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aber drüven nimmt man es damit nicht so genau. Der hilfreiche Beamte wurde für seine Gefälligkeit schlecht belohnt. Ein plötzlicher Stoß des Geretteten beforderte ihn von der Plattform auf den festen Boden, wo er von dem inzwischen herangekommenen Edmonson erfuhr, wen er so erfolgreich unterstützt hatte.
Der Schaffner, Stewart, besann sich nicht lange. Durch einige Knallpatronen machte er den Zugführer aufmerksam, der Zug hielt. Edmonson und Stewart bestiegen ihn und nahmen die Verfolgung des flüchtigen Verbrechers auf. Einige Revolverschüsse, von dem Polizisten über die Köpfe der nichts ahnenden Reisenden gefeuert, brachten Leben in das Bild. Fensterscheiben klirrten, Frauen kreischten und fielen in Ohnmacht, die Passagiere verkrochen sich unter den Bänken: es war ein heilloser Wirrwarr, durch den sich de Metrio nun seinen Weg bahnte. Vor einer verschlossenen Tür konnte er plötzlich nicht mehr weiter. Jetzt bot sich für Edmonson Gelegenheit zur Rache. Der Polizist landete einen tadellosen Kinnhaken, und nun war es an seinem Gegner, zu Boden zu gehen. Bewußtlos wurde er in ein Auto gepackt, um dem nächsten Gefängnis zugeführt zu werden.
Der mit dem Transport beauftragte Beamte, Berwaldt, der den Kraftwagen selbst lenken mußte, begnügte sich damit, dem Gefangenen einfach Handschellen anzulegen, statt ihn an sich zu fessen. Dies sollte sich aber bald als verfehlt herausstellen. Man war kaum eine Viertelstunde unterwegs, als Berwaldt einen heftigen Schlag gegen den Kopf erhielt. De Metrio hatte seine Fesseln als Waffe benutzt, sein Begleiter sank zusammen und das einen Augenblick führerlos gewordene Auto stürzte um, seine beiden Insassen flogen hinaus, ohne sich indessen ein Leid zu tun. Mit dem Schlüssel seines bewußtlosen Begleiters öffnete der Gefangene nun seine Fesseln, versetzte, um ganz sicher zu gehen, dem betäubten Berwaldt noch einen tüchtigen Hieb mit dem Autoschlüssel und wartete dann auf eine Gelegenheit, weiter zu kommen. Diese bot sich bald. Ein gewisser Dumley aus dem nahen New City kam mit seinem Kraftwagen des Weges, nahm de Metrio auf seine Bitte mit und erhielt als Dank alsbald einen so wuchtigen Schlag, daß er betäubt das Steuer fahren ließ. Ehe der Verbrecher zugreifen konnte, war das Auto gegen einen Baum gefahren und mit der Weiterfahrt war es zu Ende. De Metrio hielt es für das Sicherste, in einem nahe gelegenen Sumpf vorerst Deckung zu suchen. Doch der alte Dumley hatte ihn beobachtet, schlug in New City Alarm und die Verfolgung wurde nun im großen aufgenommen. Mehrere hundert Mann Staatsmiliz und Polizei aus Newyork und New Jersey streiften das Moor ab. Die trockenen Stellen wurden in Brand gesteckt, um dem Flüchtigen jeden Schlupfwinker zu entziehen. De Metrio hatte sich inzwischen durch den Sumpf hindurch gearbeitet, sich am Rande einer Straße verborgen und wartete auf eine neue Gelegenheit zum Entschlüpfen. Der Vorfall mit Dumley hatte ihn vorsichtig gemacht, er wollte es jetzt schlauer anfangen. So legte er sich an den Straßenrand, die Füße auf dem Fahrdamm und wartete das nächste Auto ab. Wie er gehofft, hielt der Fahrer an, um dem scheinbar Verunglückten beizustehen. Das sollte, ihm indes schlecht bekommen. Der„Bewugllose“ sprang plötzlich auf, stieß seinen Retter in den aus Straßengraben, war mit einem Satz im Auto und schon auf Nimmerwiedersehen auf und davon. Während Miliz und Polizei noch mit größtem Eifer das Moor absuchten, war de Metrio längst in voller Sicherheit, im##
Richt ntüriicher Wohltalten.„„ für die fehlenden natürlichen finden wir in der Vogelwelt. Naturgemäß sind es da vornehmlich die Höhlen= und Halbhöhlenbrüter, die in dieser Beziehung Auffälliges zeigen. Oefters schon wurden in Haufen aufgestapelter Brikette Nester von Bachstelzen und Rotschwänzchen gefunden. Daß Bachstelzen unter Eisenbahnschwellen nisteten, über die jede Stunde ein Zug hindonnerte, ist mir wiederholt berichtet worden. Auch Meisen haben oft seltsame Einfälle, um den Mangel natürlicher Brutstätten auszugleichen. So fand ein Waldarbeiter in seiner Hütte ein Kohlmeisennest in dem Schaft eines unter der Decke aufgehängten Stiefels. Eine Sumpfmeise hatte ihr Nest in der Tasche eines alten Beinkleides unter dem Dachvorsprung eines Schuppens. Ein Rotschwanzpaar fand Gefallen an einem alten, in einen Balkenwinkel verirrten Halbschuh. Von Meisen und Rotschwänzen haben wir wohl die meisten Beispiele absonderlicher Brutplatzwahl. In dem Knick eines alten Jaucherohrs fand sich das vollbesetzte Nest eines Blaumeisenpaares. Daß in einer lauten Schmiede über der Innentür ein Rotschwanzpaar seine Brut hochbrachte, muß uns ebenfalls verwundern. Der Mutterliebe zähes, unglaublich mutiges Durchhalten an dem einmal gewählten Platze überrascht uns noch mehr in jenem sicher verbürgten Falle, da ein Rotschwanznest an einem täglich eine Strecke von ungefähr 200 Meter hin und her fahrenden Eisenbahnwagen einer Lokomotiv= werkstätte trotz der Störung und freilich auch dank der Vorsicht der Arbeiter auskam. Daß Schwalbennester zuweilen seltsame Plätze haben, ist bekannter. Mehrmals wurden sie an Lampenglocken in Ställen und anderen Gebäuden gefunden.
Wohnungsnot in der Tierwelt gibt es auch sonst recht häufig, nur findet sie gewöhnlich eine weniger auffällige Lösung, indem sie sich natürlicher aushilft. Der Fuchs gräbt Kuninchenbaue nach, um sie für seine Zwecke zu erweitern, oder er wohnt im Dachsbau. Iltisse und Marder, auch Katzen, wilde wie verwilderte, hausen häufig in den Bauen vonFüchsen und Dächsen, oft mit diesen zusammen, wenn auch in verschiedenen„Stockwerken“. Der Baummarder ist nicht selten aus dem Kobel des Eichhörnchens rege gemacht, und Raubvöge! benutzen alte Krähennester als Horstplätze. In manchen Fällen spielt wohl auch weniger Not als Bequemlichkeit die Hauptrolle.
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Eine aufregende Verbrecherjagd in Amerika.
Von Hans Felix Rocholl. Orangeburg ist ein kleines Städtchen an der West Syore=Bahn, nicht weit von Newyork. Seine Bedeutung erhält es durch ein großes staatliches Krankenhaus, das vor einigen Jahren dort errichtet wurde. Jeden Freitag findet hier die Auszahlung der Löhne und Gehälter an die zahlreichen Beamten und Angestellten statt, der Betrag beläuft sich stets auf einige Zehntausende von Dollar, also genug, um auf die„Unterwelt" der benachbarten Riesenstadt eine magnetische Anziehungskraft auszuüben. Es wird an diesem Tage daher stets besonderer polizeilicher Schutz gegen räuberische Ueberfälle angefordert.
Einer der aus diesem Grunde eigens aus Newyork abkommandierten Beamten,(omonson, sah kürzlich, als er am Eingang des Krankenhauses Wache hielt, eine ihm bekannt vorkommende Gestalt auftauchen. Wo hatte er das Gesicht doch schon gesehen? Richtig, das war ja Viktor de Metrio, ein Mitglied einer der berüchtigsten Verbrecherbanden der Metropole. Edmonson gedachte sich etwas näher nach dem Grunde der Anwesenheit de Metrios in Orangeburg zu erkundigen, und schritt auf den Verdächtigen zu. Aber was ihm bevorstand. Eine gung mit der rechten Hand, und fiel wie ein Sack zu Boden. Doch der Schlag war nicht gut gezielt gewesen. Edmonson raffte sich schnell wieder auf und setzte dem eiligst verschwindenden Verbrecher nach.
De Metrio sprang in ein an der Straße haltendes Auto und raste davon. Aber auch der Polizist fand schnell einen Wagen und nahm mit diesem die Verfolgung auf. Sein Fahrzeug war das schnellere, und schon glaubte er den anderen eingeholt zu haben, als man sich der Haltestelle der West Shore=Bahn näherte, wo gerade ein Zug sich gemächlich in Bewegung setzte.
Der Verbrecher sprang aus seinem Auto und eilte dem Zuge nach. Em Schaffner wollte dem
der Großstadt untergetaucht. Bis heute##r seine Festnahme noch nicht gelungen.
Das Ende der„Konka“.
Zu der kürzlich stattgefundenen letzten Fahrt der„Konka“(russischer Name für Pferdebahn) hatten sich fast 40000 Menschen, mehr als ein Drittel der Einwohner der litauischen Hauptstadt Kowno, in der Freiheitsallee und den an
deren Straßen zwischen Bahnhof und Rathaus eingefunden. Die dreizehn Wagen der Pferdebahn, gezogen von abgetriebenen Gäulen, geführt von den alten, phlegmatischen, einen Typ für sich bildenden Kondukteuren, waren von
dem Burgermeister und anderen Vertretern der Jahre lang, und sie hofft, auch ihr
Behörde, von Journalisten und Leuten besetzt, riges Jubilaum begehen zu nonnen.
Fahrpreis mitmachen wollten. Besonders liebevoll hatten sich die Studenten des Wagens Nr. 5 angenommen, den sie im vorigen Jahre während einer Fahrt gestürmt und umgestoßen hatten. Jetzt zogen und schoben sie ihn höchst eigenhändig und trieben allerhand Allotria. Vom ersten Wagen erklangen Trauermärsche des Feuerwehrorchesters. Das Publikum, das die Bürgersteige, die Türen und Fenster bis auf den letzten Platz besetzt hielt, rief„Valio“, der ganze Verkehr stockte, Polizei und Militär hatten Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Aber nicht nur die alten Angestellten der„Konka“, die nun brotlos werden, sondern auch viele alte Kownoer trauerten, hatte die Pferdebahn doch in den 36 Jahren ihres Bestehens 99 Millionen Fahrgäste, für wenige Kopeken und in den letzten Jahren für wenige Cents, wenn auch im langsamen Zuckeltrab befördert. Nun war sie museumsreif geworden. Durch die Straßen Kownos fahren jetzt ratternde, auf dem holprigen Pflaster schaukelnde Autobusse. Der Wagen Nr. 5 wurde von den Studenten in den Hof des Rathauses geschoben; er kommt tatsächlich ins Kownoer Stadtmuseum.
Ein Chrysanthemen=Geschenk mit Giftschlange.
Wegen Mordversuchs ist eine Frau in dem schönen Locarno angeklagt worden, weil sie einer anderen eine Giftschlange zugesandt hat. Die Angeklagte war die erste Frau eines Kaufmannes. Die Ehe wurde geschieden, weil sie kinderlos blieb. Der Kaufmann erzählte bald im Kreise seiner nächsten Bekanntschaft, daß ihm in der neuen Ehe allen Anzeichen nach das ersehnte Glück der Vaterschaft bevorstehe. Seine junge, der Mutterschaft entgegensehende und sehr verwöhnte Frau erhielt nun täglich Blumengeschenke und andere Aufmerksamkeiten. Einmal traf ein Paket ein, in dem sich ein herrlicher Chrysanthemenstrauß befand. Freudig ergriff ihn die Beschenkte, um ihn in eine Vase zu stellen. Plötzlich sank sie vor Schreck ohnmächtig zusammen. Aus dem Blütenstrauß hing der Kopf einer Natter mit weit geöffnetem Rachen heraus. Bald erwies sich, daß die Schlange, die einer bekannten giftigen Natternart der Voralpen angehört, bereits tot war. Das Unglück nahm für die entsetzte Frau doch seinen Lauf; sie geriet infolge einer Frühgeburt in schwere Lebensnot. Der verzweifelte Gatte wandte alles auf, um der Urheberschaft einer so niedrigen Tat auf die Spur zu kommen. Jetzt stellte sich heraus, daß seine erste Gattin die Schlange an ihre glücklichere Nachfolgerin abgesandt hatte. Die Anklage lautet auf Mordversuch, weil sich beweisen läßt, daß die Giftschlange bei ihrer Einsperrung in das Blumenpaket gelebt haben muß.
Der Lebensretter als Fassadenkletterer.
In einem Wohnhause in Brest brach vor wenigen Tagen ein Brand aus. Das Feuer wurde erst so spät bemerkt, daß die Flammen den Hausbewohnern die Flucht über die Treppe abschnitten. Zu allem Unglück verzögerte sich auch noch die Ankunft der Feuerwehr. Zufällig kam ein Soldat des Weges und sah eine ältere Frau an einem Fenster im zweiten Stock des brennenden Hauses stehen und um Hilfe rufen. Er klomm rasch entschlossen und wie ein geübter Fassadenkletterer an der Regenrinne und an den Vorsprüngen in der Hausfront hoch und erreichte die jammernde Frau. Er stieg in das Zimmer ein, riß Wäschestücke aus Schrank, knüpfte sie zusammen und ließ die Halbtote an diesem Ersatzseil auf die Straße hinunter. Der Retter gab sich nicht eher zufrieden, bevor er sämtliche Räume untersucht und sich davon überzeugt hatte, daß sich kein Mensch mehr im brennenden Haus aufhielt. Dann trollte er sich in seine Kaserne.
Die Glöcknerin von Mistley.
Daß eine Kirchengemeinde eine Glöcknerin beschaftigt, ist an sich schon ungewöhnlich. Die alte Frau, die dieses Amt im englischen Dorfe Mistley ausübt, zeichnet sich aber noch durch zwei andere Eigenschaften aus. Sie befindet sich heute mit ihren 92 Jahren in einem Alter, in dem der Mensch sonst nicht mehr zu arbeiten pflegt. Nach Ansicht der Gemeinde versieht sie ihr Amt besser, als es alle den vielen Männern möglich gewesen wäre, die sich um den Posten bewarben. Frau Smith, wie dieser älteste aller englischen Glöckner heißt, hat sicher nie den Ehrgeiz gehabt, einen Rekord aufzustellen. Es war auch nur die Not, welche die damals junge Witwe zwang, im Jahre 1866 das Glöckneramt anzunehmen. Mit den Jahren wurde es ihr zur lieben Gewohnheit, und als ihre Gemeinde sie zur Feier ihres fünfzigjährigen Jubiläums zum Mitglied des Kirchenvorstandes wählte, wollte Frau Smith ihr Amt erst recht nicht aufgeben. Heute versieht sie es dreiundsechzig Jahre lang, und sie hofft, auch ihr siebzigjäh
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Ein Wochenend im südlichen Sauerlande
Wir lösen eine Sonntagskarte nach Finnentrop. Nach Ueberschreiten der Bahn und der Biggebrücke sehen wir das Wegezeichen der Hauptwanderstrecke 5 des Sauerlandischen Gebirgsvereins vor uns. Wir halten uns den ganzen Sonntag nachmittag daran, meist eine südliche Richtung verfolgend. Nach 10 Minuten durchqueren wir die Häuser von Altfinnentrop und erklettern die Dünscheder Höhe(343
Dauer läßt uns Dorf Hachen(375 Meter) gewinnen, dann gehen wir wieder bergab und sind in 25 Minuten in Elspe am gleichnamigen Bache. Durchs liebliche Salmecketal steigen wir jenseits wieder 135 Meter aufwärts, durchqueren Obermelbecke und stoßen am Raizebeil (397 Meter) auf Hwstr. 25(¾ Stunde), von der wir uns fur den Rest des Tages in westlicher Richtung führen lassen. In 1¾ stündiger Wanderung auf einem genußreichen Höhenweg gelangen wir über Weringhausen und die Killesschlade endlich wieder nach Finnentrop zurück, von welchem Dörfchen wir am Vortage ausdngen.
Siegerland
ter); nach einer Stunde sind wir in dem Dörflein Dünschede. Ueber St. Klaas im Tal der Repe und den Lindenbaum gelangen wir weiter in 50 Minuten ins Tal der Veischede und nach Förde. Erst haben wir rechts und links Häuser, bald aber schon nimmt uns das Hengstebecktal auf, in dem arg versteckt eine Dynamitfabrik liegt. Der Weg steigt mehr und mehr, von Förde aus über 200 Meter. Am Gehöft Kracht vorbei treffen wir endlich nach 1¼ stündigem Marsche auf Schloß Bilstein, das malerisch den gleichnamigen Ort überragt und heute eine geräumige Jugendherberge in seinem altgeschichtlichen Gemauer birgt. Noch wenige Minuten Abstieg und wir sind in Bilstein(430 Meter), einer freundlichen und sauberen Sommerfrische, die uns einlädt, dort den Sonntag abzuwarten. 6755
Nach reichlicher kuhe ziehen wir am fruhen Morgen des folgenden Tages unsere blanageputzten Wanderschuhe wieder an und suchen mit ebenso blanken Augen von den Schönheiten des Sauerlandes zu erspähen, was dank unserer Untertanen alles zu schauen möglich ist. Auf Hauptwanderstrecke 5 wollen wir wieder beginnen. Ueber den Krähenberg, später das 581 Meter hohe Arnscheid bringt sie uns in 4½ Stunden zur Einsiedelei, einem fern vom Getriebe der Welt erbauten Forsthause. Nur um solchen Waldesfrieden zu genießen, haben wir den Umweg hierüber gewählt, denn Hauptwanderstrecke 8, der wir nunmehr folgen wollen, läuft ¼ Stunde mit 5 gleich und wir müssen also diese kurze Strecke wieder zurückgehen. Ueber das Buscheid(599 Meter) gelangen wir zur hohen Bracht, ohne allerdings den Gipfel ersteigen zu müssen. Hier soll demnächst ein Aussichtsturm errichtet werden. Am folgenden Rüberg queren wir nicht nur die neue aussichtsreiche Autostraße Altenhundem=Bilstein, sondern auch Hwstr. 6. Nun wandern wir über die Bonschlade und die Hohe Schlade hinab nach Maumke und Meggen(260 Meter; 2¾ Std.) im Lennetal. Wir sind dabei von Blatt 7 auf Blatt 8 der Sauerlandkarte 1:50000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn gelangt. Ein leichter Anstieg von 40 Minuten
Etliche Kilometer unterhalb der Ausläufe: des Siebengebirges, wo schon Silberpappeln die Weidenbrüche der Niederung zieren, mündet die Sieg in den Rhein. Sie kommt aus einem fruchtbaren, hügeligen, teils wild romantischen Hinterland herunter und führt mit sich die Wasser der Agger, der Bröhl. der Wahn und Wisse, sowie der Nister und Daade nebst denen vieler muntern Bäche aus ihren stillen waldreichen Seitentälern. Hoch oden von Rothaar=Kalteiche, quillt sie in vielen Läufen aus den Wittgensteiner Bergen hervor und ihr tausendfach verschlungener Weg führt sie an Siegen, Betzdorf, Wissen, Dattenfeld, Herchen, Blankenberg, Eitorf, Hennef, Siegburg vorbei, durch das Land der Weidenflechter nach Mundorf, wo sie sich vereinigt mit den Fluten des Rheins. An Erzgruben und Hochöfen rauschen ihre Wasser vorbei, denn das Siegerland hat vielerlei Erzvorkommen, die nach der Theorie eines Kölner Bergbau=Ingenieurs die sicheren Merkmale eines vorsintflutlichen kleinen Mondeinsturzes odergroßen Meteorfalles auf unsere Erde in sich tragen.
Geographisch ist die vornehmste Aufgabe der Sieg die, den Westerwald vom„Bergischen“ zu krennen, zum andern aber auch die große
gernbesuchten, idyllisch gelegenen Städtchen und Dörflein wie z. B. Roßbach, das durch Lage und Klima bevorzugte Herchen und Blankenberg sind Ausgangspunkte herrlichster Wanderungen. Zu erwähnen ist Seeligental. die vielbesuchte Klosterstätte und im oberen Flußlauf das in charakteristischem Tal gelegene uralte Siegerlandstädtchen Daaden. Ueber Betzdorf, Siegen, Weidenau ist bald der Ederkop zu erreichen. Herrliche Fahrten gibts von Wissen nach Waldbröl=Morsbach hinauf. oder von Hennef das Bröltal hinauf nach Ruppichteroth, Nümbrecht, Homburg, oder ins herrliche Aggertal mit Engelskirchen dem„Schwarz= waldidyll“. Und so wie diese Fahrten nördlich der Sieg ins Bergische, so bieten sich südlich empfehlenswerte Wanderwege von Hennef über Uckerath nach Asbach; es ist dies eine Partie direkt hinter den Sieben Bergen her, die viele besondere Reize bietet. Ebenso empfehlenswert sind Fahrten von Au nach Altenkirchen und weiter nach Hachenburg mitten in den Westerwald hinein. Hunderte eindrucksvoller Tages= und Halbtagstouren ins gottgesegnete fleißige Siegerland, mit seinem kernig, sehnigen, zäh, genügsamen alten„Sigambiervolk“, ließen sich noch skizzieren.
Wer aber frische Fachwerskhäuschen in grü nen Wiesen, ountscheckiges Westerwalder=Viehz auf lauschigen Waldweiden und den Frieden deutscher Berge sucht, der erwäge, ob er sich innerhalb der großen rheinischen Landschaft nicht auch einmal mit den eindrucksvollen Schönheiten des Siegerlandes vertraut machen soll, dessen Hauptzufahrtsstraßen Köln, Troisdorf, Siegburg, Bonn, Siegburg, sowie die Strecken, Hagen, Siegen, Gießen und Dillenburg=Betzdorf sind.
zu trennen, zum andern aber auch die große
Ost=Westverbindung zu sein, aus dem reich bevölkerten Sauerland zum Rhein. In diesem
Flußsystem des Siegerlandes ist ein Reisegebiet verborgen, das besonders jetzt in den Ferien lockt.
In der weit bekannten Freusburg schuf die Jugend sich dort ihren Mittelpunkt in waldund wiesenreicher Landschaft. Der Autowelt baute man moderne Straßen durch das Land, von denen eine der neuesten die Wahnbachtalstraße Siegburg=Much ist.
Temperamentvoll, wie die unzähligen Windungen der rauschenden Sieg selber, ist das Land. Hier eine Windung und dort und fortwährend wechseln die Bilder hinter den gen. Viel Tunnels führen auf der Strecke Siegburg=Betzdorf=Siegen durch die Felsvorsprunge und mancher Wasserfall raunt das ewige Gebrause des Kampfes der Elemente in diese Gegend. Ein sehr sehenswerter dieser Wasserfälle ist bei Schladern, von dem aus das alte Dattenfeld mit seiner zweitürmigen Kirche in schönster abwechslungsreicher Wanderung bald zu erreichen ist. Manche alte Burgruine kündet auch im Siegerland von längst vergangener Romantik reisiger Ritter. Die Rurnen Blankenberg, Windeck, die Burg Herrenstein, der Grafen von Nesselbrode im Bröltal usw. Im oberen Siegerlande findet der Wanderer den freundlichen von Betzdorf leicht erreichbaren Druidenstein, eine altgermanische Kultstätte, wie eine solche gewiß auch einstens auf dem Siegburger Michaelsberg gewesen ist.
Und manchen gernbesuchten Kurort hat das Siegtal. Hennef z. B. gleich am Eingang gelegen, mit seinem Kneipp=Kurbad von Ruf! Eitorf, das alte trauliche Städtchen mit seiner
Dolomiten
Von Hans Bethge.
Am verlockendsten sieht man sie von der Umgebung Bozens aus: von der Guntschna=Promenade in Gries, von Oberbozen, von Klobenstein. Bei klaren Sonnenuntergängen ragen sie im feenhaftesten Alpenglühen. Es ist Bedingung, daß bei Sonnenuntergang der westliche Horizont von keiner Wolke getrübt ist; dann kann man ihre Zacken und Turme wahrhaft großartig und verführerisch in einem fast unwahrscheinlich rosenroten, von violetten Schatten zart durchsetzten Licht erstrahlen sehen, und man begreift es, daß eine ihrer berühmtesten und von der Sage am innigsten umsponnenen Formationen Laurins Rosengarten heißt.„ 8 64
Dringt man dann in die Taier des Gevirges und steigt auf seine Joche und Pässe, so ist man immer wieder überrascht von dem Reichtum der wie sagenhafte Burgen über den tiefgrünen Nadelwaldern kühn in das Blau des Himmels hineingebauten Felsenkronen. Es gibt Gebirge mit ausgedehnteren Schneefeldern. mächtigeren Vereisungen, aber keines, das so reich an den phantasievollsten und zakkenreichsten Felsbildungen ist. Jede dieser rötlich=grauen, zuweilen rosa=weichlichen, völlig nackten, mit immer wechselndem und bewundernswert keckem rhythmischen Schwung wie eine tiefsinnige Spielerei des Kosmos emporgeschleuderten Schroffen scheint würdig, auf ihrem Gipfel den heiligen Gral zu tragen. Ja, gleich Gralsburgen türmen sich diese scheinbar unbesteigbaren, wild zerklüfteten, vermitterten Kalkstöcke magisch im Firmament: die Vajolit=Türme, die Fünffingerspitze, die drei Zinnen, die Wolfszähne und wie die für ihre seltsamen Formen charakteristischen Benennungen
Mäden.