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Nr

267

Zamstag— Zonntag, den 13. u. 11. November(Kath. Stanislaus K., 26 n. Pf., Evg. Briccius, 25. u. Trinit.)

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Die englische Regierung bestätigt:

Lord Halifax kommt nach Dentschland

Zum Besuch der Internationalen Jagdausstellung— Empfang beim Führer und Reichskanzler

MB London, 13. Nov.(Drahtb.) Auf eine An­stage im Unterhaus wurde gestern von seiten der Re­gierung zu dem Reiseplan von Lord Hali­far folgende Erklärung abgegeben:

Lord Halisar hat, wie er bereits selbst er­wähnt hat, vor kurzem eine Einladung zu einem Besuch der Berliner Jagdaus­stellung erhatten. Lord Halifar hat diese Ein­ladung angenommen und

wird sich Mitte nächster Woche nach Berlin begeben.

Wenn sein Besuch auch völlig privnter und Natur ist, so hat in Beantwor= tung einer entsprechenden Anfrage der Führer und Reichskanzler erklärt, daß er sich freuen würde, den Ptäsidenten des Staatsrates während dessen Aufent­halts in Deutschland zu sehen. Lord Halifar wird dieler Aufforderung entsprechen

Wenn Lord Halifar bei seinem Besuch der lagdausstellung Gelegenheit gegeben wird, den Führer und Reichskanzler aufzusuchen, so wird dies in Deutschland lebhaft begrüßt werden. (Gehört es doch zu den Grundlätzen der deutschen Anhennolitik. Gelegenheiten wahrzuneh­nen. die sich mit verständigungsbereiten Kräften in Eurona zum Gedankenaustausch bieten, um an der Aufgabe der Erhaltung und Vertiefung des Friedens zu arbeiten. Diese Auffassung kam in letzter Zeit er­

neut mit aller Deutlichkeit in den Erklärungen der drei Mächte aus Anlaß der Unterzeichnung des Antikomintern-Abkommens zum Aus­druck.

So wird man hoffen dürfen, daß der Beluch dieses englischen Kabinettsmitgliedes, der der deutschen Oeffentlichkeit kein Unbekannter ist, in diesem Sinne einen wertvollen Beitrag bilden wird

Die offizielle Ankündigung der Deutschlandreise von Lord Halisax wird von der gelamten Londoner Abendpresse lehr freundlich aufgenommen und umfangreich kommentiert, wobei die Zulammenkunft mit dem Führer Ausgangspunkt der Betrachtun­gen ist.

So schreibt„Evening Standard“. Lord Galisar werde sich in Berlin sicherlich ein Bild von der Einstellung des Führers in der Finge der deutsch-englischen Beziehungen machen können. Diese Beziehungen leien für alle Engländer von größtem Interesse und der Kernpunkt der euro­päischen Probleme.

Die englische Oefsentlichkeit würde eine schnelle Klärung dieser Beziehungen warm begrüßen und es bestehe Grund zu der Annahme, daß die britische Regierung diele Ansicht teile.

bokschafterbesuche in Kom und Londen

Fühlungnahme wieder aufgenommen

„bedeuksamer Stimmungsumschwung in der britischen öffentlichkeit?"

DMB London, 12. Nov.(Drahtb.) Die römischen Korrespondenten der Londoner Blätter berichten all­gemein über den Besuch, den der britische Botschafter in Rom Außenminister Ciano am Honnerstag abgestattet hat. Die Blätter sind sich in ihren Berichten darüber einig, daß das Gespräch sich um die Einleitung von Verhandlungen über eine englisch-italienische Annäherung gedreht haben dürfte

Der römische Korrespondent der„Times schreibt dazu, daß nach Ansicht italienischer Beobachter die Atmosphäre für eine Wiederaufnahme der eng­lisch-imlienischen Gespräche sich gebessert habe. Lie Londoner Korrespondenten der italienischen Zei­ningen hingegen messen der Aussprache zwischen dem talienischen Botschafter in London und Staatslekretär Vansittart große Bedeu­tuna bei. Ihre Berichte sprechen von einem bedeutsamen Stimmungsumschwung eines großen Leiles der britischen Oefsentlichkeit gegenüber Deutschland und Italien

und glaubten an die Möglichkeit einer Neuorientie­tung der britischen Politik.

Der diplomatische Korrespondent der„Daily Mail“ hält es für möglich, daß Chamberlain aufgrund der Unterredung zwischen Graf Ciano und dem englischen Botschafter in Rom ein per­önliches Schreiben an Mussolini über die europäischen Probleme und die englisch-italieni­schen Beziehuinegn richten könnte.

Die Wiederaufnahme der englisch-italienischen Fühlungnahme wird von der Pariser Presse auf­merklam verfolgt.„Italien ergreift die Initiative zu Verhandlungen mit England", so hennzeichnet das verit Journa!“ die Besprechungen des Grafen Csano mit dem englischen Botschafter in Rom, Lord Perth. London luche die Liquidierung der Angelegenheit, die Verringerung der italie­

nischen Marine in Libyen und die Aufrechterhaltung des Status quo im Mittelmeer zu erreichen. Rom dagegen wünsche die Anerhennung seines Imperiums und die Beendigung jeglicher Unterstützung der Poli­tik Moskaus durch England.

Der„garo“ unterstreicht die Tatlache, daß die Besprechngen im Palazzo Cingi zwischen GGraf

Cinno und Lord Perth

der Unterredung gefolgt seien, die der italienische Botschafter in London Grandi mit Bansittart hatte.

Man verberge in London nicht mehr, daß der Weg zu Verhandlungen offen sei.

England und Deutschland wurden immer enge Nachbarn bleiben. Der vernünftige Men­chenverstand sage, daß sie, wenn moglich, freund­

schaftliche Nachbarn lein sollten. Beständige Beziehungen zwischen Deutschland und England wür­den ein Segen für die Engländer, die Deutschen und für ganz Eurova sein. Wenn man durch die Reise von Lord Galifat einer Verständigung nähergebracht werden würde, so würde das in Wahrheit ein er­freuliches und belebendes Geschenk für eine beun­ruhigte Welt sein.

„Evening News“ weist in einem Leitartikel auf den Wert eines persönlichen Kontaktes zwischen den Staatsmännern hin. Einen Mann kennen und achten, heiße, auf dem halben Wege zum Verstehen seines Standpunktes sein, selbst wenn man ihn nie­mals teilen sollte. Ohne das könne es keine wirk­liche Staatsmannskunst und haum Frieden in der Welt geben.

Der Arbeitseinsatz im Oktober

Um 575 000 unter dem Stand des Vorjahres,

Berlin, 12. Nov.(Drahtb.) Die Reichs­anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenver­sicherung teilt mit:

Die deutsche Volkswirtschaft pflegt im Oktober im Zeichen des Ueberganges von der Sommerarbeit zur Winterbeschäftigung zu stehen. Die hierbei auftre­tenden Beschäftigungsschwankungen sind daher gerade für diesen Monat charakteristisch. Hinzu kommen Rückwirkungen aus den Entlassungsterminen des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht. Wenn gleichwohl die Zahl der Arbeitslosen im Monat Oktober nur um 33000 gestiegen ist, so prägt sich darin einmal die außerardentlich milde Witterung aus. Zum anderen läßt dieser geringe Anstieg der Arbeitslosenzahl den Schluß zu, daß es den Arbeitsämtern bereits im Oktober weitgehend gelungen ist, die aus der Wehr­macht Ausgeschiedenen planmäßig wieder in Arbeit zu bringen.

Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende

Oktober 1937 rund 502000. Sie lag damit umrd. 575000 unter dem Stand von Ende Oktober 1936. Von der Gesamtzahl waren rund 160 000 oder fast ein Drittel nicht voll einsatzfahig, rund 255 000 voll einsatzfähig, aber nicht ausgleichsfähig, während rund 87 000 volleinsatzfähige Kräfte auch für den Ausleich zur Verfügung standen. Von den nicht mehr voll einsatzfähigen Arbeitslosen entfielen rund 80 000, also die Hälfte, allein auf die Berufsgruppe „ungelernte Arbeiter“.

den einzelnen Berufsgruppen hat der Arbeits­einsatz im Oktober im Einklang mit der allgemeinen Entwicklung keine größeren Veränderungen er­fahren.

blick in die Welt

Brüssel kommt nicht vom Fleck!

Polilische Um- und Ausschau am Wochenend

Die Brüsseler monferenz hat sich, wie zu erwarten war, bisher auf die Beilegung des chinesisch=japanischen Konfliktes nicht ausgewirkt. Dagegen hat sie den dort vertretenen Staatsmän­nern Gelegenheit zu politischen Gesprächen über die Dinge gegeben, die ihnen im Grunde noch näher liegen als Schanghai und die Mongolei. England ist im Begriff, seinen Spanien­kurs um einige Grade in Richtung auf Sala­manca zu umzusteuern, und Eden hat sich in Brüssel eifrig bemüht, seinen französischen Kolle­gen Delbos dazu zu bewegen, das Ruder eben­falls entsprechend umzulegen. Vorläufig sieht es nicht so aus, als sei ihm das gelungen, denn die französische Regierung hat infolge ihrer Zusam­mensetzung innere Hemmungen gegen eine Poli­tik, die die solange begönnerten Roten in Valencia=Barcelona ziemlich offensichtlich preis­geben würde. Groß=Britannien hat jedenfalls zunächst einmal sogenannte Aaenten in das von General Franco beherrschte spanische Ge­biet entsendet. Eden hat zwar im Unterhaus er­klärt, das seien keine regulären Konsularbeamten und das bedeute auch nicht die diplomatische An­erkennung des nationalen Spanien, aber man sieht ja nur allzu deutlich, daß hier eine ausge­fallene Form für eine Sache gewählt wurde, der man sich eines Tages nicht wird entziehen können. England bält es schon heute in seinem eigenen

Japan sagt abermals ab!

Einladung nach Brüssel abgelehnt!

„Neunmächtevertrag nicht mehr anwendbar!“

DNB. Tokio, 12. Nov.(Ostasiendienst des DNB.) Das japanische Kabinett beschloß die Ab­lebnung der zweiten Einladung zur Brüsseler Konferenz. Außenminister Hirota überreichte im Auftrage des Kaisers dem belgi schen Botschafter in Tokio die Antwortnote, in der erklärt wird, daß Japan die Einladung ablehnen müsse, da sich die Vor­aussetzungen auch durch die Einberufung der Brüsseler Konferenz nicht geänderz hätten.

In der Erläuterung des Außenministers heißt es mit Bezug auf den Neunervertrag:

Die Lage im Fernen Osten habe sich in den letzten 15 Jahren so grundlegend geändert, daß die Bestimmungen aus dem Neunmächte­vertrag heute nicht mehr anwendbar seien. Weiter betont Japan, daß die veränderte Lage

heute auch eine kollektine Losung nicht mehr zulasse, sondern daß eine nor­male Lage vielmehr nur durch direkte Verhand­lungen zwischen Japan und China wiederherge­stellt werden könnte.

Die Note schließt mit der Feststellung, daß durch die Ueberhandnahme des Einflusses der Ko­mintern nicht nur in West= und Nordwestchina, sondern selbst in Nankina eine völlige Verschiebung der zur Zeit des Abschlusses des Neunmächtevertrages herrschenden Lage im Fer­nen Osten herbeigeführt worden sei, eine Tatsache, die von den Signatarmächten überhaupt nicht be­rücksichtigt wurde.

Japans Vorgehen sei gegen diese Verschiebung der Lage gerichtet und bedeute deshalb den Kampf zur Ueberwindung der Komintern, die den Frie­den im Fernen Osten bedrohe.

Interesse für geraten, mit Franco offizielle Be­ziehungen aufzunehmen. Grund ist das Eisenerz=, Kupfer= und Bleierzgeschäft. Wie weit bei der französischen Regierung Neigung besteht, diesem englischen Schritt zu folgen, ist im Augen­blick noch nicht deutlich erkennbar. Aber wenn der Brite sich in das Geschäft einschaltet, dann wird der Franzose nicht lange mehr abseits stehen.

*

Was das Hauptthema der Brüsseler Konferenz anbelangt, so ist man in einiger Verlegenheit. Man kann zwar am runden Tisch darüber spre­chen, man kann seiner Lösung aber so lange nicht näher kommen, wie nicht auch Japan an diesem Tisch sitzt, und deshalb hatte man der japanischen Regierung erneut ein Memorandum übermittelt, in dem man ihr nahelegte, zu erwägen, ob sie nicht eine Delegation ernennen könnte, die mit einem von der Brüsseler Konferenz einzusetzen­den beschränkten Ausschuß in einen Meinungs­austausch über die strittigen Punkte eintreten sollte. Das war als Entgegenkommen gegen die japanische Haltung gedacht, die ja beispielsweise die Zuziehung Sowjetrußlands zu der Brüsseler Konferenz als durchaus unmotiviert empfindet. Angesichts der Wendung, die die mili­tärischen Ereignisse in China genommen haben, hat Japan aber auch diese neue Anregung ab­gelehnt. Tokio hat bestimmt keinen Grund zur Eile.

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Der französische Außenminister Delbos hat inzwischen Brüssel verlassen und rüstet sich be­reits zu seiner großen Besuchsreise, die ihn im Dezember nach Warschan, Prag, Bukarest und Belgrad führen soll. Delbos hat den Wunsch, die Fäden zu den östlichen Ver­bündeten Frankreichs, die zum Teil wieder etwas schlaff werden, erneut anzuspannen. Gerade gegenüber den Entwicklungen, die sich in letzter Zeit im Rahmen der großen Politik vollzogen und die zu neuen Mächtekonstellationen führ­ten, empfindet man es in Paris wohl als dringlich, die alten Verbindungen zu aktivieren. Dabei ist es interessant, daß eine von den Kom­munisten in der französischen Voltsfront gefor­derte Ausdebnung der Delbos=Reise nach Moskau, die in einer formellen Ein­ladung durch Litwinow ihren Ausdruck fand, von Delbos abgelehnt wurde. Man soll gewiß daraus nicht allzu weitgehende Schlüsse auf die in Paris obwaltende Auffassung vom Werte des Sowjetpaktes ziehen. Aber es ist unbestreitbar, daß Delbos das Bestreben hat, sich von der Sow­jetdiplomatie etwas unabhängiger zu machen, als das bei seinen Vorgängern zeitweilig der Fall war. Litwinow=Finkelstein, der sich in Brüssel sehr