2 S S— * *** " 4— 8 S S. 92. S 97S 0 ** * * —* S. S. 6 * * 5. * —* ** 2m □ —.— — u B 8— ehenden Rendachn en Vrtisgehech orsu=Zezfruishie ihem non der Platsorm des letzten Bodas schon ziemlich herangewachsen war, Versteichte#hn von spiele ganz absonoerlichen Geschmacks in derigens die Hand und zog ihn in den schon fahrenWahl nicht notür'“ Wohnstätten als Ersatzlden Zug. Das war zwar gegen die Vorschrift, aber drüven nimmt man es damit nicht so genau. Der hilfreiche Beamte wurde für seine Gefälligkeit schlecht belohnt. Ein plötzlicher Stoß des Geretteten beforderte ihn von der Plattform auf den festen Boden, wo er von dem inzwischen herangekommenen Edmonson erfuhr, wen er so erfolgreich unterstützt hatte. Der Schaffner, Stewart, besann sich nicht lange. Durch einige Knallpatronen machte er den Zugführer aufmerksam, der Zug hielt. Edmonson und Stewart bestiegen ihn und nahmen die Verfolgung des flüchtigen Verbrechers auf. Einige Revolverschüsse, von dem Polizisten über die Köpfe der nichts ahnenden Reisenden gefeuert, brachten Leben in das Bild. Fensterscheiben klirrten, Frauen kreischten und fielen in Ohnmacht, die Passagiere verkrochen sich unter den Bänken: es war ein heilloser Wirrwarr, durch den sich de Metrio nun seinen Weg bahnte. Vor einer verschlossenen Tür konnte er plötzlich nicht mehr weiter. Jetzt bot sich für Edmonson Gelegenheit zur Rache. Der Polizist landete einen tadellosen Kinnhaken, und nun war es an seinem Gegner, zu Boden zu gehen. Bewußtlos wurde er in ein Auto gepackt, um dem nächsten Gefängnis zugeführt zu werden. Der mit dem Transport beauftragte Beamte, Berwaldt, der den Kraftwagen selbst lenken mußte, begnügte sich damit, dem Gefangenen einfach Handschellen anzulegen, statt ihn an sich zu fessen. Dies sollte sich aber bald als verfehlt herausstellen. Man war kaum eine Viertelstunde unterwegs, als Berwaldt einen heftigen Schlag gegen den Kopf erhielt. De Metrio hatte seine Fesseln als Waffe benutzt, sein Begleiter sank zusammen und das einen Augenblick führerlos gewordene Auto stürzte um, seine beiden Insassen flogen hinaus, ohne sich indessen ein Leid zu tun. Mit dem Schlüssel seines bewußtlosen Begleiters öffnete der Gefangene nun seine Fesseln, versetzte, um ganz sicher zu gehen, dem betäubten Berwaldt noch einen tüchtigen Hieb mit dem Autoschlüssel und wartete dann auf eine Gelegenheit, weiter zu kommen. Diese bot sich bald. Ein gewisser Dumley aus dem nahen New City kam mit seinem Kraftwagen des Weges, nahm de Metrio auf seine Bitte mit und erhielt als Dank alsbald einen so wuchtigen Schlag, daß er betäubt das Steuer fahren ließ. Ehe der Verbrecher zugreifen konnte, war das Auto gegen einen Baum gefahren und mit der Weiterfahrt war es zu Ende. De Metrio hielt es für das Sicherste, in einem nahe gelegenen Sumpf vorerst Deckung zu suchen. Doch der alte Dumley hatte ihn beobachtet, schlug in New City Alarm und die Verfolgung wurde nun im großen aufgenommen. Mehrere hundert Mann Staatsmiliz und Polizei aus Newyork und New Jersey streiften das Moor ab. Die trockenen Stellen wurden in Brand gesteckt, um dem Flüchtigen jeden Schlupfwinker zu entziehen. De Metrio hatte sich inzwischen durch den Sumpf hindurch gearbeitet, sich am Rande einer Straße verborgen und wartete auf eine neue Gelegenheit zum Entschlüpfen. Der Vorfall mit Dumley hatte ihn vorsichtig gemacht, er wollte es jetzt schlauer anfangen. So legte er sich an den Straßenrand, die Füße auf dem Fahrdamm und wartete das nächste Auto ab. Wie er gehofft, hielt der Fahrer an, um dem scheinbar Verunglückten beizustehen. Das sollte, ihm indes schlecht bekommen. Der„Bewugllose“ sprang plötzlich auf, stieß seinen Retter in den aus Straßengraben, war mit einem Satz im Auto und schon auf Nimmerwiedersehen auf und davon. Während Miliz und Polizei noch mit größtem Eifer das Moor absuchten, war de Metrio längst in voller Sicherheit, im## Richt ntüriicher Wohltalten.„„ für die fehlenden natürlichen finden wir in der Vogelwelt. Naturgemäß sind es da vornehmlich die Höhlen= und Halbhöhlenbrüter, die in dieser Beziehung Auffälliges zeigen. Oefters schon wurden in Haufen aufgestapelter Brikette Nester von Bachstelzen und Rotschwänzchen gefunden. Daß Bachstelzen unter Eisenbahnschwellen nisteten, über die jede Stunde ein Zug hindonnerte, ist mir wiederholt berichtet worden. Auch Meisen haben oft seltsame Einfälle, um den Mangel natürlicher Brutstätten auszugleichen. So fand ein Waldarbeiter in seiner Hütte ein Kohlmeisennest in dem Schaft eines unter der Decke aufgehängten Stiefels. Eine Sumpfmeise hatte ihr Nest in der Tasche eines alten Beinkleides unter dem Dachvorsprung eines Schuppens. Ein Rotschwanzpaar fand Gefallen an einem alten, in einen Balkenwinkel verirrten Halbschuh. Von Meisen und Rotschwänzen haben wir wohl die meisten Beispiele absonderlicher Brutplatzwahl. In dem Knick eines alten Jaucherohrs fand sich das vollbesetzte Nest eines Blaumeisenpaares. Daß in einer lauten Schmiede über der Innentür ein Rotschwanzpaar seine Brut hochbrachte, muß uns ebenfalls verwundern. Der Mutterliebe zähes, unglaublich mutiges Durchhalten an dem einmal gewählten Platze überrascht uns noch mehr in jenem sicher verbürgten Falle, da ein Rotschwanznest an einem täglich eine Strecke von ungefähr 200 Meter hin und her fahrenden Eisenbahnwagen einer Lokomotiv= werkstätte trotz der Störung und freilich auch dank der Vorsicht der Arbeiter auskam. Daß Schwalbennester zuweilen seltsame Plätze haben, ist bekannter. Mehrmals wurden sie an Lampenglocken in Ställen und anderen Gebäuden gefunden. Wohnungsnot in der Tierwelt gibt es auch sonst recht häufig, nur findet sie gewöhnlich eine weniger auffällige Lösung, indem sie sich natürlicher aushilft. Der Fuchs gräbt Kuninchenbaue nach, um sie für seine Zwecke zu erweitern, oder er wohnt im Dachsbau. Iltisse und Marder, auch Katzen, wilde wie verwilderte, hausen häufig in den Bauen vonFüchsen und Dächsen, oft mit diesen zusammen, wenn auch in verschiedenen„Stockwerken“. Der Baummarder ist nicht selten aus dem Kobel des Eichhörnchens rege gemacht, und Raubvöge! benutzen alte Krähennester als Horstplätze. In manchen Fällen spielt wohl auch weniger Not als Bequemlichkeit die Hauptrolle. —(2.— Eine aufregende Verbrecherjagd in Amerika. Von Hans Felix Rocholl. Orangeburg ist ein kleines Städtchen an der West Syore=Bahn, nicht weit von Newyork. Seine Bedeutung erhält es durch ein großes staatliches Krankenhaus, das vor einigen Jahren dort errichtet wurde. Jeden Freitag findet hier die Auszahlung der Löhne und Gehälter an die zahlreichen Beamten und Angestellten statt, der Betrag beläuft sich stets auf einige Zehntausende von Dollar, also genug, um auf die„Unterwelt" der benachbarten Riesenstadt eine magnetische Anziehungskraft auszuüben. Es wird an diesem Tage daher stets besonderer polizeilicher Schutz gegen räuberische Ueberfälle angefordert. Einer der aus diesem Grunde eigens aus Newyork abkommandierten Beamten,(omonson, sah kürzlich, als er am Eingang des Krankenhauses Wache hielt, eine ihm bekannt vorkommende Gestalt auftauchen. Wo hatte er das Gesicht doch schon gesehen? Richtig, das war ja Viktor de Metrio, ein Mitglied einer der berüchtigsten Verbrecherbanden der Metropole. Edmonson gedachte sich etwas näher nach dem Grunde der Anwesenheit de Metrios in Orangeburg zu erkundigen, und schritt auf den Verdächtigen zu. Aber was ihm bevorstand. Eine gung mit der rechten Hand, und fiel wie ein Sack zu Boden. Doch der Schlag war nicht gut gezielt gewesen. Edmonson raffte sich schnell wieder auf und setzte dem eiligst verschwindenden Verbrecher nach. De Metrio sprang in ein an der Straße haltendes Auto und raste davon. Aber auch der Polizist fand schnell einen Wagen und nahm mit diesem die Verfolgung auf. Sein Fahrzeug war das schnellere, und schon glaubte er den anderen eingeholt zu haben, als man sich der Haltestelle der West Shore=Bahn näherte, wo gerade ein Zug sich gemächlich in Bewegung setzte. Der Verbrecher sprang aus seinem Auto und eilte dem Zuge nach. Em Schaffner wollte dem der Großstadt untergetaucht. Bis heute##r seine Festnahme noch nicht gelungen. Das Ende der„Konka“. Zu der kürzlich stattgefundenen letzten Fahrt der„Konka“(russischer Name für Pferdebahn) hatten sich fast 40000 Menschen, mehr als ein Drittel der Einwohner der litauischen Hauptstadt Kowno, in der Freiheitsallee und den anderen Straßen zwischen Bahnhof und Rathaus eingefunden. Die dreizehn Wagen der Pferdebahn, gezogen von abgetriebenen Gäulen, geführt von den alten, phlegmatischen, einen Typ für sich bildenden Kondukteuren, waren von dem Burgermeister und anderen Vertretern der Jahre lang, und sie hofft, auch ihr Behörde, von Journalisten und Leuten besetzt, riges Jubilaum begehen zu nonnen. Fahrpreis mitmachen wollten. Besonders liebevoll hatten sich die Studenten des Wagens Nr. 5 angenommen, den sie im vorigen Jahre während einer Fahrt gestürmt und umgestoßen hatten. Jetzt zogen und schoben sie ihn höchst eigenhändig und trieben allerhand Allotria. Vom ersten Wagen erklangen Trauermärsche des Feuerwehrorchesters. Das Publikum, das die Bürgersteige, die Türen und Fenster bis auf den letzten Platz besetzt hielt, rief„Valio“, der ganze Verkehr stockte, Polizei und Militär hatten Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Aber nicht nur die alten Angestellten der„Konka“, die nun brotlos werden, sondern auch viele alte Kownoer trauerten, hatte die Pferdebahn doch in den 36 Jahren ihres Bestehens 99 Millionen Fahrgäste, für wenige Kopeken und in den letzten Jahren für wenige Cents, wenn auch im langsamen Zuckeltrab befördert. Nun war sie museumsreif geworden. Durch die Straßen Kownos fahren jetzt ratternde, auf dem holprigen Pflaster schaukelnde Autobusse. Der Wagen Nr. 5 wurde von den Studenten in den Hof des Rathauses geschoben; er kommt tatsächlich ins Kownoer Stadtmuseum. Ein Chrysanthemen=Geschenk mit Giftschlange. Wegen Mordversuchs ist eine Frau in dem schönen Locarno angeklagt worden, weil sie einer anderen eine Giftschlange zugesandt hat. Die Angeklagte war die erste Frau eines Kaufmannes. Die Ehe wurde geschieden, weil sie kinderlos blieb. Der Kaufmann erzählte bald im Kreise seiner nächsten Bekanntschaft, daß ihm in der neuen Ehe allen Anzeichen nach das ersehnte Glück der Vaterschaft bevorstehe. Seine junge, der Mutterschaft entgegensehende und sehr verwöhnte Frau erhielt nun täglich Blumengeschenke und andere Aufmerksamkeiten. Einmal traf ein Paket ein, in dem sich ein herrlicher Chrysanthemenstrauß befand. Freudig ergriff ihn die Beschenkte, um ihn in eine Vase zu stellen. Plötzlich sank sie vor Schreck ohnmächtig zusammen. Aus dem Blütenstrauß hing der Kopf einer Natter mit weit geöffnetem Rachen heraus. Bald erwies sich, daß die Schlange, die einer bekannten giftigen Natternart der Voralpen angehört, bereits tot war. Das Unglück nahm für die entsetzte Frau doch seinen Lauf; sie geriet infolge einer Frühgeburt in schwere Lebensnot. Der verzweifelte Gatte wandte alles auf, um der Urheberschaft einer so niedrigen Tat auf die Spur zu kommen. Jetzt stellte sich heraus, daß seine erste Gattin die Schlange an ihre glücklichere Nachfolgerin abgesandt hatte. Die Anklage lautet auf Mordversuch, weil sich beweisen läßt, daß die Giftschlange bei ihrer Einsperrung in das Blumenpaket gelebt haben muß. Der Lebensretter als Fassadenkletterer. In einem Wohnhause in Brest brach vor wenigen Tagen ein Brand aus. Das Feuer wurde erst so spät bemerkt, daß die Flammen den Hausbewohnern die Flucht über die Treppe abschnitten. Zu allem Unglück verzögerte sich auch noch die Ankunft der Feuerwehr. Zufällig kam ein Soldat des Weges und sah eine ältere Frau an einem Fenster im zweiten Stock des brennenden Hauses stehen und um Hilfe rufen. Er klomm rasch entschlossen und wie ein geübter Fassadenkletterer an der Regenrinne und an den Vorsprüngen in der Hausfront hoch und erreichte die jammernde Frau. Er stieg in das Zimmer ein, riß Wäschestücke aus Schrank, knüpfte sie zusammen und ließ die Halbtote an diesem Ersatzseil auf die Straße hinunter. Der Retter gab sich nicht eher zufrieden, bevor er sämtliche Räume untersucht und sich davon überzeugt hatte, daß sich kein Mensch mehr im brennenden Haus aufhielt. Dann trollte er sich in seine Kaserne. Die Glöcknerin von Mistley. Daß eine Kirchengemeinde eine Glöcknerin beschaftigt, ist an sich schon ungewöhnlich. Die alte Frau, die dieses Amt im englischen Dorfe Mistley ausübt, zeichnet sich aber noch durch zwei andere Eigenschaften aus. Sie befindet sich heute mit ihren 92 Jahren in einem Alter, in dem der Mensch sonst nicht mehr zu arbeiten pflegt. Nach Ansicht der Gemeinde versieht sie ihr Amt besser, als es alle den vielen Männern möglich gewesen wäre, die sich um den Posten bewarben. Frau Smith, wie dieser älteste aller englischen Glöckner heißt, hat sicher nie den Ehrgeiz gehabt, einen Rekord aufzustellen. Es war auch nur die Not, welche die damals junge Witwe zwang, im Jahre 1866 das Glöckneramt anzunehmen. Mit den Jahren wurde es ihr zur lieben Gewohnheit, und als ihre Gemeinde sie zur Feier ihres fünfzigjährigen Jubiläums zum Mitglied des Kirchenvorstandes wählte, wollte Frau Smith ihr Amt erst recht nicht aufgeben. Heute versieht sie es dreiundsechzig Jahre lang, und sie hofft, auch ihr siebzigjäh8 * am 2 5 8 5 89 L#NE, *.— Joc: S: S. Sen 2 ##g1 55853 5 PSSESSR 49— Bn -SEFSNGE ——0 #n# 35 95 3 ö. R VcOS. Ser#t## S7— SanEEMEN 8 UIn SRSSTTT Ein Wochenend im südlichen Sauerlande Wir lösen eine Sonntagskarte nach Finnentrop. Nach Ueberschreiten der Bahn und der Biggebrücke sehen wir das Wegezeichen der Hauptwanderstrecke 5 des Sauerlandischen Gebirgsvereins vor uns. Wir halten uns den ganzen Sonntag nachmittag daran, meist eine südliche Richtung verfolgend. Nach 10 Minuten durchqueren wir die Häuser von Altfinnentrop und erklettern die Dünscheder Höhe(343 Dauer läßt uns Dorf Hachen(375 Meter) gewinnen, dann gehen wir wieder bergab und sind in 25 Minuten in Elspe am gleichnamigen Bache. Durchs liebliche Salmecketal steigen wir jenseits wieder 135 Meter aufwärts, durchqueren Obermelbecke und stoßen am Raizebeil (397 Meter) auf Hwstr. 25(¾ Stunde), von der wir uns fur den Rest des Tages in westlicher Richtung führen lassen. In 1¾ stündiger Wanderung auf einem genußreichen Höhenweg gelangen wir über Weringhausen und die Killesschlade endlich wieder nach Finnentrop zurück, von welchem Dörfchen wir am Vortage ausdngen. Siegerland ter); nach einer Stunde sind wir in dem Dörflein Dünschede. Ueber St. Klaas im Tal der Repe und den Lindenbaum gelangen wir weiter in 50 Minuten ins Tal der Veischede und nach Förde. Erst haben wir rechts und links Häuser, bald aber schon nimmt uns das Hengstebecktal auf, in dem arg versteckt eine Dynamitfabrik liegt. Der Weg steigt mehr und mehr, von Förde aus über 200 Meter. Am Gehöft Kracht vorbei treffen wir endlich nach 1¼ stündigem Marsche auf Schloß Bilstein, das malerisch den gleichnamigen Ort überragt und heute eine geräumige Jugendherberge in seinem altgeschichtlichen Gemauer birgt. Noch wenige Minuten Abstieg und wir sind in Bilstein(430 Meter), einer freundlichen und sauberen Sommerfrische, die uns einlädt, dort den Sonntag abzuwarten. 6755 Nach reichlicher kuhe ziehen wir am fruhen Morgen des folgenden Tages unsere blanageputzten Wanderschuhe wieder an und suchen mit ebenso blanken Augen von den Schönheiten des Sauerlandes zu erspähen, was dank unserer Untertanen alles zu schauen möglich ist. Auf Hauptwanderstrecke 5 wollen wir wieder beginnen. Ueber den Krähenberg, später das 581 Meter hohe Arnscheid bringt sie uns in 4½ Stunden zur Einsiedelei, einem fern vom Getriebe der Welt erbauten Forsthause. Nur um solchen Waldesfrieden zu genießen, haben wir den Umweg hierüber gewählt, denn Hauptwanderstrecke 8, der wir nunmehr folgen wollen, läuft ¼ Stunde mit 5 gleich und wir müssen also diese kurze Strecke wieder zurückgehen. Ueber das Buscheid(599 Meter) gelangen wir zur hohen Bracht, ohne allerdings den Gipfel ersteigen zu müssen. Hier soll demnächst ein Aussichtsturm errichtet werden. Am folgenden Rüberg queren wir nicht nur die neue aussichtsreiche Autostraße Altenhundem=Bilstein, sondern auch Hwstr. 6. Nun wandern wir über die Bonschlade und die Hohe Schlade hinab nach Maumke und Meggen(260 Meter; 2¾ Std.) im Lennetal. Wir sind dabei von Blatt 7 auf Blatt 8 der Sauerlandkarte 1:50000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn gelangt. Ein leichter Anstieg von 40 Minuten Etliche Kilometer unterhalb der Ausläufe: des Siebengebirges, wo schon Silberpappeln die Weidenbrüche der Niederung zieren, mündet die Sieg in den Rhein. Sie kommt aus einem fruchtbaren, hügeligen, teils wild romantischen Hinterland herunter und führt mit sich die Wasser der Agger, der Bröhl. der Wahn und Wisse, sowie der Nister und Daade nebst denen vieler muntern Bäche aus ihren stillen waldreichen Seitentälern. Hoch oden von Rothaar=Kalteiche, quillt sie in vielen Läufen aus den Wittgensteiner Bergen hervor und ihr tausendfach verschlungener Weg führt sie an Siegen, Betzdorf, Wissen, Dattenfeld, Herchen, Blankenberg, Eitorf, Hennef, Siegburg vorbei, durch das Land der Weidenflechter nach Mundorf, wo sie sich vereinigt mit den Fluten des Rheins. An Erzgruben und Hochöfen rauschen ihre Wasser vorbei, denn das Siegerland hat vielerlei Erzvorkommen, die nach der Theorie eines Kölner Bergbau=Ingenieurs die sicheren Merkmale eines vorsintflutlichen kleinen Mondeinsturzes odergroßen Meteorfalles auf unsere Erde in sich tragen. Geographisch ist die vornehmste Aufgabe der Sieg die, den Westerwald vom„Bergischen“ zu krennen, zum andern aber auch die große gernbesuchten, idyllisch gelegenen Städtchen und Dörflein wie z. B. Roßbach, das durch Lage und Klima bevorzugte Herchen und Blankenberg sind Ausgangspunkte herrlichster Wanderungen. Zu erwähnen ist Seeligental. die vielbesuchte Klosterstätte und im oberen Flußlauf das in charakteristischem Tal gelegene uralte Siegerlandstädtchen Daaden. Ueber Betzdorf, Siegen, Weidenau ist bald der Ederkop zu erreichen. Herrliche Fahrten gibts von Wissen nach Waldbröl=Morsbach hinauf. oder von Hennef das Bröltal hinauf nach Ruppichteroth, Nümbrecht, Homburg, oder ins herrliche Aggertal mit Engelskirchen dem„Schwarz= waldidyll“. Und so wie diese Fahrten nördlich der Sieg ins Bergische, so bieten sich südlich empfehlenswerte Wanderwege von Hennef über Uckerath nach Asbach; es ist dies eine Partie direkt hinter den Sieben Bergen her, die viele besondere Reize bietet. Ebenso empfehlenswert sind Fahrten von Au nach Altenkirchen und weiter nach Hachenburg mitten in den Westerwald hinein. Hunderte eindrucksvoller Tages= und Halbtagstouren ins gottgesegnete fleißige Siegerland, mit seinem kernig, sehnigen, zäh, genügsamen alten„Sigambiervolk“, ließen sich noch skizzieren. Wer aber frische Fachwerskhäuschen in grü nen Wiesen, ountscheckiges Westerwalder=Viehz auf lauschigen Waldweiden und den Frieden deutscher Berge sucht, der erwäge, ob er sich innerhalb der großen rheinischen Landschaft nicht auch einmal mit den eindrucksvollen Schönheiten des Siegerlandes vertraut machen soll, dessen Hauptzufahrtsstraßen Köln, Troisdorf, Siegburg, Bonn, Siegburg, sowie die Strecken, Hagen, Siegen, Gießen und Dillenburg=Betzdorf sind. zu trennen, zum andern aber auch die große Ost=Westverbindung zu sein, aus dem reich bevölkerten Sauerland zum Rhein. In diesem Flußsystem des Siegerlandes ist ein Reisegebiet verborgen, das besonders jetzt in den Ferien lockt. In der weit bekannten Freusburg schuf die Jugend sich dort ihren Mittelpunkt in waldund wiesenreicher Landschaft. Der Autowelt baute man moderne Straßen durch das Land, von denen eine der neuesten die Wahnbachtalstraße Siegburg=Much ist. Temperamentvoll, wie die unzähligen Windungen der rauschenden Sieg selber, ist das Land. Hier eine Windung und dort und fortwährend wechseln die Bilder hinter den gen. Viel Tunnels führen auf der Strecke Siegburg=Betzdorf=Siegen durch die Felsvorsprunge und mancher Wasserfall raunt das ewige Gebrause des Kampfes der Elemente in diese Gegend. Ein sehr sehenswerter dieser Wasserfälle ist bei Schladern, von dem aus das alte Dattenfeld mit seiner zweitürmigen Kirche in schönster abwechslungsreicher Wanderung bald zu erreichen ist. Manche alte Burgruine kündet auch im Siegerland von längst vergangener Romantik reisiger Ritter. Die Rurnen Blankenberg, Windeck, die Burg Herrenstein, der Grafen von Nesselbrode im Bröltal usw. Im oberen Siegerlande findet der Wanderer den freundlichen von Betzdorf leicht erreichbaren Druidenstein, eine altgermanische Kultstätte, wie eine solche gewiß auch einstens auf dem Siegburger Michaelsberg gewesen ist. Und manchen gernbesuchten Kurort hat das Siegtal. Hennef z. B. gleich am Eingang gelegen, mit seinem Kneipp=Kurbad von Ruf! Eitorf, das alte trauliche Städtchen mit seiner Dolomiten Von Hans Bethge. Am verlockendsten sieht man sie von der Umgebung Bozens aus: von der Guntschna=Promenade in Gries, von Oberbozen, von Klobenstein. Bei klaren Sonnenuntergängen ragen sie im feenhaftesten Alpenglühen. Es ist Bedingung, daß bei Sonnenuntergang der westliche Horizont von keiner Wolke getrübt ist; dann kann man ihre Zacken und Turme wahrhaft großartig und verführerisch in einem fast unwahrscheinlich rosenroten, von violetten Schatten zart durchsetzten Licht erstrahlen sehen, und man begreift es, daß eine ihrer berühmtesten und von der Sage am innigsten umsponnenen Formationen Laurins Rosengarten heißt.„ 8 64 Dringt man dann in die Taier des Gevirges und steigt auf seine Joche und Pässe, so ist man immer wieder überrascht von dem Reichtum der wie sagenhafte Burgen über den tiefgrünen Nadelwaldern kühn in das Blau des Himmels hineingebauten Felsenkronen. Es gibt Gebirge mit ausgedehnteren Schneefeldern. mächtigeren Vereisungen, aber keines, das so reich an den phantasievollsten und zakkenreichsten Felsbildungen ist. Jede dieser rötlich=grauen, zuweilen rosa=weichlichen, völlig nackten, mit immer wechselndem und bewundernswert keckem rhythmischen Schwung wie eine tiefsinnige Spielerei des Kosmos emporgeschleuderten Schroffen scheint würdig, auf ihrem Gipfel den heiligen Gral zu tragen. Ja, gleich Gralsburgen türmen sich diese scheinbar unbesteigbaren, wild zerklüfteten, vermitterten Kalkstöcke magisch im Firmament: die Vajolit=Türme, die Fünffingerspitze, die drei Zinnen, die Wolfszähne und wie die für ihre seltsamen Formen charakteristischen Benennungen Mäden. bier sind Bände und Kronen von edelster, Dp /Sgarakzter verleiht, so ist es der W. Sepenuer WPhget uuh u ewht, ZulCharakter perteiht, so, der Geihelanöschaft ruhen der Rala=Gruppe niegt San Martino dilter den Geyotzen, welcher hrg„ immugen die Verle unter den Ortschaften derlvornehmlich den Zauber ihrer Simmmungen gibt. Möchten wir auch nicht die weißrindige Birke mit den langen, feinen Strähnen ihrer Zweige missen, wo immer wir die Heide durchwandern, mag auch unserem Auge etwas fehlen, wenn die alte, düstere Schirmkiefer am grauen Schnuckenstalle auf brauner oder roter Heidehöhe verschwunden ist oder der Findling am grauen Bienenzaun,— gehört auch ebenso zur echten Heide der köstlich=herbe Duft und das Gold der Gagelblüten, immer zuerst suchen unsere Augen, wenn sie die Heide wiedersehen, jenen eigenartig schönen Buschbaum, den Wacholder. Und dieses vielleicht reizvollste aller Nadelhölzer nannte ein Linné in seinem Artnamen communis,„gemein“. Wir ehrten diesen Baum bereits und wollen nicht nach einem besseren lateinischen Beiwort für ihn suchen. Daß der alte Roßmäßler in seiner„Naturgeschichte vom Walde" den Wacholder einen„forstlichen Proletarier“ nennt, um den„sich niemand kümmert", trifft in unserm Urteil über solche Behauptung mehr den Geist seiner Zeit als den alten Gelehrten selbst. Hat man doch in früheren Zeiten, ja noch am Ende des vorigen Jahrhunderts ähnlich abfällig über die Lüneburger Heide überhaupt gesprochen, über dieselbe Heide, deren Erschauen heute das Herz eines jeden wirklichen Naturfreundes höher schlagen läßt. Wer sich hiervon noch überzeugen lassen muß, der braucht ja nur einmal nach dem Wietzer Berge bei Müden an der Oertze zu pilgern, wo aus hochgetürmten Findlingsblokken das Antlitz des Sängers der Heide, des Dichters Löns, herniederschaut. Dort sieht er ein entzückendes Landschaftsbild, weite dunkle Wälder und Waldhöhen, dazwischen braune Heide, blitzende Wasserflächen und den Wanderer freundlich einladende Birkenwege. Wendet er sich, so erblickt er unzählige Wachholder die hier eine weite Landschaft, unberührte Urheide, beherrschen, aber nicht herrisch, sondern still und bescheiden, verträumt, manchmal wohl auch schwermütig. Aber auch mitten im Fuhrenwalde findet man Wacholder noch in Mengen, struffig und mager, wo die Fuhren ihn Autofahrern. Man sieht Wagen aus Illi= Schafwolle, oder Moos an den Rändern und Australien Meriko Wales piele ausimitten auf ven wegen, die nur die weißen ugig fnobistischen Reiz, in Wagenspuren bezeichnen. An lichten Stellen Deurschland, den voneg vuuuuu,— zschießen auch wohl bis acht Meter hope schlanke Wacholdersäulen auf, machtigen Flammen in der Art ihres Hochstrebens vergleichbar, andere wieder bilden in Gemeinschaft Schluchten oder, ihre Wipfel von beiden Seiten des Weges über diesen neigend, Gewölbe, durch die man schreitet wie durch Klostergänge, und den Weihrauchduft sächelt dazu der laue Heidewind, köstlichen [Würzhauch, wie ihn nur der sonnenwarme Kieserwald spendet.— trieben die Hexen.,„0f. war wie f. Da die Heide fruher holzarm wur, wie sie heute eins der waldreichsten Gebiete Deutsch, lands ist, mußte der Wacholder oder Machan. wie er in niederdeutschen Landen östlich der Weser auch genannt wird, spärliches Brennholz und auch Nutzholz für allerlei Geräte liefern. Seine dunkelblauen Beeren, die der Wacholderdrossel den Namen gaben und auch dem edlen Birkwilde zur Aesung dienen, wurden schon in Urzeiten als Speisenwürze verwandt. Besonders geschätzt sind heute noch mit Wacholderbeeren gewurzte Wildbraten. Auch im Drogenhandel spielen die Beeren eine nicht unbedeutende Rolle. Daß ihr Extrakt dem Steinhäger und Genever ihren eigentümlichen Geschmack verleiht, bleibe nicht unerwähnt. So ist also der früher von manchen außerhalb der Heide Lebenden geschmähte, heute noch bei vielen unbekannte oder verkannte Baum auch wirtschaftlich bedeutend gewesen und heute noch nüßzlich..... Jug anigmhslat beihe: Aber wäre auch dieses anspruchslose, bescheidene Kind der nördlichen Heiden nur der wundervolle vielgestaltige, einzigartige und darum einzigschöne Landschaftsschmuck, als den wir ihn schauen, es diente damit allein schon seiner Heimat in reichstem Maße, als Freudenspender dem schönheitsfrohen Auge, dem Gemüte, das noch schöne Träume spinnt, und als Magnet für Tausende, die seinetwegen wie der rosenroten Heideblüte wegen kommen, und die dem Wirtschaftsleben der Heide wertvolle Hilfe bringen. —2.— iu Siden: De Voto=Oruppe= Hoiheerast unter den Planzen der Heide ihren Hier sind Wände und Kronen von edelster, hinreißender rhythmischer Wucht und Größe. gges der Pam=Grupße niegl Ean Marlinde, Lastrozza, die pich aniet ven Prichht der Dolomiten. Der glecken wurde im Kriege ganz zerstört; nun ist er neu erstanden und dehnt sich, mit seinen weißen Bauten auf den smaragdgrunen Wiesen im Schutz der majestätischen Gralswände wie eine kleine, zärtliche Spielerei der Menschen. Die kahlen Felsenzinken ragen nicht unmitselbar aus den Wäldern. Mächtige Halden von Schutt und Geröll lagern sich wild um ihre Füße. Almen ziehen sich bis zu dem Geköll empor. Diese Almen sind besetzt mit den lieblichsten Alpenblumen, vom August ab blüht die amethystfarbene Herbstzeitlose, und da, wo die Matten dem Geröll sich nähern, pflückt man Enzian, Alpenrosen und Edelweiß in Fülle. Eine Reihe eiskalter Gebirgsseen liegt zerstreut in den Hochtälern, kristallklare Akzente in der ernsten alpinen Schönheit. Da ist der kleine Pragser Wildsee, in dessen stiller Fläche sich die massige Silhouette des breiten, von Schneefeldern durchsetzten Seekofel spiegelt, und zwar so seltsam scharf, als sei der Berg dort unten noch einmal neu entstanden. Da ist vor allem der Misurina=See, das größte und schönste der Dolomiten=Gewässer, grun wie Chrysopras, überragt von der feierlich=ruhigen Wand des Sorapis und dem wildgezackten Kamm der Cadinspitzen. Die Luft um diese Seen hat etwas Aetherhaftes, man denkt an Bergkristall oder die Reinheit des Diamanten. Die ganze Dolomiten=Atmosphäre ist wunderbar leicht und trocken und bei ungetrübtem Himmel von kristallener Klarheit. Aehnlich wie im Engadin. An sonnigen Tagen sind die Täler und Höhen von einem unheimlich blendenden Licht durchströmt. Die ganze Landschaft ist in einen weißglühenden Glanz getaucht. Ich habe selbst in den Sand= und Steinwüsten Aegyptens keine Schutzbrille gebraucht, — hier in den Dolomiten kann ich sie nicht entbehren. Es ist, als sei die Hölle losgelassen und sprühe ihre Lichtgluten wie Katarakte über Aucos durchrosen das Gebinge, übergueren die Pässe, wirbeln Staub durch die Täler. Die Straßen sind herrlich, mit Sorgfalt gepflegt, reich an wundervollen Ausblicken, so erfreuen sie sich einer internationalen Beliebtheit bei den Autofahrern. Man sieht Eugen Aus Illinois, Australien, Regant, Teales und diele aus em utenggetescgen Brig in einem Tempo von sechzig Kilometern in ein paar Tagen die Dolomiten zu absolvieren, um dann im gleichen Tempo durch neue biete zu stürmen, wird der Nichtfahrer schwerlich begreifen. Die Fußgänger wandern heute auf Seitenpfaden, die großen Straßen ind rg gen des wirbelndes Staubes kaum noch für sie Sportlich geschulte Menschen in leinenen Kletterschuhen klimmen ehrgeizig die zähen Zacken hinan, auch die wildesten, steilsten, unnahbarsten,— nicht einer blieb unbestiegen. Nirgends ist die Natur heroischer, abweisender, von einem tragischeren Ernst als dort oben.] Sie ist ganz fühllos, auch nicht mit einer Faser von Empfinden an dem Schicksal der Menschen beteiligt. Sie ist die unfühlende Feindin des Kühnen, der sie zu besiegen trachtet. Unheimlich ihre Eiseskälte, wenn der Kletternde in Not gerät und sich verzweiflungsvoll nach Hilfe sehnt. Unheimlich das drohende Schweigen der Berge, das den Jubel des Bezwingers dämpft und den Absturz des Schwachen noch grauenvoller macht. Schreie, von Erahrzgg peitscht, den Berg an, vermessener ling in die Regionen des Schicksals,— er hört dich nicht. Bitte den Schönen, Sonnenumglänzten in deiner letzten Verzweitrgig, sgprich g ig Erbarmen,— er hak nichts fur v.7 Polomiten einmal ein Lächeln des Hohns. Die L######. erheischen die peinlichste Vorsicht bei Irenige zwingern, denn das mürbe Kalkgester. geser Zinken, besonders das der majestätischen## Gruppe, ist bröcklich, und in der Tiefe nmurt# der Tod. Vom Wacholder Von Wilhelm Hochgreve. Der Wacholder, der Juniperus der Pislenschaft, ist ein Kind der Heide, der Lüneburg## Heide, und ihrer Randgebiete. Treffen wir iyn Auf freier Heide, wo sich der Sturm ungehemmt austoben kann, wo vor Jahren erst die Dürre hauste, und dann das rote Feuer in wilden Flammen daher jagte und alles, alles fraß, steht aus der jung schießenden Heide starrend ein Wacholdergerippe, dem das Wer#er der Jahre die Kohlenschwarze nahm, knochenbleich, tot und noch im Tode schön in dieser Landschaft. An einer anderen ähnlichen Stelle, wo aver die Dürre nicht so zugreifen konnte, wo kein Heide brand wütete, stehen im Riesenschirmfuhre ein halbes Dutzend Wacholder von stattlicher Höhe und weiter Auslage. Nackt, grau, entrindet ragen ihre armbicken Stämme zwei Meter hoch über das Heidekraut sempor. Sind sie doch noch weit älter als die alte Fuhre, deren Samenkern eine Laune des Windes einst in die Wacholdergruppe trug. Hier konnte sie geschützt vor dem Schnuckenzahn aufwachsen, und zum Danke spendet sie jenen jetzt, sie hoch überragend, Schatten, ohne ihnen Licht und Sonne ganz zu nehmen. Aber der Wind und der Schnee, die Last der Jahre und der Sturm drückten und zerrten sie auseinSüdens gemahnt. Auch Wacholderhaine sehen ser Auge überraschen und wie verwilderte Fried höfe dastehen. Es wundert uns nicht, daß das Gemüt des Heidjers in den Zeiten des Aberglaubens, aber auch heute noch nicht ganz tot ist, um diesen wundervoulen Baum einen bunten Sagenkranz flocht. Schon sein Name verrät, daßger den Urvätern der Heidjer heilig war.„Wuscholder“ nannten sie ihn, weil er Frau Woldes macher immergüner und daxum behendiger! der Gerichtschronik von Ritzebüttel Was vor hundert Jahren noch möglich war. Von Karl Alexander Prusz. Unter der Amtmannschaft des trefflichen Senators Abendroth sollten in Ritzebüttel im Sommer 1829 zwei arme Sünder hingerichtet werden, Mitglieder einer Räuberbande aus der Nachbarschaft. Da es in Ritzebüttel nur einen Abdecker gab, wurde, wie gebräuchlich, der hamburgische Scharfrichter Hennings mit seinen Knechten angefordert, und am Vorabende des großen Tages trafen die gefürchteten, dennoch mit angenehmem Grauen angestarrten Gäste g Ge undd Einer der Henkersknechte war ins benach barte Cuxhaven gegangen, hatte sich das Meer besehen, war dann von der Salzluft durstig worden und in eins der vielen Wirtshauser getreten, wo er— da er sich von niemand erkannt sah— fröhlich zu kneipen begann. Sein Gegenüber am Tische, ein junger, vielleicht etwas angetrunkener Bauernbursch aus der Geest, fand Gefallen an dem kräftigen Mann. Harmlos rückte er ihm näher und näher, während der Hamburger, seinerseits erfreut über die ihm so ungewohnte, rein menschliche Berührung mit einem ehrlichen Manne, seinen Wein auffahren ließ und den Bauernburschen einlud, mit ihm zu trinken. Der tats, tat das Unerhörte und trank mit einem Henkersknecht! Wie zum dritten Male die Gläser unter Lebehoch und Bruderdu aneinander klaugen, da traten neue Gäste ein, die den Fremden erkannten. Dumpfes Gemurmel erhob sich. Der, dem es galt, verstand dergleichen schon, er legte sein Geld auf den Tisch und perichnend. Nun fiel alles über den Bauernvurschen her, der erst ganz verdutzt da stand und, nachdem er begriffen, in grenzenloser Bestürzung daDie Hinrichtung war geschehen, das Gespräch darüber bereits verstummt und alles wieder im gewohnten Gleise, da wurde dem Amtmann und Senator Abendrot), gemessig pernpischerter Revier des Amtes hause ein donig verwilletter Mensch, der sich von Wurzeln, Krautern, Muscheln und Krabben nähre, unter freigr gar mel in Moorgestrüppen übernachte und daran bursch, der mit dem Henker getrunken, der dadurch unehrlich geworden und, von seiner Familie, seiner Genossenschaft, ja von allen Dorfmarken ausgestoßen, als ein Geächteter fried= und rechtlos umherirre. „Dumm Tüüg! Dummes Zeug's Amtmann, ließ die beiden Schultyeißer Amtes kommen und beauftragte sie, fu. den seiner Famille zu bewirken. Die Schalthzeißen bedentliche Dienen und erklürtege, euee rund heraus: das ginge nicht. Wever jenes jungen Menschen Uneyrlichkeit noch dessen Ausstoßung sei rückgängig zu machen. „Dumm Tüüg, dumm Tüülg!" unkerbrach sie wohl zehnmal der Amtmann. Vergebens stellte er den Schultheißen das Unmenschliche solchen Vorurteils vor, vergebens bewies er ihnen, daß laut Reichsgesetz von 1731,§ 894, Ziffer 2 das Unehrlichhalten solcher Personen,„die unwissend mit Henkern und Abdeckern getrunken, gefahren oder gegangen“ seien, ausdrücklich verboten wäre, die Schultheißen blieben dabei, Volksstimme und Urteil ließen sich n und als der Amtmann Abendroth solches wieder mit„dumm Tüüg“ bezeichnete, da erwiderten sie:„Eure Hochweisheit haben ja selbst nurzlich geäußert und drucken lassen, daß man Volksbräuche respektieren müsse.“ „Was soll denn aber aus dem armen Ker! werden?“ fragte der Amtmann. „Was Gott will!“ entgegneten die Schultheißen und empfahlen sich rasch in dem Augenblick, als der Amtmann in Nachdenken verDer gar treffliche und humane Amtmann fand dann einen Ausweg. Er hatte mal gehört, daß im Mittelalter, Soldaten, die irgendwie in Makel gefallen und„unehrlich“ geworden waren, wieder„ehrlich“ gesprochen, werden konnten. So traf er denn seine Ansta,, und dieses Verfahren auf den vorliegenden zau anzuwenden. Zuerst wurde der Sohn der Wildnis eingefangen und in das Gewahrsam der Ritzebutteler Schloßwache gebracht. Dann befahl er für den nächsten eine ganze Kompagnie des Ritzebütteler Bürgermilitärs samt der Fahne zum grfiegizr## der sich dann von selbst ehrbare nebst der nie fehlenden neugierigen Schuljugend einstellten. Nun erschien der gefolgt vom Gerichtspersonal. worauf der„unehrliche“ Bauernbursch vom Polizeidiengz. herbeigeschafft wurde. Der arme Mensch zetlerte wie Espenlaub, denn angesichts der Menge bewaffneter Krieger fuhr ihm der Gedanke durch die abgemagerten Glieder, er solle stracks erschossen werden. Der alte Aktuarius as nun mit eintöniger Stimme ein Protokoll vor, worin dem Burschen zwar sein Verbrechen unwürdiger Gemeinschaft mit einem Fonhgrzknechte dargetan, jedoch unter der„unn## sinneverwirrender Verauschtheit und in billiger Anrechnung seines darauf ausgestandenen Elends sowie nach Erteilung eines gehörigen Verweises nunmehr genugsamer Grund Pardonierung vorhanden, ihn durch Fahnenschwenken ehrlich zu machen. gegriß de, Von dieser ganzen Prozedur###g der Bursche natürlich nicht das Geringste, und so erreichte seine Todesangst den Gipfel, als ihm befohlen wurde„Knie nieder: Er schloß Augen und folgte dem Befehl, und als er sie wieder öffnete, da spürte er ein wundersames Wehen und Wallen— wie Adlersfittige über sich. Erstaunt begleitete sein Blick die Bewegungen der Fahne, die der Fähnrich langsam und dreimal über ihm schwenkte. „Stehe auf, mein Sohn,“ sagte der Amtmann, „als ein ehrlicher Mann und bleibe fortan dessen eingedenk!" Zur Bestätigung seiner Worte reichte er dem Burschen die Hand. Aktuar und Schultheißen folgten diesem Beispiel. Hiermit war der offizielle an beendet. Da der Amtmann sah, daß der Bursche die Geschichte immer noch nicht recht begriffen und scheu bei Seite stand, auch daß die ausgestandene Angst in ihm nachwirkte, so ließ er aus dem Schloßkeller einen Pokal mit Wein kommen, trank daraus und gab ihn dem Venätgr gekrunt hast Du mit einem Hamburger Senatol#etrunken, nun wird kein ehrncher Mann sich weigern, wieder mit Dir zu trinken.“ 0 Und der Bursche trank in langen, Gurstigen Zügen. Nun traute er dem Zauber, der ihn aus tiefster Schmach wieder emporgehoben. Mit einem Freudenschrei sprang er in die Luft. Dann nahmen ihn zwei wiedergewonnene Freunde in die Mitte, der ganze Schwarm der Augen= und Ohrenzeugen schloß sich an, und so wurde der Bursche, der noch eben der allgemeinen Aechtung verfallen gewesen, im Triumphzuge in sein Heimatdorf, in sein Eltern die schöne Denk= und Handlungsweise ewig lieben Abendroth,“ schließt der Ritzebütteler Chronist seinen Bericht über jenen merkwürdigen Fall. In langen grüten Schoten reift der heron,svoll unter dem Stirnres, hhrer Promgguner, und zwar auf hohen Bäumen— was ich bissder diese Panste'=sächligsen weißen Lichtern heute nicht wußte und was gewiß viele Kindersbrennend, iin—————— in Deutschand heute auch noch nicht wissentschmuchtz, uhen Tag strebten wir aus Rio de werden. Bis zu einem Zentner getrochrgter) Zameirog Hrüchender Hitze, durch stolze Alen Früchte soll so ein tüchtiger Baum ergeben. Das aneiros###m. Pen, Von Munkepunke. Insel Kolocep bei Ragusa, August 1929. Vor lauter blühendem Lorbeer hier, der ja natürlich jeden Dichter ganz besonders interessieren muß, habe ich in den den gewaltigen Johannisbrot=Segen hier überZenen. bedeutet dennoch kein großes Geschaft; denn die Aufkäufer zahlen in Dalmatien vro Kilo ganze 7,5 Pfennige. Wie sind wir als Kinder da überteuert worden, wenn wir uns einmal wieder für einen erbettelten Groschen eine ganz kleine Düte Johannisbrot kauften, das eigentlich ja gar kein Brot ist, sondern vielmehr die berüchtigten Treber darstellt, von denen sowohl Johannes der Täufer in der Wüste als auch der verlorene Sohn in der Bibel während seiner traurigen Zeit als Schweinehirt ausschließlich lebte— womit wir als Kinder vielleicht ganz einverstanden gewesen wären. Die Kinder von heute— ach, ich glaube: die essen überhaupt kein Johannisbrot mehr— weshalb sich meine Ueberlegung, den Johannisbrot=Handel hier etwas auf den Schwung zu bringen, indem ich plötzlich für ein Kilo ganze 10 Pfennige biete, erübrigt. Johannisbrot=Naschen will mir plötzlich als eine biedermeierliche Angelegenheit erischeinen. Aber vielleicht wenn man die Geschichte von einem ganz anderen Ende anpackte... Wenn man den Kindern von heute sagte: diese Schoten sind nicht nur wohlschmeckend, sondern sie sind mit einem Zuckergehalt von 50 Prozent, mit 6 Prozent Stickstoffsubstanz und 1,5 Prozent Buttersäure gar auch äußerst nahrhaft... Wenn das die Eltern hören, reden auch sie vielleicht den Kindern zu, schleunigst mehr (Johannisbrot zu essen, das freilich in Deutschland immer jahrelang abgelagert anmutet. Und wenn sich nun meine Propaganda auch noch auf die Frauenwelt ausdehnen möchte, so fange ich diese vielleicht also ein: der Name des Karats, des Diamantengewichts, leitet sich arabisch vom Samen des Johannisbrots her— weshalb es sich auf diese Weise sehr einfach ermöglichen ließe, daß jede Schöne stets, mag sie noch so arm wie Aschenbrödel sein, einige Karat zu Hause haben kann, die sich praktisch auch noch zu einem angeblich nicht schlechten Kaffeesurrogat verwenden lassen. Propaganda muß bekanntlich nur einen besonderen Trick haben — siehe den Fall Lukutate, nach der heute kein Hahn mehr kräht, nachdem man doch vor Jahresfrist Hunderttausende dafür zum Fenster hinaus warf. Ein Propagandachef, der findiger ist als ich, möge sich meine Anregung zu eigen machen; ich weiß mit meinem Johannisbrot=Segen, zumal da er noch unreif ist, auf meiner süddalmatinischen Insel nichts anzufangen als darüber zu phantasieren und meiner fernen Kindheit zu gedenken, da mir Lutschen und Kauen an solch einer trockenen braunen Schote die Erfüllung aller Sehnsucht hieß. Man muß nur Geduld im Leben haben—„was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter genug", selbst wenn man dann nichts damit anzufangen weiß— sollte man klüglich hinzufügen.. Urwald von Tijuca 4 Von Hans Dittmer. Schnee und Eis des strengen deutschen Winters lagen hinter uns. Je weiter es nach Süden ging, um so heißer brannte die Sonne auf unser Schiff hernieder, um so feuriger loderten die Nächte mit ihrem Sternenglanz. Der„General Mitre“ der Hapag rauschte durch den blauen Ozean. Als ob ewig Festtag sei, spielte schon am frühen Morgen die Musik, und der Tafelfreuden war es fast zu viel. Ein Strom von Lebensfreude ging in dieser Welt des Lichtes durch die Passagiere, und mancher von ihnen mochte empfinden, daß solche Festtage im Leben nur selten sind. Als aber der Dampfer den Aequator überschritetn hatte, kam eine Unruhe über uns. Tagelang war uns kein Schiff mehr begegnet. Nie sah das Auge Land. Ewig rauschte das Meer um uns her, und der Sternenhimmel kreiste über uns immer mit derselben sinnverwirrenden Pracht. Der Luxus dieser Wochen, so erholsam sie waren als köstlichstes Erleben, ermüdete. Denn in der Hitze der Tropen, in der großen Einsamkeit erwachte der Wunsch immer lauter, wieder Erde zu sehen, blühendes Land, zarte Berglinien, an den Horizont gehaucht. Und dann kam eines Tages die Küste Brasiliens ir Sicht. Da war die lange Fahrt wieder schön: denn ihr köstlichster Reiz war doch, daß sie in fremde Länder führte. Als unser Schiff in der Abendschwüle durch die schlafende Bucht glitt, flackerten über den nächtlichen Bergen blaue Seen elektrischer Entladungen. Aber die Märchenstadt glühte ruhegereckter Konigspatmen, durch buntes. larmendes Gewühl zu jenen Bergen, die, bedeckt geheimnisvollen Waldern, hinauflockten zu göttlichem Anblick des Meeres und diamanteper kerne.„ Der Motor unseres funkeinden Wagene gann zu singen. Man glitt vorüber an J### lichen, farbfrohen Landhausern denen die ungeheuren Schupe vreeg#honge hagliche Ruhe gewährten, eines Er##meng schen Rosen= und Bananenhainen, flammendblauem und goldenem Gebluy lichkeit. Aber knapp über den von Menschenhand rankte sich schon das Dunkel zerrissener Waldbäume. Hängende Schlingpflanzen, tiefbraune Luftwurzeln zu beiden Flanken der köstlichen Autostraße, die, ein befremdender, aber dankbar empfundener Widerspruch zu der gottgewachsenen Wildnis, sich in glatten Kurven hinaufstürzt in die uns fremde Seligkeit ungeahnter Fülle. Wie zaubervoll der Grund mit seinen Gummibäumen, Silberblättern, mit seinem Bambusgerausch! Violette Blütenbäume sind hineingeschmolzen in das Gewirr der dunklen Schwingen dieser Wildnis, die durch himmlischschöne Straßen uns zu Zeugen macht einer. schwenderischen Schöpfergewalt, deren Lebensflamme in einer Flut von Farben und Gestaltungen schweigend emporbraust, und der Nacht leuchtender Dammerungen entschweben seidenweiße und goldene Falter, groß wie eine Hand, in der feuchtheißen Luft sich: zu den purpurnen und weißen Orchideen des Aber da tost, mitten in der Wildnis, domnemnd ein Wasserfall die Felsen herunter, mit sanst blauen Silberwolken Kühlung(pendend und Nach immer prächtigeren Kurven aufwärtzs öffnet sich überwältigend ein Ausblick über das ferne, aus Morgennebeln blaßblau schimmernde Meer, über die von Hügelketten umrahmte reiche Stadt in der Tiefe. In wie sanften Wogen strömen die Wälder hier über die Flanken des Gebirgsrunds zu Stadt. Einzelne Palmen mit gelben Blütenrispen ragen zum Himmelsfeuer. Aber orangenfarbene Dämmerungen, violette Kuppeln dusten in der gewellten Unendlichkeit, aus den Kehlen verborgener Vogel perlt es süß. Das schwellende Sirren der Zikaden jubelt dazu und schweigt wieder. Sanft orgelt in der Stiue dieser paradiesischen Landschaft der zarte Wind, der mit seinen Düften von Hüge im Bozg webt und den Einsamen erfüllt mit dem Rausch des Fernwehs und Traumen der Unendlich keit.... 424-* und ihre Lösung in der Tierwelt Von Wilhelm Hochgreve. Vielfach herrscht die Ansicht, daß den frei lebenden Tieren nicht nur der Tisch reichlich gedeckt sei, sondern daß sie auch hinsichtlich ihrer Wohnstätten nie in Verlegenheit kämen. Mag die ersterwähnte Behauptung wenigstens für die milderen Jahreszeiten auch im allgemeinen zutreffen, eine Wohnungsfrage gibt er aber auch im Tierreich und Bumoze gfrziche Vogelwelt. Sonst hätten wir nicht so Beispiele seltsamer Wohnstätten, deren auffällige Absonderlichkeit sich nur dadurch erklären läßt, daß eine natürliche Wohngelegenheit stens zur gegebenen Zeit und in der Nähe nicht zu finden war. In Ermangelung natürlicher Brutstätten, der Nisthöhlen= in alten Bäumen, haben sich Vögel, die vordem Höhlenbrüter waren, völlig umgestellt und sind zu Freibrütern geworden, so die Ringeltauben. Es ist nicht ausgeschlossen, oaß auch die Hohltaube, kleiner als jene und darum bisher immer noch imstande,„rassenign Baumhöhlen zu finden, sich einmal wird. Ein Forstmann aus der Mark will, wie er mir versicherte, beobachtet haben, daß ein Hohltaubenpaar einen„Hexenbesen“ auf dem Aste einer starken Kiefer als Niststatte benutzte Aber solche Erscheinungen, mögen sie auch auffällig sein, bleiben in den Grenzen des NatürStaunen und Kopfschütteln dagegen erregt es, wenn Oertlichkeiten und Gegenstände als Wohngelegenheiten benutzt werden, die eigentlich die Tiere abschrecken müßten. So wurde einmal im Läutewerk einer regelmäßig ver