenkämpferischen Gegensätze innerhalb der Beamtenschaft mehr geduldet werden. Ein Volk könne nur leben, wenn jeder einzelne sich einsetze für das Interesse der Gesamtheit. Den Gemeindebeamten, die mit dem Volke in engster Fühlung kämen, falle hier eine ganz besondere Aufgabe zu. Es liege mit an ihnen, durch eiserne Pflichttreue die in der Vergangenheit entstandene Mißstimmung im Volke gegen die Beamten auszuräumen und Gegensätze auszugleichen. Dann werde der Gemeindebeamte wieder als Berater und Führer in seinen Gemeinden innerhalb der Bevölkerung anerkannt werden. Sauberkeit und Pflichttreue müßten wieder als Grundsätze für den Beamten herrschen. Der Dienst des Gemeindebeamten sei Dienst am Volk, und dafür sei der Beste gerade gut genug. Desholb müsse gerade für diese Laufbahn eine besondere Auslese getroffen werden. Wenn der Einzelne unter den Beamten nicht innerlich
von dem Nationalsozialismus überzeugt sei, so solle er lieber weg bleiben.
Derjenige Beamte, der seinen Dienst so auffasse, daß er sich als Diener des Volkes fühlt, habe keine innere Umstellung nötig. Kriecher und Heuchler könne der Nationalsozialismus nicht gebrauchen. Schwere Aufgaben harrten der deutschen Gemeindebeamten, die wieder Fühlung finden müßten zum Volke und die mit dazu berufen seien, den Geist der Wehrhaftigkeit und Erstarkung und damit die Garantie für Arbeit und Brot in unser Volk hineinzutragen.
Der nächste Redner, stellvertretender Reichskommissar für die Beamtenorganisationen und stelvertretender Führer im Deutschen Beamtenbund, Neef, wies auf die Entwicklung innerhalb der einzelnen Beamtenorganisationen während der letzten beiden Monate hin, ehe es zur Vereinheitlichung gekommen sei. In der Vergangenheit hätten wir innerhalb dieser Organisationen einen Kampf aller gegen alle erlebt Ebenso wie im gesamten deutschen Volke habe sich auch in den Kreisen des Beamtentums in den verflossenen vierzehn Jahren eine immer mehr wachsende materialistische Auffassung bereit gemacht. Der Beamtenbund sei Selbstzweck in der Hand von einzelnen Organisationen geworden, die ihrerseits auf die Leitung einen Druck ausübten. Wenn irgendeine neue Steuer vom Kabinett beschlossen werden sollte, dann sei die ängstliche Frage innerhalb des Kabinetts aufgetaucht, was wohl die Länder dazu sagen würden. Heute fragten die Länder, was wohl die Reichsregierung dazu sagen werde. Die Schaffung einer Einheitsorganisation der deutschen Beamten sei dringend notwendig gewesen. Der Beamte sei kein Arbeitnehmer, sondern lediglich Diener des Staates. In einem möglicherweise kommenden Ständeparlament hätte deshalb z. B. der Beamte auch nichts zu suchen, da er ja in den Staat selbst miteingebaut sei.
Der Nachwuchs in der Beamtenschaft müsse nach Charakter, und das ist das Wesentlichste, und Leistung ausgewählt werden.
Aufgabe des Beamtenbundes werde es sein, die Regierungsarbeit zu fördern, sie aber nicht zu kritisieren. Der Nationalsozialismus sei kein Parteigeist, sondern sei nichts anderes als der Geist strengster Psichterfüllung. Vor der Geschichte werde die Weltanschauung des kommenden Jahrtausend der Nationalsozialismus sein.
ihre Sekte genau angeben(z. B. Adventisten, Neuapostolische usw.). Kinder in solchen Ehen gelten nur dann auch als zur Sekte zugehörig, wenn sie ordnungsgemäß aus der Landeskirche abgemeldet sind.
5. Was haben diejenigen zu schreiben, welche aus der Kirche ausgetreten sind?
Auf keinen Fall„evangelisch“ oder„katholisch“, weil sie dann automatisch in die Kirchensteuerliste einbezogen würden, ohne aber irgenowelche kirchlichen Rechte zu haben. Wenn in den letzten Jahren seitens der Freidenker immer wieder die Kirchen deswegen angegriffen und herabgezogen wurden, weil sie sogar den seit Jahren Ausgetretenen in einzelnen Fällen Steuerzettel zugesandt hätten, so lag das in 99=prozentigen Fällen daran, daß diese bei der polizeilichen Anmeldung oder bei der Zählung trotz ihres Austritts sich als„evangelisch“ ausgegeben hatten(wie das bei Krankenhausanmeldungen auch heute noch sehr häufig zu geschehen pflegt)!
Aber warum denn nicht,„Dissident?" Der Name ist irreführend. Unter Dissident(engl.) verstand man eigentlich die nicht zur Staatskirche(!) Gehörenden. Das Wort ist also eine Sammelbezeichnung, die als solche auch die Sektenmitglieder und Mitglieder einer Freikirche oder freien Gemeinde einschließt. Für die jetzige Volkszählung genügt sie aber nicht! Darum müssen diejenigen, die zu einer bestimmten Weltanschauungsgruppe(z. B. Sekten oder auch Freidenkerverband) gehören, diese genau bezeichnen. Und diejenigen, die überhaupt keiner solchen Gruppe angehören, die müssen schreiben:„keine". Bei dissidentischen Menschen d. h. solchen Ehen, in denen ein Teil zur evangelischen oder katholischen Kirche gehört, der andere aber zu einer anderen Gemeinde oder Gruppe, ist das auch genau zu bezeichnen, desgleichen für die Kinder.
Die Haushaltungsvorstände werden darauf hingewiesen, daß sie ihr Augenmerk auch auf die genaue Beantwortung der Frage nach der Religionszugehörigkeit zu richten haben, damit die Antworten klar und deutlich gegeben werden.
Pfarrer Hans Deppe.
Klärung der Eigentumsfrage.
In den ersten Tagen der nationalen Revolution wurden in Bielefeld eine Reihe marxistischer Heime von der NSDAP. und deren Organisationen in nationale Regie übernommen. Schon um die auf den Heimen ruhenden Gelder zu sichern, scheint eine Klärung der Eigentumsverhältnisse unbedingt erforderlich. In dieser Frage ist der Regierungspräsident um eine Entscheidung angerufen worden. Dabei soll der Vorschlag gemacht worden sein, die Eigenheime in den Besitz der Stadt zu überführen. Die Heime würden damit praktisch Gemeingut, könnten aber zu jederzeit den nationalen Organisationen im Vertragswege zur Verwaltung übergeben werden.
(!) Direktor Friedrich in Urlaub.
Wie wir hören, hat sich der Direktor der Bielefelder Berufsschulen, Friedrich, auf Grund eines ärztlichen Attestes für mehrere Wochen beurlauben lassen.
1553 Reichsmark
Das Ergebnis des Rottreuztags.
Nachdem der Rotkreuztag am Vorabend durch Fackelzug, unter Beteiligung von SA, SS, Kriegervereinen und Sanitätskolonnen, Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal, Ansprache des Oberbürgermeisters, Zapfenstreich, einen glänzenden Auftakt gefunden hatte, hegte man in den beteiligten Kreisen trotz des schon stark bedeckten Himmels die Hoffnung, daß alle für den Sonntag vorgesehenen Veranstaltungen durchgeführt werden könnten. Aber leider ist es anders gekommen; der Wettergott spielte einen argen Streich, indem er einen Dauerregen spendete, der für Feld und Garten dringend erwünscht, für das Rote Kreuz aber höchst unerwünscht war. Leere Straßen, leere Konzertplätze. Die Posaunenchöre konnten ihre schönen Weisen nicht ertönen lassen und die 300 Sänger mußten auch davon absehen, die Bielefelder zu erfreuen. Letzteres ist besonders bedauerlich, da der Genuß, starke Männerchöre einmal auf öffentlichem Platze zu hören, hier selten ist.
Und nun die zahlreichen jungen Mädchen, die
sich für die vorgesehene Straßensammlung freiwillig gemeldet hatten. Sie waren zwar nicht alle erschienen, aber mehr als hundert waren doch zur Stelle und antworteten auf die Frage, ob sie sich denn überhaupt hinauswagen wollten, mit einem einmütigen: Ja. So wurde dann gegen 9 Uhr das Sammelgeschäft eingeleitet und bis nach 13 Uhr ausgedehnt. Einige ganz Tapfere gingen auch am Nachmittag noch mit Sammelbüchsen los, namentlich in Wirtschaften, Cafés usw. Außerdem wurde am Nachmittag die Frühlingsfeier auf dem Johannisberge in das„Sammelgeschäft“ einbezogen; Rotkreuzfähnchen und Luftballons mit
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