Sonnenschein.

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Nr. 10

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Ausgabe A

Bochumer Volkszeitung

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66. Jahrgang

für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk

Westfälische Volks-Zeitung Bochumer Slabianzeiger

verbunden mit den Bezirksausgaben B und C für Ellen=Bteele=Hattingen und Wattenscheid Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bochum. Mühlenstr. 12-14/ Fernrut 64746-64748

Freitag, den 30. April(Kath. Kath. v. S., Evgl. Entropius)

Zum 54.

Da gibt es kein Vertun; wenn die Bochumer Junggeiellen heute wieder nach Harpen, ziehen denn konnen sie sich mit Stolz ruhmen, daß sie das erde einer jahrhunderlalten Tradition und eines abthundertalten Brauchtums angetreten haben und ron sich aus oflegon, um es wohlbehütet dereinst emmal der kommenden Generation zu treuen Hän= den zu überliesern. Wenn sie heute vormittag mit wechultertem Holzgewehr durch die Stadt marschie enn dann mag ihnen die Gewißheit einen krommen Scauer bereiten, daß vor 519 Jahren es ebenfalls Sehumer Jungens waren. die erstmalia das Recht nalten batten. im Bockholt eine Eiche zu holen.

. Stadt zu schleppen und hier für gutes lbergeld zu verkaufen. um den mubevollen Aus­nerch mit einem lustigen Umtrunk zu beschließen ind zu krönen. Dieser Ausmarsch nach Harpen und i Kackkehr mit einem Eichbaumchen in die Stadt ein Brauchtum, das nicht, nur einmalig in Leusschland ist. sondern auch ein Privileg darstellt.

unssermaßen den äußeren Dank eines Landes= dern an die Bochumer Jungens für ihr mannhaf=

i Mitstreiten und ihre mannhafte Unterstünung i et wieder einmal in Fehde lag

Denn dieser Graf Engelbert III. von der Natl. der den Bochumer Jungens dieses Privileg var ein gar streitbarer Herr; ein Ritter ohne ucht und Tadel. ein Draufgänger wie er im Buche edt und einer. der sich seiner Widerlacher sehr auf nerwehren wußte. Und dieser Widersacher waren wenige. War doch die blühende Grofschaft Batk ein gleckchen Erde. nach dem die Nachbarn be= seirich schielten. Sie glaubten ihre Zeit gekommen.

Engelberts Vater im Jahre 1347 seine Augen schier und seinen Sohn als 17jährigen zurücklassen iele Da witterten die Herren Ritter um ihn bey= Morgenluft. Doch Engelbert war körperlich und 1schon dem Zünalingsaltet entwachsen. mit entrate ergriff er die Zugel der Herrschaft und mit nischerem Blick wußte er die Begierden, seiner den Feinde und gefährlichen„Freunde“ an

n und mit seinem streitbaren Schwert da­salchen zu fahren, daß die begehrlichen Herrschaften Reipekt vor ihm bekamen

camals gina es nicht so ruhia und friedlich ber deute Damals herrschte das Faustrecht. das Ge=

a der Gewalt. die Begriffe von Recht und Eigen= varen undere. Rauben. Plündern und Brennen "i oder eines Ortes waren an der Tage= onung und keiner lah etwas Gelenwidriges oder comschvolles darin. Auf ihren hohen, schier unein­dten Wurgen hausten die Ritter wie unum tantie Herren, immer auf der Lauer. wie man en Nachbarn ein Stück Land nehmen oder eine unter die Bootmaniakeit bringen

1 konnte es geschehen, daß. wenn einer i we ausgezogen war. der andere inzwischen

en ind einfiel, es verwüstete und plünderte. „ in seinem Herrensitz jestsetzte und dem Zurück= ben dann einen Strauß lieferte. der ihn um rachte. Auch der Stifter des Majabendfestes

zu hiesen ewig unruhigen Geistern, und ern. der sich manchen Streich erlaubte, der ich nicht nur in Lebensgefahr brachte.

sondern auch den Zorn der Höheren erregte. Ja man kann lagen, daß sein ganzes Leben ein ewiger Kampf, eine einzige Fehde war.

So berichtet die Ueberlieferung von ihm, daß er

Heidorn mit seinen Spielleuten führt wieder den Ausmarsch an

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1937

sogar bis über den Rhein vordrang, in das Gebiet des sehr machtigen Erzbischofs von Koln, daß er mit einer Schar von 1300 edlen Rittern und Knechten sogar bis nach Bonn kam und hier nach Herzenslust

raubte und plünderte. Heute lag er in Fehde mit den Städten Soeft und Dortmund, morgen trieb er sich in den Ebenen von Geldern herum, dann macht er sich auf zu einer Reise ins gelobte Land nach Palästina, ein andermal treibt es ihn zu den fer­nen Uern der Weichsel, um dem Orden der Deutsch­herren im Kampfe gegen die Heiden beizusteben. Ueberall schlägt er sich herum, schließt Frieden, um dann morgen von neuem loszubrechen.

So war es auch eine Fehde, die den Grund zum Maiabendfest legte. Es war im Jahre 1388. als er wieder einmal gegen Dortmund zog. Die Dortmunder waren ihm als Nachbarn und reiche, mächtige Bürger einer freien Reichsstadt sehr un­bequem. Die Stadt war ringsum von Märkischem Gebiet eina=aßt und wurde dauernd beunruhigt. Einmal war es die Gerichtsbarkeit in den Reichs­höfen Brackel und Schüren, bald waren es Grenz­streitigkeiten, bald waren es Streitigkeiten zwischen Erbsassen und Reichsleuten, die von den Grafen als Untertanen betrachtet wurden, balh waren es an­dere Streitigkeiten, die Dortmund nicht zur Rube kommen ließen Zwar wurden immer wieder neue Verträge geschlossen, sobald sie aber abgelaufen waren, mußten sie erneuert werden und das aing dann gewöhnlich nicht ohne eine neue Belagerung ab. die dann jedesmal schwere Opier kostete

Wieder einmal wurde Dortmund von mehreren Seiten berannt, doch diesmal waltete über den ver­bündeten Rittern ein großes Mißgeschick. Die Haupt­führer waren bald tot und mit den anderen Ver­bündeten wurde die Fehde beigelegt. In diesen Streit war Gra' Engelbert ebenfalls verwickelt. Da verfaßten die Dortmunder auf ihn ein Schmähge­dicht mit folgenden Versen:

Graf Engelbert von der Marke

Mackt sick met fremden Gude starke.

bey bet en nein hilgen Henden.

Hey let nit liegen, off bangen an den Wenden.

Hey doet to den Voegelen im Nest gripen.

Fraget nit darna, off sy schreven, of pypen.

Met soner Hand. Mund und Segel Dar en beit bey nit met Regel.

En Verraeder iß bey im Grunde.

En heylig Engel in dem Munde.

In synem Herten steckt odel Schelmeren.

Syn alde Hovet iß voll Büverey.

Gott win en geweldig noch richten.

Damit beslut ick myne Gedichten.

Das war für Engelbert natürlich arger Tobak. Denn in diesem Schandlieh wurde er als frecher Räuber hingestellt. Erbittert und dadurch aufge­reizt, sagte er der Stadt am 22. Februar 1388 die Fehde an. Grund zu der Fehde fand er in Grenz­beschädigung seitens Dortmund, sodann batte sich ein eingeborener Dortmunder an ihn um Hilfe ge­wandt, und schließlich beschuldigte er die Stadt. Agnes von Virbeke ohne Richterspruch und Urteil bingerichtet zu haben. Andere Verbündete machten mit. so daß aus dieser Fehde nicht weniger als 360 Namen größerer und kleinerer Herren sowie die Namen verschiedener Städte bekannt sind. Dem Grafen von der Mark stand fast die gesamte Für­

Junggesellen=Offizierkorps, in der Mitte Junggesellenhauptmann Hucklenbroich

Son remie muin linte. Tyfizier Schulze, Schutzenkonig Dr. Klute. Ju

gesellenhauptmann Huckle brosch. Masor Rechnungsführer Sauerbier. Schützengeneral Ebeli Stadtrat Stumpf, stellv. Vereinsführer Baltz S6=Polos: he