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für den Kreis Hörde und den Landkreis Dortmund.

Abonnemens=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erschein Dienstag, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.

Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder oeren Raum 10 Pig

außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg Redaktion, Druck und Verlag von Cori Braus in Schwerte.

Nr. 21.

Schwerte, Samstag, 18. Februar 1893.

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Amtliche Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

Seitens des Haupthirektoriums des landwirtschaft­Provinzial=Vereins für die Mark Brandenburg und die Niederlausitz zu Berlin ist mit Genehmigung

Herrn Mmisters für Landwirtschaft, Domänen und in Charlottenburg ein Instint zur Ausbil­dung von Lehrschmiedemeistern errichtet und am 1. Mai v. Jahres eröffget worden. Diese Anstalt hat den Zweck, Hufschmieden Gelegenheit zu geben, sich

Leiter von Hufbeschlag=Lehrschmieden auszubilden. Für die Anstalt gelten die folgenden von dem Herrn Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten genehmigten Vorschriften.

. Vorschriften

für die Ausbilrung von Hufbeschlag=Lehrmeistern dem Institut zur Ausbildung von Lehrschmiedemeistern zu Charlottenburg.

§ 1. Der Anstalt sällt die Aufgabe zu. Huf­de in ihrer Ausbildung soweit zu fördern, daß dieselben befähigt sind, als Vorsteher von Lehrschmieden

8 2 Der Kursus dauert 4 Monale und beginnt,

die ersorderliche Zahl von Anmeldungen zu dem­selben eingelaufen ist. Der Unterricht ist unemgellih. § 3. Es werden nur Schmiede zugelassen, weiche die Prüfung als Schmiedemeister, sowie die durch das G setz vom 18. Juni 1884 angeordnete Prüfung, die letztere mindestens mit dem Prädikat„gut" bestanden haben, im Stande sied, richtig zu schreiben und ihren Gedanken in klaren Worten Ausdruck zu geben.

§ 4. Die Teilnehmer erhalten von dem Vor­stande der Lehrschmiede besonderen Unterricht, nament­lich über Einrichtung des Hufes und Bau, Stellungen

und Bewegungen der Gliedmaßen, über Geschichte und Entwickelung des Hufbeschlages, sowie über Huspflege, Hufkrankheiten und Krankheiten der Gliedmaßen, so­weit der Hufbeschlag auf die En stehung oder Heilung

#### fertigung von Zeichnungen normaler und kranker Huse und eben solcher Stellungen der Gliedmaßen, so­weit sich diese Ausbildung für den später zu erteilen­den Unterricht zwickmäßig erweist.

Auch sollen Uebungen mit denselben im freien Vortrage über Gegenstände des Hufbeschlages ange­

Endlich haben die Teilnechmer dem Unterrichte der Zöglinge der Anstalt beizuwohnen und unter Aufsicht des Vorstehers selbst den Unterricht zu erteilen.

§ 5 Vier Wochen nach Beginn des Kursus hat der Vorsteher sich über die Befähigung und sonstigen Eigenschaften der Teilnehmer zu äußern.

Wo die Aussicht auf eine entsprechende Durch­sbildung nicht vorhanden ist oder aus anderen Gründen die Qualisikation eines Teilnehmers angezweifelt wer­den muß, ist der Betreffende alsbald zu entlassen. Dem Letzteren steht das Recht zu, gegen diese Maß­regel bei der im§ 6 genauten Prüsungs=Komm'ssion Beschwerde zu erheben.

§ 6. Nach Ablauf des Kursus findet unter dem Vorsitze eines von dem Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten ernannten Kommissars vor einer von dem Hauptdir ktorium des landwirtschaftlichen Provinzial=Vereins für die Mark Brandenburg und die Niederlansitz ein zusetzenden Kommission eine Prüfung

statt, welche sich auf alle Gegenstände des praktischen

und theoretischem Unterrichts erstreckt. Auch hat der zu Prüsende eichen oder mehrere Schüler zu unter­richten und mit denselben eine Prüfung anzustellen.

Der von, dem Minister ernannte Vo sitzende der Prüfungs=Kiommission hat das Recht, gegebenen Falles das Urteil„dieser Kommission zu beanstanden.

§ 7. Die Prüsungsgebühr beträgt 20 Mark.

§ 8.: Von dem Ergebnis der Prüfung ist dem

Ministert für Landwirtschaft, Domänen und Forstn unter Feifügung einer Abschrift der erteilten Zeugnisse behuss Ventsprechender Benachrichtigung der zuständign Königlischen Regierungs=Behörden Mitteilung zu mache Aernsberg. den 21. Januar 1893.

D#rr Regierungs=Präsident. Winzer.

Bekanntmachung.

4 Die Maul= und Klauenseuche unter dem Viehb:=### Absch

inde des Landwiris Heiar. Ostermann zu Westrich st erloschen und di: Gehöstssperre aufgehoben worden.##4%h Lütgendortmund, den 15. Februar 1893.

Der Ehrenamtmann, Westermann.

Bekanntmachung.

Behuss Wahl von Schulrepräsentanten für die

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tag, den 28. d. wis., nachmittags 1 kihr, in dem Lo­

Iale des Wirts Kohlmann zu Wiaede anberaumt, wo­möbes sämtliche wahlberechtigte Schulgemeinde=Mitglieder Ingnaten werden. Gleichzeitig bemerke ich, daß das verzeichnis der wahlberechtigten Schulgemeinde=Mit­

Lieder bis zum Wahltermin in der Behausung des

gen sei absolut nichts anders zu erreichen gewesen. Die Notlage der Landwirtschaft werde auch von ihm gewürdigt, aber durch die kleine Zollermäßigung sei doch der große Kornpreisrückgang nicht veranlaßt. Er wolle gewiß gleiches Recht für alle. Wenn die Lank­wirtschaft von ihren Opfern redi, so möchte sie auch die nicht übersehen, die in ihrem Interesse gebracht würden. Abg. Graf Kanitz(kons.) dankt dem Reichs­kanzler für seine Erklärung und giebt zu, daß die Zollermäßigung allein den Preissturz für Getreide nicht veranleßt habe. Die Landwirtschift müsse erhal­ten werden, denn sonst fehle es der Industrie an Käufern. Abg. Buhl(nationalliberel) wünscht einen Schutz der Landwirtschaft, hält aber den neuen Zollsatz für boch genug. Redner wird jede Abänderung des Freizügigkeitsgesetzes entschieden bekämpfen. Abg. Baum­bach(freis) hält den Handelsvertrag mit Rußland im Interesse des Ostens für unbedingt erforderlich. Abg. Graf Mirbach(kons.) wird unter keinen Umständen für dn Handelsvertrag mit Rußland stimmen und wünscht Abänderung des Erbrechts auf dem Lande, das so sehr zur Verschuldung beitrage. Staatssekretär von Marschall legt dar, daß wir bei Nichtabschluß der Ver­träge sofort das Absatzgebiet in der Schweiz mit meh­teren hundert Millionen verloren hätten. Die kleine Zollermäßigung für Getreide komme nicht in Betracht. Reichskanzter Graf Caprivi und Staatssekretär von cher legen dar, daß die deutscher Vertreter bei

den Verhandlungen es weder an Eiser, noc an Ener­sätten fehlen lassen. Abg. Rickert(freis.) und Schultz(Soz.) sprechen für den Vertrag. ebenso Abg. Bambeiger. Dann wird die Sitzung vertagt.

Am Donnerstag wurde die Beratung des Etats des Reichsamtes des Innern fortgesetzt. Abg. Geaf Arnim(freikons.) führt aus, Industrie und Lindwirt­schaft seien nicht immer mit gleichem Maß: gemessen, die letztere habe auch von den Handelsverträgen den schwersten Schaden gehabt. Deshalb wolle sie von dem neuen Vertrag mit Rußland nichts wissen. Staats­sekretär von Marschall erklätt die Angriffe auf die Handelsverträge für übertrieben. Landwittschaft und Industrie würden viel schlechter dastehen, als sie heut: stehen, wenn die Verträge nicht geschlossen würden. Einschüchtern werde sich die Regierung absolut nicht lassen, sondern den Weg fortsetzen, den sie für recht halte, nämlich einen Ausgleich der verschiedenen Inter­essen von Handel, Industrie und Landwietschaft her­beizusürren. Abg. Wilbrandt(freis.) hält eine leistungs­fähige Landwirtschaft für nötig, aber Personen, schlecht gewirtschaftet hätten, oder ihren Besitz zu teue gekauft hätten, zu unterstützen habe für keinen Staat ein Interesse. Redner ist selbst Landwirt und bezeichne den ermäßigten Zoll als durchaus genügend. Abg. von Manteuffel(kons.) verteidigt die landwirtschaft= liche Bemegung gegen mehrere Bemerkungen des Staatssekretärs von Marschall und betont, die Interessen von Landwirtschaft und Industrie seien durchaus gleich bedeutend. Blühe die die Industrie nichts. Redner wünscht Anderungen des Erbrechts und der Freizügigkeit. Reichskanzler Graf Cap ivi geht auf die allgemeinen Wünsche der Lund­sont, daß der deutsche Lind

schaftsrat vor dem Abschluß der vorjährigen Handels­verträge gehört sei. Sein ablehnendes Voum sei auch erwogen, aber die verbündeten Regierungen seien zu der Ueberzeugung gelangt, daß das allgemeine Interesse den Abschluß der Verträge fordere. Abg. Graf Hoensbröch(Zir.) meint, die Landwirtschaft werde glauben, daß die Regirrung auf einem freihändlerischen Standpunkt stehe, nachdem der Reichskanzer die Korn­zölle als schwere Last für das Land bezeichnet habe. Reichskanzler Graf Caprivi antwortet, jeder Zoll und jede Steuer sei eine Last für das Land. Daraus folge aber doch noch nicht, daß die Regierung auf manchesterlichem Standpunkt stehe. Abg. Barth(freis.) betont, daß ein großer Unte schied zwischen den Inter­essen, des schon seit Jahren begünstigten Großgrund­besitzes und der kleinen Landwirte bestehe. einigen kurzen Bemerkungen wird die Sitzing bis Freitag 1 Uhr vertagt

Preußisches Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 15. Februar.

Am Mittwoch wurde die vor acht Tagen abge­brochene Beratung der Petttion des landwirtschaft­lichen Zentralvereins der Provinz Sachsen gegen ven Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland Die Petttions=Kommission beantragt, die Peiitiog der Regierung als Maierial zu, über weisen; die konservativen Parteien beantragen Ueber­weisung zur Berücksichtigung. Abgeordnete v. Kröcher (kons.) befürwortet den Antrag seiner Partei, der hier sehr wohl am Platze sei, denn Preußen sei bei dem russischen Vertrage hervotragerd interessiert. Die Han­delsvertragspotitik der Regierung habe unter den Land­

von Minnigerode(kons.) und Szmiula(Z'r.) sind ent­schieden dagegen. Handelsminister von Berlepsch legt dar, daß vor den vorjährigen Handelsverträgen indu­stri lle Sachverständige ausreichend gehört seien. Abg Myer=Berlin(freis.) enthält sich des Urteils über den

über das Meer hinausgeflogen und dieses mit Hülfe der Bemühungen seiner seefahrenden Staaten. Nun denn, Du freie Hansestadt Bremen, fahre hinaus, sende Deine Boten

Vertrag mit Rußland, bis derselbe dem Reichstage weit übers Meer und verkünde allen denen,

vorliegt. Hierauf wird die Verhandlung bis Donnerstag 11 Uhr vertagt.

Die Debatte über den russischen Handelsvertrag wird Donnerslag fo tgesetzt. Abg. Vopelius(frekons) kommt auf eine frühere Aeußerung zurück, und be­hauptet posielv, daß der als Komm ssar bei den Han­delsvertragsverhandlungen verwendete Geh. Rat Hubr freihändlerischen Tendenzen buldige. Abg. Schmieding (natlib) hält den ermäßigten Kornzoll für hoch genug, zumal der Landwirtschaft durch die Steuecrefo m große Lasten abgenemmen würden. Redner wünscht dringend das Zustandekommen des Vertrages mit Rußland. Abg. Schmitz(Ztr.) hält den Vertrag für unannehmbar, wenn anders ein kräftiger und gesunder Baucenstand geschaffen werden soll. Abg. Böttinger(natlib.) beklagt sich darüber, daß bei den Handelsverträgen die Ver­treter der Industrie zu wenig gehört seien. Minister von Verlepsch stellt das ganz entschieden in Abrede. Abg. Ritter(freikons.) hat schwere Bedenken gegen den Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland und wünscht jedenfalls die Interessen der Landwirtschaft und Industrie ausgiebig gewahrt. In der Bivölkerung liege eine trübe Stimmung, und die Situation erscheine ihm fast so, als seien wir erkrankt und man wisse kein Heilmittel, Abg. von Eynern(natlib.) beiont, daß Industrie und Landwirtschaft auf einander ange­wiesen seien und beider Interessen kräftig gewahrt werden müßten. Nur sollten die Landwirte die Agitation für die Silberwährung, die wertlos sei, aufgeben. Deutschland brauche sich an Rußland nicht fortzuwerfen. Abg. Rickert(freis.) erwidert, Rußland habe die Vertragsverhandlungen angeregt; von einem Fortwerfen Deutschlands sei so keine Rede. Abg. Graf Limburg(kons.) konstatiert, das die konser­vative Partei der gegenwärtigen Regierungspolitik nicht zustimmen könne und verwirft entschieden den russischen Vertrag. Nach einigen weiteren Bemerkungen werden die Anträge Dziembowski=Eynern mit 313 gegen 25 Stimmen angenommen. Samstag Kultusetat.

Unser Kaiser, welcher sich am Mittwoch abend von Berlin nach Wilhelmshaven begeben hatte, ist am Donnerstag morgen daselbst bei herrlichstem Wetter eingetroffen und wurde auf dem Bahnhof durch die Admiralität empfangen. Vom Bahnhofe begab sich der Kaiser durch die reich beflaggten Hauptstraßen nach dem Exerzierhaus der zweiten Matrosendivision, wo die Vereidigung erfolgte. Truppen bildeten Spalier, die Bevölkerung brachte Landwirtschaft nicht, habe auch dem Kaiser lebhafte Huldigungen dar. Die Re­

mit!

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Gemeindevorstehers Heuvemann zu Wickede zur

Onsicht offen liegt.

wird Brackel, 13. Jebruar 1893.

Der Ehrenamtmann.

Sybrecht.

Deutsches Reich.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 15 Februar.

#### Der Präsident von Lev tzow ersucht die Herren, in der Debatte etwas kürzer zu fassen, da sonst Kr Etat nicht rechtzeitig fertig werde. Hierauf wird die Weiterberatung des Etats des Reichsamis des

2 Innern fortgesetzt. Reichskanzler Graf Caprivi stellt! Gefolge habe. Abg. von Kardorff(freikons.) schließt

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w.sschaft vernachlässigt habe; er habe zu wiederholten gegen den russischen Handelsvertrag stimmen, weil

das Gegenteil gezeigt. Bei den Handelsverträ= derselbe im Interesse des Ostens nötig sei. Abgg.

wirten sehr viel böses Blut gemacht,

deshalb sei

dringend zu wünschen, daß ein Vertrag mit Rußland unterbleibe. Abg. Arendt(freikons.) bekämpft ebenfalls den Vertragsschluß, der die Landleute ungemein erbittern werde, und weil das eine völlige Außerachtlassung der landwirtschaftlichen Inleressen bedeute. Ministerprä­sident Graf Eulenburg legt Verwahrung ein gegen die Ansicht des Vorredners, als ob die Landleute durch den Abschluß eines Vertrages mit Rußland ihren vaterländischen Pflichten untreu werden können. Redner ist bereit, auf die Lage der Landwirtschaft, deren Be­deutung von ihm durchaus gewürdigt werde, einzu­gehen, kann aber über die schwebenden russischen Handelsvertragsverhandlungen keine Mittellungen machen, zumal dies Reichssache sei. Abgg Erffa(kons.), von Schalscha(Ztr.), sprechen gegen den Handelsvertrag und wünschen Einführung der Doppelwährung, weil die heutige Goldwährung den größten Schaden im

trutenvereidigung nahm einen äußerst feierlichen Verlauf. Der Monarch hielt eine längere An­sprache, Kontreadmiral Oldekop brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Um 11 Uhr besichtigte der Monarch auf dem Artilleriehof die neue 28 Zim.= Haubitze mit großem Interesse. Nachmittags fand Schiffsbesichtigung statt. Abends entsprachen der Kaiser und sein Bruder, Prinz Heinrich, einer Ein­ladung des Vizeadmirals Valais zur Tafel. Heute, Freitag, gedenkt sich der Kaiser an Bord des Panzerschiffes„König Wilhelm“ nach Helgoland zu begeben.

Nach dem öfteren Vorgange des Kaisers hat auch Prinz Heinrich, des Kaisers Bruder, bei einer festlichen Gelegenheit das Wort ge­nommen zu einer patriotischen Kundgebung. Im Hause„Seefahrl“ in Bremen sprach der Prinz seine Freude aus, unter Seeleuten zu sein, einer Zunft„zu der ich mich stets mit Stolz und Freude bekannt habe. Während des Laufes meiner Ausbildung und meines späteren Lebens in der Kaiserlichen Marine ist es mir vergönnt gewesen, deutschen Fleiß und deutsche kaufmännische Wissenschaft und Erfol­ge im Auslande zu sehen und ihre Früchte zu genießen. Es sind nicht nur Handelsinter­essen, die Bremen groß machen, es ist die Bedeutung des Staates Bremen im Deutschen Reiche. Bremen hat es verstanden, in seiner großen, bekannten, geschichtlichen Zeit den großen deutschen Gedanken großzuziehen und zu unterstützen, nicht nur hier, sondern auch im Auslande. Und dessen ist man sich wohl bewußt. Es drängt sich mir hier ein Beispiel auf, eine Verknüpfung zweier Devisen. Die eine, wohlbekannt in fernen Ländern, draußen am Thor des Hauses Seefahrt stehend, die eine inhaltsvolle und schwere Bedeutung hat, lautet:„Navigare necesse est, vivere non est necesse.“ Das heißt:„Der Seemann rechnet im Verfolg seines Bernfs, wo es die Pflicht erheischt, nicht mehr mit seinem Leben, er schlägt es in die Schanze.“ Die andere Devise gehört jenem Hause an, dem anzuge­hören auch ich die Ehre habe. Sie lautet: „Vom Fels zum Meer!“ Meine Herren! Jungdeutschland ist vom Fels zum Meer und

die es noch nicht wissen sollten, daß hinter Dir der Fels des Deutschen Reiches steht, und sei Du in künftigen Zeiten, wie Du in verflosse­

nen warst, der Wahrer und Verpflanzer des großen deutschen Reiches und fördere die großen deutschen Interessen und Ideen.“ Dieser Trink­spruch fand jubelnde Zustimmung auf allen seiten.

In der Militärkommission des Reichstages hat der Abg. v. Benningsen bekanntlich den Antrag eingebracht, die zweijährige Dienstzeit für die Infanterie für die Dauer der neuen Vorlage gesetzlich festzustellen, was in letzterer nicht vorgesehen war. Aus einer Bemerkung, welche die„Nordd. Allg. Ztg.“ über diesen Antrag macht, scheint hervorzugehen, daß die Regierung demselben beipflichten wird.

Durch den wahrscheinlich bevorstehenden Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutsch­land und Rußland ist die Landwirtschaft im jüden wie im Osten Deutschlands in lebhafte Erregung geraten. Die zuletzt abgeschlossenen Handelsverträge mit Oesterreich und Italien haben für die Landwirschaft große Verluste mit sich gebracht; in größerem Maße würde das von einem Vertrage mit Rußland zu fürchten sein; es hat sich infolgedessen in Ber­lin ein„Bund der Landwirte“ gebildet, welcher einen Zusammenschluß der großen und der kleinen Grundbesitzer erstrebt, um die bedroh­lichen Schädigungen der Landwirtschaft fern zu halten.

Die Einmütigkeit der Parteien gegenüber der Sozialdemokratie war leider nicht mehr zu finden, als es sich um Beratungen handelte, über den Schutz des Handwerks und des Mit­telstandes; es ist zu bedauern, daß bei den Maßnahmen, welche gegenleichtsinnige Konkurse, Wuchergeschäfte und dergl. die liberalen Par­teien nicht auf Seiten des größeren Schutzes des Volkes zu finden sind.

England.

Im Unterhause erfolgt jetzt die Einbringung der neuen Home=Rule Bill für Irland durch den Premierminister Gladstone. Die Vorlage ist mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen.

Amerika.

Der Fluß Delaware hat die Stadt Treuton in Nordametika überschwemmt. Etwa 300 Fa­milien sind obdachlos geworden.

Westsalen und Rheinland.

Schwerte, 16. Febr. Ein wahres Früh­lingswetter hat der heutige Tag mit sich ge­bracht und wen die winterlichen oder regne­rischen Tage lange genug aus Zimmer ge­fesselt, fühlt sich durch die sonnigen Strahlen befreit, um hinaus ziehen zu können in die freie Natur. Ist auch die Hoffnung auf län­geres Anhalten der gegenwärtigen Witterung eine nur schwache, so darf man doch den Winter hinter uns wähnen und der Worte eingedenk werden:„Es muß doch Frühling werden.“

Schwerte, 16. Febr. Die Vorarbeiten zur Gründung eines Verbandes westfälischer Männer­Gesangvereine sind nunmehr beendet, und die Sta­tuten den einzelnen Vereinen zur Prüfung über­sandt. Dieser Bund soll hauptsächlich aus dem Grunde in's Leben gerufen werden, um dem Ueber­handnehmen der Gesangwettstreite entgegenzuwirken. Eine Anzahl von Vereinen hat sich bereits zum Beitritt gemeldet. In Hagen wird am nächsten Sonntag eine Delegierten=Versammlung abgehalten, und ist die Teilnahme sämtlicher Gesangvereine Westfalens sehr erwaüscht.

§ Schwerte, 16. Febr. Gestern hatten wir Gelegenheit, der Schulprüfung in der Präparandenanstalt zu Holzwickede beizuwohnen. Bürgte schon der gute Ruf der Anstalt für gute Leistungen, so wurden wir durch das, was uns vorgeführt wurde, überzeugt, daß mit großem Fleiße von tüchtigen Lehrern treu un­terrichtet und von den Präparanden nach Kräften gelernt worden ist. Wir können nicht den Inhalt der Prüfung in den einzelnen Fächern wiedergeben, jedoch wollen wir be­merken, daß die Examinanden durchweg frisch, flink und verständig ihre Aufgaben lösten. Besonders gefielen die Schnelligkeit und Sicher­