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gen nicht mit schlechten Erianerungen auf.2. Mütterschule in Form einer

wachst.—

nicht non ie ein Dahrheiten sind zwar staunenswerter Originalität, aber sie sind deswegen nicht weniger nützlich.

—2.—

Die Gurke als Heilmittel

Der frisch ausgepreßte Gurkensast ist ein ier Mittel gegen Fieber, Blutwallungen, G sichtsröte und Blutspeien. Besonders Lungen­kranken, bei denen sich Wangenröte zeigt, ist Gurkensaft sehr zu empfehlen. Ueberhaupt kann man den Saft als ein erfrischendes, die Lunge erleichterndes und die Hautausdünstung beförderndes Mittel betrachten. Es wird be­reitet, indem man auf die geschälten und in dünne Scheiben zerschnittenen Gurken etwas Salz streut und eine Viertelstunde später aus­preßt. Um die kühlenden und auflösenden Ei­genschaften des Saftes zu erhöhen, gibt man noch etwas Weinessig hinzu. Eingemachte Salz=, Essig= und Genfgurken sind, wenn man Brot verzehrt, ein vortreffliches Erwärmungsmittel. Frische Gurkenschalen werden in Griechenland zur Vertreibung von Kopfschterzen ange­wandt. Man lege sie auf Kopf und Stirn und bindet sie mit einem Tuche fest. Die getrock­nete, gelb aussehende Gurkenrinde ist ein gu­tes Mittel gegen Frostschäden. Die Samenkör­ner werden herausgenommen, und die Schalen mit den inneren weichen Teilen an der Sonne getrocknet und aufbewahrt. Beim Gebrauch werden die trockenen Schalen in warmem Wasser erweicht, aufgeschnitten und die inneren Seiten auf die erfrorenen Stellen gelegt. Röte, Geschwulst und Schmerzen sollen sich bald nach dem Gebrauch verlieren.— Aus Gurkensaft be­reitet man auch eine Essenz, welche man mit Nutzen bei rauher und rissiger Haut anwendet, und eine sogenannte Gurkenpomade, die als Verschönerungsmittel der Gesichtshaut, beson­ders zur Entfernung von Hitzblattern, Mites­sern usw. gerühmt wird. Die Bereitung der Gurkenessenz geschieht am einfachsten, wenn man zwei Telle Saft von ungesalzenen Gurken mit einem Teil Glycerin vermischt und einige Tropfen Benzoltinktur zusetzt. Des Abends vor dem Schlafengehen reibt man die rissige Haut damit ein. Die Gurkenpomade stellt man her, indem man weiße Gurken reibt, mit einer gleichen Menge feinen Olivenöls vermischt, es in einem Behälter in einen mit Wasser gefüll­ten Topf stellt und erhitzt, bis das Wasser kocht Dann wird die Mischung durch ein Haarsieb ge­

gossen, dem durchgegangenen Oele frische Gur­zugesetzt,— in derselben Weise wie das erstemal— wiederholt man die Operation vier­bis fünfmal. Die ölige, glänzend weiße Po­made, welche man dadurch erhält, muß man sorgfältig in einer luftabgeschlossenen Dose auf­bewahren.

Freizeit im Neulandhaus zu Eisenach

Die erste Mütterschulfreizeit, die im Frühjahr dieses Jahres im Neulandhaus in Eisenach stattfand, fand so viel freudige und eifrige Auf­nahme in den deutschen Frauenkreisen, daß das Neulandhaus schon für den Spätherbst eine zweite solche Schulung vorbereitet, die vom o. November bis 3. Dezember stattfindet. Junge Mädchen. Bräute, junge Frauen und Mütter aller Stände, die wissen, wie heilig und verantwortungsvoll ihr Frauenberuf für die Gesundung des Familienlebens und des ganzen Volkslebens ist, werden zu diesem Lehrgang herzlichst eingeladen. Er will in gemeinsamer Arbeit und in frohem Miteinanderleben und =lernen eine gute innerliche Vorbereitung geben zu dem großen und schönen Beruf der deutschen Frau und Mutter. Lehrgegenstände: Der Be­ruf der Gattin: Ehe, Verwaltung des Haus­haltes, Haus als Heim, Haus und Volk. Der Beruf der Mutter: Mutterschaft, Säuglings­pflege. Kleinkindpflege, häusliche Gesundheits­und Krankenpflege. Das Kind: Seelenkunde, Erziehungskunde, Beschäftigung und Spiel. Schule. Außer einer Aerztin und einer Säug­lingsschwester werden mitarbeiten: Guida Frau Prof. Helene Meyer, staatl. ge­prüfte Lehrerin Lina Lejeune, Jugendleiterin. Der Gesamtpreis des Monats für Wohnung, Verpflegung, Heizung. Beleuchtung und Unter­richt beträgt 110 Mark. Auskunft und nähere Programme durch das Neulandhaus.

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Moderne Kinderreime

Früher war es die Mühle, die Kutsche, der Kaiser, König, Edelmann usw., die in den Kin­derreimen verherrlicht wurden. Heute haben sich die Reime bereits zum Teil modernisiert. Man singt:

„Bimblimdin, die Elektrisch kimmt,

Ohne Schuh' und ohne Strümpf' Bimblimbim, die Elektrisch kimmt.“—

Ein anderer Reim lautet:

„Bimblimbim, die Elektrisch kimmt;

Was ist denn passiert?—

Da guckt ein Mann zum Fenster raus Und hat sich nicht rasiert.“

Das Auto ist gleichfalls der Dichtkunst der Kleinen nicht entgangen. In Anlehnung an ein Lied aus dem„Autoliebchen“ heißt es:

„Töff, töff, töff, wer kommt denn da gefahren? Töff, töff, töff, ein Mann mit schwarzen Haaren. Töff, töff, töff, wo geht die Reise hin?—

Töff, töff, töff, nach Frankfurt, Köllen, Düssel­

dorf,

Töff, töff, töff, nach Pommern und Berlin.“

In ähnlicher Weise ist die Luftschiffahrt ver­herrlicht. Der Kindermund singt:

„Zeppelin hin, Zeppelin her,

Zeppelin hat kein Luftschiff mehr,

Zeppelin doch, Zeppelin nieder, Zeppelin hat sein Luftschiff wieder—

Zipp, zapp. Zeppelin,

's Luftschif ist schon wieder hin.“

* W. Schm.

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Es ist nicht leicht, Mannequin zu sein!

Der Weg vom Mannequin zur Sommer= oder Modekönigin— bitte die Betonung auf„Köni­gin" zu legen— ist bekanntlich nicht weit. Auch die„Weiße Wand“ des Films mit märchenhaf­ten Filmgagen rückt nicht selten in greifbare Nähe. Der Herr Baron, der Freiherr von und zu... oder gar ein indischer Prinz... ach! welche Titel kann man nicht alle erheiraten. Ist man dagegen materiell eingestellt, findet sich wohl auch ein amerikanischer Dollarmillionär — und schwimmt mit ihr über den großen Teich. Ist es nicht eine Lust, eine„schöne" Pro­bierdame zu sein?„Nicht immer“, sagt Mary B. aus Wien, die den bitteren Kern der weisen Lehre„Die schönsten Frauen haben am meisten zu jeiden" allzu gründlich knacken mußte. Als Portierdame in einem großen Konfektionshause hatte sie durch ihre außerordentliche Schönheit die Herzen der Wiener Männer gewonnen. Dem biederen Rechtsanwalt, der ihr Herz und Hand angeboten hatte, gab sie kurz vor der bereits angesetzten Trauung den Laufpaß und schenkte dem Neffen des berühmten Außenministers Be­nesch, Jara Benesch, Komponist des Tutancha­men=Liedes und des Schlagers„Ja, die Blanka von der Zinostenska Banka“ ihr ganzes Ich weil„Er“ ihr vorher brieflich seine ganzen Tan­tiemen und sein ganzes Vermögen verschrieben hatte. Kann man in diesem Falle der schönen Probiermamsell die Sinnesänderung verden­ken? Zehntausend andere junge Mädchen hät­ten sicherlich nicht ander gehandelt. Plötzlich verreiste jedoch der Komponist nach Prag, schrieb der kleinen Mary einen Brief, in dem er mitteilte, daß er nicht nach Wien zurück­kehre, und infolgedessen aus der geplanten Hei­rat nichts werden könne. Mary klagt jetzt und jordert für ihr gebrochenes Herz 30000 Gold­mark. Man darf gespannt auf diesen österrei­chischen Ehezusageprozeß sein. W. S.

Was ist Bananas=Slide?

Um es gleich zu sagen: Bananas=Slide ist der neueste Modetanz, geboren in der Zeit der Hundstagshitze, der Zeit der Bananenschalen, die, auf den Bürgersteig geworfen, jung und alt zum Ausgleiten veranlassen, daher— Slide; denn Slide heißt— gleiten, rutschen. Sie kön­nen sich bereits eine Vorstellung machen, wie dieser Niggertanz getanzt wird? Wer des öfte­ren auf einer Bananenschale ausgerutscht ist, bringt jedenfalls schon einige Uebung für den neuesten Tanz mit. Wir können bereits auf die kommende Tanzsaison gespannt sein; denn die reizendsten Bilder erwarten uns. Man vergegenwärtige sich nur ein solches Tanzpär­chen, das bereits durch Charleston=Geschlenker gelockerte Kniegelenke besitzt und nun bald rechts. bald links, nach vorn und hinten aus­rutscht. Auch Heebie=Jeebie wird man tanzen. schangreli: an darf gesrannt in die Zukunft

Ratschlläge und Winke

Brandgefahren, an die man nicht denkt.

Eine Feuersozietät weist darauf hin, daß bei der Bedienung von elektrischen Heizapparaten — wie die Erfahrung lehrt— leider sehr häufig sorglos verfahren wird und bei Beach­tung nachfolgender Ausführungen viele Brände vermieden werden können. Elektrische Heis­apparate, wie Bügeleisen, Bettwärmer. He.­kissen und Kocher dürfen nicht ohne Aufsicht gelassen werden, da sie sich oft bis zum Glühen erhitzen, wenn sie längere Zeit unter Strom stehen, ohne daß die erzeugte Wärme ver­braucht wird. Es ist notwendig, in jedem Falle für feuersichere Aufstellung bei Bügel­eisen und Kochern zu sorgen, die Heizkissen und Bettwärmer zu kontrollieren und vor allem darauf zu achten, daß die Apparate abends und nachts vom Stromkreis abgeschaltet sind.

Korken aus Flaschen, in die sie hineingefallen sind, zu entfernen.

Man macht aus einem dünnen Bindfaden eine Schlinge, die man in die Flasche durch die Oeffnung der Flasche hineinhängt. Durch Hin­und Herbewegen fängt man den Korken in dieser Schlinge, die man dann recht schlaff macht, damit der Korken fest darin hängt und zieht die Schlinge mit demselben fest heraus. Sollte der Pfropfen zerbrechen, so kann man dieselbe Prozedur mit jedem Teil machen, sind es dann nur noch kleine Stücke. so spült man sie mit Wasser heraus. Man entfernt so zu­verlässig jeden Korken, der hineingefallen ist, aus der Flasche.

Tuchkleider und Kragen an Herrensachen zu reinigen.

Man taucht eine Bürste in Seifenspiritus, bürstet damit das Kleid oder den Kragen ab, reibt sehr schnell mit einem Lappen in der gleichen Farbe, möglichst von demselben Stoff, den man erneut in kaltes Wasser ge­taucht hat und plättet die feuchten Sachen auf der linken Seite.— Bei Krogen an Herrenröcken kann man die fettige Stelle wiederholt mit Salmiakgeist bestreichen und jedesmal, wenn sich Fett gelöst hat, das­selbe mit einem Messerrücken vorsichtig ab­streichen.

Farbige Stoffe

wasche man nur in lauwarmem Seifenwasser, spüle sie mehrmals sorgfältig in kaltem Wasser, dem man etwas Essig zufügt, und hänge sie so­fort, ohne sie zu wringen, zum Trocknen auf. Die gewaschenen Stoffe oder die daraus gefer­tigten Kleidungsstücke dürfen weder naß noch ausgewrungen liegen bleiben, da sie sonst strei­fig werden.

—1•.—

Das Daheim beginnt seinen 64. Jahrgang.

Schon die erste Nummer zeigt, daß es geblieben ist, was es immer war: Die deutsche Zeitschrift für das deutsche Haus. Zu Hindenburgs 80. Geburtstag schrieb General Litzmann eine Würdigung des großen Feldherrn. Einen wei­teren Festbeitrag liefert der illustrierte Aufsatz aus Besserschem Familienbesitz. In der ab­wechsselungsreichen Reihe aktueller Abbildun­gen finden sich die letzten Aufnahmen des Reichspräsidenten. Ein neuer Roman beginnt den neuen Jahrgang; es ist Ann Tizia Leitichs fesselndes Bekenntnis„Ursula entdeckt Ame­rika“. Daneben steht eine abgeschlossene No­velle„Rekord“ von Wolfgang Federan. Elisa­beth und Hermann Heisz erzählen anschaulich aus der Arbeit der Montessorischule. In einem Aufsatz„Das Schloß der schönen Frauen“ schil­dert Fritz Martin Rintelen die geschichtliche und kunstgeschichtliche Bedeutung von Schloß Wilhelmsthal bei Kassel. Ernst Herford be­richtet über die Feuerwehrschule Bahrensdorf; Theodor Klapproth plaudert launig über seine lustige„Katzenfamilie Suleika“. Eine Fülle von bunten und einfarbigen, künstlerisch wert­vollen und vorzüglich wiedergegebenen Bil­dern begleiten den Text. Eine prächtige ganz­seitige Kunstbeiluge, das Frauendaheim mit praktischen Winken für die moderne Frau in Haus und Beruf und die lose beiliegende Kin­derzeitschrift„Arche Noah“ vollenden den viel­seitigen Inhalt des Heftes.

Verantwortlich: H. Semmelmann. Altena Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena.

Beilage zum Altenaer Kreisblatt

zugleich Neuenrader Zeitung

Nr. 40 Altena, den 4. Oktober

Kultur in der Küche

Von W. Polte.

„Kommen Sie mir nur nicht mit solchen Dingen, eine prosaische Hausfrau hat andere Dinge im Kopf!“

„Wirklich! Ich denke im Gegenteil...“ „Ich verstehe: Im Gegenteil...“

„Sie haben recht gehort. Der Begriff Kul­tur umschließt nicht nur den Salon.. sondern das ganze Haus.. also auch die dazu gehö­rige, Küche“

„Was wollen Sie mit dem Unsinn?“ „Unsinn? Warten Sie ab. Sie halten als gute Hausfrau Sauberkeit in der Küche für elbstverständlich?“

ich„ Frage.. das ist doch. selstverständ­

X8.— Pun das ist die erste Küchenkultur.“

„Tenn Sie so anfangen...“

„Ja, ich fange so an. Außer der Ihnen in der Küche so selbstverständlichen Kultur der Sauberkeit.. gibt es eine:. Zeitkultur, die alle möglichen Begriffe umsaßt.“

„Bitte erklären Sie...“

„Ich denke an die vervollkommnete Technik .. und ihre Anwendung. Sie hat bis heute bei der deutschen Hausfrau, die doch den Ruhm hat, die beste Hausfrau zu sein, noch nicht den Platz errungen, der ihr zukommt. Wie sich die Waschmaschine unwiderruflich bei uns einge­bürgert hat.. und fortlaufend vervollkomm­net wird, ein Erfolg, der sich aus unserm Haus­halt nicht mehr fortdenken läßt..“

„Erlauben Sie, fällt die Waschmaschine bei Ihnen auch unter den Kulturbegriff?" „Allerdings! Ebenso die modernen Einmach­apparate. Reinigungsmethoden.. eine gar­ze Reihe zeitsparender anderer technischer Hilfs­mittel, die uns die Küchenführung erleichtern. Unsere Industrie ist unermüdlich tätig. Doch für die Hausfrau ist nicht alles Gold was glänzt.“—

„Das geben Sie zu? Ich habe vor einiger Zeit eine kleine Reibmaschine gekauft.. sie hat mich, gelinde ausgedrückt... in der Pra­xis.. vollständig enttäuscht. Ich habe mir vorgenommen, in meine Küche kommt keine.“ „Neuerung mehr. Nicht wahr, das wollten Sie sagen?“

„Allerdings.“

„Bei jeder Neuerung kommen Fehlversuche vor.. dazu gibt es auch Schund! Doch im Durchschnitt wird viel Gutes geschafft. Wie anders schaut heute ein Kücheninneres aus als zu Großmutters Zeiten, wieviel schneller wird gearbeitet, dank der kleinen Hilfsmaschinen und anderer technischer Küchenhelfer. Sie wird noch vereinfachter. praktischer werden...

Hausfrau muß sich zu diesem fort­schrittlichen Standpunkt ebenso umstellen, wie sie es zu dem„geistigen“ Standpunkt der Mo­derne.. oder dem Künstlerischen tun muß. Sie beweist ihre Tüchtigkeit nicht durch krampf­haftes Festhalten am Alten, sondern durch zeitgemaßes Angleichen an das Heute. Die „tüchtige“ Hausfrau wird mit offenem Blick jedes„Neue" auf seine praktische Verwen­dungsmöglichkeit prüfen, mit sicherem Blick Wertloses vom Wertigen unterscheiden. Zum eigenen Vorteil. Eine nach Nordamerika nach­krieglich verzogene Bekannte schreibt z. B. von einem„Wunderherd“, der selbsttätig kocht. Durch ein kompliziertes Innensystem ist es möglich„Fleisch, Gemüse, Kartoffeln.. alles je nach Sonderheit.. auf bestimmte Zeit und zu bestimmten Graden zu„kochen", wodurch sich ein„in der Küche bleiben" oder Anbren­nen usw. erübrigt.“

„Was einer Amerikanerin genügt, ist nichts für uns...“

„Amerikanerin? Nein, die Dame ist eine praktische deutsche Hausfrau, die in der Küche selbst erfahren.. sich nicht bluffen läßt.“

„Wenn so etwas möglich ist.. bei den heu­tigen Dienstbotenverhältnissen.. wäre eine

Junge Arbeiterfrau

Im Morgennebel zu dem Werk geschritten, Duft einer frühen Rose mitgetragen,

Die Tür des Arbeitssaales aufgeschlagen, Fabriksirenen, Fron des Tags erlitten.

Am Webstuhl Fäden hin und her geschlungen, Vom Stampfen der Maschinen wild umrauschet, Und plötzlich träumend in mich selbst gelauschet, Als würde sacht ein Wiegenlied gesungen.

Als sänken alle Lasten tausend Stufen, Ich taucht mit dir schon in des Abends Segen Erzählte dir von unsres Kindes Regen,

Und wie es erstmals leis’ in mir gerufen.—

Jella Lepmann.

wirkliche Verbesserung zu begrüßen? Also dies alles rechnen Sie mit zur Küchenkultur?“ „Ja. Zeitkultur in der Küche heißt: den Haushalt dem Neuen.. angleichen.. moder­nisieren. Wie die neue Kultur überall zu Hause .. soll sie es auch in der Küche werden.. zu unserm eigenen Besten.“

„Jetzt verstehe ich, was Sie meinen,“ klingt es nachdenklich zu mir.„Sie haben recht, wir Hausfrauen sind in der Beziehung ein wenig schwerfällig, aber wir können uns bessern.“ „Ja, wir wollen Pflegerin und Hüterin der Küchenkultur werden.“

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Teetrinken und Teekultur

Von Ilsevan Bergen.

„Drei Dinge auf dieser Welt sind höchst beweinenswert: Das Verderben unserer besten Jugend durch falsche Erziehung, die Schändung unserer besten Bilder durch plattes Begaffen, die Verschwendung unse­res besten Tees durch unsachliche Behand­lung.“

Diese Worte wurden vor einigen Jahrhunder­ten von dem chinesischen Dichter Li Chihlai aus­gesprochen.

Es berührt uns zunächst merkwürdig, diese drei Mißstände auf eine gleiche Ebene gestellt zu se­hen, und für unser westliches Empfinden läßt sich diese Zusammenstellung auch nur dann rechtfertigen und übernehmen, wenn wir uns etwas dem chinesischen Vorbild anpassen und im Tee nicht nur ein Getränk aus getrockneten Blättern sehen, sondern das Wort„Tee" viel weiter fassen. Wir dürfen das auch; nicht nur, weil es mit dem Tee am Ende ist wie mit Blu­men und Vasen, die zum starken Ausdruck ei­ner häuslichen Kultur werden können, sondern auch, weil der Tee, wie kaum irgend etwas sonst, geeignet ist, einen hohen Adel des Ge­schmacks zu zeigen.

Aber bleiben wir zunächst ganz einfach beim Tee als Getränk, und gestehen wir uns, daß wir Menschen kennen, die nichts mit dem Tee anzufangen wissen. Unsere großen Teefirmen kämpfen einen verzweifelten Kampf gegen die metallene Teekanne und die— ach so ökono­mischen!— Tee=Eier. Die Hausfrau freilich glaubt, wenn die Brühe nicht schmeckt, die Marke oder der Fabrikant habe schuld. Es kann aber sein, daß unter ihren Gästen solche sind, die anders denken und zu Hause einen wundervollen Tee bereiten. Es ist nämlich nichts leichter, als guten Tee zu kochen. Das Wasser muß heiß sein; das Wasser muß sauber sein und Teeblätter sowohl als Aufguß dürfen mit keinem Metall in Berührung kommen. Das ist das Ganze. Sollte es nicht möglich sein, daß alle Menschen die Empfindlichkeit edler Blätter und Blüten begreifen?

In China gibt es einen ganzen Kult, der nach dem Tee„Teeismus“ genannt ist. Es ist eine Religion des Aesthetizismus, ein Kult des Schönen im alltäglichen Grau der seienden Dinge. Kazuko Okakura, der unendlich fein­sinnige Dichter des Buches vom Tee nennt die Teeschale„die Schale der Menschheit". Ja dieser kleinen Schale ist für ihn alles Wesent­liche enthalten. In den feinen Duftwolken, die aus ihr aufsteigen, sieht er den zärtlichen Schimmer der wahren Schönheit; in dem durch­scheinenden Porzellan erkennt er die Klarheit der vollendeten Seele.

Und für den chinesischen Sprachgebrauch gibt es ein sehr seines Bild, nach dem der wilde Aest­her, der mit ungebändigten Gefühlsfluten die Welt überströmt,„zu viel Tee in sich“ hat. „Ohne Tee in sich“ aber ist der, dem es nicht gegeben ist, die Tragikomik persönlichen Erle­bens zu spuren.

Die Entwicklung des Tees in China umfaßt 3 Perioden: die des gekochten, des geschlagenen des gebrühten Tees. Jede Art der Zubereitung ist Ausdruck für scharf umrissene Gefühlsperio­den der östlichen Kultur, und die Methode der Teebereitung bestimmte sehr wesentlich die Ent­wicklung der chinesischen Keramik. Der ge­kochte Tee sieht grün aus. In weißem Por­zellan erscheint er blaßrot und abstoßend. Luh Yu bestimmt„blau“ als die Idealfarbe der Tee­tasse, da sie das Grün des Getränkes noch ver­stärkt. Die Sung=Periode brauchte schwere blauschwarze und dunkelbraune Schalen für ih­ren Tee. Das leichte weiße Porzellan gibt die Ergänzung zum gebrühten Tee der Ming.

Und wie er der Keramik Form gab, so beein­flußt auch heute noch richtig verstandener Tee Form und Wesen des Menschen, der ihn berei­tete. Er erzieht zur Hygiene im täglichen Le­ben. Die absolute Sauverkeit des Geschirrs, die peinliche Akkuratesse in der Wärmung der Behältnisse sind nicht so einfach durchzuführen. Wo sie gewahrt werden, kann unmöglich in an­deren Sauberkeitsfragen grobe Nachlässigkeit herrschen. Der Teetrinker ist wirtschaftlich: Er sucht seine Freuden im einfachen Wertvollen. Die äußere Sauberkeit geht Hand in Hand mit einer inneren Sauberkeit, die das hochste Er­gebnis, ja dasselbe ist wie Teekultur. Chao­tische Charaktere sehen nicht den tausendfach variierten Duft des Tees aus hauchzarter Tasse andachtsvoll aufschweben. Schaffende Besinn­lichkeit könnte man darum vielleicht auch das Ergebnis der Teekultur nennen. Nicht stillste­hen, aber auch nicht hasten, in ruhigem Gleich­maß vorwärts schreiten zu edlen Höhen. Das ist das, was die chinesischen Historiker vom Tee­ismus als der Kunst des In=der=Weltseins ge­sagt haben und was auch wir brauchen können.

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Warum mein Sohn nicht heiraten will

Von Horst Bendler, Berlin.

Mein Sohn hat rund heraus erklärt, er würde „niemals“ heiraten! Welche Anlässe können einen jungen Mann von heute zu diesem für alle Mütter und ihre heiratsfähigen Töchter erschreckenden Ausruf treiben? Wenn es sich noch dazu um jemand handelt, der ehedem ein nicht nur heimlicher, sondern mehr unheim­licher(im Sinne von intensiv) Verehrer der holden Weiblichkeit war, dürfte dieser Umstand immerhin zu denken geben. Also zur Sache.

Ganz früh schon hatte es bei ihm angesan­gen, bei meinem Sohn nämlich, und wir muß­ten uns damit abfinden, daß er ein ausgespro­chenes Interesse(um nicht zu sagen Neigung) für das Ewig=Weibliche an den Tag legte. Als er noch im Wagen lag, zeigte es sich bereits: Wenn das Kindermädchen ihm die Flasche brachte, strahlte er sie mit einem Blick an, den man ohne weiteres verliebt nennen konnte. Daß dieser Blick nicht der Flasche, sondern dem