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Nr 18

Freitag, den 26. Februar(Kath. Alexander, Evgl. Nestor)

19337

Dr. Goebbels auf einer Großkundgebung in Köln:

„Deutschland der Schutzwall gegen

den Bolschewismus

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„Warnung vor dieser Weltgefahr ist keine Einmischung in die inneren Verhältnisse anderer Staaten!"—„Die marschierenden Kolonnen unseres Volkes sind die Avantgarde einer besseren Welt"

zeß zurückzuführen.“ Dr. Goebvels hob hervor, daß es einzig und allein der Tatkraft der natio­nalsozialistischen Regierung zu verdanken sei, wenn das deutsche Volk im internationalen Kon­zert heute wieder mitspielen könne. Der Führer hätte die ihm gegebene Macht gebraucht, und es sei ihm zu verdanken,

daß der Versailler Vertrag in seinen schmäh lichen Bedingungen annulliert, das Rheinland befreit und eine neue starke deutsche Wehr macht geschaffen worden sei.

In sarkastischer Weise kritisierte Dr. Goebbels die dem Nationalsosialismus gemachten gegnerischen „Prophezeiungen“. Das Gegenteil ihrer Behaup­tungen habe sich verwirklicht. Deutschland habe eine feste Währung, die deutsche Wirtschaft sei wieder aufgeblüht, die Arbeits­losigkeit fast beseitigt, das deutsche Volk in einer großen 68 Millionen Menschen um­fassenden Gemeinschaft fest zusammenge­schlossen. In Deutschland herrsche eine disziplinierte innere Ordnung und

nie zuvor habe man von einem so einigen

Deutschen Reich sprechen können wie heute.

Die deutsche Macht habe in der Welt wieder an Ansehen gewonnen. Anhaltender, immer wie­der aufbrausender Beifall begrüßte die Erklärung des Ministers, daß Deutschland nicht daran denke, irgendjemanden anzugreifen, und daß der Welt­friede nur solange gefährdet gewesen sei, als Deutschland noch keine Macht besaß.„Nur wenn jemand gerüstet ist“, rief der Minister unter neuen Beifallsstürmen aus,„kann er ein wahrer und echter Friedensfreund sein. Wenn man keine Waffen besitzt, ist Pazifismus eine sehr gefähr­liche Krankheit“. Ernst und eindrucksvoll wies der Minister anschließend auf

die bolschewistische Gefahr hin. Deutschland sei heute der Schutzwall Euro pas gegen den Bolschewismus. Moskau sei ein stets angriffsbereites Unruhezentrum für ganz

Graciani an den Duce

Europa. Deutschland habe nicht die Zweiteilung Europas vorgenommen, es wolle nur sich und Europa schützen vor den Drohungen der Moskauer Komintern. Warnung vor dieser Weltgefahr sei

keine Einmischung in die inneren Verhältnisse anderer Staaten.

Spanien sei ein Schulbeispiel für den Revolutionsprozeß, der von Moskau ausgehe. In seinen weiteren Ausführungen stellte der Minister

die konstruktive Außenpolitik Deutschlands der so­

genannten Kollektivisierungspolitik anderer Staa­ten gegenüber. Minutenlanger Beifall brauste durch die Halle, als Dr. Goebbels erklärte, daß Europa nicht durch ein Netz von Kollektivverträ­gen gerettet werden könne, sondern nur durch Vereinbarungen, die die zwischen den einzelnen Staaten bestehenden Reibungen

und Differenzen aus dem Wege räumen.

In Deutschland gebe es nicht eine einzige Stimme des Gegensatzes zur Führung der deutschen Außenpolitik. Und diese Tatsache gebe dem Füh­rer die Möglichkeit, auf weite Sicht zu arbeiten.

Der Minister schloß seine über zweistündige, immer wieder von tosendem Beifall unterbrochene Rede mit folgenden Ausführungen:

„Wenn ein Volk Grund hat, voller Hoffnung in seine Zukunft zu schauen, so ist es das un­sere. Wir stehen heute wieder auf festem Boden. Wir haben die ewig schwankende Zeit bezwungen und dem Volk den Glauben an die eigene Kraft zurückgegeben. Vielleicht sind wir dazu bestimmt, nicht nur Fackelträger unseres eigenen Volkes, sondern

die Fackelträger einer neuen Zeit überhaupt

zu werden. Eine alte Welt bricht zusammen und versinkt, mit uns steigt die junge, bessere Welt, das bessere Europa empor. Die marschierenden Kolonnen unseres Volkes sind die Avantgarde einer besseren Welt. Wir können mit Recht von uns sagen:

„Mit uns zieht die neue Zeit!“

Ras Desta gefangen genommen

Er wurde sofort erschossen

TNB. Köln, 26. Febr.(Drahtb.) Donnerstag sprach Reichsminister Dr. Goebbels auf einer Großkundgebung der NSDAP. in der Kölner Rheinlandhalle. Die alte Hausestadt stand an die­sem Tage völlig unter dem Eindruck eines bedeut­samen politischen Ereignisses. Der Ruf„Dr. Goebbels“ hatte wie einst in der Kampfzeit die Massen aufgerüttelt, und doch hat sich seitdem viel geändert. Heute grüßte den Eroberer Berlins, den bewährten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, der heute an verantwortlicher Stelle des Reiches mit der gleichen Hingabe, wie einst in der Opposition, für das Reich Adolf Hitlers eintritt, eine einige, geschlossene Bevölkerung mit herzlicher und aufrichtiger Freude. Mit ihr ver­bindet sich die große Dankbarkeit der Grenzmark, weil Dr. Goebbels, selbst ein Sohn des Rheinlan­des, sich in der politischen Notzeit oft für die Schaffung eines neuen Deutschland eingesetzt hat, Bresche auf Bresche schlug, bis auch hier die Fah­nen zum Siege getragen werden konnten.

Obwohl die Ankunft von Dr. Goebbels erst in den letzten Stunden bekannt geworden war, hatte sich doch eine große Menschenmenge auf dem Bahnhofvorplatz eingefunden, die den Minister stuumisch begrüßte. Was für die Berliner der Sport­palast ist, das bedeutet den Kölnern die Rhein­landhalle. Denn auch sie ist eine fast historische Stätte großer nationalsozialistischer Kundgebun­gen. Bereits Stunden vor Eröffnung der Ver­sammlung umlagerten dichte Menschenmassen die Eingänge der riesigen Halle. Sie waren aus allen Teilen des Grenzgaues Köln=Aachen gekommen, um Dr. Goebbels zu hören. Als der Minister in Begleitung von Gauleiter Grohé die Halle be­trat, brausten ihm Stürme der Begeisterung und des Willkomms entgegen. Es dauerte Minuten, bis sich der Begrüßungsjubel gelegt hatte und der Minister das Wort ergreifen konnte.

Er setzte sich zunächst mit jenen Elementen aus­einander, die als letzte Ueberbleibsel einer parla­mentarischen Systemherrlichkeit noch gelegentlich versuchen, der nationalsozialistischen Staatsfüh­rung Ungelegenheiten zu bereiten, obgleich gerade sio es gewesen sind, die das deutsche Volk an den Rand des Abgrundes gebracht haben und die nicht nur innenpolitisch, sondern auch in der Verteidigung deutscher Lebensrechte nach außen vollkommen versagt haben. Die nationalsozia­listische Bewegung habe in den zurückliegenden vier Jahren des Aufbaues und der politischen Erfolge

das historische Recht erworben, die deutsche Nation zu führen

„Wir verfolgen“, erklärte der Minister unter stärk­stem Beifall,„nicht nur ein Ziel, sondern wir wenden auch die geeigneten Mittel an, die zu ihm führen. Wir gaben Deutschland sein Leben, seine Ehre und seine Freiheit wieder und sind damit allein schon vor dem Urteil der Geschichte gerechtfertigt. Wir Nationalsozialisten sind aus dem Volke gekommen und fühlen uns als die Voll­strecker des Volkswillens. Wir sind niemals auf Popularitätsbascherei ausgegangen, sondern taten das, was wir bei der furchtbaren Lage, in der sich Deutschland bei unserer Machtübernahme be­fand, für notwendig hielten.“ Es sei, so betonte Dr. Goebbels unter starkem Beifall, das historische Verdienst des Führers,

daß die deutsche Nation geschlossen, einig und stark sei.

Im weiteren Verlauf seiner Rede skizzierte der Minister das Bild, das sich der nationalsozialisti­schen Bewegung bei ihrer Machtübernahme bot. Als wir gerufen wurden, hatten alle anderen Mittel versagt. Wir waren der letzte Ans­weg. Wenn wir gescheiter! wären, dann bätte es für Deutschland keine Rettung mehr vor dem Bolschewismus gegeben. Es hat unge­heurer Anstrengungen bedurft, um 5 Millionen arheitslose Volksgenossen in den Produktionspro­

ORB Rom, 25. Fehr.(Drahth.) Ras Desta, der sich mit dem Rest seiner Rebellen in das Seen­gebiet geflüchtet hatte, ist von den ihn verfolgenden italienischen Abteilungen gefangen genommen worden. Noch am Mittwoch hatte, dem enalischen Korresvondenten der römischen Vlätter zufolge, der sogenannte anelinische Gelandte in London behauptet, Ras Desta werde zu den Krönungsfeierlichkeiten nach London kommen.

Wie in unterrichteten italienischen Kreisen, die der Gefangennahme des ebemaligen Heerfüh­rers des Neaus größte Vedeutung beimessen, weiterbin verlautet, soll Ras Desta sosort er­schossen worden sein.

Die Operationen, die zur Gefangennahme des Ras Desta führten, werden in einem längeren Be­richt des Vizekönigs Marschalls Graziani an den Duce ausführlich geschildert.

Ras Desta, der, wie hervorgehoben wird, Unter­werfungsverhandlungen nur dazu benutzt habe, um seine noch verfügbaren Rebellen um sich zu versammeln und dann auch weitere Verhandlungen abgelehnt habe, sei es nochmals gelungen, in das Seengebiet zu entfliehen,

wo er am 24. Februar mit den letzten Resten seiner Anhänger umzingelt und gefangen ge­nommen worden sei.

Bei der Aktion seien den italienischen Abteilungen vier Geschütze, 30 Maschinengewehre und über 5000 Gewehre in die Hände gefallen. Mit Ras Desta, der sofort nach seiner Gefangennahme er­schossen worden sei, sei, wie der Bericht abschließend betont, der letzte Rebellenführer bezwun­gen und damit auch der letzte Versuch eines bewaff neten Widerstandes gebrochen worden. Nach Abschluß der militärischen Operationen leien jetzt alle Voraus­setzungen für die friedliche Kolonisierung Aethiopiens gegeben.

Die römischen Nachmittagsblätter feiern in riesigen ganzseitigen Ueberschriften die Gefangennahme und Erschießung des letzten Reoellenführers Ras Desta als das Ende jeglichen äthiopischen Bandenunwelens Damit sei, dem halbamtlichen „Giornale d'Italia“ zufolge, ein für alle mal die end­gültige Herrschaft in Aethiovien aufs neue bewiesen. Zugleich hätten aber auch die Stimmen der ewigen Besserwisser eine eindeutige Widerlegung durch die Tat erfahren.

Im Querschnitt des Tages

Reichsanleihe zeichnen!

Das Reich legt in Fortsetzung der zur Konso­lidierung der schwebenden Schulden bereits vor längerer Zeit begonnenen Kreditaktion abermals in Form von Reichsschatzwechseln eine Reichs­anleihe in Höhe von 500 Millionen R M auf. Die Bedingungen und die sich daraus ergebende Rendite sind die gleichen wie die der vori­gen Anleihe. 100 Millionen RM werden wieder vom organisierten Kredit fest übernommen, die restlichen 400 Millionen RM werden von dem bekannten An­ekonsortium unter Führung der Reichsbank zu 44 Prozent zur offentlichen Zeichnung ausgelegt. Die Zeichnungen beginnen am 4. März und werden am 18. März geschlossen. Die Lage des Kavital­marktes ist günstig. Die Wechsel der Golddiskont­bank, die als kurzfristiges Anlagepapier außerordent­lich beliebt sind und deren Unterbringung immer ein gutes Barometer für den Umfang der Anlage suchen­den Kavitals bildet, sind in der letzten Zeit in unge­wöhnlich starkem Umfange aufgenommen worden. Mit einer Umlaufsumme von 1150 Millionen RM liegt der Betrag des in ihnen kurzfristig angelegten Kapitals um etwa 700 Millionen RM hóher als vor drei Monaten. Schon damit ist die Flüssigkeit des Geld­und Kapitalmarktes, eine der wesentlichen Voraus­setzungen für den Erfolg der neuen Reichsanleihe, be­legt. Es kommt hinzu, daß überhaupt eine starke Nachfrage nach Rentenpapieren beiteht. Die letzte Reichsanleihe ist zwar noch nicht an der Börse eingeführt, aber die Kurse, die im freien Handel erzielt werden, liegen auf der Höhe des Emissions­kurses, ein Zeichen dafür, wie sehr das Publikum dieses Papier schätzt. Ueberhaupt hat das Ergeb­nis der letzten Reichsanleihe, nicht nur der Höhe des gezeichneten Betrages nach, der bekannt­lich über 500 Millionen hinausging, das Interesse und das Vertrauen des Publikums erwiesen, auch die Zusammensetzung der Zeichnungen verrät, daß Reichs­anleihen in immer weiteren Kreisen begehrt werden. Die sogenannten Kleinzeichnungen, unter denen man Zeichnungen von 1000 RM und darunter versteht, haben sich von der vorletzten zur letzten Anleihe unge­fähr verdoppelt und auch die immer mehr in die Breite gehende Verteilung der Zeichner auf alle Berufs= und Wirtschaftsschichten ist ein Beweis dafür, daß diese Reichsanleihen als eine allgemeine Volksangelegen­heit angesehen werden. Das ist auch aus ganz nüch­ternen und rechnerischen Ueberlegungen berechtigt. Die Verzinsung ist günstig Die langfristigen Schulden des Reiches sind im Verhältnis zu denen anderer Län­der klein. Wenn die neue Reichsanleihe begeben sein wird, werden rund 4.8 Milliarden RM schwebende Schuld in langfristige Schuld umgewandelt sein. Diese Anleihen dienen damit letzten Endes dazu die große Arbeitsbeschaffungs= und Wirtschaftsbelebungsaktion des Reiches, deren Erfolg sichtbar vor aller Augen liegt, zu finanzieren. Die ungeheuren Werte, die da­mit für die Volksgesamtheit geschaffen wurden und die sich dauernd ja weiter in einer aufsteigenden Koniunk­turlinie auswirken, bilden die beste Sicherheit, die den Zeichnern geboten werden kann. Ein Zahlenvergleich zeigt, wie groß diese Sicherheit ist: der Gesamtbetrag der bisher ausgegebenen langfristigen Anleihen des Reiches wird vollständig aufgemogen durch das Mehr­aufkommen an Steuern im Jahre 1036 gegenüber 1032. Besser kann die produktine Anlage des An­leihekapitals gar nicht belegt werden

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Eine Ablage

Die Reichsregierung hat dem Völkerhunds­sekretariat mitgeteilt, daß sie sich an den Arbeiten des Genfer Rohstoffausschusses nicht be­teiligen wird. Damit ist eine Entscheidung getrof­sen worden, die anders von Deutschland nicht erwartet werden konnte. Deutschland gehört dem Völkerbund nicht mehr als Mitglied an und es hat also nuch keine Veranlassung, sich an den Arbeiten eines nom Völker­bund eingesetzten Ausschusses zu beteiligen, zumal keinerlei Gewähr dafür besteht, daß diese Arbeiten irgend ein praktisches Ergebnis haben werden. Die Einsetzung dieses Rohstoffausschusses mutet überhaupt wie eines jener bekannten Genfer Verlegenheits­manöner an. Durch die deutsche Forderung nach Kolonien und ihre schließlich ja nicht zu wider­legende Begründung, daß ein Staat, der zu den größ­ten Industrieländern der Erde gehört, einen ungehin­derten Zugang zu den Rohstoffauellen haben muß. ist die Rohstoffrage in die internationale Debatte hinein­gemorfen worden. Von englischer Seite suchte man der Stellungnahme zum Kernnunkt der ganzen Forde­rung dadurch auszumeichen, daß man bei verschiedenen Gelegenheiten etwas von einer„Neuverteilung der Rohstoffe" murmelte, ohne zu sagen, wie