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Der Fischer, der den Schwamm nur von

einer Barke aus durch Tauchen erreichen kann muß ja eigentlich seine Beute vorher sehen, um kopfüber direkt zu ihr hinab schießen bezw. tauchen zu können. Das erleichtert er sich wesentlich durch einen großen Stein, der an einem langen Seil befestigt ist. Diesen er­greift er und springt vom Stern, vom Bug seines Bootes, mit einem mutigen Satz in die Tiefe. Der mitgerissene Stein bringt ihn fast direkt nach dem erspähten Beutestück und zieht ihn auch durch seine Schwere rasch auf den Grund. Nun ergreift der Taucher den Schwamm Ehutrennt ihn mit einem festen, schnellen

S### seines Messers vom Gestein oder dem Schlamme. Da selbst die geübtesten Taucher nur zwei, allerhöchstens drei Minuten auf dem Meeresgrunde es aushalten können, muß diese Prozedur sehr gewandt und schnell erfolgen.

Oft genug ist es erforderlich, daß mehrere Taucher in die kristallene Tiefe fahren, um dasselbe Stück abzulösen und in die Höhe zu bringen, oder es muß einer mehrere Male nacheinander hinab, was wegen der damit verbundenen Anstrengung keine schlechte Lei­stung darstellt.

Da diese Schwammjagd auf dem Grunde des Meeres den Hauptverdienst der armen Insel= und Küstenbewohner bildet, gibt es naturgemäß in diesem Handwerk, das sie in frühester Jugend schon ausüben, ungemein gewandte und geschickte Leute. Besonders im Sommer tummelte sich die schlanke, bronze­

um das Gewicht zu erhöhen.sie aber biß ihn äußerst tatkräftig weg, so 55

braune aeginetische Jugend ununterbrochen ir „ihrem" Meer. Ein uralter Volksbrauch will es, daß kein Jüngling jenes Inselvolkes sich verheiraten darf, der nicht mit Leichtigkeit, Ausdauer und Gewandtheit in die Meeres­tiefe tauchen und auf diese Weise mit Sicher­heit sein Brot verdienen kann.

Die Leute werden verhältnismäßig gut be­zahlt, denn es ist mit allerhand Gefahren ver­bunden, einen Schwamm zu ernten. Daher sind die Schwämme schon immer ein teurer Handelsartikel gewesen und werden es auch bleiven. Allerdings heimsen die Händler stets größten Gewinn ein, so daß die verwege­nen Fischer trotz ihres mühevollen, auch reich­lich gefahrvollen Handwerks doch nur ein Ge­ringes an Entgelt erhalten.

„Die unterseeischen Klippen bergen genug Hohlen, in denen die sogenannte Klappmusche! sich versteckt hält. Bei der geringsten Berüh­rung schließt sie ihre Zangen und faßt damit gar nicht selten unversehens den Taucher. Ge­tingt es ihm nicht, sich rasch genug durch einen schnellen, energischen Schnitt zu befreien, dann ist sein Schicksal besiegelt und ein nasses wrav auf dem Grunde des Meeres ihm sicher. Inmeilen, geschieht es auch, daß der Taucher m reinen schwimmenden Haaren von einem häßlichen Tintenfische, die als pikantes Nahrungsmittel sehr gesucht sind, erwischt wird. Die Fangarme dieses Polypen haben he Saugnäpfe, die sich blitzschnell an dem Körper fest setzen. Auch beißt der Tintenfisch tüchtig mit seinem harten schnabelförmigen Maul und bringt dadurch oft genug den von rückwärts überraschten Taucher in Todesge­fahr.

Der Plätze, an denen Schwammtiere wuchern gibt es viele, aber durch einen wahren Raub­bau verarmen diese unteeischen, von Natur aus sehr fruchtbaren Felder doch allmählich. Die Inselbewohner beginnen aus Eigennutz viel zu früh, schon in den ersten Frühlingswochen, nach Schwämmen zu fuchen und zerstören durch diese vorzeitige Ernte die Larven des Schwammtieres und damit seine Fortpflanzung Die richtige Zeit der Schwammernte ist Mai bis September. Man hatte wohl einmal ver­sucht, und zwar an der adriatisch=dalmatini­schen Küste, den Schwamm künstlich zu züch­ten, ihn durch Zerschneiden und Versenken kleinen Einzelstückchen an geeigneten Stellen auf dem Meeresgrunde anzusiedeln. Allein die Fischer zerstörten auch hier in ih­rem Unverstand immer wieder die so sorgföl­tig und mit großen Kosten und Opfern ange­legten Kulturen durch zu frühe Eingriffe.

Alle diese Umstände lassen es begreiflich erscheinen, daß der Badeschwamm nicht billiger werden kann. Besonders schöne Exemplare, regelmäßig im Wuchs, hellgelb und rein in der Farbe, feinmaschig, fest geschlossen, weich, zart, doch elastisch und zäh im Gewebe, also die schö nen und seltenen Kabinettstücke haben einen fast unverständlich hohen Handelswert. Dage­gen sind die sogenannten Pferdeschwämme, die bedeutend dunkler und unrein in der Farbe, auch weitmaschiger und lockerer und damit nicht so strapazierbar sind, wesentlich billiger.

Man verkauft die sorgfältig sortierte Ware nach Gewicht; daraus erklärt sich auch der viele Sand. den die Schwämme beim Kauf se häufig enthalten. Das ist nichts als ein Händ­

Welchen Wert große, schön gewachsene Einzel­stücke erreichen können, beweist die Tatsache, daß auf der letzten Pariser Weltausstellung die Jury solch Exemplar mit 5000 Franken ein­schätzte.

Gerade weil die Schwammfischerei ein zahl­reiches, arbeitsfrohes Völkchen fast ausschließ­lich ernährt und in der Handelsbilanz der be­treffenden Länder, wie Griechenland, Dalma­tien bezw. Jugoslawien, eine nicht ganz unbe­deutende Rolle spielt, ist es bedauerlich, auch kaum begreiflich, daß die Schwammgewinnung bis zur letzten Zeit ohne jede behördliche Lei­tung, ohne alle wirtschaftlichen und naturkun­lichen Grundsätze, also vollkommen wild vor sich ging. Dieser Nachteil hat sich selbst heute noch nicht nennenswert gebessert und wird sich rächen. Denn auch die Schwammfel­der auf dem Meeresboden sind nicht uner­schöpflich.

Der König der Tiere als Pantoffelheld

aber biß ihn äußerst tatkräftig weg, so er seine Hausherrnwurde hinter dem Pantof­fel versteckte. Er verkroch sich eckärts. Dann ging die junge Löwin zu der ehrenwerten Gattin, leckte ihr ein zartes Küßchen um die Mundwinkel und sagte: Dir gehört er, und ich werde nie den Frieden Deines Hauses stören.

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Moderne

des

Eine Nachricht, die wie ein Auszug aus dem

Dem Tierleben abgesehen von Carl Kahle Der Mensch in seinem dunklen Drang soll sich sprichwortgemäß des rechten Weges stets bewußt sein. So ein bißchen überheblich ist er ja immer gewesen, schon damals, als er die Erde als den Mittelpunkt des ganzen Welten­runds ansah, um den sich alles drehte. Er hat erkennen müssen, daß sein irdischer Wohnraum auch wenn er ihn Erdball nennt, nur ein win­ziges Körnlein im Weltall ist, ein Körnchen, das ruhig ausgeschaltet werden kann, ohne daß dadurch die Gesamtheit der unendlichen Schöp­fung eine merkbare Einbuße erleidet. So muß er— bei gutem Willen— auch erkennen, daß bei den anscheinend so tief unter ihm stehenden Tieren wohl oft etwas mehr mit­spricht als das, was wir gemeinhin herab­setzend als Instinkt bezeichnen. Wer aufmerk­samer Beobachter ist, kann da mancherlei fest­stellen, was zumindest zum Nachdenken an­regt.— Drei einfache Löwengeschichten aus einem bedeutenden zoologischen Garten:

Die harte Sitte des Einsperrens der Tiere st erfreulicher Weise der Erkenntnis gewichen, daß man auch diesen Wesen, selbst wenn man sie aus Studien= und Anschauungszwecken ge­fangen hält, ihr Dasein in Unfreiheit erleichtern soll. Man hat auf die Weise erreicht, daß wil­de Tiere ihrem Begattungstrieb in der Gefan­genschaft nachgeben, was sie früher völlig ab­lehnten. Zu dem Zwecke werden sie nicht mehr einzeln gehalten, sondern durch Gewöhnung zur Paarung veranlaßt. In besagtem Zoo wurde mit einem neueingetroffenen Herrn der Wüste und einer eingesessenen Géfährtin eines Tages ein Versuch unternommen. Die Ver­bindungspforte zwischen den beiden Käfigen, in denen„er“ und„sie" hausten, wurde ge­löffnet. Der„Herr“ wollte die Nachbarbehau­sung betreten, aber ein grimmiges Fauchen schüchterte ihn so ein, daß er in den letzten Winkel seines Junggesellenzimmers zurück kroch und seine Versuche des Hausfriedens­bruches nicht wieder aufnahm.—

Ein noch krasserer Fall spielte sich ab: Herr Löwe hatte eine Gattin. Die Leitung des Be­triebes wollte ihm eine zweite Frau zugesellen Im gleichen freien Raum hausten die deer. Aber Frau Löwin ließ keine Mitbewerberin um die Gunst des Gemahls aufkommen: Sie fuhr ihr an die Kehle und als der Gevieler begütigend und auch wohl etwas selbstsüchtig eingreifen wollte, bekan er einen derartigen Tatzenhieb über die Stirn, daß der Hausarzt ihm den Lappen mit mindestens dreißig Na­deln annähen mußte. Die ältere Dame wurde aus= und in einen Nebenkäfig gesperrt. Nun konnte man sie tagelang beobachten: Sie lag am Gitter ihrer neuen Behausung, immer den Gemahi undedie Nebenduhlerin im Auge be­haltend. Tagelang— dann glaubte man den Zeitpunkt der Versöhnung gekommen. Die erstberechtigte Galtin wurde wieder in den gemein amen Aufenthaltsraum überführ: Der Gatte war schüchtern und zurückhaltend— Angst vor neuer Belehrung durch Tatzenhiev sie aber sprang auf die jugendliche Freundin zu und biß ihr die Gurgel durch, so daß

jedenfalls für dieses Ma!— die Konkuir#

sevenfaus für bieser Ma)— die Konkurrenz ausgeschaltet war, weil die Löwenjungfrau verbiuten mußte.—

Zum Ende ein Idyll tierischen Wohlwollens: Herrn Löwe und seiner rechtmäßigen Beglei­terin war wieder einmal eine jüngere Maid zugesellt worden. Herr Löwe in seiner lie­benswürdigen Art bemühte sich eifrig um deren Gunst. Er streichelte ihr mit seinen zarten solTatzen die Wangen, er strich ihr sogar mit d='seiner Zunge um das Mundwerk herum.—

gen Prohibitionsbehörden feststellen, daß an den Flußufern entlang ein lebhafter Handel mit Whisky betrieben wurde, dessen Herkunft nicht zu ermitteln war. Die Rumjägerflotille auf dem Mississippi wurde verstärkt, doch schien ein wahres Verhängnis über ihr zu lasten, denn die Fälle häuften sich, in denen die behördlichen Motorboote anscheinend infolge von Maschinen­defekten explodierten. Merkwürdigerweise er­eigneten sich alle derartigen Unfälle in der Nähe der für unbewohnt und unzugäiglich gehaltenen Insel Nr. 34. Ein Zufall half der Polizei, als sie zwei Weiße, die Brüder Froiey, wegen des Besitzes einer Flasche Whisky ver­hafteten. Die Untersuchung des anfängisch harmlos erscheinenden Falles deckte unglauo­liche Zustände auf. Die beiden Verhafteten waren die Führer einer Bande von acht Wei­ßen, die es im Laufe der Zeit verstanden hat­ten, beinahe vierhundert Neger, Männer und Frauen, nach der Insel 34 zu locken, uno sie dort wie Sklaven zu halten. Die Neger muß­ten den Weißen als Whiskybrauer= und Schmuggler dienen. Ein Verrat wurde dadurch verhindert, daß ein Teil der Schwarzen als Geiseln gefangen gehalten wurde, unter der Drohung, sie erbarmungslos nieder zu knallen, sobald ein Neger die Polizei benachrichtigen würde. Die Insel selbst war durch Dynamit­minen so geschickt gegen die Rumjägerboote gesichert, daß kein Polizist auf den Einfall kam, die häufigen Explosionen auf verbrecheriiche Machenschaften zurückzuführen. Die Polizei überfiel nach der Verhaftung der beiden Führer die Insel und befreite die halb verhungerten Schwarzen.

Reliefkarte Württemberg mit Autostraßen und Etsenbahnlinien. Diese soeben erschienene in prächtigem Farbendruck hergestellte Relief­karte zeigt die große Mannigfaltigkeit des schönen Schwabenlandes und angrenzender Ge­biete in plastischer Darstellung. Sie gibt einen eindrucksvollen Ueberblick über die Gebirgs­züge im württembergischen Schwarzwald in

der schwäbischen Alb, im Schwähi

wäbischen Wald, über Täler und

im württembergischen Allgöu, Wder Höhen im sonnigen Neckarland, im württem­bergischen Hohenlohe=Franken, über Ober­schwaben und den Bodensee. Den Benützern von Kraftwagen werden die übersichtlich ein­gezeichneten wichtigsten Autostraßen ebenso willkommen sein, wie den Reisenden auf der Eisenbahn die eingezeichneten Eisenbahnlinien. Bei der neuen Reliefkarte handelt es sich um eine Darstellungsart, wie sie von diesem sehr besuchten Reiseland vorher noch nicht gegeben worden war. Sie ist herausgegeben und zu beziehen vom Verkehrsverband Württemberg­Hohenzollern in Stuttgart=Hauptbahnhof.

Das schöne Sauerland, Siegerland und Witt­gensteiner Land. Unter diesem Titel wirbt ein 32seitiges, in prächtigem Kupfertiesdruck hergestelltes Heft für den südlichsten und zu­gleich gebirgigsten Teil der Provinz Westfalen. Im Auftrage des Hauptvorstandes vom Sauer­ständischen Gebirgs=Verein schrieben dessen Hauptvorstandsmitglieder H. Kracht und I. Schult die begleitenden Worte zu 38 gut aus­jewählten Aufnahmen aus den verschiedensten Teilen jenes wald= und wasserreichen Gebietes. Das grüne Land zwischen Hagen und Hallen­berg, zwischen Soest und Siegen wirbt mit im­mer anderen, lieblicheren Reizen ebenso um die Gunst froher Natursucher wie die abgearbeite­ter und der Ausspannung dringend bedürfti­ger Stadtmenschen. Es beut aber auch soviel des Schönen und Sehenswerten dar, daß sich schon eine Fahrt ins grüne Herz des Sauerlan­des verlohnt. Neben dem Sommerfrischenver­zeichnis will das kleine Heft bei der Auswahl passender Erholungsorte und eines dankbaren Wandergebietes Berater sein. Es ist bei allen Verkehrsvereinen, Verkehrsämtern, und bei der Hauptgeschäftsstelle des S.=G.=V. in Iser­sohn zum Preise von 20 Pig, erhältlich.

Reiantwortlich: H. Semmelmann. Altena. Druck nud Verlaa: Dr C. Santz, Altena.

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Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung

5. Juni

1929

Eineinhalb Tage westlich der Hönne

Samstag mittag lassen wir uns durch

Bahn nach Menden bringen. Gleich rechts

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vorm Bahnhof stoßen wir auf die Haupt­wanderstrecke 26 des Sauerländischen Gebirgs­

vereins. Bevor wir dieser in der Richtung nach Westen folgen, verlohnt es sich jedoch. der Hönnestadt einen Besuch zu machen, vor allem aber sich das kleine, aber feine Heimatmuseum hinter dem Rathause anzusehen. Man wird erstaunt sein, in welch formvollendeter Weise hier Höhlenfunde aus der Eiszeit des Hönne­tales, alte heimische Möbel und andere Dinge aufgebaut sind. Einen plötzlichen Ausruf der Bewunderung entlockt uns die Bauerndeeie unter dem Duch. Da haben wir den sauer­ländischen Bauern unter seinem Hahnenbalken vor uns, wie er mitten zwischen den Haus­tieren wirtschaftet. Haben wir uns satt ge­sehen, begeben wir uns auf die Wanderschaft. Durch die Waldemei, den umfangreichen Men­dener Stadtforst, gelangen wir 150 m auf­wärts in gut 1 Std. bis zu den Gehöften von Stübeken(279 m). Hier verlassen wir die scharf rechts abbiegende Hwstr. 26, um auf einem bezeichneten Ortswege über Dorf Landhausen den Seilerwald zu gewinnen. Etwa 320 m hoch liegt der weit sichtbare Bis­marckturm, an dem vorbei wir weiter abwärts auf herrlichem Waldpfade zum Seilersee kom­men(gut 1 Std.). An ihm vorbei führen mehrere Wege ins Herz der Stadt Iserlohn (250m: ½ Std.), wo wir Rast halten wollen. Wer Lust hat, kann auf dem schönen See auch Kahnversuche machen.

Auf einem bezeichneten Ortswege beginnen wir am Sonntag früh in der Lager unsere Weiterwanderung. Wir folgen dem Talwege unterhalb Forsthaus Löhen, steigen dann empor zum Hermannsländchen und noch etliches wei­ter bis Kesbern(1¼ Std.; 445 m). Von dort fällt der Feldweg bis zur Dahlser Schule und klettert dann durch Wald wieder empor zu den Gehöften von Hegenscheidt(40 Min.: 470 m). Hier stoßen wir auf die Hauptwanderstrecke 17 des S. G. V. Wir wandern ihr ostwärts ent­lang über Gehöft Rüssenberg und weiter steil abwärts nach Evingsen(35 Min.; 260 m). Im malerisch am steilen Hang aufgebauten Dörf­lein erklimmen wir wieder die Höhe und nun liegt ein Höhenweg, meist durch Feld, bis Dahle vor uns. Genau vor unseren Blicken winkt

das nächste Ziel: das Ehrenmal des S. G. V. auf dem Kohlberg. Bis Dahle sind es 35 bis 40 Minuten. In weiteren 20 Minuten haben wir das 485 m hoch gelegene S.G.V.=Ehrenmal erreicht und genießen von dort oben einen wundervollen Ausblick auf die Kuppen des westlichen Sauerlandes.— Je nach Be­darf können wir nun entweder über den Kohlberg mit Aussichtsturm und dank­barem Rundblick nach Neuenrade(50 Minuten) wandern, um auf der Hönnetalbahn zurückzu­kehren, oder über den Kohlberg auf einem bezeichneten Ortsweg bis Wilhelmshöhe bei Neuenrade, von hier aus auf Hwstr. 7 über den Klosterberg und Remmelshagen mit entzücken­der Ausschau auf das Lennegebirge bis Wer­dohl(gut 1¼ Std.) hinab ziehen, oder aber wir folgen vom Kohlberg aus der Haupt­wanderstrecke 1 nordwärts ungefähr ¼ Std. bis zum Wegweiser nach Garbeck. Nun folgen wir dem Ortsweg rechts ab an der Hohen Sondern vorbei und abwärts durch ein Bach­tal bis Garbeck an der Hönnetalbahn(gut 1¼ Stunde). Dieser Weg führt durch prächtigen Wald und erschließt dennoch im oberen Teil manche schönen Fernbliche übers Hönnetal hinweg.

Auf Blatt 2 Iserlohn der Sauerlandkarte 1:50000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn sind alle hier beschriebenen Wege eingezeichnet.

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Klosterbrauwesen

Von Studienprofessor P. Ildefons Poll= Metten.“)

Es ist eine unbestrittene Tatsache, daß die Klöster es waren, die uns das reiche Geistes­gut der Antike über die Stürme der Völker­wanderung hinweg retieten und erhielten. Insbe,ondere uns Te###schen haben sie aber nicht nur die geistige Kuitur, sondern größten­teils auch die rein materielle vermittelt.

St. Benedikt, der Gründer des Benediktiner­sordens, dessen Regel durch viele Jahrhunderte im Abendlanoe die allerrherrschende war, hat

aio Parschrift#####bon daß die Mänche alles.

Auswertung der täglichen Erfahrungen bedacht

waren.

Sie wurden aber auch zu Lehrbetrieben. Neben den brauenden Klosterbrüdern mußten schon früh Hörige und Knechte in der Braue­rei Dienste tun und lernten so den verbesser­ten Braubetrieb der Klöster kennen. Die zahlreichen großen Pachthöfe der Klöster wur­den von Leibeigenen verwaltet und sotten nicht bloß Bier für den eigenen Bedarf, son­dern mußten oft auch noch an das Kloster Bier abliefern.

In früheren Zeiten herrschte noch nicht die Freizügigkeit von heute. Die meist leibeigenen Laientraumeister des Adels und der Klöster blieben ebenso wie die städtischen Bräuer zeit­lebens auf ihrem ersten und einzigen Posten und vererbten ihr Wissen und Können auf ihre Söhne, die auch ihre Nachfolger wurden. Eine merkliche Erweiterung des Gesichtskreises und ein Austausch von Erfahrungen waren so nur in bescheidenem Ausmaß möglich. Anders in den Klöstern. Aebte, Prioren und Mönche machten bald im Interesse des Klosters, bald als Abgesandte von Bischöfen und Fürsten wei­te Reisen und kamen in viele Klöster. Zahl­reiche Visitationen untersuchten dabei die geist­lichen und wirtschaftlichen Vorhältnisse der Klö­ster. Im Reisegefolge befanden sich gewöhn­Brüder und Diener in größerer Zahl. Viele venutzten, wie wir aus manchen Auf­

die Borschrift gegeven, lep die Mönche alles, was sie zum Leher brauchten, nach Möglichkeit selbst erorbeiteten und zwar soweit immer möglich innerhaib der Klostermauern. In die­ser Vorichrift und in der Erlaubnis des Bier­genusses haben wir die Erundlage und Ursache des Klosterbrauwesens und der Klosterbraue­reien zu sehen. Bei der Schwierigkeit, ein­g<space> T u n b<space>

wandfreies Tinawasser zu beschaffen, blieb ja auch den Mönchen nichts anderes übrig, als die lands#üblichen Geträrke zu genießen— in Mitteleuropa also das Bier.

Man hat in jenen alten Zeiten auch außer­halb der Klöster Bier cebraut, besaß doch da­mals jedermann das Recht, für seinen Haus­bedarf das nötige Bier zu sieden. Ich glaube nun die Hauptt sdeutung des Klosterbrauwe­sens in jener Zeit und noch lange hernach darin sehen zu dürfen, daß in den Klöstern, die oft 200 bis 300 Insassen zählten und als einzige Herbergen viele Gäste bewirten mußten, ent­spreche:s dem größeren Bedarf auch größere und in Anbetracht des Risikos bei der Menge von Bier bessere Braueinrichtungen vorhanden waren und mit mehr Sorgfalt ein Fehlschlag vermieden werden mußte. Das führte von selbst dazu. daß die Klosterbrauereien schon in einer Zeit, die sonst nur Kleinbetrieb kann­te, zu großen und wichtigen Gewerben wur­den, in denen eifrige und wohlgeschulte Brü­der auf ständige Vervollkommnung und auf

esserungen anderer Klosterbetriebe zu stu­

dieren. Dürfen wir daran zweifeln, daß auf solche Weise auch das Brauwesen befruchtet wurde? Mönche und Kanoniker waren es beispielsweise, die auf solchen Reisen Spalt, die Hallertau und das württembergische Hop­fenbaugebiet mit edleren Hopfensetztingen ver­sorgten und eine für damalige Zeit vorbildliche Hopfenkultur einführten.

Weise ist es erklärlich, daß das Klosterbrauwesen einen mächtigen Aufschwung Dazu kam noch, daß die Klöster ange­sichts des Ruckganges der Einkünfte aus den Pachtgütern und der allmählich eintretenden Geldentwertung daran denken mußten, sich andere Geldquellen zu öffnen. Eine solche Gelegenheit bot der zu allen Zeiten vorhan­dene Durst der Menschheit, der auch damals schon gute Biere zu schätzen und zu finden wußte.

Es gab aber auch Zeiten, in denen der Bier­konsum zugunsten des Weingenusses stark zurückging, auch beim einfachen Landvolk. Ja, in Süddeutschland drosselten gerade die Klöster vom 14. bis 16. Jahrhundert vielfach ihr eige­Brauwesen, aber nicht, weil man nur schlechtes Bier sott, sondern weil man den Wein aus den eigenen großen Weinbergen an den Mann bringen wollte.

als die Frachten und Zölle für den Tiroler= und Frankenwein höher, der Getreidebau ergiebiger und ratio­neller, der einheimische„Landwein“ sogar dem gewöhnlichen Volke zu sauer wurde, kehrte man allgemein auch in Süddeutschland wieder zum Biergenuß zurück, und die Brauereien der Städte und Klöster erlebten einen neuen, bedeutenden Aufschwung(von etwa 1650 an). Die Klöster schlossen sich zu größeren Ver­bänden zusammen, deren Vorsitzende regelmö­vonßig die einzelnen Klöster visitierten und sich dabei auch um die wirtschaftlichen Belange kümmerten. Man ließ, wie in Herrenchiem­see, besonders tüchtige und erfahrene fremde Ordensbrüder kommen und durch sie das eigne Brauwesen reorganisieren, baute die Brau­v A— i häuser neu, schut geignete Keller und forote

*) Nach einer umfangreicheren Veroffent=ffür gute und genügende Rohstoffe. Die Wirt­lichung der Gesellschaft fur Geschichte und Bi=lschaftsleiter der Klöster gingen jetzt auf Stu­bliographie des Brauwesens. dienreisen und setzten ihren Stolz darein##