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Buersche

Dieuslag. 11. November

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Seiszengz eiteniase General=Anzeiger für das Emscher=Lippeland

praggewese Detrebung ober onkursverfahren ist der bewilligte Radatt hinfällig. Druc u. Verlag Buersche Druckereionds. G.=Duer

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Nr. 308 7 40. J0. 7 1930

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Do X gestern in England gelandet

Glänzender Verlauf des 2. Etappenfluges: Flugdauer 3 Stunden 51 Minuten

Abflug

Zweimal Start in Amsterdam

Amsterdam, 11. Nov.(Drahtb.) Das Dornierflugzeug Do X ist heute vor­mittag um 11,40 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Flughafen Amsterdam zum Wei­terflug nach Calshot, dem englischen See­flughafen bei Sonthampton, gestartet. An Bord befinden sich diesmal neben der 14töpfigen Besatzung 25 Passagiere, die von den Dornierwerken geladen worden waren. Auch Dr. Dornier und seine Gattin neh­men an dem Flug teil.

Nach einem längeren Fluge über der Zuider See ist das Dornierflugboot Do X in der Nähe der Pampus Insel, wie er heißt, wegen Motordejektes, aus das Was­ser niedergegangen. Um 11,45 Uhr(Am­sterdamer Zeit) gelang es der Maschine aber wieder aufzusteigen. Sie kreuzte um 12 Uhr über der Stadt Amsterdam und ver­schwand in westlicher Richtung.

Hierzu wird noch gedrahtet: Das Flug­schiff ist nach der bereits gemeldeten Motor­störung erneut zum Flug nach England ge­startet. Sofort nach der Fahrtunterbre­chung war mit der Untersuchung des zwei­ten Backbordmotors, der in der Luft aus­gesetzt hatte, begonnen worden. Als dieser Motor nach Verlauf von etwa einer halben Stunde wieder gut in Gang gebracht war, wurde um 11.50 Uhr Amsterdamer Zeit (12.30 Uhr deutscher Zeit) von neuem ge­startet. Auch dieser Start verlief ebenfalls innerhalb einer halben Minute vom Was­ler. Nach einem längeren Rundflug über der Znider See setzte sich Do X in einer Höhe von etwa 300 Metern von Schelling­wonde in Richtung Amsterdam in Bewe­gung.

Erklärungen Dr. Dorniers

— Amsterdam, 11. Nov.(Drahtber.) Der Amsterdamer Vertreter des WTB hatte Sonntagabend mit dem Konstrukteur des Do X und dem technischen Leiter der Dornierwerke, Dr. Claudius Dornier, eine Unterredung, die sich hauptsächlich mit der mehrmaligen Verschiebung des Startes des Do X zum Weiterfluge nach England und den Bedenken und Mutmaßungen befaßte, die deswegen verschiedentlich geäußert und namentlich auch in einem Teil der eng­lischen Presse zum Ausdruck gebracht wor­den sind.

Dr. Dornier betonte hierbei, daß den Dornierwerken sowohl aus dem Fluge nach England wie auch auf den weiteren euro päischen Etappenflügen die unbedingte Sicherhei: der von ihnen eingeladenen Fluggäste über alles gehe. Der Do X nehme auf seinem Fluge nach England 19 Passa­giere mit für deren Wohlergehen sich die Dornierwerke verantwortlich fühlten. Es sei in erster Linie dieses hohe Verantwor­tungsbewußtsein, das die Flugleitung— ungeachtet irgendwelcher in Umlauf ge­brachter Mißdeutungen— zum Aufschud des Abfluges veranlaßt habe. Die Deutsche Seewarte in Hamburg, von der der D X vereinbarungsgemäß die Wetterberichte er­halte, und deren Leiter Dr. Seilkopf mir dem Flugschiff mitfliege, habe ausdrücklich von einem Start abgeraten. Auch eines der regelmäßig zwischen England und dem Kontinent fliegenden Postflugzeuge habe am Samstag den Ueberflug wegen des starken Nebels aufgeben müssen. Zu dem handele es sich bei der jetzigen europäischen Route nicht um eine Rekord=, sondern um eine Propaganda= und Vorführungsreise, bei der mehrere Tage Aufenthalt mehr oder weniger keine Rolle spielten. Wenn man die Meinung geäußert habe, das der Do X kaum für den Ozeanflug geeignet sein könne, da der Flug nach England mit Rücksicht auf das Wetter so lange hinaus­gezügert worden sei, so müsse dem entgegen­gehalten werden, daß es wohl in der gan­zen Welt keine Firma gebe, die auf diesem Gebiete so viel geleistet und so zahlreiche Erfahrungen gesammelt habe wie die Dor­nierwerke. Die Dornierwerke wüßten ganz genau was man mit einem Isnaboot von der Gröb= und Anarsittung des D X unter­nehmen dürse und was nicht.

Uebereilung könne nicht im Interesse des Unternehmens liegen. Wenn demnächst in Lissabon der endgültige Entschluß zum Ozeanstart gefaßt werde, dann könne die Welt davon überzeugt sein, daß alles ge­tan sei, was eine erfolgreiche Ueberfliegung des Weltmeeres verbürge.

Mit Do X über den Kanal

(Copright Wolffs Telegr.=Büro)

Von unserem an Bord des Do X befindlichen Sonderberichterstatter geht uns folgender Bericht über den Flug nach England zu:

An Bord des Do X Calshot, 10. Nov., 9 Uhr. Alles ist an Bord. Holländische Marine kommt auf einem Schiff längs­seits und spielt die deutsche und holländi­sche Nationalhymne.— 9,50 Uhr: Die Mo­toren werden angeworsen. 10 Uhr: Wir rollen auf die Zuidersee hinaus, blauer Himmel und Sonnenschein. Die Motoren müssen warm lausen.— 10,30 Uhr passie­ren Fort Pampus und Leuchtturm. Mo­torboote begleiten uns. 10,46 Uhr Start. An Bord 16 Mann Besatzung und 21 Passagiere. Totalgewicht 46 Tonnen. See­gang mittel. Startzeit 35 Sekunden. Stei­gen sehr rasch. Boe. Am Steuer beide Piloten. Dr. Dornier im Kommandoraum. Lady Hay hängt den Talisman=Kater der Weltreise ans Fenster. Alles richtet sich gemütlich ein. Plötzlich Ueberraschung. Wir landen. Ein Oelkühlerträger ist ge­

rissen, wird aber sofort repariert. Wäh­rend der Reparatur herrscht in der Bar Hochbetrieb. Neuer Start um 11,28 Uhr. Startzeit 34 Sekunden. In 300 Meter Höhe über Amsterdam. 12,05 Uhr Zünd­holzstadt Zaandam. Ueber dem Nordsee­kanal zum Meer. Durch diesige Schicht bricht Sonne. Unten grünes, flaches Land mit ungezählten Wasserrinnen. Wir flie­gen über Dünen, die wie eine Wüste wir­ken. Links im Dunst liegt Haarlem. Im­mer noch Dünen. Hartmann singt an Bord. Alles in bester Stimmung. 12,25 Uhr Nordwijk. Die Nordsee ist erreicht. Steuern 2,32 Grad. Fliegen die Kuste entlang. Scheveningen kommt in Sicht. Endlich das weite, weite Meer, das si fern am Horizont in Wolken verliert. Das Wasser zeigt eine graugrüne, schmutzige Farbe, von der weiße Wellenköpfe sich ab­heben. 12,30 Uhr überfliegen Haag. Rechts Cumuls=Wolken wersen phantastische Schal ten aufs Meer. Links große, grüne Ebene mit viel Besiedlung. Tausende von Men­schen winken. Sirenen pseisen. Ueberflie­gen Blumenkulturen. Hunderte von nie drigen Häusern mit in der Sonne glitzern­den Glasdächern. Hoek van Holland. Im­mer der Küste entlang. Wetter sehr schön. Dr. Dornier unterhält sich in der Bar mit Pressevertretern. Ueberall das gleiche Ge­fühl der Sicherheit und Bequemlichkeit. Die Motoren lausen gut. Wir entfernen uns von der Küste. Alles lehnt sich in die weichen Polster und freut sich an dem wun dervollen Flug. Um 1.20 Uhr Zeebrügge

Immer weiter der Küste entlang. Gute Fahrt. 175 Kilometer in der Stunde. 1,30 Uhr Dünkirchen. Tausende von Menschen winken. Man kann die Begeisterung vom Flugzeug aus erkennen. Flughöhe 200 Meter. Meer sehr bewegt. An Bord ist es gemütlich wie in einer großen Stube. Man läuft hin und her, blickt da und dort zu den Bullaugen hinaus oder pendelt zwischen Bar und Küche. Es ist wirklich vollkommen ruhig in der Luft. Ellel wacht mit seinen treuen Mechanikern über die Motoren. Er lächelt zufrieden. Schild­hauer steuert, Flugkapitän Merz sitzt da­neben und nimmt sein Mittagessen. Ka­pitän Christiansen ist glücklich. 1,45 Uhr: Wir haben die Hälfte des Weges zurück­gelegt. Ueber das grüne Meer begleitet uns der Schatten des Flugschiffes. Soeben kreuzt er einen Passagierdampfer. An Deck singt alles und jubelt hinauf. Die Si­renen heulen. Schon vorbei. Der Damp­ser wird kleiner und kleiner, ein Pünktchen, ein Nichts, das weite Meer. Beide Ufer unsichtbar. Rings um uns die riesige Wasserfläche, auf der die Sonne eine gol­dene Brücke baut. 2,10 Uhr: Die weiße Steinküste von England kommt in Sicht. 10 Minuten später passieren wir Dover. Es wird sehr nebelig. trotzdem wir nur 500 Meter von der Küste entfernt sind, ist diese nicht zu sehen.

Es ist wieder klarer geworden. Klare Sonne. Küste ganz flach. 2.35 Uhr: Passieren Landspitze von Dungeneß. Flug­höhe 180 Meter. Sehr böig. Docks rea

Angekurbelte Preissenkung

Ertolpreiche Verhandlungen Schleles In Berlin Brotverkaut einhelllich nach Gewicht 1250 Gr. as statt 50 Piennig/ Wenlgstens ein Anlang

2= Berlin, 11. November.(Drahtb.) Im Reichsministerium für Ernahrung und Landwirtschaft fanden in den letzten Ta­gen mehrfach Verhandlungen mit den Ver­tretern der Spitzenorganiation der Deut­schen Bäckerinnungen, dem Zweckverband der Bäckermeister Groß=Berlins und der Vereinigung der Brotfabrikanten Groß­Berlins statt, die am Montag zum Ab­schluß gebracht wurden. Die Vertreter des Bäckergewerbes und der Brotfabrikanten wiesen bei den Verhandlungen daraufhin, daß die Brotpreise sich fortlausend den Mehlpreisen angepaßt hätten und daß die derzeitige Spanne zwischen beiden in der Haupt ache auf die Erhöhung der allgemei­nen Abgaben und Unkosten zurückzuführen sei. Sie erklärten sich jedoch unter voller Würdigung der allgemeinen Notlage und mit Rücksicht auf die von der Reichsregie­rung zu ihrer Behebung und zur Sentung der öffentlichen Abgaben und Lasten einge­leiteten bezw. in Aussicht genommenen Maßnahmen zu folgenden Abmachungen bereit:

1. Bäckergewerbe und Brotfabrikanten verpflichten sich, grundsätzlich der Forderung des Reichsministeriumo für Ernährung und Landwirtschaft entsprechend das Brot in Zukunft einheitlich nach Gewicht zu ver­kaufen.

2. An Stelle des für die Zeit vom 3. bis 9. November für Groß=Berlin maß geblichen Taselgewichtes von 1225 Gramm für das Roggenbrot wird in Zukunft ein Einheitsgewicht von 1250 Gramm für das Normalbroi treten.

3. Der Preio für das Normalbrot von 1259 Gramm wird bei gleichbleibender Qualität in Berlin ab 13. November von 50 Pfg. aus 46 Pfg.

Die N. chsregierung erkennt die Opfer­willigkeit des Bäckergewerbes und der Brotf-brikanten, die darin zum Ausdruck kommt, daß die Preisspanne für das Nor­malbrot bei gleic zeitiger Erhöhung des Gewichtes gesenkt wird, voll und ganz an. Sie erwartet, daß nich, nur die einzelnen Fäcker und Brots-brikanten den Verein­barungen ihrer Vertreter mit dem Reichs­ernährungsministerum vollauf Rechnung tragen, ondern, daß auch die übrigen an der Brotversorgung beteiligten Gruppen sich der allgemeinen Preissenkung in einer Weise anschließen, daß sie für den einzel­nen Verbraucher fühlbar wird.

Aus dieser Preissenkung in Groß=Ber­lin darf aber nicht die Folgerung gezogen werden, als od allgemein im Reich die

Brotpreise gesenkt werden. Es wird Auf­gabe von Besprechungen zwischen dem Reichsernährungsministerium und dem „Germania"=Verband sein, die notwendigen Unterschiede in der Preisgestaltung zu klären und die durch die Entwicklung der jeweils notwendigen Brotpreisveränderun­gen festzustellen.

Um 5 Pfennig je Pfund Preissenkung

des Deutschen Fleischerverbandes

— Berlin, 11. Nov.(Drahtber.) Im Rahmen der Preissenkungsaktion der Reichsregierung fanden in den letzten Ta­gen im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wiederholt Besprechun­gen mit den Vertretern des Fleischer­gewerdes statt. Hierbei wurde festgestellt daß die Schweinefleischpreise im Monat Oktober gegenüber dem September dieses Jahres beträcktlich zurückgegangen sind, und, daß die derzeitigen Preise für Schweinefleisch den Schweinemarktpreisen gefolgt und angepaßt sinv. Im Hinblick cuf die ungünstigen wirtschaftlichen Ver­hältnisse hat der Deutiche Fleischerverband folgenden Entchluß gesaßt: „Das Fleischergewerde erkennt an, daß in Anbetracht der wirtschaftlichen Rotlage­ein allgemeiner Preisabbau, auch für Le­bensmittel, durchgeführt werden muß. An die Verbandemitglieder wird deshalb die Aufforderung gerichtet, auf der Grundlage der Einkausspreise unter Berücksichtigung der Steuern, Gebühren und sonstigen La­sten, die das Fleischergewerde zu tragen hat, scharf zu kalkulieren und die Spanne für Schweinefleisch um 5 Pig. je Pfund zu senken.

Das Fleischergewerbe gibt eine Vor­leistung, die nur eine begrenzte sein kann und nur aufrecht erhalten wird, wenn die von der Reichsregierung auf der ganzen Linie zugesagten Abbaumaßnahmen sich schnellsteng auswirken werden, und wenn die Länder und insbesondere auch die Ge meinden auf keinen Fall die hohen Abgaben und Lasten beibehalten, sondern im Gegen­teil ebenfalls erheblich herabsetzen.“

Die Reichsregierung begrüßt die en Be­

schluß des Deuischen Fleichergewerbes, bei dem Ernst der Zeitumstände Rechnung trägt. Sie erwartet, deß nickt nur die Ladenfleischer dieser Aufforderung Folge leisten, sondern, daß auch die übrigen an

der Fleischversorgung beteiligten Gruppen, darunter die Konsumvereine, sich dem Vor­gehen des Fleischerverbandes anschließen.

Ein ganzer Pfeunig

Herabsetzung der Handelsspanne für Milch

beabsichtigt

— Berlin, 11. November.(Drahtb.) Der Verband der Vereinigten Berliner Milchhändler, die Arbeitsgemeinschaft der freien Berliner Milchhändler und der Milchverkaufsverband Norddeutscher Meie­reien werden ihren Mitgliedern empfeh­len, vom nächsten Montag ab die Handels­spanne der Milch ur einen Reichspfennig herabzusetzen.

Ein Anfangserfolg Die Auswirkung der Breissenkung

Berlin, 11. Nov.(Eig. Drahtber.)

In politischen und wirtschaftlichen Kreisen wird die vom Reichvernährungsminister gestern erreichte Sentung der Preise fur

Brot, Fleisch und Milch als ein erfreulicher Ansangserfolg bezeichnet, der auf den an­deren Gebieten der Ernährung noch ver­vollständigt werden soll. Es wird aus­drücklich betont, daß Berlin nur den Aus­gangspunkt bildet und daß die Senkung sich auf das ganze Reich erstrecken soll. Die jetzt vorgesehene Preissenkung macht pro Jahr, auf das ganze Reichsgebiet gerech­net, für den Konsum beim Brot 90 bie 100 Millionen, beim Fleisch etwa 150 Millionen Mark aus. Zunachst gilt die Fleischpreissenkung nur für Schweinefleisch, das etwa mit Zweidritteln an dem gesam­ten Fleischkonsum beteiligt ist. Es ist aber damit zu rechnen, daß auch für Rindfleisch und die übrigen Fleischarten eine Verbilli­gung folgen wird. Beim Brot ist Vor­sorge dafür getrossen worden, daß keine Qualitätsverminderung eintritt. Die Al­tion zur Verbilligung der Rartosseln soll e beschleunigt werden, daß sie sich noch auf die Eindeckung des Winterbedarfer mit auswirkt. Man lann wehl annehmen, daß auch mit dem Rolonialwarenhande! parallele Verhandlungen über die Ver­minderungder Preisspanne weitergeführt werden. Darüber hinaue hat der Reichs. ernährungsminister aber auch die Absicht, den„—tunandel in seine Aktion mit einzubeziehen. Entsprechende Schritte dürften bereite eingeleitet sein.

gieren sehr träge und langsam. Schreib­maschinengeklapper. Journalisten machen ihren Bericht für Calsthon fertig. 2.50 Uhr: Brighton in 150 Meter Höhe pas­siert. Kilometerlanger Strand. Die Küste wird steiniger, senkrecht ins Wasser fal­lende Kreideselsen sehen aus, als ob ein Profil der Erde geschnitten wäre. Im Abstand von 500 Metern längs der Küste weiterzu Sportflugzeuge, die uns beglei­ten. Portsmouth kommt in Sicht. Gro­ßes, zweimotoriges Wasserflugzeug kommt nebenher geflogen. Größtes Wasserflugzeug Englands. Die Leute an Land erhalten dadurch einen Begriff von der Größe des Do X.

3.40 Uhr: Calsthon kommt in Sicht. Wir fliegen in die Bucht, deren Einfahrt von drei Forts gesperrt ist. Passieren die Lotsenschule. Do X braucht keinen Lotsen. Ein Wasserflugzeug kommt auf uns zu, ein zweites, ein drittes und viertes; bald sind es zehn, dann fünfzehn.

4.10 Uhr: Wir kreisen über der Flug­station Calsthon. Tausende von Menschen, Riesenschlangen von Autos. Noch eine ele­gante Kurve und Do X landet. Zur glei­chen Zeit landen links und rechts fünf Wasserflugzeuge. Es sieht aus, als ob eine große Gans mit ihren Kücken zu Wasser ginge. Ueberall große Absperrungen. Poli­zeiboot läßt niemanden heran. Zwei Scha­luppen kommen längsseits. Zehn Minuten später liegt das Riesenflugboot vor Anker. Alle bedauern, daß der herrliche Flug schon zu Ende ist. Strecke von Amsterdam bis zur Landung in 3 Stunden und 51 Minuten zurückgelegt. Durchschnitt 150 Kilometer. Die Paßfrage wird schnell er­ledigt. Passagiere und Offiziere gehen von Bord, die Besatzung bleibt. Wir blei­ben bis zum 13. November, dann Start nach Bordeaux, der nächsten Etappe.

Bordbericht

unseres Sonderberichterstatters

(Copright Wolffs Tel.=Büro)

In Ergänzung unserer Landungsmel­dung erhalten wir von unserem an Bord des Do X befindlichen Sonderberichterstat­ter Dr. Tilgenkamp folgende Meldung über den Verlauf der zweiten Etappe des West­europa=Fluges des deutschen Flugschiffes:

Von Bord des Flugschisses De X,

10. Nov. Wir fliegen längs der engli­schen Küste und passieren soeben bei herr­lichem Sonnenschein Newhaven in Flug­höhe von 100 Metern. Der Do X fliegt vollkommen ruhig. Nach einem guten Imbiß befinden sich die Passagiere in bester Stimmung. Der Flug ist unver­gleichlich schön. Ueberall wird unser sil­dernes Schiff begeistert begrüßt. In 30 Minuten werden wir landen. Der Do X hat sich auch auf dieser zweiten Etappe glänzend bewährt.

Dr. Tilgenkamp.

in England

Empfang in Calshot

London. 11. Nov.(Drahtb.) Da, Flugschifs Do X, das gegen 15,30 Uhr britischer Zeit über Calehet eingetroisen war, ist um 15.37 Uhr glucklich gelandet. Etwa ein Dutzend Flugzeuge hatten dem Flugschiff das Geleit gegeben.

Das Flugschiff Do X hat Beighton um 15.05 U: überflogen. Von Bord der De X wurde folgendes Telegramm gesandt: Auf dem Wege von Amsterdam nach Sout­hampton Dover passiert nach glänzender gleichmäßiger Fahrt von 169 Kilometern Geschwindigkeit in der Stunde. An Bord alles wohl, führt Do X 21 Fahrgäste sicher nach Southampton. Die Fahrt geht jetzt an der englischen Rüste, an den englischen geuetschissen voruber. Am 3.27 Uhr

englische Küste in Sicht. An Bord allee wohl.

In Calshot hatten sich schon im Laufe des Vormittags zahlreiche Schaulustige einge­sunden, die am Strande Aufstellung nah­men in der Hoffnung, den De X bei seiner Ankunft zu sehen. Lustoizemarschall Lamb. der Besehlshaber des Rüstenbezirks, war gekommen, um Dr. Dornier und Rapitän Christiansen namens des Luftsahrtsmini­sterg zu begrühen und zu beglückwünschen. Ale Vertreter der deutschen Botschaft in London war Herr von Scherpenberg er­schienen. Nurz nach 2 Uhr stieg eines der großen Flugboete der Southamptoner Station ans. um dem De X entgegenzuflie­