e heiden von Iserlohn n Freunden cwohl. Bolte. ∆ 90 ocksabrik ahl in emonnaies, zeuge, rstenwaren, und 1c rreu. gel. Ware. und billig. ern empfehkommenden fwerte. rgen: lonstbeef ch. Aal. arzkäse. 40 Pig. Pfg. ch geheist. Raffin. hten. r. 1893 ilo 5 Kilo 13— 1440 22/25 2350 22/50 1. 66 Zeizen We Juni=Juli Mai 136, K. Hafer Juni=Juli r. mit Faß 52.— K. Mai= Ju der vorrä 3.32,10 50er 91 ebr. St Schlal aufgetrieb 55 Schwei chafe. 9 sicht wu 00 A e 1. Qu 46—52 -61 M, 2. der per Pfd ität 57—63 4. Schafe lauft bli ben 40 A n 0 8 II SE für den Kreis Hörde und den Landkreis Dortmund. Abonnemens=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erschein Dienstag, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder oeren Raum 10 Pig außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg Redaktion, Druck und Verlag von Cori Braus in Schwerte. Nr. 21. Schwerte, Samstag, 18. Februar 1893. cme Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Seitens des Haupthirektoriums des landwirtschaftProvinzial=Vereins für die Mark Brandenburg und die Niederlausitz zu Berlin ist mit Genehmigung Herrn Mmisters für Landwirtschaft, Domänen und in Charlottenburg ein Instint zur Ausbildung von Lehrschmiedemeistern errichtet und am 1. Mai v. Jahres eröffget worden. Diese Anstalt hat den Zweck, Hufschmieden Gelegenheit zu geben, sich Leiter von Hufbeschlag=Lehrschmieden auszubilden. Für die Anstalt gelten die folgenden von dem Herrn Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten genehmigten Vorschriften. . Vorschriften für die Ausbilrung von Hufbeschlag=Lehrmeistern dem Institut zur Ausbildung von Lehrschmiedemeistern zu Charlottenburg. § 1. Der Anstalt sällt die Aufgabe zu. Hufde in ihrer Ausbildung soweit zu fördern, daß dieselben befähigt sind, als Vorsteher von Lehrschmieden 8 2 Der Kursus dauert 4 Monale und beginnt, die ersorderliche Zahl von Anmeldungen zu demselben eingelaufen ist. Der Unterricht ist unemgellih. § 3. Es werden nur Schmiede zugelassen, weiche die Prüfung als Schmiedemeister, sowie die durch das G setz vom 18. Juni 1884 angeordnete Prüfung, die letztere mindestens mit dem Prädikat„gut" bestanden haben, im Stande sied, richtig zu schreiben und ihren Gedanken in klaren Worten Ausdruck zu geben. § 4. Die Teilnehmer erhalten von dem Vorstande der Lehrschmiede besonderen Unterricht, namentlich über Einrichtung des Hufes und Bau, Stellungen und Bewegungen der Gliedmaßen, über Geschichte und Entwickelung des Hufbeschlages, sowie über Huspflege, Hufkrankheiten und Krankheiten der Gliedmaßen, soweit der Hufbeschlag auf die En stehung oder Heilung #### fertigung von Zeichnungen normaler und kranker Huse und eben solcher Stellungen der Gliedmaßen, soweit sich diese Ausbildung für den später zu erteilenden Unterricht zwickmäßig erweist. Auch sollen Uebungen mit denselben im freien Vortrage über Gegenstände des Hufbeschlages angeEndlich haben die Teilnechmer dem Unterrichte der Zöglinge der Anstalt beizuwohnen und unter Aufsicht des Vorstehers selbst den Unterricht zu erteilen. § 5 Vier Wochen nach Beginn des Kursus hat der Vorsteher sich über die Befähigung und sonstigen Eigenschaften der Teilnehmer zu äußern. Wo die Aussicht auf eine entsprechende Durchsbildung nicht vorhanden ist oder aus anderen Gründen die Qualisikation eines Teilnehmers angezweifelt werden muß, ist der Betreffende alsbald zu entlassen. Dem Letzteren steht das Recht zu, gegen diese Maßregel bei der im§ 6 genauten Prüsungs=Komm'ssion Beschwerde zu erheben. § 6. Nach Ablauf des Kursus findet unter dem Vorsitze eines von dem Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten ernannten Kommissars vor einer von dem Hauptdir ktorium des landwirtschaftlichen Provinzial=Vereins für die Mark Brandenburg und die Niederlansitz ein zusetzenden Kommission eine Prüfung statt, welche sich auf alle Gegenstände des praktischen und theoretischem Unterrichts erstreckt. Auch hat der zu Prüsende eichen oder mehrere Schüler zu unterrichten und mit denselben eine Prüfung anzustellen. Der von, dem Minister ernannte Vo sitzende der Prüfungs=Kiommission hat das Recht, gegebenen Falles das Urteil„dieser Kommission zu beanstanden. § 7. Die Prüsungsgebühr beträgt 20 Mark. § 8.: Von dem Ergebnis der Prüfung ist dem Ministert für Landwirtschaft, Domänen und Forstn unter Feifügung einer Abschrift der erteilten Zeugnisse behuss Ventsprechender Benachrichtigung der zuständign Königlischen Regierungs=Behörden Mitteilung zu mache Aernsberg. den 21. Januar 1893. D#rr Regierungs=Präsident. Winzer. Bekanntmachung. 4 Die Maul= und Klauenseuche unter dem Viehb:=### Absch inde des Landwiris Heiar. Ostermann zu Westrich st erloschen und di: Gehöstssperre aufgehoben worden.##4%h Lütgendortmund, den 15. Februar 1893. Der Ehrenamtmann, Westermann. Bekanntmachung. Behuss Wahl von Schulrepräsentanten für die PTE tag, den 28. d. wis., nachmittags 1 kihr, in dem LoIale des Wirts Kohlmann zu Wiaede anberaumt, womöbes sämtliche wahlberechtigte Schulgemeinde=Mitglieder Ingnaten werden. Gleichzeitig bemerke ich, daß das verzeichnis der wahlberechtigten Schulgemeinde=MitLieder bis zum Wahltermin in der Behausung des gen sei absolut nichts anders zu erreichen gewesen. Die Notlage der Landwirtschaft werde auch von ihm gewürdigt, aber durch die kleine Zollermäßigung sei doch der große Kornpreisrückgang nicht veranlaßt. Er wolle gewiß gleiches Recht für alle. Wenn die Lankwirtschaft von ihren Opfern redi, so möchte sie auch die nicht übersehen, die in ihrem Interesse gebracht würden. Abg. Graf Kanitz(kons.) dankt dem Reichskanzler für seine Erklärung und giebt zu, daß die Zollermäßigung allein den Preissturz für Getreide nicht veranleßt habe. Die Landwirtschift müsse erhalten werden, denn sonst fehle es der Industrie an Käufern. Abg. Buhl(nationalliberel) wünscht einen Schutz der Landwirtschaft, hält aber den neuen Zollsatz für boch genug. Redner wird jede Abänderung des Freizügigkeitsgesetzes entschieden bekämpfen. Abg. Baumbach(freis) hält den Handelsvertrag mit Rußland im Interesse des Ostens für unbedingt erforderlich. Abg. Graf Mirbach(kons.) wird unter keinen Umständen für dn Handelsvertrag mit Rußland stimmen und wünscht Abänderung des Erbrechts auf dem Lande, das so sehr zur Verschuldung beitrage. Staatssekretär von Marschall legt dar, daß wir bei Nichtabschluß der Verträge sofort das Absatzgebiet in der Schweiz mit mehteren hundert Millionen verloren hätten. Die kleine Zollermäßigung für Getreide komme nicht in Betracht. Reichskanzter Graf Caprivi und Staatssekretär von cher legen dar, daß die deutscher Vertreter bei den Verhandlungen es weder an Eiser, noc an Enersätten fehlen lassen. Abg. Rickert(freis.) und Schultz(Soz.) sprechen für den Vertrag. ebenso Abg. Bambeiger. Dann wird die Sitzung vertagt. Am Donnerstag wurde die Beratung des Etats des Reichsamtes des Innern fortgesetzt. Abg. Geaf Arnim(freikons.) führt aus, Industrie und Lindwirtschaft seien nicht immer mit gleichem Maß: gemessen, die letztere habe auch von den Handelsverträgen den schwersten Schaden gehabt. Deshalb wolle sie von dem neuen Vertrag mit Rußland nichts wissen. Staatssekretär von Marschall erklätt die Angriffe auf die Handelsverträge für übertrieben. Landwittschaft und Industrie würden viel schlechter dastehen, als sie heut: stehen, wenn die Verträge nicht geschlossen würden. Einschüchtern werde sich die Regierung absolut nicht lassen, sondern den Weg fortsetzen, den sie für recht halte, nämlich einen Ausgleich der verschiedenen Interessen von Handel, Industrie und Landwietschaft herbeizusürren. Abg. Wilbrandt(freis.) hält eine leistungsfähige Landwirtschaft für nötig, aber Personen, schlecht gewirtschaftet hätten, oder ihren Besitz zu teue gekauft hätten, zu unterstützen habe für keinen Staat ein Interesse. Redner ist selbst Landwirt und bezeichne den ermäßigten Zoll als durchaus genügend. Abg. von Manteuffel(kons.) verteidigt die landwirtschaft= liche Bemegung gegen mehrere Bemerkungen des Staatssekretärs von Marschall und betont, die Interessen von Landwirtschaft und Industrie seien durchaus gleich bedeutend. Blühe die die Industrie nichts. Redner wünscht Anderungen des Erbrechts und der Freizügigkeit. Reichskanzler Graf Cap ivi geht auf die allgemeinen Wünsche der Lundsont, daß der deutsche Lind schaftsrat vor dem Abschluß der vorjährigen Handelsverträge gehört sei. Sein ablehnendes Voum sei auch erwogen, aber die verbündeten Regierungen seien zu der Ueberzeugung gelangt, daß das allgemeine Interesse den Abschluß der Verträge fordere. Abg. Graf Hoensbröch(Zir.) meint, die Landwirtschaft werde glauben, daß die Regirrung auf einem freihändlerischen Standpunkt stehe, nachdem der Reichskanzer die Kornzölle als schwere Last für das Land bezeichnet habe. Reichskanzler Graf Caprivi antwortet, jeder Zoll und jede Steuer sei eine Last für das Land. Daraus folge aber doch noch nicht, daß die Regierung auf manchesterlichem Standpunkt stehe. Abg. Barth(freis.) betont, daß ein großer Unte schied zwischen den Interessen, des schon seit Jahren begünstigten Großgrundbesitzes und der kleinen Landwirte bestehe. einigen kurzen Bemerkungen wird die Sitzing bis Freitag 1 Uhr vertagt Preußisches Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 15. Februar. Am Mittwoch wurde die vor acht Tagen abgebrochene Beratung der Petttion des landwirtschaftlichen Zentralvereins der Provinz Sachsen gegen ven Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland Die Petttions=Kommission beantragt, die Peiitiog der Regierung als Maierial zu, über weisen; die konservativen Parteien beantragen Ueberweisung zur Berücksichtigung. Abgeordnete v. Kröcher (kons.) befürwortet den Antrag seiner Partei, der hier sehr wohl am Platze sei, denn Preußen sei bei dem russischen Vertrage hervotragerd interessiert. Die Handelsvertragspotitik der Regierung habe unter den Landvon Minnigerode(kons.) und Szmiula(Z'r.) sind entschieden dagegen. Handelsminister von Berlepsch legt dar, daß vor den vorjährigen Handelsverträgen industri lle Sachverständige ausreichend gehört seien. Abg Myer=Berlin(freis.) enthält sich des Urteils über den über das Meer hinausgeflogen und dieses mit Hülfe der Bemühungen seiner seefahrenden Staaten. Nun denn, Du freie Hansestadt Bremen, fahre hinaus, sende Deine Boten Vertrag mit Rußland, bis derselbe dem Reichstage weit übers Meer und verkünde allen denen, vorliegt. Hierauf wird die Verhandlung bis Donnerstag 11 Uhr vertagt. Die Debatte über den russischen Handelsvertrag wird Donnerslag fo tgesetzt. Abg. Vopelius(frekons) kommt auf eine frühere Aeußerung zurück, und behauptet posielv, daß der als Komm ssar bei den Handelsvertragsverhandlungen verwendete Geh. Rat Hubr freihändlerischen Tendenzen buldige. Abg. Schmieding (natlib) hält den ermäßigten Kornzoll für hoch genug, zumal der Landwirtschaft durch die Steuecrefo m große Lasten abgenemmen würden. Redner wünscht dringend das Zustandekommen des Vertrages mit Rußland. Abg. Schmitz(Ztr.) hält den Vertrag für unannehmbar, wenn anders ein kräftiger und gesunder Baucenstand geschaffen werden soll. Abg. Böttinger(natlib.) beklagt sich darüber, daß bei den Handelsverträgen die Vertreter der Industrie zu wenig gehört seien. Minister von Verlepsch stellt das ganz entschieden in Abrede. Abg. Ritter(freikons.) hat schwere Bedenken gegen den Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland und wünscht jedenfalls die Interessen der Landwirtschaft und Industrie ausgiebig gewahrt. In der Bivölkerung liege eine trübe Stimmung, und die Situation erscheine ihm fast so, als seien wir erkrankt und man wisse kein Heilmittel, Abg. von Eynern(natlib.) beiont, daß Industrie und Landwirtschaft auf einander angewiesen seien und beider Interessen kräftig gewahrt werden müßten. Nur sollten die Landwirte die Agitation für die Silberwährung, die wertlos sei, aufgeben. Deutschland brauche sich an Rußland nicht fortzuwerfen. Abg. Rickert(freis.) erwidert, Rußland habe die Vertragsverhandlungen angeregt; von einem Fortwerfen Deutschlands sei so keine Rede. Abg. Graf Limburg(kons.) konstatiert, das die konservative Partei der gegenwärtigen Regierungspolitik nicht zustimmen könne und verwirft entschieden den russischen Vertrag. Nach einigen weiteren Bemerkungen werden die Anträge Dziembowski=Eynern mit 313 gegen 25 Stimmen angenommen. Samstag Kultusetat. Unser Kaiser, welcher sich am Mittwoch abend von Berlin nach Wilhelmshaven begeben hatte, ist am Donnerstag morgen daselbst bei herrlichstem Wetter eingetroffen und wurde auf dem Bahnhof durch die Admiralität empfangen. Vom Bahnhofe begab sich der Kaiser durch die reich beflaggten Hauptstraßen nach dem Exerzierhaus der zweiten Matrosendivision, wo die Vereidigung erfolgte. Truppen bildeten Spalier, die Bevölkerung brachte Landwirtschaft nicht, habe auch dem Kaiser lebhafte Huldigungen dar. Die Remit! errn Gemeindevorstehers Heuvemann zu Wickede zur Onsicht offen liegt. wird Brackel, 13. Jebruar 1893. Der Ehrenamtmann. Sybrecht. Deutsches Reich. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 15 Februar. #### Der Präsident von Lev tzow ersucht die Herren, in der Debatte etwas kürzer zu fassen, da sonst Kr Etat nicht rechtzeitig fertig werde. Hierauf wird die Weiterberatung des Etats des Reichsamis des 2 Innern fortgesetzt. Reichskanzler Graf Caprivi stellt! Gefolge habe. Abg. von Kardorff(freikons.) schließt A i s c h i e d e n i n A b r e d e, d a ß e r d i e I n t e r e s s e n d e r L a n d= s i c h d e m a n. A b g. E n n e c c e r u s( u a t l i b) w i r d n i c h t w.sschaft vernachlässigt habe; er habe zu wiederholten gegen den russischen Handelsvertrag stimmen, weil das Gegenteil gezeigt. Bei den Handelsverträ= derselbe im Interesse des Ostens nötig sei. Abgg. wirten sehr viel böses Blut gemacht, deshalb sei dringend zu wünschen, daß ein Vertrag mit Rußland unterbleibe. Abg. Arendt(freikons.) bekämpft ebenfalls den Vertragsschluß, der die Landleute ungemein erbittern werde, und weil das eine völlige Außerachtlassung der landwirtschaftlichen Inleressen bedeute. Ministerpräsident Graf Eulenburg legt Verwahrung ein gegen die Ansicht des Vorredners, als ob die Landleute durch den Abschluß eines Vertrages mit Rußland ihren vaterländischen Pflichten untreu werden können. Redner ist bereit, auf die Lage der Landwirtschaft, deren Bedeutung von ihm durchaus gewürdigt werde, einzugehen, kann aber über die schwebenden russischen Handelsvertragsverhandlungen keine Mittellungen machen, zumal dies Reichssache sei. Abgg Erffa(kons.), von Schalscha(Ztr.), sprechen gegen den Handelsvertrag und wünschen Einführung der Doppelwährung, weil die heutige Goldwährung den größten Schaden im trutenvereidigung nahm einen äußerst feierlichen Verlauf. Der Monarch hielt eine längere Ansprache, Kontreadmiral Oldekop brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Um 11 Uhr besichtigte der Monarch auf dem Artilleriehof die neue 28 Zim.= Haubitze mit großem Interesse. Nachmittags fand Schiffsbesichtigung statt. Abends entsprachen der Kaiser und sein Bruder, Prinz Heinrich, einer Einladung des Vizeadmirals Valais zur Tafel. Heute, Freitag, gedenkt sich der Kaiser an Bord des Panzerschiffes„König Wilhelm“ nach Helgoland zu begeben. Nach dem öfteren Vorgange des Kaisers hat auch Prinz Heinrich, des Kaisers Bruder, bei einer festlichen Gelegenheit das Wort genommen zu einer patriotischen Kundgebung. Im Hause„Seefahrl“ in Bremen sprach der Prinz seine Freude aus, unter Seeleuten zu sein, einer Zunft„zu der ich mich stets mit Stolz und Freude bekannt habe. Während des Laufes meiner Ausbildung und meines späteren Lebens in der Kaiserlichen Marine ist es mir vergönnt gewesen, deutschen Fleiß und deutsche kaufmännische Wissenschaft und Erfolge im Auslande zu sehen und ihre Früchte zu genießen. Es sind nicht nur Handelsinteressen, die Bremen groß machen, es ist die Bedeutung des Staates Bremen im Deutschen Reiche. Bremen hat es verstanden, in seiner großen, bekannten, geschichtlichen Zeit den großen deutschen Gedanken großzuziehen und zu unterstützen, nicht nur hier, sondern auch im Auslande. Und dessen ist man sich wohl bewußt. Es drängt sich mir hier ein Beispiel auf, eine Verknüpfung zweier Devisen. Die eine, wohlbekannt in fernen Ländern, draußen am Thor des Hauses Seefahrt stehend, die eine inhaltsvolle und schwere Bedeutung hat, lautet:„Navigare necesse est, vivere non est necesse.“ Das heißt:„Der Seemann rechnet im Verfolg seines Bernfs, wo es die Pflicht erheischt, nicht mehr mit seinem Leben, er schlägt es in die Schanze.“ Die andere Devise gehört jenem Hause an, dem anzugehören auch ich die Ehre habe. Sie lautet: „Vom Fels zum Meer!“ Meine Herren! Jungdeutschland ist vom Fels zum Meer und die es noch nicht wissen sollten, daß hinter Dir der Fels des Deutschen Reiches steht, und sei Du in künftigen Zeiten, wie Du in verflossenen warst, der Wahrer und Verpflanzer des großen deutschen Reiches und fördere die großen deutschen Interessen und Ideen.“ Dieser Trinkspruch fand jubelnde Zustimmung auf allen seiten. In der Militärkommission des Reichstages hat der Abg. v. Benningsen bekanntlich den Antrag eingebracht, die zweijährige Dienstzeit für die Infanterie für die Dauer der neuen Vorlage gesetzlich festzustellen, was in letzterer nicht vorgesehen war. Aus einer Bemerkung, welche die„Nordd. Allg. Ztg.“ über diesen Antrag macht, scheint hervorzugehen, daß die Regierung demselben beipflichten wird. Durch den wahrscheinlich bevorstehenden Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutschland und Rußland ist die Landwirtschaft im jüden wie im Osten Deutschlands in lebhafte Erregung geraten. Die zuletzt abgeschlossenen Handelsverträge mit Oesterreich und Italien haben für die Landwirschaft große Verluste mit sich gebracht; in größerem Maße würde das von einem Vertrage mit Rußland zu fürchten sein; es hat sich infolgedessen in Berlin ein„Bund der Landwirte“ gebildet, welcher einen Zusammenschluß der großen und der kleinen Grundbesitzer erstrebt, um die bedrohlichen Schädigungen der Landwirtschaft fern zu halten. Die Einmütigkeit der Parteien gegenüber der Sozialdemokratie war leider nicht mehr zu finden, als es sich um Beratungen handelte, über den Schutz des Handwerks und des Mittelstandes; es ist zu bedauern, daß bei den Maßnahmen, welche gegenleichtsinnige Konkurse, Wuchergeschäfte und dergl. die liberalen Parteien nicht auf Seiten des größeren Schutzes des Volkes zu finden sind. England. Im Unterhause erfolgt jetzt die Einbringung der neuen Home=Rule Bill für Irland durch den Premierminister Gladstone. Die Vorlage ist mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen. Amerika. Der Fluß Delaware hat die Stadt Treuton in Nordametika überschwemmt. Etwa 300 Familien sind obdachlos geworden. Westsalen und Rheinland. Schwerte, 16. Febr. Ein wahres Frühlingswetter hat der heutige Tag mit sich gebracht und wen die winterlichen oder regnerischen Tage lange genug aus Zimmer gefesselt, fühlt sich durch die sonnigen Strahlen befreit, um hinaus ziehen zu können in die freie Natur. Ist auch die Hoffnung auf längeres Anhalten der gegenwärtigen Witterung eine nur schwache, so darf man doch den Winter hinter uns wähnen und der Worte eingedenk werden:„Es muß doch Frühling werden.“ Schwerte, 16. Febr. Die Vorarbeiten zur Gründung eines Verbandes westfälischer MännerGesangvereine sind nunmehr beendet, und die Statuten den einzelnen Vereinen zur Prüfung übersandt. Dieser Bund soll hauptsächlich aus dem Grunde in's Leben gerufen werden, um dem Ueberhandnehmen der Gesangwettstreite entgegenzuwirken. Eine Anzahl von Vereinen hat sich bereits zum Beitritt gemeldet. In Hagen wird am nächsten Sonntag eine Delegierten=Versammlung abgehalten, und ist die Teilnahme sämtlicher Gesangvereine Westfalens sehr erwaüscht. § Schwerte, 16. Febr. Gestern hatten wir Gelegenheit, der Schulprüfung in der Präparandenanstalt zu Holzwickede beizuwohnen. Bürgte schon der gute Ruf der Anstalt für gute Leistungen, so wurden wir durch das, was uns vorgeführt wurde, überzeugt, daß mit großem Fleiße von tüchtigen Lehrern treu unterrichtet und von den Präparanden nach Kräften gelernt worden ist. Wir können nicht den Inhalt der Prüfung in den einzelnen Fächern wiedergeben, jedoch wollen wir bemerken, daß die Examinanden durchweg frisch, flink und verständig ihre Aufgaben lösten. Besonders gefielen die Schnelligkeit und Sicher heit des Kopfrechnens und die ausgezeichneten Leistungen im Gesang und Musik. v Schwerte, 16. Febr. Der HirschDunkersche Gewerkverein der Maschinenbauund Metallarbeiter zu Schwerterheide beschloß in der am 12. d. M. stattgefundenen Versammlung, am 2. Pfingsttage sein Stiftungsfest in großartiger Weise zu feiern. Da der Herr Generalrat zu Berlin zu dieser Zeit gerade in Dortmund weilt, wird er gewiß seinen Besuch zu diesem Fest nicht versagen. Als Festredner wird Herr Schumacher fungieren. Der Vereinswirt Herr Emde hat sich erbötigt, zu dem Feste ein Zelt zu errichten, um den genügenden Raum zu schaffen. Die Musik wird von der Kugelschen Kapelle ausgeführt. ::: Schwerte, 16. Febr. Heute stand vor der Dortmunder Strafkammer ein gewisser Koch, der seiner Zeit in einem hiesigen Hotel Ueberzieher gestohlen hatte, aber vergeblich verfolgt wurde. Später wurde er in Soest aufgegriffen, wo er sich manches hatte zu Schulden kommen lassen. Dieserhalb wurde er nun heute mit mehreren Complicen abgeurteilt und ihm eine Strafe von 2 Jahren und 6 Monaten Gefängnis zuerkannt. Schwerte, 16. Febr. Vorgestern stand wegen Totschlagversuch der 23jährige Peter Heinrich Saalmann von hier vor dem Hagener Schwurgericht. Der Angeklagte war am 20. Dezember v. Is. mit einem Freunde nach Ergste gewesen, kam am Abend angetrunken nach hier zurück und ging in die Wohnung der Ehefrau eines hiesigen Bergmanns.(Dieselbe befindet sich mit ihrem Manne im Scheidungsprozeß und hat nach Aussage des Angeklagten ihm— Saalmann— die Ehe versprochen, sei aber nachher mit anderen gegangen.) In der Wohnung geberdete sich Saalmann schrecklich und will die Frau erstechen und dann auch sich selbst aus dem Leben schaffen. Wirklich greift er auch nach dem Messer und sticht auf dieselbe los, trifft sie jedoch nur in den linken Oberarm. Als die Frau zur Thür hinausflüchtet, erhält sie einen zweiten Stich in den Rücken, der die Lunge trifft und somit gefährlich werden konnte. Alles giebt Saalmann zu Anfang der Verhandlung zu, im weiteren Verlauf der Vernehmung leugnete er, die Absicht gehabt zu haben, die betr. Frau zu töten. Auch habe er die That nicht nur aus Eifersucht gethau, sondern die Vorhaltungen seiner Mutter hätten ihn auch dazu getrieben; endlich habe sein Bruder gedroht, ihn totzustechen, falls er— der Angeklagte— dieser Sache nicht ein Ende mache. Saalmann wird für schuldig befunden und zu 2 Jahren 7 Monaten Zuchthaus verurteilt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt. * Schwerte, 16. Febr. Von einer Hundezüchterei kam heute morgen in einer kleinen Zuckerkiste gut vernagelt, Lattenverschlag war nicht angebracht, ein Hund in derartigem Zustande hier an, daß derselbe, trotzdem er sofort ausgepackt wurde, nach einigen Minuten krepierte. Der Hund soll ungefähr 5 Zentimeter(Rückenhöhe) höher als die Kiste gewesen sein, konnte demnach nicht auf recht stehen, ebenso war es dem Tiere nicht möglich, sich hinzulegen. Bei dem Oeffnen der Kiste lag der Hund diagonal in derselben und konnte sich nicht mehr rühren; das Blut lief ihm aus der Schnauze und aus dem After, gewiß infolge der schrecklichen Lage. Man soll kaum denken, daß ein Mensch sich derartige Tirquälereien zu schulden kommen läßt, vielweniger soll eine Hundezüchterei derartige Fehler begehen. Anzeige wegen Tierquälerei ist bereits gemacht. Aplerbeck, 14. Febr. Einen bedeutenden Treffer erzielte der Fabrikarbeiter Mathias Pfeiffer in der Kunstausstellungs=Lotterie in Weimar. Der glückliche Gewinner erhielt vor einigen Tagen von der Kunstausstellung seinen Gewinn, bestehend aus einem wertvollen Oelgemälde und verschiedenen Silbersachen, im Werte von 1000 Mk. zugesandt. Wie wir erfahren, will Pfeiffer diese Wertgegenstände zu einem enorm billigen Preise gerne abgeben. Aplerbeck, 15. Febr. Aus Anlaß seines fünfundzwanzigjährigen Dienstjubiläums wurde dem Ingenieur Herrn L. Fortmüller von der Aplerbecker Hütte gestern von den Arbeitern derselben ein Fackelzug gebracht. Derselbe bewegte sich von der Hütte aus nach der Wohnung des Jubilars und von dort nach der Wirtschaft von W. Möller, woselbst die Teilnehmer des Zuges durch einige Gläser Bier regaliert wurden. Von der Verwaltung der Aplerbecker Hütte soll dem Jubilar eine prachtvolle goldene Uhr und Kette überreicht werden, die Beamten verehrten ein Bild und die Arbeiter hatten es sich nicht nehmen lassen, ihren Gefühlen durch Verehrung von zwei Sesseln und einer Klavierbank Ausdruck zu geben. Herr Fortmüller erfreut sich eines sehr guten Einvernehmens mit den Beamten und Arbeitern der Hütte.— Im nächsten Monat begeht Herr Rechnungsführer D. Overhoff von demselben Werke ebenfalls sein fünfund zwanzigjähriges Amtsjubiläum. § Sölde, 13. Febr. In der gestrigen zahlreich besuchten Versammlung des Krieger= und Landwehr=Vereins warf der jetzige Ehrenpräses, Herr Schmidt, einen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr, ermahnte die Mitglieder doch jederzeit die wahre, echte Kameradschaft zu üben und wünschte dem Verein ein weiteres Blühen und Wachsen. Der in voriger Versammlung gewählte Präses, Herr Schmuck, dankte darauf. dem Ehrenpräses, Herrn Schmidt, für seine rührige Thätigkeit ale Vorsitzender des Vereins und schloß mit einem dreifachen Hoch auf unsern geliebten Kaiser Wilhelm II. Die im vorigen Monat gewählten Kassenrevisoren Kappe und Ellringmann statteten Bericht über die vollzogene Revision, aus der wir folgendes entnehmen: Die Einnahme des Vereins betrug pro 1892/93 473,62 Mk., die Ausgabe 378,45 der Ueberschuß beträgt also 95,17 Mk. Das Sparkassenvermögen beträgt 1617,18 Ml. Die geführten Kassenbücher wurden für richtig befunden, und dem Rendanten F. Bölling Decharge erteilt. Aufgenommen in den Verein wurden 3 Kameraden. Nachdem dann noch einige Punkte ihre Erledigung gefunden hatten, hielt der Vorsitzende Herr Schmuck einen interessanten Vortrag über den„General=Feldmarschall Blücher". Redner feierte den Feldmarschall dahin, daß er stets ein warmer, helldenkender Patriot, ein ehrlicher, offener und ganzer Mann gewesen sei. Die Kameraden dankten dem Vorsitzenden für den patriotischen Vortrag durch lauten Beifall. Kamerad Diekmann erfreute darauf die Kameraden durch den Vortrag einiger Gedichte. Am Schluß wurden dann noch einige patriotische Lieder gesungen, und Herr Schmuck schloß die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Verein. Sölde, 12. Febr. Die hiesige Gemeinde=Vertretung hat beschlossen, bei der niglichen Eisenbahn=Direktion Essen eine gemeinsame Beratung inbetreff der PersonenHaltestelle hierselbst zu beantragen. Die nass Witterung der letzten Wochen hat uns so recht gezeigt, wie vorteilhaft es für einer jeden ist, in der Nähe eines Bahnhofes zu wohnen. Die Petition an den hiesigen Gemeinde=Vorstand, für die Anlegung der Haltestelle alles zu thun, ist auch von allen GemeindeEingesessenen, mit Ausnahme von zwei, unterschrieben worden. Ja die höchst Besteuerter unterschrieben freudig und gern. Mögen di Beratungen einen günstigen Abschluß finden. Dazu ein fröhliches Glückauf. Höchsten, 17. Febr. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag brannte das Haus des Bergmanns Gosmann, welches erst vergangenen Herbst erbaut ist, total nieder. Das Feuer entstand gegen ½12 Uhr und griff so rasend schnell um sich, daß nichts gerettet werden konnte, und die Kinder des Hauses nackt umherliefen. Haus und Mobiliar waren versichert. Kirchhörde, 16. Febr. Während der Liter„Medizinischen Tokayer“,„Medizinal=Tokoyer“ Dann begleitete er, noch immer ganz ruhig, „Ruster Ausbruch: u. s. w. herzustellen, wurde den Sarg bis zur Gruft. Als aber der Sara dieserhalb mit zwei Monaten Gefängnis, 500 Mk. versenkt werden sollte, brach das Tier in ein Geldbuße, Einziehung der beschlagnahmten„Weine“ kklägliches Geheul und Gewinsel aus. und Publikation des Urteils bestraft. Bei Ab]* Generalmajor z. D. R. Witte veröffentmessung der Strafe fiel als erschwerend in's Ge=licht im Verlage von R. Eisenschmidt eine wicht, daß der„Wein“ für Kranke und Genesende Flugschrift über„das kleinste Gewehrkaliber“ bestimmt gewesen war. lin der er zu dem Schlusse kommt, daß die Bochum, 14. Febr. Nachdem der Aus= Staaten demnächst genötigt sein werden, zu schuß des zu bildenden Kohlensyndikats mit einem Infanteriegewehr von nur fünf Milli12 gegen 8 Stimmen beschlossen hat, den meter Kaliber überzugehen. In Chile habe Sitz des letzteren nach hier zu legen, hat sich man Versuche mit einem 6 Millimetecgewehr die dortige Stadtvertretung nun bereit erklärt, gemacht, dessen größte Schußweite nach der entsprechende Räume zur Verfügung zu stellen. Behauptung seiner Erfinder 6000 Meter beEs ist das früher benutzte Rathausgebäude trage, während das Geschoß auf 5000 Meter und das nebenanliegende evangelische Schul=lnoch ein Pferd vollständig zu durchbohren gebäude an der Bleichstraße in Aussicht genommen. Zugleich ist zum entsprechenden vermöge. In Rußland habe man bei Proben mit einem 5 Millimetergewehr erstannlich günstige Streikzeit sind an der Wohnung des Bergmanns H. Hildebrand für 26,75 Mk. Fensterscheiben zerschlagen worden, desgl. für 5,50 Mk. an der Wohnung des Bergmanns Stölting zu Hombruch. Die beiden beantragen nun, ihnen diese Beträge aus der Gemeindekasse zu ersetzen. Böhle, 14. Febr. Verhaftet wurde heute nachmittag in der Wohnung eines Eisenbahn=Invaliden der Ackerknecht, der im Verdacht steht, vorige Woche den Einbruch in die Wohnung des Kutschers des Ziegeleibesitzers Herrn C. Ebbecke verübt zu haben. Der Betreffende wurde auch noch wegen eines anderen Diebstahls polizeilich verfolgt. Kabel, 15. Febr. Eine erfreuliche Wendung zum Bessern scheint in der hiesigen Eisenindustrie einzutreten; die Firma C. Steinhaus u. Co. wenigstens läßt seit Montag wieder volle 10 Stunden arbeiten. Hohenlimburg, 13. Febr. Eine Blutthat, wie sie Gott sei Dank in unserem Orte zu den seltenheiten gehört, wurde gestern abend in Reh verübt. Zwei in einem Hause zusammen wohnende Familien gerieten in Streit, wobei die Ehefrau Jonas das Beil ergriff und ihrem Gegner damit ein Stück von der Schädeldecke schlug. Die zu Hülfe eilende Frau Schm. erhielt ebenfalls einige Hiebe mit der blanken Waffe. Der Zustand der Verletzten ist nicht unbedenklich. Die Attentäterin sollte heute nachmittag verhaftet werden und wird dieselbe wohl die verdiente Strafe erhalten. Obergrüne, 12. Febr. Der orkanartige Sturm am Freitag abend hat hier großen Schaden angerichtet. Es war gefährlich, sich zur Zeit des Sturmes auf die Straße zu wagen, da man jeden Augenblich gewärtig sein mußte, von den Dachziegeln getroffen zu werden. Viele Bäume liegen entwurzelt da. Besonders hat die Kieferschonung des städtischen Waldes stark gelitten. Da sind Bäume von 9—10 Zoll Durchmesser wie Streichhölzer abgebrochen. An anderen Stellen liegen 10—12 Väume im wilden Chaos durcheinander. Menden, 9. Febr. Der Walzer F. Lappe von der Wolsskuhle bei Menden, welcher hier auf der Eichelberg'schen Fabrik in Arbeit steht, geriet beim Walzen einer Messingplatte so unglücklich mit der rechten Hand zwischen die Walzen, daß ihm dieselbe total zerquetscht wurde. L., welcher Frau und sechs kleine Kinder hat, wurde dem hiesigen St. Vincenz=Hospital überwiesen, wo ihm jedenfalls die Hand amputiert werden muß. Schwelm, 12. Febr. In der Nähe unserer Stadt entstand infolge des heftigen Regens auf der Rheinischen Eisenbahn ein Dammrutsch. Nur der Aufmerksamkeit des Bahnwärters ist es zu danken, daß ein Unglück nicht geschehen ist, denn bald darauf brauste ein stark besetzter Personenzug heran. Hörter, 15. Febr. Ein Weinpanischer hier, welcher es verstanden hatte, aus 1 Liter Wein vermittels Wasser, Sprit und Traubenzucker fünf Ausbau dieser Gebäude ein Kredit von 50000]Ergebnisse erzielt Nach Professor Hebler sei Mark bewilligt. Wie es nach der„D. Z.Uldie 5 Millimeterwaffe der 8 Millimeterwaffe heißt, sollen sofort 160 Beamte angestellt werden. um das 2 8/10fache überlegen. Der jährliche Umschlag wird auf 360 Millionen]* Leipzig, 13. Febr. Heute wurde in Mark berichtet.— Eine Nachschrift besagt, 3stündiger Sitzung über das bekannte Urteil daß sich nunmehr eine Aktiengesellschaft in Sachen des Trierer Rockes verhandelt. „Rheinisch=Westfälisches Kohlensyndikat“, konstituiert hat und als Sitz des Syndikats Bochum bestimmt ist; über den letzteren Beschluß wird jedoch die Hauptversammlung definitiv zu 20. Februar angesetzt. Der Reichsanwalt beantragte, die Revision des cand. theol. Reichardt zu verwerfen. Die Verkündigung des Urteils ist auf den beschließen haben, und es wird dahin gestrebt, München, 11. Febr. In einer eindaß die Entscheidung zu gunsten Essens erfolge. zigen hiesigen Leihanstalt wurden im Laufe der Gelsenkirchen, 14. Febr. Der Agitatorrletzten vier Wochen 340 Betten und nahezu Dieckmann von hier, welcher wegen Majestätsbeleidigung verhaftet worden ist, wurde für einige Stunden aus der Haft entlassen, um sein Kind beerdigen zu können. Dieckmann wurde auf der Fahrt zum Kirchhof von einem Polizeibeamten in Zivil begleitet, während zwei weitere Polizeibeamten dem Wagen in einiger Entfernung folgten. Essen, 13. Febr. Ein Mißverständnis hätte für ein hiesiges Dienstmädchen beinahe sehr üble Folgen haben können. Das Mädchen, an einer Fußwunde leidend, erhielt von ihrer Herrin den Auftrag, auf ihr Zimmer zu an 600 Uhren versetzt. Solche Opfer wurden dem Prinzen Karneval gebracht! Soziale Bewegung. Aus der sozialdemokratischen BergarbeiterZeitung in Gelsenkirchen ist die Notiz in die Presse übergegangen, daß 4600 Bergarbeiter infolge des letzten Ausstandes endgültig entlassen seien. Es ergiebt sich ohne Weiteres, daß hier eine grobe Uebertreibung vorliegt. Es beträgt, wie die Zeitschrift„Glückauf" mitteilt, die Gesamtzahl aller endgültig entlassenen Bergarbeiter 828 Mann. Darunter im Begriff war, Umschläge von Bläuwasser, wie solches bei der Wäsche gebraucht wird, zu machen. Durch das Erscheinen der Hausfrau ist das Mädchen vor den Folgen einer Blutvergiftung bewahrt worden Oberhausen, 15. Febr. In Oberhauerhausen, Styrum und anderen Orten wurden in den letzten Tagen anarchistische Flugblätter an die Unruhen hat der Go Bergleute verteilt. Bezeichnend ist dabei, daß sich anssandt das selbe nicht nur gegen Staat und Küche, sondern auch gegen die„sozialdemokratischen Volks. beglücker“ wendet. Als Radikalmittel gegen alles, was nicht Anarchist ist, wird darin Dynamit empfohlen. Der Verbreiter des Flugblattes einer, ein gewisser Blasius Glaser, wurde verhaftet. In Gegenwärtig streiken 3000 Mann. Es werden Ruhestörungen befürchtet, weil die Streikenden versuchen, die übrigen vom Einfahren abzuhalten. Madrid, 16. Febr. In Ares del Magistro sind, bedenkliche Unruhen ausgebrochen; die Gensdarmen wurden von den Streikenden mit Steinwürfen empfangen. In Voraussicht neue „ cer Gouverneur eine Abteilun Truppen dorthilt eitsandt. Cholera=Nachrichten. Bonn, 15. Febr. Eine bakteriologische Untersuchungsstation für Rheinland und Westfalen zum Zweck der Untersuchung von etwaigen Choleraerkrankungen wird hier in dem leerstehenden Schulseiner Wohnung fand man noch 360 Mark, die gebäude an der Theaterstraße vorübergehend errichtet. jedenfalls zur Verbreitung der Flugblätter dienen Als Leiter ist Herr Dr. Frosch, bisheriger Assistent sollten, und eine große Menge der letzteren. Hilchenbach, 12. Febr. Die 25jährige berufen worden. Jubelfeier des Bestehens des evangelischen Lehrer= Berlin, 15. Febr. minars hier, welche im vorigen Sommer der sundheitsamt vom 13. am Institut für Insektionskrankheiten zu Berlin, Dem Kaiserlichen Gebis 14. Februar Mittags herrschenden Choleragefahr wegen aufgehoben wurde gemeldete Cholerafälle: Regierungsbezirk Schleswig, soll nunmehr am Donnerstag nach Psingsten ab= in Altona am 11. Februar zwei Erkrankungen, gehalten werden. Die ehemaligen Zöglinge der von denen einer am 1%, ds. tötlich geendet hat. Anstalt werden diese Nachricht mit Freuden begrüßen. Köln, 9. Fear. Vorvergangene Nacht gegen Uhr stürzte sich ein Herr, mit mehreren Karnevalsorden auf der Brust, unterhalb des Trankgassenthores mit dem Rufe:„Adjüs Kölsche Fastelovend!“ in den Rhein und verschwand in den zischen Grenze gelegenen Ortschafen zu berichten. Ferner wurde in vie. Fällen nachträglich Cholera festgestellt und zwar eine Erkrankung in Hamburg. Petersburg, 14. Febr. Wegen Umsichgreifen der Cholera in Podolier sandte die Regierung einen Vertreter des Saritätg=Departements dahin ab, um über die Lage der längs der galiWellen. Oberwesel, 13. Febr. Das Niederbach= Marseille, 15. Febr. Mitteilung ist seit dem 12. Laut amtlicher Fehruar weder thal ist von einem Wolkenbruche heimgesucht, ein Todes= noch ein Krankheitsfall an Cholera der schreckliche Verwüstungen anrichtete. Das vorgekommen.— Die Zahl der Tidesfälle in Engehöllthal hat schwer gelitten; die Mühlen der Zeit vom 1. Januar bis 13. Fbruar ist sind weggeschwemmt, Wiesen und Weinberge nach den hiesigen Angaben um 281 geringer Straße als die in derselben Periode des Jahre 1892. Der Gesundheitszustand der Stadt widd als mit meterhohem Schutt bedeckt. Die nach Simmern ist zerstört. Morken, 14. Febr. Schwere Stunden ein guter bezeichnet. der Todesangst hat ein junger Mann bei! Neueste Nachrichten. Bergheim ausgestanden. Derselbe war abends Berlin, 15. Febr. Die Steuerkomnission gegen 6 Uhr auf dem Heimwege, als er in des Reichstages nahm in der Schlußabstimnung der Dunkelheit bei dem überfluteten, nicht zu das Vermögenssteuergesetz mit 22 gegen 5 passierenden Wege über das Feld gehen wollte. Plötzlich sank er bis an die Schultern in den vom Regen durchweichten Boden— er war in eine tiefe Mergelgrube gefallen. Hier lag der Arme; sein Hülferufen und Stöhnen wurde von niemand in der einsamen Gegend gehört. Erst am andern Morgen gegen 11 Uhr kamen glücklicherweise ein Herr aus Kirchherten und ein Klempner aus Harff des Weges, welche seine Retter wurden. Mittels einer Eisenstange, welche letzterer bei sich trug, wurde der fast erstarrte, halbtote Mensch aus der Grube herausgezogen und nach Hause gebracht. Vermischtes. * Schenefeld, 9. Febr. Ein rührendes Beispiel von der Treue eines Hundes bot sich dieser Tage den Blicken eines Leichengefolges dar. Ein in Hanerau wohnhaft gewesener Kampfgenosse sollte in Schenefeld beerdigt werden. Sein Hund ließ sich nicht verscheuchen, sondern folgte dem Sarge zur lufbahrung in die Kirche, legte sich während der Leichenrede still am Kopfende des Sarges nieder, ohne die heilige Handlung zu stören. Stimmen an. Berlin, 16. Febr. Die Militärkommissio. beendete heute die Debatte über die zweijährige Dienstzeit. Sämtliche Anträge, sowie Paragraph 1 der Vorlage von der zweijährigen Dienstzeit handelnd, wurden abgelehnt. Dortm und, 16. Febr. Nach der RheinischWestfälischen Ztg. sind 96½ Prozent der Zechen, welche 90 Prozent der Gesamtförderung ausmachen, dem Syndikat definitiv beigetreten unter der Bedingung, daß die fehlende Zeche Mont=Cenis bis Montag, den 20. Februa: mittags unterzeichnet, anderfalls sei der Vertrag ungültig. New=York, 16. Febr. Ein Wirbelsturn vernichtete einen großen Teil der japanischen Fischerflotte in dem chinesischen Meere; über 100 Fahrzeuge, 500 Fischer sind umgekommer, Pest, 17. Febr. Die im Araber Comita gelegene Ortschaft Nemetskerei ist von einer furchtbaren Brandkatastrophe heimgesucht worden, bei der zwanzig Personen ums Leben gekommen und zahlreiche andere verwundet und aus den Trümmern hervorgezogen sind. Gottesdienste. Schwerte. rößere evangelische Kirche. Sonptag, den 19. Februar 1893. Brandbettag. Hauptpr. ½10 Uhr: Paster Graeve. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst Pastor Heinenberg. Amtswoche: Pastor Greve. Reformierte Kirche. Sonntag, 19. Fekruar 1893. ½10 Uhr: Pastor Terberger. Aplerbeck. Sonntag, den 19. Februar 1893. Frühkirche 8¼ Uhr: Hülfspred. Petersmann. Hauptkirche 10 Uhr: Bastor Meinberg. Gustav Adolf=Verein. abends ½8 Uhr. Evangelischer Arbeiter- und Bürgeruerein Schwerte. Sonntag, 19. Februar, nachmittags 5 Uhr. 1. Zahlung der Beiträge. 2. Bericht der Kassenrevisoren. 3. Anschluß an den Arbeiter Vereins=Verband von Rhein land und Westfalen. Mein seit 1850 bestehendes, gut renommiertes bringe hiermit in empfehlende Erinnerung. Mache besonders aufmerksam auf eine schöne 5 Auswahl kurzer und langer Pseisen in anerkannt guter Qlualität zu den billigsten Preisen. 5. Solinus, Drechslermeister. Ostenstraße 10. ViehversicherungsGesellschaft. Die Mitglieder wollen sich zur Zahlung des Beistrages am untag, den 19. d. M. nachmittags 5 Uhr, dem Wirte Herrn W. v. en einfinden. chwerte, 17. Februar 1893. Der Vorstand. Jwungeerese.„„ Am Mittwoch, den 22. d. Mts., vormittags 10 Uhr anfungend, werde ich in meinem Pfandlokale beim Wirt Herrn heurich hier die nachstehend verzeichneten Gegenstände össentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: 1 Sofa, 1 runden Tisch mit Decke, 1 Servante, 1 Kommode, ½ Dtzd. Nohrstühle, 1 Spiegel, 1 Bild, Negulateur, 1 Garderobehalter, 1 Eckbrettchen, 2 u. s. w., ferner: 1 Ladentheke, 2 Glaskasten, 2 gr. Ladenregale, 2 große Glasschränke, 2 Ladenfenstervorsätze, sowie: mehrere Zylinderhüle, eine große Partie Herren=Filzhüte(Haar- und Wollsilz), Herren Strohhüte, Knaben=(Matrosen=) Strol hüte, ca. 50 Stück Eisenbahn=Dienst mützen, Kriegervereins=Mützen, cn. 500 Stück Winter= und Sommermützen, eine große Partie Herren- und Damen=Regen schirme in Seide, Gloria und Zanella, 20 Sonnenschirme, eine Partie Hosen träger u. f. w. Schwerte, den 144. Februar 1893. I Gerichtsvollzieher in Schwerte. Verreist! Dr. Denker Spezialarzt für Ohrea-, Nasen-u. Halsleiden, Hagen i. 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Vor Ankauf wird gewarnt. Wieberbringer erha Gelohnung. Von wem sagt die Expebition. Gmme Biehung 1. April 1993. 2 Urberau gesetztich gestattet Türk. Eisenbahn=Lose, Stadt Barletta=Lose, Stadt Venedig=Lose. 6. Trauben=Brust Honig Aug. Rasse. Sie rauchen Voriuas ertraf. zu M Varinas Barines Ace Parinel## og.? Vorivos Wche. 3.„ 4.5 Botaria#gc Poßorentaben. Holänd. Cad. 1 3.4 Jova-Prettet Amerik. K#pertad. 2.40 Zigarren=Fabrikate bei ch bei Heren Hermann Trle In Aplerbeck zu Original kauflich bei Herren heinr. Koppern, Aug. Kasse Anstands= und Panzunterricht. Der Kuisus beginmt gleich nach Ostern. Weitere Aumer dungen werden dei Herrn Gastwirt Brenne(Smdikeller eintgegengenommen H. Tirell. Vorinnsige Anzeine! Der diesjählige Tanzkursus beginnt wieder dirent nach Hsern; um recht Zahltriche Veteitigung vitten Aid. Franke n Frau. Millionen, Sang 1 2 PMittoh=Aintenur 1 i 0700000, Ten eno, 50 6 II K Uir. Gelbgewinne Jeden Jon Heinmt! 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Der Vorstand hält es daher für sehr wünschenswert, in dem Vertrieb der noch in großer Anzahl vorhandenen Lose sleißig fortzufahren und bittet zugleich, die bereits erledigten Listen baldigst an die Kasse zurückzugeben, sowie für Einsendung von Gewinngeschenken gefl. Sorge zu tragen. Schwerte. Der Vorstand. Dr. Schlüter, Frauenarzt in Reheim an der Nuhr. Behandlung von Frauenleiden auf nicht operativem Wege. Schutz gegen Uebervortellung. S Nebenstehender Seu Regula 2 Wohnungen zu vermieten per 1. Mai. Wo, sagt die Expedition. bei Auswahl Schweine Joseph Cohen. tor, echt Nussbaum poliert, 1 Meter hoch, 14 Tage Schlagwerk, genau reguliert, kostet M. 18.— Ill. Preisbuch über Uhren jeder Art gratis und franko. Schweizer Uhren manufaktur, Karlsruhe. Weizen 1. Quhi. per 100 Kilo 2.„ Landroggen 1.„ per 100Kilo 2.„ Wintergerste per 100 Kilo Buchweizen„„ Hafer 1. Qual.„„ Rübsen(Aveel)„„ Raps 1. 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Unsere verehrten Lesel verweisen wir besonders auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt des Vereins der Bücherfreunde. as haus 9 ist mit ganz oder Näh das. lattonen, 802 che rbeiten nd prompt hal straße 11, itsgericht. 90 sch, lönsisch, e, ockfisch, ringe, Pfg., Haape. Almeier. Hwerte. rgen: einebraten, ülze, 1, Caviar, 40 Pfg. Pig. ich geheizt. 1 Raffin. ichten. Kilo saßw. Kilo Rüböl. Rilo 0 Kilo 16 20 15 40 14.— 13— 75 A r Leisbkart für den Fereis Gorde und den Landtreis Vortmund. Abonnemens=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstag, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pig außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 21. Schwerte, Samstag, 18. Februar 1893. 25. Jabrgang. Die Zeit. Es fließt ein unscheinbarer Tropfen Der Zeit beständig aus der Höh', Die Uhren ticken, Herzen klopfen, Der Pulsschlag regt sich, und ich seh' Auf jedem Zifferblatt den Zeiger Allmählig langsam vorwärts geh'n. Das mahnt den kühnen Himmelsteiger, Nicht abwärts von der Leiter seh'n! Es flieh'n so eilig die Sekunden Schnell mit dem Zeitenstrome fort, Minuten bilden immer Stunden, Und Wolken zieh'n von Ort zu Ort, Bis in die Ewigkeit sie münden— Vergangenheit spült sie hinweg; Doch manche Tröpflein mögen zünden, Elektrisch, auf des Pilgers Steg. Wahr bleibt das Wort:„Die Zeit hat Flügel!“ Kein Hemmschuh zähmet ihren Lauf; Da hilft nicht Schranke oder Für Geld ist keine Zeit zu Kauf! O Pilger, jegliche Minute Ist kostbar! Nütz' den Reisetag, Weil niemand mit dem Erdengute Verlor'ne Zeit rückkaufen mag! Wie auf Kommandowort die Blitze Der Feuerschlünde hell erglüh'n, Und aus der Mündung der Geschütze Mit Donnerknall die Flammen zieh'n So kannst auch du in der Sekunde Durch Gotteskraft viel Segen streu'n, Und im Verlaufe einer Stunde Manch' sorgenvolles Herz erfreu'n. Benütz' die Zeit! sie kehrt nicht wieder, Sie eilt in die Vergangenheit, Der goldnen Zeitenkette Glieder Erfassen gar die Ewigkeit! Hast du vielleicht noch Zukunftsjahre, So weihe sie dem Herrn der Welt, Eh' dich der Tod streckt auf die Bahre, Und thue, was ihm wohlgefällt! 116 Weizen biefreinder 17,50 hies. 14.50 bis —17,5). Haser M. ebr. Weizer K. Juni=In pril=Mai 137.25 — K. Hafel K., Juni=Juli vorr. mit Fah haß 52.50 4 #. Mai= Juni 70er vorrätig März 32,10 4 M., 50er vor erehnten besonders auf Nummer beit des Vereins e. Die verborgene (Fortsetzung.) 88 Unsichtbare Schrift. Das Zimmer, in welches Alex Wilsemann wider seinen Willen eingetreten war, erfüllte ein mattes Dunkel. So bedurfte auch der junge Mann Sekunden, ehe er die Gestalt, die er so unerwartet vor sich erblickte, mit Deutlichkeit sah und als jene der Frau feststellen vermochte, die ihn zu dem Großhandelsherrn geführt hatte. „Verzeihung, ich habe mich wohl in der Thür geirrt!“ Diese seine Worte schienen seinem Gegenüber die ganze Fassung wiederzugeben; sie trat um einen Schritt zurück. „Allerdings,“ sagte sie,„der Eingang, durch welchen Sie eintraten, war ein anderer. Sie erlauben, mein Herr, dieser Ausgang führt gleichfalls auf den Korridor." Er verbeugte sich zeremoniell und schritt durch die Thür, die sie vor ihm öffnete, hinaus. Sie trat an der Schwelle zurück, und er schloß die Thür hinter sich. An der Treppenwendung angelongt, wandte er den Kopf; nein, sie folgte ihm nicht. Er stieg die Stufen hinab. Der Diener Heinrich stand auf seinem Posten. Alex griff in seine Brusttasche und zog ein Billet hervor. „Das soll ich Ihnen geben,“ sprach er. Der Mann zauderte, es in Empfang zu nehmen. Alex drängte es ihm ungestüm auf, denn soeben war es ihm gewesen, als ob eine Stufe der oberen Treppe geknarrt hätte. Wissend, mit welcher Gegnerin er es zu thun hatte, flüsterte er schnell resolut: „Von Falb! Kein Wort weiter!“ Er nickte dem Manne zu, wie jeder Besucher, der geht, dies zu thun pflegte. Dieser verneigte sich ebenfalls, Zwie üblich, und dumpf schloß sich die Thür hinter dem sich Entfernenden.... 7 Der Großhandelsherr saß noch in sich völlig versuhkten, als nach dem gewohnten, leisen Klopfen die Hazusdame bei ihm eintrat. "„Verzeihung, gnädiger Herr," begann sie,—„0,“ schkrie sie auf,„was ist Ihnen, Herr Volkheim? Sie sechen aus wie eine Leiche!“ Der Großhandelsherr hob matt die eine Haud. !„Es ist nichts,“ ächzie er,„etwas Aufregung, das , ist alles. Ist— ist der Mensch fort?“ Die Hausdame stellte sich, als verstehe sie ihn A nicht völlig. „Sie meinen Herrn Doktor Wilsemann?“ Der Großhandelsherr nickte, ehe er wiederholte: „Ist er fort?“ „Er ist fort, ja,“ sprach die Hausdame.„Sind der gnädige Herr ohnmächtig geworden?“ Des Großhandelshern Augen erweiterten sich. „Warum?“ stieß er aus. „Ich weiß es selbst nicht,“ stotterte Hella gleichsam verlegen,„ich dachte nur so, weil—“ „Nun, weil——.„O, geshalb solle ich es nicht sagen,— weil die perr Doktor, ehe er ging, dem Diener Heinrich ein Billet übergab,— sicherlich doch zur Besorgung an den gnädigen Herrn!“ In des Großhandelsherrn Augen blitzte es. „Oder auch nicht!“ sagte er.„Rufen Sie mir den Diener Heinrich sofort!“ Die Hausdame zögerte. „Sie sollen mir den Diener Heinrich rufen! Haben Sie es nicht gehört?“ rief der Kaufherr. Hella griff sichtlich erregt an ihre Seidenschürze. „Gnädiger Herr, ich sah es ganz zufällig,“ stammelte sie.„Ich möchte nicht als Denunziantin dastehen——“ Er unterbrach sie, lebhaft nickend. „Das brauchen Sie auch gar nicht!“ stieß er hervor.„Habe ich dem Menschen Auskunft darüber zu geben, woher ich meine Kenntnis schöpfte? Leugnet er, so muß er sich untersuchen lassen. Mir ist viel, hören Sie, sehr viel daran gelegen, das Billet zu bekommen. Rufen Sie den Patron also sofort zu mir und lassen Sie ihn nicht mehr aus den Augen!“ Lautlosen Schrittes entfernte die Hausdame sich. Ihre Hände ballten sich, als sie das Nebenzimmer betrat. „Ihr wollt mich fangen," zischte sie schlangengleich vor sich hin,„ich fange euch! Thoren, die ihr seid, zu denken, mich düvieren zu können!“ Ihr Gesicht strahlte; um so größer war die Wirkung, als auf den Korridor tretend, sie urplötzlich dem Diener Heinrich sich gegenüber sah. Sein Blick ließ sie den ihren senken. „Der Herr wünscht Sie zu sprechen und erwartet Sie im Salon,“ sagte sie mit erzwungener Festigkeit. Der Diener verbeugte sich kalt und wandte sich der nächstliegenden Thür zu, an welche er leise klopfte. „Herein!“ rief der Großhandelsherr. Die Thür schloß sich hinter ihm, und unhörbar kehrte Hella in den Raum zurück, aus dem sie auf den Korridor getreten, schlich sie sich an die in den Salon mündende Thür, um— zu horchen. Des Großhandelsherrn Augen richteten sich fest und durchbohrend auf den Diener, als dieser eintrat und in einiger Entfernung von dem Großhandelsherrn stehen blieb. „Kommen Sie näher zu mir heran,“ gebot dieser ihm. Der also Angeredete gehorchte. „Noch näher!“ befahl jener. Wieder gehorsamte der Diener. „Sie sind hier an des alten Johann Stelle," fuhr der Kaufherr fort.„Sie wissen also doch, daß Sie mir strikte Folge zu leisten haben?“ Der Mann verneigte sich. „Ich wüßte nicht, gnädiger Herr, meine Pflicht übertreten zu haben. Verdiene ich dennoch einen Tadel, so bin ich selbstredend gewillt, ihn voll auf mich zu nehmen. Dem Großhandelsherrn mußte diese gerade Antwort seines Untergebenen unbequem sein. „Ja, Sie haben einen Tadel verdient," sagte er, und zwar, indem Sie hinter meinem Rücken die Rolle eines Vermittlees spielen.“ Der Mann erbebte; sichtlich traf ihn der — der Großhandelsherr ahnte nicht, in welcher Gestalt. „Sie machen sich zum Postillon für Fremde, während Sie doch in meinem Dienste stehen,“ fuhr Herr Volkheim fort.„Was war das für ein Brief, den der Herr, der vorhin bei mir war, Ihnen zur Besorgung übergab?“ In des andern Gesicht ging eine merkbare Wandlung vor, aber nicht solche der Bedrücktheit, sondern vielmehr der Erleichterung. „Der gnädige Herr müssen falsch berichtet sein," antwortete er,„der Herr Doktor gab mir keinen Brief zur Besorgung. Herrn Volkheim's Stirnadern schwollen. Sie leugnen also!“ stieß er aus. Der Diener blieb vollkommen ruhig. „Ich habe nichts zu leugnen,“ entgegnete er.„Ich wiederhole, der Herr Doktor gab mir keinen Brief zur Besorgung!“ Minutenlang saß der Großhandelsherr unschlüssig; plötzlich stand er auf und zog heftig die Klingelschnur. Nina, die Zofe, die eben das Treppenhaus kreuzte, steckte ängstlich den Kopf durch die Thürspalte. „Karl soll kommen!“ befahl der Kaufherr. Die Zofe verschwand, kehrte aber sogleich zurück. „Karl ist eben in Besorgungen in die Stadt," meldete sie,„die ganze übrige Dienerschaft ist zu Hause.“ „Und kann mir gestohlen werden!“ posterte der Großhandelsherr, daß die Zofe sich fast fluchtartig zurückzog.„So muß ich selbst thun, was zu geschehen ist,“ fuhr er, gegen den Diener gewandt, fort.„Sie werden sich von mir untersuchen lassen.“ Der Mann verfärbte sich leicht, aber dann antwortete er schnell: „Gnädiger Herr glauben mir nicht?“ Der Kaufherr stampfte mit dem Fuße auf. „Keine Theaterszeue!“ rief er.„Sie fügen sich mir willig?“ Der Mann zuckte die Achseln. „Ich muß es,“ sagte er.„Gnädiger Herr haben die Macht,— mir bleibt keine Wahl!“ „So kehren Sie Ihre Taschen um!“ gebot der Großhandelsherr. Der andere that es. „Sind das alle?“ fragte der Kaufherr. Der Mann bejahte. Herr Volkheim betrachtete ihn scharf. „Es ist nicht wahr!“ sagte er dann scharf.„Da sind noch zwei Taschen!“ „Die lassen sich nicht wenden,“ sprach der Diener. Der Großkaufherr begann eigenhändig die Untersuchung. Dieselbe förderte nur Gegenstände zu Tage, die zum Alltagsgebrauch jedermann bei sich zu tragen pflegt. In der einen Tasche, die sich nicht wenden ließ, stak ein kleines Blättchen Papier. Der Kaufherr entfaltete es; Zeichen wie zu einem Rebus starrten ihm einzig entgegen. „Was ist das?“ ingutrierte er den Mann mit gefurchten Brauen. „Arbeit müßiger Stunden,“ sagte dieser.„Ich interessiere mich für Rätsellösen!“ Der Großhandelherr blickte auf das Billet. „Ich konfisziere dies,“ sagte er.„Sie werden es wieder erhalten, wenn ich mich von der völligen Grundlosigkeit gewisser Gedanken, die mir gekommen sind, überzeugt habe. Und weiter tragen Sie nichts bei sich? Auf Ehre und Gewissen nicht?“ „Nein,“ sprach der Mann. „Sie haben auch nichts sonst empfangen und verborgen oder— schon abgeliefert?“ Wieder verneinte Johann's Stellvertreter. Der Großhandelsherr musterte ihn scharf. „Dachten Sie, daß ich Ihnen so ohne weiteres alles glaube?, sagte er schroff.„Ich bin genug betrogen worden, um gewitzigt zu sein. Ich wüßte aber durchaus nicht, weshalb Sie ein Spiel gegen mich treiben sollten. Der Mann lächelte, und zum erstenmal, seit er in dies Haus gekommen, trat er gewissermaßen aus dem Rahmen seiner Stellung heraus, indem er erwiderte: „Ich wüßte es auch nicht. Gnädiger Herr dürfen mir völlig vertrauen!" Es war etwas Eigentümliches, was in diesen Worten für den Kaufherrn lag; er musterte den Sprecher forschend. „Sie kommen mir sonderbar vor,“ sagte er.„Sie sind so ganz anders als der Johann. Es ist mir eigentlich unerfindlich, daß er gerade Sie zu seinem Stellvertreter wählte!“ Der Diener verbeugte sich devot. „Ich bin untröstlich, wenn der gnädige Herr Veranlassung hat, mit mir unzufrieden zu sein,“ sagte er, „Der alte Johann wird hoffentlich bald wieder sein Amt antreten können. Wenn des gnädigen Herrn Geduld damit auf eine nicht zu harte Probe gestellt wird, dürfte meine Vertretung vielleicht so lange ausreichen.“ Die Worte entwaffneten den starren Mann. „O, ich habe keinen Grund, sonst unzufrieden mit Ihnen zu sein,“ sagte er etwas freundlicher.„nur — ja, was es ist, weiß ich nicht,— Sie kommen mir so gar nicht dienerhaft vor!“ „Und doch ist es mein Bestreben, dem gnädigen Herrn in jeder Hinsicht dieselbe aufrichtige Ergebenheit zu beweisen, welche der alte Johann für das Haus, in dem er alt und grau geworden ist, wahrhaft empfindet und zum Ausbruch bringt!“ Der Kaufherr wandte sich halb von dem Sprecher ab. „Siebrauchen mir das Lob meines langjährigen Dieners nicht zu singen,“ sagte er kurz.„Ich kenne denselben zur Genüge, um zu wissen, daß ich mich auf ihn, wie auf mich selbst, verlessen kann. Sie mögen gehen. Ich hoffe, daß Sie mir die Wahrheit gesagt haben. Das Gegenteil würde mich schonungslos gegen Sie handeln lassen.“ Eine entlassende Handbewegung verabschiedete den Diener, Lautlos ging er. Unhörbar auch trat die bleiche Heuchlerin im Nebengemach von der in den Salon führenden Thür zurück. „Er ist ein Heuchler,“ murmelte sie vor sich hin, „er ist ein Heuchler, mein Gefühl sugt es mir, und— er könnte mein Meister werden. Ich muß mich vor ihm hüten.“ Drinnen im Salon war der Großhandelsherr mehrmals auf und ab geschritten. Wieder und wieder schüttelte er den Kopf. Was sollte er glauben? „Ich verstehe es nicht,“ murmelte er vor sich hin. „Ist es wirklich nur ein harmloses Spiel, oder was ist es? Was von beidem ist die Wahrheit? Dieses Papier sagt mir nichts!.... Ah!“ Er war an den Kamin getreten und hatte, die Hände auf dem Rücken verschränkend, das Papier zwischen denselben gegen die Kacheln gehalten. Als er dasselbe jetzt ohne eine bestimmte Absicht und unwillkürlich so hielt, daß, während er auf dasselbe blickte, der Lichtschein von der Rückseite darauf fiel, sah er urplötzlich, daß es bisher unsichtbare Lettern trug, welche die Wärme des Kamins zu Tage hatte treten lassen. Und mit stockendem Herzschlag las er: „Frau mit der Schutzbrille ist eine Betrügerin, festgestellt! Beobachte sie genau,— sie muß überführt werden,— sie ist die Mörderin!— Erwarte mich heut' nacht drei Uhr im Hintergarten!“ Das Meue Mene Tekel Upharsin kann keine gräßlichere Wirkung auf Belsazar, Babylon's letzten König, und die Genossen seiner Orgien ausgeübt haben, als diese geradezu zermalmenden Worte sie auf den Großhandelsherrn übten. Alles an ihm bebte. Seine Brust keuchte, seine Pulse flogen, das Papier entfiel ihm und flatterte zu Boden; sein Atem ging stoßweise. „Gott, Gott!“ schrie er auf und wie ein vom Blitz gefällter Baum stürzte er hintenüber und zu Boden. Auf flog die Thür; herein stürzte die Hausdame. Sie beugte sich über den Großhandelsherrn. Starr wie eine Leiche lag er da. Das Papier sah sie nicht. Wie wahnsinnig eilte sie an den Glockenzug und setzte denselben in stürmische Bewegung. Alles, was im Hause war, stürzte herbei, allen voran der Diener Heinrich. Während sie, er selbst mit, den völlig Machtund Kraftlosen aufhoben, erhaschte er, unbeachtet von allen, nur nicht von der Hausdame, das Blättchen Papier vom Boden und schob es hastig in seine Tasche. Man trug den Großhandelsherrn in sein Zimmer; man schickte zum Arzt; man that, was nur geschehen konnte, dem Ohnmächtigen Beistand zu leisten, und alle beteiligten sich daran. Als dann aber der Arzt endlich kam, hielt ein bleiches Weib sich nicht mehr aufrecht; sie schleppte sich, während der Doltor sich mit dem Bewußtlosen beschäftigte, in das nächste Gemach, angeblich, um einige Essenzen zu holen, und schwer sank sie, selbst wie eine Leblose, hier auf einen Sessel nieder. „Gott,— Gott, was soll daraus werden?" entbebie es ihren Lippen, während vor ihren geschlossenen Augen Feuerwirbel tanzten. Eine Hand berührte die ihre; wie ein Schlag traf es sie; der Diener Heinrich stand vor ihr. „Der Herr Doktor verlangt nach Ihnen, Madame,“ meldete er devot. Sie erhob sich— mit Anstrengung. „Mir wurde schlecht vor Aufregung,“ stammelte sie. Damit wankte sie mehr als sie ging der Thür zu. Mit durchdringendem Blick starrte Johann's Stellvertreter ihr nach. „Schlange!“ zischte er.„Ja,— was soll daraus werden?“ In seinem Gemach, auf der Ottomane ausgestreckt, lag der Großhandelsherr. Nebem ihn in einem Lehnstuhl saß Jertha, seine Tochter, welcher die Aufregung im Hause herbeigezogen und welche er— ganz seiner bisherigen Gepflogenheit entgegen— den Wunsch ausgesprochen hatte, daß sie bei ihm bleiben solle. Hella, in deren Gegenwart er die Worte an die Tochter richtete, fragte sich bangend, was dieselben zu bedeuten hatten. War etwas geschehen, ihre Stellung in diesem Hause zu erschüttern, oder hatte der Kaufherr Anlaß, seine Tochter besonders zu hüten und sie deshalb nicht aus den Augen zu lassen? Zaghaft entfernte sie sich, überließ sie beide einander, nachdem auch alle übrigen sich zurückgezogen hatten. Draußen auf dem Korridor stand sie unschlüssig. Dann trat sie unhörbar auf die zum angrenzenden Gemach führende Thür zu und mit unverkennbarer Vorsicht legte sie die Hand auf den Drücker derselben. Er gab nicht nach; die Thür mußte verschlossen sein. Sie hatte keinen Schritt gehört; um so erklärlicher war der leise Aufschrei, der sich ihr entrang, als plötzlich dicht hinter ihr die Worte ertönten: „Die Thür ist verschlossen! befehlen Madame, daß ich sie von der Innenseite aufschließen soll?“ Sie war nahe daran, zu wanken, aber sie hielt sich aufrecht. „Nein,“ sagte sie,„Sie müßten des Herrn Gemach passieren, um es zu können; das dürfen wir nicht wagen. Ich kann warten mit meinen Obliegenheiten, um welche ich hier eintreten wollte.“ Und des Mannes forschenden Blick bemerkend, fügte sie fast hart hinzu:„Ich kann Ihnen nicht gebieten, daß Sie laut auftreten sollen, weil in einem Hause wie diesem alles so leise wie möglich hergehen soll, aber irgend einen Laut könnten Sie doch wenigstens von sich geben. Wenn man nervös ist, wie man es hier infolge der unausgesetzten Aufregungen schon werden kann, so erschreckt einen natürlicherweise solches geisterhafte Auftreten." Der Diener verbeugte sich; was er dachte, sein pergamentglattes Gesicht verriet es nicht. „Sehr wohl Madame,“ sprach er zeremoniös. Die Glocke tönte durchs Haus; das mittels derselben gegebene Signal galt dem Diener Heinrich. Er wandte sich dem angrenzenden Zimmer zu und klopfte leise gegen die Thür. Des Großhandelsherrn Stimme gebot ihm einzutreten. Die Thür schloß sich hinter ihm. Und wenn ihr Leben davon abgehangen hätte, Hella mußte wissen, um was es sich handelte. Alle Besinnung verließ sie geradezu angesichts der Vorstellung, daß es ihr eigenes Urteil sein konnte, welches in dieser Stunde dort drinnen gefält ward. Jertha wollte sich von ihrem Platz erheben, als der Diener eintrat; der Großhandelsherr hielt sie zurück. „Bleibe,“ sagte er in einem Tone, wie sie ihn lange nicht aus diesem Munde vernommen hatte,„Du megst hören, was ich mit diesem Manne zu sprechen habe.— Treten Sie näher,“ gebot er dem Diener. Dieser gehorchte. „Sie kennen den Aufenthalt des alten Johann? Wo befindet sich derselbe?“ „Ich weiß es nicht!“ lautete die devote Antwort. Der Großhandelsherr richtete, seinen linken Ellbogen aufstützend, sich zu halb sitzender Stellung auf. „Sie wissen es nicht?“ stieß er aus.„Das lügen Sie! Verstehen Sie mich wohl:— ich weiß, wer Sie sind!“ Der hier den Namen Heinrich Führende rührte sich nicht. „Ich verstehe Sie nicht, gnädiger Herr,“ antwortete er. Der Kaufherr musterte ihn mit durchdringendem Blick. „Das Papier, welches ich Ihnen vorhin abnahm und dessen Aufzeichnungen Sie als eine Rätselübung müßiger Stunden bezeichneten, birgt ein Geheimnis," fuhr er scharf fort.„Es ist mit unsichtbarer Tinte beschrieben; ich habe die Worte gelesen!" Das Zucken, welches über des Mannes Gesicht ging, verriet einzig, daß diese Mitteilung ihre Wirkung auf ihn nicht verfehlte. „Ich weiß also, wer Sie sind,“ fuhr Herr Volkheim mit Betonung fort.„Ist der alte Johann mit in dem Komplott?“ Statt aller Antwort und jeder Etikette zuwider hatte der also Gefragte sich hastig der Thür zugewandt, durch welche er eingetreten war. Geradezu mit Vehemenz stieß er sie auf. Ein erstickter Laut war die Antwort. Mit einem Schrei stand der Großhandelsherr auf den Füßen und starrte auf die Gruppe am Zimmereingang,— die Hausdame, welche sich nur mühsam auf den Füßen hielt, und ihr gegenüber der Diener Heinrich. „Diese Frau hal gelauscht!“ sprach der letztere, mit ausgestreckter Hand auf die zitternd Dastehende zeigend. In ihren Augen war etwas, welches erschreckend anzusehen war, wie vor dem Ausdruch drohenden Wahnsinns. Aber die übergroße Gefahr, in der sie sich befand, ließ sie sich gewaltsam überwinden. „Herr Voikheim,“ wandte sie sich an den Großhandelsherrn,„der Mann sinnt auf Rache, weil ich ihn selbst vorhin als Lausher traf, bevor der gnädige Herr ohnmächtig zusammenbrach,“ sprach sie mit erhobener Stimme. Ihr Atem ging hörbar, als sie jetzt stockte.„Seine Anschuldigung ist nichts als ein Racheakt!“ Sie konnte nicht ahnen, was sich hinter den Koulissen abspielte; so war, wie schlau die Rede auch ersonnen, ihre Tirade doch nichts als in die leere Luft gesprochen. Was ging in des Großhandelsherrn Innern vor? Jertha, die ängstlich ihren Vater beobachtete, hatte nie zuvor eine so gewaltige Wandlung in seinen Zügen sich vollziehen sehen, als eben in dieser Stunde. „Sie schaffen mir zu morgen Johann wieder zur Stelle!“ rief er dem Stellvertreter des alten erprobten Dieners zu.„Ec soll sein Amt wieder antreten. Sie verlassen indes vor morgen das Haus nicht. Sie mögen Karl mit der Botschaft betrauen!“ Dem also Abgefertigten blieb nichts übrig, als sich zurückzuziehen. Bevor er die Thür schließen konnte, gebot der Kaufherr: „Frau Baumgart!“ Sie überschritt die Schwelle, zitternd, zaghhaft. „Sie werden Karl beauftragen, daß er das Billet welches dieser Diener Heinrich ihm giebt, mir zu zeigen hat, bevor er es bestellt. Verstanden?" In der Hausdame aschgraues Gesicht kehrte die Farbe zurück. Sie verneigte sich schweigend! zu sprechen wäre sie nicht imstande gewesen; die Kehle war ihr wie zugeschnürt. In ihren Augen blitzte es auf, während sie der Thür zuschritt. „Noch eins!“ Der Ruf des Großhandelsherrn bannte sie. Sie mußte sich zurückwenden. Ihr Gesicht war unbeweglich, während sie es that. „Was war der Grund Ihres Kommens?“ Ein durchdringender Blick begleitete die Worte. Erdrückend war das Schweigen der folgenden Pause. „Ich wollte dem gnädigen Herrn eine Mitteilung machen,“ entgegnete sie. „Welche?“ tönte es schroff zurück. „Die, daß ich meiner angegriffenen Nerven wegen um meine Entlassung bitten möchte, und zwar sobald als möglich,“ lautete die leise gegebene Antwort. Des Großhandelsherrn Augenbrauen zogen sich hoch; in seinem faltigen Gesicht arbeitete es. „Weshalb das so plötzlich?“ Sein hochmütiger Ton berührte sie scheinbar nicht. „Nicht so plötzlich!“ erwiderte sie.„Der gnädige Herr erinnern, daß ich bereits einmal darum nach suchte.“ Wie eine Rechtfeitigung vor Jertha erschien ihr dieses ihr glücklicherweise einfallende Vorkommnis. Der Kaufherr blieb starr wie zuvor. „Und ich gebe Ihnen dieselbe Antwort, wie damals, daß mir Ihre sofortige Entfernung durchaus nicht paßt. Sie werden Ihre Zeit abwarten müssen,“ sagte er. „Und wenn ein heftiges N rvenleiden mich zwänge?“ Der Arzt soll es feststellen," antwortete der Großhandelsherr kurz.„Vor der Hand bl iben Sie und thun Ihre Pflichten.... Ah!“ Die letzten Worte galten einem lebhaften Stimmenwechsel vor der Thür. „Ich riskiere meine Stellung, mein Herr, wenn ich meinen Dienst so gröblich überschreite. Ich darf Sie nicht vorlassen, ohne Sie angemeldet zu haben,“ ließ sich Heinrich's Stimme deutlich vernehmen. „In jedem andern Falle gewiß,“ erklang die von einer lauten Stimme gegebene Antwort, aber dem Sohne werden Sie nicht den Zugang zu dem Vater verwehren können!“ Auf flog die Thür bei den letzten Worten, und auf der Schwelle erschien die adonisschöne, hohe Gestalt eines jungen Mannes, während hinter ihm der Diener Heinrich wie entgeistert ins Zimmer blickte Auch Jertha hatte sich erhoben; mit beiden Armen stützte sie den Großhandelsherrn, der wie schlaggetroffen zurücktaumelte vor dem, was er sah. Den Mittelpunkt der ganzen Szene aber bildete die Frau, welche der Thür am nächsten gestanden. Wie auf ein Gespenst, starrte sie auf die Gestalt auf der Schwelle. Im nächsten Moment schwankte sie, griff ins Leere, und jählings auf die Kniee sinkend, stürzte sie vornüber, das Gesicht mit beiden Händen bedeckend.(Fortsetzung folgt.) unserem Kaiserhause. Von den kaiserlichen Prinzen erzählt C. Krohn allerlei niedliche Anekdoten, von denen folgende hier mitgeteilt seien. Als zwei= und dreijähriges Baby hatte es der Kronprinz nicht verschmäht, auch mit einer Puppe zu spielen und diese sogar jeden Abend mit in sein Bettchen zu nehmen. Eines Abends fragte er seine Wärterin, Frau Heyner, ob die Soldaten auch Puppen hätten? Diese verneinte es und sagte, die Soldaten hätten Gewehre. Da warf das Prinzchen seine arme Puppe aus dem Bett und erklärte:„Von nun an will ich mit einem Gewehr im Arme schlafen!"— In seinem fünften Jahre erhielt der Kronprinz das erste eigene Zimmer und einen Diener. Dies alles gefiel ihm natürlich sehr,— nur seine Erzieherin schien ihm gar zu wenig von seinen militärischen Exerzitien zu verstehen! So sagte der kleine Rekrut einst voll Entrüstung: „Vorläufig giebt die Gouverante mir Stunden — aber dann werde ich ihr welche geben, denn vom militärischen Schritt hat sie keine Ahnung!“ Ein andermal ward ihm geheißen, den Prinzen von Wales auf englisch zu begrüßen, was er aber unterließ. Als man ihn nun zur Rede stellte, warum er deutsch gesprochen habe, erklärte der Fünfjährige ganz munter:„Mein Papa hat mir gesagt, ich wäre ein Deutscher!" — Als die jungen Prinzen einst von einem Maler portraitiert wurden, geschah es, daß es nach beendigter Sitzung gerade tüchtig regnete. Sofort erkundigte sich Prinz Wilhelm, ob denn der Maler auch einen Schirm habe?—„Ich werde mit einer Droschke nach Hause fahren!" gab dieser seinem hohen, kleinen Freund zur Antwort, worauf der jetzige Kronprinz mit sinnendem Blicke äußerte:„Ja! Da wirst Du gewiß trocken nach Hause kommen: Aber was meinst Du, ist ein Omnibus nicht billiger?" — Als die Knaben einem Bericht über die Kochkunst=Ausstellung zuhörten, den man ihrer hohen Mutter erstattete, ließ sich Prinz Eitel die Hefter'schen Würste beschreiben und fragte, „ob auch jeder davon abbeißen dürfe?" Doch sein ältester Bruder belehrte ihn sogleich:„daß das viel zu teuer wäre.“— Von seiner frühesten Kindheit an war der Kronprinz Wilhelm von einem seltenen Wissendurst beseelt. Als ihm die Mutter einst Episoden aus der preußischen Geschichte erzählte, fragte das fünfjährige Söhnchen sie voll Eifer,„wie denn das Lieblingspferd vom großen Kurfürsten geheißen?“ Da weder Papa noch Mama ihm dies verraten konnten, wurde er plötzlich gedankenvoll und sagte:„Nun, wenn ich es von Euch nicht erfahren kann, dann werde ich warten, bis ich in den Himmel komme und dort den Großen Kurfürsten selbst fragen!"— Als der Kronprinz zu seinem siebenten Geburtstag eine Uniform des dritten Garderegiments er##ielt, war Prinz Eitel etwas eifersüchtig. Der Wunsch nach dem gleichen militärischen Kleidungsstück saß so fest in seinem kleinen Lockenkopf, daß der Kaiser sich sogar genötigt sah, ihn zu bestrafen. Er schickte Eitel unter einen mit einer Plüschdecke behängten Tisch, wo die kleine Ungeduld auch lange Zeit mäuschenstill kauernd blieb. Als Seine Majestät nach Beendigung einer Audienz, die in demselben Gemach stattfand, wieder nach ihm sah, fand er den Kleinen bis aufs Hemdchen ausgezogen unter dem Tisch und eine weinerliche Kinderstimme tönte ihm entgegen:„Wenn ich keine Uniform bekomme, so will ich auch keine Kleider mehr tragen.— Von dem großen Reittalent des jungen Thronfolgers sind die erfreulichsten Beweise vorhanden. Er sowie auch seine drei jüngeren Brüder tummeln ihre kleinen Pferde voll rechter Knabenlust! Im Galopp und Trab reiten sie an der Seite ihres Gouverneurs die Wege von Sanssouci entlang und machen in ihren einfachen Marineanzügen einen gar flotten Eindruck. Einst bat der kleine Kronprinz einen seiner Lehrer, ihm doch nur einmal etwas„vorreiten zu dürfen. Der Lehrer war dann thatsächlich so überrascht, daß er lächelnd äußerte:„Nun, Prinz, das nächste Diktat können wir ja zu Pferde schreiben!" Des Kronprinzen Blauaugen leuchteten hell auf; bald aber drängte es ihn, dies der kaiserlichen Mutter mitzuteilen. Er eilte zu ihr und berichtete freudestrahlend, daß er nächstens auf dem Pferde arbeiten dürfe!— Als im Jahre 1889 der Phonograph bei Hofe vorgeführt wurde, mußten die kleinen kaiserlichen Prinzen ihre Kinderstimmen dem Wachszylinder übertragen. Der siebenjährige Kronprinz trat— trotz der anwesenden großen Gesellschaft— ganz unbefangen vor den Schalltrichter und sang mit klarer, kräftiger Stimme:„Heil Dir im Siegerkranz!" Prinz Eitel Friedrich aber blieb in dem Liede:„Ich hatt' einen Kameraden“ einmal stecken und senkte verlegen das blondlockige Köpfchen. Der damals fünfjährige Prinz Adalbert jedoch entpuppte sich als kleiner Schlaukopf! Als Herr Wangemann die kleine Königliche Hoheit ersuchte, einige Worte an Seine Majestät zu richten, rief er in den Phonographen hinein:„Papa, ich möchte gern einen Ponny haben!" Vermischtes. * Kelheim(an der Donau), 14. Feb. Bayrische Blätter berichten von hier: Ein Gendarm attrapierte jüngst, als die Kälte noch arg, und die Donau noch zugefroren war, einen Handwerksburschen; doch diesem war die kalte Freiheit noch lieber als die warme Gefangenschaft; deshalb nahm er in einem unbewachten Moment Reißaus, schnurstracks über die Donau— der Wächter nach. Aber der Stromer kam hinüber und der Gendarm brach ein. Als das der Verfolgte merkte, kehrte er um und half seinem Verfolger heraus. Der Gendarm stellte nun seinem Retter vor, daß bei Anzeige dieser That eine sichere Belobigung erfolgen werde. Dich der Handwerksbursche traute dem Landfrieden nicht und meinte, ihm sei eine sofortige Belohnung lieber, was auch der Gerettete einsah, der ihm 2 Mark schenkte und ihn in Frieden entließ. * Bayreuth, 13. Febr. Ein hier verbreitetes Gerücht, vor mehreren Jahren sei eine hiesige Dame als tot beerdigt worden, obwohl sie nur scheintot gewesen sei, findet durch die Oberfränk. Ztg. eine Bestätigung. Das Blatt schreibt, daß man beim Oeffnen einer Gruft den im Jahre 1878 beigesetzten Sarg geöffnet und den Deckel auf der Seite liegend gefunden habe. Quer über dem Sarg und Deckel habe das Skelett gelegen. Die Staatsanwaltschaft habe sich sofort der Angelegenheit bemächtigt und eine Untersuchung angeordnet. Die als scheintot beerdigte Dame war eine Frau von Ammon. * Paris, 16. Febr. Die Deputiertenkammer beschloß mit 289 gegen 229 Stimmen die Einführung einer jährlichen Steuer von 10 Frks. auf Pianinos. Rätsel. Wer war fünf Tage jünger als seine Mutter? (Auflösung folgt in nächster Nummer.) C. Kausch, Ottweiler(Trier) * Tuchversand## gegr. 1858, schickt an Private und an Wiederverkäufer seine Muster von Tuch, Buckskin, Kammgarn, Anzug-, Paletot-, Jagd- und Lodeustoffen. Bei Best=llungen wolle man sich auf diese Anzeige der„Schwerter Zeitung" beziehen. 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