Dolks-Zeitung Bochumer Volkszeitung BeugSpreis: monatlich RM 8,15 oder haldmonatlia R 1,08 einschl Botenlobn- Unzeigenprelle: samtauflage 6 Big. Ausgabe A 6 G'g., Ausgabe B 2% Pig AusgabeC 8 Pig. Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pg Ausgaben B und C 26 Pig 1e mm- Cnitig: Preistine Westfälische Volks-Seitung erbunden mu den Bezirksausaaben B und C für Esten=Steele=Pattingen und Wattenscheid Geschättsstelle u. Schrittleitung Bochum. Rühlenstr. 12-14/ Fernruf 64746-64748 Bochumer Stadtanzeiger Geschäftsstellen: Bochum, Mühlenstratze 12—10, Hernruf 647 44 Postscheckkonto Dortm. 6146; Hattingen, Giktor=Lutze=Ste. 12, Fernruf 2090, Postscheckkonto Essen 1950; Essen=Steele, Westalenstr. 304, Fernr. 582 30, Postscheckkonto Dortmund 193 86: Wattenscheid. Freiheltstr. 18, Fernr. 1810, Postscheckk Dortm 30430 Druck und Verlag: Schürmann& Klagges Bochum Nr 267 Zamstag— Zonntag, den 13. u. 11. November(Kath. Stanislaus K., 26 n. Pf., Evg. Briccius, 25. u. Trinit.) 9337 Die englische Regierung bestätigt: Lord Halifax kommt nach Dentschland Zum Besuch der Internationalen Jagdausstellung— Empfang beim Führer und Reichskanzler MB London, 13. Nov.(Drahtb.) Auf eine Anstage im Unterhaus wurde gestern von seiten der Regierung zu dem Reiseplan von Lord Halifar folgende Erklärung abgegeben: Lord Halisar hat, wie er bereits selbst erwähnt hat, vor kurzem eine Einladung zu einem Besuch der Berliner Jagdausstellung erhatten. Lord Halifar hat diese Einladung angenommen und wird sich Mitte nächster Woche nach Berlin begeben. Wenn sein Besuch auch völlig privnter und Natur ist, so hat in Beantwor= tung einer entsprechenden Anfrage der Führer und Reichskanzler erklärt, daß er sich freuen würde, den Ptäsidenten des Staatsrates während dessen Aufenthalts in Deutschland zu sehen. Lord Halifar wird dieler Aufforderung entsprechen Wenn Lord Halifar bei seinem Besuch der lagdausstellung Gelegenheit gegeben wird, den Führer und Reichskanzler aufzusuchen, so wird dies in Deutschland lebhaft begrüßt werden. (Gehört es doch zu den Grundlätzen der deutschen Anhennolitik. Gelegenheiten wahrzunehnen. die sich mit verständigungsbereiten Kräften in Eurona zum Gedankenaustausch bieten, um an der Aufgabe der Erhaltung und Vertiefung des Friedens zu arbeiten. Diese Auffassung kam in letzter Zeit erneut mit aller Deutlichkeit in den Erklärungen der drei Mächte aus Anlaß der Unterzeichnung des Antikomintern-Abkommens zum Ausdruck. So wird man hoffen dürfen, daß der Beluch dieses englischen Kabinettsmitgliedes, der der deutschen Oeffentlichkeit kein Unbekannter ist, in diesem Sinne einen wertvollen Beitrag bilden wird Die offizielle Ankündigung der Deutschlandreise von Lord Halisax wird von der gelamten Londoner Abendpresse lehr freundlich aufgenommen und umfangreich kommentiert, wobei die Zulammenkunft mit dem Führer Ausgangspunkt der Betrachtungen ist. So schreibt„Evening Standard“. Lord Galisar werde sich in Berlin sicherlich ein Bild von der Einstellung des Führers in der Finge der deutsch-englischen Beziehungen machen können. Diese Beziehungen leien für alle Engländer von größtem Interesse und der Kernpunkt der europäischen Probleme. Die englische Oefsentlichkeit würde eine schnelle Klärung dieser Beziehungen warm begrüßen und es bestehe Grund zu der Annahme, daß die britische Regierung diele Ansicht teile. bokschafterbesuche in Kom und Londen Fühlungnahme wieder aufgenommen „bedeuksamer Stimmungsumschwung in der britischen öffentlichkeit?" DMB London, 12. Nov.(Drahtb.) Die römischen Korrespondenten der Londoner Blätter berichten allgemein über den Besuch, den der britische Botschafter in Rom Außenminister Ciano am Honnerstag abgestattet hat. Die Blätter sind sich in ihren Berichten darüber einig, daß das Gespräch sich um die Einleitung von Verhandlungen über eine englisch-italienische Annäherung gedreht haben dürfte Der römische Korrespondent der„Times schreibt dazu, daß nach Ansicht italienischer Beobachter die Atmosphäre für eine Wiederaufnahme der englisch-imlienischen Gespräche sich gebessert habe. Lie Londoner Korrespondenten der italienischen Zeiningen hingegen messen der Aussprache zwischen dem talienischen Botschafter in London und Staatslekretär Vansittart große Bedeutuna bei. Ihre Berichte sprechen von einem bedeutsamen Stimmungsumschwung eines großen Leiles der britischen Oefsentlichkeit gegenüber Deutschland und Italien und glaubten an die Möglichkeit einer Neuorientietung der britischen Politik. Der diplomatische Korrespondent der„Daily Mail“ hält es für möglich, daß Chamberlain aufgrund der Unterredung zwischen Graf Ciano und dem englischen Botschafter in Rom ein perönliches Schreiben an Mussolini über die europäischen Probleme und die englisch-italienischen Beziehuinegn richten könnte. Die Wiederaufnahme der englisch-italienischen Fühlungnahme wird von der Pariser Presse aufmerklam verfolgt.„Italien ergreift die Initiative zu Verhandlungen mit England", so hennzeichnet das verit Journa!“ die Besprechungen des Grafen Csano mit dem englischen Botschafter in Rom, Lord Perth. London luche die Liquidierung der Angelegenheit, die Verringerung der italienischen Marine in Libyen und die Aufrechterhaltung des Status quo im Mittelmeer zu erreichen. Rom dagegen wünsche die Anerhennung seines Imperiums und die Beendigung jeglicher Unterstützung der Politik Moskaus durch England. Der„garo“ unterstreicht die Tatlache, daß die Besprechngen im Palazzo Cingi zwischen GGraf Cinno und Lord Perth der Unterredung gefolgt seien, die der italienische Botschafter in London Grandi mit Bansittart hatte. Man verberge in London nicht mehr, daß der Weg zu Verhandlungen offen sei. England und Deutschland wurden immer enge Nachbarn bleiben. Der vernünftige Menchenverstand sage, daß sie, wenn moglich, freundschaftliche Nachbarn lein sollten. Beständige Beziehungen zwischen Deutschland und England würden ein Segen für die Engländer, die Deutschen und für ganz Eurova sein. Wenn man durch die Reise von Lord Galifat einer Verständigung nähergebracht werden würde, so würde das in Wahrheit ein erfreuliches und belebendes Geschenk für eine beunruhigte Welt sein. „Evening News“ weist in einem Leitartikel auf den Wert eines persönlichen Kontaktes zwischen den Staatsmännern hin. Einen Mann kennen und achten, heiße, auf dem halben Wege zum Verstehen seines Standpunktes sein, selbst wenn man ihn niemals teilen sollte. Ohne das könne es keine wirkliche Staatsmannskunst und haum Frieden in der Welt geben. Der Arbeitseinsatz im Oktober Um 575 000 unter dem Stand des Vorjahres, Berlin, 12. Nov.(Drahtb.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt mit: Die deutsche Volkswirtschaft pflegt im Oktober im Zeichen des Ueberganges von der Sommerarbeit zur Winterbeschäftigung zu stehen. Die hierbei auftretenden Beschäftigungsschwankungen sind daher gerade für diesen Monat charakteristisch. Hinzu kommen Rückwirkungen aus den Entlassungsterminen des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht. Wenn gleichwohl die Zahl der Arbeitslosen im Monat Oktober nur um 33000 gestiegen ist, so prägt sich darin einmal die außerardentlich milde Witterung aus. Zum anderen läßt dieser geringe Anstieg der Arbeitslosenzahl den Schluß zu, daß es den Arbeitsämtern bereits im Oktober weitgehend gelungen ist, die aus der Wehrmacht Ausgeschiedenen planmäßig wieder in Arbeit zu bringen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende Oktober 1937 rund 502000. Sie lag damit umrd. 575000 unter dem Stand von Ende Oktober 1936. Von der Gesamtzahl waren rund 160 000 oder fast ein Drittel nicht voll einsatzfahig, rund 255 000 voll einsatzfähig, aber nicht ausgleichsfähig, während rund 87 000 volleinsatzfähige Kräfte auch für den Ausleich zur Verfügung standen. Von den nicht mehr voll einsatzfähigen Arbeitslosen entfielen rund 80 000, also die Hälfte, allein auf die Berufsgruppe „ungelernte Arbeiter“. den einzelnen Berufsgruppen hat der Arbeitseinsatz im Oktober im Einklang mit der allgemeinen Entwicklung keine größeren Veränderungen erfahren. blick in die Welt Brüssel kommt nicht vom Fleck! Polilische Um- und Ausschau am Wochenend Die Brüsseler monferenz hat sich, wie zu erwarten war, bisher auf die Beilegung des chinesisch=japanischen Konfliktes nicht ausgewirkt. Dagegen hat sie den dort vertretenen Staatsmännern Gelegenheit zu politischen Gesprächen über die Dinge gegeben, die ihnen im Grunde noch näher liegen als Schanghai und die Mongolei. England ist im Begriff, seinen Spanienkurs um einige Grade in Richtung auf Salamanca zu umzusteuern, und Eden hat sich in Brüssel eifrig bemüht, seinen französischen Kollegen Delbos dazu zu bewegen, das Ruder ebenfalls entsprechend umzulegen. Vorläufig sieht es nicht so aus, als sei ihm das gelungen, denn die französische Regierung hat infolge ihrer Zusammensetzung innere Hemmungen gegen eine Politik, die die solange begönnerten Roten in Valencia=Barcelona ziemlich offensichtlich preisgeben würde. Groß=Britannien hat jedenfalls zunächst einmal sogenannte Aaenten in das von General Franco beherrschte spanische Gebiet entsendet. Eden hat zwar im Unterhaus erklärt, das seien keine regulären Konsularbeamten und das bedeute auch nicht die diplomatische Anerkennung des nationalen Spanien, aber man sieht ja nur allzu deutlich, daß hier eine ausgefallene Form für eine Sache gewählt wurde, der man sich eines Tages nicht wird entziehen können. England bält es schon heute in seinem eigenen Japan sagt abermals ab! Einladung nach Brüssel abgelehnt! „Neunmächtevertrag nicht mehr anwendbar!“ DNB. Tokio, 12. Nov.(Ostasiendienst des DNB.) Das japanische Kabinett beschloß die Ablebnung der zweiten Einladung zur Brüsseler Konferenz. Außenminister Hirota überreichte im Auftrage des Kaisers dem belgi schen Botschafter in Tokio die Antwortnote, in der erklärt wird, daß Japan die Einladung ablehnen müsse, da sich die Voraussetzungen auch durch die Einberufung der Brüsseler Konferenz nicht geänderz hätten. In der Erläuterung des Außenministers heißt es mit Bezug auf den Neunervertrag: Die Lage im Fernen Osten habe sich in den letzten 15 Jahren so grundlegend geändert, daß die Bestimmungen aus dem Neunmächtevertrag heute nicht mehr anwendbar seien. Weiter betont Japan, daß die veränderte Lage heute auch eine kollektine Losung nicht mehr zulasse, sondern daß eine normale Lage vielmehr nur durch direkte Verhandlungen zwischen Japan und China wiederhergestellt werden könnte. Die Note schließt mit der Feststellung, daß durch die Ueberhandnahme des Einflusses der Komintern nicht nur in West= und Nordwestchina, sondern selbst in Nankina eine völlige Verschiebung der zur Zeit des Abschlusses des Neunmächtevertrages herrschenden Lage im Fernen Osten herbeigeführt worden sei, eine Tatsache, die von den Signatarmächten überhaupt nicht berücksichtigt wurde. Japans Vorgehen sei gegen diese Verschiebung der Lage gerichtet und bedeute deshalb den Kampf zur Ueberwindung der Komintern, die den Frieden im Fernen Osten bedrohe. Interesse für geraten, mit Franco offizielle Beziehungen aufzunehmen. Grund ist das Eisenerz=, Kupfer= und Bleierzgeschäft. Wie weit bei der französischen Regierung Neigung besteht, diesem englischen Schritt zu folgen, ist im Augenblick noch nicht deutlich erkennbar. Aber wenn der Brite sich in das Geschäft einschaltet, dann wird der Franzose nicht lange mehr abseits stehen. * Was das Hauptthema der Brüsseler Konferenz anbelangt, so ist man in einiger Verlegenheit. Man kann zwar am runden Tisch darüber sprechen, man kann seiner Lösung aber so lange nicht näher kommen, wie nicht auch Japan an diesem Tisch sitzt, und deshalb hatte man der japanischen Regierung erneut ein Memorandum übermittelt, in dem man ihr nahelegte, zu erwägen, ob sie nicht eine Delegation ernennen könnte, die mit einem von der Brüsseler Konferenz einzusetzenden beschränkten Ausschuß in einen Meinungsaustausch über die strittigen Punkte eintreten sollte. Das war als Entgegenkommen gegen die japanische Haltung gedacht, die ja beispielsweise die Zuziehung Sowjetrußlands zu der Brüsseler Konferenz als durchaus unmotiviert empfindet. Angesichts der Wendung, die die militärischen Ereignisse in China genommen haben, hat Japan aber auch diese neue Anregung abgelehnt. Tokio hat bestimmt keinen Grund zur Eile. * Der französische Außenminister Delbos hat inzwischen Brüssel verlassen und rüstet sich bereits zu seiner großen Besuchsreise, die ihn im Dezember nach Warschan, Prag, Bukarest und Belgrad führen soll. Delbos hat den Wunsch, die Fäden zu den östlichen Verbündeten Frankreichs, die zum Teil wieder etwas schlaff werden, erneut anzuspannen. Gerade gegenüber den Entwicklungen, die sich in letzter Zeit im Rahmen der großen Politik vollzogen und die zu neuen Mächtekonstellationen führten, empfindet man es in Paris wohl als dringlich, die alten Verbindungen zu aktivieren. Dabei ist es interessant, daß eine von den Kommunisten in der französischen Voltsfront geforderte Ausdebnung der Delbos=Reise nach Moskau, die in einer formellen Einladung durch Litwinow ihren Ausdruck fand, von Delbos abgelehnt wurde. Man soll gewiß daraus nicht allzu weitgehende Schlüsse auf die in Paris obwaltende Auffassung vom Werte des Sowjetpaktes ziehen. Aber es ist unbestreitbar, daß Delbos das Bestreben hat, sich von der Sowjetdiplomatie etwas unabhängiger zu machen, als das bei seinen Vorgängern zeitweilig der Fall war. Litwinow=Finkelstein, der sich in Brüssel sehr drücklich für einen Besuch des französischen Außenministers in Moskau einsetzte, hatte sich diese Reise als eine Demonstration gedacht. Er hatte nämlich gleichzeitig auch an Eden und an Norman Davis das Ersuchen gerichtet, England, Frankreich die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion sollten gemeinsam eine Erklärung abgeben, mit der sic gewissermaßen als Block der demokratischen Mächte, den Abschluß des deutsch=italienisch=jap:ischen Antikominternabkommens Jauern. Und in der Reise von Delbos nach Moskau sollte das dann vor der ganzen Welt sichtbaren Ausdruck finden und die Stellung der Sowjetunion stärken. Die Vertreter Englands und der Vereinigten Staaten baben LitwinowFinkelstein aber die kühle Schulter gezeigt und Delbos hat es daraufhin für geraten gehalten, auch der einlædenden Geste Moskaus gegenülber abzuwinken. Der Erfolg war. daß der Außenkommissar der Sowsetunion Brüssel verärgert und brüsk verließ. Man wird ihn dort kaum vermissen. * Wenn auch Delbos etwas eilig nach Paris zurückfuhr, so mag daran auch eine Aktion Flandins im Auswärtigen Ausschuß der Kammer mit schuld gewesen sein. Sie richtete sich gegen die sogenannten Propaaandafonds des Außenministeriums. Flandin erklärte, der müsse die Gewißheit haben, daß diese Kredite einzig und allein für den französischen Auslandspropagandadienst und nicht etwa zur Subventionierung gewisser Nachrichtenagenturen verwendet würden. Damit meinte er die Subventionierung der„Nachrichtenagentur Radio“ durch die Regierung Blum. der durch diesen Liebesdienst einigen seiner Parteikreunde einträgliche Verwaltungsratsposten beschaffte. Da seder von ihnen in der neuen Stellung fährlich 150 bis 200000 Franes bezieht, ist das für sie immerhin eine einträgliche Angelegenheit, deren Kosten der französische Staat zu tragen hat. Es hat also einen keinen Skandal im Auswärtigen gegeben und man kann sich denken daß Delbos den Wunsch hat zur Stelle zu sein, um weiteres Unheil zu verhüten. W. V. Einweihung der Erweiterungsbauten der Versuchs, und Forschngsanstalt für Milchwirtschaft durch Reichsminister Darree— Wissenschaftliche Arbeit im Dienste der dent schen Nahrungsfreiheit, DNB. Kiel, 12. Nov.(Drahtb.) In der schleswie 4.heinischen Gauhauptstadt Kiel, in einer der wichtigsten deutschen Milchwirtschafteprovinzen, wurden am Freitagmittag durch den Reichsund Preußischen Minister kür Ernährung und Landwirschaft, Reichsbauernführer Darree, die Erweiterungsbauten der Versuchs= u. Forschungsanstalz für Milchwirtschaft eröffnet. In dem festlich geschmückten neuen Hörsaal des Instituts begrükte nach einem Musikvortrag der Verwaltungsdirektor der Anstalt, Professor Dr. Bünger, die Ehrengäste: den Reichsobmann des Fnäbrstandes Behrens, den Gründer der ersten Anstal in Kiel, Professor Weigmann und ein= große Zahl von Vertretern des States, der Partei und der Wehrmacht, an ihrer Spitze den Oberpräsidenten der Provinz Schleswig=Hofstein, Gauleiter Staatsrat Lohse. Regierungsbau=Assessor Albrecht übergab mit einem Bericht über die baulichen Aufgaben die neuen Forschungsstätten an Reichsminister Darree und überreichte ihm zum Andenken an die Eröffnung ein Photoalbum mit Aufnahmen der neuen Forschungsstätten Professor Dr. Bünger ging dann noch ausführlich anf die Entwicklung der milchwirtschaftlichen Forschung und auf die Geschis der Kieler Institute ein und dankte dem Minister und allen Beteiligter inr die großzügige Bereitstellung aller für die Arbeit der Forscher notwendigen Lehrmittel und Gebär“Dann sprach Reichsminister Darree— Der Festakt schloß mit den Liedern der Nation. Ein Rundaang durch die acht Institute der vorbiltlichen Forschungsenstalt gak einen Einblick in die vielseitigen Arbeitsgebiete, die hier im Dienste der Nahrungs“ des deutschen Volkes wissenscheitlich erforscht und zum Nutzen des deutschen Bauerntums der Praris erschlossen werden. 90 Jahre Kheinischer Sängerbund in Newyork Ein Glückwunschschreiben Roosevelte DNB. Rewyørk, 12. Nov.(Funkspr.) Präsident Roosevelt übermittelte dem Rheinischen Fängerbund in Newyort zu seinem 90jährigen Inbiläum ein herzliches Glückwunschchreiben, in dem er u. a. erklärt, er beglückwünsche die Gesellschaft als eine Organisation,„die sich der Förderung jener Liebe zur Musik widmet, die solch erhebenden Einfluß auf das Leben aller Völker hat.“ Der Rheinische Sängerbund ist neben dem Newyorker Liederkranz der älteste deutsche Gesangverein Newporks. Der katholische Jungmännerverband der Diözese Trier aufgelöst D7. Trier, 12. Non.(Drabth.) Die Staatsvolisei Trier teilt mit: Aufgrund des 8 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Sene von Volk und Staat vom 28 Feßengr 1033 ist mit lofortiger Wirkung der katholische Jungmännerverband der gesamten Diözese Trier einschließlich seiner Unter= und Nebengliederungen, insbesondere der Pfadfinderschaft St. Georg, der Jungscharen, der Sturmscharen, der Pfarriugend sowie der sogenannten Kernscharen. Singscharen, Frohscharen, der marianischen Jünglingskongregation und der Meßdiener=Oraanisation aufgelöst worden. Iche Tätigkeit, die den Versuch der Fortführung der im katholischen Junamännerverband der Piösese Trier zusammengeschlossenen Vereine oder den Versuch einer Neugründung mit gleichem oder ähnlichem Ziel darstellt, ist untersagt. Der GPU.-Skandal in Paris Spitzelorganisation festgestellt! Der„Matin“ fordert schnelles Zupacken der Justiz DNB. Paris, 12. Nov.(Drahtb.) Die im Zusammenhana mit der Aufdeckung der von dem amtlichen Einfluß eines Mitarbeiters des früheren russischen Ministerpräsidenten und Herausgeber der russischen Emigrantenzeitung„Das neue Rußland“, Kerenski, abzweigenden geheimen Abwehrleitung geführte Untersuchung läßt schon heute den sicheren Schluß zu, daß man es mit der großen Spionageorganisation der GPII. in Frankreich zu tun hat. Es ist weiter anzunehmen, daß der flüchtige Jude Steinberg der Leiter dieser bolschewistischen Terrororganisation ist. Einmal mehr, so schreibt der„Matin", sei man auf der Spur der unduldsamen Tätigkeit bolschewistischer Agenten auf französischem Boden, dier hier ihren Intrigen und Verschwörungen mit wachsender Frechheit nachgehen. Die französische Justiz musse schnell handeln und zupacen, um das französische Gebiet von diesem Abschaum zu reinigen. Oberbolschewist Companys in Paris DNB. Paris, 12. Non.(Drahtber.) Die Gerüchte von der Flacht des katalanilchen Oberbolschewiiten Convanvs Finden durch eine Havasmeldung ihre Bestätigung. Danach ist dieser üble Rädelsführer der spanischen Moskauknechte, der sich„Präsident der katalanischen Generalidad“ titulieren ließ. am Freitagmorgen in Paris olngetroffen. Der bunte Tag Lufthansa-Flugzeug verunglückt Zehn Personen ums Leben gekommen. DNB. Berlin. 13. Nov.(Draht ber.) Das planmäßige Lufthansa=Flugzeug der Strecke Berlin— Mannheim ist kurz vor de: Landung in Mannheim gestern abend gegen 17 Uhr infolge unfreiwilliger Bodenberührung verunglückt. Hierbei kamen die Fluggaste Stoltze. Wallenstedter, Steaen. Hermer. Bender, Ullmann, Kornbaum sowie da: Flugzeugführer Günher, der Funkermaschinist Thaler und der Monteue Wagner ums Leben. Die Fluggälte Duisberger und Egeli wurden verletzt und in das UniversitätsKrankenhaus Heidelberg eingeliesert. 10 Tole auf Mani.a 30 000 Menschen obdachloDNB. Newyork, 12. Nov.(Funkspr.) Wie aus Manila gemeldet wird, hat der Taifun, der am Donnerstag die Insel Luzon heimsuchte, ungeheure Verheerungen angerichtet. Bisher konnten auf der Insel Luzon 40 Tote festgestellt werden, während noch zahlreiche Personen vermißt werden. Der Taifun wütete sechs Stunden und richtete namentlich in der Provinz Bulacan großen Schaden an. Insgesamt wurden etwa 8000 Wohnhäuser, zahlreiche Schulen und Kirchen zerstört. Nund n0 000 Personen sind nach den letzten Meldungen ubdachlos geworben Die Bergwriskatastrophe in Japan Zahlreiche Gebäube verschüttet, 50 Arbeiterhäuser niedergebrannt DNB. Tokio, 12. Nov.(Ostasiendienst des DNB.) Nach den nunmehr im Innenministerium eingetroffenen Berichten über das gemelbete Berawerksunglück bei Cguschi in der Provinz Nagano wurden, abgesehen von den schweren Menschenovfern, deren Zahl immer noch nicht endgültig feststeht, ein Pulvermagazin, das Verwaltungsgebäude, 22 Arbeiterhäuser und die Polizeistation durch den Erdrutsch verschüttet. Durch auftretende Schwefelbrände sind ferner 50 Arbeiterhäuser abgebrannt. Die Ursache der Katastrophe ist noch unbekannt, jedoch wird eine Erplosion des Sprengstolflagers in der Gruhe vermutet. Ueberfall auf eine Greisin Die alte Frau vor Aufregung eestorben. RWD. Rheinhausen. 12. Nov.(Drahtb.) In den Abendstunden des Donnerstag wurde eine 75jährige Frau auf dem Brückenweg von einem Manne angefallen und zu Boden geworfen. Auf die Hilferufe der Frau eilten in der Nähe wohnende Leute binzu, die den Täter verfolgten, ihn aber nicht mehr erreichen konnten. Die Aufregung hatte die Frau derart geschwächt, daß sie nicht mehr gehen konnte und nach Hause gefahren werden mußte. wo sie bald starb. Der Mörder überführt Zur Mordlache Koehne. RWD. Dortmund. 13. Nov.(Drahtber.) Dem Dortmunder Mordkommissariat ist es gelungen, den 22mal vordestraften. 34 Jahre alten Berufsverbreche. Ernst Schmidt aus Dortmund der Bluttat an der Antonie Koehne zu überführen Schmidt war bereits in der Nacht zum 7. November festgenommen worden. Wenn er auch bisher kein Geständnis abgelegt bat, so muß er doch auf Grund des von der Mordkommission gesammelten Materials als überführt selten Nur noch zweimal am Tage Trinkwasser RWD. Hemer, 12. Nov.(Drahtb.) Die aus 20000 Einwohnern bestehende Stadt Hemer im Kreise Iserlohn ist von der allgemein im Sauerland herrschenden Wasserknappheit so stark betroffen, daß sie, laut polizeilicher Anordnurg, nur nach morgens und abende an die Bevölkerung Trinkwasser abgeben kann. Die Te#verren im Sauerland sind fast ausgetrocknet, die Brunnen versiegen, so daß in einzelnen Dörfern des Kreises Iserlohn das Wasser zum Teil von weither herangeholt werden muß, um für Menschen und Vieh das zum Leben notwendige Wasler zu F* Sen. Anhaltende Kälte in den bayerischen Bergen Auch in den Tälern zusammenhängende Schneelage DNB. München, 12. Nov.(Drahtb.) Die heutigen Morgenbeobachtungen des Reichswetterdienstes München bestätigen den Wintereinbruch in den bayerischen Bergen. Auf der Zugspitze wurden bei 16 Grad Kälte am Freitag früh 80 Zentimeter Neuschnee, auf dem Gipfel 1 Meter Neuschnee gemessen. Vor allem hat sich im ganzen Allgäu starker Schneefall eingestellt. Die Temperatur ging auf den Gefriervunkt zurück und nicht nur auf den Bergen, sondern auch im Tal bildete sich eine zusammenhängende Schneedecke. Vom Nebelhorn bei Oberstdorf werden 30 Zentimeter Neuschnee gemeldet. In den dortigen Tallagen beträgt die Schneehöhe aber ebenfalls 10 bis 20 Zentimeter. Auch in der Gegend von Füßen zeigte sich nach vielstündigem Schnesfall am Freitagmorgen die Landschaft im Winterkleid. Während auf den Bergen die Schneehöhe etwa 15 bis 20 Zentimeter Jean Paul, der Dichter, Deulsche und Denter Zum Todestag Jean Pauls(14. November) des lehrers aus Wunsiedel Von Hans Petersen Jean Pauls allzu lang verkannte, aber immer mehr zu Tage tretende Bedeutung liegt in der los= mischen Zusammensetzung seiner Personlichkeit und seines Werkes. In einer Zeit. die von polilischen Wirren zerrissen, die vom verkrampften Hader eines kleinlichen Bürgertums erniedrigt war, schuf der Hauslehrer Jean Paul Friedrich Richter Romane, Aphorismen, Reflektionen, philosophische Essays, Satiren— schuf er ein Werk, das ob seiner Vielfarbigkeit, ob der Freiheit, mit der alle Dinge des täglichen Lebens behandelt wurden, unmöglich Anklang finden konnte. wo durch die Klassik Formgesetze zum Surerlativ alles künstlerischen Schaffens wurden, wo in der Romantik reimgebundene Lyrik in höchster Blüte stand.— Und doch! Vielleicht ist dieser Jean Paul Richter der Mensch, in dem zu seiner Zeit der deutsche Geift seine universellste Personifigierung gefunden hat. Als Dichter ist er der erste, der nach Jahrhunderten der Verachtung mittelalterlichen Schaffens wieder in den Geist des deutschen Mittelalters zurücktaucht, der ganz gotischer Mensch ist. und der als gotischer Mensch verzweifelt nach der Form sucht, in der er sein Erleben, seine Welanschauung, die Musik seiner Seele, zum Ausdruck bringen kann. Eben diese Sehnsucht ließ ihn nach dem Roman greifen, für den seine Zeitgenossen aber nicht das richtige Verständnis hatten. Jedoch er war in seinem Roman nicht nur Dichter, dem seine Gestalten Phantasiegebilde sind, dem der Roman Bekenntnis seiner künstlerischen Auffassung ist. Jean Paul war mehr: für ihn waren die Romanfiguren Marionetten eines erkennenden Verstandes, genialer Ueberlegenheit, geborene Spielereien, Scherze, Plänkeleien mit den ernstesten Fragen des Daseins, des Lebens. Man konnte diesen Jean Paul nicht begreifen, man konnte höchstens bis zu seinem Humor vordringen und darüber lachen, daß dieser seltsame Dichter immer mit dem Ich seiner Pervönlichkeit in seinem Werk zum Vorschein kam. daß er mit sich selbst kokettierte. Aber die Tiefe seines Schaffens konnte man nicht erfassen, Und dann— die Zeit tiefster politischer Erniedrigung Deutschlands gebar ein geistaes Deutschland, dessen Hochstand von der ganzen Welt bewundert wurde. Aber, dieses geistige Deutschland vergaß seltsamer Weise, daß das deutsche Volk am Boden lag, daß es von der ganzen Welt getreten wurde. Es ver= gaß, dies seinen Mitbürgern immer wieder vor Augen zu rufen, es vergaß zu zeigen wie ein Weg aus diesem Elend möglich sein könnte. Wohl schwang man sich zu patriotischen Liedern auf. aber diese hatten oft nicht mehr Wert als die Tischreden der Bierbürger aus Ansbach oder sonst weher. Und die Größten, ein Goethe, ein Hölderlin, vergaßen ihr Deutschtum über dem Kosmopolitismus von Ideenkämpfen. von Weltanschauungsfragen. Und da ist ex nun wieder dieser Hauslehrer aus Wunstedel, dieser Jean Paul, in dessen Werken die deutsche Idee, der deutiche Funke, der deutsche Glaube und der Glaube ans Deutsche lebendig sind. Irgendwie begleitet er immer Napoleon auf seinen Schlachtfeldern, angsterfüllt um sein Deutschland und doch zukunfteweisend, daß eines Tages dieses Deutschland sich aufrecken werde, um den Napoleon zu zerschlagen. Und gleichzeitig erzählt er mit feiner Ironie oder bitterer Satire von den Paradestreitigkeiten und Manöverfeldzügen der kleinen Fürsten um so den tiefsten Kern von Deutschlands Schmach, seine Verrissenbeit aufzudecken. Sein Glaube an Deutschland gebt selbst noch über den Fichtes hinaus. der in der politischen Bekreiung Deutichlands das vorläufig Erreichbare einer vollhaft und geistig verbundenen Gemeinschaft erblickte. Jean Paul blickt weiter, er steht in die Zukunft, in der nicht mehr das Schwert der Deutschen erreichte, liegi die Schneedecke im Tal 5 Zenklmeter. Auch im Chiemgau ist Winterwetter mit zusammenbängender Schneelage eingetreten. Auch Schlesien meldet Schneefälle DAB. Breolau, 12. Nov.(Drahtber.) Wie der Reichswetterdienst. Ausgabeort Breslau. meldet. sind im Grenzgebiet der in der Höhe aus dem Mittelmeergebiet vordringenden subtropischen Warmluktmassen und der über Schlesien lagernden kalten Meeresluftmassen, besonders im östlichen Schlesien, teilweise sehr ergiebige Niederschläge aufgetreten. Sie fieken zum Teil als Schnee. Gleiwitz meldet Freitaa krüh eine Schneedecke von 5cm Beuthen eine solche van 2 cm. Auch in den Kammlagen des Gebirges hat sich vielfach eine leichte Schneedecke gebildet. So meldet die Heufuderbaude 5 cm Schnee. In den höheren Gehirgslagen ist in den nächsten Tagen mit einem weiteren Anwachlen der Schneedecke zu rechnen Kleine Tageschronik In Verbindung mit den niederlächsischen Landesleitungen der Reicheschrifttumskammer hat der Sängergau Niedersachsen im Deutschen Sängerbund einen Wottbewerb zur Erlangung von geeigneten Terten für Chorlieder ausgeschrieben. Er sucht Lieder für Niedersachien im allgemeinen. für den Barz die Heide. die Weser und die Nordsee. Für jedes der fünf Themen ist ein Preis von 100 Mark vorgeseben. * Um die Dichter und Schriftsteller stete in näherer Berührung mit den arbeitenden Menschen des Gaues zu halten. beabsichtigt die Deutsche Arbeitsfront des Gaues Magdeburg=Anbalt sie in die Schächte einfabren zu lassen und ihnen auch auf andere Weipse den Weg in die Betriebe zu öffnen. Sie sollen auf diese Weile Anregungen für ihr Schaffen erhalten. * Der Granitlegel des Schloßberges in Blossenbürg bei Neustadt W. H. ist jetzt unter Naturschun gestellt worden. Es handelt sich in erster Linie um den Steinwall an diesem Berg. der im 30jährigen Krieg eine bedeutende Rolle spielte. In London wurde der Grundstein gelegt zu dem„Westminster Kranlenhaus, das als erstes in England den Anforderungen der Gasund Bombensicherbeit entsprechen soll Ewird mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Mark in engsterZusammenarbeit mit der Luftschutzabteilung im Innenministerium errichtet werden * In seiner Heimatstadt Fratta Magaiore bei Neapel ist jetzt ein Deukmal für Francesco Durante enthüllt worden. Francesco Durante, der von 164 bie 1785 lobte, ist einer der bedeutendsten Meister der sogenannten Neapolitanischen Komponistenschule Kalt Wetterberich= der Reichswetterdienkstelle Mülheim vom 12, November Die Grotzwetterlage ist unverändert. Dat druckgebiet über dem Nordatlantik und die vom Nordmeer bis zum Mittelmeer reichende Tietruckrinne sind sehr beständig. Nordwestdeutschland bleibt weiterhin noch auf der Vorderseiw kes Hochs. wenn es infolge Zufuhr verschiedenartiger Luftmassen in höheren Breiten zur Bisdung Störungen kommt, die südwärts geben werden. Ta damit recht feuchte und kalte Luftmassen in unserc Breiten verfrachtet werden, ist auch mit Schneefall zu rechnen Varhersage für Sonnabend: Bei Winden aus Nordwest bis Nord vielfach trübe und wechseinde. meist stärkere Bewölkung, zeitweise Niederschläge. zum Teil schauerartig, die auch in der Ebene Schneesall bringen können. Kalt und Nachtfrostgefahr Vorhersage für Sonntag: Aus Nord bis Nordwest meist stärker bewölkt und vielfach trübe. Neigung zu Niederschlägen, Weiterbin kalt und Nachtfrostgefahr. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch keine Aenderung. allein entscheidet und Ordnung ins europäische Chabs bringt. Er sieht den Sieg des deutschen Geisteg in aller Welt. sieht ihn, trotz der Erkenntnis der deub schen Schwächen, die er niemals verheimlicht. Und ein Drittes, Großes ist an diesem Jean Paul Der Dichter und der Deutsche ist auch ein Denker, eis Pbilosorh mit allumfassendem Horizont. Er ist nicht an irgend eine philosophische Schule gefesselt. Er in darin Goethe derwandt. Und im Gewissen ist er ein Vorgänger Schopenhauers, nur, daß Schopenhauer ihm darin nicht folgen konnte, eine freie Form für seine Weltanschauung zu finden. Auch Schopenhauer blieb immer der Gebundene, der in Normen Eingezwängte. Jean Paul konnte und wollte nicht begreifen, daß erst eine Form sich eine Philosophie schafft. Seine Pilosophie schaffte sich eben ihre Form selbst. Und die war wechselnd wie ein Gefühl. die war hunt wie eine Phantasie Es ist ein Unglück, daß sein Rufen in jener Zeit nicht Gehör fand, seine Warnungen verhallten, er war eben der kleine Humorist, der fasrige Kopf. der phantastische Hauslehrer! Cauptichriftleites: Holepd S a01e1. Bochun Gtellvertreter des Hauptschriftlenvrs: 9 2r 60.11010. Sedun Berantwornich: 50r den polstiichen kutturpelntischen Unterbaltungeten.: Pocum: M. den laten Reil der Ausgabe Bochum 10t 8deater. Mustt Kuntt: Neier 891.. ocum 10 Umschau und Verbreitungsgebiet der Ausgabe Bochum: Geord MO.Im RrUJ., Nochum; für den lofalen Les der Aueaben Hatlingen und Esten Sierie: Tr. Josepd K10nler0. slen-Sieete: flle Spori. Dandel und den lokaten Waltenscheid: Ferdinand Julius Candeleld. zur den Bilderdienst die einzeinen Abienungelener den Angeigenten Nachum Sarl Cen.. Sochum: Mr den Anzeigentell Hattingen G Gieele: ERv Peces Hattingen den Mngeigenien Mauenschei: Hermann P010..war .... 9..... aan. und Truck: Schürmann& Rlagaes. Nochum.— 0=fl. 1 tellune Nocum 7000 Ausgabe N. Raifégeitung Me Gnnere Rube= Cieeler Zeilung über 9600, Ausgate d Waitenscheld über16 Samstag, den 16. November 1987. 1. Beilage der Volks-Zeitung Nr. 267— Seite 5 Bochumer Tageschronik Man merke Samstag, den 13. November Sonn naufgang 7,48, Sonnenuntergang 16,41 Uhr Mondaufgang 14.06. Monduntergang 120 Uhr 1301: Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen in Marburg geb.(gest. 1567). 82: Der Dichter Ludwig Ubland in Tübingen gest.(geb. 1787). 1828: Der italienische Tondichter Gioaechino Rossini in Ruelle bei Paris gest.(geb. 1792. 1918: Gründung des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, in Magdeburg. 1918: General von Lettow=Vorbeck, Kommandant in Ostafrika, muß unbesiegt die Waffen strecken. Sonntag, den 14. November Sonnenaufgang 7.49, Sonnenuntergang 16.39 Uhr Mondaufgang 14.26. Monduntergang 2,35 Uhr 1775: Der Kriminalist Anselm Ritter von Feuerbach in Hainichen bei Jena geb. gest. 1883). 1797: Der englische Geolog Sir Charles Leil in Kinnordy, Schottland, geb.(gest. 1875). 183: Der Schriftsteller Jean Paul(Friedrich Richter) in Bayreuth gest.(geb. 1763). 81: Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Berlin gest.(geb. 1770). 1818: Der Bildbauer Ludwig v. Schwanthaler in München gest.(geb. 1802). 1875: Der deutsch=schweizerische Schriftsteller kob Schaffner in Basel geb. Danzig wird Freistaat. W6: Deutschland kündigt die Versailler Bestimmungen über die deutschen Ströme Neue Nokstandsarbeiten In den nächsten Tagen wird mit der Umlegung der Straßenhanäle in der Friedgrasstraße zwischen Lothringer= und Schillstraße und in der Schillstraße zwischen Friedgmas= und Neuekampstraße begonnen. Zur Verlegung kommen in der Friedgrasstraße 230 Meter Zementrohre 50/75 cm I. W. und in der Schillstraße 90 m Zementrohre 40/60 cm l. W. Die Arbeiten, durch welche die in den letzten Jahten in den betreffenden Straßen aufgetretenen Vorlutschwierigheiten behoben werden sollen, werden als Notstandearbeiten durchgefühet 220 Ortsgruppenleiter in Erwitte NSG. Auf der Reichsschulungsburg in Erwitte befinden sich zurzeit 220 Ortsgruppenseiter aus dem ganzen Reichsgebiet zu einer dreiwöchigen weltanschaulich=politischen Schulung. Es ist der zweite in diesem Jahr vom Hauptschulungsamt der SDAP. in Erwitte durchgeführte Lehrgang. Der dritte Lehrgang beginnt am 30. November und dauert bis zum 20. Dezember. An der zurzeit durchgeführten Schulung, die hervorragende Redder und Führer der Partei abhalten, nehmen auch 7 Ortsaruppen- und Stützvunktleiter aus dem Gau Westfalen=Süd teil. 87 KdF.-Italienfahrer verließen gestern Abend die Gaustadt Bochum Nachdem die erste Italienfahrt deutscher Volkogenossen mit so großem Erfolg abgeschlossen worden R. startete gestern Abend wieder eine KdF.=Fahrt ins faschiftische Italien, zum sonnigen Mittelmeer. in ein Land, in dem sich die Zeugen einer alten großen Kultur mit den Schöpfungen eines jungen, durch freundschaftliche Bande mit Deutschland verknüpften Volkes wie kaum in einem anderen Lande verdinden. Immer schon ist Italien die Sehnsucht deutscher Wanderer geweien und wer will es den 87 alücklichen KdF=Fahrern aus dem Gaugebiet verargen, daß sie sich seit Wochen schon auf dies Eretanis gefreut haben. Diese Vorfreude spiegelte sich denn auch gestern lebhaft auf den Gesichtern einer erwartung= rohen Menge wieder, die sich bereits des a# Ubr aus den Bahnsteigen eingefunden hatte. Die Kapell= der Schutzpolizei vertrieb ihnen die Zeit des Wartens mit fröhlichen Weisen und kurz vor Abgang des Zuges hielt Gauwart KdF. Breidenbach eine kurze Ansprache an die Italienfahrer. Er wünschte ihnen große Reisefreuden und beglückwünschte sie zu dieser Fahrt, die sonst nur ein Vorrecht Begüterter, heute auch für den Schaffenden erschwinglich sei. Er ermahnte sie dabei aber auch, daron zu denken, daß sie in einem fremden Land Repräsentanten des großen deutschen Volkes leien und daß sie ihr Verbalten entsprechend einrichten müssen Schließlich war die Zeit der Abfahrt gekommen.„Muß i denn... spielte die Kapelle und unter Tücherwinken und lautem Hallo begann die Reise in den sonnigen Süden. Auch Gauobmann Stein, der augenblicklich zur kurzfristigen militärischen Ausbildung beim E=Bataillon in Arnsberg ist. war zur Verabschiedung der westsälischen Italienfahrer nach Bochum gekommen.— 1— Kampf dem Krebs! 12 000 Besucher der Ausstellung Die Ausstellung„Kampf dem Krebs“ erfreut sich eines sehr guten Besuches. Wer noch nicht da war dem sei empfohlen, sich zu beeilen, denn diese für jeden äußerst lehrreiche Schau wird nur noch bis einschl. Mittwoch, den 17. November, im Saale der Bürgergesellschaft gezeigt. Eine Verlängerung kann nicht stattfinden. Niemand soll den Besuch versäumen. Die nächsten ärztlichen Vorträge finden statt: Sonntag, den 14. November 11 Uhr: Ausstellungsleitung 16,30 Uhr: Ausstellungsleitung Montag. den 15. November 16 Uhr: Oberarzt Dr. Oberte=Berghaus 18 Uhr: Stadtarzt Dr. Schnütgen 20 Uhr: Dr. Hachmeister. Zusammenstoß. Gegen 18 Uhr erfolgte auf der Heinrich=Gustav=Straße, vor dem Hause Nr. 108, zwischen einem Kleinrad und einem einspännigen Pferdefuhrwerk, ein Zusammenstoß. Hierbei erlitt der Kraftfahrer eine leichte Quetschung am Munde und eine Prellung der rechten Hand. Das Motorrad wurde leicht beschädigt. In diesem Jahre 3 Nikolauszüge Diesmal werden auch die Außenbezirke berücksichtigt Schon vor einiger Zeit konnten wir unseren Lesern die Mitteilung machen, daß auch in diesem Jahre wieder ein Nikolauszug geplant sei. Inzwischen sind die Vorarbeiten soweit gediehen, daß der Plan in seiner grundsätzlichen Art feststeht, wenn nun auch noch die große Kleinarbeit geleistet werden muß. Um auch den großen Stadtteilen um den Stadtkern gerecht zu werden, hat man entossen, dort ebenfal's einen Nikolauszug zu veranstalten. So wird am Samstag. dem 4. Dezember, der Nikolauszug durch die Außenbezirke Langendreer=Werne ziehen. Für die Altstadt ist der Nikolauszug auf den Sonntag, den 5. Dezember, festgesetzt. Auch die Polizei hat sich mit diesem Termin einverstanden erklärt, weil an einem Sonntag die Verkehrsunsicherheit weniger groß ist. Auch die Kaufleute haben nichts einzuwenden, nachdem sich gezeigt bat, daß während des Nikolauszuges gerade die Stunden der Hauptgeschäftszeit das Publikum aus dem Laden balte, weil es draußen den Kinderzug sehen wollte. Am folgenden Montag findet dann durch die beiden Ortsteile Linden=Dahlbausen der Nikolauszug statt. Jedesmal wird er in demselben Maße aufgezogen wie in der Altstadt, von der das Gefährt mit dem Nikolaus und Knecht Rupprecht besorgt wird und ebenfalls die Bekleidung für die Kapellen. Heute ist Bochum soweit, daß es eine eigene Garderobe besitzt für diese Anlässe, so daß bente die materielle Frage hierfür keine Somen mehr macht. Auch werden die Teilnehmer wieder versichert, wie es auch ermöglicht werden soll, für bilfsbedürftige Kinder die Fackeln zu besorgen. Der Nikolauszug ist also auch für dieses Jahr gesichert. so daß man setzt schon an das Selbstverfertigen von bunten Fackeln herangehen und sich auf diesen Tag freuen kann. Weihnachtswerbung- intensiver In der Sitzung, in der gestern der Nikolauszug besprochen wurde, wurde gleichzeitig das Thema eivnachtswerbung“ ausführlich behandelt. Man steht einmütig auf dem Standpunkt, daß in diesem Jahre die Weibnachswerbung noch intensiver gestaltet werden muß, daß vor allem auch eine geschlossene Einheitlichkeit in der Werbung erzielt werden soll. um einen möglichst hohen Endeffekt zu erzielen. Das Symbol für die diesjährige Weihnachtswerbung ist wieder das Grubenlicht mit Weihnachtsbaum. Auch werden wieder öffentliche Gebäude angestrahlt und große Christbäume auf öffentlichen Plätzen aufgestellt. Ein weiterer Wunsch gebt dahin, daß die Geschäftswelt in den Weibnachtswochen ihre Schaufenster um einige Stunden länger beseuchtet lassen, wie es in den großen Nachbarstädten der Fall ist. Um die Weihnachtswerbung, insbesondere den Aushang der Weihnachtssymbole„Grubenlicht und Weihnachtsbaum“ allen Geschäftsleuten und insbesondere auch den kleineren Geschäftsinhabern zu ermöglichen, haben die Städtischen Beleuchtungsund Wasserwerke, wie bereits anfangs dieses Monats berichtet, wieder wie in den vergangenen Jahren eine besondere Senkung der Strompreise für diese Werbung vorgenommen. Der Mehrverbrauch an Kilowattstunden für Reklame und Schaufensterbeleuchtung in jeder der beiden Ableseperioden November und Dezember gegenüber der Ableseperiode Oktober wird um durchschnittlich 3½ Prozent im Preis gesenkt. Für den durch den Reklamezähler gemessenen Mehrverbrauch in den genannten Perioden sind zu zahlen: 15 Rpf. je kwh in der Zeit von 7—20 Uhr und 8 Ryk. je kwh in der Zeit von 20—7 Uhr. Da sich die Verg“#igung über 2 Ablesenerioden und somit über die ganze Zeit der Weihnachtewerbung erstreckt, dürfte auch in diesem Jahre die Werbemaßnahme des Elektrizitätswerkes bei den Bochumer Geschäftsleuten die Anregung für eine wirksame Lichtreklame geben Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Ortsstelle Bochum, ist natürlich an dieser Weihnachtswerbung ganz besonders interessiert. Sie ist bemüht die Werbung in jeder Hinsicht zu unterstützen. Vorerst trägt sie einige Wünsche an die Oeffentlichkeit, deren Beachtung wir dringend empfehlen. Wünsche des Weihnachtsmannes. Im Interesse einer geregelten Abwicklung des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes unterbreitet der Weihnachtsmann folgende Wünsche des Einzelhandelskaufmanns der Oeffentlichkeit: 1. Beginnt rechtzeitig mit dem Weihnachtseinkauf! Der Früheinkauf, besonders auch der Kauf am Vormittag wickelt sich immer viel ruhiger und reibungsloser ab, als der Einkauf währenh des starken Andranges in den letzten Nachmittag= und Abendstunden. Auch die Verkäufer sind dankbar, wenn durch den Früheinkauf ihre überaus starke Beanspruchung gegen Ende der Tagesarbeit in etwa gemildert wird, 2. Laßt Euch nicht jede Kleinigkeit ins Haus bringen! Dem einzelnen Käufer macht es nicht viel aus, ein Päckchen mehr oder weniger nach Hause zu tragen. Der Kaufmann muß jedoch in der Weihnachtszeit oft auf schwer entbehrliche Verkaufskräfte verzichten, um allen Wünschen auf Hausbestellung nachzukommen 3. Kauft bar! Der Barkauf ist das Oel der Wirtschaft. Bedenkt die Sorgen bei der Abtragung von Schulden und vergeßt nicht die große Belastung des Kaufmanns durch die immer umfangreicher werdende Büroarbeit, die durch Kreditkäufe entsteht. 4 Beonügt Euch mit möglichst einfacher Verpackung. Wer auf besondere Verpackung verzichtet, hilft lebenswichtige Rohstoffe sparen, Eine Revolution des Rechts Staatssekretär Dr. Freisler sprach in der Verwaltungsakademie. Zur Eröffnung der Vortragsreihe„Fragen des nationalsozialistischen Rechts“, die gemeinsam von der Verwaltungsakodemie Industriebezirk in Bochum und vom NS.=Rechtswahrerbund Gau Westfalen=Süd veranstaltet wird, sprach gestern nachmittag in der Aula der Verwaltungsakademie der Staatssekretär im Reichs= und Preußischen Justizmintsterium Dr. Rosand Freisler. Zuvor enbot ihm der Gaufuristenführer Dr. Römer, Hagen, einen herzlichen Willkomm. Er erinnerte an die Jahre des Kampfes, da Dr. Freisler häufig im Gau Westfalen=Süd, besonders in Bochum, Dortmund und Hagen geweilt und gesprochen habe.„Wenn heute,“ so schloß er seine Ausführungen,„die deutsche Justiz als ein festgeschlossener Block eine beachtliche Stellung in unserem Volke einnimmt, dann kommt Ihnen, Herr Staatssekretär, ein ganz besonderes Verdienst dafür zu.“ Anschließend begrüßte der Leiter der Verwaltunasakademie, Prof Naendrup. Münster, auch im Namen des Rektors der Wilhelms=Universität den Staatssekretär und kennzeichnee besonders dessen Verdienste bei der Schaffung eines neuen nationalsozialistischen Rechts. Staatssekretär Dr. Freisler ging von der Feststellung aus, daß eine Revolution, wenn anders Vor Beginn der Bochumer Schweinemast! Sammlung der Küchenabfälle in den Ortsgruppen Alkstadt, Ehrenfeld und Felsenburg der N5.-Volkswohlfahrt Die von der Stadt Bochum auf dem Wilhelmshofe in Bochum=Gerthe errichtete Schweinemastanstalt erhält im Laufe der kommenden Woche die Dämpfeinrichtung. Die Anlage ist dann soweit hergestellt, daß im letzten Drittel dieses Monats mit der Sommlung der Küchenabfälle begonnen werden kann. Ansang Dezember werden die ersten 250 Schweine eintreffen, denen noch im Laufe des Dezember nach der Fertigstellung des zweiten Stalles weitere 250 folgen werden. Um bei dem Eintreffen der Schweine einen ausreichenden Futterbestand zu haben, muß mit der Sammlung vorher begonnen werden. Ist doch für 250 Schweine täglich eine Futtermenge von durchschnittlich rd. 40 Ztr. erforderlich. Für die Sammlung der Küchenabfälle kommen nmächst nur die drei Ortsgruppen Altstadt, Ehrenfeld und Felsenburg in Frage Die örtliche Durchführung ist nur gewährleistet, wenn sich alle Volksgenossen der genannten Ortsgruppen und insbesondere die Hausfrauen in den Dienst dieses im Rahmen des Vierjahresplanes liegenden Ernährungshilfswerks stellen. Dazu ist erforderlich, daß jeder Hausbesitzer in den nächsten Tagen einen Abfallbehälter für sein Haus zur Verfügung stellt. Später werden einheitliche Abfalleimer beschafft. Als Sammelbehälter können Kisten, alte Kasten, Kübel und ähnliche kaum oder überhaupt nicht benutzte Behälter verwendet werden. Sollte in einem Hause der Hausbelitzer nicht wohnhaft sein oder aus anderem Grunde, wie z. B. bei Werkswohnungen, Baugenossenschaften usw., den Absalletmer ach stellen können, ergeht die Bitte an die Hausbewohner, sich über die Bereitstellung des Behälters zu verständigen Was sind nun Küchenabfälle? Dazu gehören Abfälle von Kartoffeln, Gemüle, Salat und Obst(roh und gekocht), Fleisch= und Fischabfälle, Knochen, Eingeweide, Eierschalen, Kaffecsatz, Speisereste, Brotund Bachwarenreste aller Art. Flüssige Küchenabfälle werden nicht gesammelt. Alle anderen Abfälle aus Küche und Haushalt gehören in den Mülleimer, z. B. Putzmittel, Asche, Scherben, Zitronen=, Apfelsinen= und Bananenschalen und dergl. mehr. Die Küchenabfälle werden wöchentlich zweimal durch einen besondere beschafften Wagen abgeholt. Der Abfallbehälter wird daher zweckmäßig neben die Mülltonne gestellt. Der genaue Termin für den Beginn der Sammlung und insbesondere die Sammeltage in den einzelnen Ortsgruppen werden noch bekanntgegeben. Ueber die Durchführung der Schweinemast hat in den letzten Tagen in den genannten drei Ortsgruppen eine Aussprache mit den ehrenamtlichen Helfern und Helserinnen der RS=Volkswohlfahrt stattgefunden. Diese werden in diesen Tagen in den einzelnen Haushaltungen vorsprechen und noch nähere Auskünfte, namentlich über etwaige Zweifelsfragen, erteilen. Zur Erteilung von Auskünften stehen ferner die Geschäftestellen der drei Ortsgruppen während der üblichen Dienststunden zur Verfügung. sie nicht eine Reformbewegung für irgendein Teilgebiet völkischen Lebens sein will, mit innerer Notwendigkeit universell sein muß. Eine Revolution ist eine Erneuerung von Grund auf. Sie kann auch nur auf die Dauer hin wirksam bleiben, wenn sie bestimmenden Einfluß auf den Lebensgang des Volkes hat, wenn sie ihre universelle Natur durch erfolgreiche Taten vor der Geschichte bestätigt. Durch Taten in viereinhalb Jahren bat die nationalsozialistische Revolution hinlänglich und überzeugend bewiesen, daß ihr Anspruch, eine echte Revolution zu sein, durchaus gerechtfertigt ist, daß sie auch eine Revolution des Rechts ist. Staatssekretär Dr. Freisler umriß dann den Begriff Revolution schärfer durch eine Charakterisierung der Bolschewistischen Revolution, die ihre erste Phase, die Zeit des Niederreißens, den Zustand der Anarchie, des Blutfließenlassens ohne Recht, immer noch nicht überwunden hat in der Anerkennung einer neuen Rechtsgrundlage. Dr Freisler erläuterte dann die Rechtsordnung Systemzeit, deren alleiniger Ausgangspunkt der mzen das Einzelwesen(Individualismus) oder das Gruppeneinzelwesen, die Klasse(Marxismus) gewesen ist. Von Natur aus, so war die individualistische Lehre, habe der Mensch unbeschränktes Lebensrecht. Um die möglichst vollkommene Betätigung dieses Lebensrechtes sicherzustellen, gibt jeder Einzelne ein Stück seines Lebensrechtes an den Staat ab. Es kommt auf diese Art ein ganzes Bündel von Einzelbefugnissen zusammen, das einem Träger, dem Staat. zur Pflege überwiesen wird, damit er eine Ordnung schaffe, die die höchstmöglichste Freiheit für jeden gewährleistet. Der Staat war mit einem Mann zu vergleichen der die Kampfarena absteckte und die Spielregeln aufstellt, nach denen die Masse der Einzelwesen, jeder nach seiner Art, sich auswirken und ausleben könnten. Demzufolge mußte der Staat ebenso wie das Recht neutral sein, das Recht in einen Formalismus ausmünden. Dieser Anschauung von der Grundlage des Rechts stellte der Redner die nationalsozialistische Rechtsauffassung gegenüber, die nicht Ergebnis intellektualistischer Klügeleien, die vielmehr erlebt ist. Richtungspunkt und Ansteuerungspunkt für jedes gesetzte Recht sei das Volk, das Recht als Form müsse sich dem Leben und Wachsen dieses Volkes anpassen, dürfe es nicht einengen und einzwängen. Abschließend sprach Dr. Freisler noch über die Polarität zwischen Gemeinschaft und Persönlich keit und hob hervor, daß im nationalsozialistischen Recht, wie z. B. das neue Erfinderrecht beweise, die Persönlichkeit ihre volle Anerkennung gefunden habe. Die tiefgründigen, mit glänzender Rhetorik vorgetragenen Gedanken fesselten die zahlreichen Hörer bis zum Schluß. In einem kurzen Schlußwort dankte Stadtassessor Böminahaus dem Staatssekretär und schloß die Veranstaltung mit der Führerehrung.—u.— Versuchter Einbruchsdiebstahl. In der Nacht versuchten unbekannte Täter den Münzfernsprecher Nr. 6585 am Stadtpark aufzubrechen. Dabei wurde die Schutzklappe der Nummerscheibe und das Apparatgehäuse stark beschädigt. Wer hat den Vorfall beobachtet oder wer kann sonst zweckdien liche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer Nr. 248 Goldene Hochzelt Am heutigen Samstag kann das Ehepaar Reichsinvalide August Dreher und Ehefrau Auguste Dreher, Augustastraße 2 wohnhaft, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Beide Ehegatten sind noch körperlich rüstig und geistig frisch, er ist 74 Jahre, sie 72 Jahre alt. Der Ehe entsprossen neun Kinder, von denen zwei noch leben. Mit ihnen können drei Enkelkinder am heutigen Tage ihre Glück= und Segenswünsche darbringen. Wir schließen uns an und wünschen dem goldenen Ehepaar ein herzliches Glüchauf zur diamantenen Hochzeit. Englischer Grubenfachmann in Bochum Im Auftrage der englischen Regierung weilte der Inspektor des Gesundheitsdienstes im britischen Bergbau, Dr. S W. Sisher, einige Tage im Ruhrgebiet, um die Einrichtungen des Grubenrettungswesens im Bergbau zu studieren. Unter sachverständiger Führung wurde auch die Zeche„Klosterbusch“ in Bochum=Querenburg befahren. Der englische Gast, der die Rettungsmaßnahmen bei dem großen englischen Bergwerksunglück in Stafford geleitet hatte, stellte den Rettungsmannschaften der Grube verschiedene Aufgaben, die, dem Ernstiall möglichst angepaßt, einwandfrei gelöst wurden. Dr. Fisher war voll des Lobes über die vorbildlichen Einrichtungen in der deutschen„Ersten Hilfeleistung im Steinkohlenbergbau“ und das geschulte und sachgemäße Verhalten der Rettungstrupps. KdF.-Fahrten nach Westfalen-Süd Eine Besichtigungsfahrt von Gaureferenten NSG. Die Deutsche Arbeitsfront, NS=Gemeinchaft„Kraft durch Freude“, hatte mehrere Gaureferenten zu einer Besichtigungsfahrt durch den Gau Westfalen=Süd eingeladen, damit sie sich selbst von der Schönheit der Sauerländer und Siegerländer Berge und Täler überzeugen könnten. An dieser Fahrt nahmen die Abteilungsleiter der Gaue Düsseldorf, Essen, Köln, Koblenz und der Kreisreferent des Kreises Dortmund unter Führung von Gaureferent Meier=Bochum teil. Nach einer Besichtigung des Hengsteysees, der Stadt Witten, der Hohensyburg und der Tropfsteinhöhle m Attendorn erfolgte die Fahrt ins Siegerland, das für den kommenden Sommer stärker als bisher als Aufnahmegebiet für KdF=Fahrten ins Aussicht genommen ist. Nach einem geselligen Beisammensein im Kaisergarten zu Siegen fuhren am Donnerstag vormittag die Gaureferenten durch den Freien= und Hickengrund in das obere Siegerland )( Die Eisenbahnen als Grundlage der deutschen Verkehrswirtschaft. Mit dem Vortrag„Die Eisenbahnen als Grundlage der deutschen Verkehrswirtschaft“ des Professors Dr. Ing. Blum von der Technischen Hochschule Hannover beginnt am Montag, dem 15. November, die von der Verwaltungsakademie Industriebezirk in Bochum und dem Verkehrsseminar heim Institut für Wirtschafts= und Sozialwissenschaften der Universität Münster im Wintersemester 1937/38 m Bochum veranstaltete Verkehrswissenschaftliche Vortragsreihe. Der Vortrag findet in der Verwaltungsahademie Bochum statt und beginnt um 20 Uhr. )( Orts= und Dienftjubiläum. Am 14. November 1937 begeht die Lehrerin Erna Schlüter, die an der Overbergschule tätig ist, ihr 25jähriges Orts= und Dienstjubiläum. Die Stadtverwaltung hat der Jubilarin ihre Glückwünsche dargebracht. Die Winterlesezeit begann. Im Monat Oktober wurden aus der Stadtbücherei von 2995 Lesern 5087 Bände entliehen. Der Lesesaal wurde von 1621 und der Studienraum von 388 Lesern besucht. Durch den Deutschen Leihverkehr konnten für, 51 wissenschaftlich Arbeitende 74 Bände von auswärtigen Bibliotheken vermittelt werden. Der Bestand wurde in diesem Monat durch 82 Bände Neuanschaffungen vermehrt. Führungsvortrag. Auf der Jahresschau Bochumer Künstler, die überall eine sehr gute Aufnahme gefunden hat, wird der Galerieleiter Dr. Reiche Sonntag, den 14. d. Mts., 11,30 Uhr, in der städtischen Gemäldegalerie, Kaiser=WilhelmStraße 24, einen zweiten Führungsvortrag halten. Jugendlicher Betrüger im Fotogeschäft. Ein 15—16 Jahre alter, dunkelblonder und blaß aussehender Junge erschien in einem hiesigen Fotogeschäft und verlangte, nachdem er kurz zuvor einen bestimmten Film gefordert hatte, eine Auswahl von 9 Unterhaltungsspielfilmen, Marke Czaphan, für einen Arzt aus Bochum. Außerdem ließ er sich eine Spule aushändigen. Er forderte aus sich selbst heraus einen Lieferschein und unterzeichnete auch die ihm vorgelegte Quittung. Der Täter erschwindelte sich auf diese Weise Waren im Werte von 76,15 RM. Er war mit einem graugesprenkelten abgetragenen Mantel und einer blauen Tuchhose bekleidet. Er soll ein Fahrrad mit sich geführt haben. Wer kann sachdienliche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalazci in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 77. Eine neue Bochumer Sehenswürdigkeit Eine astronomische Kunstuhr in der Bongardstraße Nach vieler Mühe und aufopfernder Arbeit ist es dem Uhrmachermeister Carl Wedekend. Bochum, Bongardstraße 5, gelungen, unter der Mitarbeit seiner Angestellten und der Turmuhrenfabrik B. Vortmann, Recklinghausen, seine jahrelange Idee zu verwirklichen und eine hochinteressante astronomische, zeitangebende Kunstuhr mit vier Viertel=Westminsterschlag zu konstruieten und herzustellen. Aus Anlaß des 60jährigen Geschäftsjubiläums soll nun dieses wertvolle Uhrwetk der Oeffentlichkeit übergeben werden Es ist dieses um so höher einzuschätzen, da bisher ein solches Werk mit einer derartigen mechnnischen Konstruktion nicht hergestellt wurde. so daß Außenansicht diese Kunstuhr wohl für die Zukunft ein Schmuckstuck unserer Stadt werden wird. Die gesamte Uhr hat eine Hohe von 2,50 Meter und besteht aus einem Gehwerk mit einem springenden Sekundenzeiger und zeigt Stunde und Minute an. Oberhalb der Uhr ist eine Darstellung des Sternenhimmels, in welchem der Mond seine Bahn zieht, angebracht. Die Stellung des Mondes wird rein mechanisch und genau auf die Minute gehend Das Ziffernwerk reguliert. Wie wir von dem Erbauer erfahren, wechselt der natürliche Mond bekanntlich in 29 Tagen, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,8 Sekunden. Da nun der Tag 1440 Minuten hat, und der Mond der astronomischen Uhr mit dem natürlichen Mond auf die Minute gleich laufen soll, war eine Berechnung nötig, die einzelne Räder erst nach Jahren in Tätigkeit treten lassen Ohne von menschlicher Hand nachgestellt zu werden, schaltet das Werk drei Jahre lang vom 31. Januar, vom 28. Februar, vom 31. März ulw. zum 1. des nächsten Monats, und nach vier Jahren, im Schaltjahr, pletzlich ebenfalls vom 29. Februar zum 1. März selbsttätig um. Auch hierzu waren Räder nötig, die ebenfalls nach Jahren erst in Tätigkeit treten. Die Tages=, Monats und Jahresangabe, sowie die Stellung des Mondes erfolgen rein mechanisch, d. h. nicht mit elektrischem Antrieb. Auch bel dem Gehwerk ist der elektrische Aufzug fortgelassen und wird dieses alle acht Tage aufgezogen, und erforderte die Triebmaft des Werkes ca. 4½ Zir. Gemichte. Um das Gesamtbild zu verschönern, wurde unter dem Zifferblatt ein einer Schloßhalle ähnlich darstellendes Gewölbe angebracht. Einige Minuten vor dem Glockenschloge der Uhr einer vollen Stunde, und zwar um 11, 4, 6, 7 und 8 Uhr, öffnet sich auf der linken Seite ein kleines Türchen und maischieren alsdann hintereinander fünf buntbemalte Pagen auf und wachen eine Rechtswendung. Vier Pagen schlagen, in der Hand eine Gloche tragend, je einen Viertelschlag, der mittlere Page, einen Gong tragend, schlägt den Stundenschlag. Nach dem Schlage erfolgt eine gleichmäßige Linkswendung und marschieren die Am Donnerstag, den 18. d. M., wird in den Räumen der Städt. Madchenberufsschule. Wittener Straße 23, eine Ausstellung eröffnet, die in das Arbeitsgebiet dieser Schule einführt. Im Zusammenhang mit den wirtschafts= und sozialpolitischen Zielen der nationalsozialistischen Staatsführung werden an die wirtschaftliche Selbständigkeit, das Können und die Handfertigkeit des Einzelnen gesteigerte Anforderungen gestellt, die die Aufmerksamkeit auf die Berufsausbildung der Ingendlichen lenkt. Diese sind es ja, die in der Folgezeit in die Reihen der Schaffenden eintreten. Die Betreuung der jungen Menschen, ihre Vorbereitung und Vervollkommnung ist daher eine wichtige Aufgabe. Und so nimmt die Berufsschulung einen ihrer Bedeutung angemessenen Platz innerhalb der gesamten Schulung ein. Die Hauptaufgabe der Städt. Madchenberufsschule ist es, ihre Schülerinnen für die den Frauen eigenen Berufe und für eine gute Haushaltungsführung auszubilden, um sie in das Wirtschafteleben der Nation eingliedern zu können Zweck und Ziel dieser Ausstellung ist es nun, mit Hilfe von Anschauungsmaterial, Schülerinnenarbeiten, Hinweisen und schematischen Darstellungen den Volksgenossen diese große Aufgabe nahe zu bringen. Jeder Besucher wird einen Einblick gewinnen in den Aufbau der Städtischen Mädchen= Berufs= und Fachschulen mit ihren weitverzweigten Schulgebieten, wird sich unterrichten könngy über den Lehrkörper, die Entwicklung der Schule, die Zahl der Klassen und Schülerinnen, die Art und Zahl der Räume. Besonders betont werden muß, daß es sich in diesem Falle nur um eine Leistungsschau der Berufsschulen handelt, daß die Fachschulen wie immer ihre Arbeiten zu Östern zeigen werden. In menreren Räumen gibt die hauswirtschaftliche Berufsschule Beispiele aus dem staatspolitischen Unterricht, aus Gesundheitslehre, Kranken= und Säuglingspflege, aus Nadelarbeit, Hauswirtschaft und Gartenbau. In den Räumen, die der gewerblichen Berufsschule zur Verfügung stehen, wird aus den verschiedenen Zweigen des Handwerks ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Es sollte also niemand versäumen, sich über ein wichtiges Schulungsgebiet unkerer jungen Madchen einen Ueberblick zu verschaffen. Pagen nach rechts durch ein kleines Türchen ins Schloß hinein. Die Bewegung der Arme geschieht durch einen unsichtbaren Mechanismus. Um das Werk mit dem seinen und komplizierten Mechanismus vor dem Wetter zu schützen, mußte dieses mit Glasscheiben versehen werden. Dieses Kunstwerk wird heute der Oeffentlichkeit übergenen Die Gesamtansicht der Inneneinrichtung Die Ausstellung dauert vom 18.—24. November uird ist täglich von 9—19 Uhr, am Eröffnungstage ab 13 Uhr, am Schlußtag bis 13 Uhr, geöffnet Eheschließung in würdiger Form Reichsinnenminister zur standesamtlichen Trauung Der Reichsinnenminister hat in einem Erlaß angeordnet:„Die zuständigen Behörden haben darauf zu achten, daß die standesamtliche Ehrschließung in einer möglichst würdigen Form vor sich geht. So wird das Zimmer, in dem die Ehe geschlossen wird mit der Reichsflagge und mit Blumen geschmückt werden können; sollte die Wieder einmal erleben wir am 14. November die Tischgemeinschaft der deutschen Nation. Erfülle ein jeder an diesem Eintopfsonntag seine Pflicht durch ein großeres Opfer. finanzielle Lage einer Gemeinde in Ausnahmefallen davon abhalten müssen. Blumenschmuck zur Verfügung zu stellen, so ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Brautleute selbst für die Ausschmückung des Zimmers sorgen. Sind die Dienstraume des Standesbeamten unzulänglich so darauf hinzuwirken, daß ein anderer würdiger Raum, etwa ein Sitzungszimmer oder das Dienstzimmer des Bürgermeisters, zur Vornahme der Ebeschließung zur Verfügung gestellt wird. Dagegen muß grundsätzlich daran festgehalten werden, daß die Ehe— von Krankheitsfällen abgesehen— nicht außerhalb des Gebäudes, in dem sich die Diensträume des Standesbeamten befinDen, geschlossen wird. Soweit der Raum es zulaßt, ist auch Abordnungen von Parteiorganisationen die Teilnahme zu gestalten. Ebenso ist gegen eine Spalierbildung vor dem Standesamt nichts einzuwenden, sofern der Verkehr dadurch nicht bekindert wich. Im übrigen werde ich wegen einer Fierlichen Ausgestaltung der standesamtlichen Eheschließung demnächst allgemeine nähere Anordnungen treffen 25 Junggesellen wurden freigesprochen Versammlung des Elektro=HandwerkDie Elektroinnung für die Stadttreise Bochum und Wattenscheid hielt im Haus der Stände unter dem Vorsitz des Obermeisters Hammerschmidt eine ordentliche Innungsversammlung ab, die sich mit wichtigen beruflichen und wirtschaftlichen Fragen beschäftigte. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag des Ing. Kothe über Aluminiumleitungen. Der Vortrag behandelte die Herstellung des Aluminiums sowie seine praktische Verwertung und gab allen Anwesenden wichtige Fingerzeige für die notwendige Verwendung des Aluminiums in der Praris. Der Bericht des Geschäftsführers Dr. Grünewald behandelte Fragen der beruflichen Ausund Fortbildung und in diesem Zusammenhang besonders die Durchführung der fachlichen Buchführungsschulung. Ferner wurde die Weibnachtswerbung des Elektrohandwerks in Verbindung mit der AFE ausführlich besprochen. Berichte der Obmänner Pottboff und Reiniger über die Bezirkstagung in Paderborn sowie die Behandlung der Fachfragen in der ElektroInstallation, dem Elektro=Maschinenbau und der Rundfunkmechanik gaben allen Mitgliedern Aufklärung und Anregung über wichtige berufliche und wirtschaftliche Fragen. Zum Schluß wurde vom Obermeister die Aktion„Gutes Licht— gute Arbeit“ behandelt und die Mitglieder auf die ihnen hierbei erwachsenden Aufgaben hingewiesen. An die ordentliche Mitgliederversammlung schloß sich bei regem Besuch eine Feierstunde an, in der die Freisprechung der Junggesellen erfgte. Overmeister Hammerschmidt eröffnete die Feier und wandte sich in einer Ansprache an die 25 Junggesellen, die nunmehr aus der Lehre entlassen sind und die Gesellenprüfung bestanden haben. Er widmete ihnen herzlich Worte und wies sie auf ihre zukünftigen Aufgaben gegenüber Volk und Vaterland sowie dem Berufsstand hin und betonte, daß gerade das Elektrohandwerk einen besonders befähigten Nachwuchs benötige, um seine zukünftigen Aufgaben erfüllen zu können. Er verpflichtete dann die Junggesellen durch Handschlag und überreichte ihnen den Gesellenbrick. Lehrlingswart J. W. Schmidt fand gleichsa s herzliche Worte für die Junggesellen und übergab sie hierauf zur weiteren Betreuung dem Gesellenwart Fischbock. Gewerbeoberlehrer von der Beck überbrachte die Grüße der Berufsschule und ermahnte die Lehrlinge, das erworbene Wissen zu vertiefen und ihr Können zu vervollkommnen. Die Feier, die von musikalischen Darbietungen umrahmt war, schloß mit der Fübrerehrung; es schloß sich ein kameradschaftliches Beisammensein der zahlreich erschienenen Meister, Gesellen und Lehrlinge mit den Angehörigen anEine sehenswerte Leistungsschan Ausstellung der Städt. Mädchen-Berufsschulen Bochum- Eröffnung in der nächsten Woche Bamstag, den 13. November 1987, Nr. 267— Seite 9 2. Beilage der Volks-Zeitung Am Rande der Woche O wie ist es kalt geworden:— Die Zeit der Schnupfen und Katarrhe— Vorbeugen ist besser als heilen— Greif gern zum guten Buch— Musik erfreut des Menschen Herz— Die Namenstagswelle— Auch wir gratulieren— Und morgen ist Eintopf! Vor vierzehn Tagen konnt' ich noch Von schönstem Wetter schreiben; Das war sehr nett— man wußt' jedoch Nicht lang meyr wirds so bleiben Dann kam denn auch der Umschwung bold: Es wurde trüb und trüber Und dazu auch gehörig kali— Das Herbstglück war vorüber. Mal nevelts und mal fieselts jetzt, s gießt auch schon mal ganz kraftig Bunt wirbelnd wird das Laub geheyt Vom Sturm nun— und zwar heitig Ne. ne!'s macht keine Freude mehr Da draußen rumzuschlendern. Doch trauert drum nicht allzusehr, Denn's mußt' sich doch mal ändern Im Lenz und Sommer Sonnenschein Und leuchtend— schöne Tage— Doch Herbst muß eden Herbst auch sein; So ist nun mal die Lage. Und wintern soll's„wenn Winter ist Schon, weil sonst mit den Sachen Die iust bestimmt für diese Frist. Wir garnichts könnten machen. Sie alle sind nun wieder dran: Pelz. Ueberschub. Gamasche Und tief vergräbt die Hände man In mollgen Manteltaschen. All diese Dinge wollen sich Doch auch mal sehen lassen Sonst blieben ja— wie fürchterlich!— Auch leer so manche Kassen... Und wenn dann wieder Frühling würde, säßen die einschlägigen Geschäfte noch au ihren Beigen von Winterwaren und zürnten im Gefühl einer unabwendbaren Pleite dem Wette gott, der nicht zur rechten Zeit für das nötige naß= oder frostkalte Wetter gesorgt. Also: das geht schon ganz in Ordnung und wenn unsere Taschentuchvorräte angesichts verschnupfter Nasen und röhrender Hälse noch so oft erschöpft sind, ja. selbst auf die Gefahr hin. daß mancher jetzt allzu oft in die Destille flüch tet. um sich— selbstverständlich nur zur Vorbeugung sozusagen in berechtigter Abwehr eines allzu zudringlichen Bazillus!— einen ordentlichen hinter die Binde zu gießen Im übrigen halte man es jetzt mehr mit der wormen behaglichen Stube als mit ach schon so lang ersehnten privaten Wintermode Vor führungen— und wenn der Papa noch so tief in den Beutel gegriffen—, sie kommen auch ohnedem hinlä glich allen zu Gesicht und man kommt bestimmt weniger in Verlegenheit, schließlich bemerken zu müssen daß man die Bewund=rung oder gar— das höchste der Gefühle'— den Neid der onderen nur durch einen hartnäckigen Katarro oder Dauerchnupfen erkauft hat. Man braucht drum längst nicht ein notorischer Stubenhocker zu sein aber auch das ist eben jett durchaus zeitgemäß Wie man jo auch für die Woche des Deutschen Buches und für den Tag der Hausmusik nicht den Wonnemond Mai aussucht, sondern sie in die stillere beschaulichere und drum wohl auch gemütvollere Zeit des Spätherbstes verlegt. Und ist's nicht wirklich so, daß gerne. Nachdem man sommers viel gestreift Durch Wald und Flur zur blauen Ferne. Man jetzt nach einem Buche greift? Ein Herz. das viel und roh gelesen Im Sonnenbuche der Natur. Ist stets auch reich beglückt gewesen. Im Geist zu wandeln solche Spur. Schön wie das Glück das man empfunden Inmitten lenzesseiger Welt. Ist auch die Freude solcher Stunden. Da mit dem Buch man Einkehr hält Solch gute, stille Einkehr halten. Bringt heil'ge Kräfte zum Erglühn. Hilft schöner undre Welt gestalten. Läßt Köstlichstes in uns erblühn. Und diese Kräfte wachzuregen Allüberall in Herz und Sinn. Führt man auf immer neuen Wegen Das ganze Volkzum Buche hin. Schon das bezeugt den Wert, den hohen Der aus dem Buche reichlich quillt; Sorg drum, daß aus dem schönen. frohen Auch deine Welt stets neu sich füllt. Ganz sicher wird auch die soeben beendete Woche des deuischen Buches wieder ungezählte neue Freunde dem Buche gewonnen haben, die nun immer tiefer und schöner das einzigartige Glück solaer edlen Freundschaft kennen lernen werden. Natürlich wird es immer und überall ganz darauf ankommen, was man liest und was für den einen gut ist und diesem vielleicht höchste Freude und schönsten Genuß bereitet, taugt für den anderen noch lange nicht. Es geht halt mit dem Buch genau wie mit den Menschen untereinander. Nicht jeder paßt zum andern und das Glück einer echten und wahren Freundicho t ist längst nicht so häufig, wie man das gewöhnlich meint. Also auch Sinne und Augen auf. wenn dir ein Buch begegnet und du wirst schon sehr bard merken, ob es dir etwas oder gar viel zu sagen hat, oder ober dir immer fremp bleiben wird. Nur. wenn es dir richtiger Freund wird, also nicht nur immer Schönes und Angenehmes sagt, wirst du mit ihm glückstiefe, eierliche, ja frohbegeisternde Stunden im traulichen Heim. wo es jetzt an den langen, dunklen Abenden ja so unsagbar gemütlich und behaglich ist. erleben können. Neben einem schönen und guten Buch soll man heuer ober auch die Pilege guter deutscher Hausmusik nicht vergessen. Wie seltsam innig und traulich ist doch gleich ein Heim belebt, in welchem die warmen. immer wieder schönen Weisen aus altem deutschem Lied= und Musikschatz erklingen. Auch darauf sollten wir wieder vielmehr als es in vergangenen Zeiten geschehen ist. Wert legen Der Tag der deut schen Hausmusik will uns dazu mal wieder neuer Ansporn und Auftrieb sein; möge er uns allen den en Sinn auch für diese wundersame Belebung unsres Heims mitgeben. Dann kann man auch die vielen Feste und Festchen in der Fomilie viel schöner und inniger gestalten, als wenn Sang und Klang gänzlich fehlen. Ich denke gerade beson ders daran, weil wir ja augenblicklich wieder viele solch schöner Familienfeste feiern können, so viele. wie sonst kaum im Jahre: Zwar jeder Mond hat Namenstage. Die man besonders reich besingt: Die meisten aber, ohne Frage. Von der Art der November brinat Hubertus macht den Reigen offen Und eh' man sich noch recht versieht. Ist auch der Karl schon eingetroffen. Für den tags drauf die Freude blüht. Wenn wieder dann ein Tag vergangen. Dann ist am 6. Leonbard Und dann kommt Engelbert gegangen. Den man am 7. frob gewahrt. Am 9 gibt es viele Feste: Dann feiert namlich Theodor; Davon gibts viel in jedem Neste Andreas kommt wohl wenger vor Der 11. bebt sich aus der Reibe Als Tag von ganz belondrem Schlag. Ein Großer gab ihm seine Weihe: Dann hab'n wit nämlich Martinstas Auch Edmund sei hier nicht vergessen. Am 16. ihm gratuliert, Und eifrig wird sich unterdessen Schon für Elisabeth gerührt. Denn deren Zahl ist ungeheuer. In jedem Haus fast ist sie da; Am 19 steigt ihre Feier; Drei Tag' drauf ist Cäcilia. Der 20. gehört nur denen. Die auf den Namen Felix hör'n. Der 23. dann jenen, Die Clemens als Patron verehrn. Am 25. man feiert Die. die sich Katharina nennt. Tags drauf den Konrads man beteuert. Daß recht viel Glück man ihnen gönnt. Ja daß das Glück reich mög' beschenken Sie alle, die gefeiert schon Und die zu feiern noch gedenken Sei meine Gratulation. Morgen aber ist wieder Eintopfsonntaa. der zweite im diesjährigen Winterhilfswerk. Sorgen wir dafür, daß sein Erfolg ein noch größerer sei, als der des ersten Eintopfsonntaas im Oktober. Jetzt, wo es kalt und schubbig draußen wird. sollten wir uns ganz besonders unserer ärmeren Schwestern und Brüder erinnern. Alle finden wir uns wieder Morgen ein beim Eintopfmabl. Sorgend für die ärm'ren Brüder; So ist's deutsch und sozial. Geben gerne uns're Gabe, Zu bekämpfen letzte Not. Damit auch der Aermste habe Ein warm Nest und's nöt'ge Brot. Daß all Leid sich endlich wende Auch vom letzten Volksgenoss'; Gebet drum zur Eintopfspende Reichlich all! Sehr echich let diesweiteilig gearbeitete Feekreppkleid Beachten Sie die mo dern geraffte Bluce, den aparten Armel schnitt und die interrssante Paspelgarnie rung aus Goldstoff In den Größen 38-44 Keisende SoutacheStickerei auf Kragen und Tüschchen und sweifarbige Knöpfe machen dies hübech gernterte Schößchen kleid aus Flamisol s flott and kleidsam. la modernen Farben Ebenfalle rweitemg gearbeites ist dieses eleg. Nachmittagokleid aus RomainReversible. Apart iet die hübeche Filsetreifengarnierung und die gans geknôpste Bluse mit dem eo modernen Stehkragen. ast r sinn denken ESSEN, Adolf-Hitler-Str. 39 DORTMUND, Östenhellweg 34 me der Woch Ufa-Tonhalle „Fanny Elßler“ Vom politischen Hintergrund hebt sich die rüh rende Anekdote ab um die sich der Glanz der ungewöhnlichen Kunst der berühmten Tänzerin Fanny Elßler breitet, die seinerzeit der Abgolt des Wie ner Publikums war und durch ihr Auftreten bis in den Westen Amerikas die Begeisterung ame Wiener Walzer trug. In sie war der unglückliche Sohn Napoleons, der junge Herzog von Reichstadt, der von Metternich zu einer Art lebenslänglicher Hoft verurteilt war, verliebt. Ihr bester Schutzhere wor zeitlebens der ältere österreichische, seine Herr von Gentz. Der Schatzkangler Metternich beabsichtigte. mit dieser Liebe den ehrgeizigen Thronanwärter von gefährlichen Gedanken abzubringen. Da ist es Hofrat Gentz. der beide Teile warnt. Wie der Zufall aber will, kommen beide trotdem zusammen. Als die Sache entdeckt wird, muß die Tänzerin in die Verbannung, während der Herzog nach abenteuerlicher Flucht in Paris beinahe verhaftet wird Wieder ist es Gentz, der sich für die beiden bemüht. aber der Herzog muß erleben, daß das französische Volk sich gegen ihn entscheidet. Daraufhin kehrt er wieder nach Wien zurück, wo er bald stirbt. Fannn erhält die betrübliche Nachricht in ihrer Theatergorderobe und tanzt nun mit letzter Kraft ihre Rolle zu Ende. Es ist klar. daß dieser Film auch eine ganze Anzahl schöner Balleteinlagen bringt neben humorvollen Auftritten. Ebenso klar ist auch, daß der Film sich nicht an die historische Wahrheit hält. sondern die Geschichte anekdotisch behandelt. Die Drehbuchverfosser sind Eva Leidmann und Paul Martin. der auch die Regie führt. Sein Bemühen war es, immer wieder durch tänzerische Einlagen den Ton auf das Schicksal Fanny Elßlers zu vertegen, die hier als ein liebes, gutes, kluges bürgerliches Menschenkind geschildert wird. Diese schöne zugleich aber auch schwere Aufgabe wird von Lilian Harvey gemeistert, die sich hier nicht nur als reife Schauspielerin, sondern auch als tüchtige Tänzerin von unbestreitbar technischem Können erweist. Für sie entwarf Manon Hahn eine ganze Anzahl bezaubernder Kostüme, in denen sie entzückend aussiebt und wie eine zärtliche Vision der vergötterten Fanny über die Leindwand huscht. Den unglück lichen Herzog Ivielt Rolf Moebius in vorzüglicher Holtung, wenn auch etwas starr und gleichmäßig. Den Hofrat Gentz verkörpert mit edelmütigen Zügen Willy Birgel. Paul Hoffmann gestaltet den Fürsten Metternich mit weltmännischen Manieren. Außerdem sind noch Walter Werner. Lieselotte Schaak. Ernst Karchow, Hubert v. Meyerinck und Ernst Satt ler beteiligt. Die Choreogeographie ist bunt und bewegt, für die zeichnet Hubert J. Stowitts, der selbst als Tänzer auftritt. Die Musik stammt von Kurt Schröder. Peter Schiffers. Gloria-Palast „Stützen der Gesellschaft“ Ein Film, der sich Ibsen zum Vorwuri genom men hat. Also verfilmte Literatur? Keineswegs. Es ist eine ganz selbständig=eigene Angelegenheit, die sehr wenig von Ibsen trächtig ist. Selbst die Atmospbäre enthält kaum einen Hauch des dichterischen Geistes des groken nordischen Gesellschaftskritikers. Trotzdem. Das alles tut diesem Filmwerk als solchem keinen Abbruch. Umgekehrt. Es ist eine prachtvolle Leistung. Bestimmend gestellt auf mehr episodenhaft erzählerische Schilderung, doch voll dramatischer Spannung ist der Film. die sich der gesamten Abfolge langsam heraufwachsend mitteilt und ihr eine mitreißende Wirkung gibt. Alles bleibt hingeordnet auf die Hauptgestalt des Konsul Bernick, dessen Schicksal das Schicksal der Gesellschaft, dessen Gesicht das Gesicht seiner Zeit ist. die das Grollen der Anflehnung in sich trägt ebenso wie sie hochmütig=herablassend und selbstgefällig sich ihren Glanz mit rücksichtsloser Ausbeutung erkauft. die dem Konsul Bernick, dieser Hauptstütze der Gesellschaft, menschlich schließlich selbst zum Schicksal wird: Die seeuntüchtige„Gazelle“, die von ihm als Werftbesitzer trotz aller warnenden Vorstellungen seiner Schiffer rücksichtslos in die sturmbewegte See hinausgeschickt wird, trägt als kostbarste Fracht seinen kleinen, nach Abenteuern sich sehnenden Sohn in sich. Verzweifelt begibt sich der Vater, da das dem Untergang geweihte Schicklal der„Gazelle“ nicht mehr zweifelhaft ist, in die sturmgepeitichte See. Sein Sohn wird glücklich geborgen. wahrend er seine Rücksichtslosigkeit mit dem Tode bezahlen muß, nachdem er sterbend seinem Schwager. dem Retter seines Sohnes, die Leitung der Werft übertragen hat. Es ist der gleiche Schwager. der in der Jugend nach Amerika durchbrannte und der darum Konsul Bernick eine billige Gelegenheit gab. den Verdacht der Unterschlagung auf ihm ruhen zu lassen wodurch er selbst sein Unternehmen vor dem Konkurs bewahrte, ebenso wie den Verdacht, der Vater seiner eigenen unehelichen Tochter zu lein. Diese Vortäuschungen sind der unsichere, wankende Boden. auf dem Bernick seinen Ru' aufbaute. Sie kommen ans Tageslicht, als sein Schwager Johann Tönnessen mit einer Zirkusgesellschaft in die Heimat zurückkehrte, hier das Haus Bernicks in verwirrende Verlegenheit bringend, um schließlich durch seine charaktervolle Menschlichkeit die gesellschaftliche Katastrophe rettend zu vollziehen. Bildtechnisch ist der Film von hohem Niveau. An' Typik eingestellte Bildausschnitte runden sich einem plastischen sebendigen Gesamthild Prachtvoll die Naturaufnahmen der sturmdurchtosten See. Und doch, ohne Heinrich Georges grohe Schansnielkunft bliebe der Fili seelenlas Wahrlich Diese Nolle ist schauspielerisch eine Leistung von Format. Sie ist es. die den tieferen Werf des Fifme ansmod Well-Licht „Patrioten“ Der Ufa=Film„Patrioten“ hält restlos das, mas er durch die Vorankündigungen versprochen hat, und man hann den hohen ethischen und bünftlerischen Werten dieses Filmwerks nicht besser gerecht werden als durch die Feststellung, daß der Gedanke der kompromißlosen Pflichterfüllung selten so überzeugend und mit einer so klaren Eindringlichkeit auf der klimmernden Leinwand verkörpert wurde wie in der Darstellung dieses Geschehens in der fronzösischen Etappe während der Weltkrieges. Der Inhalt des Films behndell in fesselnd novellistischer Form den Schicklalsweg eines deutschen Fliegeroffiziers, der zu Aushang des Weltkrieges sibet den feindlichen Linien abgeschoslen wurde und in der Verkleidung eines Landstreichers Strapazen und Gefahren mit dem festen Glauben auf sich nimmt, lich wieder zu seinen Kameraden durchschlagen zu können. Als schwerkranker Mann bewußtlos am Stmaßenmande aufgefunden, wird er Mitglied einer Fronttheatergruppe, ständig nach neuen Fluchtmöglichkeiten luchend Auch die aufopfernde Liebe einer Frau, die ihm während seiner Krankheit pflegt und vor allen Gefahren beschützt, läßt ihn keinen Augenblick von dem geraden Weg der Pflicht abgehen, und so stark ist dieses Pflichtgefühl in ihm, daß er es auch auf der Gegen'eite als eine Selbstverständlichkeit und daß er sofort Worte des Verstehens findet, als er erfährt, daß ihn die Geliebte aus den gleichen Motiven als deutschen Soldaten an den französischen Kommandanten vertät. Stack und aufopfernd als Beschützerin eines kranken Landstreichers, leidenschaftlich und hemmungolos in ihrer Liede zu dem unbekannten Gefährten und in dem Kampf, den sie um das Leben des als Spion angeklagten Offiziers führt, gestaltet Lida Baarora glaubwürdig das Bild dieser Frau, den Konflikt zwischen Liebe und Pflicht. Mathias Wieman erfüllt durch die herbe Verschlossenheit, die die Gesichtszüge dieses Schauspielers kennzeichnet, schon rein bildhaft die Voraussetzungen füt die Rolle des Frontkämpfers, der neben seiner Pflicht kein anderes Gefühl aufkommen läßt, und gerade die unnuidringliche und zurtichhaltende Art seines Spiels läßt ihn wie keinen anderen für die Gestaltung dieses Soldatenschich'ale geeignet erscheinen. Hilde Körber, Paul Dahlhe, Kurt Seifert, On Tollen, Ernst Karchow und Bruno Gühner sind bewährte Kräfte, die auch hier in der Darstellung der Chargentolle nicht versagen. Bodo Effenberger. tessal und Hugs Werner=Kahle in dem Film„Pan“ nach Knuk Hamsun Foto: Syndikatfilm Die nordische Landschaft in ihrer unberührten Wildheit und Härte brückt diesem Zilmwerk, das die Welt Knut Hamsuns auf die Leinwany bannt. ihren Stempel auf. Schon einmal sahen wir Hamsuns Menschen im Film, es war jene unvergleichliche Liebesgeschichte von Victoria Diesmal hat die berühmte Novelle„Pan“ den Stoff geliefert. Hier sind die Berge und Wälder rauber der Himmel ist oft verbangen, nur selten dringt ein Sonnenstrahl hernieder und Sturm und Regen beherrschen das Feld. Olo' Fiord hat diese Stimmung meisterhaft einzufangen gewußt. Auch die Menschen, deren Wege sich hier kreuzen, scheinen aus rauberem Holze geschnitzt, aber sie empfinden ursprünglicher, sie sprechen wenig. aber sie ahnen viel, viel mehr als sie sagen wollen. Darum ist auch die Aufgabe. diese Menschen zu gestalten. so groß. Christian Kanßler. der zum ersten Mal im Film erscheint, spielt den Leutnant Glahn, der die Welt floh. um in der Einsamkeit der Berge zu leben. Ohne viel Worte wächst hier seine Gestalt empor und wird seine zarte Liebe zu Edwarda der schönen Tochter des eingebildeten Kau manns Mack. Hilde Sessack gibt dieses schwankende, verspielte Madchen, das barch ihr Spiel den Geliebten zugrunde richtet. Zwischen beiden steht die Eva, das reine Naturkind, das nicht lügen kann und keiner Täuschung fähig ist. Marieluise Cloudins land hier eine dankbare Aufgabe. Mit diesen drei Menschen sind die Träger der Handlung erschöpft. aber auch in den anderen Rollen sieht man Gestalten, die sich einprägen und im Gedächtnis haften bleiben. so der großsprecherische Mack Hugo Werner Kahles. der Doktor Werner Schotts und vor allem der alte Kapitän, den Heinrich Schroth gibt. Es wird wenig gesprochen in diesem Film; Gefühl und Ausdruck müssen das gesprochene Wort erletzen, das nur zweimal wunderschön und herb aus Glahns Munde erwächst: einmal als er zu Edwarna vom Sinn bes Lebens spricht. und zum anderen, als er an Enarischem Grabbügel bekennt, daß er eine andere geliebt hat So stellt der Film auch an leine Beschauer hobe Anforderungen Sie mülsen miterleben und nachfühlen, dann aber wird ihnen Haminns Welt nen erschlossen sein und unvergleichlich bleiben Allrey Nethnagel. Capitol „Revolutionshochzeit“ Wieder ein Hans H. Zerlett=Film. der nach dem gleichnamigen Bühnenwerk von Sophus Michaelis gedreht wurde. Man schreibt das Jahr 1793. Die Armeen der Revolution in Frankreich marschieren, Aristokraten und Rovolisten sind über die Grenze geklohen oder in den Händen des Konvents. An der Grenze liegt das Schloß Trionville. Die Besitzerin Aline ist dem Marquis Erneste von Kindheit versprochen. Dieser ist ins Ausland geflüchtet und kämpft nun gegen die Jacobiner. Mit einem Trupp von Offizieren reitet er nach Trionville. wo die Trauung stattfindet. Vor Sonnenaufgang will Ernest das Schloß wieder verlassen. Et wird jedoch von den Revolutionstruppen gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Die Exekution wird bis früh um 6 Uhr aufgeschoben. Seine Frau Aline versucht alles, um ihn zu retten. Sie will sogar den Preis bezahlen, den ein Mann von einer Frau fordern kann, wenn ihr alles zu opiern bereit ist. So gelingt es dem Marquis. in der Uniform des ihn bewachenden Oberst zu flieben. Diesen ereilt dann das Schickal, das dem Marquis bestimmt war. Wohl ist unterdessen der Marquis aus Scham vor sich selber zurückgekommen, aber dennoch fordert der Oberst gegen sich die ganze Strenge des Gesetzes. Und während dieser unter den Kugeln der Salve stirbt, gebt der zurückgekehrte Emigrant der Freiheit entgegen. während Allne das Gesicht des Taten, der ihr geholfen und gebört hat. liebkost. Der Film ist voller bramatischer Spannungen und behandelt den menschlichen Konklikt jener wildgewordenen Zeit. Hier sehen wir Brigitte Hornen ine ner neuen Rolle, die sie meisterhaft löst. Neben ihr siehen Paul Hartmann. Bernhard Minetti, Peter Elsholtz und Friedrich Benfer, die ihr bestens assistierten. Der Film hat das Prädikat„künstlerisch wertvoll“ erhalten, was schon allein für ihn spricht. Lichtspielhans „Liebe geht seltsame Wege“ Die Liebe an und für sich geht in diesem Spiel überhaupt keine seltlamen Wige Sie geht vielmehr himmelhochjauchtend und schenkt sich das Zutodebetrübtsein, weil beide Menichen tapfer und innerlich ausgeglichen sind, so daß Enttänschungen ihnen nicht viel anhaben können. Aber der Weg. den die beiden nehmen müssen, ist mit seltsamen Meilensteinen bestanden und führt durch revolutionäre Umtriebe durch politisierende Wortgesechte, ernsthalte Florett Duelle über Kampf. Flucht und Ver olgung. lo daß der Zuschauer von der Spannung nicht mehr loskommt. Der Anlang schon führt gleich in dieje spannunggeladene Atmoiphäre. Ein Haup mann steht vor einem Kriegsgericht. Dieses fällt über ihn das Todesurteil. Gefragt, ob er noch etwas zu sagen habe, antwortet der Todeskandidat mit einem unbekümmetten„Hoffentlich klappt's“. In demle ben Moment fliegt. noch ebe das hohe Gericht Zeit hat, sich über diese vieldeutige Antwort zu entrüsten, eine Kugel durch das Buntglasfenster. Man glaubt an ein Attentat, an einen revolutionäten Uebersall. da dieser mittelamerikanische Staat.In dem die Bandlung spielt, gerade wieder lo ein Revolutiönchen hinter sich hat. Die Gerichtsberren werden von panischem Schrecken erfaht, aber es ernlodiert nichts, denn es ist nur eine— Billardkugel. Doch die Billardkugel bringt des Rätsels Lölung Sie trägt die Aufschrift„Es hat geklappt“. Und ehat auch wirklich geklappt, denn der verurtellte Hauptmann hat sich die Verwirrung zunnne gemacht und ist auf und davon. Solche unvorhergesehenen Späße gibt es in diesem Bilm mehrere. Es kommt immer anders als der Zuschauer denkt. Und so was liebt das Filmpublikum. Diese ernste Handlung wird von köstlichen Zwischensnielen der Verliebten unterbrochen, auch ist eine Rethe teisnoller und prickelndet Szenen eingebaut, die des Ungewisse und die Spannung nur noch mehr støigern Apollo „Lustige Sünder“ Ein amerikanischer Film, in dem betont wird, daß die Personen und die Handlung keinerlei Beziehungen zur Wirklichkeit haben. Umso wirbelnder und unwahrscheinlicher konnte man daher Szene an Siene keihen. Ein Hauptschriftleiter hat durch seine Schlagzeilen eine junge Dame bloßgestellt, so daß sie von ihm einen Schadenerlatz von 5 Millionen Dollar fordert. Die Zahlung dieser ungeheuerlichen Summe würde natürlich den Ruin der Zeitung bedeuten. Er sinnt deshalb auf einen Ausweg. Nach turbulenten Ereignissen auf einem Ozeandampfer, bei einer Gartengesellschaft. in Hotelzimmern und Zeitungsbüros wird die Angelegenheit bereinigt und statt des einen Paares stehen schließlich zwei vor reiche Leute. der Hochzeit. Daneben werden die sich langweilen, in ihren Lannen und Beschöftigungen parodiert, was ja dem Amerikaner immer besonders gefällt. Die Haupdarsteller sind William Powell. Spencer Tracy und ihre Parinerinnen die blonde Jean Harlow und die dunkle Myrna Loy, beide gleich temperamentvoll. Eine gemütliche Erscheinung ist der reiche Allenburo von Walter Conolly. det als einziestes Vergnügen nur das Angeln kennt. Die filmische Technik arbeitet wieder glänzend, die Regie beweist, daß sie sich auf durchschlagende Effekte pe steht und die Dorstellung ist ungewöhnlich speinig. so daß der. groteske Humot hier wieder einmal Triumphe seiert Odeon- und Skala-Theater „Und Du mein Schatz fährst mit...“ Das aus Lust am Wagnis und leidenschaftlicher Liebe zur Kunst glühende Temperament bringt eine junge Künstlerin, frisch von der kleinen deutschen Bühne weg. über das weite Meer nach Newvork Und damit in einen Strudel seltsamer Geschehnisse und Abenteuer, gegen die sie tap er und entschlossen den Kampf aufnimmt. Tanzend steppend. erobert sie sich gegen alle Widerstände, Versuchungen und Intriganten, die selbst vor einem Verbrechen nicht zurückschrecken. Bühne und Publikum eines gronen Newyorker Reone Theaters. Mit ihrem bartnäckigen. kunstbessenen Einsatz in dieser tollen Atmosphäre der amerikanischen Theaterwelt setzt sich eine junge Künstlerin auf kremden Boden durch und gewinnt das abenteuerliche Spiel. hammer Lichtspiele „Die ganz großen Torheiten“ Ein blutjunges, unberübrtes Mädel kommt nach Wien. Therese Brandl(Paula Wesselv). Zum ersten Male allein im leichtlebigen Wien, erliegt sie dem Erlebnis einer Nacht mit einem lebensgewandten. faszinierenden Mann(Rudol“ Forster). Das Schicksol will es, daß dieser ihr Lehrer in der Schau spielschule ist. in der sie am nächsten Tag ihr Stivendium beginnt. Der Künstlee und Mann von Welt erkennt natürlich sein„Abenteuer“ nicht wieder. er will es nicht erkennen, und abnt nicht, daß er damit ein junges, verliebtes Hers tödlich verwundet. Therese sieht in seinem Verhalten nichts als eine Demütigung ihrer Liebe und glaubt, sich rächen zu müssen. Alle Welt soll wissen, wer mit ihren Gefühlen gespielt hat. Skandal in der Theaterschule. in der Wiener Gesellschaft. Endlich erkennt Therese. daß sie der Kunst alles andøre unterzuordnen bat Sie will noch einmal aus eigener Kraft von vorn anfangen. Der Lehrer, der Künstler, hat ihr den rechten Weg gewiesen zum Tot des Lebens Aber ihr starkes Herz hat den Stolz des Mannes besiegt er holt sie zurück zu einem gemeiniamen Leben der Arbeit und der Liebe. Kammer-Lichlspiele Gerthe „Maria, die Magd“ Dieler Film bat ein betont deutsches Gesicht, da bier in der Hindlung die Natur in einer Weile mitspielt, wie es uns Deutschen belonders liegt dier spielt sich zwischen Neigung und Pflicht ein epliches Schickal ab. Das Schicksal der Magd Maria wird er'ülltes Frauenschicksal. Hilde Körber verkörpert diese Maad in perber, teiner Zeichnung und mit einem strengen Zug im leidenschaftlichen Ausbruch Hilde Hildebrandt spielt die Mutter, die erst allmählich zu ihrem Kinde zurückfindet, mit vornebmer Größe. Die ländliche Welt ist ganz großartia gezeichnet und darin liegt auch die Stärke dieses schönen Films. Apollo-Theater B.-Weitmar „Pat und Patachon im Seitdem die beiden dänischen Groteskkomiker wieder in Deutschland spielen, hat man das Rezeppt iher Eilme etwas geändert. Sie sind nicht mehr die„Haupldarstellet, sondern müssen die Lustspiele lediglich mit komischen Einfällen würzen. So auch hier. mo gezeigt wird. daß das„Paradies auf Erden“ dem wandelbaren Geschmack der Menschen unterworsen ist. Das lehren uns det lange Dünne und der kleine Dicke in diesem lustigen Gleichnis, in dem neben Lucio Englisch auch andere bekannte deutsche Filmgesichter auftauchen. Peter Schiffers. Deuksches Volkstum Die 93-Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Abt. Volkstum=Bmuchtum, veranstaltet aus Anlaß des Tages der Deutschen Hausmusik in den hiesigen Krankenanstalten musikalische Feierstunden. Durch dis deutsche Volbslied in Verbindung mit unseren so beliebten Hausinstrumenten wie Handharmonika, Gitarre, Blochflöten, wollen wir unseren hranken Volksgenossen deutsches Volkstum vermitteln, darüber hinaus sollen diese Stunden dazu dienen, einmal Leid und Schmerz bei heimatlichen Klängen vergessen zu lassen.——— Wir weisen noch ausdrücklich daauf hin, daß wir in sämtlichen Ortegruppen Hausmusikneranstaltungen durchführen und bitten unsere Volksgenossen, diese zu besuchen. Diese Volkstumenbende, die immer wieder ein Behenntnie zu unserm deutschen Volkstum sind, verdienen besondere Beachtung, darum inden wir alle Volksgenossen zu diesen Veranstaltungen herzlichst ein. Airchenchor der Christuskirche. Der Chor der Christuslirche veranstaltet am Buß und Bettag, dem 17. November, nachmittags 5 Uhr. in der Christuskirch anläßlich seines 90jährigen Bestehens und zur Feier des 300. Geburtslages Buxtehudes ein Konzert. Daß Programm enthält ausschließlich Wert= von Dietrich Buxtehude, dem großen Lehrer unseres großen Meisters Johann Sebastian Bach. Chorkantaten, eine Solokantate für Baß, eine Arie für Sopran. eine Ciaconna für Orgel und eine Sonate für Violiné, Cello und Orgel zeigen das Wirten Burtehudes. Neben dem Chore wirken mit: Irene Rust(Sopran), Herbert Beil(Baß), die Kammermusiker Oskar Wall. August Krause, Ewald Maise. Gustav Knauer und Ernst Eigen. An der Orgel waltei Stubienrat Schneck seines Amtes. Die Leitung des Konzertes liegt in den Händen des langlährigen Dirigenten des Chores H. Haarmana. Möge dem Christuskirchenchore zu seinem Jubelkonzert ein volles Haus beschieden sein. Der Chor der Christuskirche in Bochum ist der älteste evangelische Kirchenchor Westfalens. im Jahre 1877 gegründet von unserm unvergeßlichen August Große=Weischede. Ewischen Eißelturm und Montmartre BILDER UND EINDRÜCKE EINER PARISER REISE VON J. M. HASLER (5. Fortsetzung) Im Lemnel der Künst II. Fragt man den interessierten Pariser, was denn wohl das Wertvollste unter den ungeheuren Werten und Kostbarkeiten des Louvre ist. so nennt er ohne langes Ueberlegen nur drei Werke, die„Venus von Milo", die„Nike von Samothrake" und die„Monna Lisa“ von Leonardo da Vinci. Dem Namen nach sind sie wohl so ziemlich allgemein bekannt und Abbildungen sind schon unendlich vielen zu Gesicht gekommen. Aber was sind alle Abbildungen, und mögen sie auch noch so wohlgeraten sein, gegen die Originale die sich in ihrer unerreichbaren Schönheit nur dem offenbaren, der vor ihnen gestanden ist und sie mit seinen eigenen Augen hat betrachten können! Mit angespanntesten Erwartungen sind wir in den Louvre hineingegangen und waren— wie es eben jedem so ergehen mag. der einmal in diesem unvergleichlichen Tempel der Aunst hat weilen dürfen— gebannt, alle unsere Erwartungen waren übertroffen. Man muß sich allerdings Zeit nehmen, darf nicht— wie wir das beobachten konnten— durch die Säle hasten, sondern muß die einzelnen Kunstwerke auf sich wirken lassen, möglichst von Abteilung zu Abteilung gehen, muß jede auf sich einreden lassen in der ihr eigenen Sprache, darf sich dabei aber auch durch nichts ablenken lassen, auch nicht durch die oftmals sehr störend wirkenden Dekorationen, die noch aus den Zeiten stammen, in welchen die einzelnen Gebäudeteile errichtet worden sind, oder durch die dunklen Türen und Vertäfelungen, die manchen Räumen zuviel Licht nehmen und sie zu düster erscheinen lassen. Schätze der Antike Wir machen zuerst der Antike unsere Aufwartung. Durch eine gewaltige, von hohen Pfeilern getragene Halle, die fast den Eindruck eines Kirchenschiffes macht und ganz Würde atmet. gelangen wir zu der breiten Treppe, die zu den Sälen binaufführt. Noch ehe wir die letzten Stufen erreicht haben, fallt unser Blick auf die„Nike von Samothrake", jene herrliche Schöpfung altgriechischer Kunst aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, die aber leider nur als Torso erhalten geblieben ist. Die Nike war den Griechen die Göttin des Sieges, die auf der Kampfbahn oder auf dem Schlachtfelde erschien, den Sieg kündete und die Sieger ehrte. Es gibt mehrere Nikedarstellungen, aber keine ist unverletzt und in ihrer ursprünglichen Schönheit erhalten geblieben, keine aber auch zeichnet sich durch den lebendigen Schwung ihrer Formen so aus, wie diese„Nike von Samothrake“. Der unbekannte Künstler hat die Göttin dargestellt in dem Augenblick, wo sie im Begriff ist, sich auf das Vorderteil eines Schiffes niederzulassen, um ihm den Sieg zu bringen. Die Gestalt ist voller Frische, rauschenden Lebens und fast stürmischen Vorwärtsstrebens. Wunderbar ist die Herausarbeitung der Gewandung, die durch den beim Herabschweben vom hohen Olymp auf das Schiff verursachten Luftdruck fest an die schönen, jugendlichen Formen des Körvers gepreßt st. Vermutlich stammt das Werk aus der Schaffensperiode des Phidias, des größten unter den griechischen Bildbauern aus dem goldenen Zeitalter des Perikles. Kostbarer aber als diese Nike, überhaupt der weitaus kostbarste Schatz unter den antiken Kunstwerken ist die Apbrodite die als„Venus von Milo“ bekannt ist und den umlagerten Mittelpunkt in dem nach ihr benannten Saale bildet. Durch einen glücklichen Zufall ist Frankreich in den Besitz dieser herrlichsten unter den erhaltenen Venusstatuen gelangt. Ein vflügender Bauer fand sie 1820 auf seinem Acker auf der Insel Melos, der alten Milo. und der französische Botchafter in Konstantinovel erwarb sie und machte sie seinem Könige Ludwig XVIII. zum Geschenk für den Loupre. Apbrodite war die Göttin der Schönheit und der Anmut und späterbin auch — namentlich bei den Römern, die ihren Kult von den Griechen übernahmen und sie als Venus verehrten— der Liebe. Der gleichfalls unbekannte Künstler, der ein ganz Großer im Reiche der griechischen Plastik gewesen sein muß, hat es geradezu meisterhaft verstanden, in dieser idealen Frauengestalt klassische Schönheit, erlesene Anmut und bezaubernden Reiz mit göttlicher Würde zu verbinden. Der Louvre besitzt allein drei Venusntuon. die ganz bekleidete„Venus gene frir“, die halbbekleidete Venus von Arles“ und diese„enus von Milo“. aber keine der beiden anderen kann sich mit ihr an Schönheit messen. In der gewaltigen Fülle der Plastiken Medeme Necmer“ und Skulpturen, der man in den Sälen der Antike begegnet, ist überhaupt nicht eine, die auch nur im entferntesten einen so starken und so nachhaltigen Eindruck auf den Beschauer ausübt wie diese Venus, das berühmteste und bedeutendste Werk des an berühmten und bedeutenden Werken so reichen Louvre. Frankreich ist um diesen herrlichen Schatz antiken Kunstschaffens wirklich zu beneiden. Eweiß ihn aber auch zu schätzen. Er ist der beVke von Samothrake" herrschende und krönende Mittelpunkt der antiken Sammlungen, um den sich alles gruppiert. Erstaunen macht es, mit welcher Liebe und welchem Sammelfleiß hier alles zusammengetragen ist, was an Werten der Antike auf unsere Zeit gekommen ist. Wer Zeit und Muße hat, kann hier die ganze griechische Kunstgeschichte studieren, fast alle bekannten und unbekannten Künstler sind vertreten. alle Epochen sind hier festgehalten, die meisten mit ihren Criginalen. Die Welt der Pharaonen Von der griechischen wenden wir uns zur ägyptischen Antike, zu der wir durch die Halle der Karyatiden“ gelangen. Sie hat Leonardo da Vinci,„Monna Lisa" ihren Namen von den aus der altgriechischen Architektur bekannten weiblichen Plastiken, die an Stelle von Säulen und Pfeilern in den alten Göttertempeln oder in vornehmen Bürgerhäusern das Gebälk trugen und„Karvatiden“ genannt wurden, eine Bezeichnung, deren Ursprung dunkel ist. Die Halle weist eine ganze Anzahl solchen Karyatiden auf. Die altäguptischen Sammlungen sind das Vollkommenste, was sich über dieses Ge viet in Europa finden läßt. Kein anderes euro väisches Museum hat eine so reiche Fülle agupti scher Kunst= und Kulturwerke aus den versunke nen Reichen der Pharaonen aufzuweisen, wie sie sich hier darbietet. Sie hat daneben noch den ein zigartigen Vorzug. nuraus Originalen zu besteben. Einen Teil hat Napoleon I. mit heimgebracht von seinem Zuge nach Aegypten, der größere Teil aber stammt von französischen Wissenschaftlern, von Archäologen, die im Wüstensand gegraben und die Schätze in jahrzehntelanger Forschungsarbeit wieder aus Tageslicht geschafft haben. Auch viele Schenkungen und Erwerbungen durch den französischen Staat befinden sich darunter. Eine starke Beachtung verdienen und finden die vielen Sphinxe, jene rätselhaften Steinbilder aus Löwenleibern mit Menschenköpfen. Im alten Aegypten galten sie als Symbole des Sonnengottes und waren häufig in ganzen Reihen und Alleen vor den Eingängen der Tempel aufgestellt. Wenn wir recht behalten haben, besitzt der Louvre allein ein volles Dutzend solcher Sphinxe, die meisten sind aus rosafarbenem Granit gemeißelt. Eine ganz eigene Welt stürmt auf den Die„Venus von Milo" Besucher der Sammlungen ein. Die ganze ägyptische Geschichte mit ihrer reichen Kultur repräsentiert sich hier in einer Unzahl von Plastiken, Reliefs und Friesen, Grab= und Gedenksteinen, Urnen, Fayencen und Geschirren. Bei den Plastiken fällt auf, daß sie alle bemalt sind, wenn sie nicht gerade aus von der Natur gefärbten Steinen gearbeitet worden sind. Bildhauer und Maler müssen demnach aufs engste zusammengearbeit haben. Die Blütezeit der ägyptischen Skulptur, aus der die überwiegende Mehrzahl der schönsten Stücke in dieser Sammlung stammt, fällt in das Reich der fünften Dynastie, die um das Jahr 2000 vor Christus begann. Die Kunstwerke zeichnen sich also alle durch ein sehr ehrwürdiges Alter aus. Unter den Plastiken befinden sich aber nicht allein Sphinre und menschliche Gestalten, sondern auch ganze Reihen von Bildwerken aus der Tierwelt, Murillo,„L'Immaculée Conception"(Die unbefleckt Empfangene) vor allem von Hunden und Katzen, Schlangen und Vögeln, die nicht minder edel geformt sind und daneben auch ein feines Verständnis für den Tierkörper verraten. Bei den Mumien ziehen die Sarkopbage das besondere Augenmerk auf sich sie sind aus Holz geschnitzt und mit roten, blauen und gelben Farben bemalt. Groß ist auch die Zahl der Gebrauchsgegenstände aller Art, darunter auch Waffen mit Bronceklingen und mit Edelsteinen verzierten Griffen, ferner aus holz geschnitzte Sessel und Möbelstücke, Broncesviegel und zierliche Holzkästchen, zum Teil mit Intarsien, die wohl vornehmen Aegyvterinnen zur Aufbewahrung ihrer Toilettengegenstände gedient haben. Zu dem Schönsten der Sammlungen gehören aber zweifellos der Schmuck und der Zierrat, der in Königsgräbern gefunden worden und nun in Vitrinen zur Schan gestellt ist. Kostbarste Arbeiten kinden sich darunter, zum Teil aus massi vem Golde und mit einer Fülle von in allen Farben funkelnden Edelsteinen geziert. Meisterwerke der Malerei Die Werke der Malerei vermögen doch ganz unstreitig eine viel stärkere Anziehungskraft auszuüben als die Antike mit ihrer Plastik und Architektur! Man merkt das sofort, wenn man von den antiken Sammlungen zu den Gemäldegalerien hinübergeht. Hier herrscht ein fast beängstigendes Gedränge, doch scheinen die meisten der Besucher nur Sehleute zu sein, die ohne Lust, vielleicht auch ohne Vermögen zu gründlicher Betrachtung an den Bildern vorbeilaufen und höchstens hier und da, wo sich ihnen ihrer Ansicht nach etwas ganz Außergewöhnliches bietet, auch einmal länger verweilen. Der erste Eindruck auf den aufmerksamen Betrachter ist der einer ungeheuren, überhaupt nicht übersehbaren Fülle. Wohin das Auge schaut, erblickt es nichts als Bilder! An den Wänden ist auch nicht ein kleinstes Fleckchen leer, bis an die hohen Decken hinauf ist alles mit Gemälden behangen, fünf, sechs, zum Teil— je nach der Größe der Bilder— sogar noch mehr übereinander. Unter dieser Ueberfülle kommen natürlich die einzelnen Werke nicht recht zur Geltung und Wirkung. Auch die Betrachtung leidet darunter, da sie zu stark abgelenkt wird. In der großen Galerie, in der die Meisterwerke der Italiener, der Spanier und der Niederländer ihre Heimstatt haben, ist wohl das Schönste und Herrlichste, das die mittelalterliche Malerei aufzuweisen hat, zu finden. Hier fesselt zunächst die idealistische, bezaubernd liebenswürdige Kunst Raffaels, der mit mehreren seiner erlesensten Schöpfungen vertreten ist. „Der heilige Michael“ und„Der heilige Georg“ gehören noch zu den Erstlingswerken des jungen Meisters, während ihn„Die schöne Gärtnerin“ bereits auf der Höhe seines Schaffens zeigt. Hier hängt auch„Die Madonna mit dem Diadem“, die zu den schönsten Marienbildern Rafaels gehört und sein Schönheitsideal bereits in höchster Läuterung nachweist. Von seinen vielen historischen Bildnissen berühmter Männer finden wir den„Graf Castiglione“, das mit zu dem Vollendetsten dieser Art Bildnisse aller Zeiten zählt. Auch Tizian, der größte und bedeutendste Meister der venetianischen Malerschule, deren Schöpfungen unter ihm die prächtigste und höchste Entfaltung erlebte, hat hier eine Heimstatt. Seine religiösen Bilder die„Grablegung Christi“, „Die Dornenkrönung“ und vor allem das wunderbar eindrucksstarke Gemälde„Christus und die beiden Jünger in Emmaus“ enthüllen die Macht seiner Pallette in ihrer ganzen Größe.„Die Venus del Prado“ gehört zu den Spätlingswerken, das er erst geschaffen hat, als er bereits sein achtzigstes Lebensjahr überschritten hatte. Auch es zeugt für die unübertroffene Reise seines Könnens, das selbst im hoben Alter nicht absank. Paolo Veronese hat sein berühmtes Kolossalgemälde„Die Hochzeit zu Kana“ beisteuern müssen. Unerreicht in der Gestaltung rein äußerlichen Prunkes, in der barmonischen Abtönung eines reichen, leuchtenden Kolorits und der fast dramatischen, aber von gedämpftem Pathos getragenen Szenerie gehört dieses Werk zu dem Schönsten, das der Meister geschaffen hat. Es ist zugleich auch das an Umfang großte im ganzen Louvre, mißt es doch in der Länge fast zehn und in der Höhe fast sieben Meter. Napoléon hat es von seinem Eroberungszuge nach Italien mitgebracht. Als es nach seinem Sturze im Friedensschluß von 1814 den ursprünglichen Eigentümern wieder zurückgegeben werden sollte, haben diese im Hinblick auf die ungeheuren Kosten und Mühen, die ein Rücktransvort verursacht haben würde, darauf verzichtet und so ist es dem Louvre als eines seiner sehenswertesten und wertvollsten Stücke erhalten geblieben. In einer Verbindungsgalerie hängt das Bild der Bilder, Leonardo da Vincis berühmtes „adenomah!“. Es ist aber leider nur eine Kopie, wenn auch eine ganz vortrefflich gelungene! Das Original hat Leonardo für das Refektorium des Klosters St. Maria delle Grazie in Mailand gemalt. In dem Zustand, in dem es der Meister geschaffen, ist es allerdings heute nicht mehr vorbanden. Leonardo hatte es mit Oelfarben auf den Wandverputz gemalt, hinterher erwies sich die Wand aber als feucht und die Farben blätterten ab. Um es vor völliger Vernichtung zu bewahren, hat es im Laufe der Zeit mehrfach ganz überholt werden müssen. Wenn es nicht gelungen wäre, eine Anzahl guter Kopien herzustellen, von welchen die im Louvre hängende nicht nur eine der wohlgelungensten, sondern auch die berühmteste ist, könnten wir uns vielleicht heute kaum mehr eine richtige Vorstellung von dem Original machen! Berühmter als diese Kopie ist die Millat.„Die Actwerdeserinner „Manna Lisa", and Gloconda" genannl. S. halt außerordentlich schwer, nahe an dieses Bild heranzukommen, da es ständig umlagert ist. Ch das rätselhafte Lächeln dieses einzigartigen Frauenvildnisses die vielen Beschauer anzteyr oder der Reiz des Außergewöhnlichen, der es seit dem bekannten, damals die ganze Welt aufwuhlenden Raube noch mehr umspielt, haben wir nicht zu ergründen vermocht. Leonardo soll, als er daBild im Auftrage Giocondos malte, in eine schwärmerische Liebe zu dieser Frau entbrannt sein, die damals im lieblichsten Reiz vollerblühter Jugend stand. Wie die Fama wissen will, ist sie erst 25 Jahre alt gewesen, das Bild stellt aber eher eine Vierzigjährige dar, und das soll die Veranlassung gewesen sein, daß der Auftraggeber die Abnahme verweigerte. Man hat versucht, dem geheimnisvollen, rätselhaften Lächeln, das um die Mundwinkel der Dame spielt, alle möglichen Deutungen zu geben. Die eine geht dahin, Monna Lisa sei gerade um die Zeit, als sie Leonardo Modell stand, von schwerstem seelischen Leid bedrückt gewesen, das sich in ihrem Gesicht so deutlich wiedergespiegelt habe, daß es dem Meister schwer wurde, den Abglanz solchen Leides im Gesicht der geliebten Frau festzuhalten. Leidverzehrt habe er sie einfach nicht malen wollen, und da es ihm selber nicht möglich war, sie aufzuheitern und ihr ein Lächeln abzuschmeicheln, habe er Gaukler und Bänkelsänger von der Straße gedungen, die sie durch Possen und heitere Lieder ablenken sollten, was denn schließlich auch einigermaßen gelungen sei. Ist es nun wirklich ein Lächeln, das um ihre Lippen spielt? Oder ist es mehr selig träumender Ausdruck, in den Leonardo— Wie einige gereuter naben— Gülte und Grausam= keit, Lieve und Faschheit, Frohsinn und Welt schmerz, Glück und Unglück hineingelegt hat? Wie immer man sich dem Bilde naht. immer ist der Ausdruck des liebreizenden Gesichts ein anderer, zufrieden und heiter oder traurig, zustimmend und aufmunternd oder zweifelnd, abweisend, hochmütig und spöttisch. Es geyt ein ungemeiner Zauber von dem in zartesten Farben gemalten Bilde aus, der einen ganz gefangen nimmt und nicht wieder losläßt. Leonardo hat es mit nach Frankreich genommen, als er in die Dienste Franz I. trat. Der kunstsinnige Monarch verliebte sich so darin, daß er den Künstler bestimmen wollte, es ihm für eine hohe Summe Geldes abzulassen. Sein Schöpfer aber mochte sich nicht von ihm trennen, und als es schließlich doch der Ueberredungskunst des Königs gelang, ihn umzustimmen, bedang er sich aus, daß es bis zu seinem Lebensende sein Eigen bleiben und erst nach seinem Tode in den Besitz des Königs übergehen dürfe. Nach dem Raube im Jahre 1911 war das Bild fast zwei Jahre verschollen, die kunstliebende Welt, die um seinen Verlust in große Trauer gestürzt war, hatte es schon fast verloren gegeben, als es 1913 wieder aufgefunden und in den Louvre zurückgeschafft wurde. Heute ist es mit einer Glasscheibe bedeckt und eine Barrière verhindert, daß die Besucher allzu nahe an es herankönnen. Von den großen Spaniern, die mit den Italienern wetteifern, nennen wir nur Murillo, den tieffrommen Maler der Madonnen. Welch zarte Innigkeit, welch jubelnde Glaubensfreudigkeit spricht nicht aus seiner„L'Immaculec Conception"! Mit kindlich=seligem Lacheln schwebt die Madonna in blendend weißem Gewande, umwallt vom blauen Mantel dem Himmel zu, umgeben von einer Schar lieblicher Engelsgestalten. Man steht vor diesem Bilde, unwillkürlich zur Andacht gezwungen, fast freudig verzückt wie die kleinen Engel, die in ehrfürchtigem Stannen zu ihrer Königin aufschauen. Von allen Madonnenbildern, die der Louvre birgt, ist es unstreitig das schönste. Murillos berühmtestes Gemälde ist aber„Die Geburt Mariä", meisterhaft in der Gruppierung der Personen, der Harmonie der Farben und vor allem auch der Behandlung des Lichtes. Der unvergleichliche Farbenzauber und die geradezu erstaunliche Meisterschaft in der Pinselführung, die diesem großen, gottbegnadeten Künstler eigen war, verrät auch seine köstliche„Engelküche", ein Bild von so unendlichem Liebreiz, daß es einen nicht mehr loslassen will. Unter den großen Niederländern befinden sich erlauchteste Namen: Van Dyk, Rembrandt, Rubens, Franz Hals, Memlina und wie sie alle heißen mögen. Wir können sie nicht alle hier aufführen und nicht näher auf ihre Gemälde eingehen, weil wir sonst über den uns gesteckten Rahmen weit hinausschießen würden. Unter den Werken Rembrandts fesselt vor allem sein„Mann mit dem Goldbelm“ und sein„Selbstbildnis“ aus dem Jahre 1660. Rubens hat eine eigene Galerie, in welchen seine berühmtesten Bilder zum Beschauer sprechen. Unter den großen französischen Malern, deren Schöpfungen naturgemäß mit besonderer Liebe Ehrenplätze im Louvre eingeräumt worden sind, begegnen uns Poussin mit seiner„Heroischen Landschaft“, Lebrun mit dem„Zelt Darius", Watteaus„Gilles". Rigauds „Ludwig XV.“. Boucher mit der„Diang im Bade". Jean Baptist Greuze mit dem„Zerbro chenen Krug“, Louis David. der Hofmaler Napoleons, mit dem„Schwur der Horatier" und seiner„Madame Récamier“, sämtlich aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, und von neueren aus dem 19. Jahrhundert Delacroix mit„Dante und Vergil über den Höllenstrom fahrend" und vor allem Millet der Maler der französischen Bauern und Landarbeiter, dessen Bilder„Der Angelus" und„Die Aehrenleserinnen“ ja allgemein bekannt sind. Die Zahl der Schöpfungen namentlich aus dem 19. Jahrhundert geht in die Hunderte und läßt sich nicht aufzählen, während das 16. und gar das 15. kaum mit namhaften Werken vertreten sind, da es um diese Zeit eine beachtliche Bildnismalerei in Frankreich noch nicht gibt. Wir beschließen unseren Rundgang mit einer Besichtigung der noch erhaltenen Kron schätze aus der Zeit der französischen Könige und Napoléons. Sie sind in der Apollo=Galerie untergebracht. Neben der Krone Ludwigs XV. finden wir die Krone Napoléons, die mit dem größten und wertvollsten Diamanten, den die Welt kennt, dem sogenannten„Regenten“, geziert ist. Auch der reich mit Edelsteinen geschmückte Degen Bonapartes ist hier aufbewahrt. Der Kronschatz repräsentiert einen ungeheuren Wert und ist infolgedessen besonders bewacht und gesichert. Westdeufsche Um- und Ausschau Appell des Kyffhäuserbundes Die Kreisführer der Gebietsinspektion Westfalen in Dortmund RWD. Dortmund. Mit der Feier des 70. Geburtstages des Gebietsinspekteurs von Westfalen, Landgerichtsrat a. D. Bömcke, hatte man den Appell der Kreisführer der Gebietsinspektion Westsalen des Knifhäuserbundes verbunden, der am Donnerstag der Dortmunder Kronenburg stattfand. Das indesgebiet West umtaßt insgesamt 90 Kreisverbände mit 352 000 Mitgliedern. Hiervon entfallen auf die Inspektion Westfalen 50 Kreisverbände mit 207 600 Mitgliedern, die bei diesem Appell durch ihre Kreisführer vertreten waren. Nach einem Willkommgruß an die zahlreich Erschienenen richtete Landesgebietsführer West. Generalleutnant a. D. Exz. Koch an den jetzigen Gebietsinspekteur Major a. D. Bömcke, der am 12. November sein 70. Lebensjahr vollendete, herzliche Glückwünsche. Weiter gedachte er des verstorbenen Ehrenführers Major a. D. Walther, zu dessen Ehren man sich von den Plätzen erhob. Der Landesgebietsführer streifte dann kurz alle die Punkte, die ihm besonders am Herzen lagen und kam auf den vom Führer gegründeten Soldatenbund zu sprechen. Er sei beim Bundesführer vorstellig geworden, zu veranlassen, daß die aus dem Heer ausscheidenden Soldaten bis zu ihrem 45. Lebensjahr im Soldatenbund sein müßten, um dann automatisch in den Reichskriegerbund überzugehen. Der Redner führte dann weiter aus, daß eine Steigerung in der Beteiligung am Schießsport festzustellen sei. Rheinland und Westfalen ständen in diesem Jahre in bezug auf ihre Schießleistungen on erster Stelle in gesamten Bund. Der Wanderpreis. der im Jahre 1936 an den Landesverband Westfalen gefallen sei, habe jetzt der Landesverband Süd=West errungen. Als Anerkennung für die Schießleistungen habe die Bundesleitung 360 000 Patronen überwiesen, außerdem habe er 206 Kleinkalibergewehre zur Verfügung gestellt, die dem Landesverband Westfalen überwiesen wurden. Das in den Vorjahren durchgeführte WöW. Schießen werde auch in diesem Jahre stattfinden. Erz. Koch kam dann noch auf den Reichskriegertag in Kassel zu sprechen. Dier würden im nächsten Jahre etwa 100000 Kameraden aufmarschieren, da die Stadt Kassel nicht mehr Gäste fassen könne. Es sei notwendig, daß wenigstens einmal im Jahre der Reichskriegerbund mit einem großen Aufmarsch an die Oeffentlichkeit trete. Gebietsinspekteur Major a. D. Bömcke dankte zum Schluß den Kameraden für die ihm bewiesenen Ehrungen und besonders für das große Vertrauen, das man ihm stets entgegengebracht habe. Er bat alle Kameraden, zum Wohle des Bundes auch in Zukunft zusommenzuarbeiten, sie dienten damit Deutschland wie auch dem Führer. Nach einem Fackelzug durch die Stadt klang der Appell in einem kameradschaftlichen Beisammensein aus Das Seminar der deutschen Arbeit tagte in Arnsberg RWD. Arnsberg. Das Seminar der deutschen Arbeit. das von der Gauschulungsabteilung der Deutschen Arbeitsfront. Gau Westfalen=Süd, geleitet wird, hat nach einer Sommerpause nunmehr seine Arbeit wieder begonnen. Der zwölfte Arbeitstag jand in der Regierungsstadt Arnsberg im UraniaTheater statt. Im Mittelpunkt des Arbeitstages stand ein bedeutsamer Vortrag des Generalleutnants a. D. Horst von Metzsch über das Thema„Der Kampf gegen wehrpolitische Uebermacht“. Diese Arbeitstagung wurde in schoner Weise ausgestaltet und umrahmt durch Lesungen des Mitgliedes des Stodttheaters Dortmund, Alexander Steilmark, der drei Kriegsbriefe gefallener Studenten und den Fahneneid von Heinrich Lersch vortrug. und durch die musikalischen Darbietungen des Musikkorps der Arnsberger Wehrmacht unter Leitung seines Musikmeisters Stumme. Der erste Schnee im Sauerland NWD. Arnsberg. Herrschte noch bis vor einigen Lagen im westdeutschen Gebiet sommerliche Wärme und Trockenheit. so trat nunmehr ein plötzlicher Wetterumschwung ein. Im Hochsauerland, im Gebiet des Kahlen Asten. fiel bereits der erste Schnee. Mag auch dieser erste Schnee den vielen tausend westdeutschen Wintersportlern ein freudiges Vorzeichen für einen zünitigen Sportwinter sein, für die Bergbauern, die noch einen Teil ihrer Ernte draußen haben, ist er weniger angenehm BdM.-Führerinnen in Münste Schulungsarbeit und Erziehungsaufgabe der BdM.=Führerinnen. RWD Münster. Nachdem die frühen Nachmittagsstunden des Donnerstag wiederum dem Sport und Volkstanz vorbehalten waren, nahm die Veranstaltungsfolge der Referate innerhalb des großen westfälischen Mädelgruppenführerinnentreffens mit einem Vortrag der Schulleiterin der Reichsführerinnenschule des BdM., Obergauführerin Lotie Becker. Potsdam ihren Fortgang. Nach dem gemeinsam gesungenen alten westfälischen Volkslied„Wach auf. wach auf— du Handwerksgesell“ und der Begrützung durch Obergauführerin Juliane Zokolowsky nahm Obergauführerin Lotte Becker zu der Schuungsarbeit und Erziehungsaufgabe der Führerinnen n einem klar umrissenen und für alle verständlichen Keferat Stellung. Am Abend veranstaltete der Standort Münster der 5J. und des BdM. in der Stidthalle eine Langemarckfeier, die einen eindrucksvlen Verlauf nahm. Kleine Provinzchronik „Dunkelläuten“ im Rapensberger Land. RWD. Bielefeld. Am Martinitag(11. November) begann in Bielefeld und einigen anderen Ravensberger Orten wieder das sogenannte Dunkelläuten, das nach uraltem Brauch in der Zeit des dunklen Winters erfolgt. Von allen Kirchtürmen erheben zwischen dem 10. November und dem 2. Februar Samstags zwischen 19 und 20 Uhr die„Dunkelläuteglocken“ ihre ehernen Stimmen. Nach der Sage sollen sich vor vielen hundert Jahren an einem Winterabend zwei Wanderer in der weiten Senne, die damals noch von wilden Wölfen bevölkert war, vertrrt haben. In höchster Not hörten sie die Abendglocken einer Bielefelder Kirche, die ihnen den rechten Weg wies. Aus Dankbarkeit sollen die Geretteten das Dunkelgeläut gestiftet haben. Zuviel gewährter Urlaub kann nicht aufgerechnet werden. Köln. Ein Kölner Großunternehmen wurde Mitte dieses Jahres für eine Woche geschlossen, um alle Gefolgschaftsmitglieder zur gleichen Zeit zu beurlauben. Unter den Betriebsangehörigen befand sich auch ein Arbeiter, der unter Fortzahlung seines Lohnes für die ganze Woche beurlaubt wurde, obgleich e. auf Grund des Tarifes nur Anspruch auf zwei freie Tage hatte. Als dieses Gefolgschaftsmitgliey am 1. September dieses Jahres entlassen wurde. zog ihm der Betriebsinhaber vom letzten Wochenlohn 44 RM für Ferientage ab Der Arbeiter klagte nun am Kölner Arbeitsgericht den ihm abgehaltenen Betrag von 41 RM ein. Der beklagte Betriebsinhaber wandte ein. daß der Kläger nur Anspruch auf zwei Tage Urlaub gehabt und sich somit um vier Tage ungefertigt bereichert habe Der Vertreter des Arbeiters führte dagegen aus. daß von einer ungerechtfertigten Bereicherung keine Rede sein könne. Der Betriebsinhaber habe den Arbeiter für eine Woche beurlaubt und den diesem zustehenden Lohn bezahlt, ohne irgendwelche Vorbehalte zu machen. Eine nachtragliche Aufrechnung sei unstatthaft Das Gericht schloß sich diesem Standpunkt an und verurteilte den Betriebsführer zur Zahlung des eingeklagten Betrages. Die Ahr stellenweise nanrzu ausgetrocknet. RWD. Altenahr. Infolge der seit mehreren Wochen anhaltenden niederschlagsarmen Zeit führen die Gebirgsbäche in der Eifel zurzeit nur ganz geringe Wassermengen. Der Wasserstand der Ahr ist infolgedessen ebenfalls sehr stark zurückgegangen, und der Fluß ist stellenweise nahezu ausgetrocknet, o daß man das Bett trockenen Fußes durchschreiten lann. In den Hohenorten macht sich eine empfindliche Wasserknappheit bemerkbar. Das Wasser für Menschen und Vieh muß vielfach aus weitab gelegenen Quellen herangeschafft werden. Todessprung aus dem fahrenden Zug NWD. Koblenz. Am Bahnübergang in der Nahe des Bahnhofs Horchheim wurde auf den Schienen eine furchtbax verstümmelte männliche Leiche gefunden. Die Ermittlungen ergaben, daß es sich um einen Mann aus Horchheim handelt, der am Vorabend in Rheinbrohl auf einer Geburtstagsfeier war. Da der von wm zur Heimfahrt benutzte Zug in Horchheim nicht hält, ist anzunehmen, daß der Verunglückte so tollkühn war, in Horchheim aus dem fahrenden Zug zu springen. Deutschlands ältester Radfahrer gestorben. RWD. Trier. Im Alter von 91 Jahren ist der als ältester Radfahrer Deutschlands bekannte Heinrich Werner aus Trier nach kurzer Krankheit gestorben. Noch kürzlich war er troy seiner 91 Jahre mit dem Fahrrad zur Pariser Weltausstellung gefahren. Schon in der Jugend hatte sich Werner dem Radsport hingegeben und bis in sein hohes Alter hinein mit dem Fahrrad große Wanderfahrten durchgeführt. Auf einer Fahrt nach Berlin wurde er auch ta der Reichskanzlei vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfangen. Auch im Industriegebiet war Werner bekannt, so sah man ihn im Juli d. I. noch bei den Deutschen Radsportmeisterschaften r Bochum. Bier Madel einer Familiengemeinschatt Trager des Goldenen Ehrenzeichens der HJ. RWD. Bitburg. In einer schlichten Feierstunde wurde in Bitburg an vier Madek das Goldene Ehrenzeichen der HJ verliehen. Es handelt sich um die beiden Töchter und um zwei Haustöchter des Kreieleiters z. b. V. Joost. die sich in der Kampfzeit in der Jugendorganisation des Führers bewahrt hatten. Dieser Fall, daß vier Madels aus einer Familien= gemeinschaft das Goldene Ehrenzeichen der HJ erhielten, dürfte wohl einzigartig sein. Der Briefkasten erteilt Auskunft (Alle Auskünfte, die unter dieser Rubrik erteiltwerden, sind ohne Gewähr und werden im Rahmen der preßgesetzlichen Bestimmungen gegeben.) Maurer. Ihrem Wunsche auf Veröffentlichung der Stundenlohne konnen wir im Briefkasten leider nicht nachkommen. Wenn Sie in der nachsten Woche ab 4 Uhr nachmittags bei unserer Schriftleitung vorsprechen, konnen wir Ihnen die gewünschten Angaben machen und auch auf die weiteren Fragen Ihres Schreibens Auskunft erteilen. R. W. O. Sie sind berechtigt, Beiträge zur Angestelltenversicherung in einer hoheren Beitragsklasse zu entrichten als derjenigen, die für Sie Ihrem Einkommen nach in Betracht kommt. F. B. Ist die Miete nach Wochen bemessen, so kann der Mieter tatsächlich zum Ende einer jeden Kalenderwoche kündigen. Er muß die Kündigung aber spätestens am ersten Werktag der Woche aussprechen, mit deren Ablauf das Mietverhaltnis endigen soll. Sind besondere Abmachungen über die Kündigung getroffen, so sind diese Abmachungen allein maßgebend. Geschwindigkeit. Wenn Sie in einem fahrenden Zug einem Freunde gegenübersitzen und ihm z. B. eine Streichholzschachtel zuwerfen, so fliegt die in seinen Scheß genau so, als ob Sie in einem Zimmer saßen, gang gleich ob der Zug mit 40. 70 oder 100 km in der Stunde fährt. Das kommt daher, weil alle Beteiligten, Sie, Ihr Freund und die Streichholzschachtel sich mit der Geschwindigkeit des Zuges fortbewegen und diese Geschwindigkeit auf die relative Bewegung der drei genannten Körper keinen Einfluß hat. Motten. Zum Fernhalten und Vertreiben der Motten aus Polstermöbeln wird in erster Linie das Ausschwefeln empfohlen. Wenn der Raum es zuläßt, verwendet man am besten Zyklon B. Es eignet sich auch konzentriertes Formol, das man am zwemäßigsten mit einer alten Morphiumspritze einspritzt. 30 bis 50 Gramm, auf einmal eingespritzt, genügen. Diese Arbeit muß aber im Freien vorgenommen werden und die Hände müssen geschützt sein. Auch Motten=Eulan wird zur Mottenbekämpfung von Polstermöbeln empfohlen, wenn auch dieses Mittel in erster Linie für Wäsche und wollene Stoffe angewendet wird. Motten=Eulan ist ein Mittel, wodurch alle Stoffe mottenecht werden. Sch. Wenden Sie sich an das Generalkommando VI. A. K. in Münster, Hindenburgplatz. G. 208, Wix bitten um Angabe Ihrer genauen Anschrift, damit wir Ihnen brieflich Auskunft geben können. Ferd. St. In Ihrem Falle dürfte nach der geschilderten Sachlage Wertzuwachssteuerpflicht gegeben sein. W. L. B. Die erbetene Anschrift lautet:„Wochenblatt der Landesbauernschaft Rheinland", Landesbauernschafts=Verlag Rheinland, GmbH., Köln, Altenbergerstraße 12. Jb. N. Die Frage wird man in Ihrem Falle u. E. nach zwei Gesichtspunkten untersuchen müssen, nämlich einmal, ob in Ihrer Branche allgemein durchweg nur eine zweijährige Warenlager=Aufnahme üblich ist und ferner, wenn dies nicht der Fall ist, in Irem Geschäft besonders umfangreiche und vielfältige über den Rahmen vergleichbarer Geschäfte erheblich hinausgehende Warenbestände gehalten zu werden pflegen. Gegebenenfalls empfehlen wir, zu dieser Frage ein Gutachten von der Handelskammer einzuholen und dieses dem Finanzamt einzureichen. P. Qn. Wenn dem Mieter eine Gebrauchsüber= lassung der Wohnung grundsätzlich nur mit Zustimmung des Vermieters gestattet ist, so gilt das für Untermieter, nicht aber bei unentgeltlicher Aufnahme von Verwandten, Bekannten oder bei der Einstellung dienstbarer Kräfte. S. A. Das Mieterschutzgesetz gilt nicht für Pachtverhältnisse. Für die Beendigung Ihres Vertrages sind die entsprechenden vertraglichen Abmachungen maßgebend. J. Ch. Da Sie über 65 Jahre alt sind, gehören Sie in die Gruppe der kinderlos verheirateten Arbeitnehmer. Die Lohnsteuer stellt sich für diese Sparte bei einem Wochenlohn von 33 bis 86 RM 1.20, be einem Wochenlohn von 36 bis 39 RM 1,26 und bei einem Wochenlohn von 30 bis 42 RM 1.50 RM. Hausflur. Der Hauswirt, der den Hausflur#rwachst und gebehnert hat, haftet bei einem Unfall nur auf Schadenersatz, wenn er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hat. Entscheidend ist, ob eine verkehrsgefährliche Glätte eingetre ten ist. Die Tatsache allein daß ein Hausbesucher hingefallen ist, zwingt allerdings noch nicht zu dem Schluß, daß sich der Fußboden des Flurs in einem verkehrswidrigen Zustand befunden hat, denn er kann ja infolge einer Unachtsamkeit hingefallen sein. Fut den Prozeßfall wird es also darauf ankommen, daß einwandfreie Zeu zur Verfügung stehen, die bekunden können, daß an dem Unfalltage der Boden des Hausflurs verkehrswidrig glatt gewesen ist. H emäß mit besonderer re eingeräumt worden in mit seiner„Heroin mit dem„Zelt des Gilles" Rigaude mit der„Diana im ze mit dem„Zerbrod. der Hofmaler Nader Horatier“ und seiamtlich aus dem 17 von neueren aus dem dix mit„Dante und m fahrend“ und vor der französischen Baun Bilder„Der Angenen" ja allgemein be= höpfungen namentlich seht in die Hunderte während das 16. und ten Werken vertreten e beachtliche Bildnisicht gibt. Rundgang mit einer enen Kronschätze a Könige und Napollo=Galerie untergewigs XV. finden wir it dem größten und die Welt kennt, dem ert ist. Auch der reich egen Bonapartes ist nschatz repräsentiert ist infolgedessen beSODDTAGS MReUDGZ Erschelnt Jeden Samstag als Bellage zur Volks-Zeltung für den rhelnisch-westfälischen Industriebezirk Ausgaben A, B. C: Westfälische Volks=Zeitung« Volkszeltung für Ennepe und Ruhr» Steeler Zeitung« Wattenscheider Morgenzeitung Sonntag, den 14. November 1937 ausstellung gefahren. h Werner dem Radn hohes Alter hinern rfahrten durchgeführt. urde er auch in der Reichskanzler Adolf Industriegebiet war n im Juli d. J. noch erschaften ra Bochum. einschaft Trager des der J. schlichten Feierstunde das Goldene Ehren= handelt sich um die ustöchter des Kreie= der Kampfzeit in der s bewahrt hatten. us einer Familien= zeichen der HJ er= ein. kunft werden im Raheine Gebrauchsüberb nur mit Zustim= st, o gilt das für geltlicher Aufnahme bei der Einstellung ilt nicht für Pacht= gJhres Vertrages schen Abmachungen e alt sind, gehören erheirateten Arbeit= b für diese Sparte 86 RM 1.20, be RM 1.26 und bei RM 1.50 RM. den Hausflur bei einem Unfall im Verkehr erforen hat. Entscheide Glätte eingetre ein Hausbesucher noch nicht zu dem Flurs in einem hat, denn er kann gefallen sein. Für 1 ankommen, daß ng stehen. die beage der Boden des esen ist. Im Zusammenklang der Gelgen Gropp-Bavarta) mdee wird das deutsche Volk zum Tag der Hausmusik aufgerufen. Hausmusik— ein Klang von leiser Schönheit, von verschwebendem, zartem Singen llegt in diesem Wort. Es zaubert die be Tages berauf Gerade bel uns Deutschen hat die Hausmusik ihren alten vertrauten Klana, und wenn um ihre Wiederveriebendigung aufgerufen wird, so schwingt darin der n beraus. Gerade bei uns Tenischen dar die danse de ne Guede deulicher Kraft. Unser Buld zeigt das beruhmte Prisca Smith-Duett beim Musizieren. HAUSMUSIK Das Schicksal der deutschen Hausmusik ist eng berknupft mit der Geschichte alter und neuer Musit, besonders aber für die Gegenwart mit der Musit im Dritten Reich. Der Krieg legte einen Teil des kulturellen deutschen Gutes brach dazu gehörte auich die Musik. Die Auferstehung des deutschen Menschen ist ohne die Neubelebung der deutschen Nunst undenkbar. Eines der kostbarsten kulturellen wuter für uns Deutsche ist die Musik der Vergangenheit mit ihren Ewigkeitswerten, vor allem auch die Hausmusik als eines der schönsten und benlückendsten Gebilde im großen Reiche der Musik. Sie ist ein wesentlicher Faktor im Sinne der ernenten musikalischen Sendung an das deutsche Volk. deren Lebenswichtigkeit nicht genug betont werden tann, wenn wir auch weiterhin als Träger hoher Kultur gelten wollen. Die Hausmusik mußte schweinen, als der Krieg kam, aber der kulturelle Rückschlag ist auch durch andere Umstande bedingt Wir daben die Bedeutung der Hausmusik in vorigen Jahrhunderten vergessen, ja, wir können oft nicht mehr verstehen, noch nachiuhlen, daß die Musik die rundlage des geselligen Beisammenseins bildete. In den letzten Jahren ist der Wille zur Hausmusik wieder erwacht und durch die tatturellen Bestrebungen gestärkt und gefestigt worden. Sie hat eine achtunggebietende Belebung erfahten, denn wir haben einen unvergänglichen Schatz an Kunstwerken, die wir nie auszudeuten vermögen, weil se immer wieder neu und wertvoll erscheinen. In jener alten, gut=bürgerlichen Zeit, in der noch in„Kammern“ musiziert wurde, war die Familie die Statte für Hausmusikkultur. Immer mehr sich vervollkommnend, wanderte sie aus den Kammern über den Salon in die Konzertsäle, weil nur noch wenige den nach und nach wachsenden technischen Aufgaben gewachsen waren. Immer größer spannte sich der Bogen, das große sinsonische Orchester genugte kaum noch als Ausdrucksmittel, die Kammermusik nahm den Charakter der Orchestermusik an. Der Mensch musizierte nicht mehr für sich selbst, sondern er bot einem Publikum durchaus fertige Aufführungen. Mit der Wiederbelebung der Hausmusik beginnt allmählich auch wieder die kleine Form vorzuherrschen. Um echte Musizierfreudiakeit im deutschen Volke wieder zu wecken, ist die deutsche Hausmusik und ihre Pflege unbedingt notwendig. Das deutsche Haus, die Familie ist der Boden, der ihr zukommt. Und da heißt es, sich nicht nur mit dem Anhören der Musik zu begnügen, sondern mit Freude am aktiven Musizieren beteiligt sein. Gerade die Gemeinschaft musikalischer Menschen führt zur unmittelbaren gabe an das Kunstwerk, zu musikalischer Urteilsfahigkeit, denn das Empfinden für Musik wohnt fast allen Menschen inne. Alte Musik auf alten Instrumenten zum klingenden Leben wieder zu erwecken. Werke unbekannter alter und neuer Meister zu Gehör zu bringen, ist höchster aktiver Musikgenuß. Alles aber braucht Zeit, auch in unserer Zeit. So gewiß nicht jeder zum werktätigen Hausmusiker erzogen werden kann, so gewiß muß dem. der die Fähigkeit dazu in sich trägt, schon in der Jugend Gelegenheit zum Musizieren gegeben werden. Ohne das ist wahre Hausmusik. die nicht im übelsten Dilettantismus stecken bleiben will, unmöglich. Die Jugend hat eine hohe und schöne Aufgabe, die rechte Kunst zu üben, zu begen und zu pflegen, damit sie dem deutschen Volk wieder das wird, was sie sein kann. Den neu erwachten, sinnhaften Willen zur dentschen Musik lebendig zu erhalten, in die Freuden und Geheimnisse der Haus= und Kammermusik einzuführen, das ist Sache der Erzieher. Die Jugend muß erst wieder durch eigenes Singen und Spielen an Musik und freudvolles Musikmachen herangebracht werden, das heißt, sie muß durch Musik erst wieder zur Musik erzogen werden Es muß ihr beigebracht werden, daß wir Deutschen als ein Musiziervolk von bohem Nana, als das Volk eines Schütz, Bach, Beethoven, Mozart und anderer großer Musikgenies, die Pflicht haben, das Erbe dieser großen, strahlenden Vergangenheit zu büten. Die musikalische Erziehung ist deshalb eine unserer wichtigsten Aufgaben. Der Sinn dafür muß schon in frühester Jugend geweckt werden, gleichaultig. ob sie sich später zur Künstlerlaufbahn entscheiden oder echte Liebhaber der Musik werden. Die rein technischen Fahigkeiten, die Fertigkeit zum Vomblattspiel, das Eindringen in den Geist der Werke, alles das setzt frühen Beginn, langsames Reifen und viel Uebung voraus. Regelmaßigkeit des Spielens ist das Wesentliche, der feste Wille zu ihr hilft über alle Schwierigkeiten. Es muß nur der Jugend Zeit und Muße gegeben werden, neben der Schule, der körperlichen Erziehung und der handwerklichen Lehre. Selbstverstandlich ist nur der Lehrer und nicht der Schüler entscheidend für die Wahl des auszuübenden Instrumentes. Die kunstlerisch kulturelle Entwicklung ist abhängig von der musikalischen Geschmacks Erziehung und Bildung, durch die Wertvolles von Wertlosem unterschieden werden kann. Wir sind verpflichtet, alle unsere Kräfte an die Erfüllung dieser Aufgabe zu setzen, die mindestens ebenso wichtig ist, wie die Vermittlung technischen Könnens. Solche Belehrung ist keineswens gleichbedeutend mit Bevormundung. Es soll"d darf keinem sein persönlicher Geschmack, seine ren individuelle Neigung nach dieser oder jener Ricitung genommen werden. Der Schüler soll zur Verinnerlichung, zum rein geistigen Erfassen im allgemeinen gefuhrt werden, damit er auf musikalisch n Gebiet von selbst die Konsequenzen der erlangten Kenntnisse und der Erkenntnis zieht. So ist geistige Musikpflege eine schwere, aber schöne Aufaabe und muß als eine heilige Berufung empfunden werden, um aus ferne Ziel zu gelangen. In diesem idealen Sinne kann der Wert der Hausmusik nicht hoch genug eingeschätzt werden. Lehrer under mis= sen auch im Kleinen ihr Teil dazu beitrajen, von ewig deutscher Musik als der Seele unseres Volkes zu kunden und unter Einsatz aller Kräfte die erhabenen, erklingenden Erscheinungskarmen der grohen Vergangenheit uns wieder lebendig zu Gehör zu bringen. Gustav Helwig. ll der onnlag Spruch am Sonntag: Ein schönes Wort- gilt hier und dort= Ein gutes Wort— an jedem Ort= Ein wahres Wort- pflanzt sich allmählich fort und fort. v. Feuchtersleben. Tischgebet vor dem Eintopfessen Beglückung im Opfer Gedanken zum Sonntag Von der Pflicht zum Helfen war in der letzten Sonntagsbetrachtung an dieser Stelle die Rede. In der Betrachtung des Verhältnisses von Mensch und Gemeinschaft wiesen wir darauf hin, daß der Mensch als Glied der Gemeinschaft nicht nur ein Empfangender, sondern vor allem auch ein Gebender sein soll. Das aber erschöpft sich nicht in der Phrase, sondern setzt das persönliche Opfer und die Tat voraus. Daß diese Tat sinnvoll und an der rechten Stelle getan werden muß, wenn sie in ihrem rechten Sinne wirken soll, leuchtet nicht weniger ein. Wohltaten, an der falschen Stelle gegeben, haben ihren Sinn verfehlt. Man kann indessen nicht sagen, daß diese Gefahr im Leben des Einzelnen zu groß wäre, die Möglichkeiten wirksamen Helfens und tatkräftiger Nächstenliebe liegen nahe. Trotzdem gibt es auch sie, und es mag nicht so ganz ohne Lehre sein, einmal von solchen Fällen zu sprechen. Als da vor nicht langer Zeit der reichste Mann einer kleinen rumänischen Stadt gestorben war und sich die armen Verwandten zur Testamentseröffnung eingefunden hatten, erlebten sie eine große Enttäuschung. Der Reiche hatte sie nicht bedacht und sein ganzes Vermögen, nach deutschem Gelde 100000 Reichsmark, der Stadtverwaltung zu dem Zwecke vermacht, ein schönes großes Taubenhaus zu bauen und die Tauben breimal täglich zu füttern. Die Anfechtungsklage der Verwandten wurde abgewiesen, und so werden die Tauben fett werden und weiterhin viele Menschen nicht wissen, wovon sie satt werden sollen Ein Engländer hatte testamentarisch zwolf Millionen Reichsmark„zur Verbesserung des menschlichen Loses“ hinterlassen. Zu diesem Zweck soll ein Forschungsinstitut erbaut werden, und barin werden einige Wissenschaftler nebst Assistenten und Laborantinnen ihren Lebensunterhalt mit der Untersuchung jener Frage verdienen, woher es kommt, daß viele Menschen hungrig und so wenige satt werden. Und wenn im Winter Tausende und Abertausende Landsleute des Verstorbenen hungern und frieren, dann wird sich das neue englische Forschungsinstitut über ausgezeichnetes Untersuchungsmaterial nicht zu beklagen haben, aber wärmen und sättigen wird das Institut die Armen des rian dar.““- O! 4 englischen Volkes nicht. Würde niemand mehr Pekien deutscher Dichrung: hungern und frieren, dann müßte das Forschungsinstitut die Pforten schließen. Aus diesen beiden Testamenten ersehen wir, in welcher unsinnigen Weise oft erhebliche Vermögenswerte vertan werden. Der erste Reiche machte mit seinen Mitmenschen sicherlich derart schlechte Erfahrungen daß er nur noch für die Tiere etwas übrig hatte. Es fragt sich nur, ob daran nich der vielfach mangelnde Volksgemeinschaftssinn der Wohlhabenden den Armen und Bedürftigen gegen über schuld ist?! Müssen Menschen, die im Winter hungern und frieren, die satten Gesichter der Besser gestellten in den warmen Wohnungen sehen, an deren Türen sie vergebens klopfen, nicht verbittert werden?— Die ärmsten Söhne eines Volkes sind meist stets die besten, und wenn sie die Gewißheit haben, daß die Gemeinschaft des ganzen Volkes sie nicht im Elend sitzen läßt, dann braucht kein Wohl habender zum Menschenfeind zu werden, dann kann er, wenn auch er stets sein Opfer dargebracht hat mit einem ruhigen Gewissen zur Ewigkeit ein gehen. Der zweite Reiche hatte wohl, wie aus seinem Testament hervorgeht, erkannt, daß das Los der Menschen verbesserungsbedürftig ist Er hat aber sein Vermögen in seiner liberalistischen Denkweise falsch angelegt. Wer hungert, hat keine Möglichkeit. genügend Lebensmittel zu erwerben, und wer friert hat kein Geld, seine Wohnung zu heizen. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, braucht die Mensch heit keine Forschungsinstitute. Hier kann nur die Tat helfen, die zugleich sinnvoll ist. Zwei Fälle. die tief blicken lassen. Im rechten Sinne betrachtet ist alles nicht nur emn versönliches Opfer, eine erfullte Pflicht wenn wir unserem Mitmenschen und Nächsten helfen, es ist zugleich auch ein beglückendes Gefühl das jede sinnvolle Tat begleitet, die ihren Lohn auch schon in sich selbst trägt. Auch ein solcher Gedanke wie im Monat einmal sich mit einer einfacheren Mahlzeit als üblich zugunsten des Mitmenschen zu begnügen, hat sein beglückendes Gefühl, wenn wir dabei daran denken, daß so einem anderen ärmeren Wohltaten Menschen nicht nur geholfen, sondern bezeugt wird daß man sich mit ihm in einer Gemeinschaft fühlt Der Tag der viel verehrten großen deutschen Heili gen Elisabeth von Thüringen, den wir am 10. Nonember begehen, verweist auf ein solches Verbundensein mit dem in der Gemeinschaft verbundenen Nitmenschen als ein zutiefst verpflichtetes Bruder*ir wähnten: und Helsertum, auf dem nicht nur der Dank des Aermsten, sondern auch der Segen Gottes ruht. Der Wegweiser/ Weißt, wo der Weg zum Mehlfaß geht. um vollen Faß? Im Morgenrot mit Pflug und Karst durchs Weizenfeld bis Stern an Stern am Himmel steht Man schafft, weils Tag ist, ohne Ruh schaut sich nicht um, bleibt nimmer stehn drauf gehts durch Scheun und Tenne for dem Brotschrank in der Küche zu. Weißt du den Weg zum Taler?— Sieh er geht dem roten Pfennig nach; denn wer nicht um den Pfennig sorgt der bringt es auch zum Taler nie. Wo gehts zur frohen Sonntagszeit?— Folg immerdar dem Werkeltag. hier durch die Werkstatt, dort durchs Feld dann ist der Sonntag auch nicht weit Am Samstag ist er vollends nah Was deckt er wohl im Körblein zu? Ich denk, ein Pfündlein Fleisch ins Mus wohl auch ein Schöpplein Wein ist de Wo gehts zum frohen Alter? Sprech“ wo ist der Weg zu Ehr und Ruh?— Grad vor dir hin in Mäßigkeit. mit stillem Sinn in Pflicht und Rech Und führt zum Kreuzweg dich die Spur und weißt du nicht den rechten Pfad so frage beim Gewissen an. es kann ja deutsch— ihm folge nur Wo ist der Weg zum Leichenstein? Ach, frage nicht, geh. wo du willst! Zur stillen Gruft im kühlen Grund führt jeder Weg, kannst sicher sein In Gottesfurcht nur wandle hier! Das rat ich dir. soviel ich kann. Ein heimlich Pförtchen hat das Grab und manches zeigt es senseits bir. Wohltaten, still und rein gegeben. sind Tote, die im Grabe leben, sind Blumen, die im Sturm bestehn. sind Sternlein, die nicht untergehn. Matthias Clandin Nach Johann Peter Hebel die Tage ließen wir entschweben und dachten nicht ans End der Bahn! Nun haben wir das Blatt gewendet und frisch dem Tod ins Aug geschaut; kein ungewisses Ztel mehr blendet doch grüner scheint uns Busch und Kraut! Und wärmer wards in unseren Herzen. es zeugts der froh gewordne Mund: doch unsern Liedern, unsern Scherzen liegt auch des Scheidens Ernst zugrund! Gottfried Keller. Ans Herz: Wir wähnten lange recht zu leben. doch fingen wir es töricht an; Willst du dich nicht schließen erz. du ofines Haus! Worin Freund und Feinde gehen ein und aus? Schau, wie sie verletzen dir das Hausrecht stets Fühllos auf und nieder. volternd, larmend gehts. Keiner putzt die Schuhe. Neiner sieht sich um. staubia brechen alle dir ins Heiligtum. Und menn zu nerwüsten nichts sie finden mehr. lassen sie im Scheiden dich, mein Herz, so leer! Nein! Und wenn nun alles still und tot in dir. o. noch halt dich offen. offen für und für! Lah die Sonne scheinen heiß in dich herein, Stürme dich durchfahren und den Wetterschein! Wenn durch deine Kammern so die Windsbraut zieht, laß dein Glöcklein stürmen. schallen Lied um Licd! Denn noch kanns geschehen daß auf irrer Flucht eine treue Seele bei dir Obdach sucht! Gottfried Keller. Foto: Dr. Walthar Was die Leute sagen Nein, es kann mir und dir nicht immer(manch mal schon!) gleich sein, was die Leute von uns sagen. Denn wir leben nun einmal zwischen ihnen. mit ihnen. Wir sind auf sie angewiesen, und es kann sehr nachteilig oder auch sehr nützlich sein, wie sie urteilen und was sie reden. Wenn man sie nicht brauchte, könnte man es halten wie jene Frau. die zu ihrer Freundin sagte:„Bitte, erzähle mir nie. was die Leute über mich sagen: ich will nichts Un angenehmes hören". Womit die Frau bewies, daß sie sehr klug war und ihre Mitmenschen genau kannte. Denen fällt es viel leichter, etwas Unangenehmes zu erfinden, als etwas Angenehmes gelten zu lassen. Und doch sollte man meinen, daß sie zuweilen auf sich selber schlössen. Da sie von sich bestimmt viel lieber Gutes als Ungutes hören, läge es nahe, diese lobliche Uebung bei sich selbst zu beginnen. Zumal sich etwas Gutes viel leichter und ungefährlicher erzählt als etwas Ungutes, bei dem man vielleicht tuscheln muß, was nicht ausschließt, daß es schon morgen alle Winde weitertragen. Aber auf diesen naheliegenden, ja selbstverständlichen Schluß ist an scheinend niel schwerer zu kommen als auf den fal schen, mit dem man sich zuweilen in die Nesseln setzen kann. Und doch kann man auch in diesem Falle nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Was die Leute sagen, das ist ein sehr fester Zaun, über den keiner gern hinwegsetzt. Und so manche Tugend, die gerühmt wird, hat ihre Ursache in der Scheu vor diesem Zaun, viel weniger in dem Drange, den das eigene Herz befiehlt. Aber es mag Falle geben, in denen es zur Pebensnotwendigkeit wird, zu sagen: ich pfeise auf das, was die Leute sagen und denken, mir selbst bin ich verantwortlich, es ist mein Glück und meine Not, und keiner trägt mit oder ist imstande, mir helfend zur Seite zu stehen. Es gehört vielleicht ein klein wenig Mut dazu, aber es ist wohl manchmal nötig, sich einen Weg ins Freie zu bahnen. selbst wenn ein paar Löcher ins Kleid gerissen werden. Und wenn das gut ist, was man tut, was hat es bann auf sich, wenn es von den Leuten als schlecht angesehen wird? Die Welt hat schon immer ein kurzes Gedächtnis gehabt, und sogar die geschriebene Weltgeschichte ist nicht unbestechlich Deutsche Bibeln im„Tempel der bösen Geister“ Schwede entdeckt im afrikanischen Urwald Spuren deutscher Missionen Im Gebiet von Aframso an der afrikanischen Goldküste erzählen leit mehr als einem Jahrzehnt die Eingeborenen von einem geheimnisvollen Haus, das sie den„Tempel der bösen Geister" nennen Vor kurzem gelang es dem schwedischen Forschungsreilenden Mike Joslin, den Schleier des dunklen Geheimnisses zu lüften. Sein Bericht ist auch für deutsche Leser schmerzlich interessant. In Begleitung von lechs Eingeborenen begab sich Joslin vor einigen Monaten in den Urmald, fest entschlossen, das Rätsel des Geistertempels zu lösen. Man verfolgte einen Jagdsteg, der mit Schlingpflanso dicht bewachsen war. daß man nur schwer vor= wärts him. Ein Beweis dafür, daß der Weg nur sehr wenigen behannt mar. Nach schweten Strapazen lah der Schwede das Haus mitten in der Dichungel. Mit seinen hohen Säulen aus Sandstern erinnerte es an einen alten griechischen Tempel. Schlingpflanzen bedeckten die Säulen, und es raschelte gespensterhaft n verfallenen Gebäude. Mühselig schif sich Mike Joslin Zugang ins Innere des Hauses. Es lah doit aus wie in einem verfallenen Gespensterschloß. Scharen von Fleder= mäulen flogen, von den Eindringlingen aufgescheucht, in den modrigen Zimmern herum. Der Schwede be= sand sich in einem großen Saal, dessen Boden von Schmutz starrte. Auch Termiten waren am Werk und atten die Möbel gründlich angenagt. Eine Treppe führte in das obere Stockwerk. Auch hier schwärmten Fledermäuse. Plötzlich wurde ein Rascheln vernehm= har und eine Riesenschlange, eine Python, kroch die Treppe herimter. Der Gefährte aus Schweden, ein ebemaliger russischer Offizier, gab auf das Angeheuer einen wohlgezielten Schuß ab. Der Knall erweckte neues Leben in den Ruinen. Noch eine Schlange mit leidig glänzender Haut kroch heraus. Ein Reger särzte sich auf sie und schoß zweimal au das lent gelährliche Reptil. Es mar eine sogenannte MambaSchlange, eine der giftigsten m der Umgebung. Die Reger schmitten dem Reptil den Kopf ab, um Gett für ihre Pfeile zu gewinnen. Die Sch'angenolage mar aber noch lange nicht zu Ende. Kaum war de Mamha erledigt, als ein zweites Ecemplar derselben Art sich zeigte. Wieder hieß es, so schnell wie wöglich handeln. Der Negerkührer warf sich geschicht dem furchtharen Reptil entgegen und schlug ihm den Kepf ab. Jetzt waren wenigstens die gefährlichsten Einwohner des Gespensterhauses bekeitigt. Der Forcher fand jedoch noch eine Menge kleinerer Schlangen sowie Ratten in dem verlassenen Mus. Das Gebäude mar in dreiechiger Form gebaut und nite im untersten Stock drei Zimmer, die mit größter Vorsicht unterlucht wurden, da der Forscher sich mit Recht vor zoologischen Ueberraschungen fürchtete. In einem Zimmer wimmelte es von allen möglichen kleinen Dichungeltieren. Nachdem das unterste Stockwerk gründlich geläubert wurde, ging es nach oben. Zuerst mißten die Reger, in mühleliger Arbeit, die Treppe von den Schlinggewächsen befreien. Endlich konnte man nach oben gelangen. Im obersten Stoch hatten die Zimmer Glasfenster, mas unten nicht der Fall mar. In einem großen Zimmer standen Reste von Möbeln. In einem anderen Zimmer waren deutlich Spuren von einem Kampf zu sehen. Dunale Flecke an der Wand konnten nur Blutflecke sein. Auf dem jedoch htte Dort sunBoden lagen zerschmetterte Möbelreste. sich ein Bücherregal ziemlich gut erhalten. den u. a. sechs Bibeln in— deutscher Sprache. Zwei weitere Zimmer dienten scheinbar als Schlafzimmer. Bettzeug leg, halb zerrissen, auf dem Boden. Nachdem im ganzen elf Zimmer unterlucht worden waren, stieß man auf ein verschlossenes, dessen Tür sich nur schwer öffnen ließ. Als man die Tür gesprengt hatte, stießen die Forscher auf ein Skelett. Der Kopf fehlte. Die sterblichen Ueberreste des Unbekannten wurden auf Anordnung des Schweden vor dem Hause begraben. Noch einmal wurde das unheimliche Haus einer gründlichen Besichtigung ynterzogen, wobei eine Art Geheimschrank in der Wand entdeckt werden konnte. Freilich wagte es zunächst niemand, die Hand in den Schrank hineinzustecken. Mike Joslin faßte sich ein Herz, zündete ein Streichholz an und leuchtete in die dunkle Oeffnung hinein. Dort lagen zwei Briefe und ein Buch. Die Briefe waren an die Mission in Akra adressiert zur weiteren Beförderung. Sie waren in deutscher Sprache verfaßt. Außerdem fanden sich im Versteck noch eima 600 Mark, 17 englische Pfund, zwei Ringe und noch mehrere Briefe. An Hand dieser Briefe wurden die Personen ausfindig gemacht, an die sie adressiert waren. Nun konnte allmählich das Geheimnis geklärt werden. Was wir das für ein Haus mitten in den Dichungeln? Die Nachforschungen und Nachfragen ergaben, daß es sich um ein längst vergessenes deutsches Missionshaus handelte, das von dem Dschungel verschluckt wurde. Vor dem Kriege mohnten dort lechs deutsche Missionare. Als der Weltkrieg ausbrach, rerluchten die Missionare, sich an die Küste durchzuschlagen. Nur zwei von ihnen kamen meiter. Das Schicksal der anderen ist unbekannt. Das Missionshaus wurde von einem zum Christentum bekehrten Regerhäuptling errichtet. Es ist möglich, daß der Häuptling nach dem Verschwinden der Missionare selbst Wohnung im Missionslaus genommen hat und dort im Kampfe mit seinen rebellischen Untertanen gefallen ist. Wie dem auch sei: Wem das Skelett gehörte, konnte nicht ganz einmandfrei festgestellt werden Der Urwald gibt sein letztes Geheimnis nicht so leicht preis. Nordische Ausgrabungen in U3A. Die erste schwedische Kolonie wird ausgegraben. Anläßlich des 300-Jahresjubiläums der ersten schwedischen Landung in Nordameritza sind jetzt Ausgrabungen vordenommen worden, um auf Tinicum-Island vor Philadelpha eine verfallene schwedische Kolonie wieder auferstehen zu lassen. Es handelt sich hier um eine Siedlung, die unter der Obhut des energischen schwedischen Gouverneurs Johann Björnsson Prinz stand. Die er Pionier der neuen Welt hatte eine Vollmacht von Königin Christina,„im fremden Land Gericht zu halten, Recht zu sprechen nach schwedilchem Brauch, Handel und Gewerbe zu fördera, Landwirtschaft zu organisieren und über das Wohlhaben der lutherischen Kirche zu wachen, zugleich freundliche Beziehungen zu den Indianern zu unterhalten und diese Eingeborenen soweit wie möglich in die Wahrheit der chriftlichen Kirche einzuweihen und sie der Zieillation zuzuführen." Diese Instruktionen, die in 28 Poragraphen gefaßt waren, wurden von den inglüschen Behörden in Ameriha im Jahre 1644 als die Grundlage des schwedischen Besitzes in Delaware und Pennsylvania betrachtet. Unter der Leitung des mächtigen Gouverneurs blühte die nordische Kolonie auf und urde zu einem Musterbeispiel für spätere Kolontationsversuche. Der Gouverneur regierte in einem trutzigen Gehäude, das sich„Printz=Hof“ nannte. Es war mit einer Bequemlichkeit ausgestattet, die man im neu erschlossenen Land damals noch nicht hannte. Durch die Unachtlamheit eines betrunkenen Soldaten brannte der Printz=Hof ab. Der Soldat warf eine Kerze um. Das ganze Haus stand bald in hellen Flammen. Das Unglück erreichte den Höhepunkt, als das Pulvermagazin erplodierte und das stolze Gebäude in die Luft flog. Das Feuer ging auf die anderen Häuser der Kolonie über und bald lag die ganze Siedlung in Trümmern. Ein Jahr später mar aber sowohl der Printz=Hof wie auch der größte Teil der abgebrannter Häuser wieder aufgehaut. Diele Kolonie wird nun von der historischen Kommission des Staates Pennsylvania in Zu'ammenarbeit mit der schwedischen Kolonialgesellschaft ausgegraben. Bezeichnenderweise wur es Lindberghs Wikingerflug über den Ozean, der im Jahre 1927 dem schwedischen Oberst Longstreth den Gedanhen gab, die Reste der Kolonie aus Tinicum Joland wieder aufzubauen. Nach Erledigung aller notwendigen Schritte vor den Behörden konnten die Ausgrabungsarbeiten beginnen. Ein großer Teil vor Gegenständen und Hausgeräten sind bereits ans Licht der Welt gefördert. Etwa 6 bis 8 Fuß unter der Erde stieß man auf Grundmauern und auf eine janze Menge von Instrumenten, Pulverhörnern, Schußwaffen, Kanonenkugeln— alles aus der Schwedenzeit. Es handelt sich offenbar um die Reste von Gebäuden, die durch die Feuersbrunst im Jahre 11444 zerstört wurden. Man entdeckte auch den alten Friedhof und Grabsteine aus derselben Periode. Die Gegenstände werden jetzt katalogisiert und im Schwedisch-Amerikanischen Museum in Philadelvhia untergebracht. 20 Arbeiter sind eifrig am Werk. Ds Grundstück der früheren Kolonie sell mit Bäumen aus der schwedischen Heimat bepflanzt werden. An der Stelle, wo früher die schwedische Kirche stand, befindet sich zur Zeit das Gebäude des Corinttnan Nacht=Klubs. Damit hat es auch seine besondere Bewandinis, denn Gouverneur Printz belaß eine eigene Luftyacht auf dem Delaware=Fluß. Er war somit der erste amerikanische Wassersportler und nicht umsonst erinnert eine Gedenktafel beim Eingang zum modernen Sportklub an den kühnen Mann mit Wikingerblut, der 10 Jahre lang Gouverneur von NeuSchweden gewelen ist, ein Mann, der zum Kimpfen und Befehlen geboren war. Wie alte Chroniken erzählen, hat Johann Printz am 30jährigen Krieg an der Seite Gustaf Adolfs teilgenommen. Sie saßen am traulichen Kamin. Kitty fragte: „Hans, was soll ich dir morgen zum Geburtstag schenken?“ Er sprang auf: „Nichts! Ich zahle beute noch an den Raten von deinem letzten Geschenk zu meinem Geburtstag!“ Hohe Ehre für den alten„Brehw“ Berlins neues biologisches Museum erhält den Namen des großen Tierforschers Wie kaum eine zweite Weltstadt ist Berlin die eigentliche Stadt der Museen. Ein englischer Olympia=Besucher hat im vergangenen Jahre das Wort geprägt, daß man zu ihrem genauen Kennenlernen mindestens fünf Jahre benötige Dennoch ist die Biologie bisher in der Reichshauptstadt nicht zu der Bedeutung gekommen, die ihr in der Reihe der wissenschaftlichen Museen gebührt. Zwar kann man die lebenden Tiere im Zoo in einer Musterschau kennen ernen, die vorbildlich für viele zoologische Gärten der alten und der neuen Welt ist. Aber die Biologie in der Tierwelt war bisher fast ausschließlich dem Museum für Naturkunde anvertraut, das zugleich auch ein Hochschulforschungs=Institut ist und aus diesem Grunde nicht alle Aufgaben erfüllen kann, die sonst einem nur für wissenschaftliche Zwecke bestimmten Museum zu eigen sind. Dennoch hat das Berliner Museum für Naturkunde gute Vorarbeit geleistet. Gegenwärtig wird in ihm das Riesenskelett eines Brachiosauros aufgestellt, der in absebbarer Zukunft ,der größte Berliner“ sein wird. Hier sind aber auch die ersten Dioramen mit deutschen Wald= und Feldtieren entstanden, die geradezu überraschende Einblicke gewähren in Lebensgewohnheiten, Schutzfarben usw. der hervorstechendsten Bewohner des Waldes aus der Tier= und Vogelwelt. Dieses System der Veranschaulichung ist auch auf der Internationalen Jagdschau von einer Reihe von Staaten angewandt worden So namentlich von Oesterreich das zwei außeromdentlich interessante Ausschnitte aus der Fauna Tirols zeigt, weiter von Ungarn mit Bildern aus der Pußta, Schweden, Bulgarien usw. Wir haben es also mit einem neuen Typ der biologischen Veranschaulichung zu tun, der zweifellos bestimmt ist, die veralteten Methoden der bisberigen Naturkundemuseen abzulehnen. Ministerpräsident und Reichsjägermeister Hermann Göring ist, wie er selbst sagte, mit Freude auf einen Vorschlag Bengt Bergs eingegangen, ein großes biologisches Nationalmuseumin Berlin zu errichten, das mit dem Namen„Brehm=Museum“ das Gedächtnis an einen der größten deutschen Forscher und Biologen ehren soll. Zwar ist er uns schon aus seinem Hauptwerk„Brehms Tierleben“ bekannt und geläufig, prangt aber sein Name an der Schauseite eines Museumsbaues, soll dessen Inneres zugleich eine Stätte des Dankes für die grundlegende wissenschaftliche Arbeit eines Forscherlebens sein Um Vergleiche mit anderen Ländern zu ermöglichen, ist vorgesehen, daß neben der deutschen Natur= und Tierwelt auch Ausschnitte aus der euroväischen und außerkontinentalen Fauna gezeigt werden. Weiter hat der Ministerpräsident bestimmt, daß in der Schorfheide ein Reichsjagdmuseum errichtet wird. Diese Stätte ist besonders gut gewählt, weil seine Besucher dann unmittelbar Gelegenheit haben, eine Reibe der schönsten und größten jagdbaren Tiere im Naturschutzpark der Schorfheide lebend zu sehen. Von mehreren ausländischen Regierungen liegen bereits Anfragen über die Pläne zu beiden Museen vor. Die Jagdschau 107 verspricht reiche Früchte zu tragen. Bilder vom 5 die Bel Jna. 2daa Scufser ist berechtigt, die Flugkapitän Bertn, den 28. Obleber 109 der Reichominister der Luftfahet Ade, Die zweite beutsche Frau erhielt die Dienstbezeichnung Flugkapitän Der Reichsmininer der Luftfahrt verlieh der Flugzeugführerin und Dipl.=Ing. Melitta Schil ler die Dienstberr hnuna Fluakavitän. Neben Hanna Reitsch ist ne der zweite deutsch weib liche Flugkaptän. Unser Bild zeigt umts gang entta Schiller und rects ior Dwplom 1 (24. Fortsetzung) „Einen Falschmünzer...?", staunte er scheinheilig.„Das ist ja riesig interessant, Frau Mischke, das müssen Sie mir unbedingt erzählen." Frau Mischke stand noch ganz unter dem Eindruck eine stollen amerikanischen Detektivfilms, den sie eben gleich zweimal hintereinander gesehen hatte. Ob es die spannende Filmhandlung war oder das angenehme Nebeneinandersitzen im Dunkeln, das sie zu dieser Dauersitzung veranlaßt hatte, war nicht mit voller Sicherheit zu erkennen gewesen. Jedenfalls sah sie es jetzt nicht ungern, wie der Mann hier vor ihr begierig an ihren Lippen hing und so machte sie ihm gern Freude und berichtete ihm ausführlich von dem Fall Grünert und allem was sie sonst gehört hatte. Peter Wolfframm vermochte seine innere Freude kaum noch zu verbergen. Aber Frau Mischke,“ sagte er vorwurfsvoll, als sie mit ihrem Bericht endlich zu Ende gekommen war,„ich verstehe Sie gar nicht. Wenn Sie das alles wissen warum gehen Sie denn damit nicht schleunigst zur Polizei und erzählen es dort? Ich habe ja kürzlich auch in der Zeitung von diesem Fall gelesen— es muß doch für den angeklagten Arzt etwas Furchtbares sein, so unschuldig eingesperrt zu werden. Umsonst ist er ja wohl auch nicht ausgerückt.“ Lina Mischke sah zweifelnd zu ihm auf. So unrecht hatte er wohl nicht...? „Aber vielleicht ist das alles nur Gerede, Herr Wolfframm— es wird doch so viel im Hause herumgeklatscht— ich habe es doch auch bloß so gehört Doch ihr Zögern gefiel ihm nicht sonderlich. Er sah, daß er hier noch gehörig nachhelfen mußte, wenn er weiter kommen wollte. „Das ist doch aber ganz gleich“ ereiferte er sich „Die Polizei wird schon herausfinden, was daran ist. Sehen Sie mal, liebe Frau Mischke“ „Eben— die Polizei", fiel sie ihm hastig ins Wort.„Wer hat denn auch gern mit der Polizei tun? Ich ganz gewiß nicht, obgleich ich nie etwas verbrochen habe. Nein, nein, Herr Wolfframm, sprechen wir lieber nicht mehr davon.“ Damit kam sie aber schön bei ihm an. Na, das verstehe ich nicht," fuhr er unbeirrt fort.„Nur weil Sie keine Lust haben, zur Polizei gehen, da können Sie es als Frau ruhig mit ansehen, wie ein Unschuldiger— nein, liebe Frau Mischke, nehmen Sie mir's nicht übel, aber so etwas hätte ich Ihnen wirklich nicht zugetraut. Bestimmt nicht!“, bekräftigte er. Sein Eifer machte sie betroffen. Liebe Frau Mischke hatte er gesagt... „Ja, aber— was soll ich denn da tun, Herr Wolfframm?“, fragte sie mit unsicheren Blicken. „Ich kann doch nicht an den ersten besten Schupo berangehen und ihm lang und breit erzählen, was ich von dieser Geschichte denke. Der Mann lacht mich ja aus.“ Ein helles, fungenhaftes Lachen antwortete ihr. Peter war überglücklich, daß alles so famos geklappt hatte. „Aber, liebe Frau Mischke, kein Mensch wird sie auslachen. Lassen Sie sich doch so etwas nicht einreden. Der Schupo wird Ihnen höchstens ganz genau sagen, an welche Stelle Sie sich zu wenden haben. ROLANDWUIIENWIER ROMAN VON ERNST CRAU Mit einem Blick voll plötzlich aufsteigendem Mißtrauen forschte sie in seinem Gesicht, so daß er sich schon ängstlich fragte, ob er vielleicht nicht doch schon zu viel gesagt hatte. „Woher wissen Sie denn das so genau? Haben Sie da vielleicht schon Erfahrungen drin? Ich krieg' ja direkt Angst vor Ihnen? Oder sind Sie am Ende gar..? Er nickte ihr zu. Seine Augen blickten ernst und geheimnisvoll. Alter Junge, hier heißt es jetzt auf der Hut sein, rief er sich selbst zu. „Und wie!“, bestätigte er rasch.„Ich könnte Ihnen da Geschichten erzählen, Frau Mischke, sämtliche Haare würden Ihnen buchstäblich einzeln zu Berge stehen! Sie haben ja vielleicht selbst schon manchmal davon gehört oder gelesen, daß die großen Hochstapler gerade in den teuren Luxuszügen ihr Unwesen treiben, nicht wahr? Und so ist es auch. Mehr als einmal habe ich dabeigestanden, wie ein solcher Bursche dingfest gemacht wurde,“ log er unverfroren darauf los.„Daher kommt ja auch meine Vorliebe für Kriminalfilme.“ Doch jetzt war sie es, die ihn nicht gern abschweifen sah. „Erzählen Sie doch weiter, Herr Wolfframm“ drängte Lina Mischke ungeduldig.„Sie wissen doch, wie gern ich so etwas höre..." Mit ernster Miene sah er auf die Uhr. „Morgen, liebe Frau Mischke,“ vertröstete er sie.„Heute ist's doch wohl schon zu spät. Und überschlafen Sie sich die Sache mit diesem Grünert, diesem Spitzbuben. Denken Sie nur immer an den armen Kerl, den er da mit seinen Schwindeleien ganz unschuldig ins Gefängnis gebracht hat. Was glauben Sie wohl, was Sie dem Mann für eine Freude machen würden, wie er Ihnen gewiß ewig dankbar wäre...“, und ich Ihnen natürlich auch, setzte er still für sich hinzu. „Meinen Sie wirklich?", kam es noch immer zweiflerisch zurück. „Sie werden es ja erleben, Frau Mischke.“ Und zwar morgen schon, Verehrteste, dachte er dabei vergnügt. * Mit einem letzten Kuß, einem letzten, herzlichen Händedruck hatte Roland an diesem Abend von Hilde Abschied genommen. Lange stand er dann noch allein, an die Reeling gelehnt, und sah ihr nach. Die Umrisse ihres hellen Kleides waren längst im weichen Dunkel der Nacht verschwunden, als er endlich aus seinem selbstquälerischen Grübeln erwachte. Langsam verließ er den Platz, um selbst schlafen zu gehen. Er mußte ja ziemlich früh heraus und die Ruhezeit war an sich schon knapp genug bemessen. In neues Nachdenken versinkend stieg er zu den Mannschaftsräumen hinunter. Auf halbem Wege blieb er jedoch stehen und wandte sich wieder zurück. Wie er sich kannte, würde er voraussichtlich nach alledem, was heute schon auf ihn eingestürmt war, doch so bald keine Ruhe finden. Da war es vielleicht das Gescheiteste, auch dieses Letzte heute noch zu erledigen. Wenn Jutta noch auf war, bot sich gerade jetzt die günstigste Gelegenheit, um sich in Ruhe mit ihr auszusprechen. Morgen früh stand die Zeit wieder unter dem Drang der ArArbeit und der Anranzer, den er heute in der Kabine des Amerikaners über sich hatte ergeben lassen müssen, würde gewiß zu einer wenig angeDer Mann aus der Südsee Roman von Friedrich Freksa. % (6. Fortsetzung „Unser Chef kam nach Tisch sehr lebhaft ins Büro zurück, er hatte rote Backen, zupfte sich ener2isch am Schnurrbart: sicherlich hatte er getrunken. er ging erregt auf und nieder und sagte zu mir: „Fräulein Kampfmaier, auf Sie kann ich mich verlassen, Sie sind eine richtige Berlinerin! Ich dispensiere Sie heute Nachmittag vom Dienst, dafür gehen Sie in die Bahnhofstraße hinter der Universität und erkundigen sich dort im Hause Nummer drei nach einer Frau Schumann. Diese Frau Schumann fragen Sie, wann bei ihr eine Familie Grobendonk gelebt hat. Der Mann war Professor. Und ich meine, der Name Grobendonk ist mir bekannt, ich weiß nur nicht woher?" Das Mädchen unterbrach sich:„Mutterchen, was hast du?“— Die stattliche Frau hatte die Augen geschlossen und sich an den Kopf gegriffen. Jetzt schaute sie etwas verwirrt auf.„Ich glaube, der Kafsee ist zu stark.“ „Mutterchen, du sollst dich mehr schonen! Die beiden letzten Auktionen waren zuviel für dich!“ „Nein, nein.— Also, wie hieß der Professor?“ „Grobendonk!“ „So,— Grobendonk!“ „Also, Mutterchen, nach diesem Professor soll ich mich erkundigen und nach seiner Frau, die dort in der Bauhofstraße vor soundsoviel Jahren gestorben sind.“ „Ganz recht,“ sagte Frau Kampfmaier, und ihr Blick bohrte sich in die weiße geblümte Tischdecke deren Farben den Tapeten entsprachen. „Und nun paß' mal auf, Mutterchen,“ fuhr Jenny fort,„das ist schon beinah ein Detektivfilm. Dieser Professor ist im Kriege gefallen, und seine Frau ist im Jahre 1915 an der Grippe gestorben.“ „Ganz recht!“ sagte Frau Kampfmaier.„An der Grippe gestorben!“ Und,“ fuhr Jenny fort,„die beiden haben ein Kind hinterlassen, das abhanden gekommen ist.“ „Abhanden gekommen?“ fragte Frau Kampfmaier. „Ja, verschollen! Und dieses Kind heißt es wiederzufinden. Es ist ein Mädchen und heißt, denke dir nur. Krista, wie unsere Krista. Nun ist ein Onkel von ihr, ein reicher Mann, plötzlich hier in Perlin aufgetaucht nach all den Jahren und will seine neriaien genangene Nichtg erwas tun. Ist das nicht eine tolle Geschichte, Mutterchen?“ Frau Kampfmaier nickte.„Eine tolle Geschichte“ Dann schaute sie auf.„Ist dieser Onkel hier?“ fragte sie. „Gewiß, er ist hier. Er hat persönlich unserem Chef, dem Doktor Waterhold den Auftrag gegeben, nach diesem Mädchen zu suchen!“ „Hast du ihn gesehen und gesprochen?“ „Nein! Er hatte ja unseren Chef zum Essen eingeladen. Aber nun rate mal, Mutterchen, was dieser Onkel von dem verschollenen Mädchen ist!“ „Wenn es ein reicher Mann ist, dann wird es ein Kaufmann sein oder ein Unternehmer!“ „Ganz falsch! Stell dir vor, Mutterchen, das ist ein König!“ „Ein König!“ fragte Frau Kampfmaier und ließ sich schwer in das Kanapee zurückfallen.„Um Gottes willen, ein König! Dann wäre ja das Mädchen eine Prinzessin!“ Jenny ließ einen Lachtriller in die Luft steigen:„Nein, Mutterchen, so ist es nun doch wieder nicht! Weißt du, er ist nur so eine kleiner Badehosenkönig in der Südsee, über drei Inseln, so eine Art Häuptling. Und er ist reich geworden, weil er Produkte aus den Inseln verkauft.“ „Ach, so ist es.“ sagte Frau Kampfmaier,„so ein König! Na jal Und was will er nun anfangen, wenn er das Mädchen gefunden hat?“ „Das hat mir Dr. Waterhold nicht gesagt.— Aber er wird sie wohl mitnehmen denke ich mir. Ich glaube, das ist so ein älterer Mann, der nun Langeweile auf seiner Insel hat, und da will er sich ein junges Mädchen holen, und die muß ihm Gesellschaft leisten. Und natürlich ist seine Nichte die erste, an die er denkt.“ „Kann schon sein!“ saat Frau Kampfmaier.— „Kann schon sein! Die Menschen denken immer erst an sich und dann an andere.“ „Wie meinst du das?“ fragte Jenny „Nun.“ sagte Frau Kampfmaier und strich die Decke glatt,„ich meine, wenn er sich um die Nichte seit dem Jahre 1915 nicht gekümmert hat und diese hier aufgewachsen ist in Europa, dann wird sie sich doch wohl besinnen, auf so eine wilde Insel zu gehen, wo die Leute nur mit einem Schurz bekleidet rumlaufen!“ „Dr. Waterhold hat so etwas gesagt. Mutter, als ob er für seine Leute auf den Inseln ein richtiger Wohltäter wäre, er sorgt für seine Wilden nehmen Beschwerde führen, wenn es sich morgen noch einmal wiederholte. Und das wollte er auf jeden Fall vermeiden. Glücklich, diesen Entschluß einmal gefaßt zu haben, stieg Ro and Wullenwever wieder zum Promenadendeck hinauf. Die Fenster der Spielund Tanzräume, der Bar und des Lesezimmers schimmerten noch im hellen Licht von ungezählten Glühbirnen. Da es dem Personal aber verboten war, diese Räume außerhalb des Dienstes zu betreten, so mußte er sich darauf beschränken, durch die nach dem Deck hinausgehenden Fenster hineinzuspähen, um festzustellen, ob Jutta schon in ihre Kabine gegangen war. In der Bar und der daran anschließenden Tanzdiele herrschte noch voller Betrieb. Die schwebende, schmiegsame Musik der kleinen Wiener Salonkapelle, hier und da auch ein helles, klingendes Frauenlachen drangen gedämpft an das Ohr des auschenden und nebenan drehten und schoben sich die Paare auf der spiegelblanken Tanzfläche nach den Klängen eines guteingespielten Tanzorchesters Aber so sorgfältig Roland auch die einzelnen Gruppen und Paare musterte, Jutta Allmenried war weder in der Bar noch unter den Tanzenden zu entdecken. So wollte er denn sein Suchen schon aufgeben und nach unten gehen, als er sie plötzlich an der Seite des unvermeidlichen Amerikaners in einer Ecke des um diese Stunde weniger besuchten Lesezimmers sitzen sah. Die beiden waren anscheinend in eine sehr angeregte Unterhaltung vertieft und Roland Wullenwever beschloß, hier draußen so lange zu warten, bis sich Jutta von ihrem Gesellschafter trennen und ihre Kabine aufsuchen würde. Aber die Zeit ging dahin, ohne daß die beiden da brinnen Miene machten, ihr Gespräch zu beenden. Im Gegenteil, Jutta schien immer interessierter zuzuhören, was ihr der Mann an ihrer Seite zu sagen hatte. Roland Wullenwever ging nervös unter den hellerleuchteten Fenstern auf und ab. Aber endlich wurde er des tatenlosen Zusehens und Wartens doch müde. Lachhaft, wie ein Dieb in der Nacht stehe ich hier herum, dachte er ärgerlich. Und das schließlich doch nur, um zu meinem Eigentum zu gelangen. Hätte mir jemand das alles vor einem Vierteljahr vorausgesagt, ich hätte ihn glatt ausgelacht. Eine verrückte Welt, finnierte er weiter. Wihrend er sich hier im Dunkel der Nacht verstecken mußte, saß die eigentliche Diebin dort drinnen und spielte die große Dame, die jederzeit nur in ihre Tasche greifen brauchte, um ein gewisses Zeitungsblatt herauszuziehen, wenn er ihr etwa mit seinen Forderungen unbequem werden sollte. Eigentlich bin ich doch ein rechter Narr, daß ich noch immer hier stehe und mir die halbe Nacht um die Ohren schlage, anstatt einsach hinunterzugehen und mir ungefragt zu nehmen, was mir gehört. Hilde hatte ihm erzählt, wie sie das Manuskript gefunden und wie sie den Koffer in ihrer Aufregung zuzuschließen vergessen hatte. Vielleicht stand er jetzt noch ebenso unverschlossen, dann— brauchte er nur den Deckel aufzuheben und sein Eigentum an sich zu nehmen. Was konnte Jutta schon tun, wenn er das Manuskript erst einmal in der Hand hatte? Jutta hatte keinerlei Rechtstitel vorzuweisen, um zu bezeugen, daß das Manuskript ihr gehörte. Deshalb würde sie sich auch gewiß hüten, es zu einem Skandal kommen zu lassen, beschwichtigte er die Stimmen, die sich warnend in seinem Innern erhoben. Noch einmal überzeugte er sich, daß die beiden dem äußeren Anschein nach noch immer nicht daran dachten, zu gehen, dann sprang er schnell zur Treppe und lief den bekannten Kabinengang hinunter. Wenige Minuten später betrat er den von wie ein Vater. Er muß nach der Beschreibung ein guter Mann sein!“ „Ja, das fehlte ja nun auch noch, wenn es ein schlechter Mann wäre!“ rief Frau Kampfmaier. „Und nun willst du in die Bahnhofstraße gehen?“ „Ja, Mutterchen, ich wollte in die Bauhofstraße gehen, und dann ist mir ein Gedanke gekommen: du könntest das doch viel besser machen als ich! Du kennst die Leute besser, gehst auch mit ihnen besser um. Und wenn du dich da nach dem Grobendonk erkundigen würdest, dann bin ich sicher, daß du viel mehr herausbekommst als ich." „Glaubst du?“ fragte Frau Kampfmaier. „Gewiß! Und ich kann dich ja inzwischen vertreten! Ich telefonier' an Heinrich, der ist um vier mit seinem Dienst auf dem Rathaus fertig und leistet mir Gesellschaft, bis Krista kommt. Und weil wir dann schon einmal so einen netten Abend hier haben, können wir ja eine Obstweinbowle trinken und Ankenbrands und Windts holen und einen richtigen lustigen Kampfmaierabend veranstalten!" Frau Kampfmaier griff sich mit dem Zeigefinger und Daumen der rechten Hand an die Unterippe, zog sie ein wenig vor, so daß die wohlerhaltenen, starken weißen Zähne zu sehen waren, und sagte:„Ein gemütlicher Abend bei Kampfmaiers! Ja!“ Jenny saßte die Mutter um, gab ihr einen Kuß und fragte:„Mutterchen, was hast du? Du siebst meilenlangen Aerger gehabt hättest!" Frau Kampfmaier atmete auf, atmete schwer aus, daß es wie ein tiefer Seufzer klang, und schüttelte den Kopf:„Nein, Kind, meilenlangen Aerger habe ich nicht gehabt, aber vielleicht kommt er noch!“ „Warum?“ „Ach.“ sagte die Frau und schloß die Augen, „man kann ja nie wissen!" „Du bist so wunderlich heute!“ Kind, es gibt so Tage, da ist man nun mal blümerant!" Und dabei schaute sie auf den großen Abreißkalender, dessen Siebzehn schwarg vom Blatte drohte. „Ach Gott,“ rief Jenny,„daß ich daren nicht gedacht habe!“ du. Kind, ich wollt' euch sa heu“ nicht mit der Nase darauf stoßen, es ist ja genug, wenn ich daran denke, daß er heute vor soviel Jahren an der Lorettohöhe gefallen ist. Der gute Vater, was hat er mit den beiden Bengels, dem Kurt und dem Mare. für'n Aufstand gehabt, als wir geheiratet haben! Ich sag' dir, die beiden Jungs waren ja so eifersüchtig wie die jungen Hirsche. Bis sie gemerkt haben, daß mein Jochen stark is und forsch und gut und gerecht. Er war ja auch so an fünf Jahre jünger als ich, und ich bin mir Jutta Allmenrich bewohnten Raum. Rasch schaltete er das Licht ein und zog die Tür hinter sich zu. Eine Weile zögerte er, als er vor dem Koffer stand, der sichtlich unverschlossen war. Wiederum hemmte ihn eine fremde Stimme, die ihm zurief, daß es immerhin ein fremder Koffer, daß es fremdes Eigentum war, nach dem er jetzt die Hand ausstreckte. Aber nun war es längst zu spät solchen warnenden Stimmen nachzugeben, nun stand er einmal hier und da durfte es auch keine Bedenken mehr geben. Er wollte ja nicht stehlen, es war sa sein unumschränktes Eigentum, um das es hier ging. Er schlug den Deckel des Koffers zurück und sein erster Blick fiel auf das Manuskript. Aber er hatte es eben an sich genommen, als er hörte, daß sich hinter ihm die Tür öffnete. Jutta Allmenried trat ein. Eine Weile standen sich die beiden Menschen gegenüber, ohne daß eins von ihnen ein Wort fand, beide waren nur heftig betroffen, sich hier so unvermutet gegenüberzusehen. Der Deckel des Koffers war ihm aus der Hand geglitten, nun machte er einen Schritt auf die Tür zu. „Ich habe mir mein Manuskript geholt, das ich damals versehentlich in Ihrem Wagen hatte liegen lassen, Fräulein Allmenried,“ sagte er beherrscht und wollte an ihr vorbei.„Ich glaube, Sie hatten nur vergessen, es mir damals zurückzugeben.“ Rasch vertrat sie ihm den Weg Nein, dieses Manuskript durfte sie ihm nicht lassen, wenn sie ihn nicht selbst aufgeben wollte. „Ich verstehe nicht, was Sie damit sagen wollen, Steward,“ sagte sie fremd und kühl.„Legen Sie das Heft da ruhig wieder zurück. Im übrigen finde ich es sehr eigenartig, daß Sie ohne gerufen zu sein, in meiner Abwesenheit hier eindringen und an mein Gepäck gehen.“ Angewidert wandte er sich ab „Was Sie mit diesem Versteckspielen erreichen wollen, weiß ich nicht, Fräulein Allmenried. Sie wissen aber ganz genau, daß ich ein Recht babe..“ Sie lachte schrill auf. „Ein Recht? Ich glaube, der Steward Peter Wolfframm hat hier nur Pflichten und es erscheint mitunter nötig, ihn daran zu erinnern!“ Roland Wullenwever sah, daß es keinen Wert hatte, auf diesen Ton weiter einzugehen. Jedes Wort, daß hier noch gesprochen wurde, war überflüssig und machte die Szene nur noch widerwärtiger. „Geben Sie bitte die Tür frei, Fräulein Allmenried. Sie werden selbst zugeben müssen, daß wir in eine lächerliche und geschmacklose Situation geraten, wenn wir noch länger in dieser Weise aneinander vorbeireden.“ Ein tiefer, abgründiger Haß glühte aus ihren dunklen Augen, als sie jetzt dicht vor ihm stand Wenn sie sich das Manuskript wirklich von ihm aus der Hand nehmen ließ, dann verlor sie damit auch das letzte Stück. das ihn noch an sie band, die letzte Verbindung, über die sich vielleicht noch einmal eine Brücke zu ihm hätte schlagen lassen. „Ich denke gar nicht daran! Ich gehe nicht eber hier weg, bis Sie“ Mit festem Griff packte er sie am Handgelenk und schob sie beiseite, ohne auf ihre Einwendurgen weiter zu achten. Aber bevor es ihm noch gelang. die Tür zu öffnen, hatte sie in sinnloser Wut die Waffe aus ihrer Handtasche gerissen und auf ihn angeschlagen. Doch er gewahrte noch im rechten Augenblick das Glitzern in ihren Augen. das ihm verriet, wie ernst sie es meinte. In Gedankenschnelle war er bei ihr und warf ihre Hand hoch. Krachend schlug das Geschoß in die holzgetäfelte Decke der Kabine. (Fortsetzung folgt.) dann vorgekommen, Kind, wie'ne Mutter von drei großen Jungens. Und dann, als sie auszogen und abrückten vom Lehrter Bahnhof. sah Vaterken so jung aus, daß wirklich alle glaubten, ich wär' die Mutter von alle drei. Und keener is zurückgekommen! Ich hab' hier das Ding sanschaukeln müssen. War man sut, daß ich dann zwei so Kleine hatte, wie euch! Haben mich dann alle geuzt, ich hätte meine eijenen Enkelkinder zur Welt gebracht. Aber was wär' das Leben gewesen ohne meine Kinder! Und du, Jenny. und die Krista, wenn ich euch nicht hättel Aber was red ich nu bloß so daher. Vielleicht is auch nur der schwarze Kaffee daran schuld, den ich heute Nachmittag getrunken habe, weil mir so schlecht zumute gewesen ist. Und du hast janz recht, wart' man auf deinen Heinrich, ich werd' mich anziehen und selbst mal nach der Bauhofstraße gehn und sehn, was da lauert!“ * Marlene war wieder mal ganz große Klasse! Nicht, Frieda?“ „Ja, Krista, das ist'ne Frau, die hat's verstanden. Dahin kommen wir niel Wir bleiben Tipsen unser Leben lang, wenn wir keinen Mann kriegen!" „Nein,“ rief Krista und warf den kastanienroten Schopf in den Nacken,„nein, ich geb's nicht auf, und vielleicht wird in den nächsten vier Wochen sogar was reis.“ sagst!“ rief Frieda, ein hochbeiniges, schöngewachsenes Mädchen mit abgeschnittenem schwarzem Haar, aber ein wenig schlenkrig in den Bewegungen. Die beiden jungen Mädchen waren aufatmend aus einem Kino am Alexanderplatz berausgetreden. Ein Regen hatte den heißen Juni=Nachmittag abgekühlt. Die frische, sauber gewaschene Lurt beruhigend durch die von der Erregung des Film'viels durchbebten Körper. „Ja. Heinrich will heute Nachricht geben. plauderte Krista„und vielleicht kommt sogar sein Freund. Der ist Dramaturg beim Atlanta=Film! Zwei junge Männer in Flanellhofen und blauen, kurzärmeligen Sportshemden mit zurückgestrichenen gesalbten Haaren drängten beran.— Augenzwinkernd sagte der größere zu Krista:„Na. wie wär's mit'n bißchen Eisdiele?“ Krista warf den Kopf zurück, schwenkte Frieda amrme herum und erwiderte:„Warum Eisdiele? Ist sa schon kühl genug!" Die Mädchen beeilten sich fortzukommen, liefen rasch über den Straßendamm hinstber zum Bahnhol. Die beiden jungen Leute drängten nach: 200 man nich sol Am Sonntag haben wir doch in Weißensee am Tisch zusammengesessen." (Fortsetzung folgt.) Der Sprung vom Kirchturm VONARTHUR M. FRAEDRICH Die Dorffungen sprachen von nichts anderem als von diesem Sprung. Etliche meinten. Schorsch perde es nicht tun: er protze nur das sei es Die inderen lagten Schorsch sehe keine Wette ein. die er nicht halten könne. Damals, mitten im Winter. ei er ohne zu zögern. in den See gesprungen, habe die brei ausgemachten Minnten zwischen den Eischollen ausgehalten und somit seine Wette gewonnen Ebenso die andere, die verlangte, daß er nachts Bunkt 12 Uhr auf dem von büsteren Zupressen flankierten Grab des Bauern Bünger einen umgefallenen Blumentopf aufrichte. Er kürchte sich eben vor richts der Schorsch, selbst nicht vor einem Sprung som Glockenturm bes Kirchturms, zumal er ja wel Regenschirme als Fallschirm benutzen dürfe. Paht auf. er sprinat!“ .c sage nein!“ beharrte der Zehnjährige des ahmen Dorfbarbiers. Dabei dachte er inbrünstig in seinen mannshohen Drachen, von dem er sich dann wenn er die Wette verlöre. trennen müßte Georg aber. der Zwölffährige des Schmiedes. tat denen gegenüber, die seinen Mut anzweifelten. ehr breitspurig. So ein Sprung sei doch furchtbar einfach. Habe man nicht gesehen, wie ein Fallschirmpringer aus mehreren tausend Meter Höhe alatt andete? Also: Warum soll man mit zwei Schir nen nicht vom Kirchturm springen können?„Der Drachen ist mein!“ kroblockte er. Aber wenn er allein war. mied sein Blick den Kirchturm. Desto mehr Aufmerksamkeit schenkte er den beiden Regenschirmen die, schwer und groß. noch aus Großvaters Zeit Kammten: bis zum letzten Angenblick bastelte er daran herum. Den baumwollenen Bezng dieser ungetümen Dinger hatte er orgfältig versteift und mit bruchsicherem Draht aus Vaters Schmiede die starken Krücken verbunden. — Ob sie so Kandhalten? Eine Stunde vor dem waghalsigen Sprung raate er seinen Vater, wieviel Meter sich der Glokkenboden über dem Erdboden befinde. Der Glockenstuhl vom Kirchturm?— Dreiundiwanzia Meter Warum fragst du? Habt ihr wieder Dummheiten vor?“ Ich will das nur wissen“. erwiderte er etwas leinlaut. Am liebsten hätte er noch gefragt, ob man Beine breche, wenn man so hoch herabpringe, benn der immer wiederkehrende Gedanke. auch einmal so lahm durchs Dorf tappen zu müssen ve Kurts Bater. quälte ihn plötzlich sehr. Und als er dann doch mit den zusammengekoppelten Schirmen auf den Turm stiea. über das brusthobe Eisenaitter der Luke des Glockenbodens kletterte und nun die breiundzwanzig Meter unter sich emporwachsen ab. hatte nur noch dieser Gedanke in ihm Raum. Schorsch, tu's nicht!“ flüsterten die beiden Freunde, die, nur durch das Gitter von ihm getrennt. hinter ihm standen. Er antwortete nicht; er starrte in die Tiese, auf die Schulkamsraden, die eng aneinandergedrückt und gespannt zu ihm hinaufsahen. Er zitterte. Kurt. der Barbierjunge, lachte, als er zögerte, drückte den Trachen an sich und lagte etwas was Schorich sedoch nicht verstand. Im selben Augenblick schloß er die Augen. umspannte mit seinen kleinen Fäusten die Krücken der Schirme fester und atmete zweimal stoßweihe— hann sprang er zu. „Schorsch!“ Schorsch!“ Er lorinat! Er sortnat!“ Diese Ausrufe des Schreckens drangen von oben und unten an Georgs Chr. aber er nahm sie nicht in sich auf: in leiner Seele gina in diesen wenigen Sekunden die der Sprung ausfüllte, etwas Mächtiges, alles andere Uebertönendes vor. Zuerst als er die ersten 10 Meter durchfiel wie ein Stein. riß ihm die Aufluft den Atem vom Mund: die Angst in ihm steigerte sich bis ins Schmerzhafte und ließ tausend gräßliche Bilder erstehen. Er sah sich stöhnend und blutüberströmt liegen: er lah sich mit Krücken unter den Armen, er sah sich verwachsen und humpeln wie Kurts Vater: er sah sich im Dunkeln und tot. Das Herz stand still. Aber dann, als ein Rauschen ansetzte, das ungeheuer schnell anschwoll zu einem donnernden Getöse. welches wie Trompetenstöße gegen das Trommelfell brandete, den sungen Körner jedoch schönend umfing— setzte es langsam wieder zu neuem Leben an. In der Seele bes Knaben wurde das aufgekommene Dunkel von sähem Licht verdrängt. Hinter den geschlossenen Lidern sammelte sich alles Schöne eines kindlichen Daseins und aus diesem strömte das gottgewollte Leben aufs neue und veredelt hervor. Mit aufgeschlitzten Schirmen landete der tollkühne Junge. Sein Antlitz war nicht mehr ganz so bleich wie vor dem Sprung, doch es zetate auch keinen Schimmer von Siegesfrende Ein verklärter Schein lag auf ihm, denn Georg hatte begriffen daß der Tod ihn schon umfangen das Leben ihn aber zurückgenommen hatte. Keiner von den Jungen sprach ein Wort. als Georg sich langsam erhob keiner gab Antwort als vom Turm heruntergerufen wurde, ob etwas pas= siert sei: alle waren im Bann dieses unbegreiflichen Augenblicks. Nur der kleine Kurt trat mit seinem Drachen tapfer vor den Sieger hin. Doch Georg beachtete ihn kaum. Georg horchte auf das neue kremde Klingen in sich.„Ich will ihn nicht“, sagte er tonlos.„Ich will den Drachen nicht.“ Dann war's wieder still, denn die Erkenntnis, daß der Mensch wohl für höhere Werte aber nicht kür einen Drachen sein Leben aufs Spiel setzen darf. dämmerte zwar. aber Georg vermochte sie nicht in Worte zu kassen. Abendgefühl/ VON BENEDIKT KIPPES Ich fliehe oft den lauten Stunden, Die voller Lärm und voller Hast. Und fühl mich frei und ungebunden Wenn still der laute Tag verblaßt. Ich llebe es im Dunkein träumen Und horche gern dem fernen Klang, Der aus den grau verhüllten Räumen Allmählich wird zum Nachtgesang. Und höher fühl ich mich getragen Wenn Stern um Stern am Himmel steht. Ich bin beschämt, weiß nichts zu sagen, Und meln Bewundern wird Gebet. Dann fühl ich, Herrgott, deine Hände. Und einen Hauch der Ewigkeit Umgiüht den Anfang und das Ende Des ird'schen Lebens Glück und Leid. Das Gespensterhaus Frau Florence Laurn hatte sich vor dem Gericht zu verantworten Sie war eine ehrliche Frau. Sie hatte keinen Vertragsbruch begangen, wie ihre Gegner behaupteten. Sie hatte einen Bauernhof gepachtet Aber kein Gespensterhaus. Und daß es sich um ein Gespensterhaus handelte, das wollten 48 Zeugen bekunden, die in dem Bauernhof im Laufe der Jahre zu tun gehabt hatten Das Gericht zu Nemburg hatte einen schweren Stand Gespenster kann man schlecht vernehmen. Gespenster sind auch keine wissenschaftlich anerkannten Gebilde um derenwillen man ein Urteil fällen kann. Das Gericht und das Necht überhaupt kennt keine Gelpenster So konnte es sich auch nicht um ein Gespensterhaus handeln: sondern um einen Bauernhof und da alles was in dem Kontrakt stand intakt war. mußte Frau Florence Laurn für kontrakthrüchig angesehen werden Da kam die eneraische Frau auf eine beachtliche Idee: Meine Herren! Bitte überzeugen Sie sich doch selbst einmal. Umsonst haben nicht in der letzten Zeit alle Jahre die Besitzer gewechselt und ihr schönes Geld das sie in den Hof gesteckt haben einfach im Stich gelassen. Ueberzeugen Sie sich an Ort und Stelle!“ Wovon sollen wir uns denn überzeugen? Meinen Sie denn allen Ernstes daß sich uns die Gespenster die Sie gesehen haben wollen. vorstellen werden?“ „Wenn Sie es nicht tun, werde ich meinen Vertraa halten und weiter auf dem Hof bleiben. Ich wünsche nichts sehnlicher, als daß es einmal im Jahr dort nicht spukt. Dann wäre ich schon ruhiger. Ich hoffte gestern daß alles gut gehen würde. Aber gestern noch gerade vor dem Schlafengehen, warf Gelpenst den großen Kamin in der Diele um. Wie leicht hätte es einen Brand geben können!“ Und nun meldeten sich die anderen Zeugen und saaten aus:„Das Vieh kommt auf rätselhafte Weise um Meine Kuh war noch am Tage vorher ganz gesund und gab aute Milch. Sie lag am nächsten Moraen tot im Stall.“ Ein anderer Mann meldete:„Ich habe eine neue Wand in dem Hof ziehen lassen und die Bewässerung der Aecker durch neue Zuleitungen auf modernste Weise eingerichtet. Aber ich habe alles im Stich gelassen. Die Leitungen waren bald darauf mit einem scharken Hammer an vielen Stellen durchschlagen. Und wenn ich in die Speisekammer geben wollte, um etwas zu essen, bann waren entweder alle Eier vom Bord gemorfen und lagen serbrochen auf der Erbe oder auch die eingemachten Früchte lagen in der Butter. Es ist kurchbar dort.“ „Wenn es das nur wäre“, meldete eine sunge Frau„aber des Nachts wird man von hartnäckigen Klopitönen geweckt. Es hört sich an als ob die ganze Hauswand zusammenstürzen wollte. Und ganz große Fußspuren haben wir am nächsten Morgen gekunden Das Gespenst muß so lang wie ein Kirchturm sein. Seine Schuhe sind so groß wie der Arm eines Mannes“ Der Richter schüttelte den Kopf. Man besprach sich eine Weile, und dann beschloß das Hohe Haus, den nächsten Termin in dem verrufenen Haus selbst abzuhalten. Leider kam es nicht dazu. In Newbura sarb der reiche Grundstücksmakler, der unter anderen auch den Gespensterhof in den letzten 20 Jahren etwa breißiamal verpachtet und dabei jedesmal eine erhebliche Provision verdient hatte, zumal die Pächter immer wieder Gelb in den Hof gesteckt hatten und er allmählich zu den modernsten und praktischsten Bauernanwelen geworden war. In seiner Hinterlassenheit fand man aber ein paar ganz merkwürdige Stiefel Sie waren für einen Riesen bestimmt und im übrigen so zugeschnitten, daß sie über den Stiefel seines Knechtes vaßten. Dies„Gespenst“ aber war flüchtig P. M. Z. Bunte Skizzen... Kluge Hunde Ein Mann kam eines Tages mit seinem Hund in die Gaststube eines Wirtshauses, in der eine zahlreiche und lustige Gesellschaft versammelt war. und bestellte sich eine Portion Butter und Wurst. Sein Hund letzte sich neben ihn und blickte sehnlsichtig zu dem Mann auf. der es sich gut schmecken lietz. Als der Herr jedoch keine Miene machte ihn etwas zu geben da ertönte ganz deutlich aus dem Maul des Hundes die Frage:„Bekomme ich denn heute gar nichts?“ Ta hast du was“, sagte der Herr und warf ihm ein Stück Wursthaut zu. Zum Erstaunen der Gäste gab es nun die folgende Unterhaltung zwischen dem Hund und seinem Herrn ur die Haut krieg ich?“ fing der Hund wieder an Meinetwegen auch das", sagte der Herr und wark ihm ein Stück Wurst zu. „Ich danke lehr“ klang es zurück. Die ganze Gesellschaft lah den merkwürdigen Hund an Schließlich trat einer auf den Mann zu und zeigte große Lust. den Hund zu erwerben. Aber der Herr des„sprechenden Hundes" zeigte sich nicht genetgt baau Der andore steigerte lein Angebot Daß du mich nicht verkaufst!“ klang die Stimme des Hundes dazwilchen Das machte den anderen nur noch hitziger. Nach tiniger Zeit waren die Parteien einig und der erreute Käufer nahm seinen sprechenden Hund an die Leine Da erhob der Hund noch einmal seine Btimme und sagte mit hörbarer Entrüstung:„Jetzt spreche ich kein Wort mehr!“ Und er hielt sein„Wort“. Seit diesem Augennlick hat er nur noch gebellt— wie immer. Sein derr namlich beherrschte die Kunst des Bauchredens * eine der größten Ueberraschungen des schauinnigen Publikums zu Beginn des vergangenen Nahrhunderts war der Hundezirkus des Currier aus Paris Durch ganz Europa zog der unternehmungslustige Zirkusdirektor mit seinen vierbeinigen Künstlern, und wo er seine Zelte Aunching, lösten die Vorstellungen wahre Begeisterungsstürme aus Der Star des wandernden Hundezirkus war Azor. das musikalische Hündchen Und Azor leistete auch wirklich Erstaunliches Auf einen Wink seines Herrn sprang er behende auf einen Sessel Der wurde vor ein Klavier geschoben, und dann begann Azor zum Erstannen der Zuhörer mit zartem Anschlag seiner Plötchen die verschiedensten Volkslieder zu spielen Der musikalische Hund war eine Berühmtheit geworden der man überall zufubelte. Aber leider ein unvorhergesehener Zwischenfall, verursacht durch vier Worte eines Uebermütigen machte seinem Ruhm ein lähes Ende. Eines Abends nämlich als Azor gerade dahei war. eines seiner Glanzstücke zu Gehör zu bringen, ertönte aus dem Zuschauerraum der lockende Ruf:„Azor. such das Kätchen!“ Und da war es geschehen: Azor ließ das Klavier im Stich Mit einem kühnen Satz verschwand der musikalische Hund laut klässend unter den Stühlen der Zuschauer. Das noch größere Wunder aber war daß das Klavier auch ohne das Zutun Azors das Lied ohne jeden Fehler zu Ende spielte Der Mechanismus arbeitete gut. So endete Azors und des Herrn Direktors Berühmtbeit. Adolf Neß. Ein einziger Satz Einer der getstreichsten Vertreter des Witzes in Paris ist der Schriftsteller Dumas gewesen. Er hatte Einlaß zu den höchsten Gesellschaftskreisen. wo er wegen seiner beißenden Ironie gefürchtet wurde. Von einem Marquis zur Tafel gelaben, sollte Dumas gleichzeitig mit einem gewissen Vandamme erscheinen, den er wegen seines hoffartigen Wesens nicht ausstehen konnte. Als Bandamme davon börte, wollte er der Einladung nur in dem Falle Folge leisten, wenn der gefürchtete Satnriker bei der Zusammenkunft nicht mehr als einen Satz sagen würde. Er hofite nämlich insgeheim, durch diese Abmachung den geistreichen Schriftsteller in der Gesellschaft kaltzustellen. um selbst mit seiner Person zu mänzen. Zu seinem Erstaunen nahm Dumas, den er nun mundtot gemacht glaubte, diese Bedingung gar nich übel und versprach, am Festabend nur einen Satz zu lagen. Bei dem Festessen ging es recht lebhaft zu. Van damme. der la Dumas nicht zu fürchten brauchte. sprühte vor Witz und gab eine Geschichte nach der andern, die allerdings der Originalität entbehrten zum besten Die Gaste. die von der seltsamen Bedingung nichts wußten, staunten nicht wenig, als Dumas über die Geschichten des Maulhelden keine Silbe zur Entgegnung sagte. Man glaubte aber allge mein, der berühmte Schriftsteller hätte einen schlech ten Tag und sei deswegen von solcher Wortlaraheit Als die Diener zum Nachtisch geschmackvoll bereitete Pasteten auftrugen eine Lieblingsspeise Ban dammes, langte dieser gehörig zu und schmauste mit vollem Munde, was Dumas lächelnd beobachtete Beim Herumreichen des letzten Tellers bedankte lich jedoch der tapfere Esser mit den Worten:„Ich habe schon so viele Pasteten vertilgt, wie Simson einst Philister erschlug!“ „Und das mit der gleichen Waffe!“ sagte Dumas“ tronisch lachend. Es war sein einziger Satz gewesen in der Gegenwart Vandammes: denn dieser hatte nichts Eiligeres zu tun. als die lachende Gesellschaft wütend zu verlassen.— Bekanntlich erschlug Simson die Philister mit einem Esels=Kinnbacken! Nobert Ludwig Jung. „Vive l’empereur“ Als Napoleon seinen Marsch nach Rußland an trat. hatte auch ein kleines norddeutsches Landstädtchen Hilfskräfte zu entsenden. Die Abteilung stand zum Abmarsch bereit, als es plötzlich hieß, der Kaiser werde auf der Durchreise eine Besichtigung vornehmen. Der Führer der kleinen Truppe war in nicht geringer Verlegenheit. Man hatte ihm gesagt. Napoleon müsse mit einem„Vive l'empereur“ begrüßt werden. Wie sollte er seinen Mannschaften. die außer ihrem heimischen Platt nur noch ein wenig Hochdeutsch verstanden, die französische Begrüßung beibringen? Doch er sand einen Ausweg. Wat 8 dat?“ fragte er die angetretene Truppe und zeigte auf eine alte Frau, die er hinbefohlen hatte „En oll Wiem!“ schallte es als Antwort. „Und dat?“ Er hielt eine mitgebrachte Tranlampe empor. „En oll Lamp!“ „Un no noch dat?“ fragte er. indem er ihnen ein altes Pfeifenrohr zeigte. „En oll Rühr(Röhre)!“ grienten die kapferen Krieger. „Also: Wiew— Lamp— Rühr“, instruierte der Führer weiter.„Und so werden wir morgen rufen. wenn der Kaiser kommt. Es geschah Wiew— Lamp— Rühr!“ schallte es dem Kaiser entgegen, als er vor der Front der kleinen Abteilung erschien. Begegnung mit Eichendortt An einem Herbstabend im letzten Kriegsjahr war es. als ein neuer Schub Verwundeter von der Westfront eintraf. Unter ihnen bekand sich auch ein sunger Kriegsfreiwilliger, der, wie wir nachträglich durch die Schwester erfuhren, einen Schuß in die linke Brust erhalten hatte. Die Operation war bereits im Kriegslazarett vorgenommen. Obwohl zeitweilig bei klarer Besinnung, lag er zumeist mit geschlossenen Augen. Der Tod. der für ihn Erlösung bedeutete, konnte nicht fern sein. In der darauffolgenden Nacht erwachte ich von einem leisen Geräusch. Es war eine helle, vom Mondlicht verklärte Nacht. Der Verwundete saß aufrecht im Bett und flüsterte halblaut Worte, die ich nicht verstand. Nur am Tonfall merkte ich, daß es ein Gedicht war. das er langsam, mit feierlich bewegter Stimme, aufsagte. Auch die übrigen Kameraden, die mit mir im gleichen Saal lagen. waren wach geworden. Jetzt hörten wir die Worte deutlicher: Aus dem Kriege kommen wir heim in stürmischer Nacht und Regen. wenn ich auf der Lauer gelegen. wie dachte ich dorten bein! Gott stand in der Not uns bei. nun broben bei Mondenschein. schlaf ruhig. das Land ist ja kret! Still sank er in die Kissen zurück. Er hielt die Hände gefaltet. Sein Gesicht, ganz in die Lichtilut des Mondes getaucht, spiegelte den Frieden einer Menschenseele, die sich nun schon auf dem Wege zur ewigen Heimat befand. Ein Kamerad, der eine Geige bei sich hatte, holte sie bervor und spielte leise und abgedämpft das Largo von Händel. So starb er. der sunge Kamerad. den wir nicht kannten, und uns allen war es in dieser Stunde, als hätte der Tod seine Schrecken verloren. Viele J“* später fand ich in einem leinen Püchlein das Gedicht, das er kurz vor seinem Tode aufgesagt hatte. Zwischen den Seiten lag ein Ahornblatt. Die letzten Zeilen des Gedichtes waren mit Mle unterstrichen: Gott stand in der Not uns bei nun droben bei Mondenschein schlaf ruhia. das Land ist la frei! Bert Breunece Problem Nr. 91 Von R. J. Bermudez (C. C. L. A. 1936) abedef Matt in 2 Zügen Problem Nr. 92 Von A. F. Fink (Chess Review 1936) abcdefg 1 Punkte Weiß 11 St. Schwarz 11 St. Matt in 3 Zügen Königsindisch Oespielt im Prager Meisterturnier Anmerkungen von A. Becker P. Keres— K. Hromadka 1. d2—d4 So8—f6 2. c2—c4 c7—c5. Dies ergibt keine vollwertige Verfeidigung, mag der Zuq im Zusammenhang mit der Ben Oni-Behondlung(3. d5 e5) oder wie hier els Auftakt zu Königsindisch geschehen. 3. d4—d5 g7—g6 4 Sbi- c3 d7—06 5. 92-93 L18—97. 6 1f1—92 0—0 7. e2—e4 a7-86 8 02—84. Um t7-b5 mit Gegenspiel des Schwarzen am Damenflügel zu verhindern. Derzeit ginge dies aich mit 8. Sge2, spater wird der Partiezug doch einmal unerläßlich sein. 8.. 718—e8 9 So1—e2 e7-e6 10. 00 e6X d5 11. c4xd5 Die Umrisse des kunftigen Kampfes werden erkennbar. Weiß hat in der Mitte und am Kömgsflügel anzugreifen, weil er dort ein Bauernubergewicht besitt: Schwarz muß seine Chancen am Damenflugel suchen 11.... Sb8—d7 12. h2—h3. In einer Partie Becker-Carls, Dresden 1926, geschah in genz ahnlicher Stellung 12. b3 nebst wirksamer Flankierung des weißen Doenlaufers. Hier scheitert 12. b3 on 12. SXe4 12... 1a8-b8 13. 84—a5 Sd7—e5 14. f2—14 Se5-d7? So hat Schwarz klar zwei Züge verloren. Vielleicht hat er 14.... Sc4 wegen 15. Dat b5, 16. Da2(16 aból) verworfen, was enscheinend wegen 17. b3 den Springer kostet. Aber Schwarz könnte dann noch 16.... Sd7I 17. b3, b41(von V. Vukovie gefunden) spielen und dabei ganz gut abschneiden. 15 g3-941 b7—b5 16. a5xtó Dd8Xbó. Vorzuziehen war 16.. SXbó, um dem Sf6 Luft zu machen. Der übereilte Vorstoß 17. e5 de, 18, fe würde ocon natürlich nicht mit 18.... TXe5? 19. Lf4, sondern mit 18.. Sfa7l beantwortet werden 17. 94—95 S16—h5 18. 192-f3 L97—d4t Schwarz steht voi der inangenehmen Wahl, entweder die Zersplitterung seiner Königsflügelbauern oder(wie in oer Partiel den Abtausch seines Königslaufers gestatten zu missen. 19. Kg1—92. Auf 19. SXd4 c2, 20 Sa4 wer wohl Db4l geplant; wenn Weiß auf h5 tauscht, wird sein Be4 schwach 19 Sh-97 20 Tal- Ld4Xc3 21. Se2 Xc3 f7—f5. Am Damenflügel kann Schwarz nichts unternehmen(21... Db3, 22. Dd3 nebst Ld1). 22. TI1—e1 Dbó—d8 2 b2-bà Um die schwerzfeldrige Hauptdiagonale mit Lb2 beseken zu kónnen Alleroings findet Schwarz nun endlich auf der b-Linie ein Angriffsziel: 2. Do8-bó 24 e4Xf51 Te8xelt. 24. gi. 25. TXest SXcB, 26 Del Sg7 ergibt dieselbe Stellung wie in der Portie B Ddixel g6Xf5. Nach 26.. SXf5 wäre 27. Te4 sehr stark. 26. To4—221 Weiß verzichtet auf Verteidigung des Bb3, denn er hat erkannt, daß sein Königsangrif! schneller kommen muß 26.. Sd7—f8 Auf DXb3 folgt so wie spâter in aer Partie 27. h41(27. Sf87 28. Tb2. 27. Ta22 Dbó-d8. Wenn 27.1d7, donn wer 28. Te7 Teß, 29. 1b21 geplant z. B DXb3, 30. Sd1 TXe7, 31. Dxe7 Se8. 2 1h5 oder 20.. Dds, 30 TX97t KXg7. 31. Se4t K98, 32. DeJ nebst Matt. 28. h3—h41 Gegen das Vorgehen dieses Baern ist Schwarz merkwiirdig wehrlos vor allem wegen der unglücklichen Stellung des Springers o7 28. Th8xb 29 h415 1c8-d7 30 h5-6 Sa7-e8 31. 113-h5 Sf8—06 32 1h5xg6 hXo 33 Te?—e7 866 Natiirlich nichf 33. TXc3? M4 h7t nebst Matt. Auf 33 Sc7 fum 34 Sd mit S45 zu beantworten) gewinnt einfach 34. T97t nehst TX06 34. Scd1l Nun kommf Weiß zur Ausfiihrung seiner ständigen Drohung: Angriff auf der D agonale o1-h8. M.... Se8-c7 36. Del-e21 Sc7X(. Ewa hartnackiger ware 3... Sb5; es folgt 3. T97t Khä. 37. Lb2 Sd4, 38 LXd4 cd, 39. Daol Lb5 lnicht Tbó, 40 TXd7I), 40. Da7l Df8, 41. Tf7 und DXd4t (F. Oyoli). 36. h6—h7t Aufgegeben Der weike Laufer hat sich in der genzen Partie nicht gerührt, sein erster Zug der nun droht, wirkt entscheidend. 11... TXh7 14 DhSXh7 h3-h21 13. Kel— e2 h2-h10 Schon im 15 Zuge ist eine neue Dame entstanden oie es dem Schwarzen moglich macht. ach sdhiwerste meder elle Opfer zu seiner Verteicigung zu bringen 16. St446t Ktb-17 17. So6—h8t Da8Xhs. Einfacier zu überblicken als etwa 17.... Ke8, 18, Dc8t Kc7, 19. Td1t Kc7, was naturlich ebenfalls zum Siege reichf. Französisch Gespielt in der 5. Runde' des Turniers zu liflis 1937. Anmerkungen nach der russischen Fachzeitung 54 W. Panow— M Judowitsch 1. e2e4 e7-e6 2 d2-d4 d/-d5 3 Sb1-c3 Sc8-f6 4. Lc1-g5 Lf8—e7 5. e4—e5 S16—d7 6. 2h4. Aljechins lod. Chatards?) genidles Bauernopfer, dessen Korrektheit von den russischen Meistern Belaweneß und Judowitsch wegen der her von Schwarz angewendeten Verfeidigung bezweifell wird. 6... 17—16 7. 1f1—d3. Dies bezeichnete Dr Aljechin 1924 gelegentlich der Partie Vales— Ma cczy als cinzig richfige Angriffsfortsetung und verurfeilte scharf 7 ef. Dies ze gte sich auch in der Partie Panow—Belawenet(Tiflis, 3. Runde), wo Schwarz nach 7. ef SX16, 8 Ld3 c5, 9. dc Sc6, 10. Sh3 Daf das bessere Spiel erlangte. 18, Dh7Xhs St8—c6. Endlich beginnt Schwarz seinen Demenflugel zu entwickeln. Er drobt nun b6 nebst labt. 19. Dh8-h5t Kf78 20. Sg1—h3l Eine reizende Falle: Nach 20.. DXa1? 21. De8t 1f8. 22. 305 SXe5, 23 Dh5 kann Schwarz dem Remis nicht entgehen(23. Ld6, 24 Dest 1/8, 25 Dh5) 20.. DhiX921 21. Dh5—e8t Le7-f8 2 Shy -9 Sc6Xe5 2. c2—c4. Nun wäre 2: Dh5 an D94t gescheitert. Der Textzug ist nicht qut, aber wos hatte gegen bó und Last geschehen sollen? B Do2-94t 24 Ke2—f1 Do4Xe4t 2. KI1 1 Dc404t 25 Kol—f1 Lco-071 Aufgegeben. Der nette Schlußzug wer ganz im Stile dieser prächtigen Kampfpertie: 27. DXan Lb5t nebst Matt Aus einer Partie F. Rehaczek 7.... c7—c5. Schwerlich spielbar ist 7.... fa. 8. Dh5t Kf8, 9. Th3l mit starkem Angriff des Weißen. 8 Dd1—h5t Ke8—f8. 9. Sc3xd5. Damit beginnt ein kühner Opferengriff, der die Partie ungewohnlich kombinationsreich gestaltet. Mit 9. ef SX16, 10 LXf6 LX16 konnte Weiß noch das Spiel in soliden Bahnen halten, aber höchstens gle des Spiel erlangen. 9... 16Xq5. Auch Schwarz laßt es an Mut nicht felden! Vielleicht wor aber doch 9... ed5, 10 e6 Deâ 11. ed7 LXd7, 12 DXe8t KXeß, 13. Le3 cd, 14. LXd4 Sc6, 15. Sc2 die richtige, zu ausgeclichenem Spiel fuhrende Spielweise 10 Thi-h3 Um auf 10.... ed5 mit 11. Tf3t Stó oder LX f6, 12 hg5l starken Angriff zu erlangen. 10..&5—(41 Ein sehr guter Ablenkungszug: 11. DX94 ed5, 12 T*** Sf6l und Schwarz kann scine Mehrf gur ohne Gefah behaupten. 11. So5—f41 Schon gespielt!* Mun drobt vor allem 12 SXe6t, doch auch 12 So6t, so daß das folgende Sprinçeropfer des Schwarzen erzwungen ist. 11.... Sd7Xe5 12 d4Xe5 94Xh3. Die Stellung ist wegen ihres außerst wilden Charakters schwer zu beurteilen Weiß hat einen blanken Turm weniger, aber weit mehr Figuren im Oefecht. Er hat doher beste Aussicht zu siegen, wenn er rasch genug handelt. Nur eines dorf er nicht unterschäßen: des unscheinbare schwarze Bauerlein anf hi Dessen Kraft zeigt sich z. B. in der folgenden schönen Variante: 13 So6t ho6, 14. DX hat KI7, 15. Dh7(droht Medt m 2 Zucen) 15... DXC3I 16 cd5 h21 und Weiß muß des Entstenen einer neuen Feindesdame gestotten, so da sem Angriff nicht mehr stark genug ist(17. 0—0—0 h10 18 Sf3 DX92 19. Tg1 DXf 20 DV KIB usw). Aehnlich gebt es auch in der Partie 13 Ld5Xh7? Die richtige Spielweise, wonach der weße Anguiff durchdringen durfte, war 13 Saxh3 mit folgencer Hauptvariante: 13 K98 les drohte 14. LXh7; falls 13 Des, so 14. 106), 14. Lc4l(die iussischen Analysen seßen schwächer fort: 14 0—0—0 Df8, 15 Le4 Df7, 16. Do4 Sc6l zuqunsten von Schwarz) 14.. 96, 15. D94 Dd4, 16 LXe6t IXe6, 17. DXe6t Kf8. 18. Dest Ka7(noch om besten) 19. Sect Kr6, 20 DXhS De4t 21 Kf1 De4t 22 Kc1 DXe6, 23 f3t und der weiße Angriff wird mit 24. 94 erfolgreich fortgefuhrt. H. Kelter Weiß am Zuge gewamn in wenigen Zugen 00 zi Löserliste Herrn Th. Breuer zum Lösungspreis herzlichen Glückwunsch und Schachgruß RUNDFUNK Samstag, 13. November 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.10: Leibesübungen. 6.90: Frühkonzert. Kapelle Hanns Kallies. 7.00: Nachrichten; anschließend: Morgenlied— Morgenrus. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Ellen Derenbach: Frauenturnen. 8.30: Musik am Morgen. Es spielt das Kleine Zunkorchester des Reichssenders Zaarbrücken unter von Edmund Kasper. 1. Hessen=Gruß, W. Lindner). 2. Die schöne Galathee, Ouvertüre Fr. v. Suppe); 8. Bis ans Ende der Welt mit dir, Walzer(P. Vogt); 4. Dase, Szene aus dem Orient N. Wismar). 5. Melodien aus„Paganini“(Fr. Lehar). 6. Balse de papillons sde Micheli). 7. Die kleine Kuckucksuhr, Lied(E. Stoch). 8. Fascination F. d. Marchetti). 9. Zweite Rhapsodie(K. Friedemann). 9.20: Zwischenmusik mit Liebern zu Baute. Solist: Karl Kitschenberg. 1. Drei Laub auf einer Linden Volkslied a. d. 10. Jahrh.). 2. Gar kieblich bat sich gesellet(nach Forster, 1540). 8. Bist du des Goldschmieds Töchterlein(Fabricius). 4. Der Tansch (Gerstenberg). 5. Das bitterfüße Lied(Gerstenberg). 7. Heiß ist die Liebe(E. Licht). 9.6: Nachrichten. 10.00: Ein Deserteur. Hörspiel von Frit Helte. 10.30: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 11.40: Bauer, merk' auf— Marktberichte. 12.00: Frohe Musik zum Wochenende. Es spielt das Kleine Rundfunkorchester, Leitung: Ernst Josef Topitz. 1. Cuvertüre„Die Liebesprobe“(W. A. Mozart). 2. Thema und Variationen aus dem „Forellenquintett“(F. Schubert). 3. Deutsche Tänze A. Urspruch). 4. Grotesker Marsch(Chr. Sinding). b. Schleier=Intermezzo aus„Mona=Lisa“(M. v. Schillings. 6. Valse caprice(N. Stark). 7. Stundentanz aus„Gioconda“(A. Ponchielli). 8. RakocznMarsch(F. Liizt). 9. Cuvertüre zur Operette meister“(Joh. Strauß 13.00: Nachrichten— Glückwünsche. 16.16: 10. Duvertüre zu einer Operette(P. Bincke); 11. Tanz=Poeme(C. Pauspertl). M. Tempo, tempo, Galopp(H. Löhr). 18. Bayerische Polka(G. Lohmann). 14. Budapest bei Nacht, ungarische Weise (G. v. Belti=Pilinizky). 15. Melodien aus der Operette„Der Tenor der Herzogin“(E. Künneke). 16. Fliegermarsch(H. Dostal). 14.00: Nachrichten. 14.16: Mittagsständchen. Es spielt die Kapelle Hans Joachim Fierke. 15.00: Musikalische Kleinigkeiten. Mitwirkende Elisabeth Delseit(Sopran); Edmund Kirst, Begleiung. 1. Müdes Lied(Hermann Unger). 2. Böhmisches Lied(Hermann Unger). 8. Der Buhmann Hermann Unger). 4. Die Bekehrte(Hermann Unger ld.16: Und wenn's regnet—— was dann? Junamädel kramen in der Bücherkiste 16.45: Wirtschaftsmeldungen 16.00: Bunte Melodien, zusammengestllt von Geing Hoppe. Mitwirkende: Else Beith(Sopran); Hans Joachim Worringen(Baßl; Franz Willn Neuacbones(Trompetel; Reinhard Frihsche Glote) Edmund Kirst avierj. Wie Funkschrammeln. Der Kölner Rundsunk Chor unter Leitung von Josef Breuer. Es spielt Hermann Hagestedt mit seinem Orchester. 18 Der neue Funkplan. Was bringt der Reichssender Köln in der nächsten Woche? 18./6: Kleine Stücke großer Meister. Karl Delseit(Klavier). 18.20: Der rheinische Dichterpreis 1097 18.50: Momentaufnahme. 19.0: Nachrichten. 1v.10: Wochenendkonzert Gnoustrieschallplatten) Zusammenstellung: Ernst Kalthokf. M.00: Was singen wir im Karneval Ne. 6 pielen Mitglieder des Kölner Rundtunkorchesters. Leitung: Otto Julius Kühn. 2.45: Liebe im Park. Ein musikalisches Spiel für n Rundfunk von Erich Wippermann. Musik von Leo Justinus Kauffmann. Mul kalische Leitung Der Komponist. Spielleitung: Werner Vielhaber Personen: Dora(Pilln Kraver); Sophie(Else Wün sche): Anton Müller(Paul Reineckel: Günther Forschhausen(Philipp Gehly); Adolar von Schwetzk Hans Salomon): Ein Hotelportier(Willi Stassar Ein Regisieur(Fritzles Lierg)(Ursendung. 20. Nachrichten 220 1.00: Zum Tar wielen Sonntag, 14. November 6.00: Bremer Hasenkonzert. An Bord des Schnelldampfers„Europa“ des Norddeutschen Llond 6.00: Wetter und Wasserstand 8.05: Mahnworte an das deutsche Volk. Vor Ernst Moritz Arndt. 8.15: Bunte Musik. Mitwirkende: Hubert Kirsa Bariton); Willi 2mit(Geige); Albert Gröger Cellol: Karl Hermann Pillney(Klaviers. 90: Morgenfeier des Reichsienderd K4la. 9.90: Musik am Zonntagmorgen.(Industrieschall platten und Aufnahmen des Deutschen Rundfunks). 10.20: Väter in der Kinderstube. Eine bunte Stunde. tag. Mitwirkende: Rudt Rhein(Violine); 9. Braun(Violine); Robert Grote(Cello); Ea wprape(Klavier). 1. Triosonate für zwei Biol Cello und Klavier. 2. Dr. Mar Arend spricht Gluck. 8. Triosonate für zwei Biolinen, Cello Klavier. 12.00: Musik am Mittag. Kapelle Egon Ka Georg Freundorfer. 1. Ouvertüre zu„ diebische Elster“(G. Rossini): 2. Das Glück 8. Geschichten aus dem Wie Liedermarsch eifert); 5. Die alte Uhr(L. Gruber); 6. Ral Zuite(J. Popy); 7. Bayrische Maderln 1G. Fre dorfer, Eteinriegler(C. Vor); 9. Drunk' in Loban(H. Strecker). 18.00: Glückwünsche. 10. Auf einem weißen Mohnfel6 h. s wird schöne Maderl geben(L. Gruber). Japanisches Teehaus 1c Winkterl: 18 al Han tanzt(Derks; b) Blick vom Watzmann(Der 4. Meloo. aus„Der Zigennerbaron“ 15. Etral lo. Wiener Bürger(C. Biebrer): 1b. Da brauber der Wachau(E. Arnold): k.. zen beinen Armen(H. Röhmelt): 18. A Walzer von Strauß(C. Porena): 19 Gruß an Oberlalzberg(G. Frenndorfer): 2. Aus lauter Liebe(P. Kreuder): 21. Rusticanella (Cortopasfi). 11.00: Musik mit Solisten. Mitwirkende: Trude Fischer(Alt); Erich Rummel(Klavierl. 1. Novelette. N Dur(N. Schumann): 2. Sonntag(Joh. Brahmsl: 8. Der Jäger(Joh. Brahms): 4. Dort in den Weiden(Joh. Brahms): 5. Gang zum Liebchen Joh. Brahms): 6. Zwei Mazurken(Fr. Chovin): 7. Minnelied(Altes Lied): 8. Lindenlaube(Altes Liebl: 9. Lockvogel(Altes Lied) 2. Der Kiepenkerl packt aus Guter Nat für Stadt und Land— Pflanzung und Aufzucht der Weihnachtsbäume.— Eine Großstadt vergißt auch kleine Dinge nicht.— Westfälische Eigenart.— Beim Altbier in Münster. Zusammenstellung: Dr. Karl Holzamer. 1500: Die kleine Beefungter Ein Märchenspiel von Hermann Rink 16.0: Anno dazumal. Heitere Melodien von gestern und vorgestern. Zusammengestellt von Heina Hoppe. Mitwirkende: Melitta Wittenbecher(Sopran): Erwin Hartung(Tenorl; Friedrich Eugen Engels(Tenor): Die lechs frohen Sänger. Die Funkschrammeln. Das Kölner Rundlunkorchester unter Leitung von Leo Enfoldt. Der Kölner Nundunkchor unter Leitung von Jolel Breuer Enrecher: Marita Marr: Carl Peter Haas Verbindende Worte: Erich Wippermann 1M: Das Emsland. Ein Volkeiest in Meppen. 19 16: Kammermußik alter und neuer Meister. Ausführende: Win 2mie Carf Wllira(loline); Henk Wellina(Cello): Carl Ottersbach(Klavier): Hans Hiigers(Orael). 1. al Toccata, b) Camne (J. K. Kerlll. Hans Hilgers, Orgel. 1. Andante aus dem Es-bur=Trio(J. N. Hummel). A. Sonate A=bur kür zwei Violinen, Cello und Klavier(6 F. Händel). 4. Trio=Caprice Werf M. 1. San(0. Inonl. K Sonate kür Pioline und Orael 11 8. Schmid 1900: Nachrichten und Sonntag im Funkverscht. Darin: Internationales Tilchtennisturnier Krefeld. Sprecher: Dr. Ernst.— Victor Lunze=Mannschatts= Geväckmarsch, Dortmund.— Rettungs'chwimmen der dentichen Lebensrettungsgesellschaft. Sprecher: Frit Mähnert. 10 m. Zur Unterhaltung: Es spielt das Unterhaltungstertett. 1. Im schönen Tal der Ilar. Walser(H. Löhrl. 2. Tarantella(N Roßmann). 4. Liebesweisen(H. Zander). 4. Marionette, Groteske W. Caernif). B. Amoretto(H. Bullerian). 6. Spaziernang(6. Hnser). 20: Großkonzert in der Stabthalle, antanlich der Reichsmusiktage der Hitler=Ingend. Es wirken mit: Drei. Wehrmachtskanellen-Mußik= und Epselmannsilige der SJ. Es singen: Behrmachtsannehörige und 9 Ingendgenossen und IngendgenosAnnen. Es spricht der Ingendührer des Deutschen Reiches. Baldur von Schlrach N00: Nachrichte Hallen=Handhallturnier in der Rbeinlandhalle Köln. Sprecher: Dr. Mans 92 65—24 00: Wir bitten zum Tang. Astkma ist keilbar oder oft wenlgstens so zu bessern, daß die Anfälle wesentlich seltener und schwächer werden. Dazu gibt es ein von Professoren, Aerzten und Kranken erprobtes und anerkanntes Spezlalmittel gegen Grfrankungen der Luftwege(also auch Rehlkopf=, Luströhren, Bronchialkatarrb), das„Sliphoscalin“.— Ge wirkl nämlich nicht nur schleimissend, auswurffördernd und entzundungshemmend, ondern vermag das Gewede der Almungsschleimbaut widerstande= äbiger und weniger reizempfindlich in machen, und das ist aushat dem„Silphoscalin“ seinen großen Rul eingerragen.— Achten Sie beim Ginkauf auf den Namen„Sliphos= calin und kaufen Sie leine Rachabmungen.— Pockung m Apoih. Pünchen.— Verlansen Su von der Hieratelenfirms —vertangen Sue von der Herstellerfirma Bühler, Konstans, kostenlose und unverbindliche Zusendung der interessanten, Ullustrierten Autklärungsschrift S/ 376 Dr. phfl. nat. Strauß. W erbeschriftateller. Ozun Zeitungn oitet? So sind die Mönner. Elne feine Bowle brauen- oder mit Herdfeger putzen- olle schönen Dinge. die wollen Sie selbst fun. pulzt Herdplotten. Messer Aluminium Anesedoten aus Achtzehnhundertsowieso Die Orden. Schließlich war der Haß soweit gediehen, daß man Spontini, der bedeutende Opernkomponist und satwten mußte, in einer neuen Oper Generalmusikdirektor Friedrich Wilhelms III., war tenöre auf die Buhne nurmen zu reyer d d einst in Halle an der Saale Bei der Generalprobe„ Vollini sano einen Ausweg. Er wußte, daß die zu einem großen Musiksest erschien er mit seinen peiden. Konkurrenten sanatische Skatspieler waren. sämtlichen Orden und das waren wahrhaftig nicht tacean Map daa Ner schen ge wenige. Ein etwas vorlanter Musiker sagte darauf„Partiechen" spier n sollten Wer das chen ge zu seinem Nachbarn:„Sieh nur, wieviele Orden wann, sollte die Partie wielen Und so geschah der Spontini trägt. Mozart hatte nicht einen ein Die Einnahme. Worauf Spontint, der alles gehört hatte sich ru= nahm, als er sch Der Maharadscha geht Skilaufen. Tribuna Illustrata, Italien) hig umdrehte und erwiderte:„Lieber Freund. Mo zart hatte auch keinen nötig! Ecleiner Ocnigge VON MARIUS Die verlorenen Schuhe. Gottfried Kellers Schwester war eine außerordentlich gewissenhafte und sparsame Wirtschafterin. Als sie eines Tages zwei Paar Schuhe ihres Wohltätigkeitsfeier in der Potsdamer Friedrichs kirche teil und ließ es sich nicht nehmen, zum Schluß selbst mit dem Hut in der Hand um Spenden au bitten. Als Lenne zu König Friedrich Wilhelm IV Sie werden mich steinigen: Aber ich bin ein Vor= Bruders vermißte, meinte Kleider machen Leute? Einmal war der„alte Heim“ beim Prinzen Ferkam. fragte ihn dieser voller Anteilnahme an dem dinendengeldrern Ertrag des Abends: Nun. Lenne, was haben Sie Fllen einaeladen Wie gewöhnlich ging en un. einacnommen 9e Mavant das(alehete ain Haa wurde aber unterwegs von einem furchtbaren Rekämpfer der Adee, alle Menschen au dusen d4 Jrübeto vermißle, meinte sie, daß diese offenbar Mesicht zog und versichere: In lenter Leit uns genguß überrascht sodaß er völlig durchnäßt im mam mein— Eie mirten bär e genohlen worden seien Auf den Rat ihres Bruderenoch Aenennunde vonatestät: In lebter Zeit nur Schloß Bellevue ankam Er forderte einen Kammercl e en m e und hin erstattete sie auf dem benachbarten Polizetbürg noch Bitterwasser. Maiestät.diener auf ihm seine zweite Livree zu leihen, damit sagen: Mit jedem wollen wir uns gar nicht duzen. Anzeige. Am folgenden Tage brachte ein Beamter Werbung. er sich umitehen könne Der weigerte sich in höchster Kamerit und Sumpatnie vor= ein Paket mit folgendem Polizeibericht: Mark Twain war noch Schriftleiter eines Lokal= Verlegenheit aber Heim rief ärgerlich:„Torheiten! Das sind eben Deutes Aber recht haben de. O. lah gestern nachts 1 Uhr Herrn Alt= hlätichens in einem verlassenen Winkel der USA Der Rog ist gleichgültig, auf den Kerl kommt es e dnc niche adet recht haben Staatsschreiber Keller in nicht ganz einwandfreier Sein Blatt führte den stolzen Namen„Die Flagge an!“ Er bekam die Sachen und begab sich so zur Den Aigt tai le gerode ein Beichen der beien. Daltung nach Hause zurückkehren Auch bemerkte er, des Westens" Eines Tages hatte er sich mit der Tafel Zeichn. Zalinick=Scherl=M) deren döllchteint lei Fs soll keineswens den Nb. mis derselbige derr Alt-Staatsschreiber Keller sich Anfrage eines Abonnenten zu bekassen, ob es ein eswegs den Abr auf die Treppe hinsetzte oder von höherer Gewalt gutes oder ein schlechtes Omen sei daß er zwilchen naneraulicheen um Merzedungl dehmieonen hinaeles nro-da Schube auszog und den Blättern der„Rahne des Westens" eine dicke vertraulichken um Verzeihung) kennzeichnen. dieselben eigenhändig auf die Straße warf offen= Spinne gefunden habe. e würde keinem urdstameraden eintallen, bar in dem Gedanken, der Herr Alt-Staatsschrei m Brieffasten der nächsten Nummer stand folzu dem anderen zu lagen:„Fassen Sie bitte einmal her befinde sich in seinem Schlafzimmer Wir überund scheidet infolge der Kameradschaftlichkett her verworfen und von weniger ehrsamen Händen Kaufmann darin nicht insertert, um dann den La mit an Es heißt ganz einlach:„Komm! Faß an Das klingt ebenso vertraut wie kernig und herlich jede Befehlsform aus Und doch ist immer das„Du“ nicht ganz angebracht. Ich merke es immer wieder. Denn gemäß mei ner Einstellung lage ich möglichst rasch„Du“ zu allen Menschen. Mir blieben oder besser noch: bleiben die peinlichiten Folgen nicht versagt. Meine Frau seilt keineswegs meine„Erkenntnisse“ hinsichtlich der sprachlichen Rebeformen Was?“ hörte ich kürzlich aus ihrem bolden Munde.„bieses Mädchen dust nun auch schon?“ Und dann kam die Schlußfolgerung, die den ehetreuesten Mann aus den Pantinen kippen lassen kann.„Wiir ist es ja gleichgültig, aber immerhin nun weiß ich Bescheid. Das läßt ja tief blicken!“ Und bann noch eine kuchenwarme Szene, die sich bei meinem Haarverkürzer abspielte: Ich komme eilig in seinen Laden. Bekanntlich hat man es bei einem Friseur immer eilig. Er vackt seine Flaschen in das Schaufenster, und da die Flaschen für die nächsten zwanzig Minuten nicht in der Gegend unordentlich herumstehen können. nimmt er sich die Zeit und laßt mich'm Sessel warten. Ich sage:„Kommste setzt her!“ Mit unendlich brummigem Gesicht begann er die Prozebur. Nach der Urlache seiner Brummerei ge fragt. antwortet er: „Meinen Sie, es ist mir angenehm, wenn Sie reinkommen und mich duzen? Sie haben gesagt kommste!“ Ich lage versöhnend:„Na. das ist boch Dialekt, d. h. Sprachgebrauch“ Daraufhin wirft er sich in die Brust und sagt: Ha! Denkste!“ Es rutschte ihm heraus, wie es mir herausgerutscht war- und ich hatte nicht meiter notwendig, wegen meines„kommste“ um Entschuldigung zu bitten. gende Antwort:„Alter Abonnent! Das Finden Kuriositäten Das wohlerworbene Recht. mitteln Ihnen hiermit das Paar Schühlein indem einer Spinne in unserem Blatte hat für Sie weder Dichter Eugene Sertho der über 400 Bühnenstücke wir annehmen es möchten die beredten zwei Paar eine gute noch eine schlechte redeutung Die Lvinne sakte: Ich wil mich enber bet ähnlichem Anlaß von dem Herrn Staatsschrei= las lediglich unser Blatt, um festaustellen welcher aufgehoben worden sein. Das Polizeiamt Zürich“ Partiechen um die Partie. Der Hamburger Theaterdirektor Pollint hatte einmal zu gleicher Zeit zwei Tenöre verpflichtet. die sich durchaus nicht leiden konnten, weil sie den Ehrgeiz hatten, in den gleichen Rollen zu glänzen ten Seite! In einer seiner Erzählungen sagt der französische per sehr geistreiches Buch zu schreiben um dann das Recht zu nanfmann barin nicht inserieri, um dann den La habe- mahrend meinee gonsen Rebene den dieses Mannes aufzusuchen, ihr Netz über seine gayen während meines ganzen Lebene dumm zu Tür zu weben und fortan ein Leben ungestörtesten Friedens zu führen.“ Schutzmann:„Wo schlafen Sie?“ Gründlicher Unfug. Im Jahre 1802 erschien allenthalben die Ankündigung eines Werkes dessen Verfasser ein Engländer, lich die Erforschung der Tränen zur Aufgabe gemacht „Warum wollen Sie eigentlich durchaus so aufgenommen werden?“ „Das Bild ist für meine Braut! Und so kennt sie mich am besten von unseren Motorradausflügen!"(Humorist=M.) Vagabund:„Vor gewehnlich immer uff der rech= hatte. Er hatte eine Geschichte des Weinene„von Evens Schöpkung bie auf unsere Zeiten" geschrieben Zehn Bände umfaßte das Werk und mit welcher Gründlichkeit sein Verfasser den Stoff bearbeitet hatte, aing aus der beigefügten kurzen Inhaltsangabe hervor Der erste Band behandelte„Ursprung und Altertum der Tränen“ sowie„Deren Beschaffenheit vor der Sündflut“ Es folgten im zweiten und dritten Bande Untersuchungen über„Fortschritte des Weinene unter den ältesten Nationen“ den„Ursprung des Wimmerns“ Tränenverpflanzung nach Europa“ und im vierten Band eine Artthmetische Untersuchung weinerlicher Nachrichten“ So ging es weiter Der Verfasser hatte die Tiefe einer Tränenklut bei einem Trauerspiel berechnet brachte weiter„Echte Nachricht von einer Pächterstochter. die im Laufe ihrer Liebschaft mit ihren Tränen eine Mühle trieb“ und schloß mit eintgen Kapiteln über„Empfindsame Ströme. Katarakte der Empfindsamkeit und Wasserfälle schöner fühlSoweit der tertliche Inhall Das Werh enthielt daneben Kupferstiche schwarzer, blauer und Haselnußaugen und zwar in allen„Stationen des Weinens“. von den„schimmernden bis zu den schluchsenden Vorträten berühmter Weiber“ Beigefügt waren auch Ansichten„berühmter Wimmerer“ Die Gründe. Hume hatte seine berühmte„Geschichte Englands“ begonnen, und schon die ersten Teile brachten ihm soMan muß sich nur zu helfen wissen. viel ein, daß ein behagliches Leben führen konnte Der aano nne ts doansn Mkakori- ne rnden anch d Badewanne ist doch in Reparatur!" angefangene Werk nicht fortsetzen: Ich bin zu alt, zu Aus„Neues Wiener Journal“) dick, zu faul und zu reich!“ Nun raten Sie mal Kreuswerträtsel Waagerecht: 1. Haarform. 4. Sammelmappe. 7 alkohol. Getränk, A. Geräusch. 9. Haustier. 10. Männername, 12. geheimes Gericht, 14. Fluß in Sibirien, 16. Börsenausdruck. 21. Völkerkampf. 22. Vereinigung. 28. Besitztum, 24. Vertiefung, 25. Auszeich nung. Senkrecht: 1. Krankheit, 2. astat. Reich. 8. Fluß in der Eifel. 4. röm. Gott, 5. Hülsenfrucht. 6. Gesichtsausdruck, 11. öffentl. Gebäude, 18. Monatsname, 14. Schiffsgerät, 15. Vereinigung, 17. Veranlassung, 18. Himmelsrichtung. 19. landwirtschaftliches Gerät. 20. Männername. Silbenrätsel Aus den Bilben: be. de, del. ei, ei. er. garn, gat, 1a. krat, le, lie, mie, na, nat, ne, ro, se, sen, sis, te, ke, ter, kro. n. un. nr. wald— sind 14 Wörter zu bilden, deren erste und dritte Buchstaben von oben nach unten gelesen, eine Lebenswahrheit ergeben. 1. Planet, 2. ägypt. Gottheit. 8. Einnesorgan. 4. Ehemann, ö. Staat in Europa, 6. Stadt im alten Kleinasien, 7. Beschleunigung, 8. Sportgerät. 9. Zuneigung, 10. Metall. 11. trop. Pflanzenwuchs, 12. Wohnungsentgelt, 13. sudlicher Teil Rußlands, 14. Schlange. Auflösunfen Kreuzwort=Rätsel. Waagerecht: I. Pause, 4. Segel, 6. Eisen, 9. Ton, U. Olive, 11. Achat, 18. Rat. 16. Etage. 19 Besen. 21. Hallo Somme, 25. Borde, 28. Ort. 80. Dosis, 81. Onkel, 82 Kur R8. Riesa. 84. Tinte. 85. Krieg.— Senkrecht: 3. Alter, 8. Senat. 4. Sport. 5. Grieg. 7. Sahne. A. Nepe. 12. Gemse. 14. Aller. 15. Angel, 17 Alm. 1A Ehe. 19. Bob. 20. Str. 28 Order. 24. Messe, 26. Orkan 27. Dolde. 28. Oskar, 29. Torte. Silben=Nätsel. Guter Lohn macht burtige Haende. 1. Gelee, 2. Usedom. A. Tornado. 4. Euterpe, 5. Rival 6. Lethargte, 7. Orgel,&. Hangar. 0. Nubien, 10. Mantua. 11. Amortisation. 12. Cherusker. 18. Truhe. Rätsel=Kamm. Waagerecht: Lattfundtum; senkrecht: 1 Lanze, *Tasel. 8. Falle, 4. Niger, 6. Indus, 6. Miene. Diagonalen=Rätsel. 1. Sattler, 2. Stengel, 8. Pfennig. 4. Warnung. 5. Kleider, 6. Freitag. 7. Beifall. Die Diagonalen: Stendal— Brenner. Kreuz und quer: Die zu erratende Silbe heißt: de. Die Wörter: 1. Demeter. 8. Adenau, 8. Ballade. 4 Modena, 5. Dementi, 6. Adele, 7. Najade. Die Karte. Australten. Glück in Tönen Es schwingt eine Stimme, es schwebt ein Akkord Durch die Stille der dämmernden Stunde. Das klingt wie ein Gruß aus dem Liederbort. Wie friedlame, tröstende Kunde Feenbände gleiten die Tasten entlang Und lassen die Saiten singen. Sie wollen in grauer Wochen Gang Ein liebliches Leuchten bringen. Das zittert in zaubrischen Tönen durchs Haus. Das macht durch die Gasse die Runde. Ein Lied von Schubert— ein Walzer von Straud Odu glückliche Feierstunde W:lhelm Clobes. (Scherl Bilde. dienst M) „Ein V. Heinrich George Dr. Hans Stockmann lebt mit seiner Familie als Kassenarzt in einem trostlosen Fabriknest. Er könnte es besser haben, denn er hat seinerzeit in seinem Heimatort Trimburg eine Heilquelle entdeckt: aus dem unbekannten Nest ist inzwischen ein berühmter und wohlhabender Kurort geworden. Dort führt der Bruder des Arztes, ein eitler, streberhafter Egoist, mit einer Clique von habgieksfeind" Is Dr. Stockmann Verfügung gestellt hat. Nicht besser ergeht es Stockmanns Tocher Petra, die als Lehrerin angestellt ist und für eine freiere und gesündere Erziehung der Schuljugend eintritt. Der Bürgermeister, der einen öffentlichen Skandal vermeiden möchte, tut alles, um seinen „verrückten“ Bruder mürbe zu machen, aber Dr. Stockmann, von seiner Mission besessen, läßt sich „Die unentschuldigte Stunde Aufregung in der Unterprima! Thilde Schreiber soll aus der Schule fliegen. Die ganze Klass. beschließt, sich solidarisch zu erklären. Aber als es dann ernst wird, steht Käte Riedel allein. Zu sammen mit Thilde wird sie bis auf weiteres von Unterricht ausgeschlossen. Was soll sie daheim erzahlen? Die Eltern er warten Großes von ihr. Käte weiß sich nicht an ders zu helfen, sie simuliert mit so viel Geschick daß der Arzt geholt wird. Der aufgeregte Vater wagt kaum in sein Amt zu gehen, und die Mutter gerät ganz und gar außer sich als Käte sie hin ausschickt und allein mit dem Arzt sein will. Geheimrat Karl Hennings, der von dem Dienst mädchen herbeigerufen wurde und der nur ausnahmsweise herüberkam, ist nicht mehr der Jüngste. Außerdem ist er zuerst und immer wieder Arzt. Und so will er, fast etwas beleidigt, mit der Bemerkung:„Ich bin kein Frauenarzt“ das Schlafzimmer Kätes verlassen. Da entpuppt sich das Mädel als ein harmloses, natürliches Ge schöpf, als ein reizender, kleiner Kerl, und Karl Hennings erfüllt die Bitte, er simuliert mit und — hat nun einen Grund, jeden Tag einmal nach der„Patientin“ zu sehen. In der Klinik fällt es auf, wie verwandelt der Herr Geheimrat ist. Er pfeift, er lächelt, er kommt unvünktlich, und eines Tages nimmt er sich Urlaub und fährt nach Italien, mit Käte, seiner Frau. Auf der Hochzeitsreise wird Karl fast verlogen, und als sie sich„etwas Mut antrinkt“, passiert es ihr, daß sie einschlaft Ehe Narl einfreifen kann, sind die Gaste gegangen Der Beruf des Arztes ist schuld daran, daß äte oft allein bleibt. Karl kommt nicht pünktlich zum Essen, er wird abgerufen wenn die beiden jerade ins Theater gehen wollen und so vereinsamt Käte mehr und mehr. Um so lebendiger wird sie, als ihre Schulfreundin Thilde zu Besuch kommt und von der neuen Schule erzählt, in die sie aufgenommen wurde. Da packt es Käte. Heimich— um ihren Mann nicht zu blamieren— seht sie wieder zur Schule. Als Kate Riedel. larl Hennings gibt sie als ihren Vormund aus Aber sie ist eine schlechte Schülerin. Auzu oft muß sie sich abends den Gästen widmen, heimlich muß sie ihre Aufgaben machen, und als Karl durch mehrmalige Anrufe feststellt, daß seine Frau vormittags überhaupt nicht mehr im Hause ist, wird alles noch komplizierter. Man empfiehlt ihr, den Lehramtskandidaten Fritz Ortmann zu Nachhilfestunden heranzuziehen. Sie tut's und trifft sich mit ihm in einer kleinen Konditorei. Karl, seit langem mißtrauisch und beunruhigt, kommt hinter die fortgesetzten Lügen seiner Frau, und als er durch einen Telefonanruf Ortmanns seinen Verdacht bestätigt glaubt, reicht er die Scheidung ein. Da wird er zur Professorenkonferenz in die Schule bestellt, als„Vormund", und erfährt, daß„sein Mündel“ von der Schule entSzenenbild aus„Ein Volksfeind“ mit Heinrich George Foto: Terra=Filmkunst. Szenenbild aus„Die unentschuldigte Stunde" mit Gusti Huber und Hans Moser Foto: Emo=Filmkunst rigen und verspießerten Stadtverordneten, das Regiment. Der gleiche Bruder, der damals das großzügige, hygienisch einwandfreie Projekt der Quell=Leitung ablehnte, das Dr. Hans Stockmann entworfen hatte.„Aus Sparsamteitsrücksichen“. Die Leitung geht jetzt durch ein Gelände, in dem sich die Abwässer einer Gerbermühle sammeln. Als Medizinalrat Dr. Kettler sein Amt als Badearzt von Trimburg niederlegt, wird Dr. Hans Stockmann als dessen Nachfolger in den Kurort berufen. Er nimmt das Angebot nur mit Widerwillen und erst nach längerem Zögern an, da er von seinem Bruder, dem Bürgermeister, nicht gerne abhängig sein möchte. Den Ausschlag gibt schließlich die Sorge um die Zukunft seiner Kinder. Dr. Stockmann reist mit seiner Familie nach Trimburg In Trimburg macht der Arzt eine sensationelle Entdeckung: er stellt fest, daß das Wasser des Brunnens, das die Patienten trinken, durch die Abwässer der Gerbermühle verseucht ist und zahrreichen Menschen Krankheit und Tod bringen kann. Von nun ab kennt Dr. Stockmann keine private Rücksichten mehr. Er ist bereit, alles zu opfern, um sein Ziel zu erreichen. Das Bad muß sofort geschlossen, die Quelle umgeleitet werden! Als er den Herren des Badeausschusses seine Entdeckung mitteilt und verlangt, daß sofort Schritte unternommen werden sollen, um die Gefahr weiterer Erkrankungen zu verhüten, predigt er tauben Ohren. Vergebens appelliert er an das soziase und menschliche Empfinden der verantwortlichen Bürger von Trimburg. Die Stadtverordneten scheuen die enormen Baukosten, die durch neue Steuern hereingebracht werden müßten, und denken nur an ihren Profit. Wenn das Bad geschlossen wird.. wo bleibt da der Verdienst? Dieser Dr. Stockmann ist ein Narr, ein lächerlicher Querulant, ein dickschädliger Querkopf! An der Spitze der Opposition marschiert sein Bruder, der Bürgermeister. Nur von wenigen Getreuen unterstützt, kämpft der Arzt seinen Kampf gegen die Habgier einer „kompakten liberalen Majorität". Vergebens beschwört ihn seine Frau, aus Rücksicht auf die Kinder nachzugeben Er schreibt einen Artikel für die Zeitung in dem er die skandalösen Zustände enthüllt, aber der Bürgermeister verhindert, daß der erscheint. Er will einen Saal mieten, um über die Verseuchung der Quelle einen aufklärenden Vortrag zu halten, aber er findet keinen, da sich all= Geschäftsleute gegen ihn verschworen haben Schließlich gelingt es ihm, in einer Lagerhalle eine Versammlung einzuberufen, die nach einem unbeschreiblichen Tumult damit endet, daß man den Arzt. der sich mit flammenden Worten gegen das selbstsüchige und verkalkte Spießertum wendet, auf Grund einer Abstimmung zum Volksfeind“ erklärt. Dr. Stockmnn und seine Freunde werden boykottiert. Seine Frau, die ihn anfangs umzustimmen versuchte hält jetzt in unerschütterlicher Treue zu ibm. Ein Redakteur, der sich für den verfehmten Arzt einsetzt wird entlassen ekenso der Kapitän eines Küstendampiers der Dr Stockmann ohne Erlaubnis seines Onkels die Lagerhalle zur durch nichts einschüchtern Seine Entlassung imvonier ihm ebensowenig wie die Tatsache, daß ihn sein Schwiegervater enterbt. Er kennt nur ein Ziel: den Kampf gegen Lüge und Provifsucht zu Ende zu führen. Der Skandal von Trimburg ist mittlerweile, nicht zuletzt durch das mannhafte Auftreten des entlassenen Redakteurs, im zuständigen Ministerium aufgerollt worden Der Minister, der die Sache selbst in die Hand nimmt, ordnet eine sofortige Untersuchung an. Die sensationellen Behauptungen des Badearztes werden in vollem Umfang bestätigt: die Quelle ist zwar einwandfrei, aber das Wasser des Brunnens ist durch die Abwässer der Gerbermühle verpestet. Als Dr. Stockmann gerade ausziehen will, um in sein altes Fabriknest zurückzukehren, erscheinen zwei Herren vom zuständigen Ministerium. Der Arzt wird rehabilitiert und erlebt einen Triumph seines selbstlosen Kampfes im Dienste der Gemeinschaft. Der Staat übernimmt den Kurort, die Quelle wird umgeleitet. Und der neue Badearzt, der mit der Ueberwachung der notwendigen Arbeiten betraut ist, heißt... Dr. Hans Stockmann. Die„kompakte liberale Majorität“ hat eine jämmerliche Niederlage erlitten! wieder zum Studenten, und so verliebt ist er in seine Käte, daß es ihm beinahe gar nichts ausmacht, als er nach seiner Rückkehr erfährt: der immer aufgeregte Schwiegervater hat in der Zwi schenzeit an seine Patienten Zahlungsbefehle und Mahnungen geschickt... Für Käte beginnt jetzt ein völlig neues Leben „Frau Geheimrat“ heißt sie von nun an, und die gesellschaftlichen Verpflichtungen nehmen sie reich lich in Anspruch. Sie fühlt sich ihrer Aufgabe sehr schlecht gewachsen, die Gesellschaft erscheint ihr fernt werden soll. Käte, von einer plötzlichen Schwäche befallen, wird von ihm nebenan untersucht. Mit ernstem Gesicht berichtet der Geheimrat dem aufhorchenden Kollegium: die Schülerin Käte Riedel bekommt ein Kind... Nun ist ihres Bleibens in der Schule nicht länger! Der überglückliche Karl bringt seine Käte heim. Nie wieder wird sie zur Schule gehen. Nie wieder? In sechs Jahren wird sie eine kleine Käte auf ihrem ersten Schulgang begleiten... „D er Schimmelkrieg von Holledau Altes Brauchtum auch im Spielfilm Südlich der Donau, unweit von Ingolstadt, liegt die Holledau. Hier wächst seit Jahrhunderten der sogenannte Siegelhopfen und geht von hier aus in die ganze Welt, soweit man ein gutes Bier braut. Zur Erntezeit strömen aus allen Ge genden die Hopfenzupfer zusammen, ein munteres farbiges und bewegliches Völkchen, das sich später wieder in alle Winde zerstreut. Viel alte UeberSzenenbild aus„Der Schimmelkrieg von Holledau" mit Hanns Hunkele als Sülpnagel, Heli Finkenzeller als Anna, Philipp Weichand als Schneider Stierl und Josef Voggenauer alsJosef Blunz Foto: Ufa Höfer lieferung und ursprüngliches Volkstum hat sich in dieser altbayerischen Landschaft erhalten. Man kann verstehen, daß gerade ein Dichter wie Alois Johannes Lippl, der seine Stoffe mit Vorliebe der altbayerischen Landschaft entnimmt, hierhin die Handlung des ersten Films verlegte, den er als selbständiger Regisseur gedreht hat. Dieser Euphonofilm der Ufa„Der Schimmelkrieg von Holledau“ behandelt das Thema des Streites zweier Nachbardörfer, der sich in diesem Fall an dem angeblichen Diebstahl eines Schimmels entzündet hat. Lippl verlegt die Episode in die Zeit der Kleinstaaterei und der Kirchturmpolitik. Damit soll aber nicht gesagt werden, daß nicht auch heute noch eine solche Fehde zweier benachbarter Gemeinden durchaus möglich wäre. In die aufregende und spannende Handlung hinein baut Lippl das behäbige Scherzo einer landlichen Hochzeit mit vielen herkömmlichen Bräuchen. Dieser Hochzeitszug der Banziger, bei dem schwere Bräu= und Bauernrösse den ganzen Gemeinderat und die männlichen Hochzeitsgaste tragen, während die weiblichen Hochzeitsgäste in einem schön bemalten und geschmückten Trubenwagen sitzen, wurde von Lippl mit besonderer Liebe und Sorgfalt inszeniert. Indem man auch im Spielfilm das altüberlieferte Gut heimatlichen Volkstums, wo es am Platze ist. liebevoll zur Geltung kommen läßt, wird ein wertvoller Beitrag geleistet, um die Bräuche auch heute volkstümlich zu erhalten. Um die Beschaffung der entsprechenden Trachten machten sich besonders die beiden Aufnahmeleiter Otto Jahn und William Neugebauer verdient, während Otto Molgenhauer und Paul Markwitz die Bauten getreulich der Holledauer Landschaft anvaßten, soweit nicht die Anfnahmen selbst in südbayerischer Donaulandschaft stattfanden. Sein Ensemble wählte Lippl in erster Linie aus bayerischen Darstellern. Man begegnet in Frauenrollen Heli Finkenzeller. Erika Pauli und Elise Anlinger, während die weit zahlreichere Männerwelt u. a. durch Richard Häusler, Kurt Meisel. Gustan Waldau Josef Eichheim, Eduard Köck. Theodor Anzinger vertreten ist. Die munkalische Bearbeitung des Films stammt von Karl List.| G. H. H Noch drei Westdeutsche im Tschammer=Pokal Schalke 04, Borussia Dortmund und Fortuna Düsseldorf unter den letzten Acht Viermal Sieg der Favoriten? Ueber die Paarungen der vierten Schlußrunde des Tschammerpokals waltete das Los in glücklicher Regie. Keiner der ausgesprochenen Endipielkandidaten braucht gegen einen anderen Favoriten anzu= treten. Zudem spielen Schalke 04, Fortung Düsseldorf. SV Waldhof und der Dresdner SC. also die Mannschaften, unter denen man wohl zuvorderst die beiden Teilnehmer des Schlußkampfes suchen muß. auf eigenem Platz, so daß, wenn alles planmäßig verläuft, in diesem Jahr eine besonders reizvolle Vorschlußrunde bevorsteht. Schalke 04— Berliner SB 92 ist der Kampf des Sonntags in Westfalen. Für den Deutschmeister keineswegs eine leichte Sache. Es ist noch keine zwei Jahre her. da zeigte es sich deutlich, daß die„Storche“ den Konigsblauen„nicht liegen", wie man so zu sagen pflegt. Wenn man sich immer wieder vor Augen hält, daß gerade im Pokal= wettbewerb allen Möglichkeiten Tür und Tor offen sind, dann muß man den Meister vor dieser Berliner Elf sogar warnen. Schließlich biß im Kampf gegen sie noch in der letzten Runde eine Klasseelf wie die der Spielvgg. Fürth ins Gras Wenn Schweißfurth sich nicht ernstlicher in Bochum verletzte, dann wird Schalke in seiner bekannten Besetzung den Kampf aufnehmen während Berlin wahrscheinlich mit Valinski; Drähn, Tiefel; Großer. Holzhaus, Simon 2; Ballendat. Lebmann 2, Morokutti, Appel, Berner in die Glückauf=Kampfbahn kommen wird. Wie haben schon verschiedentlich auf die Kampfstärke der Brandenburger hingewiesen, und schließlich sprechen Namen wie Tiefel(früher Union Niederrad und Eintracht Frankfurt), Holzhaus. Ballendat und Appel für sich. Vor allem Holzhaus soll ein ganz ausgezeichneter Mittelläufer geworden sein. Nach allem, was wir bislang vom BSV 92 saben, müssen wir festhalten: er ist kein Außenseiter! Schalke wird groß aufspielen müssen, ebe er klein beigeben wird. SB Waldhof— Borussia Dortmund Mit Dortmund freut sich ganz Westfalen, daß die Borussia noch immer nicht durch die Maschen des Pokalsiebs fiel. Sie ist schneidig von einer Runde in die andere marschiert und hofft, noch weiter ihren Wea zu machen. Auch der SV Waldhof, Badens Meister kann sie nicht schrecken. Sicherlich kam auch er nicht von ungefähr an allen Klippen vorbei, aber der Vorteil des eigenen Platzes wird für ihn nicht allein zum Siege reichen. Borussig wird wohl mit der Elf fahren, die am Sonntag Duisburg schlug: Beonbardt; Schmidt, Heuer; Eron. Stachorra, Büttner: Beerheide, Lukasiewicz. Lenz. Janowski, Duney Die PSV. Chemnitz=Bezwinger waren: Drauß; Maier, Siegel; Leuvold. Heermann, Penning; Herbold. Bielmeier, Siffling. Schneider, Weidinger. Es wäre ein Unding. ein müßiges Rätselraten nach dem Sieger anzustellen. Vortmund hat eine grundsolide Chance, auch drunten m Süden zum Zuge zu kommen. Es wird alles davon abhängen. ob Waldhof August Lenz genau so altstellen kann wie am Vorsonntag Erwin Helmchen. Wenn nicht dann steht Badens Meister vielleicht am Ende mit leeren Händen da. Forkung Düsseldorf— BC Hartha Die schwierigste Aufgabe hat augenscheinlich Fortung Düsseldorf erhalten. Das wird besonders deutlich, wenn man die Leistungen der Düsseldorfer und des Sachtenmeisters BC Hartha in den Pokalkämpfen am vergangenen Senntag bewertet. Die Düseldorker steaten zwar gegen Holstein Kiel. aner ihre Stürmerleistungen waren, namentlich in der zweiten Spielhälfte, so arm an Einheitlichkeit und Sicherheit, so sehr ohne Durchreißerkraft, daß man wirklich nachdenklich gestimmt wurde. Vom siegreichen Kampf des BC Hartha gegen Wormatia Worms wird dagegen viel Löbliches berichtet. Der Gast aus Sachsen dürfte in seinem Kampfstil der Fortung=Mannschaft wenig liegen. Er kann durch seine aus unverbrauchter Kraft und technischer Schulung gepaarten Sicherheit auch den stärksten Gegner erschüttern, zumal eine Fortuna, die sich leicht durch einen unerbittlichen Gegner aus der Fassung bringen läßt, Siegesmöglichkeiten kann Fortuna also nur dann finden, wenn der Angriff wieder zum schnellen Zuspiel, zur gradlinigen Angriffsweise zurückfindet Dresdner SC— BfB Stuttgart Im Gau Sachsen ist der Dresdner SC in den Meisterschaftsspielen geradezu unwiderstehlich an die Spitze gezogen. Die Dresdner verdanken ihren Aufstieg in erster Linie ihrem tüchtigen Sturm, in dem Schön immer mehr das Format eines Internationalen annimmt. Der VfB Stuttgart kann also nicht mit allzu großen Hoffnungen in die schöne Kunststadt an der oberen Elbe reisen. Gewiß die Schwaben können etwas, das haben sie in den letzten Jahren in den Kämpfen um die Deutsche Meisterschaft bewiesen. Aber das alles wird nicht ausreichen, um einen Dresdner SC, dessen Form sich durch eine schier unerschütterliche Beständigkeit auszeichnet, zu bezwingen. Nur zwei Punktespiele in der Gauliga Westfalens und des Niederrheine Wer gewinnt die Kortum=Plakette der„Volks=Zeitung“? Heute und morgen Höhepunkt und Endkampf im„Goldenen Kegel von Bochum“ Am Samstag und Sonntag steigt der fünftägige Jubiläumskampf„Um den Goldenen Kegel von Bochum“ ins Finale. Mit erhöhter Spannung werden im Lager der deutschen Bundeskegler die beiden Schlußtage verfolgt, denn vom Beginn an führt Nonn(Duisburg) mit 564 und Winzen(Neuß) mit 562 Holz. Wenn man allgemein geglaubt hatte, daß die stattliche Zahl bewährter Rege.kunstler mit Leichtigkeit diese durchaus nicht unerreichbare Vorlage überbieten würde, so war dies bisher eine Enttäuschung. Zwar waren Kehlenbach(Barmen) und Blatt (Gelsenkirchen) hart daran, aber jedesmal fehlte auf Abräumen der entscheidende und siegbringende Wurf ins volle Bild. Die kombinierte Bochumer Partie mit 50 Wurf in die Vollen und 50 Wurf Brett rein ist eben eine unerhörte Leistungsprüfung, die ein hohes Maß von Kraft, Technik, Gewandtheit und Nerven erfordert. Nach den Ergebnissen der Vorjahre und der tbeoretischen Ueberlegung ist aber kaum anzunehmen, daß 564 Holz unüberwindlich„hoch“ bleiben werden, vor allem. wena man die große Reibe legelsportlicher Repräsentanten betrachtet, die noch starten. Leute, die sich in vielen Großkämpfen und internationalen Treffen bestens bewährt haben. Samstag beginnt im Keglerbeim„Panzergrotte“ der Lauf der Kugeln bereits um 16 Uhr. A.s recht aussichtsreiche Bewerber für diesen Tag sind wohl zu nennen Holzapfel und Thönnessen(Aachen). Jostmann(Westig), MogenWeiterer Sport am Wochenende Deutschland- Schweiz Freistilringer=Länderkampf in Basel Die deutsche Nationalmannschaft im Freistilringen steht am Sonnta in Basel vor einer schweren Aufgabe, zumal sie gegen die eidgenöisische NationalVertretung nicht in bester Besetzung antreten kann. Eurovameister Jakob Brendel hat Gewichtsschwierigkeiten. Im Federgewicht steht Schwarzkopf nicht zur Verfügung und Europameister Nettesheim muß seiner Militärpflicht genügen Wenn die deutsche Mannschaft trotz diesem Handicap nicht ohne Aussichten nach Basel fährt, so spricht das nur für den großen Aufschwung, den das Freistilringen genommen hat. Unter keinen Umständen darf die Schweizer Mannschaft unterschätzt werden. Der Landerkampf besteht aus sieben Kampfen, jo daß vom Bantam= bis zum — Noch 100 Kegler am Start dorf(Bochum), Schröder(Wattenscheid), Schmitz(Lippstadt), Schwarz(Gelsenkirchen). Schlußtag ist Sonntag, wo der Kampf bereits wieder am frühen Morgen beginnt. Aus der großen Liste hervorragender Könner fallen auf: Winkler (Dortmund), Busch(Bochum), Kotthoff(Neheim), Pelzing und Radix(Iserlohn), der mehrfache Deutsche Meister und Internationale Develer(Aachen), die Sieger im Kronenberg=Wanderpreis Mehling und Servos(Köln), Lafontaine(Hörde), Strufe, Lange und Ranke(Münster). Die meisten dieser Sportkeg.er sind mit den Bochumer Bahnen, die sich als sehr ergiebig gezeigt haben, gut vertraut und die noch startenden Pelzing, Belter. Schwarz, Kubiak, Storch, Stephan, Wink er, Holzapfel Kuck und Busch haben bereits in früheren Jahren einen goldenen Kegel als Trophäe mit nach Hause genommen. Wie beim Einzelkampf steigert sich auch das Interesse für die Vierer=Mannschaftswertung um die Kortum=Plakette der„Volkszeitung“, denn diese ist eine Prestigesache der Vereine. Zwar führt Wuppertal nach wie vor mit der Rekordzahl von 2191 Holz, aber die noch anzutretenden Spitzenkegler der Vereine Aachen, Herne, Hörde, Westig. Bochum, Lippstadt, Dortmund, Neheim, Iserlohn, Köln. Remscheid, Krefeld, Gelsenkirchen, Münster werden alles tun, um die Leistung der Wuppertaler zu überbieten und die Tabelle zu verbessern. Die Frage nach dem Sieger im Jubiläumskampf von Bochum aber wird erst am späten Abend des letzten Starttages entschieden sein. Schwergewicht je ein Vertreter namhaft gemacht wurde. Außerdem kommen vom Weltergewicht an aufwärts vier Rahmenkämpfe zur Durchführung. Die Mannschaften steben sich wie fol= gegenüber(die Erstgenannten Deutschland): Bantamgewicht: Willi Möchel Walter Enger; Federgewicht: Georg Pulheim, César Gaudard; Leichtgewicht: Wolfgang Ehrl. Fritz Vordermann; Weltergewicht: Fritz Schäfer. Willy Angst; Mittelgewicht: Albert Laudien, Paul Dätwyler; Halbschwergewicht: Paul Böhmer, Karl Hogglin; Schwergewicht: Kurt Hornfischer, Willy Larden. Die Rahmenkämpfe bestreiten: Weltergewicht: Josef Lehner— Ernst Hegi; Mittelgewicht: Aug. Köstner— Fritz Liechti: Halbschwergewicht: Paul Ehret— Ernst Knburg; Schwergewicht: Karl Beu— Werner Bürkj. Wieder Eissport in der Westfalenhalle Weitmeisterpaar Herber=Baier— Eiskomiker Benno Faltermaier Nur gering ist die Anzahl der Meisterschaftsspiele aa diesem Tage in den beiden Gauen, ganze zwei Begegnungen kommen zustande, die diese Mannschaften ein Stück dem Ende der ersten Serie näher bringen, doch wird es noch lange dauern, bis sämtliche Mannschaften, vor allem in Westfalen, den ersten Leil ihrer Punktekämpfe bewältigt haben. Hier spielen am Sonntag lediglich Röblinghausen— Germania Bochum. Erstmalig treffen die Bochumer im Punktekampf mit dem Vertreter der Nachbarstadt Wanne=Eickel zusammen. Der Neulina Röhlinghausen hat sich über Erwarten gut in der Gauliga behauptet und erst am letzten Sonntag die einzige Niederlage der bisherigen Spielzeit erlitten. Die Stärke Röhlinghausens ist die dorzüglich organifierte Abwehr und die Schnelligkeil des Sturmes, und damit haben sie auch gegen Mannschaften mit einem gepflegteren Fußball Erfolge erzeell Am letzten Sonntag hat es sie allerdings in duster ermischl, als der Soldat gewordene Torschütze Pywoda nicht mitmachen konnte Acht Tage zuvor helte sich Germania Bochum einen schönen Sieg, und da die Germanen gegen Schalke solch gute Leistungen gzeigt haben, deutet die Papierform ahne weiteres auf einen Sieg der Bochumer hin. Die Wirklichkeit wird unders aussehen. Röhlinghausen spielt auf eigenem Platz, auf dem es seit Monaten keine Niederlage mehr gab, und die Tatsache, daß weder Borussia Dortmund noch Westfalia Herne dort zu Siegen kommen konnten, verdient starke Beachtung. Auch Germania versteht die Kunst der Deckung, das hat der Kampf gegen Schalke gezeigt, mithin wird es auf die Verfassung der Stürmer ankommen. Ohne Pywoda vermindern sich die Aussichten der Platzmannschaft etwas, indessen muß der Sturm der Besucher schon ein sehr gutes Spiel liefern soll ein knapper Sieg herauskommen. Und am Niederrhein: Dulsburg 9— 38B Wupperta In dem einzigen Punktekampf am Niederrhein liegen die Dinge ähnlich wie in dem Westfalens. Auch hier stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, deren Deckungsreihen mehr als Durchschnittsleistungen bieten. Abromeit. Busch und Flick auf der einen, Mellage und Knappstein auf der anderen Seite sind die Säulen dieser Abwehr Beide Mannschaften liegen in der Spitzengruppe mit gleicher Punktzabl, so daß von seinem Ausgang viel abhängt. Wenn Duisburg die noch etwas stärkere Hintermannschaft hat, so ist dafür der Sturm des Gegners besser. Maring, Hüttemeister und Gogoll sind große Könner, aber auch ihnen wird es schwer fallen, auf dem Platze des Gegners die Entscheidung zugunsten der Gäste herbeizuführen. Ein Unentschieden liegt nahe. Bei der zweiten Eissportveranstaltung am Samstag treffen in der Westfalenhalle zwei der besten Eishockeymannschaften, die es zur Zeit gibt, aufeinander. Es sind dies der Eissportverein Füssen gegen eine Berliner Auswahlmannschaft. Schnelligkeit und Draufgängertum sind die hervorragendsten Kennzeichen der Füssener Spieler. Und aus diesem Grunde beansprucht die Begegnung der Bayern mit einer Berliner Auswahlmannschaft besonderes Interesse. Nach dem hervorragenden Eindruck, den die Zehlendorfer Wespen vor 14 Tagen in ihrem Spiel gegen Düsseldorf in der Westfalenhalle hinterlassen haben, begrüßt man es sicher, daß die Berliner unter den vier Kanadiern, die in hrer Mannschaft stehen, auch die beiden Helden des Dortmunder Spieles, den Verteidiger Sissons und den Stürmer Gregory, berücksichtigt haben. Daneben wird das Dortmunder Spiel aber noch besonders interessant durch den inoffiziellen Zweikampf der beiden Tormänner Hoffmann und Egginger. Der Höhepunkt der Veranstaltung am Samstag wird ohne Zweifel das Auftreten unseres Weltmeisterpaares Maxi Herber— Ernst Baier sein. Ein fröhliches Wiedersehen gibt es auch mit Benno Faltermaier, der inzwischen sämtliche bayrischen Meisterschaften im Eisschnellauf an sich gerissen hat und nun wieder zu seinem Lieblingsfach Eiskomik zurückgekehrt ist. Das Fest der Meister Internationale Schwimmweitkämpfe in Magdeburg Nach einer längeren Pause wird das Magdeburger Wilhelmsbad wieder einmal große Tage erleben. Die Internationalen Schwimmwettkämpfe des SSC „Hellas", die mit einem Lehrgang für die deutschen Spitzenschwimmer verbunden sind, haben ein glänzendes Meldeergebnis gefunden. Samtliche deutschen Meister und Meisterinnen sind neben den Rekordhaltern vertreten. Mit Interesse erwartet man auch die Starts der Dänin Ragnild Hveger und des Stockholmers Björn Borg Der Radsport am Wochenende Groß=Veranstaltungen in Münster und Köln Mit dem Fortschreiten der Winterbahnrennzeit mehren sich auch die Veranstaltungen im Radsport. In der Halle Münsterland in Münster wird am Sonntag ein 100=Klm.=Mannschaftsrennen gestartet, zu dem folgende Fahrer verpflichtet wurden: BautzDiederichs, Weckerling=Thierbach, Arents=Heide, Pützfeld=Kijewski, Hoffmann=Wesenberg, Zims=Küster, Leuer=Kleinegrefe, Kretschmer=Ciesinski, Schmidt=Tertilte. Eine glänzende Besetzung weisen auch die Amateurrennen auf. Die Kölner Rheinlandhalle bringt schon am Samstag ein großes Programm zur Abwicklung, das Fliegerkämpfe und ein Mannschaftsverfolgungsrennen, sowie ein Vorgabefahren und ein Zweistunden=Mannschaftsrennen aufweist. Der Titel der Veranstaltung lautet„Bahnfahrer gegen Straßenfahrer“. Auf Seiten der Straßenfahrer findet man u. a. Weltmeister Meulenberg(Belgien), seinen Landsmann Karel Kaers, die drei Dortmunder Bautz, Kijewski und Pützfeld. Die Bahnfahrer sind durch die Holländer Slaats, Pellenaers und Pijnenburg, den Belgier Loncke sowie die Kölner Zims und Küster vertreten. In der Berliner Deutschlandhalle gibt es zum Abschluß des Wochenendes und zur Ueberleitung noch am Montag eine Veranstaltung der Amateure. In einem 75=Minuten=Mannschaftsfahren starten u. a. Nielsen=Voigt, Voß=Sörensen. Hasselberg=Schorn. Auch im Ausland ist großer Kampfbetrieb. Am Samstag startet Schön in einem Steherkampf in Brüssel. Die Paniser Winterbahn bringt das traditionelle Treffen Deutschland Frankreich der Steher Am Sonntag treffen hier Lohmann, Schön und Metze auf die Franzosen Paillard, Terreau und G. Wambst. Mit Sandrock und Steffens Die Deutschlandriege für Essen und Rhendt Mit großem Interesse erwarten die westdeutschen Turnfreunde die Vorstellungen der Deutschlandriege, die am 28. November in den Vormittagsstunden im Essener Saalbau turnt, und am Nachmittag in Rheydt weilt. Freilich ist der Termin etwas ungünftig, da am letzten Novembersonntag die Zwischenrunden zur Mannschaftsmeisterschaft steigen, und obendrein noch eine deutsche Auswahl in Riga turnt. Wenn trotzdem für Essen und Rheydt eine Riege aufgestellt werden konnte, die man schlankweg in einen Länderkampf schicken könnte, so spricht das klar für den Hochstand der deutschen Turnerei. Es turnen: Heinz SandrockImmigrath, Walter Steffens=Lüdenscheid, Georg Sich und Ludwig Seligmann(Düsseldorf), Fritz LimburgRubla, Herbert Lorenz=Hannover, Hans FriedrichMünchen, Zellekens=Eintracht Frankfurt. Sportnotizen Axel Schaer † Wieder ist einer aus der alten Garde der deutschen Leichtathletikpioniere von uns gegangen: Arel Schaer, der dieser Tage im Alter von 52 Jahren plötzlich verschied. Schaer war Sportlehrer in Berlin und machte sich einen großen Namen durch die Entdeckung so manchen Spitzenkönners Samson=Körner 50 Jahre alt Paul Samion=Körner. einst Deutscher Schwergewichtsmeister, feiert am Samstag seinen 50. Geburtstag. Seine größten Kampfe lieferte er 1934 und 1925 gegen Hans Breitensträter. Der Chemnitzer konnte auch gegen den späteren Weltmeister Gene Tunney ein Unentschieden erzwingen. Nennen zu Enghien l. R.: 1. Espoir 5(Bates). 2. Diamond. 3. Fadette. Sieg 14:10, Platz 11, 16:10. Ferner: Jean de la Lune. Gastrico. 2. R.: 1. Genua(Plaine), 2. Americ, 8. Hasparren. Sieg 839:10, Platz 14, 19, 22:10. Ferner: Lucia 2, Madalie. Serene. Karemy, Mauritius, Heliotrope, Fief. Dignitaire, Agrafe. Rotoplo, Fierville, Gay Lady. 3. R.: 1. Maori(Gleizes), 2. Mareuil, 8. Empressee. Sieg 88:10, Platz 24. 23, 18:10. Ferner: Gabalka. Northumbria. Necar des Dieux, La Bagatelle. Agent Secret. Hue Cocotte, Foliole2, Usurpe. 4. R.: 1. Cobe(Dubus), 2. Madreperla. 3. Trame Sieg 52:10, Platz 21, 238, 25:10. Ferner: Muscadele. Ma Tout de Go, Momaika. Phares, Charleroi. Maimou, Giradiere, Godelureau, Teberan. 5. R.: 1. Paradou 2(Dubus), 2. Dalagos, 8. Herbigny. Sieg 17:10. Platz 11, 11:10 Ferner: Dauneck. 6. R.: 1. Farfadette(Leurson), 2. Denver, 8. Paris Nord. Sieg 28:10. Platz 11, 11:10. Ferner: Jean sans Terre. Darique. IV Friesen vertrikt Bochum Gaumannschafsmeisterschaften im Gerätturnen Am Sonntag findet im Hohenzollernsaal in Hagen e Vereinsmannschaftsmeisterschaft im Gerätturnen des Gaues Westfalen statt: Nachdem die Unterkreise Kreise und Bezirke ihre Meister ermittelt und durch die spannenden Kämpfe dem Gerätturnen einen neuen Auftrieb gegeven haben, sehen am kommenden Sonntag die Freunde der Turnkunst interessiert nach Hagen, wo unter 12 Mannschaften der Gauklasse die Frage entschieden wird: Wer wird Westfalenmeister im Mannschaftsgerätturnen bzw. welche Mannschaft vertritt Westfalen bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften? Bei den Kämpfen der letzten vergangenen Jahre spielte die Mannschaft des TV Eichen in der Besetzung Stutte, Fruch, Gebrüder Stracke und Lorsbach stets eine überlegene Rolle. Ihre Favoritenstellung unter den westfälischen Vereinsmannschaften war schon immer vor Austragung der Meisterschaften so überragend, daß man im Turnerlager das Stärkeverhältnis zwischen der Eichener Mannschaft und deren westfälischen Gegnern etwa so einschätzte wie im Fußball die Meisterschaft Schalke 04 und ihre westfälische Gegnerschaft. Auch in diesem Jahre ist der TV Eichen mit der schon oben angeführten erstklassigen Mannschaftsaufstellung, wieder Favorit, wenn auch nicht der sichere wie in vergangenen Jahren. In mehreren Vereinen sind, z. T. durch Zuwanderungen erstklassiger Turner, sehr ernsthafte Gegner erstanden, die die Spannung des Kampfes am Sonntag in Hagen ungemein erhöhen. Der vorjährige Zweite TV Hagen=Eilpe hat nun neben den Westfalenturnern Hüttemann und Krüger nun auch den vorzüglichen Meiser in seinen Reihen. Der vorjährige Dritte TV Lüdenscheid hat mit Walter Steffens ein schweres Geschütz zux Stelle. Er wird wohl auch im Kampf um die Plakette der Stadt Hagen für den besten Einzelsieger erfolgreich sein. Ein weiterer ernsthafter Gegner ist dem TV Eichen in der neu aufgestiegenen Mannschaft von Eintracht Dortmund erstanden. Trostheim, Klinger und Hollfelder sind die überragenden Leute in dieser Fünfermannschaft, die gewiß auf einem der ersten Plätze zu finden sein wird. Im Kampf um die Spitzengruppe wird auch der Bochumer Vertreter TV Friesen zu finden sein. Die Brüder Heinrich und Fritz Platzek sowie Josef Wroblewski stehen in der Mannschaft als große Könnex da. Es bleibt abzuwarten, wie sich die eiden restlichen Turner Heinz Seibel und Hang Koch in der Mannschaft schlagen werden. Halten sie in diesem schweren Zwölfkampf einigermaßen mit ihren Vereinskameraden Schritt, so sollte es gelingen, die übrigen Vereine sicher in Schach zu halten. Zwei Jahre hintereinander landete der TV Friesen auf dem 4. Platz. Gelingt dieses Kunststück wieder, so wäre das ein schöner Erfolg für den TV Friesen im Jubiläumsjahr. * Gerätewettkampf auch in Bochum T88 Hamme 83— TSB Stoppenberg Der Turn= und Sportverein Bochum=Hamme 1883 veranstaltet am 14. November in der Kaiseraue einen Mannschafts=Geräte=Wettkampf gegen den Turn= u. Sportverein Essen=Stoppenberg. Das reichhaltige Programm wird noch von den Turnerinnen ergänzt. Schwimmfest der 1G B.-Ehrenfeld Schwimmfest der TG B.=Ehrenfeld Die Turngemeinde Bochum=Ehrenfeld veranstallet am Sonntag in der Städtischen Badeanstalt ein Schwimmfest, an dem außer den Schwimmern des Veranstalters der SV Witten 09, SC Aegir Gelsenkirchen, DSV Gelsenkirchen und TV 48 Bochum teilnehmen. Auf dem Programm stehen in erster Linie Staffelwettkämpfe der Männer und Frauen in allen Stilarten, Kunstspringen, Einlagen wie Hindernisschwimmen und Figurenlegen sowie ein Wasserballspiel. Der Handball-Sonntag Die Spiele der Gauliga In der Handball=Gauliga stehen am Sonntag vier Auseinandersetzungen um die Zähler an: Eintracht Dortmund— Hindenburg Minden DSC Hagen— TV Spenge MSV Münster— Schalke 04 TuS Holsterhausen— Westfalia Somborn Vor allem Dortmund— Minden fesselt die Anteilnahme. Es war schon immer eines der aufschlußreachsten Spiele und wird es auch heuer sein. Die Eintracht wird es aber diesmal schwer haben, Minden zu bezwingen, denn man hört, daß die HindenburgElf wieder in stärkster Besetzung spielen wird. Schwer wird der DSC Hagen auch auf eigener Scholle zu kampfen haben und auch Holsterhausen bedeutet der Platzvorteil nicht viel. Schalke müßte stark genug sein, um aus Münster mit einem Siege zukehren. Die Spiele im Kreise Bochum Nachdem die Handballer am letzten Sonntag sich in den Dienst des WHW gestellt haben, geht morgen der Meisterschaftsspielbetrieb weiter. In der Bezirksklasse geht die erste Serie zu Ende, es gibt nur ein Spiel, die Begegnung Henrichshütte— TV Röhlinghausen. Es treffen sich also der Tabellenführer und der Letzte. Der Ausgang, hoher Sieg der Hattinger, ist im voraus gegeben. 1. Kreisklasse: Westfalia Bochum— VfL Herne Germania Bochum— Westfalia Herne Tura Werne— TG B.=Ehrenfeld TK Herne— Polizei=EV Bochum TV Wattenscheid 01— SpGem Wattenscheid Der TK Herne hat Westfalia Bochum von der Epitze verdrängt. Die Bochumer werden jedoch durch einen Sieg über den VfL Herne Anschluß behalten. Nicht so leicht hat es Germania Bochum gegen Westfalia Herne, die letzthin durch einen hohen Sieg über den TV Wattenscheid 01 überraschte. Offen ist der Ausgang des Spieles in Werne. Der Polizei=SV dürfte den Tabellenführer kaum bezwingen können, dagegen wird im Wattenscheider Lokalkampf sich der V 01 als die stärkere Mannschaft behaupten. 2. Kreisklasse: Bochumer Verein— TK Weitmar 82 TV 48 Bochum— Jahn Langendreer Reichsbahn Wanne— Post=SV Bochum Für alle Spiele ist eine Voraussage schlecht zu reffen, es dürfte zu spannenden Kampfen kommen. Gut in Form ist gurgeit Jahn Langendreen Entscheldender Tag in der Bezirksklasse Drei Spiele von größter Be Nur zwei Spiele stehen in Gruppe Bochum der Bezirksklasse an, aber die beiden haben es auch in sich. Von ihrem Ausgang wird zum größten Teil abhänen, wer am Ende der ersten Serie an der Spitze ehen, also Herbstmeister werden wird. Noch vier Mannschaften kommen dafür in Betracht, nämlich der augenblickliche Spitzenreiter SC Dahlhausen, sofern sich die übrigen Konkurrenten wechselseitig die Punkte abnehmen, die SpGem. Wattenscheid als Tabellenzweiter und Mannschaft mit den wenigsten Verlustpunkten, ferner der MBV Linden und TuS Bochum, die je einen Verlustpunkt mehr haben als Wattenscheid. Damit ist die Wichtigkeit der morgigen Spiele gekennzeichnet, treten doch drei dieser Anwärter an. Ver. Preußen 07— TuS Bochum Nach dreijähriger Pause gibt es wieder diesen großen Meisterschaftskampf, der für Bochum ein Ereignis ist und allem Anschein nach die höchste Besucherzahl in allen bisherigen Kämpfen dieser Klasse aufweisen wird. Als es das letztemal um die Punkte ging, verlief nicht alles glatt. Drei Jahre liegen dazwischen, die den Mantel des Vergessens über die damaligen Vorgänge gebreitet haben dürften. Man kann nur die Hoffnung aussprechen, daß es diesmal anständiger in dem Kampf zugeht. Die Dinge liegen so, daß Preußen nach einem schwachen Start allmählich Tritt gefaßt und sich auf einen guten Platz emporgearbeitet hat, der noch Hoffnungen auf die Gruppenmeisterschaft im Laufe der zweiten Serie gibt. Sie treffen den Gegner auf eigenem Platze an, auf dem sie seit Jahren ungeschlagen sind. Der Tus hat bisher besser abgeschnitten. Er spielt einen guten Fußball, der immer noch die alte Schule erkennen läßt. Nur wenn sich der TuS über Preußen hinwesetzt, wird er noch ein Wort im Kampf um die Herbstmeisterschaft mitsprechen. Im letzten Freundschaftsspiel dieser beiden Mannschaften siegten die Preußen nach Gefallen, allerdings stellte der TuS damals kurz vor Schluß der letztjährigen Spielzeit eine schwache Mannschaft, die mit der heutigen nicht verglichen werden kann. Preußens Stärke ist die Hintermannschaft mit dem vorzüglichen Torwart und der so starken Läuferreihe. Die Stürmer dagegen haben bisher weniger überzeugen können. Der TuS muß deutung in der Gruppe Bochum Safranek, der Soldat geworden ist, ersetzen. Der Ausgang des Kampfes ist völlig offen, es ist ja ein Lokaltreffen, in dem allen Möglichkeiten Tür und geöffnet ist. MBB Linden— EpGem. Wattenscheid Wie oben angedeutet, kommen beide Mannschaften für die Herbstmeisterschaft in Betracht, es hängt also sehr viel von dem Ausgang dieses Treffens ab. Der MV Linden ist nach der überraschenden Niederlage durch den EC Dahlhausen zurüchgefallen und kann nur durch einen Sieg über den morgigen Gegner den zweiten Platz wieder einnehmen. Die Wattenscheider ihrerseits werden sich im Falle eines Sieges an die Spitze setzen, die ihnen dann kaum noch zu entreißen wäre. Es wird sicherlich zu einem großen Kampf kommen, über dessen Ausgang ebenfalls eine Voraussage nicht zu treffen ist. Linden wird sicher aus der letzten Niederlgae seine Lehren gezogen haben. Der Gegner ist jedenfalls stark zu beachten. Nach der Niederlage durch den Polizei=SV ist er sehr beständig geworden, EiferKampfkraft und ein entschlossener Sturm sind Faktoren, die eine Niederlage des MBV und damit bereits jetzt schon die Herbstmeisterschaft entscheiden können. Findet andererseits der MWV seine Bestform würde sogar ein klarer Sieg der Platzmannschaft nicht überraschen. Witten 07— Polizei.3B Bochum Wenn in diesem Spiel, das nachträglich augesetzt worden ist, die beiden Tabellenletzten zusammentreffen, so ist es doch sehr wichtig. Es geht darum, den Anschluß an die Mittelgruppe zu finden. Man wird sich also von beiden Seiten mächtig ins Zeug legen. Ein Maßstab für die Papierform ist beider Abschneiden in Wattenscheid. Dort kam die Polizei zu einem Siege, Witten jedoch wurde geschlagen. Sicherlich begünstigt der eigene Platz M, doch bat die Polizei eine solch starke Deckung. daß sie einen Punkt aus Witten mitbringen mühte. Gruppe Gelsenkirchen: VfB Börnig— Union Gelkenkirchen (Hruppe Dortmund: SpGem. Mengede— Alemannia Dortmund Dem Ende der ersten Serie entgegen Entscheidende Kämpfe in den Kreisklassen des Kreises Bochum In den Bochumer Kreisklassen stehen wir vor dem Abschluß der ersten Serie. Einige Mannschaften können diese morgen schon beenden, andere lassen sich noch etwas Zeit. Auch hier ist die große Frage akut, wer beim Serienende an der Spitze stehen wird. Mit ausschlaggebend wird dafür in Grupva 1 der 1. Kreisklasse das Spiel Germania Herne— Phönix Bochum sein, dessen Ausgang für den Mitbewerber Preußen Wanne den Weg ebnen tann. Es spielen: Germania Herne— Phonix Bochum Preußen Wanne— Viktoria Herne Constantin Herne— 38 Sodingen BV Herne=Süd— EV Holsterhausen Reichsbahn Wanne— Rasensport Herne Im Vordergrunde steht das Spiel auf dem Germanenplatz in Herste. Die Platzmannschaft führt die Tabelle an, der Phönix hat in den letzten Spielen eine großartige Form gezeigt und kaum einen Gegentreffer nach einem schwacheren Start hinnehmen mussen, das beweist sein großartiges Torverhaltnis. Gerade gegen Germania Herne haben die Bochumer immer gute Spiele geliefert, und nach all dem steht der Sieg des Tabellenführers noch lange nicht fest. Bleibt der Phönix erfolgreich hat er die Germanen sogar überflügelt. Preußen Wanne wird Vorteile haben, wenn der Phönix gewinnt, denn dann werden die Wanner, die gegen Vittoria Herne sicher in Front zu erwarten sind, die Tabellenführung übernehmen. In den übrigen drei Spielen sind die Herner Mannschaften in Front zu erwarten. Die Gruppe 2 hat mit der Begegnung EV Bochum=West— LF6 Laer ein ähnlich wichtiges Spiel zu verzeichnen. Hier spielen: SV Bochum=West— LFC Laer SC Altenbochum— SpSp Stiepel Langendreer 07— VfB Gerthe Rasensport Bochum— TuS 26 Altenbochum SIV Werne— Langendreer 04 Gewinnt der LF Laer ist er Herbstmeister, zumal er die erste Serie abschließt. Aber den Sieg wird die Platzmannschaft dem Tabellenführer sehr schwer machen. Auf eigenem Gelände ist West bisher kaum bezwungen worden, Laers Sturm wird da schon an seine letzte gute Form anknüpfen müssen. Leichter hat es der Tabellenzweite SC Altenbochum, der den Letzten Stiepel sicher schüngen wird und auf einen Punktverlust des LFC wartet. Langendreer 07 weist zur Zeit eine solch gute Form auf, daß sich Gerthe schwerlich in Langendreex behaupten wird. Rasensport Bochum, eine gute Mannschaft, hat in letzter Zeit wenig Erfolg gehabt, diesmal müßte es aber zum Sieg langen. Tief ist der STV Werne gesunken, und wenn seine Stürmer nicht entschlossener handeln, wird er mehr und mehr den Anschluß an die Mittelgruppe verlieren und in Abstiegsgefahr verbleiben. 2. Kreisklasse In der Gruppe 2 ist man soweit dorangekommen, daß ein großer Teil der Mannschaften morgen schon den ersten Teil der Punktekämpfe erledigt. Es spielen: Constantin Bochum— SC Werne 19 SpSp Gerthe— Schwarz=Weiß Herne Wanne 1911— Fortuna Wanne TuS Bruchstraße— Rasensport Wanne VfL Herne— Hansa Herne TuS Constantin Bochum wurde im ersten Spiel geschlagen und gewann dann neun Spiele hintereinander, eine gang vorzügliche Leistung. Im elften Spiel wird der Sieg nicht leicht fallen. Gerade auf fremden Platzen haben die Werner große Erfolge erzielt, sie werden sich auch diesmal tapfer schlagen. Gewinnt Constantin, dann geht die Elf mit mindestens zwei Punkten Vorsprung in die zweite Serie. SpSp Gerthe wird ebenfalls um den Sieg zu kampfen haben, der knapp ausfallen wird. Wanne 1911 ist im Lokaltreffen klar in Front zu erwarten. Bruchstraße müßte nach langer Pause wieder einen Sieg landen. Im letzten Spiel ist Vf8 Herne klarer Favorit. Gruppe 2: Hier ist man noch nicht soweit wie in der anderen Gruppe. Es spielen: Borussia— Preußen 11 Bochum Anc Engolsburg— TuB Carolinenglück Wattenscheid=Ost— Westfalia Weitmar Fortuna Bochum— 3V Wattenscheid 19 Germania Querenburg— Reichsb.=Tus Germania Kaltehardt— Post=SV Bochum Der Tabellenführer Preußen 11 ist als sicherer Sieger zu erwarten. Fur die weitere Rangfolge in der Spitzengruppe ist das nächste Spiel von großer Bedeutung. Carolinenglück ließ sich im letzten Spiel überraschen. Es wird ein gang knappes Ergebais werden. Westfalia Weitmar wird durch einen Siedie Stellung in der Spitzengruppe behaupten. For= tung wird wahrscheinlich kampflos zum Siege kommen. da der Gegner vorläufig gesperrt ist. Reichsbahn und Post sollten auch auf fremden Platzen gewinnen. 3. Kreieklasse K3G Kortum Bochum— Post=2V Wanne Edelstahlwerke— T3C 81 Bochum T3Vg Laer 87— SpGem. 23 Bochum TuS Hannibal— TV Friesen Bochum V Herne 16— Teutonia Stiepel Mit zwei Ausnahmen werden die Platzmannschaften in Front bleiben, diese Ausnahmen sind Edelstahlwerke und Laer 87, denn leistungsgemaß ist mit Siegen des DSC 81 und der S3 zu rechnen. In allen anderen Fallen aber werden sich die Platzmann= schaften behaupten. Arsenal wollte Kvammen Der Norweger lehnte ab Der den Engländern bereits im Mai beim Länderkampf England— Norwegen als ausgezeichneter Halbstürmer aufgefallene norwegzische Fußballer Reidar Kvammen hat nach seiner in Dublin beim Landerspiel mit dem irischen Freistaat gezeigten Leistung erneut dem Präsidenten des Londoner Meisterklubs Arsenal derart gut gefallen, daß er ihm ein verleckendes Angebot machte, Berufsipseler zu werden. Bereits am Sonntag sollte Kvammen im Kampfe mit Westbromwich Albion Gelegenheit bekommen, für Arsenal zu spielen. Der technisch samose Norweger aber hat mit seinen Kameraden zusammen bereits die Rückreise in die Heimat angetreten und Arsenal eine Absage erteilt, zumal das englische Arbeitsministerium bei einer Verpflichtung Kvammens sicherlich die gleichen Schwierigkeiten gemacht hätte wie seinerzeit bei dem Wiener Hilden, der als Nichtbrite keine„Arbeitserlaubnis“ erhielt. henkel hatte zu kämfen Japans Tennismeisterschaften haben begonnen. Am Freitag begangen in Osaka auch die Kämpfe um Japans Tennismeisterschaften in den Einzelspielen. Während Gottfried von Cramm bei Xamagata wenig Widerstand fand und leicht 6:1, 6:4, 6:1 sie#te, brauchte Henner Henkel vier Säte, um Okada 4:6. 6:8, 7:5, 8:6 auszuschalten. In der zweiten Runde des Doppels fertigten von Cramm=Henkel die Japaner Tsukuda-Nishioka 6:1, 6:0, 6:1 ab Deutschlands Kegler gegen Schweden Zum 12. Mal treffen sich am kommenden Sonntag die deutschen und die schwedischen Kegler zu einem Länderkampf auf der Internationalen Bahn. Die deulschen Farben in Stockholm vertreten der dreimalige Meister Karl Hartmann, Ludwia Herrmann beide Frankfurt). Otto Kurzenberger, Franz Zöttl, Georg Schnugg(alle München), Hans Herget(Regeneburg), Kurt Wenger(Berlin), Oskar Wunderlich Buchholz) und Johannes Getberger(Bremerhaven). Für die Schweden stellen sich Erich Klingeberg(Göteborg), G. Olsson(Karlstad), Lugo Lillier, Larsson, B. H. Edlung, Ernst Enbom, Gustav Ekberg und Harry Lindqvist(sämtlich Stockholm) zum Kampf. Der am Sonntag stattfindende Kampf ist die sechste Begegnung zwischen Deutschland und Schweden auf der I-Bahn. Schweden hat bisher 5, Doutschland einen Bänderkampf gewonnen. Denkt an Breslau! Bereinsführersitzung im Bochumer Hof Die im Bochumer Hof stattgefundene Vereinsführersitzung hatte nur eine kleine, aber dafür um so wertvollere Tagesordnung. Sie begann nach Verleiung der für die jetzt vorzunehmende Eintraung der Ortsgruppe in das Vereinsregister notwendige Annahme der Satzungen, die einstimmig erfolgte. Der Ortsgruppenführer, Rechtsanwalt Koch 2, wiedann in längeren Ausführungen auf die Bedeutung des im nächsten Jahre in Fortsetzung der traditionellen Deutschen Turafeste erstmalig in Breslau stattfindenen großen Deutschen Turn= u. Sportfestes hin, für das mit großer Energie jetzt schon die Werbetrommel gerührt werden müsse. Bekanntlich hat der Reichssportführer einen interessanten Werbetonfilm herstellen lassen, der das Land Schlesien. Bres au und seine Sportstätten zeigt und mit Vorführung der wichtigsten Wettbewerbe der olympischen Spiele schließt. In allen deutschen Sportgauen wird in den größeren Städten dieser Film gezeigt. In Bochum gelangt er amn 23. November im evgl. Vereinshaus in der Mühlenstraße zur Vorführung, und zwar ist die Bochumer Veranstaltung die einzige in der Umgebung. Der Ortsgruppenführer bat die anwesenden Vereinsführer um Mithilfe bei der Durchführung der Veranstaltung, die nicht nur eine Werbung für das Breslauer Fest, sondern auch eine Werbung für den heimischen Sport sein müsse. Die Ortsgruppe hat sich bemüht, durch ein gutes Rahmen= programm den Abend besonders interessant zu gestalten, und zwar übernimmt der Postsrortverein die musikalischen Darbietungen, während sich auf der Bühne die Vereine Roll= und Schlittschuhklub Bochum. Radfahrerverein„Sturmvogel“, Turnverein 48 und Turngemeinde B.=Ehrenfeld vorstellen. Eine lebhafte Aussprache ergab sich noch zum abschließenden Programmpunkt„Verschiedenes“, so daß schon wegen der Moglichkeit, sich im großeren Kreise der heimischen Vereinsführer über die Sorgen und Nöte auszusprechen, die häufigere Zusammenkunft empfehlenswert macht. Schach Schluß der Vorrunde zur Bochumer Einzelmeister= schaft Am Sonntag ist von den Vorrunden zur Einzelmeisterschaft 108738 im Schachkreig Bochum die letzte Runde fällig. Folgende noch wichtige Begegnungen werden zum Austray gelangen: Lies— Dr. Kump= mann, Chedor— Lemke, Wittenberg— Möller. Ferner werden die zwei restlichen Hangepartien erledigt: Dr. Kumpmann— Hagedorn und Wittenberg— Wiegand. Siege sind zu erwarten von Lies, Lemke, Wittenberg und Hagedorn. Nach dieser Runde. die die restlose Klärung in die Ermittlung der letzten noch fehlenden Vorkämpfer bringt. findet die Auslosung statt für das mit zehn Spielern besetzte Turnier um Stadtmeisterschaft. das sofort im Anschluß an die Vorrunden ausgetragen wird. Kingen Sieg Weikarts über Koistinnen Nach der Niederlage des Vortages konnte der deut= sche Leichtgewichtsmeister Fritz Weikart=Hörde am zweiten Tage des Stockholmer Turniers einen ein= wandfreien Punktsieg über den Finnen Koistinnen davontragen. Der Schwede Goete Persson legie in gleicher Klasse den Finnen Hermanni Pihlajamaeli in 7:21 Minuten auf beide Schultern. Wanderplakettenschießen des Bürgerschutzenvereins Laer. Der Bürgerschützenverein 185 Laer bielt Sonntag auf dem Schießstand bei Benner, Heibmannstraße, ein Wanderplakettenschießen ab. Die Plakette holte sich mit 57 Ringen Schütze Karl Möller, der damit seine Kameraden Julins Zimmermann mit 55 Ringen, Wilhelm Klemke mit 52 Ringen, Dietrich Wildförster, August Schäfer mit je 52 Ringen auf die Plätze verweisen konnte. Mit 51 Ringen folgten Gustav Tatenhorst und Emil Schmalenberg und mit 50 Ringen Wilhelm Wesemeier, Paul Schmidt, Fritz Platzmann. Robert Wildförster und Wilhelm Becker. Dem Preistrager Karl Möller wurde anschließend der derpreis überreicht. Die Langendreerer Jager und Schunen hielten im Bahnhofsbotel Heckert ihre traditionelle bertusfeier ab. In seiner Ansprache ging der Namerad Striewisch auf die Entstehung der Langendreerer Kameradschaft ein. Er wies darauf hin, daß die Jäger auch in schwerer Zeit sich nicht gescheut hätten, ihr Soldatentum zu bekennen. Unsere Zeit fordere von jedem erhöhte Opferbereitschaft, sie beweise eindeutig, daß der Opfertod der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung nicht umsonst gewesen sei. Nachdem er den Toten Worte herzlichen Gedenkens gewidmet hatte, schloß er seine Ansprache mit dem Jägergruß„Horrido“ auf Führer, Volk und Vaterland. Nach einem vom Kameraden Schildheuer, auf die Bedeutung des Hubertustages abgestimmten Prolog nahm der Kameradschaftsführer die Preisverteilung vor. Kamerad Hülsewig, der bei einer ganzen Reibe von Wettbewerben sehr erfolgreich gewesen ist, erhielt die Hubertusmedaille, weiter erbielten 17 Kameraden wertvolle Preise. Es schloß sich eine fröhliche, unterhaltende Darbietungsfolge an. Wiehtlge Sportveranstaltungen Preullen-Sgortpla'z, Wasserstrade Sonntag 14.30 Uhr Der große Lokalkampf Tus 08 Bochum Ver. Preußen 07 Gottesdienstordnung Sonntag, den 11. November 197. "miich lathalische Kirchengemeinden 6 Uhr hl. Messe: 15 Uhr hl. Messe mit Predigt: 7,45 Uhr hl. Messe mit Predigt gem. bl. Komm. der Jungmänne., sowie der 1., 2 und 3 Anabenklasse. 9 Uhr bl. Messe für Gym nasium und Oberschule.(Um 9 Uhr im Elisa beth=Hospital hl. Messe für die Grundschulklassen. 10 Uhr Erinnerungsfeier der Archweibe, darauf Levitenamt mit Aussetzung und Segen. 11.15 Uhr bl. Messe mit Predigti 14,0 Uhr Christenlehre und Segen. 20 Uhr Festandacht m. Prozession und Segen. Christ König(Franziskanerkloster.) 6 Uhr hl. Messe ohne Predigt; 7 Uhr Gemeinschaftsmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion aller Jungen und Jungmänner unserer Gemeinde: 8.15 Uhr Kindermesse mit Predigt: 970 Uhr Hochamt mit Predigt und gem. bl. Kommunion der männlichen Schuljugend; 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt; 14.30 Uhr Christenlehre mit Kinderandacht: 20 Uhr Andacht für die armen Seelen. Hl. Kreuz. 7 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Jungmänner; 8,00 Uhr hl. Messe mit gem. bl. Kommunion der Mädchen; 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt; 14,20 Uhr Christenlehre. St. Josepb. 6,16 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Ammunion der männlichen Pfarrjugend; 7,20 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Josephsschule; 8,45 Uhr hl. Messe mit Predigtt 10 Uhr Hochamt mit Chorgesang: 11,15 Uhr bl. Messe mit Predigtz 18,20 Uhr Andacht mit Predigt für die Jungmänner; 14,30 Uhr Besper. St. Marien. 6 Uhr erste hl. Messe; 7,15 Uhr messe mit Predigtz 8,0 Uhr dritte hl. Messe mit Predigt; 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt und Senen: 11 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt; 18 Uhr Andacht mit Prozession und Segen. Mariahilf(Klosterkirche.) 5 Uhr stille hl. Messet 6 Uhr stille bl. Messe: 7 Uhr Singmesse mit Predigt; 8 Uhr Singmesse mit Predigt; 9 Uhr Schülerinnengottesdienst: 10.30 Uhr poln. Gottesdienst mit Predigt; 17 Uhr Rosenkranzandacht und Predigt: 19 Uhr Predigt und Andacht für die Männer. St. Antonius. 6,90 Uhr hl. Messe; 8 Uhr Frühmesse mit Predigt, gem. bl. Kommunion der männlichen Pfarrjugend, und der Schulknaben: 92 Uhr Hochamt mit Predigt: 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt; 14,30 Uhr Christenlehre. St. Meinolphus. 6 Uhr bl. Messe; 7 Uhr bl. Messe mit Predigtz 8 Uhr Schülermesse mit Pre digt: 9 Uhr Kindermesse mit Predigtz 10 Uhr ist Hochamt mit Predigt: 11,90 Uhr hl. Messe mit Predigt: 14,20 Uhr Christenlehre: 20 Uhr Andacht. St. Johannes, B.=Wiemelhausen. 7 Uhr bl. Messe mit gem. bl. Kommunion der Jünglinge: 8 Uhr Frühmesse mit Predigt und gem. bl. Kommunion der Kinder der 2. Klasse; 9.15 Uhr hl. Messe mit Predigt; 10.20 Uhr Hochamt mit Predigt und Aussetzung des Allerheiligsten; 15 Uhr u. Segen: 18 Uhr Kirchweihandacht. B.=Hamme. 6,30 Uhr hl. Messe: Austeilung der hl. Kommunion: 8 Uhr hl. Messe mit Predigt; 19,90 Uhr Hochamt mit Predigt: 11 Uhr bl. Messe mit Predigt: 15 Uhr Christenlehre; 16 Uhr Andacht für die Polen. 24 Uhr Bibelkurfus. St. Franziskus, B.=Riemke. 6,15 Uhr bl. Messe: 7.15 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. bl. Kommunion der männlichen und weiblichen Pinrrzugend und der Kinder der neuen Schule; 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt: 9.20 Uhr Hochamt mit digt: 11 Uhr lette bl. Messe mit Predigt; 14.30 Ube sakramentale Andacht; 18 Uhr sakramentale Andacht. Jesu, B.=Hordel. 6.90 Uhr bl. Messe: 8 Uhr Frühmesse mit Predigt und gem. bl. Kommunion der männlichen Plarringend; 10 Uhr Hochamt mit Predigt; 1130 Uhr Christenlehre und Andacht. St. Franziskus, B. Weitmar. 6.15 Uhr Frühmesse als Gemeinschaftsmesse: 7 20 Uhr Austeilung der bl. Kommunion. Um 7,30 Uhr ist dann zweite hl. Messe mit Predigt; 8.45 Uhr Hochamt mit Predigt: 10 Uhr Kindermesse mit christl. Unterricht: 11 Uhr letzte hl. Messe mit Prediat: 14.20 Uhr Christenlehre und Segen: 45.15 Uhr Taufen: 16 Uhr Vortrag für die Männer und Iunamänner: 18 Uhr Andacht: 18.90 Uhr Dritter Orden Dreifaltigkeit. 7 Uhr hl. Messe. 8 Uhr bl. Messe mit Predigt und gem. hl. Komm. der Christenlehre Jünglinge und der diesjährigen Erstkommun kanten. 10 Uhr Hochamt mit Aussetzung und Predigt, 11,30 Uhr Andacht und Segen. St. Theresien W.=Eppendorf. 7 Uhr Frühmesse mit Predigt: 8.13 Uhr Kindermesse mit Predigt; 10 Uhr Hochamt mit Predigt; 1130 Uhr Christenlehre und Segen; 17 Uhr Armenseelenandacht. St. Anna. B. West. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. hl. Kommunion der männlichen Pfarrjugend und der Kinder der Marienschule. 8 Uhr hl. Messe hl. Messe mit Predigt; 10 Uhr Hochamt mit Predigt: 11 Uhr Taufe; 14,20 Uhr Christenlehre und Andacht mit Aussetzung und Segen. St. Liborius, B.=Grumme. 6,00 Uhr Gelegenhelt zur hl. Beichte; 7 Uhr hl. Messe mit Predigt; 8 Uhr Austeilung der bl. Kommunion; 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. bl, Kommunion der Jungmänner und der 2. und 3. Knabenklasse: 10 Uhr Hochamt mit Predigt und Aussetzung; 14,20 Uhr Christenlehre und Andacht: 15 Uhr Taufen. Liebfrauen, B.=Altenbochum. 6.30 Uhr Frühmesse mit Predigt und Austeilung der bl. Kommunion; 7,45 Uhr hl. Messe mit Predigt und gemeinschaftlicher bl. Kommunion der Jungmänner: 9 Uhr Hochamt mit Aussetzung des Allerheiligsten, Predigt, gem. hl. Kommunion der Knaben and Segen: 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt; 14,30 Uhr Christenlehre mit Segen; 15 Uhr Taufe. Liebfrauen, B.=Linden. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Jungmänner; 8,05 Uhr hl. Messe mit Ansprache für die Ainder und gem. hl. Kommunion der Kinder der oberen Klassen: 9 Uhr Hochamt mit Predigt: 10,20 Uhr hl. Messe mit Predigt; 14,30 Uhr Andacht: 15 Uhr Taufe. St. Engelbert, B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Komm. d. männl. Pfarrjugend und der Schulknaben. 10 Uhr Hochamt mit Pred. 14,20 Uhr Betstunde für die gefallenen Krieger. St. Michael. B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt: 10 Uhr Hochamt mit Predigt. St. Marien, B.=Stiepel. 7,35 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 15 Uhr Andacht für die Marienboten. 16 Uhr Andacht für die Gemeinde. Wochentags 7,35 Uhr bl. Messe. Mittwoch 10 Uhr Hochamt und von 13 bis 17 Uhr Aussetzung. 14 Uhr Andacht für die armen Seelen, dann Prozession. 16 Uhr Predigt. Fronleichnam. B.=Laer. 7 Uhr bl. Messe mit Predigt: 10 Uhr Hochamt mit Predigt: 14,30 Uhr Festandacht mit Predigt. 15 Uhr Taufen. St. Marien, B.=Langendreer. 6,30 Uhr hl. Messe; 7,45 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. hl Komm. der männlichen Pfarrjugend. 9 Uhr Kindermesse mit Predigt: 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt u. Aussetzung: 14,30 Uhr deutsche Vesper. 16,90 Uhr poln. Rosenkranzandacht. St. Bonifatius, B.=Langendreer. 6,30 Uhr hl. Messe; 8 Uhr hl. Messe mit Predigt; 9.15 Uhr Kindermesse mit Predigt. 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt: 14.20 Uhr Andacht Herz Jesu, B.=Werne. 6,45 Uhr 1. bl. Messe: 8.15 Uhr 2. hl. Messe mit Predigt: 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt: 14,30 Uhr Vesper. St. Elisabeth. B.=Gerthe. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt; 8,45 Uhr bl. Messe mit Predigtt 10 Uhr Hochamt mit Predigt: 14 30 Uhr Andacht. St. Joseph. B.=Hiltrop. 7.20 Uhr Frühmesse mit Predigt: 10 Uhr Hochamt mit Predigt: 11.20 Uhr Christenlehre. Hl. Geist. B.=Harden. 7,0 Uhr Frühmesse mit Predigt; 10 Uhr Hochamt mit Predigtt 14.30 Uhr Andacht. St. Josephshospital. Bochum. 6.90 Uhr hl. Messe mit Predigtz 8.90 Uhr Hochamt mit Predigt: 17 Uhr Andacht. St. Magdalenen, W.=Häntrop. 6.15 Uhr erste bl. Messe mit Austeilung der hl. Kommunion. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Epangelische Kirchengemeinden. Stadt Bochum. Christuskirche. 945 Uhr Schneider. Kindergottesdienst 11 19 Uhr, Matthien. 15 Uhr Tauffeier. Schmidt 2. Friebenskirche. 8 Uhr Vorbereitung und Abendmahlsfeiet. 9.0 Uhr Altenpohl, Essen. Kindergotteslenst 11 Uhr. Winnacker. 12.15 Uhr Tauf feier Winnacker Lutherkirche. 915 Uhr Matthien. Kindergottes dienst 11 Uhr. Schmidt 2. 12 Uhr Tauffeier Shmidt 2. Paulusfirche 9 Uhr Hardt. 9.30 Uhr Liz. 17 10 Uhr Hardt Johanneskirche. 11.15 Uhr Kindergottesdienst Henrlei. Altenbochum. 10 Uhr Hauptgottesdienst, Vikar Krunle. 11 Uhr Kindergottesdienst, Sup. Niederstein. Bochum=Engelsburg. 8 Uhr Frühgottesdienst, Kraemer. 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Gerthe. 9,30 Uhr Gottesdienst, Schaefer. 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Bochum=Hamme. Frühgottesdienst an der Maarbrücke 8 Uhr, Kracmer; Hauptgottesdienst in der Kirche 9.00 Uhr, Hübner. Frühgottesdienst in Wegescheid s Uhr. Bach: Kindergottesdienst in der Kirche 11,10 Uhr. Kracmer, im Gemeindehaus 11,16 Uhr, Bach; Taufstunde in der Kirche 12 Uhr. Kraemer, im Gemeindehaus 12 Uhr, Bach. Harven. 10 Uhr Gottesdienst, Vikar Deußen; anschl. Kindergottesdienst. Hiltrop. 9.30 Uhr Gottesdienst, Fortmann. 10,6 Uhr Kindergottesdienst. 11,45 Uhr Taufen. Hofstede=Riemke. 2 Uhr Mühge. 10 Uhr Mühge. 11,15 Uhr Kindergottesdienst, Mühge. 12 Uhr Taufstunde. Hordel. 10 Uhr Gottesdienst, Schaub. Herne. 11.18 Uhr Kindergottesdienst in der Kirch. Linden. 8 Uhr Weber. 11 Uhr Kindergottes dienst. 12 Uhr Taufen. Tahlhausen."W Uhr Fesgottesdienst Gne ralluperintendent D. Weirich, Münster. 11 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Taufen. Stlepel. 9.20 Uhr Gottesdienst im Lutberhaus, Hulemeyer. 11 Uhr Kindergottesdienst 10 Uhr Gettesdienst in der Kirche, Wagener 11.10 Uhr Kindergottesdienst. Buchholz. 10,00 Uhr Gottesdienst. Alt na; danach Kindergottesdienst. lemmingen. 9.45 Uhr Hauptgottesdienst Vitar Türger. 10,45 Uhr Kirchentaufen. 10 45 Uhr Kndergottesdlenst. Wiemellaufen Melanchtbon. 8.00 Uhr Niedermeier. 10 Uhr Bertelsmann. 11.30 Uhr Kindergottesdienst und Kirchentaufen. Petrikirche. 9,45 Uhr Gottesdienst. Vilar Schmidt. 11 Uhr Kindergottesdienst und Taufen. is unseren Verbreitungsgebiet Wattenscheid Frevelhafte Tat. In der Nacht wurden on der Straßenbeleuchtung der Ruhrstraße im Stadtteil Eppendorf 9 Glübbirnen, 4 Schungläset und zwei Armaturen durch Steinwurf vorsätzlich gerstört.— Ferner wurden aus dem Beleuchtungsarm in der Nähe des Hauses Ruhrstraße 25, mehrmals die Glübbirnen gestohlen. Wer kann zur Ermittlung der Täter Angaben machen? Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei, Rathausstraße 3. Wanno-Eickel 82 Bande hat die Stadtbücherei im Oktober on geschafft. Während dieser Zeit wurden an fast 3000 Leser über 5000 Bücher ausgegeben. Der Lesesaal wurde von 1624 Personen und der Studiensaal von 388 Lesern besucht. Durch den deutschen Leihverkehr konnten von auswärtigen Büchereien 74 Bände an 51 wissenschaftlich Arbeitende vermittelt werden. Diebstahl. Am späten Abend wurde ein vor einer Wirtschaft in der Schlachthofstraße stehendes Herrenfahrtad. Marke Opel. Nr. 38 888 oder 88.884 gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.— Von einem vor einem Geschäftshause der Hindenburgstraße stehenden Fahrrad wurde eine lederne Aktentasche gestohlen. In der Tasche befinden sich an einem Kettchen die Schlüssel zu einem Postschließ'ach. Wer kennt die Täter? herne Betrüger festgenommen. Festgenommen wurde am 11 ds. Mis. ein junger Bursche, der in leuter Zeit mehrere Geschälte aufsuchte, mit der Angabe. von einem hiesigen Rechtsanwalt oder Arat geschickt worden zu sein, um für diese Auswahllendungen zu holen. So hat er sich auf dieser salschen Vorspiegelung in einem Geschäft zwei Handtalchen. in einem anderen zwei Schreckschußpistolen und in einem weiteren vier Holsfüße für einen Schrank erschwindelt. Weitet hat er in Castrop Raurel eine Uhr gestohlen. Die Sachent hat er peräußert, dahierfür erhaltene Geld für Kinobesuche verausgabt. Gelsenkirchen Todlicher Verkehreunfall. Am Mittwochabend wurde auf der Dorstener Straße in Buer ein 8 Jahre alter Landwirt aus Buer beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Lastkraftwagen angefahren und schwer verletzt. Kurz nach der Einlieferung ins Krankenbaus erlag der Verunglückte seinen Verletzungen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Gelsenkirchens Ratsberren besichtigten. Die Gelsenkirchener Ratsherren wohnten am Donn retag vormittag auf Einladung des Oberbürgereisters Böhmer zwei Fischzügen bei, und zwar mn Berger See im Stadtwald Buer, wobel sie sich von der großen Leistungsfähigkeit der Gelsenkirchener Teichwirtschaft überzeugen konnten. Zwischendurch besuchten die Ratsherren die Zubringerstraßenbauten an der Gelsenkirchener Reichsautobahn. Nachmittags fand eine Ratsherrensitzung statt. in der der Oberbürgermeister eine kurze informatorische Erklärung zu dam von der Stadt Gelsenkirchen erfolgreich gegen das RWE geführten Prozeß abgab. Eröffnung des„Defaka“-Kaufhauses in Essen Der großstädtische Ausbau des nördlichen Bahnhofs=Vorplatzes ist um ein gutes Stück vorwärts gekommen. Der Neubau des Königshofes trägt außerordentlich hierzu bei, denn er ist in jeder Beziebung ein Meisterwerk der Architektur. Glücklicher konnte die Repräsentationsecke der Stadt, wie es tatsächlich der Bahnhofsvorplatz ist, nicht ergänzt werden. Das sich nun mehr dem Auge bletende Gesamtbild zeiat mit überzeugender Klarheit die vorteilhafte Wandlung, die das städtebauliche Bild an dem wichtigsten Verkehrsnunkte unserer Stadt durch den Neubau erfahren hat. Das Erdgeschoß nebst den drei ersten Stockwerken werden vom Deutschen Familien=Kaufhaus„Defaka“ bezogen, während die verbleibenden oberen Räume Bürozwecken hienstbar gemacht werden. Die„Defaka“ hat beim Ausbau ihrer Geschäftsräume sich alle bisverigen Erfahrungen nutzbat gemacht, und es sind in dem neuen Hause alle Einrichtungen vorhanden, die den teibungslosen Geschäftsbetrieb, die schnelle Bedienung und Absettigung der Kundschaft garantieren. Den größten Wert hat man auf gute praktische Raumaufteilung in den Verkaufetagen und Büros gelegt. Beleuchtungskörver nach den neuesten Forschungen geformt, geben allen Räumen ein wohltnendes, beinahe schattenloses Licht. Auch beim Ausbau der 14 großen Schaufenstet, die das ganze Erdgeschoß umrahmen, hat man sich von modernsten Richtlinien leiten lassen. Die Neon=Beleuchtung der Außenfront gibt dem gansen Bau und bamit dem Bahnhofsvorplon ein besonderes, neugroßstädtisches Gepräge. Aber auch auf die soztale Fürsorge der Ge'olgschaft bat die„Defaka“ größte Sorg'alt verwandt. Helle. luftige Näume, gemütlich ausgestottet, dienen zum Aufenthalt in der Freizeit und zur Einnahme der Mahlzeiten. Die modern eingerichtete, elektrische Küche vereinigt alle Errungenschaften der neuesten Zeit in sich. Für die wärme Jahreszeit stehen zwei Dachterrassen zur Verfügung. die blumengeschmückt zum Ausruhen und Sonnen in bequemen Liegestühlen einladen. Im Kellergeschoß stehen in zwei großen Räumen eine ganze Reibe von Brausen und Wannenbädern kostenlos zur Verfügung, die gewiß ihre Anzlehungskroft ansülben werden. Zur Ueberwachung des Gesundheitszustandes der Gesamtgekolgschaft ist ein betvorragend ausgestattetes ämtliches Untersuchungszimmer geschaffen worden. in dem ein Arst laufend kostenlos gesundbeitliche Be ratung vornimmt: eine ärztliche Bebandlung findes allerdings nicht statt Preissenkung für Persil Ab 15. November kostet Persil: Doppelpaket 56 R.-Pfg. Normalpaket 30 R.-Pfg. Ein doppelter Vorteil: noch günstiger im Preis, noch besser in der Wirkung! 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Str. 40 Werbetett: Osber-Hoftmann-Strabe 48 Konrad Dregger Feldeleperstade n0, Ro 670 n Lieterung ganrer Beetattun Josef Vollmer Molthemern 3e Ra Beu. u. Môbelechre nere ........... 36 Mimonen Zenkner Karkoffeln in Wesifalen geerntel Starke Kartoffeleinsäuerung und ausreichend Speisekartofseln. NSG. Der diesjährige Herbst hat uns eine verdurchschnittliche Kartoffelernte beschert Dieseleiche Segen wird außer zur menschlichen Ernährung auch für die Futterversorgung unsere Viehbestände in starkem Maße Verwendung finden Erfreulicherweise haben unsere Bauern und Land wirte die Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit des Dämpfens und Einsäuerns der Futtertartoffeln im Herbst rasch erkannt. Durch dieses Verfahren werden bekanntlich die bei der bisher üblichen Lagerung der Kartoifeln ganz erheblichen Nähr stoffverluste vermieden. Daneben bietet die Kartoffeleinsäuerung noch andere Vorteise. Die An zahl der erbauten Kartoffeleinsäuerungsbehälter und die Zahl der Dämpfkolonnen hat daher in einem äußerst starken Maße zugenommen. Schon werden aber aus nichtsachverständigen Kreisen Stimmen laut, die befürchten, daß durch die Kartoffeleinsänerung in einiger Zeit keine Speisekartoffeln mehr zur Verfügung ständen. Die Unhaltbarkeit solcher Aeußerungen ist durch ein kleines Rechenerempel sofort klargestellt Nach der amtlichen Erntevorschätzung beläuft sich die Ernte an Spätkartoffeln in Westfalen und Lippe auf rund 36 Millionen Zentner Kartoffeln Im ganzen Reich beträgt sie 5°5 M onen To dem letzten Stande(1, 10 1937) sind im erst genannten Bezirk an KartokfeleinsäuerungsgrnAuch am kommenden Eintopfsonntag sind wir uns alle einig, ein jeder gibt sein Opfer und ist nicht kleinlich ben, die fast ausschließlich mit Reichsbeihisfe erbaut und deren Inhalt daher bekannt ist, rund 60000 Kubikmeter vorhanden. Da zum Füllen eines Kubikmeter Einsäuerungsraumes 20 Zentner Frischkartoffeln erforderlich sind, würde also der zurzeit vorhandene gesamte Kartoffeleinsauerungsraum nur 1 Million Zentner Kartoffeln können, das ist der 36. Teil der insgesamt für Westfalen und Lippe geschätzten Kartoffelernte. Bedenkt man außerdem, daß aus den Hauptkartoffesankaugebieten, in denen die Verhältnisse hinsichtlich der Einsäuerung ähnlich liegen, noch große Speisekartoffelmengen alljährlich nach dem Westen zum Versand kommen, so ist ohne weiteres klar. daß trotz der verstärkten Kartoffeleinsäuernug genugend Speisekartoffelmengen übrig bleiben, um auch weit verstärkten Ansprüchen noch genügen zu können. Das erste beutsche Ehrenmal des Weltkrieges in Italien fertiggestellt. Der Volksbund Deutsche A egsgräberfürsorge hat kürzlich den Ausbau der einen deutschen Ehrenstätte des Weltkrieges in Italien, Feltre, vollendet. Diese Kriegsgräberstätte wurde von unseren Truppen in den Wintermonaten 1917=18 im Kampfgebiet an der Piave angelegt und nun vom Volksbund ausgebaut. Das Gräberfeld wurde mit einer starken Mauer eingefaßt und mit Sedum spertabile(Fetthenne) bepflanzt, als Grabzeichen wurden wuchtige Steintreuze aus dunkelrotem Pborphyr aufgestellt. Die Gedenkhalle, die zugleich als Torbau dient, zeigt starkes Mauerwerk aus italienischem Kalkstein, die schenen, bronzebeschlagenen Türen sind in Deutschland hergestellt und zeugen von bester deutscher Handwerkskunst. Im schlichten Ehrenraum der Gedenkhalle verleiht ein Freskogemä de dem Liede „Ich hatt' einen Kameraden" sichtbaren Ausdruck. Stolze Bescheidenheit ist das Kennzeichen der ganzen Anlage, die vom Kämpfen und Sterben deutscher Soldaten und von der Dankbarkeit ihres Volkes kündet. Das Novemberheft der Kriegsgräberfürsorge" bringt einen ausführlichen Bericht über den Bau mit 14 Abbildungen. Ab 1. Jannar 1938 srühere Auszahlung der Renten bei der Ruhrknappschaft Die Reichstetriebsgemeinschaft Bergbau teilt mit: Um dem seit Jahren geäußerten berechtigten Wunsche ihrer Invalidengefolgschaftsmitglieder Rechnung zu tragen, hat die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau in vernändnisvoller Mitarbeit seitens der Ruhrknappschaft darauf hingewirkt und nunmehr auch erreicht, daß ab 1. Januar 1938 auch den Rentenempfängern dieses Versicherungsträgers die Knappschaftsbezüge früher gezahlt werden. Während sich bisher nämlich die Rentenzahltermine über die ersten sieben bis acht Tage des Monats erstreckten, sollen von Beginn des nächsten Jahres an die letzten Zah ungen spätestens am 3. des Monats beendet sein. Falls in diesen drei ersten Tagen des Monats ein Sonnoder Feiertag fällt, wird mit der Auszahlung der Renten bereits am letzten Tage des vorhergehendn Monats begonnen. Damit ist auch für die vielen tausem Invaliden, Witwen und Waisen der Ruhrknappschaft, der größte Bezirk der Knappschaft im Reich, eine Regelung getroffen, die von allen Beteiligten um so freudiger begrüßt werden wird, as damit die Auffassung der RBG Bergbau auch sichtbar zum Ausdruck kommt daß die Rentenempfänger der Ruhrknappschaft in bezug auf die Auszahlung ihrer Leistungen hinter den Arbeitskameraden der anderen Bezirksknappschaften und Versicherungseinrichtungen nicht zurückzustehen brauchen. Um die große Zahl der Rentenzahltermine in der nunmehr bedeutend kürzeren Zeit wahrnehmen zu können, werden die Nenten ab 1. Januar 1938 auch vormittags ausgezahlt Aus diesem Geunde können an den Rentenzahltagen keine anderen Zahlungen(Krankengeldzahlungen usw.) bei den Zahlstellen stattfinden. Tringende Fälle, wie Zahlung von Sterbegeld usw. werden jedoch auch an diesen Tagen erledigt. Für die Krankengeld=Empfänger ist jedoch insofern Vorsorge getroffen, als diejenigen, die ihr Krankengeld am ersten Rentenzahltag erhalten sollten, ihr Geld schon am vorhergehenden Tage erhalten. Den für den zweiten Rentenzahltermin in Frage kommenden Krankengeldempfängern wird die Abhebung vor oder nach dem Zahltermin freigestellt. Die für den dritten Rentenzahltag in Frage kommenden krankfeiernden Mitglieder erhalten das Krankengeld am Tage nach dem Rentenzahltermin. Der sicherlich kleine Teil der Krankengeldempfänger, der durch diese Regelung„benachteiligt“ sein sollte, wird dies gern auf sich nehmen, wenn er sieht, daß damit seinen invaliden Kameraden und deren Angehörigen die Möglichkeit geschaffen wird, ihnen die Renten früher und mit allen anderen Rentenempfängern im Reich gleichzeitig zu zahlen. Auf der anderen Seite gibt diese Regelung den Zahlstellen wiederum die Möglichkeit, die Kassenstunden auszudehnen, so daß sich der gesamte Krankengeldverkehr nicht mehr auf die Stunde bis nur 10 Uhr vormittags zusammendrängt, was den krankfeiernden Mitgliedern und ihren Angebörigen sicherlich ebenfalls angenehm sein wird. Wir bitten deshalb nunmehr die Rentenempfänger der Ruhrknappschaft, die Mitte oder Ende Dezember d. J. in der Presse erscheinende Bekanntmachung der Rentenzahltermine der Knappschaft ab 1. Januar 198“ zu beachten und aufzuheben. Unser Beramann Ein Deutscher Abend der Kaufmännischen Schulen der Industrie= und Handelskammer zu Bochum. Die Kaufmännischen Schulen verbinden in ihren Deutschen Abenden, die in jedem Jahre die Winterarbeit einleiten, in glücklicher Form das Angenehme mit dem Rützlichen. Denn sie sind nicht nur Abend, ausschließlich der Unterhaltung und der festlichen Freude gewidmet, sie verfolgen darüber hinaus auch einen durchaus sachlichen, man möchte fast lagen, lehrhaften Zweck, indem sie große deutsche Probleme in einem grundlegenden Vortrag erläutern und in Lied, Gedicht und Tanz zur weiteren klärenden Darstellung bringen. So wurden in den Vorjahren bereits die Fragen des Volkstums in aller Welt und das Werden und Wachsen des deutschen Ostraumes behandelt. In diesem Jahre nun war ein heimatkundliches Thema gewählt. Dem deutschen Bergmann galt diese Heimatstunde. Kaum ein anderer Beruf ist ja so kennzeichnend für unser Gebiet und auch für unsere Stadt, so wichtig aber auch für die heimische Wirtschaft, daß man ihn mit gutem Recht an die Spitze der Reihe von Heimatstunden stellte, die in den nächsten Jahren dis Gesicht dieser Deutschen Abende bestimmen werden. Alle Stände umschlingt zwar das adelnde Band der Arbeit, desjenigen aber, der in vorderster Front an schwierigster Stelle kämpft, sollte zuerst gedacht werden. So ließ Direktor Luche das Werden und die Verwurzelung der Bergmannsfamilien im Ruhrland lebendig werden. Wie aus kleinsten Anfängen eine lebenswichtige Großindustrie entstand, beleuchtete er mit Zahlen aus der Geschichte des Heimatgebietes. Arbeitslust und=leid im Bergmannsleben spiegelten Sprechchöre und Einzelvorträge von Schülern der Anstalt wider. Alte Bergmannslieder, vom Schilchor gelungen, umrahmten dabei sinnvoll das gesprochene Wort. Gleichnishaft führte ein Grubenlichtertanz in die Welt unter Tage, in die oft auch der Tod schmerwoll eingreift. Aber das Leben überwindet den Schmerz. Helle, sieghafte Fanfarenklänge der HJ. künden den Uebergang zum Heiteren an Lebensfreude bis zu spitzbübiger Schelmerei brachte der zweite Teil, der umso lebensechter wirkte, als er dabei nicht auf die Sprache des Kumpels, das Platt, verzichtete. Das gemeinkame Lied„Glüchauf, der Steiger kommt“ faßte gelöbnisartig zulammen, was der Sinn der wechselvollen Darbietungen war: Uns alle bindet die Liebe zur Heimat und zu allen ihren Menschen. Daß zum Schluß des Abends auch— wie oben schon vermerkt— das Angenehme mit Tanz und allerlei Kurzweil zur Geltung kam, versteht sich— bei so vielen netten Mädchen— von selbst. Meldung zum Berufsschulbesuch. Alle volksschulentlassenen Mädchen, die vom Landaufenthalt, Landjahr usw. zurückkommen, in Bochum=Altstadt, Bochum=Hamme, Bochum=Grumme, Bochum=Altenbochum und Bochum=Wiemelhausen wohnen oder dort beschäftigt sind, haben sich ohne besondere Aufforderung im Schulgebäude, Wittener Straße 23, zum Berufsschulbesuch zu melden. Unsere Parole für den 14. November: Deutscher Wille, deutsche Pflicht, deutsches Opfer: Eintopfgericht! Der Römerdramen=Zyklus ausverkauft. Vor einigen Tagen brachten wir eine Meldung, daß im Stadttheater Bochum der Zyklus der Römerdramen vom 20. bis 22. November wiederholt werden würde. Nun teilt uns das Stadttheater mit, daß die Kartenbestellungen so zahlreich eingegangen sind, daß die Aufführungen„Coriolan",„Julius Caesar" und „Antonius und Cleopatra“ bereits ausverkauft sind. Für„Titus Andronicus“ sind noch Karten zu haben. Des Kindesmordes bezichtigt + Das Schwurgericht Bochum mußte sich am letzten Tage der gegenwärtigen Verhandlungsperiode mit dem schweren Fall eines Kindesmordes beschäftigen. Auf der Anklagebank hatte ein junges 22jähiges Mädchen Emmi Sch. von hier, aus der Unterluchungshaft vorgeführt, Platz genommen, die beschuldigt wurde, ihr lebend geborenes Kind, einen Knaben, alsbald nach der Geburt durch Erwürgen getötet zu haben. Die Verhandlung, der mehrere ärztliche Sachverständige beiwohnten, rollte sich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ab. Das Madchen befand sich längere Zeit in Holland in Stellung und kmüpfte dort em Verhältnis mit einem jungen Manne an. Als das Verhältnis nicht ohne Folgen blieb und das Mädchen schwanger wurde, zog sich der Liebhaber, dem das Mädchen überstarkes Vertrauen entgegengebracht, zurück und überließ es einer verzweifelten Stimmung. Das Mädchen hehrte zu leinen Eltern zurück. Es brachte es nicht über sich, sich wenigstens der Mutter anzuvertrauen. Wie es in der Gerichts= verhandlung glaubhaft erklärte, hat es die Scham zurückgehalten. Es erklärte vor Gericht, daß Tötungsabsicht ihr fern gelegen habe. Man konnte bemerken, daß die Angeklagte schwer litt angesichts der Lage, in der sie sich befand. Der Staatsanwalt beantragte gegen sie eine Strafe von drei Jahren Zuchthaus. Auf Ersuchen der Verteidigung glaubte das Schwurgericht, der Angeklagten in Berücksichtigung ihres Vorlebens und der verzweifelten Lage, in die sie ob des verwerflichen Verhaltens des betreffenden Mannes gelangte, nicht die mildernden Umstände versagen zu sollen. Das Urteil lautete wegen Kindesmordes auf drei Jahre Gefängnis entbehrungen für die der Gemeinschaft ju tragen, doe Kammerkonzert Für die Mitwirkung an dem zweiten Städt. Kammermusikabend war Prof. Herbert Pollack gewonnen, der von einem städtischen Sinfoniekonzert bereits bekannt geworden ist. Als seiner Kammermusikspieler erwies er sich in dem Trio Nr. 1 in g=dur von Joseph Haydn, das zu dem eisernen Bestande der Liebhabervereinigungen gehört, doch selten im Konzertsaal zu hören ist. Das liebenswürdige Werk, dem man in seinen Gesangsthemen die Gemütswärme des Urmusikanten anmerkt, erfuhr eine vornehme Wiedergabe, in der sich Erwin Häusler, Karl Fränkle und Herbert Pollack zu einem innigen Vortrag des ersten Satzes mit duftigem Figurenwerk, einem tonschönen Adagio mit zartem Piano=Schluß und einem prickelnden Finale mit silbernen Klavierfiguren, leichtem Stakkato der Geige und kräftigen Akzenten im Cello, das in der Haydnzeit noch zu sehr an den Klavierbaß gebunden ist, in tadellosem Rhythmus zusammenfanden. In Robert Schumanns Streich=Quartett in A=Dur op. 41 zeigt sich bereits eine Abnahme der gestaltenden gedanklichen Arbeit, ohne die ein Cuartettsatz von Beethoven oder Brahms nicht zu denken ist. Die Klarheit und die organische Themenentwickelung, wie sie Schumann im Kladier=Quintett in Es=Dur meistert, ist in diesem liebmäßig angelegten Werk nicht vorhanden. Und doch gibt der in seinem Schaffen so vielen seelischen Schwankungen unterworfene Tondichter Besenhaftes seines romantischen Empfindens. Der erste Akkord ist ein Sehnsuchtsklang, der in der langsamen Einleitung den zarten Romanzenton vorbereitet, welcher im Allegro zu freiem Flug der Phantasie, die sich ganz dem Gefühl überlaßt, gelangt und in den häufigen Modulationen immer wieder auf die Schicksalsfrage der Einleitung zurückkehrt. Der zweite Satz zeigt eine noch losere Aneinanderreihung liedartiger Sätze: so vort man ein schmerzliches Siziliano und eine Anmorvolle Episode mit kecken Oktavensprüngen. eim gehaltvollsten ist das Adagio, in dessen empundungstiefem Gesang Beethovennähe erreicht wird. Der schmerzliche Zug der weitatmigen Melodie der ersten Geige ist Schumanns versönlichste Sprache. Im Schlußsatz, der an den Finalen seiner zyklischen Klavierwerke erinnert, schlägt er den frischen Davidsbündlerton an. der in seiner voltsliederhaften Melodik einen Grundzug der teohaften Satze zeigt. Dieses, den Auflösungsprozeß der klassischen Form bergende Werk gewann durch die klangschöne und gefühlstiefe Ausdeutung durch das Häusler=Quartett. Der von Erwin Häusler, Alfred Oligmüller, Fritz Geistfeld und Karl grankle in seiner motivischen Anlage fein belichtete erste Satz, der Stimmungswechsel im zweiten, die Kantilenenschönheit im Adagio, in dem eine sehr feine romantische Dynamik offenbar wurde, und das mit draufgängerischem Schwung gespielte Finale vollzogen sich in einer den subjektiven Gehalt des Werkes erschöpfenden edlen klanglichen Form. Die vier Künstler wurden mit reichem Beifall ausgezeichnet. Das wahrscheinlich schon 1861 in Detmold skizzierte und 1874 umgearbeitete A=Dur=Quartett, das neben dem Schwesternwerk in g=moll Johannes Brahms in lyrische Gefilde zieht, wo er seinen Melodienreichtum, vom Naturerleben geweckt, in den edelgewölbten Kantilenen ausbreitet, zeigt die klanglich ausgewogene Verschmelzung des Klaviers mit den drei Streichinstrumenten auf der Höbe der Meisterschaft kammermusikalischer Gestaltung. In der Entwicklung des ersten Satzes ist die Vereinigung reicher schematischer und motivischer Ausspinnung mit der Gefühlswärme des melodischen Ausschwingens in idealer Weise erreicht. Das Adagio gehört zu den schönsten der gesamten Literatur. Man denkt an einen Nuchen im mondlichtbeschienenen Alpensee, ferne geheimnisvolle Klänge durch die Nacht(die Harfenklänge des Klaviers), eine wundervolle aufsteigende Melodie(E=Dur=Satz) mit den sich aufschwingenden Streichertriolen, einer schmerzlichen Erinnerung, dann wieder die in die hobe Lage steigende Melodie der Geige und des Cello, ein erregter femollSatz und erneutes Hinüberleiten in die liebliche Barkarolenstimmung. Ueber dieses wundervolle Natur= und Seelengemälde hinaus können die beiden Schlußsätze keine Steigerung mehr bringen. Das Scherzo mit seiner geistvoll ausgesponnenen tänzerischen Weise, dem polternden demoll=Trio und das burschikos anhebende Finale mit dem lieblichen zweiten Thema sind„aufgeknöpfter“ Brahms, der knorrigen Humor mit schwärmerischer Lyrik in den zwei Themen seiner Sätze gegenüberstellt.— Dem satztechnisch feingearbeiteten Werk waren Erwin Hänsler, Fritz Geistfeld, Karl Fränkie und Herbert Pollack ausgezeichnete Interpreten. Die durchbrochene Arbeit des ersten Allegro mit dem reichen rhythmischen Gefüge wurde in durchsichtiger Form geboten, dem tonlich klaren Streichersatz schmiegte sich Pollacks vergeistigtes Klavierpart an. Das Adagio wurde zum Erlebnis gebracht: wie zart die Achtelbewegung der Streicher über der edelgeformten Klaviermelodie. Das duftig und kraftvoll musizierte Scherzo mit intimen Pianissimo=Stellen, das feurig gespielte Finale mit dem lieblich aublühenden zweiten Thema, der prägnanten Ausführung der schwebenden Rhythmik, den scharfen ungarischen Akzenten waren das Ergebnis werktreuer und innerlich mitschwingender Wiedergabe. Begeisterter Beifall dankte den Künstlern. Dr. Bernhard Zeller. Am 17. November: „Antonius und Kleopatra" Am Mittwoch, dem 17, November, 19,30 Uhr, findet für den Kulturring 1 die 2. Pflichtvorstellung, für den Kulturring 2 die 1. Pflichtvorstellung mit dem Schauspiel„Antonius und Kleopatra“ von Shakespeare, Spielleitung Dr. Saladin Schmitt, statt. Die Kartenausgabe hat bereits begonnen. Wir weisen noch einmal darauf hin, daß sämtliche Mitteilungen der Kulturgemeinde stets unter „Kraft durch Freude“ veröffenlicht werden. Unser Signum„Die NS.=Kulturgemeinde“ erscheint nicht mehr. Wir bitten unsere Mitglieder, die für sie bestimmten Mitteilungen nur noch an dieser Stelle nachzusehen. Zu Gerhart Hauptmanns Ehren brachte das Stadttheater Bochum in diesem Jahre „Und Pippa tanzt", das Anfang dieses Jahrhunderts entstand, beraus. Das Stadttheater Bochum führt so konsequent seine Pflege selten gespielter Werke Gerbart Hauptmanns weiter. nachdem in der vorigen Spielzeit die„Winterkallade“ zur Aufführung gelangen konnte. Da in diesen Tagen Gerhart Hauptmann seinen 75. Geburtstag feiern kann, ist die heutige Aufführung von„Und Pippa tanzt“ die Ehrung Bochums für diesen Altmeister der zeitgenössischen Dramatik. Die Spielleitung liegt in Händen von Viktor Ablers. Die Titelrolle spielt Gisela Ublen. In weiteren Hauptrollen: Horst Caspar, Ernst nagel, Gerhard Meinecke, Willi Schröder. Musikalische Leitung: Emil Peeters. Die Aufführung ist für den Braunen Rina angesetzt. Sonntag: Zwei geschlossene Aufführungen für die Hitler=Jugend„Julius Cäsar". Beginn 11 und 19 Uhr. Montag zum letzten Male die Neuinszenierung der Kölner Oper„Der Waffenschmied". Musikalische Leitung: Erich Riede. Spielleitung: HanSchmid.(Blauer Ring.) haupkkonzert der Gesangvereinigung der Eisen= und Hüttenwerke E. V. Schon seit Wochen nar der Männerchor der Ge= anqvereinigung der Eisen= und Hüttenwerhe E. V. eifrig bei der Einstudierung des Liedgutes für das am Sonntag, dem 14. November, 17 Uhr, im Schützenhofe stattfindende Hauptkonzert. Unter der Leitung von Ehrenchormeister Willy Kölling werden Werke von Toepler, Stürmer, Trunk, Wichenhauser, Geilsdorf. Pfitzner, Unger und Lang, sowie im 2. Teil Franz Philipps Volkshantate für Männerchor und Kinderstimmen„Heiliges Vaterland“ zum Vortrag gelangen. Als Solistin wirkt die Sopranistin Friedel Nenmann mit, die von Carlom Krause am Flügel begleitet wird. Heinrich Tache übernimmt die Begleitung des Chores mit der Orgel. Wir sind überzeugt, daß das Konzert am morgi= gen Sonntag ein volles Haus haben wird. Drei hausmusikabende Zum Tage der Deutschen Hausmusik werden von der Fachschaft III(Musikersehe:) der Reichsmusikkammer, Ortomusiherschaft Bochum, drei Hausmusikabende in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt, betitelt Deutsche Klassiher, Hauskonzert, Romantiher und Volksmusik. Der erste Abend findet statt am Montag, dem 15. November, 20 Uhr, in der Anla des Städt. Lyzeume II. Waldring; der zweite Abend am Donnero= tag, dem 18. November, 20 Uhr. in der Aula der Goethe=Oberrealschile; der dritte Abend am Montag. dem 22. Rovember, 20 Uhr, in der Aula des Siadt. Lyzeums I an der Arndtstraße Morgen Sonntag, Kongert dey Städt Orchesterg Bochum. Morgen, Sonntag, 14. November, 16 Uhr beginnend, findet in den Sälen des städtischen Parshauses ein Konzert des Städtischen Orchesters unter Leitung von Konzertmeister Rudolf Loos stæct.— Ein Eintrüttsgeld wird niche Statt Karten hre Vermählung geben bekannt: Hubert Rennecke Ihea Rennecke geb. Brende 14. November 1937 Dort.-Lötgendortmund B.-Werne Limbecker Str 17 A d. Scheffeln 11 KostümRöcke gros. Ausw. Viefhaus Die Zeuung lap Dich über die Enge des Tages hinausschauen! Das 30tägige Seelenamt für den verstorbenen Direktor Wilhelm Windhaus Ist am Montag. dem 15. November, 8.30 Uhr, In der Propstelkirche zu Bochum. Es wird freundlichst dazu eingeladen. Montag, den 15. November, findet um 8.30 Uhr In der Pfarrkirche zu Bochum-Rlemke das Jahres-Seelenamt für den Bauunternehmer Aug. Hackert statt, wozu herzlichst eingeladen wird. Geschäftsübernahme! Am I. November 1937 ist die seit mehr denn 100 Jahren betriebene Rind- und Schweinemetzgerei n Bochum. Kortumstraße 125 (tröher Leo Möler) in meinen Besitz übergegangen Alle Fleisch- und Wurstwaren werden in bekannter Wertgôte verbôrgt geführt und der bes ens besannte und anerkannte Kunderdienst in bisheriger Weise fortgeführt und weer ausgebaut. B 7 Bernhard Kollenberg Ruf 67175 Flelschermeister Arisches Unternehmen Mnmnn damilienl 2achrichten inden im Anselgentell unserer Oeltung. dem behannien Nesmate u. Jamilienblat im mitleren Ruhrgebiet. die gewünschie Beachtung. Mmmmnn Ih. Schirme, Stöcke. Pfeifen Tabakwaren Boch Th. Spiccermann Bochum,Bongardstraße90 (Marktplatz gegenôber) Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme belm Tode unseres lieben Vaters. Schwiegervaters und Großvaters sagen wir allen herzllchen Dank. Familie Jansen Familie Lütke. Bochum, Im November 1937. Zum 30tägigen Seelenamt am Montag, dem 15. November 1937, morgens 7.40 Uhr, In der St. Franziskuskirche zu BochumRlemke wird freundlichst eingeladen. Für die herzliche Tellnahme bel dem Hinscheiden unseres lieben Verstorbenen Hermann Krainhorst sagen wir allen herzlichen Dank. Weindorf-Krainhorst Das 30 tägige Seelenamt Ist am Montag, dem 15. November 1937, morgens 7.45 Uhr, in der Liborlus-Ptarrkirche zu Bochum-Grumme, wozu freund lichst eingeladen wird. Fördere dein Heimatblatt! Koffer Taschen Mappen owie Reparatuter und Ersatztene Pau Köhermann 20rm Leberfarder Bochum. Kortamstrag. 43 rue Konntaye Lederidensold Soden aitig se sochum, Rocnstrabe 4 Dielenmöbel Lehnsessel Faulenzer Geschenke». Dauerwert Ankezahlte Waren werden bis Weihnachten au bewahrt H. Möllmann, Ko bmöbel- Spielwaren- Kinleiwagen Lindackers ag reinigt und färbt2 IAre darderet. Ul. N.u1 den und Annahman Obora!!! Gold und Silber kauft LAUIID WWVIG MIAUUIIEIR Bochum. Marlenstraße 14. Gen. Berlin 35697 A KOMIN Vertretung der Anthrazit.. Kohlenzeäre„Langenbranm" Offenlegung eines Blance Der Plan für das für die Verlegung und den Betrieb eines Hochspannungs. erdkabels von 8X35 amm 10 RB und eines 15paarigen Fernsprechkabels dor Hauptpumpwerk in Bochum=Sundern zur Zeche St. Mathlas II und gur Hochspannungsstation Brockhauser Sir in Bochum=Stiepel zu enteignende, in der Gemeinde Bochum belegene Grund. eigentum liegt nebst Anlagen in der Zeit vom 13. bis zum 20 Nov. 1937 in Bochum, Spichernstrahe 19 11. zu jedermanns Einsicht aus. Während dieser Zeit kann jeder Beteiligte im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben. Auch der Vorstand des Gemeinde= oder Gutsbezirks hat das Recht, Einwendungen zu erheben die sich auf die Richtung des Unternehmens oder auf Anlagen an Wegen, Ueberfahrten, Triften, EinFriedigungen, Bewäfferungs= und Vorflutsanlagen beziehen. Solche Einwendungen Aind bei dem Oberbürgermeister in Bochum chriftlich einzureichen oder mündlich au Protokoll zu erklären Termin zur Plankeststellung und aur Verbandlung über die vorläufige Betzeinweisung wird auf Montag. 2 November 1937 um 16 Uhr. in Galtwirtschaft Hokstiepel in Bocht Brockhauser Strabe 289. anberaumt, dem die Beteiligten diermit gela werden. Arnsberg, den 11. November 1937 Der Regierungspräsident. Wer Maßkleidung trägt, ist gut gekleidet Brauchst du'nen Anzug dann und wann, So schaffe dir was Gutes an, Geh nur zum Schneidermeister hin, Der fertigt ihn nach deinem Sinn LAschoff Wiemelhauser Straße 14 Folne Herren- und Damen-Moden Otto Aumann Anfertigung feiner Herres-Maßkleldung Kronenstraße 67 Rof 63466 Tschlager la deutsch. a. cagl. Stottes Bernhard Büse Sehneldermelste Feine Meß-Schneldere Wlener Streße 33 A. 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Die häufigsten Erhältungereste kennen mir unter dem Bogriff des chronischen Katarrhs und des chronischen Rheumatismus. Die Erhältungsreste verhinden sich mit einer mangelhiften Tatigkeit der rirankten Almungemege, Musheln, Gelenke und Nerpen. Die Schädigungen und Verkümmerungen sind um lo großer, je häufiges die Erhältungsreste zum almten Anfflachern des Uebel. Jhren. Da die Funktionoverminderungen sich ganz allmählich einstellen, merde lie regelmäßig zu spät bemerkl. Behandlungsmaßnahmen zur Beseitigung von ehaltungsresten zerfallen in zwei Gruppen, in die der mittelbaren und in die der unmittelbaren Maßnahmen. Mittelbare Maßnahmen bezwechen eine vermehrte Selbltheilungstätigkeit des Körpers. Unmittelbare Behandlungsmoßnahmen haben eine Vernichtung der Krankheitsprodukte zum Ziel. Mittelhare Behandlungsmaßnahmen sind in ihrer Wirkamkeit besonders stark, eignen sich aber nur für solche Kianbe, deren Körper an sich widerstandsfähig ist. Zur mittelbaren Beleitigung non Erbältungsresten dient vor allem die Abhürtung. Häufig kann man beobachten, daß chronischer Rheumatismus oder chronischer Kntarrh sich merklich bessert, wenn der Krante auf einmal an seine Atmung und den Blutbreislauf vermehrte Anforderungen stellt. Durch Mangel an Bewegung werden die Körpergewebe träge und widerstandslos, vermehrte Bewegung hebt ihre Widerstandskraft. Damit ist die Heilkraft der Leibesstbungen des Schwimmens, Laufens, Turnens owie der Schwitzkuren und gymnastischen Uebungen zu erklären. Schwächere Menschen dürften sich nicht ungestraft solchen Anstrengungen unterziehen. Für lie kommen weniger angreifende Maßnahmen in Frage. Bel ganz Schwachen bleibt uns nichts weiter übrig, als Erholung und Schonung zu emofehlen. Die Wärme und Kreislauf aniegenden Mittel aur Belettigung von Erkältungsresten brauchen nicht umer die gesamte Körperoberfläche zu treffen. Die Walchungen wacht man vorteilhakt vor der Nochthe. Nach dem Waschen muß die Haut trocken geben werden, bis sie sich rötet und warm anfühlt. Bleibt diese Wärmenktion aus.'o richten die halten Walchmgen nur Schaden an. Nach der Waschung " der Kranhe alsbald das Bett aufsuchen. Der Nutzen der Walchung äußert lich schon nach wenigen Tagen dadurch, daß der Krande ruhiger schläft, cerdem wird die Kälteempfindlichkeit geringer. Sunben, denen einsache halte Waschungen nicht tekammen, leiften vielleicht burze halte Gusse über die branken Ceile wirklame Dienste. Vorausletzung für eine gute Wirkung iit lede Vermeidung von Witmeentzielumg. Kalte Duschen entziehen gewöhnlich mehr Wirme, als der beanke Körperteil zu ersetzen vermag. Sie sind deshalb nur für vollblütige Menschen geeignet. Werden halte Hautreize nicht vertragen, so kemmt die schonende Anwendung von Wärme in Betracht. Sehr wesentlich ist ausgiebiges Ruhen nach warmen Bädern. Warme Bäderkuren sind aber stets mit Vorsicht durchzuführen. Je lünger die Haut von warmem Wasser durchflutet wird, desto höher ist ihre Empfindlichkeit. In manchen Föllen soll das warme Bad durch eine kurze Abschrechung der Haut mit haltem Wasser abgeschlossen werden. In jedem Fall soll im Anschluß an ein warmes Bad eine lange Bettruhe folgen. Als Nachkur für die Warmmasserbehandlung ist eine Stäckungskur für die Haut durch Höhenklima oder Landluft ratsam. Außer Warmmasser= und Dampfbädern gibt es noch heiße Sandbäder, heiße Luftbäder sowie Schlamm= und Moorbäder. Die bekannten Glühlichtväder sollen mit niedrigen Graden und kurzen Sitzungen begonnen werden. Es ist nicht angebracht, durch zu starke Wirkungen eine übermäßige Pulsvermehrung, übertriebenen Schweißausbruch und Kopfichmerzen zu verurlachen. Besser als die Anwendung trochener Hitze ist für blutarme, nervöse und reizbare Menschen die Anwendung gleichmäßiger seuchter Wärme. Wir erinnern in diesem Zulammenhang an die Prießnitzschen Packungen und Breiumschläge. Moor- und Schlammbäder bewahren die Wärme besonders lange. Außer der Wärme kommen im Moorbad hautreizende Stoffe zur Wirkung: Kohlensäure, Eikenvitriol, Ameisensäure, Kochsalz, Schwefelwasserstoff, Schwefelläure, schwefellaure Salze und Humussäure. Andere Mittel zur Erzielung der Hautreizung sind Zinonensaft, Essig, Senfmehl und ätherische Oele. Ein außerordentlich wirksames Mittel zur Beeinflussung rheumatischer Krankheitsreste steht uns in der Elektrizität zur Verfügung Ein volkstümliches Heilmittel zur Behandlung rheumatischer Reste ist der Bienenstich. Zu den Maßnahmen, die der Beseitigung der Erkältungsreste dient. gehören auch die verschiedenen Trinkkuren. Ein sehr beachtliches Hilfsmittel zur Verminderung oder Beseitigung der bestehenden Erhältngsreste an Muskeln und Gelenken besteht im Reiben, Bürsten, Kneten, Klopfen und Massieren der Weichteile. Unter den inneren Heilmitteln, die eine Auflösung und Zerteilung der Erkältungsteile bezwecken. pielen Zitionenlaft, Salizylsäure, Terpentin und Schwefel eine Sondercolle. Die schmerzlindernde Wirking der Salizylsäure tritt ziemlich rasch und zuverlässig ein. Zulammenfassend möchten wir feststellen, daß es haum möglich ist, für alle Erkältungsreite bestimmte Heilmittel zur Verfügung zu haben. Unlere Erfahrung lehrt uns, daß es stete den gröheren Erfolg verspricht, die natürlichen Abwehrmaßnahmen unsetes Körvers zu unterstützen und von vornberein so zu stärken, daß nicht von einer nachhaltigen Erkrankung Reite zurückbleiben kännen. ros Bochull meldet.... Bochum-Wiemelhausen Auftakt der diesjahrigen Winterarbeit finheute bei Clevinahaus ein Kameradschaftsabend V statt. Der erste Teil des Abends hat cine ernste Note. Wir hören die Dichter des Welt= trieges in ihren Werten, zum Beispiel Gedichte von Warter Flex und Beumer sowie die jungen Dichter des Dritten Reiches, Baldur von Schiräch, veribert Menzel und andere. Der zweite Teil bringt uns musikalische Vorträge, heitere Unterhaltung und Vorführungen der Tanzgruppe des Turnvereins Brenschede. Für jeden Angehörigen NS-Kriegsopferversorgung muß es eine Ehrenpflicht sein, an der Veranstaltruig teilzunehmen, denn der Geist des Schützengrabens und der Kameradschaft auf Leben und Tod muß erhalten bleiben durch Frontsoldaten. Bochum-Kiemke Silberne Hochzeit. Heute feiern die Eheleute granz Deppe, Frau Susanna, geb. Selbach, Windthorststraße 8. das Fest der silbernen Hochzeit. Glückauf zur goldenen! Wie und in welchem Umfang der Kleintier= halte* sich sein Futter selbst beschaffen kann, Carüber wurden in der letzten Zusammenkunft des naninchenzüchtervereine„Bleibe treu“ bei Förster wertiolle Fingerzeige gegeben. Es wurde darauf hingewiesen, daß bei planmäßiger Benutzung und Ausnutzung eines Kleingartens der Kleintierhalter sich in hohem Maße bei der Futterbeschaffung vom Handel unabhängig machen kann. Weiler wunden die Mitglieder angespornt, mehr als beler für den Verein zu werben. Die Vorteile der Mitgliedschaft zu einem solchen Verein ist ja Unbestritten, weil hier durch Fachleute wichtige sragen erörtert werden und weil im Erfahrungsaustausch manche wichtige Anregung gewonnen merden kann Si berne Hochgeit. Heute seiern die Ebeleute Franz Ebbinabans und Ehefrau Elisabeth Ehbinghaus geb. Hegemann, Teisingstraße 10, das ren der silbernen Hochzeit. Glückauf zur goldenen! Bochum-Hordel nille Hordeler Volksgenossen sind eingeladen an der Kundgebung der Ortsgruppe der NSDAP Vordeler Saalbau heute abend teilzunehmen. Reichsamtsleiter Wetzel wird über wichtige Frasen nationalsozialistischer Staatsführung sprechen. Bochum-Gerlhe n"undgebung. Ueberaus zahlreich hatten Gerther Volksgenossen am Mittwoch abend zu der VDA=Kundgebung im Kalthoffschen Saale eingefunden. Nach der Begrußung durch den Ortsgruppenpropajandaleiter Pg. Sokolowski folgten zunächst einige Darbietungen der Schulkinder in Form von Gedichten, Liedern und Sprechchören. VDA=Bezirksleiter Schoppmeter sprach dann kurz zur Einführung des Redners des Abends. In längeren Ausführungen sprach dann der Sudetendeutsche Schricker über die Not und das Elend der Sudetendeutschen und ihren großen Kampf um die Erhaltung des Deutschtums. Die Ausführungen des Redners hinterließen bei allen den tiefsten Eindruck. In einem kurzen Schlußwort mahnte Ortsgruppenleiter Pa. Dr. Hüper alle Anwesenden, ihre Verbundenheit mit den Brüdern im Ausland durch den Beitritt zum VDA zu bekunden. Im Anschluß an die Kundgebung hielt die Ortsgruppe Gerthe der NSDAP eine Zusammenkunft ab. Bei dieser Gelegenheit konnte mehreren Mitgliedern und Anwärtern die Mitgliedsbücher und roten Karten überreicht werden. Bochum-Hiltrop-Bergen Elternabend. Die evangelische Volksschule an der Otto=Gehres=Straße veranstaltet Sonntag abend 20 Uhr in der Turn= und Festhalle in Bergen(Feierabend) einen Elternabend, der als ierstunde zum Gedächtnis der Toten des Welteges und der Bewegung gedacht ist. Musik, Gesangs= und Gedichtvorträge, dem Ernst der Feier angemessen, werden die Feier würdig umrahmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht eine Lichtbildervorführung„Argonnenkämpfe 1914=18“, die ein denkwürdiges Stück Kriegsgeschehen und den Tatenruhm unserer Frontkämpfer und ihrer toten Kameraden lebendig werden läßt. Der Ertrag des Abends ist für den„Volksbund für deutsche Kriegsgräberfürsorge" bestimmt, dessen Aufgaben diese Veranstaltung sinngemäß gewibmet sein soll Bochum-Altenbochum Jn einer grossen öffentlichen Kundgehung spricht am 24. November bei Senft der Pollzespräsident von Altona Pg. Hinkler. Zu dieser bedeutsamen Veranstaltung halten setzt schon Block= und Zellenleiter Karten bereit. Zum Tage der deutschen Hausmusik veranstaltet der Musiklehrer Heinz Brandau morgen bei Bogt ein Konzert, für das eine umjangreiche Darbietungsfolge mit volkstümlicher Musik aufgestellt ist Spielgemeinde„Kunstfreunde" von Altenbochum hielt bei Lehmkuhl eine Tagung ab, in der der Vereinsleiter Wille zunächst noch einmal über den großen Erfolg sprach, den die Kunstfreunde auf der Erfurter Reichstagung des Reichsverbandes für Volksbühnenspiele mit ihren Bühnenbildern, Spielaufnahmen, Presseberichten usw.gehabt haben. Dieser Erfolg verpflichte einen jeden einzelnen, weiter zu arbeiten und durch größere Leistungen sich dieser Anerkennung würdig zu zeigen. Spielleiter Bündemann sprach dann über das Drama „Zwischen Tag und Nacht" von Rosenow, das demnächst zur Aufführung gebracht wird. Bochum-Laer 78 Jahre alt. Heute vollendet der in unserm Ortsteil wohlbekannte Volksgenosse Friedrich Bollmann, Werner Hellweg 3, sein 7. Lebensjahr. Bochum-Langendreer Berufsschulpflicht in Langendreer und Werne. Alle Ostern 1887 aus der Volksschule entlassenen Mädchen, die vom Landaufenthalt, Landjahr usw. zurückkommen, haben sich ohne besondere Aufforderung im Schulgebäude Hasselbrinkstraße zum Berufsschulbesuch zu melden. Silberne Hochzeit. Gestern begingen die Eheleute Franz Schockenhoff und Frau, Sophie geb Wenning, Wittenbergstraße 28, das Fest der silbernen Hochzeit. Glückauf zur goldenen! Ehrensold für die Veteranen. Wie in den vergangenen Jahren, sollen auch diesmal wieder die Veteranen von 1864, 1866, 1870=71 zu Weihnachten einen Ehrenfold erhalten. Voraussetzung ist, daß sie mindestens 5 Jahre in dem betreifenden Stadtteil ansässig sind und daß ihr Jahreseinkommen 1200 RM. nicht übersteigt. Bei wem diese beiden Forderungen erfüllt sind der ist empfangsberechtigt und muß sich in der Zeit vom 15. bis 20. November auf der Verwaltungsstelle mesden u. dabel Militärpaß, Aufenthaltsbescheinigung, Einkommensnachweis bzw. Rentenbescheite mitbringen. Hochum-Werne Silberhochzeit. Der Schachthauer Hugo Buderus und seine Fran Elisabeth, geborene Götz, Rüsingstraße M. können am kommenden Montag das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern. Unsern Glückwunsch! Jubilare der Arbeit. Folgende Gefolgschaftsmitglieder der Zechengruppe Bochum konnten auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Harpener Bergbau=A.=G. zurückblicken: Zeche Robert Müser: Dachdecker Karl Bach, Anschläger inrich Steinhäuser, Hauer Ernst Birker, Hauer el Kosthöfer, Schießhauer Otto Begoihn, Hauer Gustav Truszewski, Hauer Theodor Heimann, Hauer Wilhelm Puzicha, Schlosser Karl Müller, Vorarbeiter Johann Nießmann.— Schachtanlage Neu=Iserlohn: Hauer Gustav Mende, Hauer Josef Wingenfeld.— Schachtanlage Siebenplaneten: Gesteinshauer Huge Hagedorn, Hauer Alfred Ehlis, Hauer Bernhard Schrön. Die Ehrung der Jubilare erfolgte durch den Führer des Betriebes, Bergassessor Schulze=Höing. Er beglückwünschte die Arbeitsjubilare und überreichte ihnen im Namen der Gesellschaft Jubiläumsuhren und Geldgeschenke.(ik.) Bochum-Linden-Dahlhausen Berufsschulpflicht in Linden=Dahlhausen. Alle volksschulentlassenen Mädchen, die vom Landaufenthalt, Landjahr usw. zurückkommen, haben sich ohne besondere Aufforderung umgehend im Schulgebäude Amtmann=Falte=Straße 18, zum Berufsschulbesuch zu melden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß die Schulpflicht für sämtliche Mädchen besteht, die Ostern 1936 und 1937 aus der Volksschule entlassen worden sind, in Linden=Dahlhausen wohnen oder dort beschäftigt sind. Wer sich jetzt noch der Berufsschulpflicht entzieht, macht sich strafbar. Auszahlung der Unterstützung. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt am Montag für Wohlfahrtserwerbslose von 8—9 Uhr und Sozialrentner von 9—10 Uhr bei der Zahlstelle in LindenDahlhausen. 25 Jahre Lutherkirche in Dahlhausen. In diesen Tagen sind 25 Jahre seit der Einweihung der evangelischen Lutherkirche im Stadtteil Dahlhausen vergangen. Der Bau dieser Kirche, die ganz aus Bruchsteinen errichtet wurde, begann im Jahre 1911. Im Jahre 1912 fertiggestellt, wurde sie November 1912 unter großer Anteilnahme der evangelischen Kirchengemeinde L.=Dahlhausen, die bis dahin nur die alte Christuskirche in Linden ihr Eigen nannte, geweiht. Mit dem 25jährigen Bestehen der Kirche kann gleichzeitig auch" Superintendent Neuhaus, der bis dahin in Linden tätig war. auf eine 25jährige Tätigkeit als Pfarrer an dieser Kirche zurückblicken. Gleichzeitig wird auch das Küsteramt bereits seit Bestehen der Kirche von der Familie Lümers versehen. Aus Anlaß dieses Gedenktages findet Sonntag morgen um 9,30 Uhr in der Lutherkirche ein Festgottesdienst statt.(b.) ANZEIGENTEIL Vorbeugungsmiltel gegen Erkältungen und Grippe Sämtliche Artikel zur Verhötung von Erkältungen und Grippe kaufen Sie vorteilhatt in der Stadt-Drogerie Bochum. Bongardstraße 12. Nabanr 40 Drogerle Reinhardt Drogen o Weine e Spirituosen Moltkemarkt 30 Ruf 61376 Vorbeugen durch Artikel der Westfalia-Drogerie J....a..in.. Bochum, Hattinger Straße 34 Ruf 61486. 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November, abends 7.30 Uhr, Im Lokale Vogt, Wittener Straße 249 Zur ehrenden Erinnerung an die grobe unvergehliche Darstellerta Adele Sandrock veranstalten wir am Samstag, 13. November, abends 2216 Uhr und Sonntag, 14. November, abends 2216 Uhr Film-Gedenkstunden Es gelangt sur Vorführung Der letzte Walzer Die Geschichte einer großen Liebe CAMILLA HORN IVAN PETROVICH ilcherhaus Bochum, Humboloistr. M4-1 — Teleton 61308 2 ln diesem Pilm erleben wir noch einmal das grobe Schauspielertalent einer Adele Sandrock, deren unvergebliche Darstellungskunst im Film fortlebt UFA.TONHALLE Die bürgerliche Gaststätte mit ihren behaglich-gemütl. Räumen Die gule Küche— unser Stolz Anzeigen in der in allen Kreisen eingebürgerten Volks-Zeitung haben Erlolo Samstag und Sonntag Stammhaus Kähler seeten Aena KOS Gaststätte 20 Kanone rro Roos- 2 Marionstr.-Let.PAUL Bochum Altbekannt gute Gaststätte, Jagdzimmer, Gesellschaftszimmer, Nammiisen enemalig Militärlufischifle Schlegel-Bier seit 1872 Volksempfänger etzt 59.-. Anzahlg. H.80 RADIO BINDER eh. Helmut Schmale. Korumstr 60 Fahrräder Orig.-Marken- und Spezlal-Räder empflehlt wie seit Ober 40 Jahren Michael Paetgen s..h.m Am Kaiser-Friedrich-Platz. Natdrlich! Man schreibt Briefe auf der Schreibmaschine, weil ein getippter Brief doch viel schöner aussieht. Ein getippter Brief kommt aber erst dann voll zur Geltung, wenn er auf ein Spezial-Schreibmaschinen-Papier geschrieben wird, das noch einen geschmackvollen Namenaufdruek trägt. Es ist gleich, ob man nur private oder nur geschäftliche Briefe auf der Schreibmaschine tippt. 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