Dolks-Zeitung
Bochumer Volkszeitung
BeugSpreis: monatlich RM 8,15 oder haldmonatlia R 1,08 einschl Botenlobn- Unzeigenprelle: samtauflage 6 Big. Ausgabe A 6 G'g., Ausgabe B 2% Pig AusgabeC 8 Pig. Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pg Ausgaben B und C 26 Pig 1e mm- Cnitig: Preistine
Westfälische Volks-Seitung
erbunden mu den Bezirksausaaben B und C für Esten=Steele=Pattingen und Wattenscheid Geschättsstelle u. Schrittleitung Bochum. Rühlenstr. 12-14/ Fernruf 64746-64748
Bochumer Stadtanzeiger
Geschäftsstellen: Bochum, Mühlenstratze 12—10, Hernruf 647 44 Postscheckkonto Dortm. 6146; Hattingen, Giktor=Lutze=Ste. 12, Fernruf 2090, Postscheckkonto Essen 1950; Essen=Steele, Westalenstr. 304, Fernr. 582 30, Postscheckkonto Dortmund 193 86: Wattenscheid. Freiheltstr. 18, Fernr. 1810, Postscheckk Dortm 30430 Druck und Verlag: Schürmann& Klagges Bochum
Nr
267
Zamstag— Zonntag, den 13. u. 11. November(Kath. Stanislaus K., 26 n. Pf., Evg. Briccius, 25. u. Trinit.)
9337
Die englische Regierung bestätigt:
Lord Halifax kommt nach Dentschland
Zum Besuch der Internationalen Jagdausstellung— Empfang beim Führer und Reichskanzler
MB London, 13. Nov.(Drahtb.) Auf eine Anstage im Unterhaus wurde gestern von seiten der Regierung zu dem Reiseplan von Lord Halifar folgende Erklärung abgegeben:
Lord Halisar hat, wie er bereits selbst erwähnt hat, vor kurzem eine Einladung zu einem Besuch der Berliner Jagdausstellung erhatten. Lord Halifar hat diese Einladung angenommen und
wird sich Mitte nächster Woche nach Berlin begeben.
Wenn sein Besuch auch völlig privnter und Natur ist, so hat in Beantwor= tung einer entsprechenden Anfrage der Führer und Reichskanzler erklärt, daß er sich freuen würde, den Ptäsidenten des Staatsrates während dessen Aufenthalts in Deutschland zu sehen. Lord Halifar wird dieler Aufforderung entsprechen
Wenn Lord Halifar bei seinem Besuch der lagdausstellung Gelegenheit gegeben wird, den Führer und Reichskanzler aufzusuchen, so wird dies in Deutschland lebhaft begrüßt werden. (Gehört es doch zu den Grundlätzen der deutschen Anhennolitik. Gelegenheiten wahrzunehnen. die sich mit verständigungsbereiten Kräften in Eurona zum Gedankenaustausch bieten, um an der Aufgabe der Erhaltung und Vertiefung des Friedens zu arbeiten. Diese Auffassung kam in letzter Zeit er
neut mit aller Deutlichkeit in den Erklärungen der drei Mächte aus Anlaß der Unterzeichnung des Antikomintern-Abkommens zum Ausdruck.
So wird man hoffen dürfen, daß der Beluch dieses englischen Kabinettsmitgliedes, der der deutschen Oeffentlichkeit kein Unbekannter ist, in diesem Sinne einen wertvollen Beitrag bilden wird
Die offizielle Ankündigung der Deutschlandreise von Lord Halisax wird von der gelamten Londoner Abendpresse lehr freundlich aufgenommen und umfangreich kommentiert, wobei die Zulammenkunft mit dem Führer Ausgangspunkt der Betrachtungen ist.
So schreibt„Evening Standard“. Lord Galisar werde sich in Berlin sicherlich ein Bild von der Einstellung des Führers in der Finge der deutsch-englischen Beziehungen machen können. Diese Beziehungen leien für alle Engländer von größtem Interesse und der Kernpunkt der europäischen Probleme.
Die englische Oefsentlichkeit würde eine schnelle Klärung dieser Beziehungen warm begrüßen und es bestehe Grund zu der Annahme, daß die britische Regierung diele Ansicht teile.
bokschafterbesuche in Kom und Londen
Fühlungnahme wieder aufgenommen
„bedeuksamer Stimmungsumschwung in der britischen öffentlichkeit?"
DMB London, 12. Nov.(Drahtb.) Die römischen Korrespondenten der Londoner Blätter berichten allgemein über den Besuch, den der britische Botschafter in Rom Außenminister Ciano am Honnerstag abgestattet hat. Die Blätter sind sich in ihren Berichten darüber einig, daß das Gespräch sich um die Einleitung von Verhandlungen über eine englisch-italienische Annäherung gedreht haben dürfte
Der römische Korrespondent der„Times schreibt dazu, daß nach Ansicht italienischer Beobachter die Atmosphäre für eine Wiederaufnahme der englisch-imlienischen Gespräche sich gebessert habe. Lie Londoner Korrespondenten der italienischen Zeiningen hingegen messen der Aussprache zwischen dem talienischen Botschafter in London und Staatslekretär Vansittart große Bedeutuna bei. Ihre Berichte sprechen von einem bedeutsamen Stimmungsumschwung eines großen Leiles der britischen Oefsentlichkeit gegenüber Deutschland und Italien
und glaubten an die Möglichkeit einer Neuorientietung der britischen Politik.
Der diplomatische Korrespondent der„Daily Mail“ hält es für möglich, daß Chamberlain aufgrund der Unterredung zwischen Graf Ciano und dem englischen Botschafter in Rom ein perönliches Schreiben an Mussolini über die europäischen Probleme und die englisch-italienischen Beziehuinegn richten könnte.
Die Wiederaufnahme der englisch-italienischen Fühlungnahme wird von der Pariser Presse aufmerklam verfolgt.„Italien ergreift die Initiative zu Verhandlungen mit England", so hennzeichnet das verit Journa!“ die Besprechungen des Grafen Csano mit dem englischen Botschafter in Rom, Lord Perth. London luche die Liquidierung der Angelegenheit, die Verringerung der italie
nischen Marine in Libyen und die Aufrechterhaltung des Status quo im Mittelmeer zu erreichen. Rom dagegen wünsche die Anerhennung seines Imperiums und die Beendigung jeglicher Unterstützung der Politik Moskaus durch England.
Der„garo“ unterstreicht die Tatlache, daß die Besprechngen im Palazzo Cingi zwischen GGraf
Cinno und Lord Perth
der Unterredung gefolgt seien, die der italienische Botschafter in London Grandi mit Bansittart hatte.
Man verberge in London nicht mehr, daß der Weg zu Verhandlungen offen sei.
England und Deutschland wurden immer enge Nachbarn bleiben. Der vernünftige Menchenverstand sage, daß sie, wenn moglich, freund
schaftliche Nachbarn lein sollten. Beständige Beziehungen zwischen Deutschland und England würden ein Segen für die Engländer, die Deutschen und für ganz Eurova sein. Wenn man durch die Reise von Lord Galifat einer Verständigung nähergebracht werden würde, so würde das in Wahrheit ein erfreuliches und belebendes Geschenk für eine beunruhigte Welt sein.
„Evening News“ weist in einem Leitartikel auf den Wert eines persönlichen Kontaktes zwischen den Staatsmännern hin. Einen Mann kennen und achten, heiße, auf dem halben Wege zum Verstehen seines Standpunktes sein, selbst wenn man ihn niemals teilen sollte. Ohne das könne es keine wirkliche Staatsmannskunst und haum Frieden in der Welt geben.
Der Arbeitseinsatz im Oktober
Um 575 000 unter dem Stand des Vorjahres,
Berlin, 12. Nov.(Drahtb.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt mit:
Die deutsche Volkswirtschaft pflegt im Oktober im Zeichen des Ueberganges von der Sommerarbeit zur Winterbeschäftigung zu stehen. Die hierbei auftretenden Beschäftigungsschwankungen sind daher gerade für diesen Monat charakteristisch. Hinzu kommen Rückwirkungen aus den Entlassungsterminen des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht. Wenn gleichwohl die Zahl der Arbeitslosen im Monat Oktober nur um 33000 gestiegen ist, so prägt sich darin einmal die außerardentlich milde Witterung aus. Zum anderen läßt dieser geringe Anstieg der Arbeitslosenzahl den Schluß zu, daß es den Arbeitsämtern bereits im Oktober weitgehend gelungen ist, die aus der Wehrmacht Ausgeschiedenen planmäßig wieder in Arbeit zu bringen.
Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende
Oktober 1937 rund 502000. Sie lag damit umrd. 575000 unter dem Stand von Ende Oktober 1936. Von der Gesamtzahl waren rund 160 000 oder fast ein Drittel nicht voll einsatzfahig, rund 255 000 voll einsatzfähig, aber nicht ausgleichsfähig, während rund 87 000 volleinsatzfähige Kräfte auch für den Ausleich zur Verfügung standen. Von den nicht mehr voll einsatzfähigen Arbeitslosen entfielen rund 80 000, also die Hälfte, allein auf die Berufsgruppe „ungelernte Arbeiter“.
den einzelnen Berufsgruppen hat der Arbeitseinsatz im Oktober im Einklang mit der allgemeinen Entwicklung keine größeren Veränderungen erfahren.
blick in die Welt
Brüssel kommt nicht vom Fleck!
Polilische Um- und Ausschau am Wochenend
Die Brüsseler monferenz hat sich, wie zu erwarten war, bisher auf die Beilegung des chinesisch=japanischen Konfliktes nicht ausgewirkt. Dagegen hat sie den dort vertretenen Staatsmännern Gelegenheit zu politischen Gesprächen über die Dinge gegeben, die ihnen im Grunde noch näher liegen als Schanghai und die Mongolei. England ist im Begriff, seinen Spanienkurs um einige Grade in Richtung auf Salamanca zu umzusteuern, und Eden hat sich in Brüssel eifrig bemüht, seinen französischen Kollegen Delbos dazu zu bewegen, das Ruder ebenfalls entsprechend umzulegen. Vorläufig sieht es nicht so aus, als sei ihm das gelungen, denn die französische Regierung hat infolge ihrer Zusammensetzung innere Hemmungen gegen eine Politik, die die solange begönnerten Roten in Valencia=Barcelona ziemlich offensichtlich preisgeben würde. Groß=Britannien hat jedenfalls zunächst einmal sogenannte Aaenten in das von General Franco beherrschte spanische Gebiet entsendet. Eden hat zwar im Unterhaus erklärt, das seien keine regulären Konsularbeamten und das bedeute auch nicht die diplomatische Anerkennung des nationalen Spanien, aber man sieht ja nur allzu deutlich, daß hier eine ausgefallene Form für eine Sache gewählt wurde, der man sich eines Tages nicht wird entziehen können. England bält es schon heute in seinem eigenen
Japan sagt abermals ab!
Einladung nach Brüssel abgelehnt!
„Neunmächtevertrag nicht mehr anwendbar!“
DNB. Tokio, 12. Nov.(Ostasiendienst des DNB.) Das japanische Kabinett beschloß die Ablebnung der zweiten Einladung zur Brüsseler Konferenz. Außenminister Hirota überreichte im Auftrage des Kaisers dem belgi schen Botschafter in Tokio die Antwortnote, in der erklärt wird, daß Japan die Einladung ablehnen müsse, da sich die Voraussetzungen auch durch die Einberufung der Brüsseler Konferenz nicht geänderz hätten.
In der Erläuterung des Außenministers heißt es mit Bezug auf den Neunervertrag:
Die Lage im Fernen Osten habe sich in den letzten 15 Jahren so grundlegend geändert, daß die Bestimmungen aus dem Neunmächtevertrag heute nicht mehr anwendbar seien. Weiter betont Japan, daß die veränderte Lage
heute auch eine kollektine Losung nicht mehr zulasse, sondern daß eine normale Lage vielmehr nur durch direkte Verhandlungen zwischen Japan und China wiederhergestellt werden könnte.
Die Note schließt mit der Feststellung, daß durch die Ueberhandnahme des Einflusses der Komintern nicht nur in West= und Nordwestchina, sondern selbst in Nankina eine völlige Verschiebung der zur Zeit des Abschlusses des Neunmächtevertrages herrschenden Lage im Fernen Osten herbeigeführt worden sei, eine Tatsache, die von den Signatarmächten überhaupt nicht berücksichtigt wurde.
Japans Vorgehen sei gegen diese Verschiebung der Lage gerichtet und bedeute deshalb den Kampf zur Ueberwindung der Komintern, die den Frieden im Fernen Osten bedrohe.
Interesse für geraten, mit Franco offizielle Beziehungen aufzunehmen. Grund ist das Eisenerz=, Kupfer= und Bleierzgeschäft. Wie weit bei der französischen Regierung Neigung besteht, diesem englischen Schritt zu folgen, ist im Augenblick noch nicht deutlich erkennbar. Aber wenn der Brite sich in das Geschäft einschaltet, dann wird der Franzose nicht lange mehr abseits stehen.
*
Was das Hauptthema der Brüsseler Konferenz anbelangt, so ist man in einiger Verlegenheit. Man kann zwar am runden Tisch darüber sprechen, man kann seiner Lösung aber so lange nicht näher kommen, wie nicht auch Japan an diesem Tisch sitzt, und deshalb hatte man der japanischen Regierung erneut ein Memorandum übermittelt, in dem man ihr nahelegte, zu erwägen, ob sie nicht eine Delegation ernennen könnte, die mit einem von der Brüsseler Konferenz einzusetzenden beschränkten Ausschuß in einen Meinungsaustausch über die strittigen Punkte eintreten sollte. Das war als Entgegenkommen gegen die japanische Haltung gedacht, die ja beispielsweise die Zuziehung Sowjetrußlands zu der Brüsseler Konferenz als durchaus unmotiviert empfindet. Angesichts der Wendung, die die militärischen Ereignisse in China genommen haben, hat Japan aber auch diese neue Anregung abgelehnt. Tokio hat bestimmt keinen Grund zur Eile.
*
Der französische Außenminister Delbos hat inzwischen Brüssel verlassen und rüstet sich bereits zu seiner großen Besuchsreise, die ihn im Dezember nach Warschan, Prag, Bukarest und Belgrad führen soll. Delbos hat den Wunsch, die Fäden zu den östlichen Verbündeten Frankreichs, die zum Teil wieder etwas schlaff werden, erneut anzuspannen. Gerade gegenüber den Entwicklungen, die sich in letzter Zeit im Rahmen der großen Politik vollzogen und die zu neuen Mächtekonstellationen führten, empfindet man es in Paris wohl als dringlich, die alten Verbindungen zu aktivieren. Dabei ist es interessant, daß eine von den Kommunisten in der französischen Voltsfront geforderte Ausdebnung der Delbos=Reise nach Moskau, die in einer formellen Einladung durch Litwinow ihren Ausdruck fand, von Delbos abgelehnt wurde. Man soll gewiß daraus nicht allzu weitgehende Schlüsse auf die in Paris obwaltende Auffassung vom Werte des Sowjetpaktes ziehen. Aber es ist unbestreitbar, daß Delbos das Bestreben hat, sich von der Sowjetdiplomatie etwas unabhängiger zu machen, als das bei seinen Vorgängern zeitweilig der Fall war. Litwinow=Finkelstein, der sich in Brüssel sehr