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der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partel

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Ausgabe

49. Jahrgang:

Jolge 227

Freitag, den 21. August 1936

Holland 1° Cis., Belglen 1.50 bfre., Frankreich! Schweis 20 Rappen, Tschechoslowakel 1.50

Fr.

Ke.

Einzelstück 15 Dfg.

Jieberhafte Aufrüstung der Sowjets

„Die Rote Armee übertrifft jede Kriegsmacht der Erde“ Schlagfertiges Instrument für die Weltrevolution

Aufnahme: Weltbild

Generalfeldmarschall von Mackensen nimmt im Beisein des Generalobersten von Fritsch den Vorbeimarsch des ihm übergebenen Reiterregiments 5 in Stolp ab

Riesenproduktion von Flugzeugen

∆ Moskau, 21. August.

Nachdem die Sowjetregierung erst in der vergangenen Woche durch ihren Beschluß, das Aushebungsalter von 21 auf 19 Jahre herab­zusetzen, den Willen zu einer neuen unge­heuerlichen Aufrüstung bekundet hat, fand am Dienstag in der ganzen Sowjetunion ein sogenannter„Tag der Aviatik“ statt, der ebenfalls ausschließlich im Zeichen der mili­tärischen Rüstungen stand. Der Sowjet­bevölkerung wurde an diesem Tage die kriege­rische Macht der Sowjetluftflotte vorgeführt, und die Presse begleitete diese Ver­anstaltungen mit Kommentaren, in denen im­mer wieder die Notwendigkeit neuer Rüstun­gen hervorgehoben wurde,„um den Frieden der Welt gegen die faschistischen Ruhestörer zu verteidigen". Den Flugvorführungen in Mos­kau wohnte u. a. auch eine Abordnung fran­zösischer Flugzeugindustrieller und Flugzeug­konstrukteure bei. Die Franzosen sollen sich da­bei sehr lobend über die sowjetrussischen Rü­stungen in der Luft ausgesprochen haben.

A Hendaye, 21. August.

Der Sender von La Coruna teilt mit, daß 9000 Mann zum Angriff auf die Linie Irun—San Sebastian eingesetzt seien. Die Ab­schnürung von San Sebastian nach Westen sei bereits gelungen. Die Truppen des Generals Franco, heißt es weiter, hätten den Ort Acidona bei Malaga eingenommen uno zahl­reiche Artillerie im Ring um Malaga in Stel­lung gebracht. In Asturien hätten die Minen­arbeiter einen Angriff auf Oviedo versucht, der restlos scheiterte. Die nationalen Truppen hätten die Angreifer mit schweren Verlusten abgewiesen. Die Madrider Nachricht, daß sich Granada ergeben hätte, wird wiederholt dementiert. In Bajadoz fanden die nationalen Truppen ein Munitionsdepot der Kommu­nisten mit 40000 Gewehren neuester Kon­struktion.

Der Sender von Palma de Mallorca be­richtet, daß ein von drei Schiffen der Marxisten versuchter Angriff auf den Hafen und die Stadt fehlgeschlagen und die Angreifer völlig ver­nichtet worden seien. Sie hätten über 1000 Tote gehabt. Die Schiffe hätten die Flucht er­griffen und seien in Richtung Barcelona ab­gefahren. Aus Valladolid kommt die Mel­dung, daß es dort den nationalen Truppen ge­lungen sei, drei Flugzeuge der Marxisten, zwei dreimotorige Bombenmaschinen und eine Jagd­maschine, zur Landung zu zwingen. Die Apparate werden nach Wiederherstellung den nationalistischen Flugkräften eingegliedert.

An der Front von Irun herrschte am Don­

Die Lage in Spanien: Nach den letzten Meldungen haben die Nationalisten das schraflierte Gebiet fest in der Hand. Die Pfeile von Badajoz aus kennzeichnen den Vormarsch der Nationalisten auf Madrid.

Beide Maßnahmen, die Herabsetzung des Dienstalters beim Militär und der Flugtag, stellen Erscheinungen ein und desselben Gei­stes, der Erhöhung der sowjetrussischen Offensivrüstungen mit allen Mitteln, dar. Die parteiamtliche„Prawda“ schreibt dazu, die Rote Armee stelle heute schon eine Macht dar, die jede andere Kriegs­macht der Weltübertreffe. In der Tat ist die von Kriegskommissar Woroschilow geforderte Militarisierung der Psyche der Sow­jetbevölkerung schon außerordentlich weit fort­geschritten. Durch die im Vorjahre durchgeführte Heeresreform besteht die Rote Armee heute schon beinahe zu vier Fünfteln aus langgedienten Soldaten. Die Stärke der Armee wird durch die Herabsetzung des Einberufungsalters in den nächsten vier Jahren bis auf 50 v. H. erhöht und erreicht damit eine Effektivstärke von rund 2 Millionen Mann. An ausgebildeten Reser­ven besitzt die Rote Armee nach den neuesten Angaben 10,5 bis 11 Millionen Mann, nicht gerechnet die zahlreichen Sowjetbürger männ­lichen und weiblichen Geschlechtes, die durch

nerstag völlige Ruhe. Lediglich das Fort Gua­dalupe hat einige Schüsse im Laufe des Vor­mittags abgegeben. Die in San Sebastian er­scheinende Zeitung„Frente Popoular“ berich­tet, daß die dortige rote Miliz in den letzten Tagen neue Verstärkung aus Bilbao erhalten habe. Es handele sich hierbei in erster Linie um Bergarbeiter, die gut mit Dynamit um­zugehen verstünden. In dem gleichen Blatt wird die Hinrichtung von fünf Offizieren in San Sebastian gemeldet, die sich gegen die Volksfront betätigt hatten. Ferner sei es ge­lungen, den aus der Diktaturzeit Primo de Riveras bekannten General Mosleras und den Oberstleutnant Baselga in San Sebastian zu verhaften. Diese beiden Offiziere werde das gleiche Schicksal ereilen wie die obigen.

Nach einer Meldung des„Daily Telegraph“ aus Gibraltar rechnet General Franco damit, daß San Sebastian in den nächsten Tagen in die Hände der nationalistischen Truppen fallen wird.

X Berlin, 21. August.

Die deutsche Regierung hat alsbald nach Eintreffen der Nachrichten über den von der spanischen Regierung geschaffenen Zwischenfall betreffend den Dampfer„Numerun“ ihrem Geschäftsträger in Madrid telegrafisch Wei­sung geben, unverzüglich in schärfster Form gegen das völkerrechtswidrige Ver­halten der spanischen Kriegsschiffe Vorstellun­gen zu erheben und dabei zum Ausdruck zu bringen, daß die deutsche Regierung die spa­nische Regierung für alle Folgen verantwort­lich machen wird, die sich aus der Wieder­holung ähnlicher Vorfälle ergeben könnten. Der deutsche Geschäftsträger ist zugleich angewie­sen worden, die spanische Regierung davon in Kenntnis zu setzen, daß die deutschen Kriegs­schiffe Befehl erhalten haben, die deutschen Schiffe vor ähnlichen völkerrechtswidrigen Uebergriffen außerhalb der spanischen Hoheits­zone mit allen Mitteln zu schützen.

Der Befehlshaber der Linienschiffe, dem die zur Hilfeleistung in spanische Gewässer ent­sandten deutschen Seestreitkräfte unterstellt sind, hat an den Chef der spanischen Regierungs­flotte auf Grund des Vorgehens gegenüber dem deutschen Dampfer„Kamerun“ folgendes Tele­gramm gerichtet:

„Nachdem eben erst der Rechtsbruch gegen­über Sevilla durch„Almirante Baldez" bei­gelegt ist, hat Kreuzer„Libertad“ gestern nach­

den Ossoaviachim ausgebildet wurden. Diese Organisation zählt gegenwärtig über 13 Milli­onen Mann. Sie hat im Laufe der letzten drei Jahre 700 000 Schützen, 500000 Gasabwehr­leute, 550000 Fallschirmabspringer, 900 000 Fahrer, 140 000 Gleitflieger usw. ausgebildet. Sie besitzt 1500 Fliegerschulen, 72 Offiziers­schulen, 2500 Kavalleristenverbände usw.

Der sowjetrussische Militärhaushalt beträgt 14,7 Milliarden Rubel, ein Betrag, der dem gesamten französischen Staatshaushalt ent­spricht. Kürzlich rühmte sich die Sowjetpresse, daß die Rote Armee auf dem Gebiete der Motorisierung alle anderen Armeen weit hinter sich gelassen habe. Sie verfügt heute über mindestens 4700 einsatzbereite Flugzeuge, etwa 8000 Kampfwagen und ungefähr 7000 Ge­schütze aller Kaliber sowie über 800 Minen­werfer und 32.000 leichte und schwere Maschi­nengewehre. Diese außerordentliche Aus­rüstung ist eine Folge der in den letzten zwei Jahren planmäßig durchgeführten Neubewaff­nung der Armee. Es ist selbstverständlich, daß mit dieser Vermehrung der Ausrüstung sowohl als auch des Mannschaftsbestandes eine starke Verbesserung und Vervollkommnung Hand in Hand gegangen ist. Nimmt man die Fort­schritte auf dem Gebiete der Heeresmotorisie­rung hinzu, so werden die gewaltigen Offen­sivrüstungen der Roten Armee der Weltrevo­lution augenscheinlich, die es dem Marschall Tuchatschewski auf der Tagung des zen­tralen Vollzugsausschusses gestatteten, auszu­rufen:„Wir können jetzt, wenn die Regie­rung es wünscht, auf jedem beliebigen Punkt eine kampfbereite, ausgerüstete, bewaffnete Macht aufstellen, und die Kampfbereitschaft der Roten Armee ist größer als die jeder anderen Armee.“

Eilige Kasernenbauten

∆ Leningrad, 21. Abugust.

Als Auswirkung der Verordnung der Sowjetregierung vom 10. August 1936, durch die das Einberufungsalter auf 19 Jahre abgesetzt und die Armee insgesamt auf 2 Mil­lionen Mann verstärkt wird, werden bereits in ganz Westrußland fieberhafte Vorberei­tungen getroffen, um die eine Million Rekruten, die im Herbst ausgehoben werden, unterbrin­gen zu können. So werden in der Nähe vieler Orte zur Zeit die Vorbereitungen für die Schaffung größerer Barackenlager getroffen,

mittag den Dampfer„Kamerun" außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer auf freier See beschossen, ins Kielwasser gezwungen und durch bewaffnete Soldaten untersuchen lassen. Dieses Verhalten gegenüber einem deutschen Dampfer ist ein Verbrechen gegen das Recht freier Schiffahrt in offener See. Ich bin nicht ge­willt, solche Gewaltakte zu dulden. Ich habe meine Seestreitkräfte angewiesen, jedem unbe­rechtigten Gewaltakt Ihrer Schiffe mit Ge­walt entgegenzutreten.“

In der Angelegenheit des deutschen Dampfers„Kamerun", der weit außerhalb der Dreimeilengrenze von spanischen Regierungs­kriegsschiffen angehalten und durchsucht wurde, wird ergänzend mitgeteilt, daß der Dampfer keinerlei Kriegsmaterial an Bord hatte und daß seine Papiere vollständig in Ordnung waren.

Italien empört

Die deutsche Empörung über die Beschie­ßung und Durchsuchung des Flüchtlings­dampfers„Kamerun“ kommt in der römischen Mittagspresse am Donnerstag voll zur Gel­tung und findet uneingeschränktes Verständnis. „Tevere" stellt seinen Bericht unter die mehr­spaltige Ueberschrift:„Seeräuberhaftes Ver­halten der Madrider Marine“. Das Blatt hebt als erschwerenden Umstand hervor, daß sich der Vorfall außerhalb der spanischen Gewässer

da für die neu aufzustellenden Truppenteile zunachst nicht genügend Kasernen zur Verfügung stehen. Das Baumaterial für die Baracken ist zum Teil schon angefahren worden. Allein in Leningrad sollen, wie ver­lautet, im Herbst vier neue Regimenter aufge­stellt werden. Auffällig ist, daß nach den bis­herigen Mitteilungen offenbar der größte Teil der neuen Truppenteile in die Gebiete west­lich von Moskau gelegt wird, also in die westliche Grenzzone Rußlands, wo auch eine Reihe von neuen Flugplätzen im Ent­stehen begriffen ist. Bei der Heeresvermeh­rung soll die russische Luftwaffe eine prozen­tual erheblich stärkere Vermehrung erfahren als die übrigen Waffengattungen. Nach amt­lichen russischen Statistiken ist die Produktion an Flugzeugen im Jahre 1936 bereits jetzt um 72 v. H. höher als die gesamte Jahresproduk­tion des Jahres 1935, so daß die russische Luft­waffe in absehbarer Zeit so stark wie die aller übrigen Staaten zusammen sein dürfte. Der Heeresetat, der für 1936 21 v. H. der gesamten Staatsausgaben gegenüber 12 v. H. im Jahre 1929 beträgt, dürfte bei der in jedem Jahre bisher zu verzeichnenden erheblichen Ueber­schreitung des Etats im Jahre 1936 über 30 v. H. erreichen.

ereignet habe. Die Mittagsausgabe des halb­amtlichen„Giornale d'Italia“ betont unter ausführlicher Wiedergabe deutscher Zeitungs­stimmen, daß diese gewalttätige Handlung eine Vergewaltigung jedes internationalen Rechtes sei und in den deutschen politischen Kreisen ebenso scharfe wie berechtigte Verurteilung finde.

„Frankreich muß vorsichtig sein“

Die Meldung von der Durchsuchung des deutschen Dampfers„Kamerun" durch spanische Kriegsschiffe auf hoher See und die Erregung in Berlin über diesen erneuten Zwischenfall beschäftigt ebenfalls die Pariser Presse. Der Berliner Vertreter des„Matin“ schreibt, dieser Zwischenfall könne nicht nur entscheidend die Haltung Deutschlands den spanischen Ereig­nissen gegenüber beeinflussen, sondern auch eine Diskussion über die Möglichkeit einer Verwirklichung des Nichteinmischungsabkom­mens, wie es von Frankreich vorgeschlagen werde, wachrufen.

„Jour“ meint, der französische Neutralitäts­vorschlag scheine von einem fatalen Schicksal verfolgt zu werden. Das Blatt zeigt sich be­stürzt darüber, daß durch den Zwischenfall alles bisher Erreichte wieder in Frage gestellt werde. Eines sei sicher, daß Frankreich sich keine Fehler mehr gestatten dürfe. Die größte Vorsicht im Rahmen der nationalen Würde sei am Platze.

Die Lage in Spanien

Von unserer Berliner Schriftleitung

Die Kämpfe in Spanien haben auch in den letzten 48 Stunden noch immer keine entschei­dende Wendung gebracht, die der einen oder anderen Partei das Uebergewicht verschafft hätte. Dafür scheinen aber die internationalen Auswirkungen der spanischen Wirren immer größere Kreise zu ziehen. Als ein Zwischenfall von besonders ernstem Charakter muß die Durchsuchung des deutschen Dampfers„Ka­merun“ gewertet werden, für den noch keine volle Genugtuung gegeben worden ist. Wie zu erwarten war, hat die deutsche Reichs­regierung durch den deutschen Geschäftsträger in Madrid schärfste Verwayrung gegen den roten Piraten=Streich eingelegt.

Da sich nach den bisherigen Erfahrungen diplomatische Proteste in Madrid als nicht meyr voll wirksam herausstellten, mußte es als selbstverständlich erwartet werden, daß weitere Vorbeugungsmaßnahmen auch von deutscher Seite getroffen wurden, um neue größere Zwischenfälle, die leicht ernstere Fol­gen haben könnten, zu verhindern. Aus die­sem Grunde ist der Madrider Regierung durch den deutschen Geschäftsträger gleichzeitig offi­ziell mitgeteilt worden, daß die in den spani­schen Gewässern befindlichen deutschen See­streitkräfte Befehl erhalten haben, den Schutz deutschen Lebens und deutschen Eigentums mit allen Mitteln sicherzustellen. Es darf erwartet werden, daß diese nachdrückliche und eindeutige Warnung genügt, um die über­hitzten Gemüter der Sendlinge Moskaus im spanischen Bürgerkrieg zur Raison zu bringen.

Bei aller strikten Neutralität, die auf deut­scher Seite als eine glatte Selbstverständlichkeit aufgefaßt wird, darf es als ebenso selbstver­ständlich angenommen werden, daß das natio­nalsozialistische Deutschland mit harter Konsequenz gewillt ist, dem internationa­len Recht und Gesetz Geltung zu verschaffen, vor allem, wenn durch unglaubliche und unver­schämte Uebergriffe verantwortungsloser Ele­mente deutsches Leben und deutsches Eigenium gefährdet wird. Die deutschen Kriegsschiffe be­finden sich zum Schutz der deutschen Interessen an den von den spanischen Bürgerkriegswirren bedrohten Stellen, und man darf es als gewiß annehmen, daß sie ihre Aufgabe in vollem Umfange lösen werden.

Abgesehen von dem Zwischenfall mit der „Kamerun", der inzwischen auch in der ge­samten neutralen Auslandspresse eine einhel­lige und schärfste Verurteilung gefunden hat, scheinen im übrigen aber andere Momente wieder stärker in den Vordergrund zu treten, die die internationale Seite der spanischen Wirren erneut in verstärktem Maße abheben. Die französische Presse ist zu einem großen Teil seit gestern schon wieder in der Lage, in größtem Ausmaße über neue Vorgänge zu berichten, die schon jetzt unter Beweis stel­len, daß die Neutralitätserklärung der Pariser Volksfrontregierung praktisch schon längst durchbrochen ist. Verschiedene

San Sebastian nach Westen abgeschnürt

Vormarsch der Nationalisten 7 Rote Verstärkung unterwegs

Schärfster deutscher Protest in Madrid

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Auf Besehl der Reichsregierung: Deutsche Kriegsschiffe übernehmen den Schutz deutscher Handelsschisse!