Dolks

Ausgabe A

für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk

Bochumer Volkszeitung

63. Jahrgang

Fortes in fide!

Westfälische Volks-Seitung

preise: Gesamtauflage 6 P'a., Aus. aph Fernruf 2095, Postscheckkonto

3e nia Ausacde C 2 na dert verbunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eslen=Steele=Hattingen und Wattenscheid neher Str. 4. Gernr. 201 33, g. Ausgaden B u. 0 26 Dig s nn Geschäftgstelle und Redaktion: Bochum, Mühlenstratze 12-14/ Feruruf 64746-64748 drucn

Bochumer Stadtanzeiger

Monatsbezugspreis einschl. Zustellgebuhr für Ausgabe A N 2,15, für Ausgaben B und C RM 2.—. Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Beuugspreises. Anzeigenpreise gabe A 6 Plg., Ausgabe

anzeigen: Ausgabe A 40 P

Geschaftsstellen: Bochum, Mühlenstraße 12=14, Fernruf 647 46. Postscheckkonto Dortmund 6146; Hattingen, Bahnhofstraße 12, Fernruf 2095, Postscheckkonto Essen 1950; Essen=Steele, Brede­Postscheckkonto Dortmund 193 86; Fern.1876, Postscheckk. Dortm. 30430 Markische Vereinsdruckeret, Bochum

Nr. 132

1934

für eilige leser

Am Samstag sand die erste Jahresversammlung der französischen faschistischen Bewegung, die den Namen„Franciome“ führt, statt. Der Bewegung gehören bis jetzt 20 0n0 Mitglieder an. Sie er­strebt neben einem Bündnis mit Mussolini die Verständigung mit Deutschland.

Mit dem Besuch des französischen Außenministers Barthon in Nom rechnet man nicht vor Oktober.

Aus einem Briefwechsel zwischen Titulesen und Litwinow geht hervor, daß Sowjetrußland seine Ansprüche auf Bessarabien zum mindesten vor­läufig zurückgestellt hat. Bessarabien ist mit keiner Silbe erwähnt.

Die Einigung in der amerikanischen Stahlindustrie muß einstweilen als gescheitert gelten.

Bie aus Nanking gemeldet wird, ist dort der japa­nische Vizekonsul Auramotot ermordet aufgefun­den worden.

Graf Zeppelie“ ist am Samstagabend zur zweiten diesjährigen Südamerikafahrt unter Führung Dr. Eckeners gestartet.

In den festlich geschmückten Nänmen der Reichs­musikkammer in Verlin sand eine Vorseier aus Anlaß des 7h. Geburtstages des Präsidenten Dr. Nichard Strauß statt. Staatssekretär Dr. Funk überreichte Bilder des Führers und des Reichs­ministers Dr. Goebbels mit eigenhändigen Wid­mungen. Im Namen des Reichopräsidenten über­brachte Staatosekretär Pfundtner den Adlerschild des Dentschen Reiches. Richard Strauß dankte für die Ehrungen mit bewegten Worten.

Ein Denkmal für den unbekannten deutschen Kriegsgefangenen

Berlin, 10. Juni. In aller Stille sind in den ver­gangenen Jahren von der Reichsvereinigung ehema­liger Kriegsgesangener die Anfänge zu einem Archiv und Museum der Kriegsgefangenschaft geschaffen worden. In diesem Archiv und Museum soll all das gesammelt und der Nachwelt überliefert werden, was Aufklärung über das Erleben der im Weltkrieg in Gefangenschaft geratenen deutschen Volksgenossen gibt. Es soll ein einzigartiges Denk mal werden für die mehr als 150 000 deutschen Sol daten, die in Kriegsgefangenschaft ihr Leben für die Heimat ließen. Eine allgemeine große Ausstellung soll in Verbindung mit dem diesjährigen Bundesge denktag der Reichevereinigung vom 1. bis 20. Sep­tember in Muhlhausen stattfinden.

Der Rokkreuzlag in Berlin

Kranzniederlegung am Ehrenmal Berlin, 10. Juni. Im Mittelpunkt der Feranstaltungen des Rotkreuztages in der Reichs hauptstadt stand eine Gefallenenehrung am Ehrenmal Unter den Linden. Dort legte am Mittaa der Prasident des Deutschen Roten Kreuzes, SA-Gruppen führer Herzog Carl Eduard von Sachsen=Coburg und Ghotba, im Gedenken an die Gefallenen und an die pser an Leib und Leben, die die Schwestern und Sanitätsmanner des Noten Kreuzes im Felde brachten, einen Lorbeerkranz nieder. Anschließend beteiligte ch der Präsident des Roten Kreuzes an der großen Sammelaktion, wobei der Herzog in den aufgesuchten Hotels und Gaststätten einen guten Erfolg zu ver zeichnen hatte.

Französische Erpresserbande drohl mit Brandstiftung von Rennställen

TNB Paris, 10. Juni. Die Vereinigung der Trai

r des Pferderennplatzes Maison Lafsitte hat eine

age gegen Unbehannt eingereicht, da in letzter Jen nden Pferdeställen häufig ratselhafte kande ausbrachen. Polizeiliche Ermittlungen er­rachten Gründe für den Verdacht, daß eine Bande Erpressern in Drohbriefen die Brandlegung in fallen angekündigt hat, menn nicht die Trainer ge muisse Pferde gegen Zahlung einer größeren Summe fur Siegrennen dopen, d. h. entgegen den Rennbe immungen durch Verabreichung besonderer Reizmit­tel anspornen. Bei den Nachforschungen wurde zu­ern ein falscher Polizeibeamter verhaftet, der sich nicht ber den Besitz von 00 000 Franken Bonds der na­ionalen Verteidigung ausweisen konnte und gegen zunachst einmal ein Verfahren wegen Amtsan­matzung eingeleitet werden wird.

Motorradfahrer rast gegen Straßenmast

Ein Toter, ein Schwerperletzter Luisburg, 9. Juni. Ein schweres Motorrad­anmluck ereignete sich Samstagmorgen auf der

Johann=Broweleit=Straße in Duisburg=Hamborn n Motorradfahrer prallte mit derartiger wond einen Straßenmast, daß sowohl der Fahrer der Beifahrer einen Schadelbruch und andere Setletzungen davontrugen. Der Vorarbeiter Ern merkamp aus Sterkrade starb kurg nach seiner

erung ins Krankenhaus, während der aus Ober stammende Beifahrer in bedenklichem Zu­

Steueraufkommen entwickelt sich ausgezeichnel

Staatssekretär Reinhardt über den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit

DNB. München, 10. Juni. Am Sonntag trat hier die Kommission für Wirtschaftspolitik der N3DAP. zusammen. Staatssekretar Reinhardt sprach über den Kampf um die Beseitigung der Ar­beitslosigkeit. Er ging auf die Einzelheiten der Ar beitsbeschaffung und ihre Finanzierung ein. Die Haushaltslage der Länder, Gemeinden und Ge meindeverbände ergebe 1934 gegenüber dem Vorjahre eine Verbesserung von insgesamt 453 Millionen. Bei dieser Verbesserung könne von den Ländern, Gemein den und Gemeindeverbänden verlangt werden, daß sie mit einem Grundförderungssatz von 2.50 Mark je Taa und Mann zufrieden seien und auch dazu übergingen, öffentliche Arbeiten aus eigenen Mitteln ohne Grundförderung zu finan­zieren. Die Begrenzung der Grundförderungs­summe auf 310 Millionen Reichsmark sei aufgehoben worden. Es werde möglich sein, die Grundförderung für, weitere mindestens 30000 Mann zu gewahren. Die Arbeitslosenziffer würde allein infolge der Aus wirkung dieser Maßnahme in den nächsten Wochen um weitere 300000 Mann sinken. Die Gewahrung von Grundforderung durfe aber zu keiner Dauer­einrichtung werden, sondern solle nur arbeitslosen Volksgenossen, die anders noch nicht Arbeit finden können, die Notstandsarbeit bringen. Von den heute noch 2.5 Millionen Arbeitslosen seien schätzungsweise 300 000 bis 500000 Mann für Notstandsarbeiten ge­eignet. Es solle alles daran gesetzt werden, sie in den nächsten Wochen und Monaten in Notstandsarbeit zu bringen und in ihr zu halten, bis sie von der Wirt schaft in feste Berufszweige überführt werden können.

Der Redner betonte weiter, daß zu den gegen wärtig in der Landwirtschaft untergebrachten 116000 Landvelfern und Landhelferinnen wei­tere 30000 hinzukommen könnten, was wieder eine Entlastung des Arbeitsmarktes um 300 000 bedeuten würde. Durch das Gesetz zur Ueverführung weiblicher Arbeitskrafte in die Hauswirtschaft sei bereits eine dauernde Entlastung des Arbeitsmarktes um 100000 erreicht. Durch das Gesetz zur Förderung der Ehe­schließungen sei eine unmittelbare Verminderung der Arbeitslosigkeit um 200 000 erzielt. Dazu komme die bedeutende Belebung in der Möbel= und Haus geräteindustrie, die mit ebenfalls 200 000 anzunehmen

sei. Diese Belebung werde dauernd sein, denn die Ebestandsdarlehen sollen gewahrt werden, solange es heiratsfähige Arbeitnehmerinnen gebe. In Auswirkung des Gesetzes zur Förderung der Ehe­schließungen würden jahrlich auch 200000 Kleinwohnungen mehr gebraucht werden als bisher. Vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes werden allein in seiner Auswirkung der Arbeitsmarkt eine Entlastung um eine Million Menschen erfahren haben und der jährliche Finanzbedarf der Arbeits­losenhilfe um 500 Millionen Reichsmark gesunken sein.

Der Arbeitnehmer solle von seinem rohen Gehalt oder Lohn mehr ausbezahlt erhalten, als bisher. In dieser Richtung bewegten sich auch das Spenden­gesetz und das Beiträgegeses, zu denen in den nachsten Tagen die Durchführungsverordnung er­scheinen werde, die wahrscheinlich die Erhebung unge­nehmigter Spenden unter Strafe stellen werde.

Die Steuerresorm werde im Herbst 1934 er­scheinen. Die neuen Steuergesetze werden zum größ­ten Teil am 1. Januar 1935 in Kraft treten. Staats­sekretär Reinhardt schilderte weiter die Maßnahmen zur organischen Senkung des Zinsfußes auf 1 v. H. und verwies auf die 4prozentige Anleihe des Deutschen Reiches von 1934. Es sei zu wünschen, daß alle Besitzer von Anleihen des Deutschen Reiches von 1929 und alle Besitzer von Neubesitz=Anleihe von dem Umtauschangebot Gebrauch machten und daß alle anderen Volksgenossen, deren wirtschaftliche Lage es erlaube, sich an der Zeichnung der 4prozentigen An­leihe beteiligen. Eine sicherere Geldanlage sei undenk­bar. Die im Herbst kommende Steuerreform werde einen weiteren Generalangriff im Kampf um die Ver­minderung der Arbeitslosigkeit und eine Generalmaß­nahme zur Gesundung von Wirtschaft und Finanzen darstellen.

Der Staatssekretär verwies ferner darauf, daß das Steueraufkommen sich ausgezeichnet entwickele. Es sei in den Monaten April und Mai um rund 150 Mill. Mark größer gewesen, als in den entsprechenden Monaten des Rechnungsjahres 1933. Diese Entwicklung werde sich auch in den Län der= und Gemeindehaushalten außerordentlich günstig auswirken.

Ganz besonders gut flossen diejenigen Steuern, in denen sich der Aufschwung der Wirtschaft spiegele. Allein das Aufkommen an Umsatzsteuer sei im April und Mai um 60 Millionen größer gewesen, als in den beiden ersten Monaten des Vorjahres. Man

Folgenschwerer Schießunfall in der Grube

Ein Toter und zwei Verletzte Buer, 9. Juni. Am Samstagmorgen trug sich im Grubenbetrieb der Schachtanlage Hugo I der Har­pener Bergbau=AG. ein schwerer Schießunfall mit verheerender Erplosionswirkung zu. Durch herab­stürzende Gesteinsbrocken wurde der 47 Jahre alte Bergmann Josef Fox aus Buer getötet. Der 34 Jahre alte Bergmann August Menz und der 30jährige Bergmann Wilhelm Groffel erlitten schwere äußere und innere Verletzungen. Der Tote hinterlaßt eine Frau. Das Befinden der beiden anderen ist den Umständen entsprechend verhältnismäßig gut.

könne annehmen, das die Umsätze im März und April 1934 3—4,5 Milliarden Reichsmark mehr betra­gen haben, als in den gleichen Monaten 1933 und das die Umsätze im gesamten Jahr 1934 wahrscheinlich um 15—20 Milliarden Reichsmark höher sein werden, als im gesamten Jahr 1933.

Staatssekretär Reinhardt schloß: Die Zahl der Ar­beitslosen betrage heute noch 2,5 Millionen. Es werde gelingen, diese Zahl in den nächsten 6 Monaten um rund eine Million zu vermindern, im kommenden Winter von einem Wiederansteigen über 2 Millionen verschont zu bleiben, und es werde gelingen, die Ar­beitslosigkeit innerhalb längstens zweier Jahre so gut wie restlos zu beseitigen, wenn alle Volksgenossen im Rahmen der Richtlinien der Reichsregierung ihre Pflicht tun. Ihm schwebe über den Rahmen aller bezeichneten Maßnahmen hinaus eine weitere große Maßnahme vor, die zu einer fast vollständigen Besei­tigung der Arbeitslosigkeit, wahrscheinlich schon inner­halb eines Jahres, führen würde. Er sei überzeugt, daß die Reichsregierung sich zur Durchführung auch dieser Maßnahme entschließen werde, sobald sie bis ur letzten Schlußfolgerung durchdacht und der Ge­ankengang als richtig anerkannt sei. Wir haben allen Anlaß, der Zukunft frohen Mutes und voller Zuversicht entgegenzusehen.

Dann äußerte sich der Beauftragte des Fuhrers für Wirtschaftsfragen, Kepvler, über„Grundsätze der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik". Der Schwerpunkt des Wirtschaftslebens, so führte er u. a. aus, kann nicht beim Staate liegen. Das freie Spiel der Kräfte muß in Industrie und Gewerbe immer mehr zum Durchbruch kommen. Dagegen dürfen wir den Bauern nicht der Tücke des Alltags ausliefern. In der Wirtschaft muß alles Schritt für Schritt er­kämpft werden.

Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Köhler, gab eine Betrachtung über das Thema „Politischer Sozialismus“.

Zum Abschluß der Fuldaer Bischofskonferenz

Unser Bild gibt einen Moment aus der vom Erzbischof von Paderborn, Dr. Kaspar Klein, am sogenannten„Goldenen Altar" des Domes zu Fulda gelesenen Pontilikalmesse. Der Altar ist(als Meisterstück barocker Goldschmiedekuns.) um das mit der Bischofomitra geschmückte Haupt des hl. Bonisatius erbaut. In den Schrägreihen des Mittelgrundes die deutschen Oberhirten, an der Spitze die Kardinale ganlhaber=München und Vertram=Breolau.