ial den Kreis Worcke.

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anserkleubgebuhr für totale unzeigen, die sechsgespaltene Petit­Lile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, zernsprech= Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse deeee Braus, Schwerte=Ruhr.

Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierun durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechts­verbindliche Kraft.

Nr. 55

Schwerte. Freitag den 6. März 1905.

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Bestrichener Raum

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Neue Kanonen?

In jüngster Zeit ist wiederholt der Ruf nach neuen Feldgeschützen für die deutsche Armee laut geworden, da das deutsche Geschütz von dem modernen französischen Rohr=Rücklaufgeschütz so erheblich an Wirkung übertroffen wurde, daß hierin eine Gefahr für den Kriegswert der deutschen Armee liege..

Ohne auf letztere Frage näher einzugehen, seien hier daher nur rein sachlich die ballistischen Leistungen des französischen Feldgeschützes, Konstruktion 97, im Vergleich zu denen des deutschen Feldgeschützes, Konstruktion 96, und zwar an der Hand einer graphischen Darstellung der Flugbahn beider, erörtert.

Unsere beistehende Zeichnung giebt, der Deutlichkeit halber in überhöhter Darstellung, ein Bild der Flugbah­nei des deutschen ind des französischen Geschosses auf die Entfernung von 5000 Meter, die etwa der Grenze des wirksamen Shrapnelschusses entspricht.

In unserer Zeichnung ist die Flugbahn des Geschosses der französischen Schnellfeuerkanone durch eine schwarze Linie, diejenige der deutschen Kanone durch eine unterbro­chene Strichlinie dargestellt. Man ersieht aus der Zeich nung sofort, daß das Geschoß der deutschen Kanone einen höheren Bogen beschreibt, als dasjenige der französischen, um bis auf 5000 Meter Entfernung zu fliegen. Hieraus geht hervor, daß infolge der steileren Einfallwinkel des deutschen Geschosses der bestrichene Raum desselben auf allen Entfernungen kürzer sein muß, als derjenige des französischen. Die Länge der bestrichenen Räume auf den Etfernungen von 1000. 2000, 3000. 4000 und 5000 m.

ist in unserer Zeichnung oben rechts in einer graphischen Darstellung sehr deutlich zur Anschauung gebracht. Es ist dabei die Höhe des bestrichenen Raumes zu 1,70 Meter angenommen, der Körperhöhe des Infanteristen entspre­chend, die bestrichenen Räume für das französische Ge­schütz sind durch schwarze Signatur, diejenigen für das das deutsche durch Schraffierung kenntlich gemacht. Man sieht aus den den Signaturen beigegebenen Zahlen, daß der bestrichene Raum bei dem französischen Geschütz auf allen Entfernungen größer ist als beim deutschen Geschütz.

Die günstigere Gestaltung der Flugbahn beim fran­zösischen Geschütz wird durch die höhere Anfangsgeschwin­digkeit, welche dem Geschoß verliehen wird, erreicht. Die französische 7,5 Zentimeter=Schnellfeuerkanone schießt mit 0,58 Kilogramm Pyrokollodiumpulver ihre 6,5 Kilo­gramm schwere Granate mit einer Anfangsgeschwindig­keit von reichlich 500 Meter, wogegen das deutsche Feld­geschütz nur 465 Meter Anfangsgeschwindigkeit seiner 77 Zentimeter=Kaliber haltenden, 6,85 Kilogramm schwe­ren Granate erleiht. Was die Treffsicherheit des franzö­sischen Geschützes anbetrifft, so ist dieselbe eine außeror­dentlich große. Wir sind in der Lage, drei von dem fran­zösischen Geschütz auf die Distanzen von 2000, 3000 und 4000 Meter zerschossene Trefferbilder unseren Lesern oben links in unserer Zeichnung vorzuführen. Es wurden je 10 Schuß auf diesen drei Distanzen abgegeben, die, nach Längen= und Seitenabweichung in die betreffende Scheibe eingetragen, folgende Resultate ergaben: Auf 2000 Meter alle Schüsse in ein Rechteck von 73 Meter Länge und 2,6 Meter Breite, auf 3000 Meter in ein solches von 88 Met

Prieftragers Hannchen.

Von Georg Paulsen.

(55. Fortsetzung.)

Frohlachend, mit Rosen zum Tanz mit dem Liebsten gchsemückt, eilt das Mädchen der Pußten=Schänke zu, jauchzend grüßt sie die Sonne, die weite Flur, die Blüte, den Duft und— sieht die ihrer Leidenschaft zum Opfer Gefallenen.

Und das war Johanna's Hauptszene, dies Klagelied um den entrissenen Geliebten, dies Verzweiflungslied um die eigene Schuld. Man war regungslos im Hause, man wagte kaum zu atmen leise, von Schmerz zerrissen, erklang die Stimme der Sängerin, so rührend, so totbetrübt, daß aller Schein ausgelöscht erschien. Und als die Aermste auf die Knie sank und in ergreifenden Tönen die heilige Gottes=Mutter anrief, sich ihrer zu erbarmen, sie vom herbsten Schmerz zu erlösen, da ging es wie eine unfaß­bare Bewegung durch den Raum.

Und dann noch einige Takte, der Vorhang fiel lang­sam, es war totenstill. Das tiefe Schweigen hielt wohl eine Minute an. Erst dann löste sich der Bann in einen nicht enden wollenden Beifallssturm auf, und unter seinen Zurufen entfernten sich die Künstler von der Bühne, da der Rest des Abends von einem Ballet ausgefüllt wurde. So glänzend und sehenswürdig sich die einzelnen Bilder verselben darstellten, den tieferen Eindruck, welchen die Oper hervorgerufen, vermochten sie in keiner Weise zu be­einträchtigen, und die sonst so bewunderten Mitglieder des Korps de Ballet erkannten bald, daß ihre Kunst an diesem Abend von einer höheren total besiegt worden sei. Wäh­rend der ganzen Dauer des Ballets unterhielten sich die Zuschauer nur von der hinreißenden Wirkung des Spiels Johanna Holders.

Aluscha ordnete die Toilette ihrer Gebieterin in deren

Garderobe. Die Zigeunerin hatte Johanna spielen sehen, selbst ihre leidenschaftliche Naturanlage hatte sich dem be­zwingenden Eindruck nicht entziehen können, den die schwermütige Tragödie hervorgerufen. Still hatte sie der Künstlerin, bevor diese es verhindern konnte, die Hand ge­

küht. g

Jetzt saß Johanna im Sessel vor dem Spieger, sie fühlte sich stark angegriffen, die seelische Erregung und die anstrengende Rolle hatten ihre Kraft in hohem Maße in Anspruch genommen, müde sah sie vor sich hin,— so sehr der künstlerische Triumph des Abends sie befriedigte, noch überwogen die Zukunftssorgen.„

Plötzlich bemerkte Aluscha, wie schwere Tyranen über die blassen Wangen herabrollten.

„Herrin, Ihr weint?“ fragte sie erstannt.

„Es ist nichts,“ war Johanna's Antwort; sie hatte es selbst nicht gewußt, daß die hellen Tropfen an ihren Wim­pern glitzerten, und rasch wischte sie die verräterischen Per­

len fort. 975

„Ihr mogt traurig sein nach sorch einem Avend?

fragte Aluscha besorgt.

Langsam nickte Johanna.„Hast du vergessen, was du mir vor der Fahrt in die Oper mitteiltest?

Die Augen der Zofeblitzten.„Nein, Herrin, und ich hatte Furcht, ich will es nur sagen, ich kenne von unserm Stamme her den blinden Zorn des Grafen Zura, die Al­

ten haben einen traurigen Sangdavon bewahrt. Aber jetzt ist diese Herzensangst vorbei: Kein Fürst und kein Graf kann es nach diesem Abend wagen, Euch nah zu tre­ten. Tausende, ganz Budapest würde Euch schützen. Dar­um seid frohen Mutes!“

Und sie reichte ihr mit rascher Bewegung einen vollen Veilchenkranz, der auf die Bühne zum Schluß gereicht war. Sie wußten Beide, ohne ein Wort darüber zu sprechen, in

wessen Austrage.(. f.11, Jokauns kauste 8.5

„Dank dir, du Treue: fagle Iohänn herglich.„Ich

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36. Jahrgang.

Länge und 6,0 Meter Breite und auf 4000 Meter in ein solches von 91 Meter Länge und 27,1 Meter Breite. Die drei Rechtecke entsprechen unter sich genau diesen Maßen, man kann aus ihnen ersehen, daß die Resultate, zumal sie durch Schnellfeuer erzielt wurden, und auf 4000 Meter noch dazu unter ungünstigen Witterungsverhältnissen,

sehr gute sind. 5

Den Kernpunkt der jungsten Erorterungen über die Ueberlegenheit der französischen Schnellfeuerkanone bil­det jedoch die Tatsache, daß dieselbe infolge ihres Rohr­rücklaufes ein wirkliches Schnellfeuergeschütz allermodern­ster Konstruktion ist, während das deutsche Geschütz nur den Geschützrücklauf durch einen Lafettensporn und Rat­bremse hemmt. Letzteres hat zur Folge, daß das deutsche Geschütz beim Feuern bockt und nach jedem Schuß von neuem wieder durch Handkraft in die Richtung sgebracht werden muß, während beim französischen Geschütz die La­fette während des Feuerns ununterbrochen stillsteht, da sich bei ihm, welches ebenfalls mit einem Lafettensporn versehen ist, das Geschützrohr allein, und zwar genau in der Richtung seiner Seelenachse durch den Rückstoß der Pulvergase zurück und dann, durch mechanische Kraft selbsttätig wieder vorbewegt. Es ist beim französischen Geschütz nach Abgabe eines Schusses kein neues Richten und Zielen nötig, sodaß die Anzahl der abzugebenden Schüsse pro Minute fast ausschließlich durch die Dauer der Ladetätigkeit bestimmt wird. Daraus hat sich dann ergeben, daß, während man mit dem deutschen Geschütz etwa 6 gezielte Schüsse in der Minute abgeben kann, diese Zahl beim französischen Geschütz auf mehr als das Drei­fache, auf 18 bis 24 Schüsse in der Minute, steigt.

In unserer Zeichnung ist nun in sehr interessanter Weise durch Einzeichnen von Granaten in die Flugbahnen zur Anschauung gebracht, eine wie viel größere Anzahl von Granaten oder Schrapnells das französische Geschütz im Vergleich zum deutschen in einer gegebenen Zeit ver­feuern kann. Die Flugbahnen sind durch kleine Quer­striche mit beigesetzten Zahlen in ihre Sekundenabschnitte geteilt. Das französische Geschoß braucht nun zum Durchmessen seiner Flugbahn auf 5000 Meter nur 16,7 Sekunden, das deutsche Geschütz dagegen über 18 Sekun­den. In dem Zeitraum von 16,7 Sekunden kann das französische Geschütz, bei Abgabe von 20 Schüssen pro Minute, 6 Geschosse entsenden, welche sich, das zuerst ver­feuerte am Ziel einschlagend gedacht, auf die Flugbahn in der in unserer Zeichnung dargestellten Weise verteilen.

(Die Geschosse sind als kleine schwarze Körper mit stum­pfer Spitze eingezeichnet.) Denkt man sich gleichzeitig das erste von einer deutschen Kanone verfeuerte Geschoß auf 5000 Meter einschlagend, so ist, bei Annahme eines Schnellfeuers von 6 Schuß in der Minute, das zweite Geschoß erst etwa am Gipfelpunkt seiner Bahn angelangt, nos Schtie tscthct stot pott sit bas stotr veorftasten.

könnte froh sein, du möchtest Recht haben, aber in dem ernsten Spiel heut abend war's mir mit einem Male, als ob nicht das Pußtenmädchen da vernichtet, all seines Glücks beraubt am Boden kniete, sondern als ob es das arme Briefträgers Hannchen sei, dem die harte Faust das warme Herz aus der Brust risse. Ich meinte sterben zu müssen. Ach, meine Aluscha, wär ich nicht so todesbang, so todestraurig gewesen, so, so hätte ich nicht zu spielen, nicht zu singen vermocht."

Aluscha wußte nichts zu antworten. Sie kniete auf den Teppich des Fußbodens nieder und streichelte zärtlich die Hände Johannas. So saßen Beide geraume Zeit, während draußen die lustige Tanzweise ihren Fortgang nahm, seidene Balletröckchen rauschten und glänzende At­asschuhe über die Bühne dahinglitten.

Da ward an der Thür gepocht. Johanna und Aluscha schraken empor, und die letztere ging, zu sehen, werdraußen warte. Es war die Gaerderoben=Dienerin, die bestellte, der Herr Major von Falkenthal ließe fragen, wann er das gnädige Fräulein zu ihrem Wagen geleiten dürfe.

In längstens einer Viertelstunde!“ antwortete Jo­hanna selbst. Und als die Thür sich geschlossen, versuchte sie mit raschem Entschluß die gewohnte Haltung zurück­zugewinnen.„Auf, Aluscha, du kleine Aengstliche, nehmen wir uns zusammen und hoffen wir das Beste!“

Und scheinbar gleichgültig plauderten sie mit einan­der, bis die Arbeit der Toilette beendet war. Johanna betrachtete sich prüfend im Spiegel. Sie hatte ihre Züge fest in der Gewalt, aber eine ungewohnte, zarte Blässe ließ sich nicht verdrängen, indessen sie wollte sich nicht künstliche Farbe geben lassen. Und nun vorwärts!

Gleich darauf pochte es wieder. Richard von Fal­kenthal ließ sich anmelden. Er war vom Fürsten Alexan der wieder beurlaubt, der mit einem anderen Herrn seiner Begleitung im erzherzoglichen Palais in Budapest noch einen kurzen Besuch abstatten unddarauf zur Margarethen­