Weslfälische Bezugsprete mit Justellungsgebühr und Versandkosten 60 ODsennig für die Woche. Post=Bezug monatlich 2,50 Mark einschl. 56 Ofennig Dostzeitungsgebühren. Hierzu 42 Osennig Bestellgeld. Einzel=Stück 15 Ofennig, Sonntage 20 Ofennig. Erscheint wöchentlich siebenmal. Täglich das bebilderte Unterhaltungeblatt und Sonntags die sechzehnseitige Beilage„DL3 Sonntag". Für unverlangt eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Druck u. Verlag: Westfälische Landeszeitung G. m.ö.H., Dortmune, Reinoldistr. 19. Fernruf 30441 Seczeilüng Amtliches Blatt der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partel Anzeigenpceie se kIlUlimeter der Rleinspakte 36 0f. in der Gesamtauflage, für die Bezirksausgaben besondere Oreielisten. Ermäßigte Oreise: Für Jamilienanzeigen 12 Of., Stellenangebote 15 Of. Stellengesuche 12 Df., Gelegenheitsanzeigen nicht geschäftlicher Art in der Rubrik„Rleiner Anzeigenmarkt“ 15 Of. je Millimeter.— Für die Berechnung und Ausführung der Anzeigenaufträge sind die in der Oreieliste vorgesehenen Bedingungen maßgebend.— Erfüllungsort Dortmund.— Postscheckkonto Dortmund 450.— Anzeigen=Annahme für die Wochentags=Ausgabe bis 2 Uhr nachmittags, für die Sonntags=Ausgabe bie Freitag abend 6 Uhr. Ausgabe 49. Jahrgang: Jolge 227 Freitag, den 21. August 1936 Holland 1° Cis., Belglen 1.50 bfre., Frankreich! Schweis 20 Rappen, Tschechoslowakel 1.50 Fr. Ke. Einzelstück 15 Dfg. Jieberhafte Aufrüstung der Sowjets „Die Rote Armee übertrifft jede Kriegsmacht der Erde“ Schlagfertiges Instrument für die Weltrevolution Aufnahme: Weltbild Generalfeldmarschall von Mackensen nimmt im Beisein des Generalobersten von Fritsch den Vorbeimarsch des ihm übergebenen Reiterregiments 5 in Stolp ab Riesenproduktion von Flugzeugen ∆ Moskau, 21. August. Nachdem die Sowjetregierung erst in der vergangenen Woche durch ihren Beschluß, das Aushebungsalter von 21 auf 19 Jahre herabzusetzen, den Willen zu einer neuen ungeheuerlichen Aufrüstung bekundet hat, fand am Dienstag in der ganzen Sowjetunion ein sogenannter„Tag der Aviatik“ statt, der ebenfalls ausschließlich im Zeichen der militärischen Rüstungen stand. Der Sowjetbevölkerung wurde an diesem Tage die kriegerische Macht der Sowjetluftflotte vorgeführt, und die Presse begleitete diese Veranstaltungen mit Kommentaren, in denen immer wieder die Notwendigkeit neuer Rüstungen hervorgehoben wurde,„um den Frieden der Welt gegen die faschistischen Ruhestörer zu verteidigen". Den Flugvorführungen in Moskau wohnte u. a. auch eine Abordnung französischer Flugzeugindustrieller und Flugzeugkonstrukteure bei. Die Franzosen sollen sich dabei sehr lobend über die sowjetrussischen Rüstungen in der Luft ausgesprochen haben. A Hendaye, 21. August. Der Sender von La Coruna teilt mit, daß 9000 Mann zum Angriff auf die Linie Irun—San Sebastian eingesetzt seien. Die Abschnürung von San Sebastian nach Westen sei bereits gelungen. Die Truppen des Generals Franco, heißt es weiter, hätten den Ort Acidona bei Malaga eingenommen uno zahlreiche Artillerie im Ring um Malaga in Stellung gebracht. In Asturien hätten die Minenarbeiter einen Angriff auf Oviedo versucht, der restlos scheiterte. Die nationalen Truppen hätten die Angreifer mit schweren Verlusten abgewiesen. Die Madrider Nachricht, daß sich Granada ergeben hätte, wird wiederholt dementiert. In Bajadoz fanden die nationalen Truppen ein Munitionsdepot der Kommunisten mit 40000 Gewehren neuester Konstruktion. Der Sender von Palma de Mallorca berichtet, daß ein von drei Schiffen der Marxisten versuchter Angriff auf den Hafen und die Stadt fehlgeschlagen und die Angreifer völlig vernichtet worden seien. Sie hätten über 1000 Tote gehabt. Die Schiffe hätten die Flucht ergriffen und seien in Richtung Barcelona abgefahren. Aus Valladolid kommt die Meldung, daß es dort den nationalen Truppen gelungen sei, drei Flugzeuge der Marxisten, zwei dreimotorige Bombenmaschinen und eine Jagdmaschine, zur Landung zu zwingen. Die Apparate werden nach Wiederherstellung den nationalistischen Flugkräften eingegliedert. An der Front von Irun herrschte am DonDie Lage in Spanien: Nach den letzten Meldungen haben die Nationalisten das schraflierte Gebiet fest in der Hand. Die Pfeile von Badajoz aus kennzeichnen den Vormarsch der Nationalisten auf Madrid. Beide Maßnahmen, die Herabsetzung des Dienstalters beim Militär und der Flugtag, stellen Erscheinungen ein und desselben Geistes, der Erhöhung der sowjetrussischen Offensivrüstungen mit allen Mitteln, dar. Die parteiamtliche„Prawda“ schreibt dazu, die Rote Armee stelle heute schon eine Macht dar, die jede andere Kriegsmacht der Weltübertreffe. In der Tat ist die von Kriegskommissar Woroschilow geforderte Militarisierung der Psyche der Sowjetbevölkerung schon außerordentlich weit fortgeschritten. Durch die im Vorjahre durchgeführte Heeresreform besteht die Rote Armee heute schon beinahe zu vier Fünfteln aus langgedienten Soldaten. Die Stärke der Armee wird durch die Herabsetzung des Einberufungsalters in den nächsten vier Jahren bis auf 50 v. H. erhöht und erreicht damit eine Effektivstärke von rund 2 Millionen Mann. An ausgebildeten Reserven besitzt die Rote Armee nach den neuesten Angaben 10,5 bis 11 Millionen Mann, nicht gerechnet die zahlreichen Sowjetbürger männlichen und weiblichen Geschlechtes, die durch nerstag völlige Ruhe. Lediglich das Fort Guadalupe hat einige Schüsse im Laufe des Vormittags abgegeben. Die in San Sebastian erscheinende Zeitung„Frente Popoular“ berichtet, daß die dortige rote Miliz in den letzten Tagen neue Verstärkung aus Bilbao erhalten habe. Es handele sich hierbei in erster Linie um Bergarbeiter, die gut mit Dynamit umzugehen verstünden. In dem gleichen Blatt wird die Hinrichtung von fünf Offizieren in San Sebastian gemeldet, die sich gegen die Volksfront betätigt hatten. Ferner sei es gelungen, den aus der Diktaturzeit Primo de Riveras bekannten General Mosleras und den Oberstleutnant Baselga in San Sebastian zu verhaften. Diese beiden Offiziere werde das gleiche Schicksal ereilen wie die obigen. Nach einer Meldung des„Daily Telegraph“ aus Gibraltar rechnet General Franco damit, daß San Sebastian in den nächsten Tagen in die Hände der nationalistischen Truppen fallen wird. X Berlin, 21. August. Die deutsche Regierung hat alsbald nach Eintreffen der Nachrichten über den von der spanischen Regierung geschaffenen Zwischenfall betreffend den Dampfer„Numerun“ ihrem Geschäftsträger in Madrid telegrafisch Weisung geben, unverzüglich in schärfster Form gegen das völkerrechtswidrige Verhalten der spanischen Kriegsschiffe Vorstellungen zu erheben und dabei zum Ausdruck zu bringen, daß die deutsche Regierung die spanische Regierung für alle Folgen verantwortlich machen wird, die sich aus der Wiederholung ähnlicher Vorfälle ergeben könnten. Der deutsche Geschäftsträger ist zugleich angewiesen worden, die spanische Regierung davon in Kenntnis zu setzen, daß die deutschen Kriegsschiffe Befehl erhalten haben, die deutschen Schiffe vor ähnlichen völkerrechtswidrigen Uebergriffen außerhalb der spanischen Hoheitszone mit allen Mitteln zu schützen. Der Befehlshaber der Linienschiffe, dem die zur Hilfeleistung in spanische Gewässer entsandten deutschen Seestreitkräfte unterstellt sind, hat an den Chef der spanischen Regierungsflotte auf Grund des Vorgehens gegenüber dem deutschen Dampfer„Kamerun“ folgendes Telegramm gerichtet: „Nachdem eben erst der Rechtsbruch gegenüber Sevilla durch„Almirante Baldez" beigelegt ist, hat Kreuzer„Libertad“ gestern nachden Ossoaviachim ausgebildet wurden. Diese Organisation zählt gegenwärtig über 13 Millionen Mann. Sie hat im Laufe der letzten drei Jahre 700 000 Schützen, 500000 Gasabwehrleute, 550000 Fallschirmabspringer, 900 000 Fahrer, 140 000 Gleitflieger usw. ausgebildet. Sie besitzt 1500 Fliegerschulen, 72 Offiziersschulen, 2500 Kavalleristenverbände usw. Der sowjetrussische Militärhaushalt beträgt 14,7 Milliarden Rubel, ein Betrag, der dem gesamten französischen Staatshaushalt entspricht. Kürzlich rühmte sich die Sowjetpresse, daß die Rote Armee auf dem Gebiete der Motorisierung alle anderen Armeen weit hinter sich gelassen habe. Sie verfügt heute über mindestens 4700 einsatzbereite Flugzeuge, etwa 8000 Kampfwagen und ungefähr 7000 Geschütze aller Kaliber sowie über 800 Minenwerfer und 32.000 leichte und schwere Maschinengewehre. Diese außerordentliche Ausrüstung ist eine Folge der in den letzten zwei Jahren planmäßig durchgeführten Neubewaffnung der Armee. Es ist selbstverständlich, daß mit dieser Vermehrung der Ausrüstung sowohl als auch des Mannschaftsbestandes eine starke Verbesserung und Vervollkommnung Hand in Hand gegangen ist. Nimmt man die Fortschritte auf dem Gebiete der Heeresmotorisierung hinzu, so werden die gewaltigen Offensivrüstungen der Roten Armee der Weltrevolution augenscheinlich, die es dem Marschall Tuchatschewski auf der Tagung des zentralen Vollzugsausschusses gestatteten, auszurufen:„Wir können jetzt, wenn die Regierung es wünscht, auf jedem beliebigen Punkt eine kampfbereite, ausgerüstete, bewaffnete Macht aufstellen, und die Kampfbereitschaft der Roten Armee ist größer als die jeder anderen Armee.“ Eilige Kasernenbauten ∆ Leningrad, 21. Abugust. Als Auswirkung der Verordnung der Sowjetregierung vom 10. August 1936, durch die das Einberufungsalter auf 19 Jahre abgesetzt und die Armee insgesamt auf 2 Millionen Mann verstärkt wird, werden bereits in ganz Westrußland fieberhafte Vorbereitungen getroffen, um die eine Million Rekruten, die im Herbst ausgehoben werden, unterbringen zu können. So werden in der Nähe vieler Orte zur Zeit die Vorbereitungen für die Schaffung größerer Barackenlager getroffen, mittag den Dampfer„Kamerun" außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer auf freier See beschossen, ins Kielwasser gezwungen und durch bewaffnete Soldaten untersuchen lassen. Dieses Verhalten gegenüber einem deutschen Dampfer ist ein Verbrechen gegen das Recht freier Schiffahrt in offener See. Ich bin nicht gewillt, solche Gewaltakte zu dulden. Ich habe meine Seestreitkräfte angewiesen, jedem unberechtigten Gewaltakt Ihrer Schiffe mit Gewalt entgegenzutreten.“ In der Angelegenheit des deutschen Dampfers„Kamerun", der weit außerhalb der Dreimeilengrenze von spanischen Regierungskriegsschiffen angehalten und durchsucht wurde, wird ergänzend mitgeteilt, daß der Dampfer keinerlei Kriegsmaterial an Bord hatte und daß seine Papiere vollständig in Ordnung waren. Italien empört Die deutsche Empörung über die Beschießung und Durchsuchung des Flüchtlingsdampfers„Kamerun“ kommt in der römischen Mittagspresse am Donnerstag voll zur Geltung und findet uneingeschränktes Verständnis. „Tevere" stellt seinen Bericht unter die mehrspaltige Ueberschrift:„Seeräuberhaftes Verhalten der Madrider Marine“. Das Blatt hebt als erschwerenden Umstand hervor, daß sich der Vorfall außerhalb der spanischen Gewässer da für die neu aufzustellenden Truppenteile zunachst nicht genügend Kasernen zur Verfügung stehen. Das Baumaterial für die Baracken ist zum Teil schon angefahren worden. Allein in Leningrad sollen, wie verlautet, im Herbst vier neue Regimenter aufgestellt werden. Auffällig ist, daß nach den bisherigen Mitteilungen offenbar der größte Teil der neuen Truppenteile in die Gebiete westlich von Moskau gelegt wird, also in die westliche Grenzzone Rußlands, wo auch eine Reihe von neuen Flugplätzen im Entstehen begriffen ist. Bei der Heeresvermehrung soll die russische Luftwaffe eine prozentual erheblich stärkere Vermehrung erfahren als die übrigen Waffengattungen. Nach amtlichen russischen Statistiken ist die Produktion an Flugzeugen im Jahre 1936 bereits jetzt um 72 v. H. höher als die gesamte Jahresproduktion des Jahres 1935, so daß die russische Luftwaffe in absehbarer Zeit so stark wie die aller übrigen Staaten zusammen sein dürfte. Der Heeresetat, der für 1936 21 v. H. der gesamten Staatsausgaben gegenüber 12 v. H. im Jahre 1929 beträgt, dürfte bei der in jedem Jahre bisher zu verzeichnenden erheblichen Ueberschreitung des Etats im Jahre 1936 über 30 v. H. erreichen. ereignet habe. Die Mittagsausgabe des halbamtlichen„Giornale d'Italia“ betont unter ausführlicher Wiedergabe deutscher Zeitungsstimmen, daß diese gewalttätige Handlung eine Vergewaltigung jedes internationalen Rechtes sei und in den deutschen politischen Kreisen ebenso scharfe wie berechtigte Verurteilung finde. „Frankreich muß vorsichtig sein“ Die Meldung von der Durchsuchung des deutschen Dampfers„Kamerun" durch spanische Kriegsschiffe auf hoher See und die Erregung in Berlin über diesen erneuten Zwischenfall beschäftigt ebenfalls die Pariser Presse. Der Berliner Vertreter des„Matin“ schreibt, dieser Zwischenfall könne nicht nur entscheidend die Haltung Deutschlands den spanischen Ereignissen gegenüber beeinflussen, sondern auch eine Diskussion über die Möglichkeit einer Verwirklichung des Nichteinmischungsabkommens, wie es von Frankreich vorgeschlagen werde, wachrufen. „Jour“ meint, der französische Neutralitätsvorschlag scheine von einem fatalen Schicksal verfolgt zu werden. Das Blatt zeigt sich bestürzt darüber, daß durch den Zwischenfall alles bisher Erreichte wieder in Frage gestellt werde. Eines sei sicher, daß Frankreich sich keine Fehler mehr gestatten dürfe. Die größte Vorsicht im Rahmen der nationalen Würde sei am Platze. Die Lage in Spanien Von unserer Berliner Schriftleitung Die Kämpfe in Spanien haben auch in den letzten 48 Stunden noch immer keine entscheidende Wendung gebracht, die der einen oder anderen Partei das Uebergewicht verschafft hätte. Dafür scheinen aber die internationalen Auswirkungen der spanischen Wirren immer größere Kreise zu ziehen. Als ein Zwischenfall von besonders ernstem Charakter muß die Durchsuchung des deutschen Dampfers„Kamerun“ gewertet werden, für den noch keine volle Genugtuung gegeben worden ist. Wie zu erwarten war, hat die deutsche Reichsregierung durch den deutschen Geschäftsträger in Madrid schärfste Verwayrung gegen den roten Piraten=Streich eingelegt. Da sich nach den bisherigen Erfahrungen diplomatische Proteste in Madrid als nicht meyr voll wirksam herausstellten, mußte es als selbstverständlich erwartet werden, daß weitere Vorbeugungsmaßnahmen auch von deutscher Seite getroffen wurden, um neue größere Zwischenfälle, die leicht ernstere Folgen haben könnten, zu verhindern. Aus diesem Grunde ist der Madrider Regierung durch den deutschen Geschäftsträger gleichzeitig offiziell mitgeteilt worden, daß die in den spanischen Gewässern befindlichen deutschen Seestreitkräfte Befehl erhalten haben, den Schutz deutschen Lebens und deutschen Eigentums mit allen Mitteln sicherzustellen. Es darf erwartet werden, daß diese nachdrückliche und eindeutige Warnung genügt, um die überhitzten Gemüter der Sendlinge Moskaus im spanischen Bürgerkrieg zur Raison zu bringen. Bei aller strikten Neutralität, die auf deutscher Seite als eine glatte Selbstverständlichkeit aufgefaßt wird, darf es als ebenso selbstverständlich angenommen werden, daß das nationalsozialistische Deutschland mit harter Konsequenz gewillt ist, dem internationalen Recht und Gesetz Geltung zu verschaffen, vor allem, wenn durch unglaubliche und unverschämte Uebergriffe verantwortungsloser Elemente deutsches Leben und deutsches Eigenium gefährdet wird. Die deutschen Kriegsschiffe befinden sich zum Schutz der deutschen Interessen an den von den spanischen Bürgerkriegswirren bedrohten Stellen, und man darf es als gewiß annehmen, daß sie ihre Aufgabe in vollem Umfange lösen werden. Abgesehen von dem Zwischenfall mit der „Kamerun", der inzwischen auch in der gesamten neutralen Auslandspresse eine einhellige und schärfste Verurteilung gefunden hat, scheinen im übrigen aber andere Momente wieder stärker in den Vordergrund zu treten, die die internationale Seite der spanischen Wirren erneut in verstärktem Maße abheben. Die französische Presse ist zu einem großen Teil seit gestern schon wieder in der Lage, in größtem Ausmaße über neue Vorgänge zu berichten, die schon jetzt unter Beweis stellen, daß die Neutralitätserklärung der Pariser Volksfrontregierung praktisch schon längst durchbrochen ist. Verschiedene San Sebastian nach Westen abgeschnürt Vormarsch der Nationalisten 7 Rote Verstärkung unterwegs Schärfster deutscher Protest in Madrid * Auf Besehl der Reichsregierung: Deutsche Kriegsschiffe übernehmen den Schutz deutscher Handelsschisse! ernst zu nehmende französische Blätter waren auch gestern wieder in der Lage, zum Teil urkundlich belegte Nachweise darüber zu erbringen, daß ständige Waffentransporte von französischem Boden über die spanische Grenze rollen. Außerdem ist es inzwischen eine offiziell bekanntgewordene Tatsache, daß der General= sekretär des französischen Gewerkschaftsverbandes, Jouhaur. der vor einigen Tagen zu seiner„Orientierung“ für 24 Stunden in Madrid weilte, eine„Generalaktion“ sämtlicher marxistischen Gewerkschaftsverbände zur„wirksamen Unterstützung“ der spanischen Marxisten eingeleitet hat. Diese Aktion soll unter anderem darin bestehen, daß sämtliche Geldsammlungen für den spanischen Marxismus zentralisiert werden und die eingegangenen Beträge von der gleichen Zentralstelle sofort zum Ankauf von Waffen und für Flugzeuglieferungen verwandt werden. Mit dieser Tatsache dürfte auch die Meldung im Zusammenhang stehen, daß der neue spanische Botschafter in Paris— es handelt sich um einen bekannten kommunistischen Literaten— unter den Augen der französischen Oeffentlichkeit schon seit Tagen „Freiwillige" anwirbt, deren Nationalität gleichgültig ist und die von Frankreich aus in besonders aufgestellten Formationen und wahrscheinlich ausgerüstet mit den von Jouhaux beschafften Waffen in das spanische Kampfgebiet entsandt werden sollen. Wenn man bei alledem noch berücksichtigt, welchen Einfluß die französische Gewerkschaftsbewegung und an ihrer Spitze Jouhaux bisher auf die französische Volksfrontregierung auszuüben in der Lage war, so liegt es auf der Hand, in welcher heiklen und prekären Situation sich Herr Leon Blum inzwischen befindet. Was an der französisch=spanischen Grenze heute geschieht, kann selbstverständlich ebensowenig mit dem auch nur blassen Abglanz irgendeiner„Neutralität" in Einklang gebracht werden, wie die ständigen Bürgerkriegsanweisungen, die von dem Moskauer Komintern=Sender an die spanischen Bürgerkriegsformationen gehen. Es ist also in der Tat eine Lage entstanden, die es als außerordentlich fragwürdig erscheinen lassen muß, ob die ursprünglichen Befürworter der Neutralitätsthese überhaupt noch mit der notwendigen Aktivlegitimation ausge stattet sind, noch immer über eine„Nichtein mischung" im Falle Spanien zu verhandeln. Es hat sogar schon den Anschein, als ob diese Einmischung schon jetzt Formen angenommen hat, die unter Umständen ernste Befürchtungen aufkommen lassen müßten. Nur so sind zweifellos auch die außerordentlichen Bedenken und die Zurückhaltung zu verstehen, die die italienische Oeffentlichkeit den ursprünglichen Vorschlägen über die Herbeiführung eines sogenannten Neutralitätspaktes entgegenbringt. — Es muß abgewartet werden, ob diese Entwicklung, die sich schon außerordentlich auf der abschüssigen Ebene zu bewegen scheint, überhaupt noch abgebremst werden kann. Kriegshetze der französischen Gewerkschaften Jouhaux' Anschlag gegen den europäischen Frieden 7 Er fordert Kriegsmaterial=Lieferungen für Madrid Französische Granaten unterwegs? ∆ Paris, 21. August. Der für Freitag angekündigten Einberu fung des Verwaltungsrates des marxistischen Gewerkschaftsverbandes durch Generalsekretär Jouhaux kommt ganz besondere Bedeutung zu. Der Beweggrund dieser Zusammenkunft ist der, angesichts der äußerst kritischen Lage der spanischen Marxisten und Kommunisten Maßnahmen zu beschließen, die geeignet sind, der spanischen Volksfront moralische und materielle Hilfe zu leisten. Die Beschlüsse, die der Verwaltungsrat fassen wird, sind nicht nur deshalb von weittragender Bedeutung, weil die Gewerkschaften— wie dies die letzten Massenstreiks gezeigt haben— einen nicht zu leugnenden Einfluß auf die französische Volksfrontregierung ausüben, sondern auch, weil sie unmittelbar vom Generalsekretär Jouhaux beeinflußt sein werden, der erst kürzlich von einer sogenannten Informationsreise aus Madrid zurückkehrte. In welcher Richtung sich dieser Einfluß geltend machen wird, erhellt zur Genüge aus einem Artikel, den Léon Jouhaux im Gewerkschaftsblatt„Le Peuple“ veröffentlicht und in dem er sich für die Lieferung von gier Fr Kriegsmaierial an die spanische Reierung einsetzt. Die Bewegung des Generals anco, so schreibt Jouhaux, sei nur eine Episode des allgemeinen Kampfes zwischen Faschismus und Nationalsozialismus auf der einen Seite und dem demokratischen Regime auf der anderen Seite. Es sei angebracht, die Frage der Neutralität noch einmal zu überprüfen. Der marxistische Gewerkschaftsverband fordere lediglich das Recht für die spanische Volksfrontregierung, in aller Unabhängigkeit das zu kaufen, was sie brauche.— Von allen linksgerichteten Verbänden werden inzwischen die Sammlungen für die spanische Volksfront fortgesetzt. In den großen Metallindustrien sind besondere Ausschüsse eingesetzt, die diese Sammlungen zentralisieren. Die„Humanité“ veröffentlicht am Donnerstag einen Aufruf unter der Ueberschrift„Flugzeuge für Spanien“, in dem es u. a. heißt:„Lebensmittel und Arzneien für die Kämpfenden und offensichtliche Unterstützung einer der beiden sich in Spanien dekämpfenden Parteien in eine sehr schiefe Lage. Es bestehen außerdem berechtigte Zweifel darüber, daß sie mit aller Strenge gewahrt wird. Die„Action Francaise“ ist in der Lage, das Faksimile eines Frachtbriefes zu veröffentlichen, der eine spanische Munitionsladung von Puigcerda an der französisch=katalanischen Grenze nach San Sebastian begleitete. Aus diesem Frachtbrief geht hervor, daß der Eisenbahnwagen über Toulouse nach Hendaye befördert worden ist, also über französisches Gebiet. Dieses Material sei in Hendaye in einen spanischen Eisenbahn wagen verladen worden. Die französische Eisenbahngesellschaft habe es nicht ausliefern wollen, und es habe erst eines persönlichen Anrufes des Finanzministers Vincenc Auriol bedurft, um die Weiterbeförderung zu bewerkstelligen. Am Mittwoch seien Bolschewismus in Waffen „ zwei andere Verletzten sind sehr gut, aber es werden sofort zösisch=katalanischen Grenze eingstraft.nd Waffen und Munition gebraucht. Wir fordern poch“ skeatslatzschen.„Orenze eingetroffen und gebraucht. Wir fordern deshalb alle Franzosen auf, zu zeichnen, damit wir den spanischen Milizen Flugzeuge und Munition liefern können.“ Die angebliche Neutralität der französischen Regierung kommt durch diese Fliegerfreundschaft Paris—Moskau Französischer Luftfahrtausschuß zu Besuch im Krem! (Von unserem Pariser Vertreter) - PGraf Baillet=Latour dankt dem Führer X Berlin, 21. August. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Baillet=Latour, hat an den Führer und Reichskanzler das nachfolgende Schreiben gerichtet: „Herr Reichskanzler! Ich möchte Ew. Exzellenz danken für die Unterstützung, die Sie der XI. Olympiade gegeben haben, deren großer Erfolg nur durch das tiefe Verständnis Ew. Exzellenz für den olympischen Gedanken möglich war. Mögen die Spiele dazu beitragen, die Zufriedenheit des deutschen Volkes, die ich ihm von ganzem Herzen wünsche, zu wahren und die für die Rettung unserer gefährdeten Zivilisation so notwendige Annäherung zwischen den Völkern zu fördern. Bevor ich Berlin verlasse, möchte ich Ew. Exzellenz versichern, daß Sie immer auf mich rechnen können, wenn die olympische Idee zu ihrem bescheidenen Teil in der Zukunft wiederum zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden soll. Ich bitte Ew. Exzellenz, die Versicherung meiner ehrerbietigsten und dankbarsten Gefühle entgegenzunehmen. Baillet=Latour.“ Paris, 21. August. Nicht genug, daß eine französische Delega tion aus Offizieren und Konstrukteuren z. Zt. in Sowjetrußland weilt, auch die Politiker halten nun den Zeitpunkt für zweckmäßig, die engen Beziehungen zwischen der französischen und sowjetrussischen Luftarmee zu unter streichen. Donnerstag vormittag ist der Luft fahrtausschuß der Kammer nach Moskau gefahren. An dieser Reise nehmen die Ver treter aller politischen Parteien in Frankreich teil. Der Ausschuß wird von dem bekannten französischen Jagdflieger Bossoutrot ge führt, der im letzten Wahlkampf als Kandidat der Volksfront dem ehemaligen Kriegs minister Oberst a. D. Fabry einen Pariser Wahlkreis abnahm, der seit Menschengedenken der Rechten gehörte. Bossoutrot ist nach dem Wahlsieg der Linken von seinen Freunden in der Volksfront zum Vorsitzenden des Luftfahrtausschusses gewählt und von Pierre Cot mit besonderen Aufträgen in seinem Ministerium betraut worden. Da er bis in die jüngste Zeit hinein als aktiver Flieger sowohl die militärischen als auch die zivilen Personalien gut kennt, leitet er jetzt den„Reinigungsprozeß", im Luftfahrtministerium. Seine Tätigkeit hat bereits sieben Fliegergeneralen den Abschied und einigen anderen Versetzungen gebracht. Der Aufenthalt der französischen Parlamentarier in Sowjetrußland ist auf 14 Tage vorgesehen. Beinahe um die gleiche Zeit, als die Flugzeuge der Air France über Straßburg, Nürnberg, Prag und Warschau nach Moskau starteten, kam auf dem Pariser Ostbahnhof mit dem planmäßigen Zug aus Prag der Sowjetfliegergeneral Jarkey an. Jarkey, ein noch verhältnismäßig junger Offizier, leitete die sowjetrussische Fliegerdelegation, die in den letzten Monaten die Tschechoslowakei zu einem Waffenarsenal der Moskauer Kriegssetzer gemacht hat. Seine Aufgabe bestand darin, die Bodenorganisation der tschechoslowa kischen Fliegerwaffe entsprechend den neuen strategischen Planungen zu organisieren. Un ter seiner Leitung sind in dem Gebiet der Südabhänge der Karpathen die Flughäfen und Nur Madrid meldet die„strikte Wahrheit“. Die Kommunisten rechnen mit langer Kriegsdauer 7„Des Sieges völlig sicher &∆ Lissabon, 21. August. Aus den Meldungen, die die Madrider Regierung über ihre Sender verbreiten läßt, ist ein Manifest bemerkenswert, das im Madrider Rundfunk von der berüchtigten kommunistischen Abgeordneten Pasionaria verlesen wurde. Darin wird von kommunistischer Seite dazu aufgefordert, sich auf eine lange Dauer des Krieges vorzubereiten. Die Zivilindustrie müsse in eine Kriegsindustrie umgewandelt werden. Nach einer theoretischen Verneigung vor dem Grundsatz der religiösen Freiheit heißt es dann sehr bezeichnend, man müsse diejenigen„ausmerzen“, welche Klöster und Kirchen zu Verschwörungs= und Spionagezentralen machten. Das Madrider Kriegsministerium verbreitet einen Rückblick auf den bisherigen Verlauf des Kampfes. Die Regierung rühmt sich darin ihrer Erfolge und behauptet, die Nationalisten seien dort, wo sie noch Einfluß hätten,„umzingelt“ und moralisch geschwächt,„da die Bevölkerung gegen sie Stellung nehme". Gleichzeitig behauptet die Regierung, daß sie nur die„strikte Wahrheit" über den Stand der militärischen Operationen verbreite, da sie„ihres Sieges sicher" sei. Die Presse veröffentlicht eine Liste der in den letzten vier Wochen ums Leben gekommenen nationalistischen Generale. Danach sind zwei durch Unfall getötet worden, drei auf Grund von Gerichtsurteilen hingerichtet worden, sechs im Kampf gefallen oder wurden nach Waffenstreckung erschossen. 18 Generale befinden sich zurzeit in marxistischer Gefangenschaft, davon allein zwölf in Madrid. Vor dem Sondergericht sind zurzeit 273 Verfahren anhängig. Madrider Zeitungen veröffentlichen täglich lange Listen über die Beschlagnahme von Privatbesitz. Das sogenannte staatliche Institut für Agrarreform hat zahlreiche Landhäuser sowie Grund und Boden im Umfange von vielen tausend Hektar enteignet. Das Außenministerium, das schon seit geraumer Zeit unter den bisherigen Beamten des diplomatischen Dienstes mit Entlassungen gewütet hat, soweit die Diplomaren nicht von sich aus der Madrider Regierung ihre Dienste aufgesagt haben, hat jetzt seine Aufmerksamkeit den Konsulatsbeamten zugewandt. Die neueste Liste der Entlassenen weist wieder 34 Namen auf. Der Chefredakteur der Moskauer „Prawda“ in Madrid eingetrossen ∆ Madrid, 21. August. Der Chefredakteur der Moskauer Zeitung „Prawda“ ist in Madrid eingetroffen. Er stattete noch am gleichen Tage dem Ministerpräsidenten Giral einen Besuch ab. Giral sprach dem Chefredakteur Koldzow gegenüber seine Genugtuung über die zahlreichen Freundschaftsbeweise von sowjetrussischer Seite aus. Koldzow hat vor seinem Eintreffen in Madrid Barcelona sowie den Frontabschnitt SaragossaHuesca besucht. Stapelplätze für Fliegerbomben angelegt worden, die die enge Verbindung zwischen der russischen und der tschechischen Fliegerwaffe garantieren sollen. Wie wir hören, wird der rote Fliegergeneral den interessierten französischen Kreisen über seine Tätigkeit in der Tschechoslowakei berichten und dann als Gast der französischen Luftarmee an den großen Manövern teilnehmen, die am 5. September beginnen. Der Führer an den König von Asohanistan X Berlin, 21. August. Der Führer und Reichskanzler hat dem König von Afghanistan telegrafische Glückwünsche anläßlich des afghanischen Unabhängigkeitsfestes übermittelt. Deutsche Kriegsschiffe ausgelaufen Ablösung der Seestreitkräfte in Spanien X Berlin, 21. August. Unter Führung des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte, Konteradmiral Böhm, auf Kreuzer„Nürnberg“ sind am 20. 8. aus Kiel und Wilhelmshaven zur Ablösung der bisher in Spanien befinolichen Seestreitkräfte ausgelaufen: Panzerschiff„Admiral Graf Spee“, die Kreuzer„Nürnberg" und„Leipzig", die 4. Torpedobootsflottille mit den Torpedobooten„Greif" und„Falke" und von der 3. Torpedobootsflottille die Torpedoboote„Jaguar" und„Wolf“. Paolino standrechtlich erschossen ∆ London, 21. August. Wie Reuter aus Madrid meldet, ist nach einer Meldung der Rundfunkstation Pontevidea der spanische Boxer Paolino Uzcudun in Madrid zusammen mit mehreren seiner nach Irun weiterbefördert worden. Während es sich bei diesen drei Ladungen um Munition handele, die aus einer spanischen Provinz über französisches Gebiet in eine andere spanische Provinz befördert worden sei, will das gleiche Blatt ebenso wie der„Jour“ von der Ankunft einer Munitionsladung aus Juvisy in Bayonne berichten können. Die drei Eisenbahnwagen seien für Hendaye bestimmt und enthielten vornehmlich Granaten. Sollten sich diese Nachrichten bestätigen, so würde es sich also hierbei um Munition französischer Her kunft handeln. In Hendaye, so schreibt die „Action Francaise" weiter, habe der spanische marxistische Abgeordnete Alvarez Rengulo sein Hauptquartier aufgeschlagen. Im Hotel Terminus sammele er französische und spanische Freiwillige und werbe sie für die spanische Volksfront an. Die„Petite Gironde" und der„Exprés du Midi“ erklären übereinstimmend, daß am vergangenen Sonnabend eine Abteilung spanischer Miliz in Uniform in Toulouse eingetroffen und von dort nach Bayonne und Hendaye weiterbefördert worden sei. Gauleiter Wagner kommt zum Bauerntag X Münster, 21. August. Immer näher rückt der Zeitpunkt des 3. westfälischen Landesbauerntages in Detmold, der vom 27. bis 29. August abgehalten werden soll. Aus allen Dörfern und Höfen des Westfalenlandes werden die Bauernführer zusammenströmen, um aus dem Munde berufener Kameraden und Kampfgenessen die Richtlinien der zukünftigen Arbeit entgegenzunehmen. Gauleiter Josef Wagner wird selbst zu seinen westfälischen Bauern kommen, um mit ihnen gemeinsame Stunden ernster Besinnung und guter Kameradschaft zu erleben. Auch Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Meyer und Reichsobmann Staatsrat Meinberg haben ihr Erscheinen zugesagt. Wahrscheinlich ist auch der Reichsführer SS Himmler, der selber Mitglied des westfälischen Landesbauernrates ist, zu erwarten. Detmold rüstet sich festlich, um die zahlreich zu erwartenden Besucher gastlich zu empfangen. Verantwortungsvolle Arbeit wird dem Landesbauerntag in Detmold ebenso wie den früheren Landesbauerntagen in Dortmund 1935 und in Heeßen 1934 die Prägung geben. 23„Hindenburg“ auf der Rückkehr ∆ Lakehurst, 21. August. Das Luftschiff„Hindenburg“ ist gestern Moskau präsentiert der Welt in diesen Tagen erneut mit zynischer Offenheit die astronomischen Zahlen der bolschewistischen Aufrüstung. Wenn die Weltpresse sich über diese Rüstungen auch nur halbwegs so aufregen würde wie über die Wiedergewinnung der Wehrhoheit Deutschlands, so würden die normalen Ausgaben der Blätter bei weitem nicht ausreichen, um das Ausmaß der gigantischen Rüstungen Sowjetrußlands zu erfassen. Mit aller Offenheit gaben die Sowjetmachthaber der Welt zu verstehen, daß die Rote Armee über die gewaltigste Luftslotte der Erde verfügt und die technischen und motorisierten Truppen von keinem anderen Lande erreicht werden. Jetzt haben die roten Machthaber noch durch eine neue Verordnung das Rekrutierungsalter auf 19 Jahre herabgesetzt und verkünden gleichzeitig mit Stolz, daß die Produktion an Flugzeugen im ersten Halbjahr 1936 die gesamte Jahresproduktion des Vorjahres um 72 Prozent überschreitet. Was diese Rüstungen für die Welt bedeuten, zeigt nichts deutlicher, als die Entwicklung in Spanien, in die Moskau rücksichtslos ohne jeden Skrupel eingreift, um die Weltrevolution vorwärtszutreiben. Es sollte heute kein Geheimnis mehr sein, daß die Rote Armee nicht geschaffen wurde, um der Sowjet=Union die jeder Macht erforderliche militärische Stütze zu geben und um die Grenzen des Landes zu schützen, sondern daß sie einzig und allein den Zweck hat, die proletarische Weltrevolution mit Waffengewalt vorwärtszutragen, wenn die Machthaber im Kreml den Augenblick für gekommen halten. Ebenso bewußt wie die Komintern zum propagandistischen Zersetzungsapparat ausgebaut wurde, läuft die Schulung der Roten Armee darauf hinaus, ein schlagkräftiges Instrument für die Ausbreitung der Weltrevolution mit Waffengewalt zu schaffen. In Moskau selbst wird dies mur zynischer Offenheit zugegeben. So schreibt Gusjew, ein Genosse, der höchste militärische Stellen bekleidet:„Wir bereiten eine Klassenarmee des Proletariats vor, keineswegs für die Verteidigung gegen die bürgerliche Konterrevolution, sondern für revolutionäre Kriege gegen imperialistische Staaten. Wir müssen mit dem Fall rechnen, einen revolutionären Krieg mit dem Ziel der schnellsten Entfesselung der Revolution im Westen zu beginnen und ein solcher Krieg wird von uns auch streng angriffsmäßigen Charakter zeigen.“ Wem dies noch nicht genügt, dem gibt Gusjew noch weitere Auskunft: „Was bedeutet die Beschleunigung der Revolution im Westen?“ fragt dieser Sowjet=Militär und gibt selbst Antwort, indem er schreibt: „Diese Beschleunigung kann sich konkret in mehreren Formen ausdrücken. Erstens darin, daß wir die in einem westlichen Lande beginnende Revolution durch Einsatz unserer bewaffneten Macht unterstützen, zweitens darin, daß wir eine marxistische Republik im Westen zwingen, gegen eine imperialistische Macht Krieg zu führen und wir dann in diesen Krieg entscheidend eingreifen. Der wahrscheinlichste Fall ist aber der, daß wir zum Zwecke der Revolution im Westen eine Offensive beginnen.“ Es bedarf angesichts solcher Worte, die heute von allen Machthabern Sowjetrußlands bei jeder Gelegenheit bereitwillig ausgesprochen werden,— mit Ausnahme des Herrn Litwinow in Genf— keiner langen Untersuchungen mehr, um die Angriffsabsichten der SowjetUnion zu ergründen und die Gefahr der Roten Armee für die Welt aufzuzeigen. Es gilt aber für die Staaten der Welt, sich heute endlich bewußt zu werden, daß das bolschewistische Landsleute standrechtlich erschossen worden.— um 7.53 Uhr(MEZ.) zur Rückkehr nach Frank= Rußland nicht nur mit aller Rücksichtslosigkeit Als Borer hat Paolino eine außerordontlich l kurt=Main aufgestiegen. Unter den Passa=I die Oemistara ie nin Masha Als Boxer erfolgreiche hat Paolino eine Laufbahn hinter außerordentlich sich. U. a. ist furt=Main aufgestiegen. Unter den Passagieren befindet sich auch der Kommandant der Paolino dreimal gegen Max Schmeling Marinestation Lakehurst Rosendahl. Das Luft onactroten Amoimal narlar Maslio, und I.. 1schtf Siher 99 W on angetreten. Zweimal verlor Paolino, und in einem Falle gelang es ihm, ein Unentschieden zu erzielen. Nationalistische Säuberungsaktion ∆ Badasoz, 21. August. Die in Badajoz verbliebene Standarte 4 der Fremdenlegion ist zur Zeit damit beschäftigt, die gesamte Provinz einer gründlichen Säuberung zu unterziehen und allenthalben die etwa noch vorhandenen marxistischen Widerstandsnester zu vernichten. Dabei ist es angesichts der entsetzlichen Greueltaten, wie Verbrennungen, Kreuzigungen und Martern aller Art, die in den unter Kommunistenherr= schaft stehenden Ortschaften an der Tagesordnung waren, nicht verwunderlich, daß teilweise recht umfangreiche Erschießungen von Kommunisten vorgenommen werden, um auf diese Weise das Uebel mit der Wurzel auszurotten. Der Eisenbahnverkehr zwischen Merida und Badajoz konnte wieder ausgenommen werden. in Bartelor7 „Sender der ankifaschistischen Miliz" A Hendaye, 21. August. Der Kurzwellensender in Barcelona, für den der bolschewistische Moskauer Sender bekanntlich das Redaktionspersonal gestellt hat, bezeichnet sich seit Mittwoch in aller Offenheit nunmehr als„Sender der antifaschistischen Miliz“ in Barcelona. Dieser in Barcelona arbeitende Kurzwellensender wurde von den Sowjetrussen mit seiner gesamten Technik für die spanischen Bolschewisten aufgebaut. Da ein international bekanntes Rufzeichen für diesen Sender nicht zur Verfügung stand, hat er großzügig die Bezeichnung eines afrikanischen Kurzwellensenders entliehen. schiff führt 23 junge Antilopen aus Wyoming an Bord, die für den Berliner Zoo bestimmt sind. die Komintern in die Vorbereitungsarbeit für den Ausbruch der Weltrevolution einsetzt, sondern daß Moskau planmäßig eine militärische Uebermacht aufbaut, um mit den Waffen die Welt der Ordnung und des Friedens aus den Angeln zu heben. Japan und die Sowjet=Rüstungen Moskau gegen eine neutrale Zone im Fernen Osten ∆ Tokio, 21. August. Der japanische Botschafter in Moskau hat der Agentur Do nei zufolge dem Ministerpräsidenten Hirotu einen ausführlichen Bericht über die allgemein: Lage der Sowjetunion erstattet. Der Botschafter glaubt von einer an geblich zunehmenden inneren und äußeren Konsolidierung der Sowjets sprechen zu kön nen, die durch den Fünfjahresplan und den An schluß Moskaus an Genf sowie durch die Verträge mit Frankreich und der Kleinen Entente und die Annäherung an England bedingt sei. Japan müsse dieser angeblichen Besserung Rechnung tragen. Da die Sowjetunion ihre militärische und wirtschaftliche Stellung im Fernen Osten, gestützt auf 300000 Mann, auf Befestigungen und Eisenbahnen und neue Industriezentren, verstärkt habe, habe sie den japanischen Vorschlag, eine neutrale Zone an der Ostgrenze von Mandschukuo zu schaffen und die Truppen zurückzuziehen, abgelehnt, aber den Gegenvorschlag auf Abschluß eines Nichtangriffspaktes aufrechterhalten. In politischen Kreisen und in der Presse wird darauf hingewiesen, daß angesichts der entschiedenen Ablehnung des Nichtangriffspaktes durch die Armee jeder Versuch Hirotas, eine Verständigungspolitik mit Moskau auf Kosten der militärischen Sicherheit Mandschukuos und Japans einzuleiten, den Bestand des Kabinetts gefährde. Solange die überlegenen sowjetrussischen Kräfte an der befestigten Mandschukuo=Grenze schwächeren japanischen Abwehrkräften gegenüberständen, sei ein Nichtangriffspakt miltärisch wertlos un sichere Moskau einen entscheidenden Vorsprung im Falle ernster Verwicklungen. Die Armee erwarte, entsprechend den Vereinbarungen zwischen Hierota und Kriegsminister Terauchi, die sofgrtige Beseitigung des ungleichen Rüstungsstandes nach dem von der Armee vorgelegten Plan. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich K. Pfafferott. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ewald Löbbert. Verantwortlich(auch jeweils für die Bilder): Für Politik Fritz Bormann, Leiter der gesamten Lokal- und Provinzteile: Ewald Löbbert, verantwortlich die jeweils am Ende der Ortsausgabe bezeichnelen Schriflleiter. Verantwortlich für Wirtschaft: Dr. Helmut Barth-York, für den Allgemeinen Teil Heinrich Elsenpeter. für Kunst und Unterhallung i. V. Günther Stöve, für Schriftlum und Heimatpolitik Günther Stöve, für WestfalenRheinland Hermann Thlen, für Sport Ernst Schulle. ur den Anzeigenteil Bernhard Stadle, Anzeigenleiter: Karl Kirschner, sämtlich in Dortmund. Berliner Schriftleitung: Hans Graf Reischach. Berlin. Chef vom Dienst: Heinrich Elsenpeter, Dortmund. porimune Verlag: Westialische Landeszeitung Gmbli., D.-A. Juli 1936: über 180000 von D.-A. D Bezirksausgabe Dortmund und Umgebung: 66 190: D.-A. B. Bezirksausgabe Bochum-Witten: 23 750; H Bezirksausgabe Hagen: 18 550: D.-A. A BezirksD.-A. ausgabe Sauerland(Arnsberg) 14 520; D.-A. G. Bezirksausgabe Herne-Wanne-Eickel-Cielsenkirchen-Recklinghausen: 900: D.-A. S Berirksausgabe Hiamm-Soest und die Börde: D.-A. R Reichsausgabe: 16 200: D.-A. L Bezirksausgabe Lüdenscheid: 11 750(z. Bt. Preisliste Nr. 5 gültig). 2. Blatt Jolge 227 Westsalische Landeszeitung* Rote Erde Freitag, den 21. August 1936 Triumph deutscher Seeleute Dampfer„Adrar“ aus den Dünen von Sylt befreit Hamburg, 20. August. Deutsche Seeleute und Ingenieure haben einen beispiellosen Erfolg errungen. Was allgemein für aussichtslos angesehen wurde, haben sie möglich gemacht. Nach zehnmonatiger harter Arbeit ist es ihnen gelungen, den auf der Insel Sylt gestrandeten französischen Dampfer„Adrar“ aus den Dünen der Insel zu befreien. Bei diesem Unternehmen galt es unerhörte Schwierigkeiten zu überwinden, und so steht die Leistung einzig dar in der Geschichte der Bergungstechnik. Vom Orkan auf den Sand geworfen Am 19. Oktober des vorigen Jahres raste ein orkanartiger Südweststurm über die NordFriesischen Inseln. Ungeheure Wassermassen türmten sich an der Westküste von Sylt. Der Wasserstand war so hoch, wie selten zuvor. Gegen 21 Uhr wurde von Westerland aus in fünf bis sechs Seemeilen Entfernung in südwestlicher Richtung ein großer Dampfer gesichtet, der langsam nach Norden abtrieb und offenbar von dem Sturm aus seinem Kurs gerissen wurde. Am 20. Oktober. 1 Uhr früh, kam er der Station Kampen in Sicht. Er befand sich jetzt schon in bedrohlicher Nähe der Küste und nur ein Wunder hätte seine Strandung verhüten können. Die Station der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in List, an der Nordspitze von Sylt, wurde sofort benachrichtigt und machte ein großes Rettungsboot klar. Gegen 2 Uhr trat dann auch die Katastrophe ein. Das Schiff, es handelte sich, wie man inzwischen festgestellt hatte, um den 6000 Tonnen großen französischen Dampfer„Adrar", trieb mit einer hohen Flutwelle auf die Dünen und blieb dort wie von eisernem Griff gepackt regungslos liegen. Das Rettungsboot von List eilte herbei, um die schiffbrüchige Besatzung überzunehmen, aber die Besatzung weigerte sich, das fast unbeschädigte Schiff zu verlassen Der Kapitän der„Adrar“ hoffte wohl, durch eine zweite große Flutwelle wieder freizu kommen. Der erste Versuch im letzten Augenblick mißglückt. Dennoch mußte selbstverständlich alles darangesetzt werden, das wertvolle Schiff, das sich hier auf dem Strande vielen Tausend Neugierigen in seiner ganzen imponierenden Größe zeigte, dem Meere zurückzugeben. Zu nächst aber mußte man sich gedulden, und einen weiteren schweren Herbststurm mit Hoch wasser abwarten, der dann auch im November einsetzte. Mehrere Schlepper waren alsbald zur Stelle. Armdicke Stahltrossen zogen und zerrten an der„Adrar". Die Schlepper stan den unter Volldampf. Schon begann sich das große Schiff zu bewegen. Schon wollte man in Jubelrufe ausbrechen, als plötzlich die Trossen mit lautem Knall rissen. Die„Adrar“ lag wieder so fest wie zuvor. Eine bittere Enttäuschung für alle Beteiligten. Unverdrossen wurden von neuem schwere Anker ausgeworfen und alle Vorarbeiten für einen zweiten Bergungsversuch getroffen, der unternommen werden sollte, sobald wieder Hochwasser herrschte. Man hoffte auf die gefürchteten Frühjahrsstürme. Monat um Monat verging. Die französischen Seeleute auf der„Adrar" und die deutschen Bergungs schlepper lagen stündlich in Bereitschaft, doch die schweren Frühjahrsstürme, die sonst dem Toller Vorfall in Portsmouth Zwei„Flieger“ wollten Flugzeug nach Spanien entführen ∆ London. 21. August. Geldgier und Abenteuerlust führten in den frühen Morgenstunden des Donnerstag auf dem Flugplatz von Portsmouth zu einem kaum glaublichen Zwischenfall. Verführt durch die Zeitungsberichte, daß die Agenten der kriegführenden Parteien im spanischen Bürgerkrieg jedem britischen Flugzeugführer, der in Spanien eine Maschine abliefere, einen Betrag von 2000 bis 3000 Mark auszahlen würden, erschienen zwei des Fliegens völlig unkundige Engländer im frühen Morgengrauen auf dem Flugplatz, setzten sich in eine startbereite Maschine und flogen davon. Allerdings war schon der Start mit einigen Hindernissen verbunden, denn das Flugzeug machte die wildesten Sprünge, ehe es sich vom Boden erhob. Zu allem Ueberfluß waren die beiden Sonntagsflieger entgegen den Bestimmungen mit dem Wind im Rücken gestartet, doch das Glück war auf ihrer Seite, und es gelang ihnen tatsächlich, die Maschine in die Höhe zu bringen. Ihr unabwendbares Schicksal ereilte sie jedoch in dem Augenblick, als sie als letztes Hindernis eine in der Nähe des Flugplatzes eingepflanzte Baumgruppe nehmen wollten. Das Fahrgestell des Flugzeuges streifte die Baumwipfel. In kurzem Steilflug fand die geplante Spanien= reise ihr vorzeitiges Ende und die Maschine ging zu Bruch. Die beiden Insassen, die, wäre ihnen das Glück nicht hold gewesen, in den nahen Flußlauf gestürzt und ertrunken wären, wurden in schwerverletztem Zustande in das Krankenhaus gebracht. Einer von ihnen hatte das Bewußtsein verloren, als er eingeliefert wurde. Bei der verunglückten Maschine handelt es sich um eine der fünf von Privatagenten in London angekauften Flugzeuge, die seit Montag in Portsmouth bereitstanden, um nach einem unbekannten Bestimmungsort abzufliegen. Die beiden„Pseudo=Flieger“ werden sich nach ihrer Wiedergenesung wegen eines vierfachen Vergehens vor Gericht zu verantworten haben. Zunächst wird die Beschuldigung erhoben, daß sie sich widerrechtlich ein fremdes Flugzeug angeeignet haben. Der zweite Anklagepunkt ist die Benutzung eines Flugzeuges, ohne im Besitz eines ordentlichen Flugzeugführerscheines zu sein. Drittens müssen sie sich wegen Beschädigung fremden Eigentums verantworten und viertens„last not least“ wegen Umgehung des wenige Stunden vorher von der britischen Regierung erlassenen Waffenausfuhrverbotes, das bekanntlich auch Verkehrsflugzeuge umfaßt. Seemann so verhaßt sind, diesmal aber so sehnsüchtig erwartet wurden, blieben in diesem Jahr aus. Man war also gezwungen, zu an deren Mitteln zu greifen, nachdem auch das deutsche Panzerschiff„Admiral Scheer“ wegen des niedrigen Wasserstandes vergeblich ver sucht hatte, an den gestrandeten Dampfer her anzukommen und ihm Hilfe zu bringen. Schwere Bagger wurden herangeschleppt und hoben in außerordentlich umständlicher Arbeit eine Art Kanal bis zur„Adrar“ aus Inzwischen war es Sommer geworden. Im mer noch diente die„Adrar“ den Badegästen von Sylt als Ausflugsziel. Als nun der Ber gungsversuch mit Hilfe des Kanals auch noch scheiterte, gab die französische Reederei die „Adrar“ verloren und beorderte ihre Besatzung zurück nach Frankreich. Dennoch geglückt! Die Hamburger Bugsier=Reederei und Ber gungsgesellschaft aber ließ den Mut nicht sin ken. Kapitän Meier, der mit der Leitung der Arbeiten betraut war und auf jahrelange Erfahrung zurückblicken kann, ging an Hand ganz neuartiger Pläne vor. Er ließ seine Schlepper ganz dicht an den Strand heranfahren und mit ihren kräftigen Schrauben den Sand auf wühlen. Gleichzeitig wurde noch einmal von Baggern eine Fahrrinne ausgehoben. Der erste große Erfolg blieb nicht aus. Es gelang den Bug der„Adrar“ seewärts zu wenden. Alles übrige war jetzt geschickten seemännischen Manövern überlassen, und hierin ist Kapitän Meier Spezialist. Zum letzten Male wurde die Fahrrinne freigebaggert, dann endlich konnten vier große Schlepper eingesetzt werden, die mit ihren Stahltrossen ständig kreuzten und dadurch die„Adrar“ langsam immer wieder von Steuerbord nach Backbord, von Backbord nach Steuerbord in Bewegung setzten. Ganz allmählich rutschte der große Dampfer auf dem Strand dem Meere entgegen. Er kam in die Fahrrinne und— war rei. Nach zehnmonatiger Gefangenschaft chwamm er jetzt wieder, dank der Tüchtigkeit deutscher Seeleute, in seinem Element. Alpen=Ueberauerung im Segelflugzeug X Berlin, 21. August. Im Rahmen von Versuchen, die das Deutche Forschungsinstitut für Segelflug Darmstadt in Verbindung mit Segelfluggruppen technischer Hochschulen zur Zeit zur Erforschung der Möglichkeiten einer Alpen=Ueberquerung von Prien am Chiemsee durchführt, gelangen am Mittwoch einige sehr beachtliche Flüge. Drei Flugzeuge flogen von Prien bis ins Zillerthal. Heini Dittmar erreichte unter leberquerung der 3600 Meter Hohen Tauern (Großglockner) Villa Bassa(Niederdorf) bei Toblach. Der Chef des Technischen Amtes im Reichsuftfahrtministerium, Oberst Udet, hat den deutschen Segelfliegern anläßlich ihrer erfolgeichen Alpenflüge telegraphisch folgenden Glückwunsch übermittelt:„Freue mich über die ersten Erfolge der deutschen Alpensegler. Zu der hervorragenden und mutigen Ueberquerung des Tauern=Massivs durch Heini Dittmar auf„Condor“, die nur durch äußersten Einsatz von Mann und Maschine erreicht werden konnte, herzlichen Glückwunsch. Weiterhin viel Erfolg zur selbstgestellten Aufgabe.“ Aufnahme: Scherl Die Ankunft des Maharadschas von Mysore in Berlin Der reichste Mann der Welt, der Maharadscha von Mysore, ist von London kommend in Berlin eingetroffen. Er wurde von Geheimrat Pilger vom Auswärtigen Amt auf dem Flughafen Tempelhof empfangen. * Indiens reichster Fürst Strenges Zermoniell um den Maharadscha von Mysore Berlin, 20. August. Soeben ist, von London kommend, der Maharadscha von Mysore, einer der reichsten Männer der Welt, in Berlin eingetroffen und hat im Hotel Adlon Wohnung genommen. Im Direktionszimmer des großen internationalen Hotels in der Berliner Prachtstraße Unter den Linden will das Telefon nicht mehr ur Ruhe kommen. Immer wieder muß verichert werden, daß auch noch für andere Gäste genügend Platz vorhanden sei, gewiß, die indische Exzellenz bewohne die vornehmsten Räume, sie habe den ganzen ersten Stock für sich und ihre Dienerschaft in Beschlag gelegt, aber deswegen sei man noch lange nicht ausverkauft.„Aufregung?“ entrüstet sich der Hoteloortier,„nein, die kennen wir nicht. Ich bin in diesem Hause alt und grau geworden, habe Fürsten und Könige begrüßt und vor Multimillionären und weltberühmten Erfindern meine Verbeugung gemacht. Auch ein inbischer Maharadscha kann mich nicht aus der Ruhe bringen!" Freilich, so wie dieser Herrscher aus dem großen indischen Staat, ist hier noch kein zweiter Fürst empfangen worden, und noch niemals hat ein Gast so große Ansprüche an die Hoteldirektoren gestellt, als dieser Mann vom heiligen Ganges, dessen Gesamtvermögen auf annähernd 8 Milliarden Mark geschätzt wird. Nicht weniger als 40 Zimmer wurden ür ihn reserviert, selbst ein großer Saal, der onst Industriellen oder Wissenschaftlern als Beratungszimmer dient, mußte vollständig ausgeräumt werden. Gewissenhaft überzeugte ich die Dienerschaft davon, daß kein Lederteil mehr in diesem Raume blieb. Denn alle Dinge, die an Fleisch erinnern, müssen von dem strenggläubigen Hindu ferngehalten werden, der der asketischen Kshatriya=Kaste angehört. In diesen Saal trugen nun vier Männer im hohen, reichbestickten Turban einen geheimnisvollen Koffer, der das Familienheiligtum des Maharadscha, ein mit Edelsteinen besetztes Götterbild, enthielt. Das Konferenzzimmer wurde so zum behelfsmäßigen Tempel, in dem der Fürst dreimal am Tage seinen religiösen Verpflichtungen obliegt. Ein anderes großes Zimmer wurde als Küche eingerichtet. Hier walten drei indische Köche ihres Amtes, die nur vegetarische Gerichte zubereiten, da dem Maharadscha von Mysore Eier, Fisch, Geflügel, Fette usw. strengstens untersagt sind. Zum Glück liegt die Küche des Hotels im Kellergeschoß, denn schon der geringste Dunst, der aus diesem Raume in die Zimmerflucht des Fürsten dringen würde, könnte zu einer Katastrophe führen. Da das heilige Gangeswasser, das er in einigen Tanks und Fässern nach Europa mitgebracht hatte, in London verdarb, muß sich der Maharadscha in Berlin mit Spreewasser begnügen, das allerdings seine Priester, die ihn begleiten, vorher gesegnet worden war. Selbst die Betten haben die Diener mit nach Berlin gebracht, die aus Schafwolle bestehen, während sie selbst auf Matratzen vor den Türen schlafen. Wie der engste Begleiter des Maharadscha, Ministerpräsident Sir Mirza Ismail, versicherte, habe man sich nur auf das notwendigste Gepäck beschränkt. Immerhin bestand dieses„Notwendigste" noch aus etwa 80 Koffern, sechs großen Kisten und einem Dutzend Säcke Reis. Auch einige Instrumente führt der Maharadscha mit, der ein begeisterter Musiker ist, und die Hoteldirektion hat ein übriges dazu getan, indem sie ihm einen herrlichen Flügel in sein Wohngemach stellte, auf dem er nun stundenlang indische Weisen spielt. Auf der Fahrt von London nach Berlin reiste der indische Fürst zum erstenmal in einem Flugzeug und war darüber so begeistert, daß er sofort eine Anzahl Flugzeuge deutscher Konstruktion als neueste Verkehrsmittel seines Landes bestellen ließ. = das geletzlich zulässig ist. biefer####VA die = Höchftmenge an Thbak. Aber nicht nur das! Die verarbeiteten macedonischen Tabake Und befonders ausgewählt und Rtammen: uus guren. Suten. Spitzen-Ernte 33 1 Ein bemerkenswertes Urteil Holländisches Gericht verbietet deutsch-jüdische Eheschließung (Eigene Meldung) Amsterdam, 21. August. Das Landgericht in Dordrecht fällte in diesen Tagen ein bemerkenswertes Urteil. Ein aus Deutschland emigrierter Jude hatte dar über Klage geführt, daß ihm vom Standesamt in Dordrecht die Eheschließung mit einer deutschen Staatsangehörigen arischen Blutes verweigert worden war. Riesenrüstungen der Tschechoslowakei Neue Flugplätze, Bahnen und Festungsbauten 7 Das Aussangbecken für die Rete Armee Tschechische„Manöverlehren“ Preßburg, 21. August. Seit einigen Tagen finden in der Slowakei tschechische Heeresmanöver statt, denen aus mehr als einem Grunde eine besondere BedeuDas Dordrechter tung beigemessen werden muß. Es ist nämlich Standesamt hatte den betreffenden Juden in korrekter Form darauf hingewiesen, daß nach den deutschen Gesetzen ihm die Eheschlie ßung mit einer Arierin verboten sei. Entspre chend den internationalen Vereinbarungen, die in eherechtlicher Beziehung zwischen Deutsch land und den Niederlanden bestehen, dürfe daher das holländische Standesamt die Ehe nicht schließen. In dem Beschwerdeverfahren, das der Jude nunmehr vor dem Landgericht in Dordrecht anstrengte, schloß sich der holländi sche Richter der Entscheidung des Standes=1#19gen murd amtes voll und ganz an. Die Klage wurde###ch96““, w##nen zurückgewiesen. In der Urteilsbegründung heißt es, daß nach dem Eherechtsvertrag mit Deutsch land nur religiöse Ehehindernisse für Holland unverbindlich seien. Im vorliegenden Falle liege jedoch kein religiöses, sondern ein rassi sches Ehehindernis vor. Der Fall ist deshalb besonders bemerkenswert nicht nur wegen seiner erfreulich korrekten Auslegung der in Frage kommenden internationalen Bestimmungen, sondern auch deshalb, weil hier zum ersten Male von einem holländischen Gericht der rassische Gesichtspunkt scharf von der religiösen Frage getrennt wird. Vittere Pillen für Salengro Scharfe Sprache des„Jour“ ∆ Paris, 21. August. Der Chefredakteur des„Jour", Léon Bailby, kommt am Donnerstag noch ein mal auf die Rede des französischen Innen ministers Salengro in Lille zurück und schreibt unter der Ueberschrift„Ein Maulkorb für Salengro, damit er schweigt" u. a. folgendes: „Sie haben vor kaum sechs Monaten eine militärische Niederlage der regulären italienischen Regierung gewünscht. Sie fordern jetzt die Bevölkerung Deutschlands und Oesterreichs auf, durch eine Revolution die regulären Regierungen von Berlin und Wien zu stürzen. Haben Sie geschworen, uns mit der ganzen Welt zu verfeinden und uns als einzigen Trost nur das Bündnis mit einem 3000 Kilometer entfernt gelegenen Sowjetrußland zu lassen, das uns lediglich sowjetisieren will, und glauben Sie, daß das, was in Madrid noch von einer Regierung übrigbleibt, fähig ist, uns wirksame Hilfe zu leisten, wenn jemals die autoritären Länder, die Sie beleidigen, sich entschließen sollten, einzugreifen? Sie behaupten, im Namen der Franzosen zu sprechen. Das ist falsch. Sie erklären sich als Mitglied einer Klassenregierung. Das Land hat Ihnen nicht das Recht gegeben, an allen Grenzen den Krieg zu entfachen. Durch Unvorsichtigkeiten wie die Ihrigen geht man aber dem dümmsten und wahnwitzigsten Krieg entgegen. Wenn Sie den Wert der Worte nicht kennen, schweigen Sie!“ ein offenes Geheimnis, daß an diesen mili tärischen Uebungen zahlreiche sowjetrussische Generalstabsoffiziere teilnehmen, die auf diese Weise genauesten Einblick in den gesamten tschechischen Militärapparat in der Slowakei gewinnen. Die rote Manöverpartei wird von dem tschechischen General Schipek eführt und die blaue Partei von General ukatschka. Die Entscheidungsschlacht dieser Manöver ist am Branisko vorgesehen, an derselben Stelle, an der während des Weltkrieges die Russen von ungarischen Truppen Der Verlauf der damaligen Kämpfe soll bei diesen jetzigen Truppenübungen wahrheitsgetreu kopiert werden. Bei diesen Manövern, die im Raume von Presow stattfinden, ist aber weiter von besonderer Bedeutung, daß hierbei (Von unserem K K.-Vertrater) zum ersten Male die vor zwei Wochen in Be trieb genommene neue Eisenbahnlinie zwischen Maraaretendorf und Rotenstein in ihrer strategischen Bedeutung ausgeprobt werden soll. Wie wir hierzu erfahren, haben die tsche chischen Generalstabsoffiziere in Uebereinstim mung mit den russischen Offizieren au Grund der Erfahrungen, die sie während der ersten Manövertage mit dieser Bahnstrecke und ihrer Verwendungsmöglichkeit gemacht hatten beantragt, daß sobald als möglich die ganze Strecke Kaschau—Oderberg zweigleisig aus gebaut werden soll. Außerdem soll eine Ver bindungslinie zwischen Obysovce und Kysag hergestellt werden. Weiter hat der tschechische Generalstab auf Grund der Manövererfahrungen der letzten Tage den Bau einer Verbindungsbahn zwischen Banska Bistrica und Diviatin gefordert. Außerdem die Errichtung einer neuen Eisenbahnverbindung zwischen Uzbeg und Slatemoravce. Mit dem Bau dieser beiden Eisenbahnlinien, sowie mit dem Ausbau der zweigleisigen Strecke Kaschau—Oderberg soll angesichts der großen strategischen Bedeu Neutralität in Theorie und Praxis Action frankaise“ beschuldigt Leon Blum fortgesetzter Reutralitätsverletzungen 8 Paris, 21. August. Die„Action francaise“ schreibt zu dem französischen Neutralitätsvorschlag, Minister präsident Blum verstoße nicht nur selbst täg lich gegen diesen Neutralitätsvorschlag, den er Europa anbiete, sondern er lasse es auch zu, daß seine Freunde von der spanischen Volks front von sich aus auf französischem Boden diese Neutralität ununterbrochen verletzen. Wenn Freiwillige nach Spanien reisten, um sich auf der Seite der einen oder anderen Partei anwerben zu lassen, so sei das Sache eines jeden einzelnen. Aber die Anwerbung von bezahlten Söldnern für den Bürgerkrieg durch den spanischen Botschafter in Paris, Alvaro de Albornoz, stelle eine schwere diplomatische Unkorrektheit dar. Mindestens zwolf französische Flieger seien bereits zu einem Monatsgehalt von 25(00 Franken von dem spanischen Botschafter und einem kommunistischen Literaten namens Malaux angeworben worden. Letzterer sei wegen Kunstdiebstahls in Indochina veructeilt gewesen. Ministerpräsident Blum habe sich nicht gescheut, den früheren spanischen Militäratta hé, der Ritter der Ehrenlegion sei, schmählich aus Frankreich auszuweisen, aber den neuen spanischen Botschafter in Paris zur Ordnung zu rufen, halte er nicht für notwendig. Für d#e Würde Frankreichs scheine er wenig Verständnis zu haben. Was sagl Sir Hoare dazu? &∆. London, 21. August. Die offene Unterstützung der spanischen Marxisten durch die englische Arbeiterpartei Rom mißtraut Paris Italienische Zweifel an der französischen Richteinmischungspolitik (Von unserem römischen Vertreter) Rom, 21. August. Die verschiedenen Ereignisse in den einzelnen Staaten, die zu einer Neutralitätserklärung gegenüber Spanien herangezogen werden sollen, haben in Rom eine starke Mißstimmung aufkommen lassen und zugleich für italienische politische Kreise den Beweis erbracht, daß die italienische Forderung auf universelle und absolute Neutralität einer ehrlich gemeinten und wirklich gehaltenen Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten am nächsten kommt. Diese Vorfälle sind weiter nichts als ein Ausschnitt aus den Schwierigkeiten, die der französische Neutralitätsvorschlag aufwirft, wenn in ihm die sogenannte moralische Nichtintervention nicht berücksichtigt wird. Die Sympathiekundgebung von 15000 Londonern auf dem Trafalgar=Square für die Madrider Linksregierung, die Angriffe des französischen Innenministers Salenaro, die Haltung des Vizepräsidenten der französischen Kammer, die Reise und Abmachungen des Herrn Jouhaux in Madrid, die Sammlung der französischen Marxisten für die roten spanischen Volksmilizen, die zwei Millionen Franken übersteigt, erregen in Italien den Verdacht, daß die französischen Neutralitätsvorschläge nur den Deckmantel abgeben sollen, hinter dem die französischen Marxisten und Moskau um so geschützter die Madrider Regierung unterstützen können. „Frankreich— Quelle der Unruhe" „Stampa“ gibt diese Ansicht mit den Worten wieder:„Der berüchtigte Jouhaux hat sich nach Barcelona begeben, um die Roten noch meyr zu dem barbarischen Bürgerkrieg aufzureizen. Wenn wir nicht irren, so ist dieser millionenschwere Demagoge einer der stärksten Drahtzieher der Regierung Blum. Ein neues Beisviel dafür, wie man in Frankreich die Nichteinmischungspolitik handhabt(!) als schlagkräftigstes Beispiel für die wahre Haltung der französischen Regierüng, führt die italienische Presse die Liller Rede des Innenministers Salengro an, zu der„Gazetta del popolo“ meint, daß Salengro selbst so wenig von dem Wert des französischen Neutralitätsvorschlages überzeugt sei, daß er sich augenblicklich in das politische Leben der anderen Länder einmischen mußte. Ohne diese Einzelheiten zu überschätzen, bleibt doch die Feststellung, daß Italien heute das Frankreich einer Volksfront=Regierung als eine Quelle der Unruhe betrachtet, bei dem man vor„Ueberraschungen à la Salengro“ nie sicher ist. Italienisch=britische Mißstimmung Für die Ruhe und Entspannung des Mittelmeeres noch bedeutsamer ist, daß sich im Zusammenhang mit den Erörterungen über Spanien eine neue italienisch=britische Mißstimmung am politischen Horizont anzeichnet. Diese gegenseitige Verstimmung, die seit Aufhebung der Sanktionen verblaßt schien, besteht in Wirklichkeit unter der politischen Oberfläche weiter und löst in Rom andauerndes Mißtrauen gegen London aus. Man kann sich in Rom des Eindrucks nicht erwehren, daß die englischen Sympathien auf seiten der Madrider Linksregierung liegen, und das weniger aus weltanschaulichen denn realpolitischen Gründen. Eine Zuschrift im„Daily Telegraph":„man muß befürchten, daß ein Erfolg General Francos Mussolinis Traum vom Mittelmeer als einem italienischen See der Verwirklichung näherbringt, da des Duces ehrgeizige Absichten völlig klar sind...“ bezweifelt die bekannten Erklärungen Mussolinis und scheint nach hiesiger Auffassung den italienischen Verdacht, daß England Abessinien noch längst nicht„verziehen“ hat, zu bestätigen. Zugleich wird man aber in London einsehen müssen, daß Abessinien der große Schlußpunkt unter die bisherige Mittelmeerpolitik ist, da Rom seit diesem Zeitpunkt sich in allen das Mittelmeer betreffenden Fragen immer weiter von der britischen politischen Linie entfernt. Das Wort der„Morning=Post“:„seit der abessinischen Angelegenheit pflegen britische politische Pressionen auf Rom nicht mehr viel Eindruck zu machen“, kennzeichnet jedenfalls die Emanzipierung der italienischen Mittelmeerpolitik. und die Gewerkschaftsbewegung wird immer deutlicher. Zunächst sprachen am Mittwochabend Führer der englischen Arbeiterbewegung, darunter der stellvertretende Führer der parlamentarischen Labour=Fraktion, Greenwood, und der Generalsekretär des Gewerk schaftskongresses, Sir Walter Citrine, beim Außenminister Eden vor und teilten ihm ihre Ansichten zur gegenwärtigen Lage in Spanien mit. Ueber den Ausgang der Unterredung wird amtlich nichts bekanntgegeben. Wie der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Herald“ hört, drückten die Labour=Vertreter ihr Bedauern darüber aus, daß eine Unterstützung der spanischen Regierung durch die von England und Frankreich und anderen Staaten befolgte Neutralitätspolitik verhindert werde(!). Außenminister Eden habe, wie anzunehmen sei, die Stellungnahme der britischen Regierung dahin gekennzeichnet, daß jede Anstrengung gemacht werden müsse, um das von Léon Blum vorgeschlagene Nichteinmischungsabkommen zustandezubringen. Der britische Gewerkschaftskongreß veröffentlichte am Mittwochabend eine Mitteilung über die von ihm ergriffenen Maßnahmen zur Unterstützung der panischen Marxisten. Daraus geht zunächst hervor, daß sich die englischen Gewerkschaften endgültig für eine Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg entschieden haben. Bisher seien 4000 Pfund Sterling für Arzneimittel für die Regierungsstreitkräfte entsandt worden. Ferner habe man zahlreiche Lieferungen von Nahrungsmitteln, Zigaretten und Tabak vorgenommen. Die englische Transportarbeitergewerkschaft hat einen Beitrag von 1000 Pfund Sterling für die spanischen Gewerkschaften geleistet und kündigt eine Geldsammlung in ihren Filialen an. Für ein arabisches Palästina Forderung des Königs Ghasi l. ∆ Jerusalem, 21. August. König Ghasi I. hatte dieser Tage zu einer Sondersitzung in Bagdad den irakischen Ministerpräsidenten, den Außenminister und den englischen Gesandten empfangen. Ghasi l. legte dem englischen Gesandten dringend nahe, in London wegen einer beschleunigten Lösung der Palästinafrage im arabischen Sinne vorstellig zu werden. Der irakische König wies darauf hin, daß eine derartige, beschleunigte Lösung im Interesse der Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zwischen den Arabern des Jraks und Englands notwendig sei. tung dieser Bahnlinien und im Hinblick auf außenpolitische Lage der Tschechoslowakei(! — so lautet die amtliche Begründung— schon im September begonnen werden. Außer dem Bau dieser Eisenbahnlinien wird vom tschechischen Kriegsministerium der Bau einer Reihe von militärischen Anlagen ganz besonders beschleunigt. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um umfangreiche Kaser nenbauten in den slowakischen Orten Iglo, Brezno und Korompa. Außerdem ist vor wenigen Tagen mit der Anlage zweier neuer Flugplätze begonnen worden. Der eine dieser beiden Flugplätze wird in Podiebrad gebaut und der zweite in Batisovce. Alle diese Maßnahmen zeigen, daß die Tschechoslowakei immer weiterrüstet und daß sie fortfährt, die Slowakei zu einem einzigen großen Festungswerr auszugestalten, das im Ernstfalle in erster Linie den bolsche wistischen Hilfstruppen dienen soll. Im Hinblick auf die fortgesetzten militärischen Rüstungen der Tschechoslowakei und auf die enge Zusammenarbeit zwischen Prag und Moskau veröffentlicht das Budapester Blatt „Magyarsag“, einen interessanten Bericht eines Schweizer französischen Blattes, das zu der Feststellung gelangt, daß die Tschechoslo wakei heute unzweifelhaft das Zentrum der bolschewistischen Spionage in Mitteleuropa sei. Fortgesetzt werden zwischen russischen und tschechischen Offizieren und Politikern über eine enge Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet verhandelt. Gleichzeitig nehme die Bolschewisierung der Tschechoslowakei ein beängstigendes Tempo an. Diese Politik der Tschechoslowakei erwachse aber letzten Endes nur aus Angst, die wiederum ihre Wurzeln in der Erkenntnis habe, daß die heutige Gestaltung des tschechoslowakischen Staates völlig verfehlt sei. General Rydz=Smigly berichtet Erwiderung des Besuchs Gamelins ∆ Warschau, 21. August. Der polnische Staatspräsident hat den Generalinspektor der Armee, General RydzSmigly zu einer Besprechung empfangen. Es heißt, daß General Rydz=Smigly den Staatspräsidenten über seine Unterredung mit Gamelin unterrichtet hat. Da die diesjährigen Herbstmanöver der französischen Armee am 6. September ihren Anfang nehmen, wird ich General Rydz=Smigly zu diesem Zeitpunkt nach Paris begeben, um gleichzeitig den Be such Gamelins zu erwidern. e Brüder Bosels verhaftet. In der Angelegenheit des jüdischen Finanzmannes Siegmund Bosel wurden in Wien die Brüder Bosels. Alfred und Robert, verhaftet. Robert Bosel war vor einiger Zeit bereits in Haft. Er war aber dann wieder entlassen worden. Oesterreich nimmt Nichteinmischungsvorschlag an. Wie von zuständiger Seite verlautet, hat der Staatssekretär für Aeußeres, Dr. Guido Schmidt, am Mittwoch beim französischen Gesandten in Wien vorgesprochen und ihm im Namen der österreichischen Regierung die Erklärung abgegeben, daß Oesterreich dem Neutralitätsabkommen bezüglich Spanien bedingungslos beitrete. Der königlich=schwedische Reichsmarschall gestorben. Der Reichsmarschall Dr. Oscar von Sydow ist am Mittwoch im Alter von 68 Jahren gestorben. Reist Beck nach Paris? Wie die Warschauer nationaldemokratische Presse im Zusammenhang mit der Mittwochkonferenz zwischen dem Staatspräsidenten und dem Außenminister Beck mitteilt, wird in maßgebenden Kreisen ein Besuch des Außenministers Beck in Paris erwogen. Außenminister Beck würde sich gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Armee, General Rydz=Smigly, Anfang September nach Paris begeben. Sowjetgenerale bei den französischen Herbstmanövern. Zu der Ankunft einer sowjetrussischen Militärabordnung in Paris berichten die Blätter ergänzend, daß es sich um General Yakir, Mitglied des Obersten Kriegsrates der Sowjetarmee, und Brigadegeneral Ratchinski handelt, die den französischen Herbstmanövern beiwohnen wollen. Die französisch=italienischen Besprechungen. Zu den französisch=italienischen Besprechungen über die Frage einer Nichteinmischungsverpflichtung gegenüber Spanien ist von zuständiger italienischer Seite am Donnerstagabend die amtliche Erklärung abgegeben worden, daß die Verhandlungen weitergehen und einem Abschluß nahe seien. Ein italienisches Dementi. Die auf eine ausländische Agentur zurückgehenden Meldungen, nach denen Italien im Hinblick auf die Ereignisse in Spanien eine vor der Entlassung stehende Jahresklasse weiter unter den Waffen halte, werden von maßgebender italienischer Seite als phantastisch bezeichnet und in aller Form in Abrede gestellt. Auflösung spanischer Ordensgesellschaften A Hendaye, 21. August. Aus Madrid wird der Erlaß einer Verfüung gemeldet, der zufolge sämtliche religiösen rdensgesellschaften in Spanien aufgelöst werden, die sich irgendwie der Begünstigung der Militärtruppe schuldig gemacht hätten. Diese Dekret dürfte insofern überholt sein, als in Wirklichkeit in dem noch der spanischen Linksregierung unterstehenden Gebiet schon seit Wochen alle Klöster geschlossen seien. Deutschlands Ernährung gesichert Getreideernte auf 23.26 Millionen Tonnen geschätzt (Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung) Berlin, 21. August. Erfahrungsgemäß pflegen die Ergebnisse der Ernteschätzungen immer gewisse Schwan ungen der errechneten Endziffern mit sich zu bringen. Absolut zuverlässige Zahlen sind schon aus dem einen Grunde unmöglich, weil der Ausfall der Ernte stets von den Witterungs verhältnissen abhängig ist. Die alljährlichen Erntevorschätzungen verfolgen auch nur den Zweck, einen ungefähren Ueberblick über die zu erwartenden Erträge zu gewinnen, um au Grund dieser Anhaltspunkte für die Zukunft disponieren zu können. Das unbeständige Wetter der letzten Wochen die vielen Regentage und vor allem die in einzelnen Gauen aufgetretenen Unwetter haben die Anfang Juli durchgeführten Ernte vorschätzungen teilweise herabgesetzt. Die zweite, jetzt abgeschlossene Erntevorschätzung hat jedoch das erfreuliche Ergebnis gezeitigt, daß die mancherorts befürchteten Ausfälle tatsächlich nicht in diesem Ausmaße festgestellt werden konnten. Der gegenüber der ersten Schätzung Aufnahme: Hollmann Reichsminister Dr. Frank begrüßte als Vertreter der Reichsregierung den Verband chinesischer Studenten in Europa, der seine diesjährige Tagung in Bad Saurow nbhält. Von links nach rechts: Der Präsident des Reichsprüfungsamtes in Nanking Tai-Chi-Tao, Reichsminister Dr. Frank. Dr. Tirs, der chinesische Botschafter in Berlin Dr. Cheng-Tien-Fong. Vorn Professor Dr. Schipper, Leiter der ChinaStudlengesellschaft. ermittelte Rückgang beläuft sich lediglich auf 570000 Tonnen, so daß die gesamte Getreideernte immer noch 23,26 Millionen Tonnen betragen dürfte. Selbstverständlich ist es möglich, daß auch diese Zahl noch korrigiert werden muß. Es ist dabei jedoch wahrscheinlich, daß bei besserer Witterung mit einer Erhöhung gerechnet werden kann. Die diesjährige Ernte wird aber nach dieser Aufstellung schon die vorjährigen Erträge um 1,2 Millionen Tonnen übertreffen. Im einzelnen hat die letzte Schätzung des Reichsnährstandes ergeben, daß in diesem Jahre etwa 12,88 Millionen Tonnen Brotgetreide zu erwarten sind, während das Menggetreide rund 1 Million Tonnen erreichen dürfte. An Gerste und Hafer wird mit 9,32 Millionen Tonnen gerechnet. Die Roggenernte, die im Vorjahr 7,39 Millionen Tonnen ergeben hatte, wird auf annähernd 8 Millionen Tonnen geschätzt. Der Rückgang bei Winterweizen, Sommerweizen, Sommergerste und Menggetreide ist gegenüber der Julischätzung nur geringfügig, während die neuen Ziftern von Wintergerste und Hafer sogar gestiegen sind. Die Gesamternte der Futtermittel, für die noch keine neuen Schätzungen vorliegen, dürfte allen Anzeichen nach gut ausfallen. Selbst in Anbetracht eines ungünstigen Erntewetters werden die diesjährigen Erträge noch erheblich höher sein als 1935, so daß die Ernährungslage des deutschen Volkes absolutgesichert ist. Deutschland und Südafrika A Pretoria, 21. August. Bei der Einweihung des neuen deutschen Hauses in Pretoria gab der südafrikanische Minister Grobler dem deutschen Gesandten Wiehl eine im April 1915 bei den Kämpfen in Südwestafrika in die Hände des Kapitäns Frylingk gelangte deutsche Fahne zurück. Die Fahne stammt aus Klippdamm. Kapitän Frylingk hatte sich auf den Hinweis des Ministers, daß die Fahne Deutschland gehöre, sofort zur Rückgabe bereit erklärt. Der deutsche Gesandte Wiehl übernahm die Fahne mit Worten des Dankes für die freundschaftliche Geste. Bei der Eröffnung des Neubaues gab der Gesandte in einer Ansprache der Hoffnung Ausdruck, daß das neue deutsche Haus der Erhaltung und weiteren Festigung der Freundschaft zwischen Deutschland und Südafrika dienen möge. Minister Grobler der sich in seiner Erwiderung zu der deutschen Abstammung einer Vorfahren bekannte, feierte den Anteil des Deutschtums am Aufbau Südafrikas und zab gleichfalls der Hoffnung Ausdruck, daß das neue deutsche Haus dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen beider Länder dienen werde. Westfälische Landeszeitung Rote Erde Radfahrer, hülef euch vor Schaden! Nach der Reichsstraßenverkehrsordnung ist Personen, die zum Führen von Fahrzeugen ungeeignet sind, die weitere Führung von Fahrzeugen zu unter sagen. Als ungeeignet gelten insbesondere solche Personen, die unter dem Einfluß geistiger Getränke stehen, oder die in grober Weise gegen die erlassenen Verkehrsvorschrften verstoßen. Das Verhalten vieler Radfahrer im Straßen verkehr zeigt, daß es ihnen nicht bekannt ist, daß diese Bestimmungen auch auf sie anzuwenden sind. Die allgemeine Verkehrssicherheit verlangt eine strenge Handhabung dieser Maßnahmen. Allen Per sonen, die als Radfahrer am Verkehr teilnehmen wollen, kann daher die genaueste Befolgung der er lassenen Verkehrsvorschriften nur empfohlen werden. Die Versagung der Führung von Fahrrädern hat viele nachteilige Folgen. In den Dortmunder Zeitungen vom 19. 8. 1936 sind die belehrbaren Radfahrer auf die von ihnen zu beachtenden Verkehrsregeln hingewiesen worden. Für die unbelehrbaren Radfahrer sollen hier die Folgen ihres verkehrswidrigen Verhaltens angekün digt werden: Beim 1. Verstoß gegen die Verkehrsregeln(8 25 der Reichsstraßenverkehrsordnung vom 28. 5. 1934) wird neben einer erheblichen Geldstrafe nicht unter 3.— RM. das Fahrrad für 48 Stunden; beim 2. Verstoß für eine Woche oder länger entzogen; beim 3. Verstoß wird dem Radfahrer dauernd die Berechtigung zum Radfahren untersagt wer den. Außerdem ist für die Aufbewahrung des Fahr rades eine tägliche Gebühr von 0,10 RM. bei Einlösung des Rades zu zahlen. Miimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Wem wurden auf dem Wochenmarkt in Dortmund 30 Mark gestohlen? Von der Kriminalpolizei wird eine Frau gesucht, der am Samstag, dem 25. Juli 1936, gegen 12 Uhr, auf dem Hansaplatz in Dortmund eine Geldbörse mit etwa 30 Mark gestohlen wurde. Die Bestohlene begab sich zu einem Polizeibeamten, der sie zum 1. Polizeirevier verwies. Diese Frau wird gebeten, sich umgehend beim 3. Kriminalkommissariat im Polizeipräsidium Dortmund, Zimmer 100, zu melden. Ferner wurde von der Kriminalpolizei eine schweinslederne Geldbörse mit Reißverschluß und einem Außenfach sichergestellt, die ebenfalls aus einem Taschendiebstahl herrührt, der in einer Stadt des Industriegebietes ausgeführt wurde. Es handelt sich um eine größere Geldbörse. Die Eigentümerin wird ebenfalls gebeten, sich bei obengenannter Dienststelle zu melden. Die Revision der Quittungskarten zur Invaliden= versicherung beginnt in den nächsten Tagen in Dortmund=Schüren. Allen Arbeitgebern wird empfohlen, etwa noch rückständige Beiträge sofort nachzuentrichten und der schriftlichen Aufforderung zur Vorlage der Quittungskarten, Aufrechnungsbescheinigungen und Lohnlisten im Sammeltermin pünktlich Folge zu leisten. Im Termin muß Auskunft und Nachweis über die Arbeits= und Lohnverhältnisse der Arbeitnehmer gegeben werden können. Sämtliche Marken müssen mit dem letzten Tag der Beitragswoche, dem Sonntag, entwertet werden. S-NE 1231 km Straßenlänge in Dortmund Nach Berlin hat Dortmund die größte Gesamtlänge aller Straßen 7 Nur 4,0 um Radfahrwege vorhanden Jolge 227 21. August 1936 Im Rahmen des großen Aufschwunges des deutschen Kraftfahrverkehrs spielen die Straßen und die Art ihrer Beschaffenheit eine bedeutsame Rolle. Die Stadt Dortmund liegt an mehreren wichtigen Durchfahrt= und Fernstraßen, die ihr den Charakter eines bedeutsamen Verkehrspunktes geben. Es ist deshalb eine der vornehmsten und dringendsten Aufgaben der Stadtverwaltung und des Siedlungsverbandes, das Fernstraßennetz der Stadt Dortmund so auszubauen, daß es allen gegenwärtigen und künftigen Verkehrsanforderungen genügt. Ueber die Fläche, Länge und Befestigung der Straßen und Wege gibt nun eine interessante Zusammenstellung im Statistischen Jahrbuch Deutscher Gemeinden für 1936 Aufschluß, die insbesondere erkennen läßt, inwieweit die Stadt Dortmund gegenüber anderen Großstädten noch hinsichtlich der Anlage von Radfahrwegen zurücksteht. Das Stadtgebiet umfaßt eine Fläche von 27148 Hektar. Davon sind 4954 Hektar mit Häusern bebaut. Die Länge der Straßen betrug am 2. April 1935: 1231,0 Kilometer. Im einzelnen ergibt sich, was die Fläche der Straßen und Wege im Stadtgebiet anbelangt, folgendes Bild: die Fläche der Straßen betrug Ende des vergangenen Jahres in Dortmund 60 042,7 Ar, die der Gehwege 29 543,7 Ar, die der Radfahrwege 46,6 Ar. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Zugang von 250,0 Ar bei den Straßen und 169,7 Ar bei den Gehwegen zu verzeichnen. Radfahrwege sind im vergangenen Jahre nicht hinzugekommen. Mit dieser Straßen= und Wegefläche steht Dortmund unter den Halbmillionenstädten verhältnismäßig günstig da. In außerordentlich ungünstigem Licht erscheint jedoch die Fläche der Radfahrwege. Während Dortmund nur 46,6 Ar an Radfahrwegen besitzt, umfassen die Radfahrwege in Hamburg beispielsweise 2453 Ar, in Köln 1560 Ar, in München 2648 Ar, in Leipzig 1736,3 Ar, in Breslau 2189,0 Ar und in Frankfurt=Main 1458,3 Ar. In allen diesen Städten, die demnach bedeutend mehr Flächen ihres Straßennetzes den Radfahrer zur Verfügung gestellt haben, sind im Vorjahre größere Wegeflächen für diesen Zweck hinzugekommen. Wenn man auch berücksichtigt, daß in Dortmund besondere Schwierigkeiten zur Anlage von Radfahrwegen vorhanden sind, so bleibt doch die Forderung bestehen, daß bei uns es noch manches in dieser Hinsicht zu tun gibt. Zu den bereits angegebenen Straßen= und Wegeflächen kommen in Dortmund noch 7858,8 Ar an sonstigen von der Stadt unterhaltenen Wegen und 4400,0 Ar an nicht stadtseitig unterhaltenen Straßen und Wege hinzu, so daß die Gesamtfläche der Sraßen und Wege in unserer Stadt 101 891,8 Ar bedeckt. Umgerechnet beträgt die Fläche somit 1018 Hektar. Sowohl die Kraftfahrer als auch die Straßenbauer interessiert die Beschaffenheit der Dortmunder Straßen. Die Gesamtstraßenfläche von 60 042,7 Ar setzt sich wie folgt zusammen: 10 821,6 Ar sind aus Steinpflaster hergestellt(davon 8182.0 Ar Großpflaster und 2639,8 Ar Kleinpflaster), 11 119,3 Ar sind mit Asphaltpflaster bedeckt und 37 598,0 Ar sind chaussierte Straßen. Sonstige Befestigungen haben 503,6 Ar. In der Städtegruppe über 500 000 Einwohner sind es nur Dortmund, Dresden und Essen, bei denen die chaussierten Straßen gegenüber den Steinpflasterstraßen überwiegen. Bemerkenswert ist jedoch, daß Dortmund nach Berlin die einzige Stadt ist, die mit einer Asphaltstraßenfläche von 11 119,3 Ar an der Spitze aller anderen Großstädte des Reiches liegt. Um nun noch das Bild unserer Straßenverhältnisse abzurunden, geben wir auch noch eine Uebersicht in Kilometer. Die Gesamtlänge unserer Straßen betrug Ende des vergangenen Jahres, wie angegeben, 1231,0 Kilometer. Davon waren 161,6 Kilometer mit Steinpflaster, 232,1 Kilometer mit Asphaltpflaster, 477,6 Kilometer mit Chaussierungen und 359,7 Kilometer mit sonstigen Befestigungen bedeckt. Die Länge der Radfahrwege innerhalb der geschlossenen Ortslage betrug in Dortmund nur 4,0 Kilometer. Außerhalb der geschlossenen Ortslage besitzt Dortmund keine Radfahrwege. Und hierbei ergibt sich nun die interessante Tatsache, daß die Stadt Dortmund mit einer Gesamtstraßenlänge von 1231,0 Kilometer wiederum nach der Reichshaupt stadt alle anderen Städte des Reiches über trifft. Nach Dortmund folgen Essen mit 1039,4 Kilometer Straßenlänge und Köln mit 1033,9 Kilometer Straßenlänge. Die Reichshauptstadt hat eine Straßenlänge von 4338,2 Kilometer. Die Länge der Ortsdurchfahrtstraßen im Zuge von Reichs= und Landstraßen erster und zweiter Ordnung be trägt innerhalb der geschlossenen Ortslage in Dortmund 22,0 Kilometer und außerhalb der geschlossenen Ortslage 101,0 Kilometer. Olumpiasieger schwimmen in Dortmund Die sapanischen Meisterschwimmer kommen Musite in Rur und Aoch-Sckaussielerin Wir stellen vor: Ellen Mahlke, die als Muntere und Naiv-Sentimentale an das Dortmunder Theater verpflichtet wurde Als Tochter eines Künstlers— Professor an der Hochschule für Musik, Berlin— erblickte ich in rauhen Kriegsjahren das Licht der Welt und man konnte wohl staunen, daß trotz Not und Elend der Zeit etwas so lachendes Gesundes=Rundes in den Tag lief. Der„Musik im Blut“ wurde im 5. Lebensahr bereits nachgegeben uno zwar in der Ballettschule der Mary Zimmermann, damals Ballettmeisterin des Deutschen Opernhauses, Berlin. Mit der um ein Jahr älteren Schwester stand ich bereits als Knirps auf den„Brettern“, und wenn nach dem dritten da capo unseres beliebtesten Tanzes„Marianka=Polka“ der Beifall noch nicht nachließ, stürzte ich in die Garderobe der geliebten Meisterin und schrie:„Meisterin— sie trampeln! Soll'n wir nochmal??—“ Aus der„Schule“ will ich nicht plaudern. Ich absolvierte das Lyzeum bis zum Reifezeugnis stets als eine der Ersten, trotzdem mir der Begriff„Schularbeiten“ von Anfang bis Schluß fremd blieb. Ertönte mittags die Glocke, flog mein Ranzen in die Ecke und ich — hinaus ins Freie, in Luft und Sonne, wo ich mit einer kleinen flotten Segeljolle die blaue Havel unsicher machte. Das war eine Jugend!— Und mit dieser Sonne im Herzen, mit diesem frischen Wind in den Gliedern— ging eines Tages die Fahrt hinaus ins Leben— ins Theater! Und zwar nach Zwickau i. Sa. In dieses Engagement schickte mich der„Bühnennachweis“ 17jährig, nachdem ich die Schauspielprüfung bestanden hatte. Ich war selig. — Es folgte ein Jahr in der„wunderschönen“ Stadt Detmold, wo ich mehr und mehr Gelegenheit hatte, große Rollen zu spielen(G. Hauptmann Festspiele:„Hanneles Himmel= fahrt" u. a.)— Dann ging's übers„Kleine Theater“, Kassel, an das Staatstheater Stuttgart, wo ich heute auf ein schönes arbeitsreiches Jahr zurückschauen kann.— Nun komme ich nach Dortmund und hoffe sehr, daß mir das Publikum geneigt ist, wenn ich zum ersten Male auf der Bühne dieser großen Stadt erscheine. Schon seit geraumer Zeit grüßen uns die bekannten Plakate aus der Schwimm bahn Volkspark:„Nacholympiade der Schwimmer in Dortmund am 23. August“. Es ist ein besonderes Ver dienst des Schwimmvereins„Westfalen“ (Dortmund) und der Fachschaft V, daß die Olympiaschwimmer auch in Dortmund an den Start gehen. Die Kämpfe finden in der Schwimmbahn Volkspark statt, so daß der Dortmunder Bevölkerung hinreichend Ge legenheit geboten ist, eine ganze Reihe der besten Schwimmer der Welt im Rennen zu sehen. Wie wir hören, wird auf der Sprung turmseite ebenfalls noch eine Tribüne errich tet. Im Mittelpunkt des Interesses stehen natürlich die Söhne Nippons, die japanischen Wunderknaben, die bereits alle Welt durch ihre fabelhaften Leistungen in Erstau nen setzten, und die sich mit unserer deutschen Spitzenklasse ganz große Rennen liefern wer den. Da sind die bekannten Krauler Ihsi harada, Tomino Miasaki, Noburo Uto, Masaharu Taauchi, die wie ein Motorboot durchs Wasser jagen, ferner der bekannte Brustschwimmer Reizo Koike, der Rückenschwimmer Yasuhiko Kojima und der Kunst= und Turmspringer Tsuneo Shibahara, der mit selten gesehener Kühnheit fast artistisch die schwierigsten Sachen meistert. Außer ihrem sportlichen Können werden die Japaner auch ihre so viel bestaunte Gymnastik zeigen. Selbstverständlich sind auch eine ganze Reihe der besten deutschen Schwimmer zur Stelle, die sich in Berlin hervorragend geschlagen haben. Wer kennt nicht die bekannten Krauler Heibel und Freese(Bremen), Birr(Berlin), die Westdeutschen Höhle und Haak, unseren Dortmunder Jochen Balke, der im Brustschwimmen gegen Koike antritt, die Rückenschwimmer Simon(Gladbeck) und Rundmund(Erkenschwick) und unseren deutschen Meister Weiß, der auch in Berlin ganz groß gesprungen ist! Auch der Wasserballsport kommt gebührend zu seinem Recht. Hollands Olympiamannschaft wurde neuerdings noch verpflichtet und spielt gegen beste westdeutsche Besetzung, sehr wahrscheinlich mit dem bekannten Duisburger Hannes Schneider, dem Löwen vor dem Tor in Berlin, und seinem Klubkameraden Klingenburg, einem Meister seines Fachs im Gehäuse. Selbstverständlich sind auch die Frauen dabei. Allen voran die Geschwister Lenk mit dem urdeutsch klingenden Namen, die in Berlin für Brasilien starteten. Maria ist bekanntlich die einzige Frau, die die 200 Meter Brust im Schmetterlingsstil schwimmt. Unsere bekannte Dortmunderin Waltraud Müller wird ihr ein großes Rennen liefern. Sieglinde Lenk schwimmt Rücken und befindet sich in der Gesellschaft der Westdeutschen Stolte(Düsseldorf) und Rupke(Ohligs), die beide in Berlin dabei waren. Hinzu kommen Atta Hei ling(Dortmund) und Kellermann und Pletsch(Hamm). Fräulein Köhler(Ham burg), die im Turmspringen die Bronzemedaille für Deutschland erringen konnte, wird mit Anneliese Bingel(Dortmund) ihre große Kunst aus höchsten Höhen zeigen. Das ist in kurzen Zügen das großartige Programm. Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 16 Uhr bei jedem Wetter. Es empfiehlt sich, sich rechtzeitig mit Karten zu versorgen, die beim Verkehrsverein und bei der Kampf bahnverwaltung zu haben sind. Die Dortmunder Schwimmsportgemeinde heißt ihre ausländischen Gäste recht herzlich willkommen. Dortmund-Berlin in 90 Minuten Die in diesem Jahre für Dortmund erstmalig eingeführte Flugzeug=Schnellverbindung nach Berlin erfreut sich einer guten Inanspruchnahme. Besonders gut benutzt war die Strecke während der Olympiade. Die ganze Woche war die Maschine bis auf den letzten Platz ausverkauft. Es ist erstaunlich, in welcher knappen Zeit— in einer Stunde und 30 Minuten— die Hauptstadt von Dortmund aus erreicht wird. Die mehrmotorigen Schnellflugzeuge sind aufs modernste ausgestattet und werden von erfahrenen Flugkapitänen geführt. Die Strecke wird auch den ganzen Winter durch beibehalten; auch die anderen von Dortmund ausgehenden Strecken nach Frankfurt, Nürnberg, München, Halle Leipzig, Dresden, Breslau, Köln, Paris, London werden bestehen bleiben. Anläßlich der Leipziger Messe, welche vom 30. August bis 3. September 1936 dauert, gewährt die Deutsche Lufthansa einen besonderen Rabatt von 40 Prozent bei gleichzeitiger Lösung des Hin= und Rückfluges. Platzbelegungen und Auskunft bei der Deutschen Lufthansa, Flugleitung Dortmund, Tel. 52 740, Verkehrsverein Dortmund e. V., Ecke Beten= und Nikolaistr., Tel. 206 01, und bei allen Hotels. Volks=Renntag in Wambel Billige Eintrittskarten am 6. September Der Dortmunder Rennverein wird nach zweimonatiger Pause seine schöne Rennbahn in Wambel am 6. September wieder öffnen und tritt gleich mit einem sehr guten Programm auf den Plan. An diesem Renntage kommt das Kartellrennen der Dreijährigen zum Austrag, zu dem eine größere Anzahl Pferde aus Berlin genannt worden ist. Des weiteren finden noch sechs andere Rennen statt, darunter zwei Hindernisrennen. Die Verbundenheit zwischen Rennsport und Bewegung wird bei dieser Veranstaltung besonders dadurch bekundet, daß die Reiterstandarte der SA=Gruppe Westfalen ebenfalls sich an diesem Rennen beteiligt. Sie wird ein Patrouillen=Springen vorführen und eine Jagd mit Auslauf reiten. Der Volksrenntag verspricht daher besonders interessant und anziehend zu werden. Die Eintrittspreise sind an diesem Tage außergewöhnlich niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich ist, dieses pferdesportliche Ereignis mitzuerleben. Eintrittskarten zum verbilligten Preise von 1 Mark für die l. Tribüne und 50 Pf. für die II. Tribüne sind zu haben bei den Betriebszellen=Obmännern der DAF, bei der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", bei allen Dienststellen der Gliederungen der Partei und im Vorverkauf bei der Deutschen Buchhandlnug, Dortmund, Hansastraße 20. Schönes Ferienerlebnis der Waisenkinder Die Schwesternschaft des Bürgerschützenvereins schenkte es ihnen Ein schönes Ferienerlebnis bereitete die Schwesternschaft des Dortmunder Bürger schützenvereins von 1388 den Dortmunder Waisenkindern, die sie in einer Zahl von über 300 Jungen und Mädchen zu einer Dampferfahrt auf dem Dortmund=Ems=Kanal nach Henrichenburg eingeladen hatte Bei schönstem Wetter wurde die Fahrt am Mittwochnachmittag gestartet. Drei bunt bewimpelte Boote lagen im Stadthafen bereit um die Kinder aus dem in Holzwickede unter gebrachten Städtischen Waisenhaus, aus dem Elisabeth=Waisenhaus, aus dem Katholischen Libori=Waisenhaus in Körne, aus dem Evan gelischen Synodal=Kinderheim in Hörde und aus dem Katholischen Waisenhaus in Eving aufzunehmen. Mit Jubel nahmen die Kinder von den chmucken Booten Besitz. Bald vermischte sich das Summen der Schiffsmotoren mit der Muik der Bordkapelle und dem Gesang der Kin der, die erwartungsfroh den kommenden Din gen entgegen sahen. Leicht glitten die Boote bestohlener Kraftwagen gefunden Zwei Mädchen werden als Zeugen gesucht Aufnahme: Seidt, Kassel Wir berichteten vor einigen Tagen über einen Personenkraftwagendiebstahl, der am 15. August an der Reinoldikirche ausgeführt wurde. Der Wagen wurde am 16. August in der Gerstenstraße aufgefunden. In dieser Angelegenheit werden von der Kriminalpolizei zwei junge Mädchen gesucht, die am 15. August 1936 gegen 22,25 Uhr in der Huckarder Straße dem Wagen entstiegen sind und zu Fuß weitergingen. Vermutlich wohnen diese beiden Mädchen in der Huckarder Straße. Das eine Mädel trug eine weiße Bluse und einen dunklen Rock, während das andere mit einem dunklen Kleid bekleidet war; beide waren ohne Kopfbedeckung. Diese beiden Mädchen werden ersucht, sich umgehend bei der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Dortmund, Zimmer 94. zu melden. Dortselbst über die werden auch sonstige Mitteilungen beiden Mädchen entgegengenommen. Kraftraddiebstahl. Ein Ewald B. aus der Davidisstraße hatte am 18. August 1936, gegen 22 Uhr, sein Kraftrad auf dem unbewachten Parkplatz in der 1. Kampstraße gegenüber dem Geschäft Schumacher abgestellt. Von dort wurde das Rad gestohlen. Es handelt sich um ein Rad der Marke „Triumpf“ mit dem polizeilichen Kennzeichen IX— 52187. Sachdienliche Mitteilungen über den Verbleib des Rades nimmt das 4. Kriminalkommissariat im Polizeipräsidium Dortmund, Zimmer 94, entgegen. Bettler festgenommen! Am 19. August 1936, gegen 18.20 Uhr, wurde ein Herbert H., der sich ohne feste Wohnung in Dortmund aufhielt, vorläufig festgenommen. Er wurde auf der Hohen Straße dabei betroffen, als er von Haus zu Haus bettelte. H. wurde in das Polizeigefängnis eingeliefert. aus dem Hafen heraus in die Fahrrinne des Kanals. Eine ganz neue Welt tat sich den Kindern auf, die sie mit vor Freude und Erregung blanken Augen aufmerksam beobachteten. Bei der Zeche„Fürst Hardenberg“ wurde noch einmal angelegt, um die Evinger Kinder an Bord zu nehmen, dann ging es ohne Unterbrechung dem Schiffshebewerk Henrichenburg entgegen, das nach fast zweistündiger Kanalfahrt erreicht wurde. Es dauerte nicht lange, da saßen die vielen Jungen und Mädchen in einer Gartenwirtöoplgen und 139 weitere Geldpreise sind zu gewinnen, wenn Sie sich mit dem FirmenPreisausschreiben in der WLZ. Rote Erde beschäftigen. Am Sonnabend. dem 22. August, hören Sie Genaueres. schaft an langen Tischreihen bei Kuchen und Milchkakao. Dann ging ein Bonbonsegen auf die Kinder hernieder. Später begann unter der Leitung der„Dortmunder Funken“ ein röhliches Spiel, das viele Stunden anhielt und die große Schar der Jungen und Mädchen mit Freude und Frohsinn erfüllte. Viel zu schnell vergingen den Kindern die chönen Stunden in der herrlichen Gartenanlage. Ob man wollte oder nicht, der hereinbrechende Abend mahnte zum Aufbruch. Bunte Lampions wurden angezündet, dann summten wieder die Schiffsmotoren ihr Liedchen und es ging durch das abendliche Dunkel wieder der Stadt zu. die Dortmunder Waisenkinder um ein schönes Ferienerlebnis reicher. Anläßlich des Hohensyburg=Dreieck=Rennens am onntag, dem 23. August, fahren die Kraftomnibusse der Linie E Von-chsten—Hohensyburg auch vormittags bis Hohensyburg und zwar: Ab Hörde 8.12, 9.12, 10.12, 11.12, 12.12, weiter nach dem bestehenden Fahrplan; av Hohensyburg 9.00, 10.00. 11.00, 12.00, 18.00, dann weiter nach dem bestehenden Fahrplan. Unterstützung kinderreicher Jamilien Verkehrsunfall auf dem westfalendamm 1120 Jamilien erhielten einmalige Kinderbeihilfen Seit der letzten Bekanntmachung im April 1936 sind bis zum 31. Juli dieses Jahres weitere 213 Anträge auf Gewährung einmaliger Kinderbeihilfen beim Städtischen Wohlfahrtsamt eingegangen. Durch diesen Zugang ist die Zahl der gestellten Anträge auf 3681 gestiegen, die sich auf die einzelnen kinderreichen Familien wie folgt verteilen: 5 Anträge der Familien mit 10 Kindern 18 72 148 431 1015 1870 122 * 9 8 7 6 5 4 3 als Ausnahmefälle. Von diesen Anträgen sind zunächst alle Fälle der Familien mit sechs und mehr Kindern unter 16 Jahren als vordringlich berücksichtigt worden. Hierauf wurden dann die Anträge der Familien mit fünf Kindern, soweit die Antragsteller kein größeres Einkommen als 200.— Mark monatlich bezogen, bearbeitet. Zur Zeit werden die Anträge der Familien mit vier Kindern geprüft, uno zwar zunächst die Fälle der erwerbslosen Antragsteller. Die Anträge werden in der Reihenfolge erledigt, wie sie beim Wohlfahrtsamt eingegangen sind. Es sind daher Eingaben wegen vorzeitiger Erledigung von Anträgen zwecklos. Nach der gesetzlichen Bestimmung kann für jedes nach der Gewährung von Kinderbeihilfen lebend geborene Kind, solange der Höchstbetrag von 1000 Mk. für die Familie nicht erreicht ist, jeweils eine weitere Kinderbeihilfe gezahlt werden. Entsprechende Anträge sind nach der Geburt von Kindern in 54 Fällen schon gestellt worden. 32 Anträge konnten bisher nach erneuter Prüfung der Verhältnisse an die Finanzämter abgegeben werden, von denen acht Fälle schon zur Auszahlung gekommen sind. Für diejenigen kinderreichen Familien, die einmalige Kinderbeihilfen noch nicht erhalten haben, wird darauf hingewiesen, daß sich die Gewährung der einmaligen Kinderbeihilfen nach Angabe des Reichsfinanzministers über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrekken wird. Es ist daher nicht damit zu rechnen, daß schon innerhalb eines Jahres alle kinderreichen Familien bei der Gewährung der einmaligen Kinderbeihilfen Berücksichtigung finden, zumal da die Reichsmittel auch für die laufenden Kinderbeihilfen verwendet werden. Wenn alle kinderreichen Familien später einmal bedacht worden sind, dann wird erst der Unterschiedsbetrag zwischen der bereits bewilligten Beihilfe und 100 Mk. je Kind gezahlt werden können. Vorläufig werden Anträge auf Nachbewilligung von einmaligen Kinderbeihilfen abgelehnt, weil hierfür noch keine Mittel zur Verfügung stehen. Fahrt in die Eisel ausverkauft Das Kreisamt„Kraft durch Freude" macht darauf aufmerksam, daß die nachste Eifelfahrt ausverkauft ist. Die Teilnehmer, die sich angemeldet, aber noch nicht bezahlr haben, wollen dieses sofort nachholen, andernfalls über die Plätze anderweitig verfügt werden muß. Fahrt ins Erzgebirge fällt aus Diese Fahrt muß leider technischer Schwierigkeiten wegen ausfallen. Wer sich bereits angemeldet hatte, wird die Teilnahme an einer der Fahrten in die Lüneburger Heide empfohlen. Der Preis beträgt 15.40 Mark. Zur Rundfunk=Ausstellung nach Berlin Es wird darauf hingewiesen, daß von den beiden geplanten Fahrten zur Rundfunk=Ausstellung nach Berlin nur die in der Zeit vom 26. bis 80. August durchgeführt wird. An= bzw. Ummeldungen wollen sofort vorgenommen werden. Der Fahrpreis beträgt einschließlich Uebernachtung, Verpflegung und Eintrittskarten 23.50 Mk. Während dieser Zeit wird im übrigen in den Zentralpunkten Berlins der Olympia=Schmuck noch zu sehen sein. Das Reichssportfeld mit allen seinen Anlagen ist zur Besichtigung freigegeben, so daß also jeder Teilnehmer dieser Fahrt noch etwas von dem großen OlympiaErlebnis mit nach Hause nehmen kann. Das Sommernachtsfest verlegt Die große Zahl der bereits eingegangenen Anmeldungen für die Blaufahrt mit anschließendem Sommernachtsfest am 29. August hat das Kreisamt veranlaßt, für ein ausgewähltes Programm Sorge zu tragen. Wegen der notwendigen Vorbereitungen muß die Fahrt um acht Tage verlegt werden und steigt nunmehr am 5. September. Wer will noch mitmachen? Anmeldungen müssen sofort erfolgen. Ein tödlicher Verkehrsunfall Zweierlei Beurteilung durch den Staatsanwalt und das Gericht Von Oktober 1935 bis Ende Juli 1936 sind insgesamt 2204 Anträge in Bearbeitung genommen worden. Rund 1480 Anträge warten demnach noch auf Erledigung. Von den bearbeiteten Anträgen konnten 292 Fälle an die Dortmunder Finanzämter nicht weitergegeben werden, weil die gesetzlich vorgeschriebenen 5 Voraussetzungen für die Gewährung einmaliger Kinderbeihilfen nicht erfüllt wurden. Die Anträge mußten hauptsächlich deswegen abgelehnt werden, weil die Familien weniger als 4 Kinder unter 16 Jahren umfaßten(94 Fälle), weil sie vom Städt. Gesundheitsamt als erbkrank bezeichnet wurden(85 Fälle), und weil Vorleben und Leumund der Eltern auf Grund der angestellten Ermittlungen nicht einwandfrei waren(84 Fälle). Nach Abschluß der umfangreichen Prüfungsarbeiten wurden bis jetzt 1309 Anträge den Finanzämtern zur Auszahlung der Kinderbeihilfen übersandt. Hiervon sind bis Ende des vorigen Monats in 1120 Fällen Kinderbeihilfen im Gesamtbetrage von 381 740 RM. bewilligt worden, was fast ½ der bisher gestellten Anträge entspricht. Von dieser Gesamtsumme entfallen auf die Zeit vom 1. 4.—31. 7. 36 allein 476 Fälle mit dem Beihilfenbetrage von 148 680 RM. Jede der 1120 Familien hat demnach durchschnittlich einmalige Kinderbeihilfen in Höhe von 340 Mark erhalten. Durch die bis jetzt bewilligten Kinderbeihilfen wurden 5590 Kinder in Dortmund erfaßt, denen bessere Lebensbedingungen geschaffen werden konnten. Ferner ist zu beachten, daß die Beihilfen dem Dortmunder Handel und Handwerk durch den Kauf von Möbel, Hausgerät und Wäsche zugeflossen sind. Bekanntlich werden zunächst nur 50 bis 70 RM. je Kind als Beihilfe gewährt, jedoch können für Siedlungsanwärter, die einen Eignungsschein besitzen und denen demnächst eine Kleinsiedler= stelle zugewiesen wird, Beihilfen bis zu 100 RM. je Kind schon jetzt bewilligt werden. Unter der schweren Anklage der fahrlässigen Tötung standen ein Heinrich K. aus Herford und ein Walter T. aus Gelsenkirchen vor dem Dortmunder Schöffengericht. An einem Sonntagvormittag im Juli d. J. hatte K., von Soest kommend, mit einem Kraftwagen die KölnBerliner Straße befahren. Etwa 25 Meter vor der Kreuzung Aplerbecker Straße sah er plötzlich rechts in der Aplerbecker Straße etwas aufblitzen. Dieses Etwas war das Motorrad mit Seitenwagen des T. Auf dem Soziussitz aß der Händler Emil Dembeck aus Gelsenkirchen und in dem Seitenwagen dessen Frau. Noch vor der Kreuzung hielt das Motorrad. K. will nun angenommen haben, daß der Fahrer auf sein Vorfahrtsrecht verzichten wollte und gab Gas, um über die Kreuzung zu kommen. Das tat aber im gleichen Augenblick auch der Motorradfahrer. Das Rad wurde von der linken Kante der Stoßstange erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Händler D. wurde durch die Gewalt des Zusammenpralls von dem Soziussitz geworfen und gegen einen Bordstein geschleudert. Er blieb besinnungslos mit einem Schädelbruch liegen und verstarb am anderen Tage. Während der Staatsanwalt den Angeklagten K. für unschuldig an diesem tragichen Vorfall hielt und Freispruch beantragte, den Angeklagten T. aber, weil aus seinem eigenartigen Verhalten ein Verzicht auf das Vorfahrtsrecht hätte gefordert werden müssen, als den Verantwortlichen für den Tod des Händlers D. erachtete und gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung auf zwei Monate Gefängnis plädierte, kam das Gericht zu einer umgekehrten Beurteilung des Falles. Es verurteilte K. wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monate Gefängnis und sprach T. von der Anklage frei. Zur Urteilsbegründung hieß es, daß nach der Ansicht des Gerichtes K. die Schuld an dem Unfall trage. Selbst wenn er einen Verzicht auf das Vorfahrtsrecht vermutet hätte, wäre es seine Pflicht gewesen, die Augen aufzuhalten und darauf zu achten, ob der Motorradfahrer nicht doch noch vorbei wollte. Unbekannte Leiche aufgefunden Wer kann Angaben machen? In den frühen Morgenstunden des 20. August 1936 wurde auf dem Bahnkörper des Eisenbahnüberganges„Am Segen“ in Dortmund=Brünninghausen eine zerstückelte männliche Leiche aufgefunden. Ob Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, konnte bisher nicht festgestellt werden. Der Tote trug keinerlei Papiere bei sich, so daß die Persönlichkeit bisher nicht feststeht. Es handelt sich um einen etwa 32= bis 35jährigen Mann, der 1,65 bis 1,70 Meter groß ist; bekleidet ist er mit grauer Knickerbockerhose(Fischgrätmuster), graugestreiftem Rock, blauweiß kariertem Oberhemd und schwarzen Halbschuhen. Der Tote trug eine Schneiderschere bei sich, so daß es sich vermutlich um einen Schneider handelt. Wer kann Angaben über den Toten machen? Sachdienliche Mitteilungen erbittet das 5. Kriminalkommissariat im Polizeipräsidium Dortmund, Zimmer 129, oder jede nächste Polizeidienststelle. „Die Geisha“ mit Hatsue Huasa Aus den sücklichen Vororten Hörde Zehn Jahre Kleingärtnerverein Hörde. Auf ein zehnjähriges Bestehen kann der Kleingärtnerverein Hörde zurückblicken. Im Jahre 1926 erging an die Hörder Bevölkerung die Einladung zur Gründung eines Kleingärtnervereins. Nur dem zähen Willen der Beauftragten ist es zu verdanken, daß einige Jahre später eine mustergültige Kleingartenanlage, und zwar im südlichen Stadtteil von D.=Hörde in der Nähe der HerzJesu=Kirche, geschaffen wurde. Schon im Jahre 1929 wurde der größte Teil der Anlage, in denen sich fast hundert Gärten befinden, fertiggestellt. Wo einst Acker, Oedland und Sumpfwiese waren, erstanden bald schmucke, einladende Gärtchen, die der Erholung und Gesundung der Gartenfreunde dienen. Sämtliche Gartenhäuschen wurden im gleichen Baustil angefertigt, so daß die Einheitlichkeit gewahrt ist. An der Nordseite der mustergültigen Anlage befindet sich ein großer Kinderspielplatz. Auf diesem und in den Hauptwegen hat man Ruhebänke aufgestellt. Wie notwendig die Kleingartenanlage für Hörde war, beweist so recht die täglich hohe Besucherzahl in einer der schönsten Erholungsstätten Dortmunds. Kirchhörde Immer weiter in der Erzeugungsschlacht! Der Obst= und Gemüsebauverein Dortmund=Kirchhörde, Ortsgruppe des Obst= und Gemüsebauverbandes für Westfalen und Lippe e. V. hielt seine Augustversammlung im Lokale seines Mitgliedes Wichmann auf der Margarethenhöhe ab. Nach der Begrüßung des Redners und der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder fanden die Neuaufnahmen statt. Der Vereinsführer gab vor Eintritt in die Tagesordnung bekannt, daß der bisherige stellvertretende Vereinsführer Wilhelm Humme wegen anderweitiger großer Verpflichtungen von seinem Amt zurückgetreten sei. An seine Stelle ist das Vorstandsmitglied Heinz Kohring berufen. Weiter sind die Mitglieder Wilhelm Ramm und Karl Schübbe in den Vorstand berufen. Dann wurde Dr. Maas von der landwirtschaftlichen Auskunftsstelle des deutschen Kalisyndikats in Münster i. W. das Wort zu seinem Filmvortrag„Aus dem deutschen Gemüsebau“ erteilt. Durch die ansprechende Wiedergabe von Städte= und Landschaftsbildern wurden die Versammelten zunächst in die hauptsächlichsten Gemüseanbaugebiet: des Deutschen Reiches eingeführt. Der Film gab weiter Aufschluß über die richtige und Erfolg versprechende Bodenbearbeitung. Es folgte dann in feiner sinngemäßer Abstimmung die Vorführung der Art der Verpackung der feinsten Gemüsesorten, die Bearbeitung der Früchte in den großen Konservenfabriken und endlich die Lagerung der zum Frischverkauf für den Winter bestimmten Gemüse. Hierbei war es interessant, im Film auch die älteste deutsche Weiß= und Rotkohlpflanzung eines größeren Bauern aus dem nahe gelegenen Strickherdicke mit den mustergültigen Vorrichtungen für die Winterlagerung(Frischverkauf) zu Gesicht zu bekommen. Abschließend zeigte der Film den Versammelten noch das Leben und Treiben an den großen deutschen Gemüsebörsen. In seinem Schlußwort betonte Dr. Maas, daß der Zweck seines Vortrages erfüllt sei, wenn das im Film Gesehene wesentlich mit dazu beitrage, der Erzeugungsschlacht zum vollen Erfolg zu verhelfen. Wellinghofen 90 Jahre MGV. Wellinghofen 1846. Die Interessengemeinschaft der Männergesangvereine von Wellinghofen und Umgebung, der die Männergesangvereine von Wellinghofen, Benninghofen und Höchsten=Sommerberg, sowie der MGV „Glocke Brücherhof“ und der MGV.„Rote Erde" Berghofermark angehören, veranstaltet am ersten Septembersonntag aus Anlaß des 90jährigen Bestehens des MGV. Wellinghofen 1846 ein großes Herbstkonzert in den Anlagen des Heidekrugs Wellinghoferheide. Die eigentliche Jubelfeier des MGV. Wellinghofen steht im Mittelpunkt. Privataufnahme Ilatsue Yuasa, die japanische Sängerin Sölde SA=Konzert in Sölde. Samstag abend hörte man in den Straßen des Bauerndorfes Sölde schneidige Marschmusik und den Gesang der braunen Soldaten des Führers. Aus Aplerbeck und Schüren rückten in geschlossener Formation SA=Trupps des Sturmes 9/98 heran, um an dem großen Konzert im Lokal„Zur Mühle" teilzunehmen. Nachdem die Standartenkapelle mit einigen Märschen aufwartete, hielt Sturmführer Erich Nolte eine Ansprache. Bald entwickelte sich fröhliches Leben und Treiben. Die Sölder SA=Männer hatten genügend Vorbereitungen getroffen, den Gästen fröhliche Stunden zu bereiten. Heute, Freitag nachmittag und abend ist die Erstaufführung der großen Ausstattungsoperette „Die Geisha“ in 3 Akten, Musik von Sidney Jones. Für die Titelrolle ist es dem OlympiaTheater gelungen, die Original japanische Sängerin Hatsue Yuasa zu verpflichten, welche die Partie der Geisha in fast allen Großstädten Deutschlands gesungen hat. Des weiteren sind beschäftigt, die von früheren Gastspielen noch in Dortmund bekannte Luise Stösel, Elli Krohn, Lena Schumm, Erika Lenbach, sowie die Herren Badewitz, Bleeck, Bloß, Enger, Karbus. Die Spielleitung hat wieder Hans Baars, die musikalische Leitung Werner Gatzmann, die Tanzgruppe Carl Theo Steinbach. Die folgenden Tage wird die Operette„Die Geisha“ in der Premierenbesetzung täglich wiederholt. Kraftfahrer, seht euch dieses Trümmerfeld an! Aufnahme: Dünhof Gestern nacht ereignete sich auf dem Westfalendamm ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein Fernzugfahrer hatte seinen schweren Lastzug auf dem Westfalendamm unterhalb des Hauptfriedhofes stehen lassen, die Lichter abgeblendet, um einige Stunden zu schlafen. Das Wetter war diesig. Es regnete leicht und das rote Rücklicht mochte der Fahrer eines von Essen nach Berlin fahrenden Lastzuges übersehen haben. Plötzlich tauchte dann nur wenige Meter vor seinem in voller Fahrt befindlichen Wagen ein kleines rotes Licht auf, er versuchte noch zu stoppen, aber zu spät. Mit unverminderter Geschwindigkeit raste der Wagen mit Anhänger dem parkenden Wagen in die Flanke. Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurde der Führersitz vollkommen eingedrückt, der Ueberbau des Wagens zertrümmert und seitlich abgedrückt. Obwohl vom Führersitz auch nichts mehr heil geblieben ist, das Steuerrad in mehreren Stücken umherlag und der Beifahrer des Lastzuges unsanft im Schlaf aus der Kabine geworfen wurde, hat keiner etwas abbekommen. Führerschein gestohlen. Aus einem Personenkraftwagen, der am Sonntag, dem 16. August 1936, vor dem Hause Kronenburgallee 10 stand, wurde ein Führerschein gestohlen. Derselbe ist ausgestellt auf den Namen Heinz Schubert, geboren 24. 1. 1911. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. Kind verliert bei einem Verkehrsunfall einen Arm Am 19. August 1936 gegen 12 Uhr ereignete sich auf der Bockenfelder Straße ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Alfred H. aus Herne befuhr mit einem Lastkraftwagen die Bockenfelder Straße in westlicher Richtung. In Höhe des Hauses Nr. 106 überholte H. einen parkenden Lastkraftwagen. In diesem Augenblick lief der fünfjährige Theodor Th. aus dem Finkenweg hinter dem parkenden Kraftwagen hervor, um die Straße zu überqueren. Der Junge lief direkt gegen den Kraftwagen des H., wurde vom Kotflügel erfaßt uno zu Boden geschleudert. Er wurde in das Krankenhaus in Dortmund=Kirchlinde geschafft, wo ihm sofort der linke Arm amputiert wurde. Der Kraftwagenführer trägt keine Schuld, da er den Jungen infolge des parkenden Kraftwagens nicht sehen konnte. Der Wildbestand unserer wälder wildernde Katzen, Eichelhäher und Eistern eine Gefahr Dortmund mit seinen gewaltigen Eisenwerken und Hochöfen, modernen Zechen und Industrien aller Art, kann stolz darauf sein, außerhalb des Großstadtbetriebes über weite Wälder und Felder zu verfügen. Wer seine Schritte nach Süden lenkt, durch den Kaiserhain wandert, den Romberg'schen Park rührt und weiter durch das Olpketal den Höhen der Hohensyburg zustrebt, der vergißt inmitten dieser rauschenden Wälder die nahe Großstadt, die nur wenige Kilometer hinter ihm liegt. Doch nicht allein mit dem Vorhandensein der Wälder ist es getan, wenn man draußen in Gottes freier Natur Stunden der Ausspannung und Erbauung sucht, sondern sie müssen belebt sein vom heimischen Wild und dem Gesang munterer Vögel. Noch tage= und wochenlang erzählten die Kinder das Erlebnis, als sie kürzlich mit ihren Eltern durch die Waldungen streiften und plötzlich aus dem Dickicht zwei Rehe traten, die Menschen verdutzt anschauten und dann mit graziösen Sprüngen davoneilten. Solche Erlebnisse haften und verbinden den Menschen mit der Natur. Wie ist es denn nun mit unseren heimischen Waldungen? Kann der Tierbestand als ein guter angesehen werden,und finden die Tiere hier die notwendigen Lebensbedingungen? Der Beobachter, der täglich die Waldungen durchstreift, kann hier am besten urteilen. Die Lage der südlichen Waldungen mit ihrem dichten Unterholz bedingt eigentlich einen guten Wildbestard. Dieses hatte bei uns auch zur Folge, daß Rehe in den letzten Jahren überwechselten und sich verhältnismäßig gut vermehrten. Auch in diesem Jahre ist das Resultat nicht das schlechteste. Selbst eine Ricke mit drei Kitzen wurde wiederholt gesehen. Da in diesem Frühjahr Spaziergänger wiederholt Rehkitzen fanden und auch wohl aus Unwissenheit anfaßten, besteht aber die Möglichkeit, daß unter den drei Jungtieren ein Mitläufer ist. Die Spaziergänger wundern sich zwar, daß sie nicht auf jeder Wanderung mehrere Rehe zu Gesicht bekommen. Dies hat seinen Grund in der Unruhe des Waldes durch die Bevölkerung und vor allen Dingen in der Disziplinlosigkeit der Fußgänger, die meinen, immer von den Wegen abweichen und in die Anpflanzungen eindringen zu müssen, wodurch das Rehwild gestört wird. Die Einfriedigung größerer Flächen mit Stacheldraht war notwendig und hat auch Erfolge gezeitigt. Anderseits liegt aber auch der Grund des seltenen Austretens des scheuen Rehwildes darin, daß innerhalb der Anpflanzungen sie genügend Aesung finden können. Trotz des schweren Unwetters im April d. J., wo sicherlich doch mancher Junghase umgekommen ist, hat hier der Bestand weniger gelitten. Schlimmer steht es bei den Rebhühnern. Während noch im Vorjahre mehrere Ketten beheimatet waren, sind sie heute spurlos verschwunden. Nicht zuletzt ist dieser Umstand in dem Ueberhandnehmen der wildernden Katzen und Hunde zu suchen. Wohl genährt streifen sie durch Felder und Wälder und vernichten alles, was ihnen eben in den Weg kommt. Daß ganz besonders Rebhühner und Fasanen zu leiden haben, ist verständlich. Aber die Menschen, unvernünftige Spazierganger oder wohl auch solche, die darüber ausgehen, richten alljährlich in unseren Waldungen unter dem Wildbestand großen Schaden an. So konnte in diesem Jahre u. a. ein Fasanengelege von 16 Eiern beobachtet werden. Genau ein Tag vor dem Ausschlüpfen der Tiere war das Nest leer. Wiederholt standen viele Neugierige um ein Rehkitzlein, das, wie es eben im Wesen dieser Tiere liegt, einsam auf Moos gebettet, von einem gefunden wurde, der dann eine große Schar Schaulustiger heranholte. Ob die Ricke das Jungtier noch angenommen hat, ist sehr zweifelhaft.— Ueber den Bestand der Kaninchen braucht man ja keine Bange zu haben. Im vergangenen Jahre wurden sie bekanntlich in Syburg zur Plage. Der Abschuß von weit über 100 Tieren hat auch hier eine Aenderung geschaffen. Weit schlimmer steht es mit unserer Singvogelwelt. Hier herrschen einfach katastrophale Zustände. Von Jahr zu Jahr werden unsere Wälder ärmer an heimischen Sängern, so daß mit der Zeit ein trostloser Zustand eintreten wird, wenn hier nicht bald Abhilfe geschaffen wird. Eichelhäher, Elstern und wildernde Katen richten großen Schaden an, wirken einfach verheerend unter den Vögeln und ist kaum zu beschreiben. Wohl hört man von weitem das laute Geschrei der Häher und Elstern, auch mal eine Krähe, aber von Singvögeln, die das Herz erfreuen, ist herzlich wenig übrig geblieben. Diese ärgsten Feinde der Vogelwelt haben so stark zugenommen, daß man drei, vier und fünf zusammensieht, während eine natürliche Belebung des Waldes auf 10 Morgen ein Paar beträgt. Systematisch suchen die Eichelhäher die Nester der Singvögel ab und vernichten Eier oder Jungtiere. Nicht viel besser sind die Elstern, die außerdem durch ihr fürchterliches Geschrei den empfindlichen Singvogel verscheucht. Es wäre an der Zeit, hier einmal Wandel zu schaffen, indem noch einige Waldaufseher aygestellt würden und die Schädlinge abschössen. So aber wird unser viel geliebter Wald von seinen natürlichen Bewohnern, die die Menschen erfreuen, planmäßig gejäubert. Der Notschrei des Waldes, dem sich alle Naturfreunde anschließen, darf nicht ungehört verhallen. Verantwortlich für Groß-Dortmund und Umgebung: H.Viefhaus in Dortmund. Kartoffellieferungen an Verbraucher Mitteilung des Kartoffelwirtschaftsverbandes Westfalen für den Kreis Unna Im Einvernehmen mit der Hauptvereini gung der deutschen Kartoffelwirtschaft wird im Gebiet der Kreisbauernschaft Unna in diesem Jahre durch ein besonderes Kontrollschein System festgestellt, in welcher Höhe Speise kartoffel=Lieferungen durch den Erzeuger un mittelbar an den Verbraucher stattfinden. Wie gesagt, findet diese Kontrolle, die statistischen Zwecken dient, nur im Gebiet de Kreisbauernschaft Unna statt, und zwar sind mit der Feststellung der Umsätze die Kreis= und Ortsbauernführer(oder deren Be auftragten) gemäß den Richtlinien des Kar toffelwirtschaftsverbandes Westfalen betraut Jeder Erzeuger, der Kartoffeln unmittelbar an den Verbraucher abgibt, hat einen entspre chenden Kontrollschein auszufüllen. Dieser Kontrollschein wird von dem Ortsbauernführer oder dessen Beauftragten unentgeltlich ausge geben. Auch werden für die Umsätze keinerlei Gebühren erhoben. Die Anordnung Nr. 6 des Kartoffelwirt schaftsverbandes Westfalen wird nachstehend im Wortlaut bekanntgegeben und ist von allen in Betracht kommenden Erzeugern in der Kreisbauernschaft Unna genau zu befolgen. Auf Grund des§ 9 Absatz 2 der Satzung der Kartoffelwirtschaftsverbände vom 9. Mai 1936(RNBBl. S. 251) ordne ich mit Zustim mung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft folgendes für das Gebiet der Kreisbauernschaft Unna an: Im Verkehr mit Speisekartoffeln jeder Art hat der Erzeu ger bei Lieferung unmittelbar an den Ver braucher einen Speisekartoffel=Kontrollschein auszustellen. Die Speisekartoffel=Kontrollscheine werden von dem Ortsbeauftragten im Auf trage des Kartoffelwirtschaftsverbandes West falen ausgegeben. Verstöße gegen vorstehende Anordnung werden gemäß§ 9 Absatz 3 der Satzung der Kartoffelwirtschaftsverbände mit Ordnungsstrafen bis zu 100.— Mark für jeden einzelnen Fall geahndet. Diese Anordnung tritt mit dem 13. August 1936 in Kraft. Volksfest in Berokamen Bergkamen. Die NSDAP., Ortsgruppe Bergkamen, veranstaltet am Sonntag, dem 25. August, in den Parkanlagen der Zeche „Grimberg“ für alle Volksgenossen ein große Volksfest. Die Musik wird ausgeführt von der Standarten=Kapelle R'250. In den schattigen Anlagen ist eine Tanzfläche aufgebaut. Ein lustiger Kirmestrubel in den Anlagen wird auch die Kleinen und Kleinsten teilhaben lassen an diesem schönen Ereignis in unserer Ge meinde, das alle Volksgenossen zu gemeinsamer Fröhlichkeit vereinen wird. Von der Festleitung wird darauf aufmerksam gemacht, daß Kinder nur mit ihren Eltern Zutritt haben. Der Beginn des Sommerfestes ist auf 16 Uhr festgesetzt. Da diese Veranstaltung ein Fest der Gemeinschaft sein soll, sind alt und jung, groß und klein zu diesem Fest herzlichst eingeladen. Die Parole für alle Bergkamener, am Sonntag lautet: Auf zum Sommerfest in den Anlagen der Zeche„Grimberg“! Neue Bauvorhaben im Siedlerdorf Weitere Belebung des Kamener Baumarktes Kamen. Nachdem wir bereits vor kurzem ausführlich über die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes des weißen Siedlerdorfes berichten konnten, erfahren wir jetzt, daß die Vergmannssiedlung weitere fünf bis sechs Doppelhäuser im Rahmen des großen Siedlungsprogramms zwischen der Schützenstraße und Werner Straße errichten läßt. Es ist erfreulich, daß sich immer mehr Bergleute bereit finden, durch Erwerb eines Eigenheimes ganz mit der Scholle verbunden zu sein. Von den vorgesehenen rund 100 Siedlerstellen wird also mit dem neuen Bauabschnitt die Hälfte der großen Siedlung fertiggestellt sein. Mit den Arbeiten, die schon bereits vergeben sind, wird in Kürze begonnen. Drei dieser Doppelhäuser werden an der Schützenstraße errichtet und die übrigen an dem Hochweg nach der Werner Straße zu. Durch diese neue Maßnahme wird der Baumarkt eine weitere Belebung erfahren. Aufnahme: Martini Der Turm der Margarethenkirche in Methler nach der Erneuerung Lesegemeinschaften der NS=Kulturgemeinde Der Ortsverband der RS=Kulturgemeinde tritt zu Beginn dieses Winters mit einer Neueinrichtung an die Oeffentlichkeit, um auf ihrem Wege die Tiefenarbeit zu vergrößern. Es handelt sich dabei um Lesegemeinschaften, in denen die NSKulturgemeinde alle die Volksgenossen zu einer freien Aussprache und geistigen Schulung zusammenfassen möchte, die frische Mitkämpfer für den kulturellen Neubau unseres Reiches sein wollen. Es sind zwei Lesegemeinschaften geschaffen worden, von denen die eine unsere Dichterleseabende im kommenden Winter laufend vorbereitet und eine zweite Lesegemeinschaft, in der in freier Aussprache über die weltanschaulichen Grundlagen unserer Kulturpolitik diskutiert und Rechenschaft abgelegt werden soll. Interessenten unserer Stadt, die einer dieser Lesegemeinschaften beitreten wollen, werden gebeten, sich schon jetzt in die aufliegenden Listen auf der Geschäftsstelle, Markt 12, eintragen zu wollen. Der Anfang dieser geschaffenen Lesegemeinschaften ist auf Anfang September angesetzt. Aus Alt-Hörde Zeichnung: Röscheisen Körperverletzung. In der Nacht zum 10. August gegen 1 Uhr wurde auf der Heroldstraße in Dortmund, ein Richard R. aus der Deusener Straße von einem Hieronymus Sch. aus Köln mit einem Messer oberhalb des Herzens in die Brust gestochen. Der Verletzte wurde dem Brüderkrankenhaus zugeführt. Die Tat soll nach den bisherigen Feststellungen auf Eifersucht zurückzuführen sein.— Am 15. August gegen 22.45 Uhr wurde ein Gerhard L. aus der Westerbleichstraße von einem Kurt L. aus der Steinstraße vom Hausflur aus auf die Straße geworfen. Gerhard L., der angetrunken war, blieb mit einer Kopfverletzung besinnungslos auf der Straße liegen. L. ließ den Verletzten liegen und schloß die Haustür ab. Letzterer wurde dem Brüderkrankenhaus zugeführt, konnte aber nach Anlegung eines Verbandes wieder entlassen werden. Habt Dank ihr Westerwälder Eine schöne Köf-Jahrt zum Westerwald Unna. Graue Wolken standen am Himmel, als am 5. August die Fahrt zum Westerwald startete. Bei allen klang die bange Frage auf: Wie mag das Wetter wohl in unserem Urlaub sein, haben wir Glück?“ Unterwegs regnete es einige Male und so kamen wir mit gemischten Gefühlen im Westerwald an. In Hachenburg wurden wir bereits freudig von der Bevölkerung begrüßt. Die Musik spielte: Alle Vögel sind schon da; da gab es bereits Stimmung. Ebenso ging es in Erbach= Marienberg=Langenbach, Unnau usw. Frendige Gesichter der Bevölkerung löste auch bei uns den letzten Albdruck aus, und so ging es in allen Orten, in die wir untergebracht waren mit Sang und Klang zu unserem Quartier Voran fuhr der für uns Südwestfalen so typische Ochsenkarren mit unseren Koffern leberall sah man Lachen, alt und jung freute ich, da wir immer wieder von der Bevölkerung stürmisch begrüßt wurden. Die Verpfle gung und Unterkunft muß als sehr gut bezeichnet werden, es wurde getan, was nur eben getan werden konnte. An den folgenden Tagen wurden Ausflüge gemacht zu den schönen Orten des Hochwesterwaldes. Abends wurde in ast allen Orten, in denen„KdF“=Fahrer wa ren, tüchtig das Tanzbein geschwungen, also mit einem Wort, wirklich Kraft durch Freude. Einzelheiten herauszugreifen, würde zu weit ühren, da alle ihr Bestes hergaben, um uns die Tage so schön und angenehm zu gestalten wie nur eben möglich. Viele unserer„KdF“ Fahrer haben eine Westerwälder Kirmes mit erlebt und somit die Sitten und Gebräuche Plankreuzung- vom Zuge aus gesehen Kulhällie: Dera Castrop-Rauxel. Die Kottenburgstraße, die den Stadtteil Schwerin mit dem Stadtteil Obercastrop verbindet, schneidet unweit des evangelischen Friedhofes die Emschertalbahn und hier befindet sich wieder eine Plankreuzung. Wir haben sie aus einem in voller Fahrt befindlichen Triebwagen, der in Richtung Castrop fuhr, aufgenommen und hierbei zeigt sich nun auch wieder deutlich, wie wenig dieser Eisenbahnübergang den neuzeitlichen Verkehrsanforderungen entspricht. Hinzu kommt, daß die Anfahrt zu dem Uebergang zu beiden Seiten der Gleise sich in einem schlechten Zustand befindet, der vor allem bei regnerischem Wetter sehr zu wünschen übrig läßt. Die Schranken werden von einem Schrankenwärter bedient, der in einem kleinen Haus wohnt und sich neben seinem Beruf seinem Kleingarten widmet. unserer Westerwälder Volksgenossen kennengelernt. Die Westerwälder Volksgenossen haben wir als sehr liebe und zuvorkommende Menschen kennengelernt und wird bei allen Fahrtteilnehmern noch lange die Erinnerung an die so schön verlebten Tage in frischer Erinnerung bleiben. Der im Westerwald bekannte Heimatdichter Alb. Rosenkranz beehrte uns noch im besonderen mit einem Willkommen. Jetzt sind wir wieder in unserem schönen Westfalenland jeder an seiner Arbeit und den ken gern und freudig an die frohverlebten Stunden und die lieben Menschen im Wester wald zurück und rufen ihnen ein herzliches Habt Dank für alles und auf ein frohes Wiedersehen zu. Falscher SS Führer Schwindler an der Arbeit Wasserkurl. Kürzlich sprach ein Mann bei einer hiesigen Einwohnerin vor, der angab „SS=Sturmführer Peter=“ zu sein und den Auftrag zu haben, dienstlich bei ihrem Mann vorzusprechen. Der Mann dieser Frau befand sich auswärts, da er von der SS in Erholung geschickt worden war. Der falsche Sturmführer bat die Frau, ihr das Motorrad ihres Mannes zur Verfügung zu stellen. Da die Frau nicht den geringsten Verdacht hegte und ihr die An gaben wahrscheinlich erschienen, händigte sie ihm das Motorrad, einen Staubanzug und außerdem noch 20 Mark aus, die er ihrem Manne übergeben sollte. Seit dieser Zeit hat die Frau nichts mehr von dem Mann gehört und ist dieser auch nicht bei dem in Urlaub weilenden SS=Mann angekommen. Die Frau ist somit einem raffinierten Schwindler in die Hände gefallen. Bei dem mitgenommenen Mo torrad handelt es sich um die Marke„Flottweg“ Nr. 3004., Kennzeichen IX 63800. Zweckdienliche Angaben erbittet die Polizeiverwaltung des Amtes Unna=Kamen oder die nächste Polizeidienststelle. Betreuung der Kleinsten Neueinrichtung eines USU-Kindergartens in Hengsen Jeder ist eingeladen Zum Volksfest der NSDAP. Castrop-Rauxel-Süd Castrop-Rauxel. Das Volksfest der Ortsgruppe Castrop=Rauxel=Süd der NSDAP., das am Sonntaa. 25. August, av 16 Uhr in sämtlichen Räumen des Parteilokals Haller am Altstadtmarkt stattfindet, verspricht allen Teilnehmern einige Stunden der Unterhaltung und des Frohsinns. Zum ersten Male spielt der Musikzug der Gauinspektion I der NSDAP. estfalen=Süd aus Herne öffentlich im Süden der Stadt, nachdem er vor kurzem bei seinem Konzert im Volksgarten im Stadtteil Ickern großen Beifall erzielte. Er wird die Verantaltung durch seine schneidigen Märsche und Weisen umrahmen. Die„Vier lustigen Ruhrkumpels“ aus Herne, die schon des öfteren im Ründfunk mitgewirkt haben und auch jetzt wieder zum Volkssender nach Berlin fahren, werden alle Teilnehmer durch Lieder und Scherze unterhalten. Außerdem sind zahlreiche Ueberraschungen vorgesehen. Verlosung und Schießstand werden auch dazu beitragen, das Programm so abwechslungsreich wie möglich u gestalten. Zu dem Volksfest sind nicht nur die Parteigenossen, sondern auch alle Volksgenossen aus den südlichen Stadtteilen herzlich ingeladen. Karten sind im Vorverkauf noch dei allen Politischen Leitern und auf der Geschäftsstelle am Altstadtmarkt zu haben. Hengsen. Die Aufgaben der RSV sind recht vielgestaltig. Wenn dabei auch das Hilfswerk „Mutter und Kind“ und die besondere Betreuung der erwerbslosen Volksgenossen durch das Winterhilfswerk den breitesten Raum ein nehmen mögen, so ist die Einrichtung von Kin dergärten und ihre Betreuung ein nicht min der dankbares Gebiet. So wurde nach den Er folgen die sich nach der Uebernahme der beiden Kindergärten durch die NSV in Hozwickede gezeigt haben, jetzt auch für die beiden Ge meinden Hengsen und Opherdicke in der Gemeinde Hengsen durch die Ortsgruppe Holz wickede der NSV ein Kindergarten eingerichtet Im vergangenen Jahre hatte das Landjahr lager in Opherdicke in Verbindung mit der Ortsgruppe Holzwickede der NSV bereits mit der Einrichtung eines Kindergartens begonnen. Er hatte sich auch eines sehr guten Zuspruchs zu erfreuen. Er konnte aber nicht zu einer Dauereinrichtung gemacht werden, weil das Landjahrlager nur immer für acht Monate eingerichtet ist, wohingegen es Aufgabe der Kindergärteneinrichtung ist, die Kleinsten der Kleinen fortwährend zu betreuen. Aus diesem Grunde ist jetzt ein freistehen der Raum in der Schule in Hengsen für einen Kindergarten bereitgestellt worden. Von der NS=Volkswohlfahrt Holzwickede wurde hier ein schöner Kindergarten eingerichtet. Er ist für drei= bis sechsjährige Knaben und Mädchen bestimmt. Für jedes Kind werden wöchentlich 20 bis 25 Pfennig erhoben. Hilfsbedürftigen Familien wird dieser Zuschuß ganz oder teil weise erlassen. Für weitere 20 Pfennig in der Woche erhalten die Kinder jeden Morgen als Frühstück zwei Brötchen und einen Becher Milch oder Kakao. Die Kinder kommen morgens um acht Uhr. Von 12 bis 2 Uhr ist Mittagspause. Nachmittags werden die Kinder dann in der Zeit von 14 bis 16 Uhr wiederum von der Kindergärtnerin, der eine Helferin zur Seite steht, betreut. Ein Besuch des Kindergartens konnte davon überzeugen, daß sich die kleinen Leute dort recht wohl fühlen. Die Betreuerinnen verstehen es ausgezeichnet, mit dem kleinen Volk umzugehen und zu spielen. Der Schulhof bietet Gelegenheit genug für allerlei Spiele. Bei schlechtem Wetter bietet ein netter Aufenthaltsraum Platz zu Spiel und allerlei kindlicher Beschäftigung. Frauenschaft Billmerich auf froher Fahrt Besuch in der Schulungsburg Erwitte und im Müttererholungsheim Warstein Billmerich. Die NS=Frauenschaft Billmerich unternahm auch in diesem Jahre wieder einen Ausflug, der sie in die Gegend von Soest, Warstein, Möhnesee führte. Recht viele Teilnehmerinnen hatten sich zu der Fahrt eingefunden. Bei Humor und Gesang kam schnell die rechte Festtagsstimmung auf, die alle Alltagssorgen vergessen ließ. Und so wurde bald die Schulungsburg Erwitte erreicht. Nun, unsere Frauen wissen auch um die hohe Bedeutung unserer Schulungsburgen und so wurde mit regem Interesse ein Besichtigungsgang durch die Burg unternommen, der viel Neues und Sehenswertes erschloß. Das Schlußziel der Fahrt war das Müttererholungsheim in Warstein, das von der NSV unterhalten und betreut wird. Zur Zeit war das Heim nicht belegt, man war vielmehr dabei, alle Vorbereitungen zu treffen, um den demnächst eintreffenden Müttern wieder eine schöne Erholungszeit zu bereiten. Dankbar wurde auch hier die Einladung zur Besichtigung des Heimes angenommen und alle Frauen waren sich darüber einig, daß man sich hier wundervoll erholen kann. Am liebsten hätten sich alle gleich zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalt einquartiert. Nachdem in der Nähe des Heimes eine längere Mittagsrast gehalten war, begann die Rückfahrt. Der Möhnesee war das Ziel. Einige Fahrtteilnehmerinnen vergnügten sich damit, auf dem See eine Bootsfahrt zu unternehmen, während andere auf dem Staudamm einen Spaziergang machten oder bei einer Tasse Kaffee sich geruhsam das bunte und bewegte Leben und Treiben im und am Wasser ansahen. Inzwischen war es Zeit geworden, an die Heimfahrt zu denken. In Soest wurde nochmal kurz Station gemacht, um der Wiesenkirche einen Besuch abzustatten und dann ging es in flotter Fahrt heimwärts. Um 10 Uhr langte man wohlbehalten in Billmerich an, einig in dem Gedanken, einen interessanten und genußreichen Tag verlebt zu haben. Castrop-Rauxel.(Abwehr des Kartoffelkäfers.) Die vor kurzem im Anzeigenteil der„WLZ.— Rote Erde“ veröffentlichte Verordnung des Oberbürgermeisters der Stadt Castrop=Rauxel über die Veranstaltung von Suchtagen zur Abwehr des Kartoffelkäfers ist, wie uns das städtische Nachrichtenamt mitteilt, gegenstandslos geworden, da der Regierungspräsident von Arnsberg inzwischen die gleiche Verordnung für den gesamten Regierungsbezirk erlassen hat. Castrop-Rauxel.(Diebstähle.) Nachts wurden von einem Kartoffelfeld an der Bergstraße etwa 6—8 Zentner Kartoffeln gestohlen. — Aus einer Dachdeckerwerkstatt an der Kaiser=Friedrich=Straße wurden nachts eine Rolle Dachpappe Nr. 335, zwei Rollen teerfreie Pappe Nr. 500 und zwei Pakete Nägel gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. Die Dreise für den Datenwein Jestsetzung in Castrop-Rauxel 7 Die Werbung läßt Wünsche offen Castrop-Rauxel. Im Sitzungssaal des Rat hauses fand am Donnerstagvormittag eine weitere Sitzung des Patenstadt=Organisations ausschusses für die Durchführung des„Festes der Deutschen Traube und des Weines" statt, in der Bürgermeister Schulze bekanntgab, daß der vorgesehene Empfang des Patenweins ausfallen mußte, weil der Wein ohne Wissen der Weinverteiler früher als vorgesehen angekommen sei. Es wurde nun beraten, an Stelle der ausgefallenen Begrüßung eine öfentliche Weinprove zu veranstalten. Der Patenweinort Siefersheim hat diesbezügliche Vorschläge schon unterbreitet, aber man will die Probe auch nicht ohne den Moselwein aus dem zweiten Patenweinort Konz veranstalten. Eine Klärung dieser Frage ist bisher von Seiten der Patenweinorte nicht erolgt. Der Patenstadt=Organisationsausschuß schritt alsdann zur Festsetzung der Preise für den Patenwein. Für den Verkauf der Patenweine wurden folgende Preise festgesetzt: ab Weinverteiler eine Flasche Moselwein 70 Pf., eine Flasche Rheinwein 63 Pf bzw. eine Literflasche Moselwein 95 Pf., eine Literflasche Rheinwein 85 Pf. Die Literflaschen können nur zum Glas=Ausschank in den Gastwirtschaften bezogen werden. Die Preise für den Einzelhandel und außer dem Hause betragen: eine Flasche Moselwein 95 Pf., eine Flasche Rheinwein 85 Pf. Der Verkaufspreis in den Gaststätten beträgt einschließlich Getränkesteuer und Bedienungsaufschlag für eine Flasche Moselwein 1.30 Mark, für eine Flasche Rheinwein 1,25 Mark, glasweise für je ein Zwanzigstel Moselwein 9 Pf. und Rheinwein 8 Pf. Bei besonderen Veranstaltungen sind die Gastwirte berechtigt, einen geringen Aufschlag zu nehmen. Anschließend wurden Fragen der Werbung für die erfolgreiche Durchführung der Weinwerbewoche besprochen, die allerdings wiederum ohne Ergebnis blieben. Der stellvertretende Kreisleiter der NSDAP. Herne=Castrop= Rauxel, Parteigenosse Vogt, schlug vor, wie das auch der Wunsch des Kreisleiters Nieper sei, mit Siefersheim und Konz in enge, persönliche Verbindung zu treten, was zweckmäßig durch einen Besuch in den Patenweindörfern erfolgen könne. Auch dieser Vorschlag blieb, wie die bisherigen Vorschläge des Werbeausschusses, vorläufig unberücksichtigt, so daß leider die Tatsache festzustellen ist, daß vier Wochen vor Beginn der Patenweinwerbewoche in Castrop=Rauxel noch keine Propagandaaktion und Werbemaßnahmen zu verzeichnen sind. Während in anderen Städten bereits in erhöhtem Maße, sei es durch den Empfang des Patenweines, durch öffentliche Proben oder Besuchen in oder aus den Patenweinorten, die Bevölkerung auf die große Bedeutung der Hilfsaktion für die deutschen Winzer aufmerksam gemacht worden ist, bildet Castrop=Rauxel einmal mehr eine Ausnahme Jum neuen Kulturwinter in Lünen Das Städtische Kulturamt gibt Aufklärung Lünen. Verschiedene Anfragen über diebekannten Reihenfolge bei Veranstaltungen des Städtischen Kulturamtes und der NS=Kulturgemeinde Lünen haben den Veranstaltungsträger veranlaßt, diese Fragen, die alle Veranstaltungsbesucher interessieren, in nachfolgendem zu beantworten: Im Interesse der Volksgemeinschaft gibt es bei sämtlichen Veranstaltungen keine nume rierten und Stammplätze mehr. Gestaffelte Preise und somit verschiedene Platzgattungen können zudem im Saale des Wichernhauses schlecht zur Geltung kommen und haben sich bisher auch nicht bewährt. Der Preis in Höhe von 5 Mark für neun Veranstaltungen ist so gering, nämlich 55 Pfg. für jede Veranstaltung, daß dieser Preis auch nur eine Platzgattung zuläßt. Jedes Mitglied kann sich am Abend seinen Platz aussuchen. Selbstverständlich werden für die Mitglieder die besten Plätze, also im ersten Teil des Saales bzu. die erste Stuhlreihe auf der Empore reserviert. Wie vollziehe ich die Mitgliedschaft zur NSKulturgemeinde? Auf der Geschäftsstelle im Stadthaus, Zimmer 50, wird eine Beitrittserklärung unterschrieben(Personen, die schon ein solches Formular besitzen, geben dasselbe dort ab oder geben sie den zur Abholung bestimmten Boten mit). Das Mitglied zahlt als einmaligen Jahresbeitrag die Summe von 20 Pfg., wenn es ein monatliches Einkommen von 150 Mark hat, es zahlt 1 Mark an Jahresbeitrag, wenn es über 150 Mark monatlich verdient. Für die neun Veranstaltungen zahlt das Mitglied ferner 5 Mark. Die Gesamtsumme, also 5,20 Mark bzw. 6 Mark zahlt man in Raten, uno zwar so, wie es bei der Anmeldung gewünscht wird. Wer die Gesamtsumme sofort zahlen will, kann das selbstverständlich auch. Dem Mitglied wird nach der Anmeldung ein besonderer Ausweis ausgestellt. Dieser Ausweis berechtigt dann zum Besuch der Veranstaltungen. Die Abonnementskarte für die neun Veranstaltungen ist auch auf Familienangehörige übertragbar, jedoch nur auf die nächsten Familienangehörigen. Hat z. B. der Vater seine Mitgliedschaft vollzogen und möchte den Dichter=Leseabend nicht besuchen, so werden keine Einwendungen erhoben, wenn Mutter oder Kind diese Veranstaltung besuchen. Unzulässig ist selbstverständlich, wenn die Karte einem Nichtfamilienmitglied, beispielsweise einem Freund oder Nachbar übertragen wird. Wünschenswert ist, daß jeder Interessent Mitglied der RS=Kulturgemeinde wird, da die Leistungen um so mehr gesteigert werden können. Je mehr Mitglieder, desto mehr kann geboten werden. Etwaige Wünsche und Anregungen nimmt das Städtische Kulturamt und die RS=Kulturgemeinde gern entgegen. Anfragen sind dort zu stellen. der Kassennebenstelle; für Horstmar und Beckinghau sen am Freitag, 21. August, von 9—10 Uhr, in der bekannten Reihenfolge bei der Nebenstelle in Horstmar. Lünen.(Beginn der Musterung.) Auf die am Sonnabend, 22. August, stattfindende Musterung wird nochmals hingewiesen. Jeder Musterungspflichtige hat zwei Licht bilder in Paßformat mirzubringen. Lünen.(Eichtage in Brambauer.) Im Stadtteil Lünen=Brambauer findet in der Zeit vom 24. August bis einschließlich 3. Sep tember im Saale Brüggemann die Nach eichung statt. Die Eichpflichtigen, soweit sie nicht einen besonderen Aufforderungszettel erhalten haben, werden hiermit darauf hingewiesen. Die Anlieferung der Maße und Gewichte hat in gereinigtem Zustande in den Vormittagsstunden zu erfolgen. Der Eichpflicht unterliegen sämtliche Personen und Betriebe, bei denen die Anwendung oder Bereithaltung von Meßgeräten usw. im öffentlichen Verkehr zur Bestimmung des Umfanges von Leistungen in Betracht kommt: die landwirtschaftlichen und Handelsbetriebe, die Apotheken und die in Betracht kommenden Reichs=, Staats= und Gemeindebetriebe. Ehrung eines Altersjubilars Lünen. Zu einer würdigen Feierstunde gestaltete sich die Feier des 90. Geburtstages des Montagemeisters Gustav Reichardt im Kreise seiner Kameraden und seiner Familie. Als erste Gratulation traf ein Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler ein mit folgendem Wortlaut: „Zu Ihrem 90. Geburtstage, den Sie heute feiern können, läßt der Führer und Reichskanzler Ihnen als alter Kriegsveteran von 1870 71 seine herzlichsten Glückwünsche übermitteln und Ihnen zur Erinnerung an diesen Tag sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift zugehen. Ein Ehrengeschenk wird Ihnen noch übermittelt werden." gez. Unterschrift. Der Führer des Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Oberst a. D. Reinhardt gratulierte ebenfalls mit nachstehendem Schreiben: Mein lieber Kamerad Reichardt! Zu Ihrem 90. Geburtstage spreche ich Ihnen namens des R. K. B. Kyffhäuser die herzlichten Glück= und Segenswünsche aus. Möge es Ihnen vergönnt sein, noch viele Stunden im Kreise Ihrer Kameraden und Ihrer Familie zu verleben. gez. Unterschrift. Lünen.(Unterstützungszahlungen.) Die nächste Auszahlung der Wohlfahrtsunterstützungen erfolgt für Lünen= Stadt am Freitag, 21. August, für Nr. 1 bis Schluß, von 8,30 bis 11 Uhr in der Baracke Kantstraße; für Lünen=Süd am Freitag, 21. August, für Nr. 2501 bis Schluß, von 9 bis 11 Uhr, in der Pestalozzischule in Lünen=Süd, MatthiasClaudius=Straße; für Brambauer am Freitag, 21. August, von 8,30—10 Uhr in der Stadtinspektor H. Günther brachte die Glückwünsche des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung. Major Wetzel, Kreisführer des Kreises Dortmund des Kyffhäuserbundes überbrachte die besten Wünsche des Kreisverbandes Dortmund. Kamerad Schluchtmann von der Krieger= und Landwehrkameradschaft Hörde, der der alte Herr 64 Jahre lang angehört, gratulierte namens der Kameradschaft und überbrachte ein Ehrengeschenk. Füßball im Kreise Dortmund Spiele um Soünabend Borussia Dortmund— BfK. Hamm Die ersten Spiele des Tortmunder Gauligisten in der neuen Spielzeit waren nicht sehr überzeugend. Im Spiel gegen Schwarz=Weiß Essen, wie auch gegen Bövingbausen waren die Leistungen noch sehr gering und es ist anzunehmen, daß sich die Borussenelf nunmehr am kommenden Sonnabend besonders anstrengen wird, um dem bisberigen guten Ruf wieder Geltung zu verschaffen. Wenn die Borussen auch spielkulturell dem Pfs. manches voraus haben, so sind die Gäste aber doch nicht zu unterschätzen. Jedenfalls werden es die Dortmunder nicht am erforderlichen Kampfgeist und Siegeswillen fehlen lassen, so daß wir sie diesmal klar in Front erwarten. 04 Bövinghausen— Preußzen Bochum Der BC. Bövingbausen stebt am Sonntag vor einer schweren Aufgave, denn die Bochumer sind noch von den Aufstiegsspielen her allen in guter Erinnerung. Die Stärke der Mannschaft ist die ausgezeichnete Deckung, während die Sturmreibe in den letzten Spielen sehr unbeständig war. Die Bövingbausener haben sich zu diesem Spiel besonders vorbereitet und werden in stärkster Aufstellung zur Stelle sein. Ob es allerdings gelingt, den Kampf gegen die Bochumer Preußen erfolgreich zu gestalten, wird sich erst noch ergeben müssen. VfL. Lütgendortmund— Kreismannschaft Dortmund Anläßlich des 30jäbrigen Bestebens spielt der VfL. Lütgendortmund am Sonntag gegen eine Auswahl mannschaft des Kreises Dortmund. Die Auswahl Mannschaft setzt sich aus Spielern der Kreisklassenvereine zusammen und darf in ihrer Gesamtheit nicht unterschätzt werden. Die Lütgendortmunder sind in den letzten Monaten gut vorwärts gekommen und werden in den kommenden Punktekämpfen eine gute Rolle spielen. Da sie auf eigenem Platz schon gegen starke Gegner gut abgeschnitten haben, sind die Aussichten für Sonnabend nicht schlecht. VfL. Hörde— SC. Aplerbeck Im ersten Kampf der neuen Spielzeit führten sich die Hörder mit einem 5:0=Sieg gegen Phönix Lindenborst gut ein. Die Elf bat in der Zwischenzeit gut an sich gearbeitet und wird in augenblicklicher Verfassung noch manchen Erfolg erringen. Ob die Aplerbecker in der Lage sind, in Hörde erfolgreich abzuschneiden, muß noch sehr bezweifelt werden. Westfalia Eving— Hansa Dortmund Im Kampf gegen den SV. Wambel konnten die Evinger nicht sehr überzeugen und werden auch am Sonnavend vor keiner leichten Aufgabe stehen. Die Hanseaten werden alles daransetzen, gegen den nördlichen Nachbarn ein gutes Ergebnis herauszuholen, was ihnen auf Grund der in den letzten Spielen gezeigten Leistungen auch gelingen müßte. Phönig Lindenhorst— DaC. Minden Lindenvorst kommt es zu einem interessanten Kampf, denn die Mindener sind im Dortmunder Bezirk seltene Gäste. Da ihnen ein guter Ruf vorausgebt, wird sich Lindenvorst mächtig ins Zeug legen müssen, um einigermaßen bestehen zu können, denn im Kampf gegen den VfL. Hörde hat die Mannschaft stark enttäuscht. Postsportverein— Hörder Verein Als dritten Gegner in der Werbewoche haben die Postsportler die Werksmannschaft des Hörder Vereins zum Gegner. Obwohl der Postsportverein am Mittwoch gegen den HSC. eine hobe Niederlage einstecken mußte, ist die Mannschaft nicht zu unterschätzen, und wenn die örder nicht sehr auf der Hut sind, könnte es leicht zu ner Ueberraschung kommen. e Spiele am Sonntag V1B, Alemannia— Arminia Marten Wie alljährlich, so steigt auch in diesem Jahre zu Anfang der neuen Spielsaison der Kampf Alemannia gegen Arminia Marten. Nach dem guten Spiel des Vorsonntags zu urteilen, werden die Alemannen auch gegen die Martener Arminen alles daransetzen, um den Kampf für sich zu entscheiden. Die Deckung der Alemannen erwies sich im Kampf gegen Germania Bochum als sehr zuverlässig und auch die Sturmreibe überraschte durch einen gesunden Torschuß. Auch die Martener haben sich für das kommende Jahr etwas vorgenommen und werden unter Beweis stellen, daß sie immer noch der gefürchtete Gegner der vergangenen Jahre sind. Brambauer— Hüsten 09 Nach dem guten Start am ersten Spielsonntag kann der BV. Brambauer auch gegen den Gegner aus der Gauliga mit Erfolgsaussichten antreten. Die Elf des Platzvereins hat gute Fortschritte gemacht und ist für jeden Gegner schwer zu nehmen. Die Hüstener zählen seit langen Jahren zu den führenden Vereinen der Gauliga und werden sich so leicht nicht überrumpeln lassen. Jedenfalls ist ein interessanter Kampf zu erwarten, in dem die Siegesaussichten noch vollständig offen steben. Hörder Sportclub— SC. Dahlhausen Der Hörder Sportclub hat bewiesen, daß er sich augenblicklich in bester Form befindet und wird auch gegen die spielstarken Dahlbausener alles darausetzen, den Sieg an sich zu bringen. Besonders der nicht zu unterschätzende Platzvorteil wird dazu beitragen, daß es dem SC. Dahlhausen schwer gemacht wird, sich hier mit Erfolg durchzusetzen. Vorausgesetzt, daß der HSC. am Sonntag mit stärkster Besetzung zur Stelle ist, müßte es auch gegen Tahlhausen zum Siege langen. Castrop 02— VfB. Börnig Mit dem VfB. Börnig haben die Castroper eine Mannschaft verpflichtet, die sich in den Aufstiegskämpfen der Bezirksklasse außerordentlich gut durchzusetzen verstand und es zum Aufstieg gebracht hat. Auch die Erfolge der Castroper in den vorjährigen Punktekämpfen sind binreichend bekannt und man darf gespannt sein, wie sie sich gegen den Gegner aus der Bochumer Gruppe behaupten wird. Insgesamt dürften die Castroper über die größere Routine verfügen. so daß es für den PfB. schwer sein wird. in Castrop einen Sieg zu erringen. BV. 05 Lünen— Sportfreunde 06 Die Lünener haben am Sonntag wiederum einen schweren Kampf zu bestehen, denn die Mannschaft ist in der Spielstärke zurückgegangen, da einige Spieler abgewandert sind. Der große Vorteil ist allerdings die eigene Platzanlage, auf dem sich die Gegner meist nur schwer zurecht finden. In spielerischer Hinsicht sind die Sportfreunde naturgemäß weit höher einzuschäten und sollten auch in der Lage sein, in Lünen einen klaren Sieg berauszuspielen. VB. Lütgendortmund— Fortuna Ablen Nachdem der VfB. bereits am Sonnabend einen schweren Kampf gegen eine Dortmunder Kreismannschaft auszutragen hat, wird er am Tonntag abermals vor einer schweren Ausgabe stehen. Damit ist aber nicht gesagt, daß nun auch den Fortunen der Sieg zufällt, denn die Lütgendortmunder haben schon oft ihr gutes Können unter Beweis gestellt, so daß die Aussichten gegen Ahlen nicht schlecht stehen. Allgemeine Kürperschule 20—22 Uhr Turnhalle Prinzenstraße: 18 20 Uhr Turnhalle TV. Barop(für Korperbehinderte). Fröhliche Gymnastik und Spiele 20—22 Uhr Aloyslusschule Paulinenstraße. Deutsche Gymnastik 19—20.30 Uhr Gymnastikschule Hobestraße 32; 20.30—22 Uhr Gymnastikschule, Hohestraße 32: 19.30—22 Uhr Marie=Reinders=Mittelschule, Landarafenstraße. Kinderturnen. 15—17 Uhr Alovsiusschule, Paulinen= straße: 16—17 Uhr Gymnastikschule, Hobestraße 32; 17 bis 18 Uhr Turnballe Prinzenstraße. Volkstanz 20.30—22.30 Uhr Haus der Jugend. Brügmannstraße: 20—22 Uhr Turnhalle Wischlingerweg, D.=Marten. Reiten. 18.15—19.15 Uhr Tattersall, Leibnizstraße; 20.15—21.15 Uhr Tattersall, Leibnizstraße. Schwimmen. 19.15—20.30 Uhr Südbad, Göringstraße(Männer und Frauen); 20.30—21.15 Uhr Südbad. Göringstraße(Männer und Frauen): 21—22 Uhr Südbad. Göringstraße 1Männer und Frauen); 19.30 bis 20.30 Uhr Freibad Froschloch, D.=Hombruch; 20—21 Uhr Freibad Castrop=Raurel. Radfahren 18—19 Uhr Steinerne Brücke gegenüber der Radrennbahn. Für die Tenniskursusteilnehmer Unseren Tenniskursusteilnehmern wird hierdurch mitgeteilt, daß die Tenniskurse jetzt nur noch stattfinden: Montags von 16 bis 17 Uhr und 17 bis 18 Uhr; Dienstags von 17 bis 18 Uhr und 18 bis 19 Uhr. Fort Keilhau bei Brünninghausen Zeichnung: Röscheisen Schwerte.(Ins Sauerland.) Kommenden Sonntag, am 23. August, veranstaltet das Ortsamt„Kraft durch Freude“ Schwerte eine Omnibusfahrt in das westliche Sauerland mit einem mehrstündigen Aufenthalt an der Lister= und Sorpetalsperre. Es ist Gelegenheit gegeben zu kurzen Wanderungen, Schwimmen, Motorboot= und Ruderfahrten und bei klarem Wetter zum Besuch des Kolbturmes auf der Nordhelle. Abfahrt 8 Uhr ab Rathaus. Rückkehr gegen 12 Uhr. Der Fahrbreis beträgt 3,20 Mark. Anmeldungen müssen chnellstens auf der Dienststelle der DAF, Telefon 2107, oder beim KdF=Wanderwart A. Meyer, Telefon 2119, erfolgen. Fußball in und um Schwerte Sportv. Geisecke 26— VsL. Schwerte Anläßlich des 10jährigen Bestehens des Sportvereins Geisecke von 1926 spielt die erste Fußballelf von PfL. im Nachbarort Geisecke. Von jeher hat sich die Mann schaft des Platzvereins als eifrig erwiesen, wenn es auch an der nötigen Spieltechnik noch etwas mangelt. Auch in diesem Spiel werden die Geisecker versuchen. die größere Spielerfahrung der ViLer durch großen Eiser in etwa zu ersetzen.. Beide Vereine haben ihre stärkste Vertretung zur Stelle und dürfte es daber zu einem interessanten Fußballkampf kommen. Nehmen die Schwerter den Gegner ernst, dann dürfte ein Sieg kaum außer Frage steben. S SV. 06 Schwerte— Tus Ergste 84 Der Kreisklassenneuling Ergste spielt gegen die Schwerter Sportvereinigung und wird einen schweren Stand haben. Die letzte Begegnung sab die Ergster mit 2:1 als Sieger. Aus diesem Grunde werden die Schwerter alle Reserven aus sich herausgeben, um durch einen Sieg diese zuletzt in Ergste erlittene Niederlage wieder gutzumachen. Durch den Vorteil des eigenen Platzes bat der Gastgeber von vornberein ein kleines Plus für sich, aber trotzdem ist noch nichts gewonnen. Erst beim Schlußpfiff wird der Sieger feststehen. VfL. Schwerte— Sportv. Berghosen(Samstag) Bereits im Samstagabendspiel stehen sich vorstebende Gegner in Schwerte auf dem Sportplatz Schützenhof gegenüber. Die Gästemannschaft ist im Dortmunder Bezirk als spielstarker Gegner bekannt und wird auch in diesem Spiel mit ansprechenden Leistungen aufwarten und den Pfrern das Siegen schwer machen. Den Auftakt der neuen Fußballsaison konnten die VfLer durch einen schönen 3:2=Sieg über den Ruhrbezirksvertreter VfB. Gelsenkirchen beginnen. Zeigen die Einheimischen den Kampfgeist dieses Spieles, dann dürfte unweigerlich ein Sieg im Bereich der Möglichkeit liegen. Im übrigen betrachten wir den Ausgang dieser Begegnung als offene Angelegenheit. Res. VfL. Schwerte— Res. Sportv. Berghosen(Samst.) Auch die Reservemannschaften beider Vereine messen ihre Kräfte und werden sich einen erbitterten Kampf liefern. PfL. Reservemannschaft bat insofern eine Verstärkung erfahren, daß man mehrere von der Jugend abteilung entnommene Spieler eingereibt hat. Man darf daber auf die Leistungen des Gastgebers gespannt sein. Auch hier steht ein interessanter Kampf bevor. II. Sportv. Geisecke— II. VfL. Schwerte VfR. Sölde— SV. Schüren Schon oft standen sich diese beiden benachbarten Vereine gegenüber und immer gab es spannende Kämpfe in dem einmal die Schürener und ein anderesmal die Sölder die Oberhand behielten. Nach der Niederlage gegen den Postsportverein ist Schüren allerdings augenblicklich nicht sehr boch einzuschätzen. Da der Kampf zudem in Sölde stattfindet, wird es wahrscheinlich zu einem Sieg des Platzvereins kommen. Teutonia Lanstrop— Viktoria Dortmund Im ersten Kampf der neuen Spielzeit haben die Tenionen einen beachtlichen Gegner zu Gast. Die Mannschaft Viktoria zeigte noch am Vorsonntag gegen den TSC. 95, daß sie noch zu kämpfen versteht, und wenn nicht alles trügt, wird Viktoria auch in den kommenden Punktekämpfen ein ernstliches Wort mitreden. Obwohl Lanstrop auf eigenem Platz nicht zu unterschätzen ist, dürfte die Spielstärke nicht ausreichen, Vitioria zu schlagen. Viktoria Derne— DSC. Minden Nachdem die Mindener am Sonnabend bereits in Lindenborst spielen, sind sie am Sonntag bei Viktoria Derne zu Gast. Die Mindener haben einen guten Ruf und gehören der ersten Kreisklasse en. Viktoria sollte aber in spielerischer Hinsicht dem TSC. gewachsen sein, so daß die Aussichten der Gäste auf einen Sieg nur sehr gering sind. Sportfreunde Eichlinghofen— SV. Rüdinghausen Beide Mannschaften hatten am ersten Spielsonntag einen guten Start und brachten es zu beachtlichen Siegen. Wahrend die Sportfreunde Urania Lütgendortmund mit 5:2 schlugen, siegte Rüdinghausen über den Baroper Turnverein mit 6:2. Immerhin sollten die Rüdingbausener nicht stark genug sein, in Eichlinghofen einen Sieg herauszubolen. SV. Wambel— VfB. Königsborn Auch die Wambeler haben eine Mannschaft eines anderen Kreises zum Gegner und werden sich trotz des am Vorsonntag errungenen Sieges mächtig anstrengen müssen, denn der VfB. Königsvorn verfigt über eine ausgeglichene Mannschaft, die in ihrer Gruppe gute Erfolge erzielt hat. SuS. Derne— Hansa Dortmund Nach dem schweren Kampf des Vortages werden es die Dortmunder Hanseaten nicht leicht haben, in Derne erfolgreich abzuschneiden. Da die Derner am kommenden Sonntag erstmalig nach langer Pause wieder antreten, ist schwer zu sagen, wer in diesem Kampf das bessere Ende für sich hat. Spielverein Herta— Germania Westerfilde Der Spielverein Herta zeigte sich gegen Hansa Dortmund in samoser Form und ließ erkennen, daß sich die Mannschaft für die kommenden Punktekämpfe gut vor bereitet hat. Die Westerfilder sind erst noch den Beweis schuldig, ob es in diesem Jahre gelingt, nach vorn zu kommen. Jedenfalls rechnen wir in diesem Kampf mit einem Sieg der Platzherren. Phönix Lindenhorst— SV. Hagen=Eilpe Wenn die Fußballelf der Gäste auch so gut ist wie die Handballelf, dann dürften die Lindenhorster am Sonntag vor einer schwer zu bewältigenden Aufgabe stehen. Nach dem schweren Kampf des Vortages wird der Platzverein ganz aus sich herausgehen müssen, um ein annehmbares Ergebnis zu erzielen. SV. Berghosen— Germania Hombruch Die Berghofener bleiben trotz spielerischen Rückganges ein ernst zu nehmender Gegner und werden auch gegen Germania Hombruch keine schlechte Rolle spielen. Die um so tragische Weise um den Aufstieg gekommenen Hombrucher werden voraussichtlich auch im kommenden Spieljahr eine führende Rolle spielen und sollten in Berghosen einen glatten Sieg landen. Schulpflichtige als Diebe kinder in der Lüner Sandgrube Lünen. In vergangener Woche wurde der Aufenthaltsraum der Arbeiter der Sandgrube der Firma Hageneier erbrochen. Aus dem Aufenthaltsraum wurden mehrere Hüte und Leibriemen, die den Arbeitern der genannten Firma gehörten, entwendet. Als Täter wurden schulpflichtige Jungen von der hiesigen Dortmunder Straße ermittelt. Das Diebesgut konnte zum Teil sichergestellt und den Geschädigten wieder ausgehändigt werden. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewieen, daß das Betreten der fraglichen Sandgrube durch Unbefugte, namentlich durch Kinder, verboten ist. In der letzten Zeit ist wiederholt Klage darüber geführt worden, daß Kinder sich in der Sandgrube nach Arbeitschluß herumtreiben und Schaden anrichten. Eltern sind für die Handlungsweise ihrer Kinder verantwortlich und können zum Schadenersatz herangezogen werden. Es liegt im Interesse der Eltern, besser wie bisher auf ihre Kinder zu achten. Nachts erbrachen bisher unbekannte Täter die Trinkhalle am Schwansbellerweg. Entwendet wurden außer einigen Rollen Kautaback ca. 10 Pfund Bonbons. Volksgenossen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, diese der hiesigen Kriminalpolizei, Stadthaus, Zimmer 41—47, zu machen. Schwerke.(Fußball=Werbewoche.) Auf ihr 30jähriges Bestehen kann in diesem Jahre die Schwerter Sportvereinigung 1906 zurückblicken. Der Verein wird anläßlich dieses Jubiläums mit einigen größeren Veranstaltunzen an die Oeffentlichkeit treten. Vom 29. August bis zum 6. September findet eine Fußball=Pokalwoche statt. Eine besondere Ehrung ist für die 56 gefallenen Vereinskameraden vorgesehen. Auf dem Sportplatz am „Reiche des Wassers“ beabsichtigt der Verein, der schon eine schöne Gefallenenehrentafel beSpielstärke dürsten beiderseits keine weser lichen Unterschiede bestehen, wenn auch die Sportfreun auf Grund des Platzvorteils die besseren Aussicht erwarten einen ausgeglichenen Kampf.? mit einem knappen Sieg der Sportfreunde enden dürf Wettere Spiele: SV. Alstedde— Lünen 19 Borussia Höchsten— SV. Wandhofen Sus. Neuasseln— VfR. Asseln Fortuna Derstfeld— Germania Stockum Alemannia Scharnhorst— 2C. Rahm Alemannia Raurel— Urania Lütgendortmund Jnsen— SV. Bergkamen VfL. Kurl— Westfalia Wickede Viktoria Lünen— Germania Brechten Germania Lünen— Eintracht Raurel Barop— SV. Menalingbausen Minister Stein— Schwarz=Weiß Dortmund sitzt, zu Ehren der gefallenen Kameraden einen schlichten Gedenkstein aufzustellen und zum 30jährigen Bestehen zu weihen. Holzwickede.(Immer rechts fahren.) Es gibt Radfahrer, die sich einfach nicht an die Verkehrsregel gewöhnen wollen. So kam es am Mittwochabend auf der Steinbruchstraße dadurch zu einem Verkehrsunfall, weil zwei Radfahrer auf der linken Straßenseite gemütlich nebeneinander herfuhren. In der Kurve gegenüber des Bauern Spielfeld wurde der linke Radfahrer von einem aus der Massener Heide kommenden Motorradfahrer angefahren. Beide Fahrer flogen auf das Straßenpflaster. Während der Motorradfahrer mit leichteren Verletzungen davonkam, hatte sich der Radfahrer erhebliche Kopfverletzungen zugezogen. Freitag, den 21. August Kreis Dortmund MarsehKorne-Wamben. 20 Uhr: Antreten teilnehmer am Reichsparteitag feldmarschmäßig auf dem HJ-Platz, Ostrandweg 23. NSDAP. Aplerbeck. Parteigenossen, die noch mit nach Nürnberg wollen, mögen sich sofort auf dem Parteibüro melden. „„PALAP. D.-Hafen. 20 Uhr: Antreten sämtlicher Politischen Leiter zur Ausbildung auf dem Mendespielplatz. „IITTRTT•IT SHIIITlicher Marschteilnehmer für den Reichsparteitag in Nürnberg mit Tornister. Brotbentel und Feldflasche, also feldmarschmäßig(Besichtigung), in der Paul-Gerhard-Schule. NSDAI. Wellinghofen. Zum Reichsparteitag in Nürnberg können noch eine Anzahl Parteigenossen als Zivilteilnehmer mitfahren. Meldungen sind bis spätestens 20 Uhr in der Geschäftsstelle einzureichen. NSDAP. Wickede-Asseln. 20.15 Uhr: Ausbildung ger Folitischen Leiter im Lokal Strathmeier in Wiekede. NSDAP. Politischen Brotbentel Eving. 20 Uhr: Antreten sämtlicher Leiter mit Tornister, Feldflasche und am Mendespielplatz. NSDAP. der Zellen. Lünen-Mitte. 20 Uhr: Versammlung und Blockleiter bei Gebhardt. Frauenschaft, Kreis Dortmund teilnehmerinnen wollen sich zur Eintrittskarten für die einzelnen in Nürnberg mit ihrer zuständigen Ortsgruppe in Verbindung setzen wünschten Karten anfordern, und Alle NürnbergErlangung der Veranstaltungen politischen und hier die gezwar sofort. Sonnabend, den 22. August N im SDAP. Lokale Kreis Unna Lünern. 20 Uhr: Amtsleiterbesprechung Meininghaus. Die WIZ wirbt immer erfolgreich! Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuch von Kirch hörde, Band 17, Blatt Nr. 400 eingetragene, nachstehend beschriebene Grundstück am 15. September 1936, 9 Uhr, an der Gerich sstelle, Gerichtsstraße 22, Zimmer Nr 77, versteigert werden Lfd. Nr. 1, Gemarkung Kirchhörde, Flur Nr. 7, Parzelle Ni 477/15 etc., Grundsteuermutterrolle N“. 1053, Gebäudesteuerrolle Nr. 1203, Wohnhaus mit Hofraum, Jagdbausstraße 1, Größe 3 a 80 qm, Einheitewert per 1. 1. 1935: 10 500.— RM. Der Versteigerungsvermerk ist am 5. Mai 1936 in das Grundbuch eingetragen. Als Eigentümer war damals die Witwe Aufsehers August Schlüter, Emma geb. Schreer, in Hombruch mit ihren Kindern Alma, Elfriede, Emma, August, Karoline und Walter in fortgesetzter westf. Gütergemeinschaft eingetragen. Bekanntmachung! Die Ausführung der Erd=, Maurer= und Eisenbetonarbeiten für den Neubau der Lokdienstleitung für das Bahnbetriebswerk in Wuppertal Bohwinkel, Pers.=Bhs., sollen vergeben werden. Verdingshefte werden, sowett der Vorrat reicht, von der unterzeichneten Stelle kostenlos ab gegeben oder gegen Einsendung von 0.25 RM. in Briefmarken übersandt Nähere Auskunft gibt die Bahn meisteret Wuppertal=Vohwinkel 1, bei der auch die Zeichnungen ausliegen. Angebote sind bis zum 27. August 1936 vorm. 11 Uhr im verschlossenen Briefumschlag mit der auf dem Verdingsheft angegebenen Anschrift versehen, dem unterzeichneten Reichsbahnbetriebsamt einzusenden. Zuschlagfrist 4 Wochen. Fertigstellung innerhalb 10 Wochen. Wuppertal, den 18. 8. 1936. Reichsbahnbetriebsamt 1, Wolkenburg 12, Verdingung Die folgenden Arbeiten sollen vergeben werden: a) die Befestigung des Böschungskegels an dem Viadukt der Hengsteystraße in D.=Syburg, b) die Kanalisierungsarbeiten auf dem Parkplatz zwischen Hohe und Ruhrwaldstraße nördlich der Bergisch=Märkischen Eisenbahn. Verdingungsvordrucke können, soweit der Vorrat reicht, im Westfalenhaus, Hansastraße 11, III. Obergeschoß, Zimmer 312, gegen Erstattung der Selbstkosten bezogen werden. Einreichung der verschlossenen Angebote daselbst bis zu dem am Freitag, dem 28. August 1936, 11 Uhr stattfindenden Eröffnungstermin. Zuschlagsfrist: 4 Wochen. Die Vergebung unterliegt als Vergebung einer öffentlichen Stelle der Verordnung zur Ergänzung der V. O. über Preisbindungen und gegen Verteuerungen der Bedarfs deckung vom 29. 3. 1935(RGBl. 35 1 S. 488). Dortmund, den 20. August 1936. Der Oberbürgermeister. TILFLN Bekanntmachung. Auf die im Amtsblatt der Regierung in Arnsberg, Stück 25, vom 20. 6. 1936, vom Regierungs=Prästdenten in Münster als Wasserpoltzeibehorde der Lippe veröffentlichte Polizeiverordnung vom 20. 5. 1936 betr. Badeverbot in der Lippe von Schleuse Beckinghausen bis unterhalb Haus Buddenburg wird hingewiesen. Lünen, den 17. August 1936. Der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde. QualitätsWasch-Maschinen für Handbetrieb mit Wasser- Motor od. elektrischem Antrieb, Wringmaschinen Wäschepressen Kesselöfen Eisschränke Eismaschinen kaufen Sie bei fachgemäßer Beratung zu günstigen Preisen bei KIOINNNNTT-MINATNN MARIA ANDERGAST WOLFG. LIEBENEINER GEORG ALEKANDER Jox sröckL Die glänzende Besetzung, eine leichtbeschwingte Handlung und die teenhaften Bilder von Nächten auf der Donau, voll von Musik u. Melodien, singen und klingen zusammen. Ein Rausch der Melodien und der Herzen IM BEIPROGRAMM: Kulturfilm: Kind u. 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Sogar die Fähre, die ihnen morgens von den Bauernhöfen die Milch bringt, ist Meisterstück ihrer Arbeit. ein Es ist lohnend und interessant, noch einmal auf ein Ereignis zurückzukommen, das in der Fülle der olympischen Geschehnisse nicht aus führlich gewürdigt werden konnte: auf die Tatsache, daß im Olympialager der Hitler Jugend im Grunewald erstmalig einem inter nationalen Publikum, das aus dem Olym pischen Komitee mit seinem Präsidenten, aus Pressevertretern und Sportlehrern fast aus der ganzen Welt und aus Jugendabordnungen aller am Olympia beteiligter Staaten bestand ein Querschnitt durch die körperliche Erziehungs und Ertüchtigungsarbeit der Hitler=Jugend in Vorführungen gezeigt wurde. Man muß sich schon den ganzen Aufwand an Hetzpropaganda vor Augen halten, man muß sich die Tatsache zurück ins Gedächtnis rufen, daß gerade die Erziehungs= und Erneuerungsarbeit des Nationalsozialismus an der Jugend als„schwerste Gefährdung des Friedens“ betrachtet wurde, man muß endlich selbst im Ausland mit sonst recht intelligenten Menschen gesprochen haben, die mit allen Anzeichen tiefsten Entsetzens von der„kriegerischen Erziehung“ der HI redeten, um den Sinn dieser Besichtigung recht begreifen, aber auch den Reiz der Lage, die manchmal dabei ent stand, voll erfassen zu können. Die junge Mannschaft und ihr Tied Arbeitsdienst und HJ erarbeiten und ersingen sich die Zukunft Für den Krieg gerüstet? Wie alle Dinge des menschlichen Lebens von verschiedenen Seiten beleuchtet werden müssen, will man sich ein klares Bild von ihnen machen, muß man auch den Arbeitsdienst in allen seinen Einrichtungen sich vor Augen führen, um den Erfolg seines Wirkens materiell und vor allem auch ideell ganz zu erkennen Es ist hier nicht der Platz dazu, und es ist auch nicht die Absicht, über das Wesen des Arbeitsdienstes an sich, über seine Bedeutung für die Erziehung der jungen Menschen zu anständigen Charakteren schlechthin einen Beitrag zu liefern. Hier soll nur ein Gebiet beleuchtet werden, das aus eigener Anschauung und aus eigenem Erleben zu den größten und schönsten Dingen gehört, die der Arbeitsdienst, und damit die nationalsozialistische Bewegung der „Heiliges Feuer brennt in dem Land, Auf wacht das Volk aus dem Schlafe, Brüder, wir reichen zum Bund uns die Hand, Wir wollen Ehre statt Strafe. Arbeit soll adeln die Taten— Und wir sind der Arbeit Soldaten.“ Zu neuem Leben, zu neuen Taten ist die deutsche Jugend erwacht. Der Adel der Arbeit ist letzter Sinn all ihres Schaffens geworden, und dazu singt die Hitler=Jugend: „Auf hebt unsere Fahnen In den frischen Morgenwind, Laßt sie weh'n und mahnen, die, die müßig sind.“ Vorwärts drängt die Jugend, sie hat neben täglichen Arbeit das große Ziel ihres der Redie von SilteShseund daoprshedier Ga.)e Ledens vor Augen. Die Jahne mit dem Son Reoe vom Singen und von neuen Liedern sein. Das Ideal der Jugend . nahts vermag auf echte Jungen und Mädel einen stärkeren Eindruck zu machen als ein Lied, das ihrem Denken und Fühlen entsprungen ist, und das das in Worte und Melodien kleidet, was der einzelne unfähig wäre, auszusprechen und auszusinnen, und das trotzdem sie alle bannt, weil ein Begnadeter aus ihren Reihen es sang. Man komme uns nicht mit dem Einwand, daß sich echte Jungen nur an rauhen Landsknechtsliedern begeistern können. Ist es an sich schon verfehlt, die heutige Jugend mit der Jugend der Nachkriegszeit zu vergleichen, so ist es ebenso trugschlüssig, zu meinen, daß die heutige Jugend durchaus jedes derbe Wort und Lied ablehnt und sich nur an reiner Lyrik zu erfreuen in der Lage wäre. Nicht das ist es, was die heutige Jugend von den herumlaufenden Haufen klassenkämpferischer junger Menschen der Nachkriegszeit unterscheidet, sondern die Verbindung und nenzeichen ist ihr Symbol. Wehen und mahnen soll sie. Sie ist Mahner im Kampf gegen alles Seichte und Morsche. Wer zu ihr steht, kann nicht mehr von ihr lassen. Wen sie einmal gefangenhält, der muß bei ihr bleiben. Eine Fahne tragen Hitler=Jugend und Arbeitsdienst. Mag auch die äußere Gestalteing sich unterscheiden. Beide finden sich in dem Siegeszeichen des Hakenkreuzes. Freudige Tat ist ihnen allen das Leben, das schön und bunt leuchtet. Jeder von ihnen ist Soldat des Führers, das allein ist ihre Auszeichnung, das allein sind ihre Pflichten. W. Erdmann. In dieser Hinsicht hatte der Tag in dem Olympialager selbst übrigens bereits ein Vor spiel, denn in den Gruppen ausländischer Olympiagäste, die die Tage und Wochen vor her das Lager besuchten, waren gar manche, die sich mit Vorliebe an die jüngsten Pimpfe herangemacht und ihnen die für uns heitere Frage gestellt hatten, ob sie sich denn auf den nächsten Krieg freuten, und ob sie wohl auch das Handwerk des Krieges gut gelernt hätten... Die Pimpfenantwort, daß man sich auf etwas derartiges keineswegs freue, daß man darauf durchaus nicht brenne, irgend jemanden totzuschießen, daß man sich aber allerdings auch ebensowenig von irgend jemanden totschießen lassen wolle, erfuhr nun durch diese zusammengefaßte Vorführung aus der gesamten körperlichen Ertüchtigungsarbeit der HJ ihre greifbare Bestätigung und einprägsame Beleuchtung. Zwar friedlich, aber doch kraftvoll und entschlossen, wirkte dieses Schauspiel auf jeden, der ihm beiwohnte. Es war tatsächlich so, wie der Reichsjugendführer in seiner Begrüßungsansprache angekündigt hatte, daß alles gezeigt und nichts verheimlicht wurde. Sogar ein kurzes Zielschießen auf farbige kleine Ballons mit Luftdruckgewehren fehlte nicht. Uebrigens ist Schießen eine Sportart, die auch im olympischen Programm zu finden ist. Wenn möglich noch„olympischer“ waren alle anderen Teilstücke der Vorführung, die ausnahmslos auf der Linie des Strebens nach dem olympischen Ideal einer sportlichen Menschheitsertüchtigung lagen, worauf der Reichsjugendführer die Herren des Olympiakomitees gleich am Anfang noch besonders hingewiesen hatte. Die Exaktheit, Disziplin und Härte der Gruppenvorführungen, der hohe Leistungsdurchschnitt und die Schnelligkeit, mit der z. B. die besagten Ballönchen in der Luft zerplatzten, stimmten einige Gesichter etwas nachdenklich. Einer der Gäste meinte dann auch gesprächsweise, eine solche Jugenderziehung habe, wenn sie auch nicht am Kriegsgerät stattfinde, doch wohl auch ihren militärischen Wert. Ihm wurde erwidert, daß es wohl schwer sein würde, solchen Wert immer und unter allen Umständen zu vermeiden; jemand sagt auch heiter, aber durchaus richtig, daß ja selbst die sonst so umsichtigen und vorsorglichen Väter von Versailles es unterlassen hätten, der deutschen Jugend das Laufen, Springen und geregelte Atemholen zu verbieten. Im übrigen wäre niemand in Deutschland, und bestimmt auch kein einziger unter den vorführenden deutschen Jungen darauf versessen, seine Kräfte an irgendeinem unserer Nachbarn zu messen, solange man uns den Frieden ließe. Anerkennend äußerten sich die Mitglieder der portugiesischen Jugendabordnung, die einen überraschend guten, sympathischen und straffen Eindruck machten. Es war überhaupt interessant zu beobachten, wie sehr die politische Verfassung der Heimat die Haltung, Disziplin und das Aussehen der sie hier vertretenden Jugendgruppen bestimmte. Am bemerkenswertesten erscheint uns das Urteil zweier schwedischer Sportlehrer und eines brasilianischen Sportführers. Die beiden Schweden, deren Urteil in sportlichen Dingen als Sportlehrer sowohl wie auch als Bürger eines Landes, dessen Gymnastik schon seit langem einen international anerkannt hohen Stand erreicht hat, schwer wiegt, sprachen mit großer Bewunderung von dem Gesehenen und äußerten u. a., sie wären nach diesem Lagerbesuch endgültig davon überzeugt, daß Deutschland mit einem solchen Nachwuchs das hohe sportliche Niveau der XI. Olympiade nicht nur halten, sondern vielleicht sogar noch steigern werde. So sei Deutschland auf diesem wichtigen Gebiete menschheitlicher Fortentwicklung führend geworden, und werde es voraussichtlich auch bleiben, womit ihm die größte Bedeutung für die Hebung des allgemeinen sportlichen und körperlichen Leistungsstandes der gesamten Kulturmenschheit zukomme. Der Brasilianer erzählte von dem schweren Kampf, den sein Land erst vor kurzem mit der bolschewistischen Gefahr auszufechten hatte und betonte, daß deren dauernde Ueberwindung ohne das deutsche Vorbild wohl auch in Südamerika kaum denkbar wäre. Er schloß in südländisch warmherziger Begeisterung mit den Worten: Es lebe die deutsche Jugend, mit der uns ein gleiches Ideal verbindet, es lebe Deutschland und sein großer Führer Adolf Hitler, der von uns wie ein Heros angesehen wird! Dr. J. B. Erntehilfe der deutschen Jugend Bereits 6000 junge Deutsche durch den Tanddienst der HJ umgeschult Die Ausrichtung der gesamten deutschen Jugend auf die lebens= und arterhaltenden Werte des Bauerntums beginnt nun Früchte zu tragen. Früher stand der nicht auf dem Lande geborene Teil dieser Jugend der Arbeit und den Sorgen des Bauern gleichgültig und verständnislos gegenüber, ja einem großen Teil von ihr waren Saat und Ernte Begriffe die nur in einer verschwommenen Romantik Ausdruck fanden. Der Reichsbauernführer hat den wahren Grund dieser Erscheinung in seiner Rede an die deutsche Jugend klar zum Ausdruck gebracht:„Wir sind deshalb in unserer nationalsozialistischen Aufklärungsarbeit davon ausgegangen, daß das Nichtverstehen und Aus einanderleben von Stadt und Land seinen tiefsten Grund hat im gegenseitigen Nicht kennen.“ Hier hat die Arbeit der Hitler=Jugend eingesetzt. Die junge deutsche Nation weiß nun, daß mit der nationalsozialistischen Agrarpolitik ein Erneuerungsprozeß eingeleitet worden ist, der in seinen letzten Zielen dem ganzen Volk dient. Aber mit dem Erkennen und Verstehen allein ist es nicht getan. Das Schicksal hat das deutsche Volk auch in diesem Jahr mit einer reichen Ernte gesegnet. Ein fühlbarer Arbeitsräftemangel auf dem Lande kann einen Teil Strafrecht und Kriminalität der Jugendlichen „Es geht um die Erfassung und Erziehung aller wertvollen Kräfte der Jugend“ Ueber die Reformbedürftigkeit des Jugend „„ A Geroindung Und Aeber die Resorideburftichkeit des Gugeno Texschmelzung des Revolutionär=Draufgänge= gerichtes besteht kaum ein Zweifel. Unterschied mirrlicher Lyrik. Es braucht dabei lich sind lediglich die Auffassungen über den nicht betont zu werden, daß die heutige Jugend Weg der Neuordnung. Die Besonderheit des von vornherein alles das ablehnt, was sie als Jugendstrafrechtee weichlich empfindet und das ihrem Ideal von männlicher Größe und echtem, fraulichen Empfinden nicht entspricht. Das Tied— Ausdruck der Haltung Für den oberflächlichen Betrachter bietet die neue deutsche Jugend schon rein äußerlich den Beweis für ihre grundlegende Wandlung. Das zeigt die Jugend allein in ihrer Haltung. Jugendstrafrechtes liegt in der Abwägung und klaren Scheidung von Strafe und Erziehung. Während das kaiserliche Deutschland jugendliche und erwachsene Rechtsbrecher vor die gleichen Gerichte stellte und gemeinsam in die Gefängnisse steckte, schuf der Weimarer Staat im IGG. ein Jugendstrafrecht, das, wie Prof. Friedrich Schaffstein es bezeichnet, Schrittmacher sein sollte für eine Umgestaltung des Strafrechtes überhaupt im Sinne eines humanisierenden Für den, der sich aber näher und eingehender Fürsorgerechts, in welchem„Maßnahmen päda mit der jungen Generation befaßt, zeigt sich in sogisch=medizinischer Art“ die echte Strafe eroer inneren Wandlung und in dem Suchen nach neuen Werten deutlicher und eindringlicher der Geist, der einmal das ganze Volk ausrichten soll. Nichts vermag besser diesen Geist zu demonstrieren als die Lieder die die Jugend singt und die Gedichte, die sie bei ihrem Zusammensein vorträgt. Hat die Hitlerjugend hier schon wirkliche Vorarbeit geleistet, so wird diese Arbeit im Arbeitsdienst setzten. Daß in dieser Richtung zu einer klaren Scheidung von Strafe und Erziehung weder theoretisch noch in der Gerichtspraxis zu ge langen ist, hat sich in der Tätigkeit der Jugend# gerichte bis auf den heutigen Tag erwiesen. Die Folge war ein Zusammentreffen von Jugend und Strafgericht, das weder in der Rückführung jugendlicher Rechtsbrecher zur Volksgemeinschaft noch in der radikalen Ausmerzung ausgevaut. Daß der Arbeitsdienst aber asozialer Elemente eindeutige Wirkungen hatte. in dieser Richtung schon weiter ist als die Hitlerjugend, ist kein Zeichen dafür, daß er besser ist; es ist nur eben der Beweis dafür, daß in dem ständigen Beisammensein mehr geleistet werden kann als in zwei= oder dreimaligen Zusammenkünften. Wir denken bewußt an das Alltägliche, das sich hier wie dort in hervorragendem Maße äußert. In der Hitlerjugend wird der Grundstein für das spätere Die Abänderung des gegenwärtigen Zu standes wird nun zweifellos nicht in der Weise erfolgen können, daß man zu alten Gepflogenheiten zurückkehrt. Eine Gleichstellung von Jugendlichen und Erwachsenen hinsichtlich ihrer strafrechtlichen Behandlung dürfte derjenige Weg sein, der einer volksgemeinschaftlichen Erziehung am wenigsten ansteht. Zweifel in die Daseinsberechtigung eines eigenen Jugend Denken und Handeln der jungen Menschen ge strafrechtes zu setzen, haben wir heute weniger legt. Der Arbeitsdienst ist in der glücklichen denn je Anlaß. In allen Lebensbereichen ist der Lage, auszubauen. Bleiben die Ideen von der gemeinsamen Arbeit am deutschen Boden als beste Erziehung zur Gemeinschaft aller Stände und Berufe in der Hitlerjugend noch Theorien, so werden sie im Arbeitsdienst blutvollste Wirklichkeit. Dagegen aber wird schon in der Hitlerjugend das zur Wirklichkeit, was eben der Arbeitsdienst nur noch fördern kann: die Ausrichtung des Geistes auf das große Ziel, die Verlebendigung der Gedanken vom Erziehungsgedanke aufs stärkste zur Geltung gekommen. Für das Strafrecht gilt im besonderen der Grundsatz, daß wir auf keine Werte und Anlagen, auf keinen Jugendlichen verzichten können, der noch einen Dienst verrichten kann und von dem noch eine Leistung für die Gemeinschaft zu erwarten ist. Im Sinne dieser planvollen Erziehung jugendlicher Rechtsbrecher, von der die unerbittSroben, Tatesend und der ste all umschließen= xrennen ist, wendet sich die nationasozalsische den Mutter Erde. Jugend auch gegen die schematische Amnestierung Jugendlicher. In zwei bemerkenswerten Aufsätzen hat Hanns Anderlahn(„Das Junge Deutschland“, Heft 3 und Heft 8 1936) in die sem Zusammenhang die Straffälligkeit der Ju gend in den Jahren 1934 und 1935 einer tri tischen Betrachtung unterzogen. Die von ihm erstmalig veröffentlichten Ergebnisse der Erhebung der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe spiegeln deutlich den Einfluß der Beseitigung der Arbeitslosigkeit sowie der Erziehungsbestrebungen in den nationalsozia listischen Jugendverbänden. Die infolge des inneren wirtschaftlichen und sozialen Verfalls bis 1933 angestiegene Kurve der Kriminalität begann seit der Machtübernahme unaufhaltsam zu sinken. Doch eine gesunde Jugend Wenn die absoluten Zahlen des Jahres 1935 eine Steigerung gegenüber denen des Jahres 1934 aufweisen, dann besteht nach den vorerwähnten Angaben keineswegs Veranlassung, auf eine tatsächliche Ausbreitung der Straffälligkeit zu schließen. 1935 trat der zweite geburtenstarke Jahrgang mit 1238 844 Jugendlichen in das strafmündige Alter ein, während ein geburtenschwacher Jahrgang ausschied; zudem wurde im Jahre 1934 auf Grund der erwähnten Amnestie eine erhebliche Anzahl Verfahren Jugendlicher ausgesetzt, so daß nunmehr ein Vergleich zwischen den beiden Jahren eindeutig auf einen relativen Rückgang der Kriminalität und zwar sowohl in der Zahl als in der Schwere der Taten hinweist. Wer also ein Interesse an dem gegenteiligen Ergebnis dieser Untersuchungen hatte, sieht sich enttäuscht. Wenn es nach der politischen Umwälzung von 1933 noch eines Beweises bedurft hätte, daß die deutsche Jugend in ihrem Kern gesund und allen Erziehungseinflüssen zugänglich ist, dann hat die Kriminalstatistik über die Straffälligkeit in den Jahren 1934 und 1935 allen irgendwie gearteten Zweifeln die Grundlage entzogen. Wenn heute unter besonders aktiver Anteilnahme der nationalsozialistischen Jugend selbst In die Neugestaltung ihrer sozialen Verhältnisse, im besonderen auch ihres eigenen ist geStrafrechtes, herangegangen wird, dann nicht diese sozial beeinträchtigte, allseitig fährdete, sondern die gesunde und leistungs fähige Jugend Maßstab der Neuordnung. Nicht Verfallszeichen, sondern Leistungswerte werden gesehen; am Gesunden richtet sich das nationale Leben aus. Die Strafrechtserneuerung unterscheidet sich hier in ihrem Grundsatz nur wenig von der sozialpolitischen Gesetzgebung und ihrer Bedeutung. In der Leistung des einzelnen für die Gemeinschaft ist der Zusammenhang aller Probleme des sozialen Lebens gegeben. Wenn die Hitlerjugend unentwegt auf eine Neuordnung des Arbeitsschutzes und der Berufsausbildung hinwirkt, um auch auf diesem— nicht dem unwesentlichsten— Wege die Mobilmachung aller Leistungskräfte zu betreiben, dann erfahre. diese mehrjährigen Bemühungen auch aus de: Kriminalstatistik ihre Unterstützung. Aus der Gruppe der Ungelern ten rekrutieren sich die besonders Gefährdete dieser Ernte, den Erfolg der Erzeugungsschlacht gefährden. Da springt jetzt die Jugend in die Bresche. Neben der Wehrmacht und dem Arbeitsdienst wird die Hitler=Jugend an die Seite des Bauern treten. Der Landdienst der Hitler=Jugend hat bis heute über 6000 junge Deutsche in die Landwirtschaft umgeschult und auf dem Lande angesetzt. Längst sind die Pioniere jungen Einsatzwillens zu vollwertigen Helfern und Arbeitskameraden des Bauern geworden. Städtische Jugend ist so zum Träger eines neuen Lebensbegriffes geworden und sie hält hier enge Kameradschaft mit der Jugend des Landes. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht hat der Reichsbauernführer das deutsche Bauerntum zum erhöhten Anbau von Lein aufgerufen. Der deutsche Bauer ist gern und freudig diesem Appell nachgekommen, gilt es doch, nicht nur einen weiteren Schritt zu tun zur Unabhängigmachung vom Auslande, sondern diesmal auch dem Führer selbst ein Geschenk zu machen. Die Adolf=Hitler=Flachsspende wird jedem Soldaten unserer Wehrmacht zu einem neuen Drillichanzug verhelfen und damit sinnfällig die enge Verbundenheit zwischen Heer und Bauerntum zum Ausdruck bringen. Da das Einbringen der Getreideernte die Arbeitskraft der Landbevölkerung voll beansprucht, wird die gesamte Landjugend in einer groß durchgeführten Aktion die Bergung der Flachsernte allein durchführen. In den Abendstunden und an den Sonntagen wird die Jugend unter Führung des Jugendwartes nicht nur die Ernte durchführen, ondern auch die weitere Behandlung des Flachses. Am Erntedanktag dieses Jahres wird der Reichsbauernführer diese Spende dem Führer als sichtbares Zeichen des Dankes und der Verehrung des deutschen Bauerntums übergeben. Mit der Bergung der Ernte erwächst so aus dem Willen der gesamten deutschen Jugend zu Einsatz und Leistung die Brücke von Stadt zu Land, unserem Volke zum Segen. Nachrichten=Einheiten der HI Eine Anordnung des Reichsjugendführers rekrutieren sich die besonders Gefährdeten und Schwerkrimiaellen. Wo die innere Ver bindung zur Arbett und damit der Dienstge danke im eigenen Werk illusorisch geworden ist, stellt sich, wo die Voraussetzungen im Menschen gegeben sind, als weiterer Fortgang des Verfalls die allmähliche Lösung aller anderen überpersönlichen Bindungen ein. Hier liegt die staatspolitische Bedeutung einer gesunden Arbeitsgestaltung und Berufserziehung. Kein Zweifel also, daß es nicht mit einem neuen Jugendstrafrecht, dem der nationalsozialistische Erziehungsgedanke in besonders glücklicher Weise zugrundeliegt, getan ist, sondern daß wesentliche Vorsorge durch eine Berufsführung geleistet werden muß, die keine Leistungswerte in der deutschen Jugend unberückichtigt läßt. An die Neufassung des Jugendgerichtsgesetzes werden im Grunde keine anderen Erwartungen geknüpft als an das seit angem diskutierte Berufserziehungsgesetz, dem die Lösung des Problems der Ungelernten vorbehalten bleibt; es geht um die Erfassung und Erziehung aller wertvollen Kräfte der Jugend! Wir können es uns nicht leisten, auf irgendwelche Menschen, die an sich der Gemeinschaft gehören, aus Unachtsamkeit oder mangelnder Hilfsbereitschaft zu verzichten. Um die in der HJ auf dem Gebiete des Nachrichtenwesens eingesetzten Kräfte planmäßig zu sammeln und besonders veranlagte Hitler=Jungen als Nachwuchs auf diesem Gebiet zu schulen, hat die Reichsjugendführung die Aufstellung von Nachrichten=Einheiten in der HI angeordnet. Diese unterstehen unabhängig von ihrer anfänglichen oder späteren Stärke ebenso wie alle anderen Sondereinheiten(Luftsport=, Marine=, Motor=Einheiten) unmittelbar dem Führer des Bannes. Ueber die Ausbildung, den Dienstanzug und die Ausrüstung erlassen das Amt für körperliche Schulung bzw. das Organisationsamt der Reichsjugendführung weitere Richtlinien. Es ist vorläufig für jeden Bann eine Nachrichten=Einheit in Stärke einer Schar vorgesehen. Die Aufstellung soll dort erfolgen, wo es die Organisation der HJ zuläßt und die Ausbildungsmöglichkeiten vorhanden sind Mit der Genehmigung der Aufstellung von Nachrichten=Einheiten sind die Art und die Zahl der Sonderformationen in der Hitler=Jugend endgültig festgelegt. Weitere Sondereinheiten dürfen nicht aufgestellt werden, bestehende werden aufgelöst. Letzteres trifft auf die zur Zeit noch in einigen Gebieten bestehenden Pionier=Einheiten zu, die gegebenenfalls in die Nachrichtenscharen zu überführen sind. In den Gebieten, in denen eine Pionier=Ausbildung noch erforderlich erscheint, kann sie unter besonderen Bedingungen zusätzlich zu dem übrigen HJ=Dienst durchgeführt werden. Vor ta Verantwortlich: E. Aeckersberg, Dortmund Die herr vorüber und überreiche L deutschen Fu eine unverst vorhandenes auch nicht! füllen, so gil gaben zu rü spiele müssen November be der geforder unter den Italien befi schaft jetzt Turnier gen Schottland i vergleichen k Länderkämpft für Jahr Hi geisterungsta Mannschafti siegt. Auch gegenüber E kann man sie leicht ausmal Eröffnet dem Kampf in Warsch dieses Spiel Gründe zwa schau. Wir Olympischen Leistungen vo schau eines e Mannschaft! 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August 1936 Westfälische Landeszeitung Rote Erde Vor sechs Fussball-Länderspielen Italien-Deutschland im Olympia-Stadicn herrlichen Tage der Olympischen Spiele sind vorüber und mit ihnen das an Ueberraschungen so überreiche Olympische Fußballturnier, Konnten die deutschen Fußballspieler in diesem Turnier durch eine unverständliche Nervosität, die sie ihr wirklich vorhandenes großes Können einfach vergessen ließ auch nicht die hochgeschraubten Erwartungen erfüllen, so gilt es erst recht, für die kommenden Aufgaben zu rüsten. Nicht weniger als sechs Länderspiele müssen unsere Nationalmannschaften bis Mitte November bestreiten, daraus ergibt sich die Größe der geforderten Leistung von selbst, zumal sich unter den Gegnern Länder wie Schottland und Italien befinden. Daß Italien zur Weltmeisterschaft jetzt auch die Goldmedaille im Olympischen Turnier gewinnen konnte, weiß jedes Kind. Und Schottland ist, wenn man diese Gegner überhaupt vergleichen kann, noch höher einzuschätzen. In den Länderkämpfen Schottlann— England, die Jahr für Jahr Hunderttausende in einen wahren Be geisterungstaumel versetzen, wurde die englische Mannschaft in Glasgow seit 1927 regelmäßig besiegt. Auch in der Gesamtbilanz schneidet England gegenüber Schottland sehr viel schlechter ab. So kann man sich die Schwere des Spiels in Glasgow leicht ausmalen. Eröffnet wird die Reihe der Länderspiele mit dem Kampf gegen Valen, der am 13. September in Warscheu vor sich geht. Ursprünglich sollte dieses Spiel in Posen stattfinden, doch technische Gründe zwangen zu einer Verlegung nach Warschau. Wir haben die polnische Llannschaft im Olympischen Lurnier gesehen, wo sie imponierende Leistungen vollbrachte. Es wird also schon in Waru eines einwandfrei guten Spiels der deutschen Mannschaft bedürfen, um erfolgreich abzuschneiden Schon vierzehn Tage später, am 27. September prag der Länderkampf mit der Tschechoslowakei zum Austrag. Im Vorwir die tschechische Mannschaft in Dresden knapp besiegen, in Prag ist die Aufgabe natürlich unendlich viel schwerer. Fußballkünstler wie sie in der Nationalmannschaft der Tschechoslowakei stehen, gibt es nicht viele in Europa. Der gleiche Tag bringt dann übrigens noch das Länderspiel mit Lurembura in Krefeld. Anfang Oktober geht es dann auf die Reise nach dem britischen Inselreich. Am 14. Oktober steigt in Glasaow der schon oben erwähnte Kampf mit Schottland, und drei Tage später bereits ist Irland in Dublin unser Geaner. Der 15 dann den Kampf gegen den Welt* Italieim Olympischen Stadion zu Berlin. An der gleichen Stelle, wo sich Italiens Angteure die Goldmedaile erkämpften, werden die nealmamnschaft antreten. Kaobhrszmtee ker. hisballsportlichen Ereignisse m dieHoher Sieg von Schalke 04 Salzuflen trug Schalke 04 mit einer aus Salzuflen und Herford gestellten Elf einen Fußball=Freundschaftskampf aus. Die Schalter waren in famoser Form und siegten mit 9:0(5:0) Toren.—=(0:0) Richard Hofmann begnadigt Aus Anlaß der großen deutschen Erfolge bei den Olympischen Spielen in Berlin hat der Fachamtsleiter Felix Linnemann die gegen den bekannten Fußballspieler Richard Hofmann (Dresden) ausgesprochene Strafe auf Ausschluß aus dem Fachamt Fußball aufgehoben. Hofmann kann wieder Mitglied des Reichsbundes für Leibesübungen werden und wird am 25. Dezember 1936 spielberechtigt. Kraft führt im Rhön=Wettbewerb Norwegische Bauernführer auf der Wasserkuppe Wasserkuppe, 21. August. Am fünften Tage des Rhön=Segelflug=Wettbewerbs hatte ein von Westen kommendes Regengewitter das Rhöngebirge erreicht und hüllte die Kuppe wieder in dichten Nebel. Leider hielt die Knofe den ganzen Tag über an, so daß am Donnerstag nicht ein einziger Start ausgeführt werden konnte, sehr zum Leidwesen der wie immer zahlreich erschienenen Besucher, die, ohne einen Segelflug gesehen zu haben, die Kuppe wieder verlassen mußten. Unter den Besuchern befand sich auch eine Gruppe von norwegischen Bauernführern, die mit einem Berliner Autobus zur Kuppe kamen, nachdem sie die Olympischen Spiele gesehen hatten und nun in verschiedenen Gegenden Deutschlands herumgereist waren. Die Norweger wurden durch das Fliegerlager geführt. Sie zeigten besonders für die Wettbewerbsflugzeuge reges Interesse. Ein Besuch des gesamten Rhöngebirges an seinen schönsten und interessantesten Punkten steht auf dem weiteren Programm der ausländischen Gäste. Da auch am Mittwoch wegen des schlechten Wetters lediglich 18 Starts ausgeführt wurden, ist die Zahl der bisher im Wettbewerb gemachten Starts mit 167 nicht allzu hoch. Die Wettbewerbsleitung hat alle diese Flüge nunmehr ausgewertet, und es ergeben sich bis einschließlich Donnerstag folgende Punktzahlen für die am günstigsten liegenden Teilnehmer: Mit 419,5 führt der Flugzeugführer Kraft, von der Landesgruppe 15 Stuttgart, auf Typ Minimoa. Ihm folgen Steinig, von der Landesgruppe 6 Breslau, auf seinem Rhön=Sperber mit 311,5 Punkten; Flugkapitän Helm von der Deutschen Lufthansa auf Rhön=Sperber mit 291,15 Punkten; Müller(Köln) auf Rhön=Sperber mit 275 Punkten; Hanna Reitsch vom DFS. auf ihrem Rhön=Sperber pezial mit 259,25 Punkten; Spaethe von der Landesgruppe 7 Dresden auf Minimoa mit 236,31 Punkten; Schmidt(München), Inhaber des Weltrekords im Dauerflug, auf„Mü 13 m“ mit 234 Punkten; Blech, von der Landesgruppe 6 Breslau, auf Rhön=Sperber mit 230 Punkten; Riedel von der Deutschen Lufthansa auf Condor 2 mit 167,6 Punkten, und Hofmann, von der Landesgruppe 10 Paderborn, auf Rhön=Sperber mit 94,8 Punkten. Ho. Unsere Voraussagen Heute in Clairefontaine 1. R.: Ener Zidon— Lepy 2. R.: Winter Queen— Capelo 3. R.: Vertigineux— Ambush 4. R.: Barboteur— Rumball 5. R.: Sonny Boy— Imperatrice 6. R.: Silencieuse II— Fraulen Rennen in Strausberg am 20. August 1. R.: 1. Gnade(Lt. W. Hasse), 2. Ly, 3. Maar; drei liefen. Toto: 32. 2. R.: 1. Neandertal(P. Ludwig), 2. Lapsus, 3. Lysias; ferner liesen: Garconne, Metullus, Ligustrum. Toto: 26. Pl. 16, 16. 3. R.: 1. Atis(K. Narr), 2. Iberis, 3. Vido. 4. Lachtauve: ferner liefen: Falke, Geige, Cicero, Gallinella, Puppi, Schneekönigin. Toto: 171, Pl. 25, 15, 29. 4. R.: 1. Pallas Athene(G. Dolft), 2. Volmar, 3. Augenlicht, 4. Stefft; ferner liefen: Charlatan, Balilla, Aktta, Ronaldina, Lor#elei, Makalle, Ladoga. Toto: 60, Pl. 16, 44, 25, 13. 5. R.: 1. Hut ab(O. Schmidt), 2. Wilderer, 3. Glücksgöttin; ferner liefen: Tilia, Parsenn, Camée. Toto: 69. Pl. 16, 13. 6. R.: 1. Ophioch(I. Eperfessy), 2. Mönch. 3. Perlmutter: ferner liefen: Reichsmark, Trinum, Silen, Haus Thoma, Griselda, Palastharfe. Toto: 33. Pl. 14, 7. R.: 1. Pamela(H. Zehmisch), 2. Leony, 3. Fürst Casimir; ferner liefen: Nando, Paxheim, Perkeo, Glücksvogel. Toto: 48, Pl. 19, 37, 15. Rennen in Deauville am 20. August 1. R.: 1. Jehol(A. Tucker); 2. Brian Boroihme: 3. Flayor. Ferner: Masterful. Croir des Gardes, Dame des Bois, Alternance, Tout#n Rose, Tritonienne, Nat Tot. 48: Pl. 17, 21, 26. 2. R.: 1. Ticca Gari(P. Hervé); 2. Firozepore; 3 Sponge Cale. Ferner: anor. Torréon, Canopsu“, Feliarige, Chattière, Gaster Parade, Tot. 75; Pl. 21, 82, 14. 3. R.: 1. Samovar(R. Brethes); 2. Tréve des Confiseurs: 3. Frisquet. Ferner: Denver, Roi Mage II Tot. 29; Pl. 14, 18. 4. R.: 1. Master Patrick(R. Bretdes); 2. Chinchilla: 3. Forsythia. Ferner: Liserb, Stor of Persia. Tot. 53: Pl. 23, 20. 5. R.: 1. Durazzo(G. Delaurie): 2. Lang Bian; 3. Reine de Picardie. Ferner: Xylander, Nymph. Giska, Evoléne, Bon Alliage, Hay Market, Ardrossan, Jarana, Chad et Rat, Sadiya, Camerata, Montmirail, Alamo, Claros, Damier. Tot. 228; Pl. 79, 53, 33. Schach-Olympia München Für Deutschland endete der Tag mit einem erfreulichen Sieg über Schweden, er fiel allerdings nach erbittertem Kampf nur recht knapp, 4½:8¼4, aus. Sämisch gewann gegen Konnmark und Ernst gegen Larsson, während Richter, Ahues, Engels, Rellstab und Heinicke ihre Partien nur schlichten konnten. Michel gab gegen Bergkvist in einem aussichtslosen Endspiel auf Für die zweite, dritte und vierte Runde ist nach Erledigung der Mehrzahl der Hängepartien das Ergebnis wie folgt: Zweite Runde: Ungarn— Brasilien 6½4:2½; Italien— Estland 2:6; Rumänien— Norwegen Tschechoslowakei— Bulgarien 8:0; Schweiz gegen Schweden 2½:5½; Polen— Jugoslawien 4:3(eine Hängepartie); Deutschland— Frankreich 7:1; Lettland— Holland 5½:1 ¼(eine Hängepartie); Estland— Oesterreich 2½:5½; Litauen gegen Dänemark 1½:6½; Spielfrei: Finnland. Dritte Runde: Oesterreich— Litauen 4½:2½ (eine Hängepartie); Holland— Island 4½:3½; Frankreich— Lettland 3:5; Jugoslawien— Deutsch= land 3½:3½(eine Hängepartie); Schweden— Polen 2½:5½; Bulgarien— Schweiz 8:5; Norwegen gegen Tschechoslowakei 1½:5½(eine Hängepartie); Estland— Rumänien 4½:3½; Brasilien— Italien 4½:2½(eine Hängepartie); Finnland— Ungarn 1½:6½; Spielfrei: Dänemark. Vierte Runde: Italien— Finnland 3½:4½; Rumänien— Brasilien 3½:4½; Tschechoslowakei gegen Estland 4:4; Schweiz— Norwegen 4½:3½; Polen— Bulgarien 8:0; Deutschland— Schweden 4½:3½: Lettland— Jugoslawien 2:6; Estland gegen Frankreich 4½:3½: Litauen— Holland 2½:5½: Dänemark— Oesterreich 2:5(eine Hängepartie); Spielfrei: Ungarn. Nach der vierten Runde stehen folgende Länder an der Spitze: 1. Polen, 25 Punkte(eine Hängepartie); 2. Tschechoslowakei, 21½ Punkte(eine Hängepartie); 3. Deutschland, 20½ Punkte(eine Hängepartie); 4. Jugoslawien, 19½ Punkte(zwei Hängepartien); 5. Ungarn, 18 Punkte(war jedoch schon einmal spielfrei). Die fünfte Runde führte Deutschland und Bulgarien zusammen. Die deutsche Mannschaft führte beim Abbruch um die Mittagsstunde bereits 4:0. Richter siegte am Spitzenbrett gegen Gescheff durch einen scharfen Angriff auf der E=Linie. Einen sehr feinen Sieg errang Engels am zweiten Brett gegen Zwetcoff. Nach 19 Zügen opferte Engels einen Läufer und erzwang in wenigen Zügen ein undeckbares Matt. Zwetcoff mußte aufgeben. Der Kampf Dantscheff— Carls wurde abgebrochen. Der Bulgare dürfte Gewinnstellung haben. Sämisch kam gegen Kipproff bereits in der Eröffnung in Vorteil und siegte ziemlich rasch. Auch Michel, der diesmal am achten Brett antrat, konnte seine Partie gegen Martscheff zu einem Siege gestalten. Die Partien Rödl— Weinoff, Heinicke— Toscheff und Ernst— Fräncez wurden abgebrochen. Ergebnisse der fünften Runde bis zum Abbruch: Holland— Dänemark 2½:½; Frankreich— Litauen 2:5; Jugoslawien— Island 6½:½: Schweden gegen Lettland 2:1; Bulgarien— Deutschland 0:4; Norwegen— Polen 14:2½: Estland— Schweiz 2:1; Brasilien— Tschechoslowakei 1:2; Finnland gegen Rumänien 1½:3; Ungarn— Italien 3½:1¾. In der 6. Runde traf Deutschland auf Norwegen. Wiederum zeigten sich unsere beiden Spitzenspieler Richter und Engels in ausgezeichneter Form. Sie gewannen ihre beiden Partien mit außerordentlicher Sicherheit. Bei Abbruch war das Ergebnis der 6. Runde folgendes: Rumänien gegen Ungarn 0:1(Hängepartien), Tschechoslowakei gegen Finnland 5:1(2), Schweiz gegen Brasilien 4:4, Polen gegen Estland 4:3(1), Deutschland gegen Norwegen 2½:½(5), L##ttland gegen Bulgarien 5½:½(2), Island gegen Schweden 1½:3½(3). Litauen gegen Jugoslawien 8:4(1), Dänemark gegen Frankreich 4½½½(3), Oesterreich gegen Holland 4½:2½(1), Italien spielfrei. Die Alpenfahrt begann Ober 333 km von Luzern nach Lugano Hindenburg Minden stark beschäftigt Aehnlich wie Schalke 04 kann sich auch die Handball=Elf des MSV. Hindenburg Minden einer Fülle von Spielangeboten erfreuen, denen die Soldaten beim besten Willen nicht nachkommen können, obwohl sie vorhaben, vor Beginn der Meisterschaftsviele noch zahlreiche Freundschaftstreffen zu erledigen. An diesem Wochenende sind es gleich drei Begegnungen, die von den Pionieren bestritten werden. Am Freitag weilt der MSV. Hindenburg Minden beim VfB. Bielefeld zu Gast, am Sonnabend spielen die Mindener beim Post=SV. Hannover und am Sonntag stellen sie sich der Hildesheimer Eintracht. Borussia Dortmund erwartet VfK Hamm Der zweite Fußball-Sonntag im Gau Westfalen " Dortmund Nach dem verhältnismäßig schwachen Auftakt der westfälischen Fußballer am vergangenen Sonntag, ist auch am kommenden Sonntag die Ausbeute nicht sonderlich groß, denn die Mehrzahl der Vereine ist Verpflichtungen nach auswärts eingegangen. Trotzdem bleiben doch noch einige bemerkenswerte Spiele, die innerhalb der Gaugrenze zum Austrag kommen. Drei Treffen finden bereits am Sonnabend statt. In Dortmund treffen sich auf dem neuhergerichteten Borussen=Platz Borussia Dortmund und PfK. Hamm. Nachdem Borussia auf Lukaschewitz, der übrigens vom Gau inzwischen gesperrt worden ist, und auch auf den Mittelläufer Stachora verzichten muß, ist die Mannschaft nicht unerheblich geschwächt. So war der Auftakt am letzten Sonntag gegen Schwarz=Weiß Essen recht dürftig. Am Sonnabend wird aber August Lenz wieder bei den Borussen das Kommando übernehmen und unter diesen Umständen dürften die Borussen über den klassenniederen Gast wohl zu einem eindentigen Siege kommen. Ein weiteres Samstag=Spiel steigt in Gelsenkirchen zwischen Gelsenguß Gelsenkirchen und SVg. Erle 08. Hier stellt sich der Vertreter der Gauklasse dem vorjährigen KreisklassenMeister und Neuling der Bezirksklasse, und dennoch muß man den Ausgang des Treffens offen lassen, ba die Neulinge aus Gelsenkirchen über eine sehr spielstarke Mannschaft verfügen, die selbst den Erlern erfolgreichen Widerstand leisten könnte. Das dritte Samstag=Spiel findet ebenfalls in Gelsenkirchen statt, und zwar stehen sich auf dem neuen 07=Platz an der Bismarckstraße SC. 0 7 Gelsenkirchen und Preußen Essen gegenüber. Nach den sehr mäßigen Leistungen der Gelsenkirchener am vergangenen Sonntag gegen Scherlebeck ist der Ausgang des Treffens vollkommen offen. Die Essener haben auch bereits Zeiten gesehen, aber wenn die 07er nicht mehr zeigen als am letzten Sonntag, dann ist der Sieg fraglich. Einen interessanten Kräftevergleich gibt es am Sonntag dann wieder in Dortmund, wo sich an der Eberstraße die beiden alten Rivalen Alemannia Dortmund und Arminia Marten gegenüberstehen. Die beiden Mannschaften haben sich bereits im Laufe der Jahre manch harten Strauß geliefert. Auch diesmal wird es nicht anders werden. Beide Mannschaften scheinen bereits in recht guter Form zu sein; denn die Alemannen schlugen am vergangenen Sonntag den Vertreter der Gauklasse, Germania Bochum, überzeugend mit 4:2, und Arminia Marten gestaltete ihr erstes Spiel ebenfalls zu einem eindrucksvollen Siege. Wenn die Alemannen das halten, was sie am vergangenen Sonntag im Spiel gegen Germania Bochum versprochen haben, dann könnte ein knapper Sieg herauskommen. In Hassel treffen sich SC. Hassel und SuS. Schalke 96. Die„alten“ Schalker stehen hier auf verlorenem Posten; denn die klassenhöheren Gastgeber sind ihnen technisch und taktisch klar überlegen und werden trotz tapferer Gegenwehr der Schalker sich den Sieg nicht nehmen lassen. Sehr interessant wird es auch bei der Begegnung MBV. Linden gegen TB. Eickel. Beide Mannschaften waren im Vorjahr recht unbeständig in ihren Leistungen. Zur Zeit versuchen sie neue Kräfte und eine neue Mannschaftsaufstellung. Demgemäß wird die bessere Tagesform entscheiden. Zu erwähnen ist noch die Begegnung Preußen Wanne gegen SVg. Erle 08. die die Erler trotz des Handicaps eines Samstag=Spieles in Gelsenkirchen wohl gewinnen werden. Die Wanner Preußen schlagen aber eine ausgezeichnete Klinge, und Erle darf den Gegner nicht unterschätzen. Auswärts betätigt sich SV. Rotthausen 12, die sich den Gladbacher Borussen stellen, die SVg. Röhlinghausen, die nach Herford verpflichtet ist, und Union Gelsenkirchen, die in Odenkirchen weilen. Abständen von einer Minute wurden die Teilnehmer an der 8. Internationalen Alpenfahrt am Donnerstagfrüh 5 Uhr in Luzern auf die Reise geschickt. Von den 73 gestarteten Fahrzeugen schieden auf der ersten Etappe nach Lugano nur zwei beide durch Unfälle, aus. Die Strecke, in die eine Bergprüfung am Klausenpaß eingeschaltet war, erwies sich als nicht sonderlich schwierig. Ein furchtbarer Regen ging nieder, als die Fahne zum ersten Start gesenkt wurde. Die Straßen waren förmlich überschwemmt, dichter N=be herrschte, so daß bis 11 Uhr mit Licht gefahren werden mußte. Von den 75 Gemeldeten waren zwei nicht zur Abnahme erschienen. Die Fahrzeuge starten in vier Gruppen. Zuerst die Klasse über 3000 ccm, unter deren 15 Teilneh mern sich nur zwei deutsche Fahrer befinden. Die verlangte Durchschnittsgeschwindigkeit steht auf 45 Klm./Std. Der Gruppe 2 gehören Wagen von 2 bis 3 Liter Zylinderinhalt an, sie besteht aus 11 Konkurrenten, darunter sechs Deutschen. Die Gruppe 3, 1100 bis 2000 ccm, ist mit 33 die zahlenmäßig stärkste. Zuletzt gehen 15 Bewerber der Gruppe 4 bis 1100 ccm, auf die Strecke, die sie mit 40 Klm. Std. hinter sich zu bringen haben. Die Schwierig keit für die Fahrer liegt in erster Linie darin, daß Zahl und Ort der Zeitkontrollen nicht bekanntgegeben wurden, so daß vor jedem Dorf ein eifriges Vergleichen der gefahrenen Zeit mit der Durchfahrtszeit einsetzt. Trotz der ungünstigen Witterung war es aber nicht sonderlich schwer, die Durchschnittsgeschwindigkeiten unterwegs einzuhalten, so daß es verhältnismäßig wenig Strafpunkte gab. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen die deutschen Teilnehmer; sie waren einheitlich in Weiß gekleidet und zeigten gediegenes Können. Die Geländefahrten erwiesen sich als gute Schulung. Von Luzern ging die Fahrt am Vierwaldstätter See entlang, um die Südspitze des Züricher Sees und dann südlich in die Alpen hinein. Auf der berühmten 21,5 Kilometer langen Klausenpaß=Rennstrecke fand eine Bergprüfung statt. Dabei war die Zeit der vier Besten jeder Gruppe zuzüglich einer Freigrenze von 10 v. H. maßgebend für Strafpunktfreiheit. Frau Lotte Hückel(Tschechoslowakei) überschlug sich mit ihrem BMW., kam aber wie ihr Mann als Beifahrer mit leichten Hautabschürfungen davon. Dagegen wurde der Wagen jjo stark beschädigt, daß er als erster ausscheiden mußte. Trotz der kühlen Witterung kochte es in werschiedenen Kühlern, als die steilen(Serpentinen gemeistert werden mußten. Auf dem nächsten Teilstück wurde die GotthardtStraße bis Andermatt gefahren, dann wurde nach Osten zur Oberalp abgebogen und an den AdulaAlpen vorbei durch die Teffiner Alpen über Bellinzona das Tagesziel Lugano erreicht. Bei Biaska ereignete sich ein zweiter Unfall. Die Holländer van Been— v. d. Spek fuhren gegen einen Telegrafenmast und mußten aufgeben. In der Südschweiz herrschte wesentlich besseres Wetter, so daß die Fahrer bei strahlendem Sonnenschein„in Lugano einfahren konnten, wo ihnen zahlreiche Zuschauer einen begeisterten Empfang bereiteten.= Wuusung in Deutsches Radsport-Jugendabzeichen Am heutigen Freitag um 19 Uhr findet Dortmund=Eving durch den RV. Ostmark 27 die Abnahme der Leistungsprüfung für das Deutsche Radsport=Jugendabzeichen statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Bedingung ist: 15 Kilometer Radfahren in 40 Minuten für Jungradler und 55 Minuten für Jungradlerinnen. Bezirksmeisterschaften in Bochum Am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr kommen auf der Radrennbahn in Bochum die Bezirksmeisterschaften des Industriebezirks im Deutschen Radfahrer=Verband über 1 und 10 Kilometer zur Durchführung. Außer den beiden Meisterschaften sieht das Programm noch ein 100=Runden=Mann schaftsfahren und Jugendrennen vor. besiegt die Fapaner von Hellas=Magdeburg zeigten 3000 erschienenen Zuschauern i in allen Rennen vermochten Im Bad Japaner den Kunst, doch nicht den Sieg an sich zu reißen. Die Ueberraschung des Tages war der leichte Sieg von Balke=Dortmund im 200=Meter=Brustschwimmen in 2:45,2 über die Japaner Koike 2:46,2 und Hamuro 2:52,5. Der Olympiasieger Hamuro schien nicht in Form zu sein, denn auch in der 3 mal 100=Meter=Bruststaffel konnte er nichts Besonderes zeigen. In dieser Staffel belegten Balke, Köhne und Ordorf in 3:51 den ersten Platz vor Japan in 3:54,6. Weitere Ergebnisse: 100 Meter Kraul: 1. Arai=Japan 58,8; 2. Yusa=Japan 59,5; 3. Fischer=Bremen 1:00,2; 100 Magdeburg 4:39,2. Japaner, die in Dortmund starten Das größte schwimmsportliche Ereignis in Dortmund wird zweifellos der Start der Japaner am kommenden Sonntag sein. Augenblicklich kommen sie im Reich zahlreichen Verpflichtungen nach und erregen natürlich überall größtes Aufsehen. Die japanische Expedition besteht aus sieben Mann, alles bekannte Schwimmgrößen, die sich in Berlin hervorragend geschlagen haben. An erster Stelle ist wohl der 19jährige Student Noburo Uto zu nennen. Er ist Meister seines Landes über 400 und 1500 Meter Kraul. In Berlin kam es bekanntlich zwischen ihm und Medica(USA) zu dem großen Zweikampf über die 400=MeterKraulstrecke. Knapp geschlagen, wurde er Zweiter mit der hervorragenden Zeit von 4:45,5 Minuten. Ueber 1500 Meter eroberte er für sich und sein Land noch die Bronzemedaille. Noch drei Freistilschwimmer von anerkannter Weltklasse sind Sunano Ishiharada, Tomino Miasaki und Masaharn Taguchi, alle drei Angehörige der japanischen Weltrekordstaffel über 4 mal 200 Meter. Während Ishiharada die lange Kraulstaffel beherrscht, er kam mit einer Zeit von 19:12 Minuten dem Weltrekord über 1500 Meter von Arne Borg am nächsten, lassen die Zeiten von 57,5 und 57,9 Sekunden für Taguchi in Berlin den schnellen Sprinter erkennen. Miasaki schwimmt die 100 Meter ständig unter einer Minute, die 200Meter=Bestzeit war 2:14 Minuten. Im Rückenschwimmen wird der japanische Landesmeister Nasuhiko Kojima am Start erscheinen. Schwimmt beständig unter 1:10 Minuten. Einen Turmspringer von amerikanischem Format besitzen die Japaner in Tsuneo. Mit dem Brustschwimmer Reizo Koike ist ebenfalls einer der Großen des japanischen Schwimmsportes vertreten. Schon in Los Angeles belegte er den zweiten Platz. In Berlin wurde er allerdings nur Dritter, hinter dem Deutschen Sietas. Bei den zahlreichen Starts im Reich traf er auf Balke (Dortmund), der scheinbar jetzt erst seine richtige Form gefunden hat. Balke konnte ihn bisher zweimal besiegen. Auf dieses neuerliche Zusammentreffen darf man mit Recht gespannt sein. Skibahara belegte in Berlin im Kunstund Turmspringen einen dritten und vierten Platz einer der gefährlichsten Gegner der Deutschen in dem Kampf um die Plätze. Glenn Cunningham lief Weltrekord 800 Meter in 1,49,7 Minuten] 54,96 Meter Hammerwurf von Hein . Im Vergleich zum ersten Tage war die Fortsetzung der Stockholmer Spiele am Donnerstag noch viel eindrucksvoller. Das Wetter war besser, die Bahnverhältnisse ließen nichts zu wünschen übrig und über 15000 Zuschauer folgten mit Spannung den Kämpfen, die so überaus hochwertige Leistungen bringen sollten. Der Lauf über 800 Meter stand im Mittelpunkt des Tagesprogramms. Nach einem mörderischen Rennen errang der Olympia=Zweite, der Ameri kaner Glenn Cunningham, in der neuen Weltrekordzeit von 1:49,7 Minuten den Sieg vor dem ausgezeichneten Engländer Powell in 1:51,8, dem Italiener Lanzi in 1:52,4 und dem Schweden Erik Ny in 1:52,8 Minuten. In diesem hochwertigen Feld war der Dresdener Harbig ohne jede Chance Mit 1:55,2 Minuten wurde der Deutsche nur Sechster. Den zweiten Höhepunkt bedeutete das Hanmerwerfen. Hier bewies der Olympia=Sieger Karl Hein mit einem Wurf von 54,96 Meter, daß seine Berliner Leistung kein Zufall war. Wie hart der Kampf war, geht deutlich daraus hervor, daß mit Warngard=Schweden(52,73 Meter), JanssonSchweden(5199 Meter) und Pärni=Finnland 51,10 Meter) drei weitere Bewerber über die 50=Meter=Linie kamen. Glänzende Zeiten wurden auch über 110 Meter Hürden erzielt. Den Sieg holte sich der Olymviaieger Forrest Towns=USA. in 14,2 Sekunden vor Lidman=Schweden in 14,4, O Connor=Kanada in 12,- und dem Zehnkampf=Weltrekordler Glenn Morris in 14,7 Sekunden. Ueber 200 Meter wurde 22,5 Sekunden nur Sechster. #e.##=Mann Draper gewan die 200 Meter .21,2 Sekunden. Mit der Teilnahme MeadowsIISA. am Stabhochsprung war der Sieger gegeben. Fur den Olympiasieger reichten bereits 4.15 Meier zum ersten Platz. Woellke erreichte 16.60 Meter Neuer deutscher Rekord in Frankfurt ## einem leider nur schwach besuchten Abendsportfest am Donnerstag in Frankfurt a. M. wartete unser Olympia=Sieger Iuns Woellke mit einer neuen deutschen Höchstleistung im Kugelstoßen auf. Er stieß die Kugel 16,60 Meter weit und verbesserte damit seinen eigenen Rekord um 6 Zentimeter. Nach dem überraschenden Olympiaerfolg ein weiterer Beweis für die Zuverlässigkeit des deutschen Meisters. Neben dieser überragenden Leistung konnten ich aber auch die anderen Ergebnisse sehen lassen. Der Mannheimer Neckermann mußte alle Mühe aufbringen, um die 100 Meter in 10,7 Sekunden dem Japaner Suzuki zu gewinnen, dem Leichum und Hornberger nur um Brustbreite zurück folgten. Westiällsche Landeszeltung Rote Erde Wirtschaftliche Nachrichten Folge 227 2I. August 1936 Westfäli Zunehmender Mangel an Fachkräften Berliner Wertpapiermärkte (Eigener Drahtbericht) Berlin, 20. August. Für die Aktienmärkte erga „ sich an der Donnerstagbörse eine leichte Geschaftsbelebung Die Arbeitslosigkeit als Massenerscheinung beseitigt Die Lage im Sommer 19361 e vorliegengen Auftrage beslanden jedoch weiler zum Berlin, 20. August. Bis Ende Juli 1936 ist die Zahl der Arbeitslosen auf 1.17 Millionen gesunken Zum erstenmal ist damit die Arbeitslosig keit niedriger als 1929. die Jahre der letzten Hochkonjunktur. Ende Juli 1929 wurden gut 80 000 Arbeitslose mehr gezählt als Ende Juli 1936. Dabei hat die Arbeitslosigkeit diesmal in den Sommermonaten noch stärker abgenommen als 1934 und 1935— entgegen der allgemeinen Erfahrung. daß der Rückgang um so schwächer wird. je mehr sich die Arbeitslosigkeit ihrem Ende zuneigt. Schon jetzt ist die Arbeitslosigkeital Massenerscheinung beseitigt. Die Aufgaben der Arbeitspolitik und damit die Auf gaben der Arbeitsämter haben sich infolgedessen gewandelt. Jetzt gilt es, wie es im neuesten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung heißt, vor allem, den Mangel an gelernten Arbeitskräften zu beseitigen, die Unterschiede in der Arbeitslosigkeit von Beruf zu Beruf auszu gleichen und die Jugendlichen in ihrer Berufswahl richtig zu beraten. Die Not- und Grenzgebiete mit ihrer noch immer verhältnismäßig hohen Arbeits losigkeit sind besonders zu betreuen, die älteren arbeitslosen Arbeiter und Angestellten, die am schwersten Arbeit finden können, sind durch besondere Maßnahmen wieder in den Wirtschaftsprozeß einzugliedern. Kräfte mit Fachkenntnissen. die nicht mehr benötigt werden, sind umzuschulen Notstandsarbeiter in reguläre Beschäftigung zu überführen usw. An Stelle der Arbeitslosigkeit macht sich in ein zelnen Wirtschaftszweigen und Wirtschaftsgebieten mehr und mehr ein Mangel an Fach kräften bemerkbar. Oft besteht dieser Mangel nur für einzelne Werke und nur an den wichtig sten Standorten des betreffenden Industriezweiges Statistisch ist es nur mittelbar zu zeigen. So war etwa Mitte 1936 die Zahl der offenen Stellen, die den Arbeitsämtern gemeldet werden, in den meisten Berufsgruppen sehr viel höher als Mitte 1929. Stellt man weiter die Zahl der Arbeitslosen aus 37 Berufen zusammen, in denen ein Mangel an Arbeitskräften bekanntgeworden ist, so zeigt sich folgendes: Der Anteil der Arbeitslosen in diesen Berufen an der gesamten Arbeitslosigkeit ist seit Mitte 1933 von 260 auf 11% bis Mitte 1936 gesunken. Während die Zahl aller übrigen Arbeitslosen von Mitte 1933 bis Mitte 1936 um 69“ zurückgegangen ist, sank die Zahl der Arbeitsiosen in den Berufen, in denen die Arbeitskräfte knapp sind, um fast 89 Cg. In vielen dieser Berufe hat die Arbeitslosigkeit sogar weit mehr als 90 7 ab genommen. Würde man diese Arbeitslosen nach Landesarbeitsämtern und Arbeitsämtern aufgliedern, so würde es sich zeigen, daß es in einer Reihe von Gebieten in diesen Berufen praktisch keine Arbeitslosigkeit mehr gibt. Es erscheint auf den ersten Blick paradox wenn os in einer Zeit, in der sich noch 1.17 Milli onen Menschen bei den Arbeitsämtern als Arbeitslose haben eintragen lassen, an vielen Stellen an geeigneten Arbeitskräften fehlt. Dieser Wider spruch ist aber nur scheinbar, wie folgende Ueberlegungen zeigen: 1. Die Arbeitslosigkeit ist gegenwärtig nicht überall gleich niedrig. In den meisten Städten ist sie weit höher als auf dem Lande. Ende Juni 1936 kamen im ganzen Reich auf 1000 Einwohner 199 Arbeitslose. Die gleiche Zahl lautete in den Städten mit mehr als 100000 Einwohnern 36.7, in den Städten mit 50000 bis 100 000 Einwohnern 29.7. in den übrigen Städten und Gemeinden 11.2. Die Arheitslosigkeit ist also in den Großstädten und Mittelstädten immer noch dreimal so greß wie in den kleineren Städten und auf dem flachen Lande. Selbst auf dem Lande ist die Arbeitslosigkeit verschieden groß: vor allem bestehen aber zwischen den Großstädten große Unterschiede. 2. Zu einem großen Teil ist diese Differenzierung der Arbeitslosigkeit auf die Eigenart des gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwungs zurückzuführen. Im Zeichen der staatlichen Konjunkturpolitik hat sich die Belebung in ganz anderen Formen vollzogen als früher, etwa in den Jahren 1926 bis 1928. Das Schwergewicht der Produktionszunahme und damit des Bedarfs an Arbeitskräften liegt diesmal viel stärker bei den Investitionsgüterindustrien. Der Außenhandel ging dagegen zunächst noch zurück und hat sich erst in letzter Zeit etwas erhöht. Die Erzeugung von Verbrauchsgütern ist verhältnismäßig langsam gestiegen. 3. In jeder Volkswirtschaft kann die Zahl der Arbeitslosen nicht unter ein gewisses Minimum sinken, weil ständig ein Teil der Arbeitskräfte den Arbeitsplatz wechselt und dabei vorübergehend arheitslos wird. Berücksichtigt man, daß sich ein solcher Austausch um so mehr verzögert je stärker die Wandlungen innerhalb der Wirtschaft sind. so hat man diesen Mindestbestand an Arbeitslosen heute sicher höher anzusetzen als vor dem Kriege. Man kann ihn auf rund eine halbe Million schätzen. All diese Arbeitslosen sind nur vorilhergehend arbeitslos und finden über kurz oder lang wieder einen neuen Arbeitsplatz. Es wird kaum möglich sein, diese Arbeitslosigkeit zu beseitigen, da dann große Schwierigkeiten bei der Deckung des Bedarfs an Arbeitskräften eintreten müßten. 4. Ein Teil der noch vorhandenen Arbeitslosen. der etwa ebenso groß sein mag, besteht aus ältoren und beschränkt oder gar nicht erwerbsfähigen Kräften, die einen vollen Arbeitsplatz nicht mehr ausfüllen können und deshaib für die meisten angebotenen Stellen nicht in Frage kommen. Die Arbeitsämter bemühen sich vor allem darum, diese Kräfte wieder in Arbeit zu bringen. Soweit es sich dabei um Berufe handelt, in denen im Augenblick die Arbeitskräfte knapp sind, konnten hier in letzter Zeit schöne Erfolge erzielt werden. Kohlen-, Koks- und Preßkohlengewinnung Im Ruhrbezirk Aus der folgenden Uebersicht sind die vorläufigen Ergebnisse über Gewinnung und Beslände der Ruhrkohlenzechen an Kohle, Koks und Briketts sowie Arbeitsschichten je Kopf der Arbeiterbelegschaft in der Woche vom 9. 8. bis 15. 8. 1936 und in der Vorwoche ersichtlich. Neben der Gesamtgewinnung sind in Klammern auch die auf einen Arbeitstag entfallenden Mengen angegeben, wobei beachten ist, dasl in Kokereien auch Sonnlags gearbeitet wird. 2. 8. bis 8. 8. 1936, 6 Arbeitstage, 5.80 Arbeitsschichten je Kopf der Belegschaft!, 1 996 397(332 733) t Förderung. 199 632(71 376) t Kokserzeugung, 68 815(11 469) t Prellkohlenherstellung 9. 8. bis 15. 8. 1936. 6 Arbeitstage, 5.81 Arbeitsschichten je Kopf der Belegschaft!), 2 033 094(338 819) t Förderung 505 908(72 273) 1 Kokserzeugung, 70 866(11 811) t Preßkohlenherstellung. Bestände der Zechen*) Am 8. 8. 1936, 2 012 000 t Kohle, 2 636 000 t Koks, 10 000 1 Preßikohle, insgesamt 5611 000(3). Am 15. 8. 1936. 2 115 000 t Kohle, 2 678 000 t Koks, 10 000 1 Pretikohle, insgesamt 5 743 000(3). !) Der sich gegenüber den Arbeitstagen ergebende Unlerschied entspricht den im Durchschnitt des Bezirks auf einen Arbeiter entfallenden Feierschichten wegen Absatzmangels. *) d. s. n e b e n d e n a u f H a l d e( a u c h Z e c h e n h ä f e n) l i e genden Mengen noch die in Türmen oder auf dem Lösch platz bzw. die bereits in Eisenbahnwagen oder Kähnen befindlichen, aber noch nicht versandten Brennsloffe. *) Koks und Briketts auf Kohle umgerechnet; auflerdem sind noch rd. 616 000 t Brennstoffe des Ruhrbezirks, die sich in Syndikatslägern befinden, hinzuzurechnen. Die Rohstahlgewinnung des Deutschen Relches Im Juli Berlin, 21, August. Die Rohstahlgewinnung im Deut schen Reich betrug laut„Stahl und Eisen“ im Juli 1936 (27 Arbeitstage) 1 721 060 t gegen 1 631 387 t im Juni 1936 (25 Arbeitstage). Arbeitstäglich wurden im Durchschnitt 63 743 t im Juli 1936 hergestellt gegen 65 255 t im Juni 1936. Kräftiger Auftrieb Vlerteljahresbericht der Deutschen Reichspost Berlin. 20. August. Die Deutsche Reichspost veröffentlicht den Bericht über die Monate April bis Juni 1936. Der Verkehr zeigte in den meisten Betriebszweigen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres einen kräftigen Auftrieb, verursacht durch den Oster- und Pfingstverkehr und durch die Belebung in der Landwirtschaft und in der Bekleidungsindustrie. Recht günstig war das Ergebnis beim Briefverkehr(+88 Mill. Stück), beim Paketverkehr(+4,4 Mill. Stück), beim Barverkehr(+11.2 Mill. Buchungen) und im Fernsprechverkehr(+24 Mill. Gespräche). Von den Verkehrs- und Betriebs verbesserungen im Post- und Fernmeldewesen sind u. a. zu erwehnen die Verbesserung der Luftpostverbindungen mit Nord- und Süd-Amerika durch die Schnellfahrten der beiden Luftschilfe„Graf Zeppelin“ und„Hindenburg“, die Inbetriebnahme der Fernschreibevermittlungsämter München und Nürnberg, des Bildtelegrafendienstes mit Polen, des Fernsprechverkehrs mit Tasmanien und schließlich die Ausdehnung des Seefunks und des Flugfunks. Die Zahl der Postscheckkonten stieg um 6300 auf 1 081 654. Durch 209 Mill. Buchungen im Berichtsvierteljahr wurden 34,2 Milliarden RM. davon 28.5 Milliarden RM oder 83.4 Prozent bargeldlos. beglichen. Im Schnellnachrichtenverkehr sind 618 Gespräche gezählt worden gegenüber 594 Mill. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der beförderten Telegramme hielt sich mit 5.1 Mill. Stück auf dem Vorjahrsstand. Die Sprechstellen vermehrten sich um 42 100 Stück auf 3.31 Mill. Ende Juni 1936 gegenüber 3.17 Mill. Ende Juni 1935. Im Funkauslandsverkehr kamen 452 500 Telegramme auf und beim Seefunk 35 500 Telegramme sowie 800 Funkgespräche. An Funkbetriebsstellen auf deutschen Hlandelsschiffen waren Ende Juni im Betrieb 981 Seefunkstellen. 611 Bordfunkpeiler, 177 Schiffe mit Sprechsender und 356 Hochseefunkempfangsanlagen. Im Flugfunkverkehr wurden betrieben, 24 Bodenfunkstellen, 23 feste Flugfunkpeilstellen, sechs feste Flugfunkfeuer, 190 Luftfunkstellen und 46 Funkpeilstellen auf Luftfahrzeugen. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer fiel durch den allsommerlichen Abgang um 153 500 auf 7.4 Mill. Ende Juni. Im Vierteljahr Januar bis März sind 139 Schwarzhörer rechtskräftig verurteilt worden. Die Gesamteinnahmen betrugen 410, die Gesamtausgaben 406 Mill. RM gegenüber 404 und 380 Mill. RU im gleichen Zeitraum 1935. Nach dem Bericht des Instiluts für Konjunkturforschung hat die anhaltende Besserung der Wirtschaftslage— vor allem die rasche Zunahme von Produktion und Beschäftigung— den Postverkehr günslig beeinflußt. Der Briefverkehr hat den Durchschnitt des Jahre 1935 bereits um 4.1 v. H., der Postscheckverkehr um 5,1 v. H. überschritten. Dagegen wurden im Paketverkehr die Leistungen des Vorvierteljahres koniunkturell knapp erreicht, zum Teil wegen der Verlagerung des osterlichen Paketversandes in den März. Der Nachrichtenschnellverkehr hat sich weiter belebt. Während der Telegrammverkehr noch weit hinter der Aufwärtsentwicklung der übrigen Verkehrszweige zurückbleibt, zeigt der Sprechverkehr eine große Zunahme, besonders im Fernverkehr. Im IIgemeinen lagen die Verkehrsleistungen um 4 bis 5 v. H. höher als im Durchschnitt des Jahres 1935. überwiegenden Teil aus Verkäufen, denen Anlangs nur geringe Aufnahmeneigung gegenüber festzustellen war Im Anfangsterkehr verstärkte sich das Tempo der Ab wärtsbewegung. Kurseinbußen von 1—2 v. H. bildeten last die Regel. So gingen Montanaktien und Elektrowerte als auch Kaliaktien einheitlich und sprunghaft zurück Von letzteren verloren Aschersleben mehr als 3 v. H. und Westeregeln 5 v. H. Die I. G. Farben-Aktie ging ebenfalls fortlaufend zurück. Eine Ausnahme von der Gesamthallung machten bei Jebhaftem Geschäftsverkehr Reichsbankanteil die einen um ½ v. I. höheren Kurs behauptelen. Am Schiffahrismarkt pröckellen Hlapag und Nordd. Lloyd wei ter ab. Versorgungswerte hielten sich auf einer bis 1 v. H. niedriger liegenden Grenze. Zu vielfachen beträchtlichen Schwankungen kam es in der zweiten Börsenstunde in Monlanaktien. Nach vorübergehenden Kursbesserungen derselben war die Tendenz zum Schlußl wieder schwach. Im Kunstseidenmarkt konnten sich späler Aku merklich befestigen. Zellstoffwerte lagen im Verlauf uneinheitlich. Geschäftsstille verzeichneten wieder Braunkohlenaktien Bei enger Marktlage war die Kursbildung für Brauwerte sehr unterschiedlich. Während Dortmunder Union slärker gebessert im Verkehr standen, gingen Schultheiß in gleicher Weise zurück. Im Schlullverkehr herrschte mit Aus nahme einiger Spezialwerte Zurückhallung. Die anhaltende Geschäftsstille am Rentenmarkt brachte wieder in einem erheblichen Teil der mit einmaliger Tagesnoliz verschenen Werte dieser Art wegen Auftragsmangels Ausfälle der amtlichen Notierungen. Sehr still tendierten Reichs- und Länderanleihen. Reichsaltbesitz lagen nur vorübergehend ½ v. H. höher.— Leicht schwankend standen Reichsbahnvorzugsaktien im Markt. Reichsschuldbuchforderungen gaben in mittleren Fälligkeiten um ½ v. I. nach, während frühe und späte Termine unverändert notierten. Leicht gebessert waren frühe Wiederaufbauzuschläge. Am Kassarentenmarkt war die Kursbewegung einschließllich der Pfandbriefarten außlerst begrenzt Die Beanspruchung des Geldmarktes erfuhr gegenüber den Vortagen keine Aenderung. Tagesgeld erforderte 2¼—3 v. H. D—y. Man nannte: Disch. Anl. Ausl. einschl. 113¼, Aku 60. AFG. 3¾. BNNW. 135½. I. P. Bemberg 83. Julius Berger 134¾, Berl. Maschinen 126½, Braunk.-Brikett 204. Buderns 111½. Charl. Wasser 111¾. Compania Hispano 399, Conti Gummi 173. Daimler Benz 123. Dessauer Gas 1. Disch. Erdöl 123⅛. Dimd. Union-Brauerei 198. Elektr. Licht und Kraft 147, Engelhardt-Brauerei 93¼, I. G. Farben 1601 Feldmühle 129 8/4. Gesfürel 133%. Th. Goldschmidt 110“ Harpener Bergbau 125, Hoesch-Köln Neuessen 106“; Klöcknerwerke 109¼. Koksw. Chemie 127¼. Laurahüft 20⅜. Mannesmann 104¼. Mansfeld 149. Maschinenbau II. Orenstein& Konnel 82¾. Rheinstahl 131. RWE. 129 ½ Rütgerswerke 126½/. Salzdetfurth 174. Schubert& Salzer 138. Schuckert& Co. 152¼. Schultheiß-Patzenhofer 106“ Siemens& Halske 186½. Ver. Stahlwerke 105 5/8. Zellstoff Waldhof 115½. Reichsbank 187. AG. für Verkehr 112° Hlanag 14%. Nordd. Llord 14½. Otari Minen 31 Tägl. Geld 20—3. Privat-Diskont 278. Reichsbaik-Diskont 4. Lombard-Diskont 5. Steuerdurchschn. 109.6. dto. 1934 111. Gruppe II 1934 103°, 1935 107¾. 1936 11. 8. 1937 112½. 1938 112.3. Dt. Anl. Ausl. 113¼. 6proz. Pr. Staatsanl. 1928 100. 6proz. Pr. Landrente 1+2 98. Westf. Pror. Ausl. 117. 6proNachener RM1 29 93¼. 6proz. Düsseld. Rl 26 95½, 6proz Oldenb. StI. Krd. 27 Ser. 2 98. dto. Kom 1 96. 6pror. Pr. Ld.-Pfdbr. 13+15 97½, dto. 17+18 97½. dto. 19 97½. dio. R 21 97½, dto. Kom. R 16 95, dto. Kom. R 20 95. dio Kom. R6 95. 6proz. Landsch. Ctr. G. 89¼. 6proz. Westf I.d. Dollar 2 95⅜. dto. Feincold 25 91¾. dto. Feingold 26 91¾. dto Feingold 27 R1 91½. dto. Gold 1+2 95 58. 6proz Westf. Hausgrund R1 95%. 6pror. Westf. Ldsch. Gold 95.3. Inroz. Dtsch. Ztr. Bod. Gold Em. 4 89. 6nror Pr. Zir Bod. 24 96¼, dto. 28 96½, dto. 26/27 96½, 5½proz. dto 26 Liquid. 101.3. 6proz. dto. Kom. 26/28 91½. 5½proz. Pr. Cirbod, Liquid. 101.3. 6proz. Rh.-Weslf. Bod 4. 6. 12 97. dio. 16. 1+2 Erw. 97. dto. 7. 9. 17 97, dto. Kom. 29, S. 7 95, 6proz. Roggenrenten 1—3 96½;. * Die Verkehrsunfallbilanz Das 2. Vierteljahr 1936 brachte ein starkes Anwachsen der Unfälle im Straßenverkehr. Mit rund 72 500 Unfällen wurde die Zahl des 1. Vierteljahres 1936(50 200) um etwa 44 v. H. überschritten. Stärker als die Zahl der Unfälle ist die Zahl der im Straßenverkehr gelötelen und rletzten Personen gesliegen. Im 1. Vierteljahr 1936 waren insgesamt 1497 Personen im Straßenverkehr getölet worden. im 2. Vierteljahr 2380. also rund 59 v. H. mehr. 1001 l’ersonen kamen auf Kraftfahrzeugen, 704 auf Fahrrädern ums Leben. An Fullgängern wurden 522 Personen getölet. Noch slärker, um 74 v. II., ist die Zahl der Verletzten gesliegen, und zwar von 28 625 auf 49 765. Die Angaben des Statistischen Reichsamtes in„Wirtschaft und Statistik“ über die Unfallursachen zeigen wieder, daß durch Kraftfahrzeuge oder deren Führer weitaus die meisten Unfälle verursacht wurden. Der Anteil der Kraftfahrzeuge an den feststellbaren Unfallursachen belief sich im 2. Vierteljahr auf 68.8 v. H. gegen 65.4 v. II dem vorhergegangenen Vierteljahr. Siark angesliegen sind insbesondere die U’nfälle, die durch vorschriftswidriges Fahren an Straßenbahnhaltestellen, falsches sches Ueberholen. Nichtbeachten der polizeili regelung und übermäßlige Geschwindigkeit zeuge herbeigeführt wurden. Auffallend stark erhöhte sicht die Zahl der Unfälle durch übermäßlige Geschwindiskeit der Kraftwagen in den Landgebieten(64 v. H. gegen 51 HI. im Reichsgebiet). Zu einem Anschwellen der Unfälle trugen auch wieder Kraftfahrer bei, die unter Alka# holgenuß standen; sie verursachten 2142 Verkehrsunfälle gegen 1871 in dem vorhergegangenen Vierteljahr. AR.-Sitzung der Bergbau-AG. Ewald-König-Ludwig In der Aufsichtsratssitrung der Bergbau-AG. Ewald König-Ludwig wurde beschlossen, eine ao. GV. auf den 23. September 1936 einzuberufen, die über die Er höhung des Aktienkabltals um 10.6 Mill. RAl auf 40 Mill. RM und die Ausgabe einer fünlprozentigen Obligationsanleihe in Höhe von 30 Mill. RM Beschlull lassen soll. Durch die hierdurch hereinfließenden Mittel wird es möglich sein, sämtliche Bankverpflichtungen, soweit sie nicht unter das deutsche Stillhalteabkommen fallen, abrudecken, so dall alsbald die Schulden der Gesell schaft endgültig konsolidiert sind. Die neuen Aktien wie auch die Obligationen werden von einem unter Führung der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft stehenden Konsortium übernommen. Die Aklien sollen den Aktionären im Verhältnis von 3:1 zu pari angeholen werden. Der überschießlende Betrag von 800 000 RM wird bestmöglichst für die Gesellschaft verwandt. Die Aktien werden bereits für das Jahr 1936 mit halber Dividendenberechtigung ausgestaltet werden. Die Banken haben zugesagt, den Aktionären wegen Einzahlung auf die jungen Aktien entacge zukommen. Das gesamte Aktienkapital soll an der Börse eingeführt werden. Die Genchmigung des Reichswirtschafts ministeriums hierzu ist erteilt. Die Obligationen sollen zum Kurse von 98 v. H. an den Markt kommen. Magdeburger Zucker-Notierungen Mundeburg. 20. August. Gemahl. Mehlis prompt per 10 Tage 32.50; Aug. 32.45+32.50. Tendenz: ruhig.— Notierungen in RM für 50 kg Weillzucker(einschl. RM 0.50 für Sack und RM 10.50 Verbrauchssteuer) brutto für netto an FabrikVerladestelle Masdeburg und Umgebung, bei Mengen von mindeslens 200 Zentnern. Getreidemärkte Großmarkt für Getreide und Futtermittel e. Dortmund, 20. August 1936 (Erzeugerpreise für Warenmärkte Hamburger Warenmarkt Hamburs, 20. August. Reis: An den fernöstlichen Rohreismärkten war die Lage bei guter Kauflust weiter fest. Die Saigon-Ernte wird nunmehr nur noch auf 1.50 Mill. t geschätzt, wovon rund 1.08 Mill. t bereits verkauft wurden.— Am hiesigen Markt zeigte sich Exportnachfrage für Westafrika und das europäische Ausland. Der inländische Handel ist z. 2t. gut versorgi. so daß den Anforderungen der Verbraucherschaft jederzeit Rechnung getragen werden kann. Für den nächsten Monat werden neue Nühlenabgaben erwartet. In der vergangenen Woche trasen im Hamburger Hafen größlere Mengen Reis für die hiesigen Mühlen ein. Dampfer„Frauenfels“ brachte von Ostindien 50 000 Sack. Dampfer„Valencia“ vom Mittelmeer kommend 38000 Sack. Die Gesamteinfuhr betrug 72 000 Sack Baumwolle: stetig unverändert. Kaffee: Gutes Abzugsgeschäft nach dem Inlande. Preise wie zuletzt. Schmalz: fest. Amerik. Steamlard 30¼, Purelard 31—31¼ Dollar per 100 kg. Fettwaren unverändert. Hülsenfrüchte: Bei guter Nachfrage des Inlandes war die Tendenz am Hülsenfruchtmarkt etwas fester. Recht lebhaftes Geschäft entwickelte sich weiter in grünen Erbsen neuer Ernte. Auch Othenashis gut gefragt. Langbohnen 33½. Japanbohnen 27, Chilebohnen 26¼4 RM per 100 kg. Alles übrige unverändert. Kautschuk: ruhig. Sheets loko 7 11/10, Sept.-Okt. 7%, Okt.-Nov. 714/1 Pence per lbs. Zucker: Effektivmarkt ruhig. Preise unv. Der Terminmarkt lag ohne Bewegung. Oele und Fette: Am holl. Leinölmarkt war die Stimmung bei nachlassender Kauflust etwas schwächer, dagegen Kokosöl international befestigt. Am deutschen Markt blieb die Lage unverändert. In der vergangenen Woche betrugen die Ankünfte von Palmkernen im Hamburger lafen 49 000 Sack, hiervon löschten die von Weslafrika kommenden Dampfer„Wolfram“ 24000 Sack und Dampfer John holt“ 13000 Sack. Die Einfuhr von Kopra ergab 25000 Sack, davon löschte Dampfer„Ubena“ von Südafrika kommend 17000 Sack. An Erddüssen brachte Dampfer Frauenfels“ von Ostindien 13000 Sack. Auch Oelkuchen wurde In größeren Mengen gelöscht, und zwar die Dampfer„Naumburg“ 30000 Sack, Dampfer„Enpatoria“ 40 000 Sack und Dampfer„Alarich“ 20000 Sack. Die Gesamtmenge betrug 97.000 Sack. Hloll. Leinöl. loko 18½. Sept.Dez. 18¼, Jan.-April 18% hfl. per 100 kg. Kokosöl Cerlon Aug.-Sept. 23/12/6 Pfund Sterl. per 1016 kg. Uebriges unverändert. Gewürze: Ruhise Marktlage, Preise unv. Rauhfutter: ruhig unv. Kakachalbfabrikate: Gute Nachfrage bei kleinein Angebot. Preise und. Rohkakao: fest. Accra g. f. loko 29/3 sh. Aug.Sept. Abl. 29 sh cif, neue Ernte Nov.-Jan. 29/6 sh cif. agos fag Haupternte Juli-Aug. Abl. 28/6 sh cif, neue Ernte Nov.-Jan. sh cif. Sup. Thome auf Approbation prompte Abladung 29/6 sh cif. Okt.-Dez. 39/9 sh cif, Sup. Bahia monatl. Abladungen Sept.-Dez. 30 sh cfr., Plant. Trinidad Zug.-Sept. Abl erste Marken 57 sh efr., Sup. Epoca Arnba Aug.-Sept. Abl. 42 sh cfr., Sup. Machala Aug.-Sept. Abl. shefr. Die Eingänge von Kakao(meist Mischlieferungen) Im Ilamburger Hafen betrugen in der vergangenen Woche 23000 Sack. die Festpreisgebiete der Provinz Westfalen) Weizen, 76-77 kg. bis 15. 8. 1936. W 18 218.—, dto. W 16 216.—, dlo. W 13 213.—, dio. W 12 212.—, dto. W 9 209.—. Roggen, 71-73 kg. vom 16. 7. 1936 bis 31. 8. 1936, R 18 163.—, dio. R 16 161.—. dio. R 15 159.—, dio. R 13 157.—, dio. R 11 155.—. Fullerhafer, 48-49 kg. bis 15. 8. 1936, I1 19 181.—, dto. II 18 180.—, dto. H 16 178.—. dio. H 15 177.—, dio. II 14 176.—. dto. II 13 174.—. Fullergerste, 59.60 kg. vom 16. 7. 1936 bis 31. 8. 1936. G 14 170.—, dio. (i 13 168.—, dio. G 12 167.—. dto. G 11 165.—. dio. G 10 164.—. Iandelspreise Frachtlage Dortmund. Weizen mit Kontingenismarken Mühlenfestpreis nicht angeboten; Roggen mit Kontingentsmark. Mühlenfesipr. nicht angeboten; West. fälischer Futterhafer nicht angeboten; Westfälische Futtergerste nicht angebolen. Mehlnolierungen (Grundpreise für Weizen- und Roggenmehl. Weizen- und Roggenkleie. Die Zuschläge bzw. Handelsspannen errechnen sich nach den geselztlichen Bestimmungen) Weizenmehl. Type 790, vom 1. 7 1936 bis 14. 9. 1936, W 18 28.75, dlo. W 16 28.75, dto. W 13 28.25, dto. W 12 28.25. dto. W 9 28.25. Roggenmehl, Type 997, vom 1. 11. 1935 bis 15. 8. 1936. R 18 23.15, dto. R 16 23.—, dto. R 15 22.95, dto. R 13 22.75, dto. R 11 22.55. Weizenkleie, bis 15. 9. 1936. W 18 12.05, dto. W. 16 11.95, dto. W 13 11.75, dto. W 12 11.70, dto. W 9 11.55. Roggenkleie, bis 15. 8. 1936, It 18 10.80, dio. R 16 10.70, dto. R 15 10.55, dto. R 13 10.45, dto. R 11 10.30 RM. Hamburger C’If-Notierungen für Getreide, Kleie und Saaten Hamburg. 20. August. Weizen: Manitoba I hard Aug.Sept. 6,77½; Manitoba I Aug.-Sept. 6.77½; Rosafé 79 kg Aug.-Sept. 6.72½: Barusso 80 kg Aug.-Sept. 6.62½.— Gerste: Plata 67-68 kg Aug.-Sept. 4,35.— Roggen: La Plata 72•73 kg Aug.-Sepl. 3.82½.— Mais: La Plata schw. 4.12½; Sept. 4.07½; Okt. 4.02 1/; Nor. 4,05; Dez. 4.07½; DonauGalfox Sept. 3.95.— Ilafer: Plata Unclipped 46-17 kg Aug. 1.22½: Plata clipped 51-53 kg Aug. 4,32½.— Weizenkleie: Pollards Aug. 115·0; Bran schw.-Aug. 10500.— Leinsaat: La Plata Aug. 8.80; Rizinussaat Aug.-Sept. 13/7/6: Bombay Leinsaat Aug.-Sept. 15/7/6; Rapssaat Toria Aug.-Sept. 13/13/9. Viehmärkte Dortmunder Pferdemarkt Dortmund. 20. August. Auftrieb: 542 Pferde und 15 Wagen aller Art. Es wurden bezahlt für: Kaltblüter: Beste Arbeitspferde und Stulen 1000—1300 RM. II. Arbeitspferde 800—1000 RM. III. Arbeitspferde 400—700 RM. zweijährige Pferde 600—900 RM, einjährige Pferde 400—600 RM. Warmblüter: Beste Arbeitspferde und Stuten 950—1150 RM. II. Arbeitspferde 600—800 RM, III. Arbeitspferde 300—500 RM.— Kreuzungen: Besle Arbeitspferde und Stuten 800 bis 1050 RM. II. Arbeitspferde 500—750 RM. III. Arbeitsnierde 250—500 RM. Einzelne, ausgesuchte Tiere wurden über Notir bezahlt.— Der nächste Markt findet am 3. September slatt. Frankfurter Schlachtt Frankfurt. 20. Auaust. Auftrieb: 709 Kälber: 161 Schafe; 333 Schweine. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in RM: Kälber: a) 89—91: b) 83—88; c) 75—82; d) 65—74.— Schafe: Weidemasthammel 56: mittlere Mastlämmer und ällere Masthammel 52—55; geringere Lämmer und Hammel 40—50; beste Schafe 51—55, mittlere Schafe 40—50; geringe Schafe 28—36.— Schweine: a) 57: b1) 56: b2) 55: c) 53: d) 51.— Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe flott. Unsumer Marktbericht Hlusum, 20. August. Dem gestrigen Weidefettviehmarkt waren 630 Rinder zugeführt. Es kosteten: Ochsen: 1. Sorte 42 Rpf., 2. Sorte 38 Ruf.: Kühe: 1. Sorte 40 Rpf., 2. Sorte 36 Rpf., 3. Sorte 30 Rpf.: Färsen: 1. Sorte 41 Rpf. das Pfd. Lebendgewicht. Ausstichtiere wurden über Notiz bezahlt. Handel: Die Tiere wurden verteilt. Ichmarkt 28 Stück Grollvich; Berliner Produktenbericht rschriftswidriges Einbiegen, fallichen Verkehrsder Kraftfahr-4 „. I. a-hahrs ½1 Für die vergangene Woche gab der Reichsverkehmsminister als Opfer des Straßenverkehrs die Zahl von 113 Toten und 4273 Verletzten bekannt. Güterwagenstellung bei der Reichsbahn AUS DER SCHIFFAHRT Berlin, 20. August. In der Woche vom 2. bis 8. Augzist 1936 wurden bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft kim arbeitstäglichen Durchschnitt 131 170 Güterwagen gesteillt gegen 133 763 Güterwagen in der Vorwoche und 121 240 in entsprechenden Vorjahrswoche, der Belgiens Kunstseldenerzeugung Rotterdamer Frachtenmarkt Zustände in Spanien lassen zurückgehendes Geschäft erwarten Brüssel, 20. August. Ueber die belgische Kunstseickenproduktion sind offizielle Zahlenangaber nicht erhältlich. Von amerikanischer Seile wird die beleische Kunstseidenproduktion im Jahre 1935 jedoch auf 6312 000 kg geschätzt gegenüber 5 798000 kg im Jahre 1934 und 7218000 kiz in 1929.-Von 1931 auf 1935 ist also eine etwa 10proz entige Erhöhung eingetreten. Frankreichs Kohleneinfuhr im Juli Oberrhein. Der Wassersland war Mittwoch fallend. Die Nachfrage nach Leerraum war mäßlig bei geringer Güterzufuhr. Auf der ganzen Linie mußte eine Verminderung festgestellt werden, so daßl bei gutem Kahnraumangebot die Stimmung ruhig, aber die Tendenz etwas nachgebend war. Eine einheitliche Frachtnotierung kam nicht zuslande, weder nach Mannheim, Karlsruhe. Strailburg. noch nach den Mainstationen bis Aschaffenburg. Die Reedereien brachten mehr Raum an den freien Markt. Vier Holzdampfer waren in Rotterdam eingetroffen, davon einer für die N. V. Aschaffenburg für eigene Fabriken. Niederrhein. Der Wassersland war fallend. Aehnlich wie beim Oberrheingeschäft ließ die Nachfrage nach Leerraum zu wünschen übrig, während das Angebot von großen Kähnen noch etwas besser war als tags zuvor. Die Erzzufuhr war rückgängig, indem u. a. für Krupp eine Ladung aus Malm und für die I. G. Farbenindustrie eine Partie aus Spanien— Ilnelva— gelöscht wurde. Es lättt sich für den Rest der zweiten Woche erwarten, daß die Chartertätigkeit kaum eine Belebung erfahren wird, denn die Verlader verfügen über nennenswerten Eigenraum in Rotterdam, der teilweise bereits zum Beladen eingeteill werden kann, während nicht wenige große Schiffe in den nächsten Tagen leer erwartet werden. Wie oben gemeldet, hat die I. G. Farbenindustrie noch einen Dampfer aus Spanien abgesertigt, aber über die weileren diesbezüglichen Dispositionen herrscht in Verbindung mit den politischen Ereignissen in Spanien Ungewillheit, was sich ebenfalls in der nächsten Woche als ungünstiger Faktor auswirken könnte. Bekanntlich empfängt der Konzern regelmäßlig große Mengen Schwefelkies von der Rio Tinto Gesellschaft, die in den politischen Berichten der letzten Tage wiederholt erwähnt worden ist. Obwohl die I. G. Farbenindustrie viele Schwefelkiesmengen auf Kontrakt bisher andiente und auch die angeschlossene Reederei— Jos. Schürmann— nicht selten Mengen reserviert, so spielten die sogenannten Wega-Mengen steis eine bedeutende Rolle an der Rotterdamer Börse. Sollten die Partien ausfallen, dann müllten die betreffenden Reedereien Ersatzladungen am freien Markte suchen, was begreiflicherweise mit einem Zurückdrängen der Partikulierschiffer in etwa gleichzustellen wäre. Wie schon gesagt, Gewislheit bestcht nicht, denn die N. V. Vilcsan fertigte im ThrssenVulcaan-Hafen vor einigen Tagen noch eine Ladung Erz aus Bilbao ab. jedoch dürfte die Aussicht auf ein zurückgehendes Geschäft für die nächste Woche größer sein als umgekehrt, es sei dall eine erhöhte Erzzufuhr aus Schweden einsetzen würde, wodurch evtl. ein Ausgleich zu erzielen wäre. Die Frachten waren uneinheitlich, u. a. 15, 17½ Cents pro Tonne nach Duisburg bei 4 Löschtagen, 20, 22½ Cents pro Tonne bei 8 Löschtagen. Der Schlepptarif war für beladene Kähne 22½ Cents. Ro. Paris. 20. August. Die Einfuhr an Kohlen allenr: Art stellte sich im Monat Juli auf 1 737 890 t gegenüber 1 7M.622 1 im Juni und 1 819 420 t im gleichen Vorjahresmonat. Für die sieben ersten Monate 1936 ergibt sich eine Messamtkohleneinfuhr Frankreichs von 12 383 237 t gege nüber 12 266 822 t im gleichen Zeitraum 1935. Duisburg-Ruhrorter Schifferbörse Welteres Steigen der Lebenshaltungskostn In der Welt Duisburg-Ruhrort, 20. August. Für die Kohlenfahrt bergwärts wurden heute vereinzelte Charterungen ab Kanal vorgenommen. Auch nach lleilbronn wurde eine Partie zu 1.60 RM die Tonne vergeben. In der Talfahrt war die Anforderung mittelmäßig ohne Kanalvorlage bei unveränderten Frachten. Bergfrachten ab Rhein- und Ruhrhäfen nicht notiert. ab Rhein-Herne-Kanal nach Mannheim 1.10, nach Heilbronn 1.60 RM, bei ganzer Lade- und Löschzeit. Talfrachten ab Rhein-Zechen-Häfen nach Rotterdam 0.85. ab Rhein- und Ruhrhäfen nach Rotterdam 0.90, nach Antwerpen-Cent 1.20. nach Brüssel 1.40 und nach Lüttich 1.80. ab Rhein-Herne-Kanal nach Rotterdam nicht notiert, nach Antwerpen-Gent 1.40, nach Brüssel 1.60 und nach Lütlich 2.00 RM. einschließllich Schleppen. Schlepplöhne ab Rheinund Ruhrhäfen nach Mainz-Guslarsburg 0.80—0.90 und nach Mannheim 0.90—1.00 RM Der zu Beginn des Jahres vielfach aus jahresze itlichen Gründen unterbrochene Anstieg der Lebenshalltungs kosten hat sich nach„Wirtschaft und Stalistik“Heit dem Frühjahr in der Mehrzahl der Länder erneut foft gesetzt Eine stärkere Erhöhung weisen vor allem die Inde xziffern für die Vereiniglen Staaten von Amerika(2.31 v. H.), Frankreich(2,3 v. H.), Danzig(2.1 v. H.), Polen(117 v. H.). Grollbritannien 1.4 v. H.) und Oesterreich(1.3 v.) H.) auf. Zurückgegangen sind sie nur in Kanada, Japan.] Finnland und Britisch-Indien. Der Vorjahrsstand der Lebersshaltungskosten wird gegenwärtig mit Ausnahme von Polenl. BritischIndien und Oesterreich in allen Ländern überschil#en, teilweise jedoch nur wenig, wie vor allem in der! Tscnechoslowakei. Finnland. Deutschland und Sch###eden. Zu den Ländern, in denen die Lebenshaltungskosleg## verhältnismäßlig stark angezogen haben, ist neben Deinzig, den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan anich Frankreich zu rechnen. Hier ist die Erhöhung der Lebenshaltungskosten gegenüber der gleichen Vorjahrszelt zwar gering. an dem Tiefpunkt im dritten Vierteljallr 1935 gemessen belrägt sie jedoch rund 6 v. H. Die Ernährungskosten haben sich in, Frankreich (Paris) während des erhöht. Gegenüber der vor allem die sind. bereits 8.5 v. Il. lm einzelnen lagen z.1 B. im Juni 1936 die Preise für Schweinefleisch um 44 v.4 II., Schmalz Speck um 23 r. I., Buller om 22 v. H., Magdeburger Zucker-Terminnotlerungen Magdeburg. 20. August. Jan.: Brief 3.65. Geld 3.50; sebr.: Brief 3.70. Geld 3.55: März: Brief 3.75, Geld 3.60: Augusl: Brief 3.10, Geld 3.20; Sept.: Brief 3.45, Geld 3.30 )kt.: Brief 3.50. Geld 3.35; Nov.: Brief 3.55, Geld 3.40; Dez.: Brief 3.60, Geld 3.45. Tendenz: ruhig.— Notierungen in RM für 50 kg Weillzucker netto, einschl. Sack, frei Seeschiffseite Hamburg. (Eigener Drahtbericht) Berlin, 20. August. Die Zufuhren in Brotselreide reichien zwar aus, um die Mühlenbetriebe aufrecht zu erhalten, doch konnten Pflichteinlagerungen bisher noch nicht vorgenommen worden. Weizen- und Roggenmehl hatten laufendes Bedarfsgeschäft. Futterhafer und Futtergerste standen kaum zur Verfügung. Industriegerste konnte. sofern die Qualitäten zusagten, auf Kärfer rechnen. Von Braugersten wurden elwas mehr Mittelqualitäten gehandelt. Futtermittel lagen ruhig, aber stetig. H. Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf Düsseldorf. 20. August. Die Geschäftsstille an der Rheinisch-Westfälischen Börse hält an. Bei der mangelnilen Aufnahmeneignung konnte das wenige herauskommmende Material nur zu weichenden Kursen untergebracht werden Im allgemeinen bewegten sich bei Eröffnung die Kurseinbußen um 1 T. doch traten späler weitere Rückgänge ein. Festverzinsliche Werte: Duisburg 1926 Duisburg 1928 Essen 1926. Ag. 19 Oberhausen 1927 Rheinprov Ldbk G. Pidbr. 3 dio. Kom. A. 4 Ot. Kom. Sammelabl. Anl. R. 2 dto. ohne Auslosung Rh.-Westf. Bod. Cr. G. Hyp. R. 1 dto. R. 11 dto. Kom. 1926 R. 4-6 Westd Bod Cr G. 24-26.. dto. Kom Em. 4. 8 Dl. Schiffskr. G. Pfdbr. R 6 Aktien: Böperde Walz Bonner Bergw. u. Hüttenverein Braunkohle Zukunft Dahlbusch dto. Vorz. Dorstener Eiseng. Gerresheim Glas allesche Salz Köln Gummilägen Königsbrauerei Duisburg Rheinische Energie Schlegel Scarpens Ver. Rumpu werke Waggon Uereingen Dortmunder Atienbrauerei Dortmunder Ril erbrauerei Dortmunder Unienbrauerei 20. 8. 92¾ 95% 94½ G. 93 3 9614 C 94 0 137¼ G 29¼ G 97•6 101½ G 05 G 9614 C 04½ G 95¼ G. 121 B 161 130 B. 122 143 G 150 6 120½ 0 142 B 172½ G 1930 19.8 927 G 92¾ G 94½ G 98% 96½ G 04½6 G 13718 G 20 C 97 0 10115 G 05 C 961. 0 04½ G 95¼ G 121 R 161 B. 1397 124 G 116½ G. 143½ G 52½ G 150( 143 Weizen frei Berlin Roggen frei Berlin Braugerste gute frei Berlin Wintesgerste. zweizeilig frei Berlin Winterserste. vierzeilig frei Berlin lafer ab Station Weizenmehl PreisgebietV Rocgenmehl PreisgebietV Weizenkleie Roagenkleie Viktoriaerbsen Kleine Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken* Ackerbohnen Wicken, deutsche Lupinen, blaue Lupinen. gelbe Seradella, neue Leinkuchen Basis 37% Erdnußk. Bas. 50% ab Ibg. Erdnußlkuchenmehl deutsche Mahlung Trockenschnitzer Sojabohnenschrot 46% ab Hamburg Sojabohnenschrot 46% ab Steilin Kartoffelflocken, waggonfrei Stolp Kartoffelflocken, Parität Berlin 20. 8. 198—200 163 208- 213 183 189 144 77.65 21.55 11 30 9.95 36—39 32—34 24—26 28—82 19—21 31½-32½ 17.30 17.90 18.10 9.75 15.50 15.90 19. 8. 198—200 163 188 189 144 7765 21.55 11 90 0.05 36—30 32 84 24—76 28—92 19—21 31½—82½ 17.20 16.90 18.10 9.75 15.50 15.90 173 G 114•6 198 C Berliner Metallmarkt ungskosten haben sich in. Frankreich les Jetzten Vierteljahrs um eltwa 3 v. H. Mitte 1935 beträgt die St#igerung, an richwirtschaftlichen Erzeugri sse beteilig Rindfleisch um 14 v. II., Käse um 11 v. II. und Kalbfleisch um 5 v. I. öber den sprechenden Vorjahrszeit. Der Brotpreis 8 v. II. höher, als zur Zeit seines August 1935 Efer um 8 v. II. Preisen zur ent war; im Juli um Thefstandes im Weserwasserstände Bremen, 20. August. Hann.-Münden 1.67+15; Hameln 1.60+3: Karlshafen 2,34+3: Minden 2.08—5. Stärker als in Frankreich sind die Erwährungskosten während des lelzten Jahres nur in Japan(/12,3 v. H.) ge stiegen: beirächtlich haben sie sich aucn im der Schweiz um 5—6 v. II.), den Vereiniglen Staaten vor' Amerika und Norwesen erhöhl. Geringer ist die Steigertung in Schweden. Kanada und Großbritannien sowie wrr allem in Deutschland(1.8 v. H.) und in der Tschechoslowakei. In Oesterreich und Britisch-Indien sind die Ertjährungskosten gegenüber Mitte 1935 nicht gestiegen, in Finn###and und Polen sind sie noch etwas gesunken. Telegraphische Auszahlung am 20. August 1930 Aegypten 1 Argentinien Belgien Brasilien Rulgarten Canada Dänemark Danzig England Estland Finnland Frankreich ägypt. Pid 1 Pap. Peso 100 Belga 1 Milreis 100 Leva 1 canad. Doll 100 Kronen 100 Gulden 1 Pfund 100 estn. Kr 100 finnl. M. 100 Frcs Griechenland 100 Drachm Iolland 100 Gulden lran Island Italien Japan Jugoslan Lettland Litauen Norwegen Oesterreich Polen Portuga! Rumänien Schweden Schweiz Spanien 100 Rials 100 isl. Kr 100 Lire 1 Ven 100 Dinar 100 Latis 100 Litas 100 Kronen 100 Schilling 100 Zloly 100 Escudo 100 Lei 100 Kronen 100 Franken 100 Peseten Tschechoslownkei 100 Kr Türkel 1 fürk. Pid Ungarn 100 Pengö rusuay 1 Gold l’eso V. St. v. Amerika 1 Dollar (Eigener Drahtbericht) Berlin, 20. August. Erwarlungsgemäß wurden am Donnerstag am Berliner Metallmarkt die Kurspreise für Kupfer um ½. für Tor-Gufl und Bronze um je ¼ RM gesenkt. Weitere Veränderungen sind am Freitag zu erwarten. Die Del-Notiz ermälligte sich um ½ auf 55½ RM. Feinsilber notierte 38—41.— Am Terminmarkt herrschte weiterhin Geschäftsstille. Kupfer gab um ½: RM nach —c Del-Notiz Elektrolvikupfer(wireb.) prompt cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam Berliner Metalle Orig. Ilütten Aluminium 98—99% in Blöcken, Walz- od. Drahtbarr. Orig. Hütten-Aluminium in Walz- oder Drahtbarren Reinnickel 98—99% Antimon Regulus Silber in Barren ca. 900 f. kg Gold Freiverkehr per 10 g Platin Freiverkehr 1g Preise für 100 kg Amtl. Preisfestsetzung für Kupfer, Blel und Zink Reichsmark per 100 kg) Ligust September Oktober November Dezember Januar Besprei Hameln haus in Hannover, leitung ur zwecks Best die das Re regelung z1 Eine Bespr sowie ansch um den Bil der Besprec erntedankfe hängenden örtert, und vorgesehene wendigen. legende Fre verkehrs, seitens de besserungen. Bielefeld Kreis Biele Upmann, Reichsleitun seinem Amt Arbeitsta des R Lübbeck Regierungs woch in de eine Arbeits des Regier rungsrat D treter der (Münster) Brüggestrat Landesv. sprach über tragsgestaltu rungsverban heraus konn klärungen z1 meister Hoh Lübbecke) re Anlage von gemeinden u den Bau de Herr Salinu tengesellschaf und Bedeuti wies deren Landgemein Italienist sül Koblenz. die italienise am Mittwoc ländischen( führerschule Koblenz wu Karbach beg Abordnung, mit freundli# den Besuch ein Bild der Moselbrücke reicht. Eine 9 Gäste mit di Koblenz bek Reise rheinat wobei eine stattfand. Di München aus Franken thal verhan Joseph Sch Oggersheim seiner Eheft leben der E Zeit zerrütt Wirtshäuser zu einem le gestrebte S ein. Schmil Tod sie sch Morgenkaff Wirkung bl gestoßen du ganz wenig alsbald Ma Vergiftung tödliche Wir holte seine der ärztlich Giftbeimisch aus, weil di ließ. Bei d 227 1936 tierungen lchlis prompt per 10 ruhig.— Notierunhl. R91 0.50 für Sack für netto ab Fabrikng. bei Mengen von te uttermittel e. 1 1936 biete der Provinz V 18 218.—, dto. W 16 dto. W 9 209.—. is 31, 8. 1936, R 18 —. dto. R 13 157.—. ka. bis 15. S. 1936. 16 178.—. dio. II 15 174.—. Futtergerste, 36. G 14 170.—, dto. 11 165.—. dio. G 10 mund. Weizen mit 1 angebolen: Roggen cht angeboten; West. Westfälische Futternmehl. Weizen- und idelsspannen errechBestimmungen) 1936 bis 14. 9. 1936, 13 28.25, dto. W 12 997, vom 1. 11. 1935 5.—. dto. R 15 22.95, eizenkleie, bis 15. 9. o. W. 13 11.75, dto. eie, bis 15. 8. 1938, 1.55, dto. R 13 10.45, für Getreide, 11 itoba 1 hard Aug.77½; Rosafé 79 kg g.-Sept. 6.62½.— — Roggen: La Plata Plata schw. 4.12½; dez. 4.07½: Donauinped 46-17 kg Aug. 2½1.— Weizenkleie: 105°0.— Leinsaat: ept. 13/76: Bombay ia Aug.-Sept. 13/13/9. narkt 42 Pferde und 15 für: Kaltblüter: 300 RM. II. Arbeits400—700 RM. zweiPferde 400—600 RM. lnten 950—1150 RM. beitspferde 300—500 de und Stuten 800 D RM. III. Arbeitsichte Tiere wurden Markt findet am ehmarkt 28 Stück Grollvich; Bezahlt wurden für ) 8 9— 9 1: b) 8 3— 8 8; asthammel 56; mittel 52—55: geringere afe 51—55; mittlere — Schweine: a) 57: verlauf: Rinder und lott. icht Weidefettviehmarkt leten: Ochsen: 1. : 1. S o r t e 4 0 R p f., n: 1. Sorte 41 Rpf. wurden über Notiz rteilt. bericht Brotgetreide reichnrecht zu erhalten, er noch nicht vorenmehl hatten lauund Futtergerste Nriegerste konnte. fer rechnen. Von ualitäten gehandelt. I. 19. 8. 198—200 163 188 189 144 2765 21.55 11.20 0.05 6—30 82 84 24—76 28—92 19—21 31½—82½ 17.20 16.90 18.10 9.75 irkt wurden am Donspreise für Kupfer % RM gesenkt. Blei und Zink Westsälische Landeszeitung e Rote Erde Besprechung auf dem Bückeberg Hameln. Am Mittwoch trafen im Kreis haus in Hameln Herren der Regierung in Hannover, der Reichsbahndirektion, der Gauleitung und des Propagandaministeriums zwecks Besprechung der technischen Fragen ein, die das Reichserntedankfest und die Verkehrsregelung zum und vom Bückeberg betreffen. Eine Besprechung fand dieserhalb in Hameln sowie anschließend an eine Rundfahrt rund um den Bückeberg in Bad Pyrmont statt. In der Besprechung wurden alle mit dem Reichs erntedankfest auf dem Bückeberg zusammen hängenden verkehrstechnischen Projekte er örtert, und zwar nicht nur die für dieses Jahr vorgesehenen, sondern die auf lange Sicht not wendigen. Es handelt sich also hier um grund legende Fragen des Straßen= und Eisenbahnverkehrs, um Straßenbegradigungen und seitens der Reichsbahn geplante Ver besserungen. Jolge 227 e 21. August 1936 Vom Führer bestätigt Bielefeld. Der Kreisleiter der NSDAP., Kreis Bielefeld=Land, Parteigenosse Hermann Upmann, ist laut Verordnungsblatt der Reichsleitung vom 10. August vom Führer in seinem Amt bestätigt worden. Arbeitstagung der Amtsbürgermeister des Regierungsbezirks Minden Lübbecke. Die Amtsbürgermeister des Regierungsbezirks Minden hatten am Mittwoch in dem nordwestlichsten Kreisstädtchen eine Arbeitstagung, an der u. a. als Vertreter des Regierungspräsidenten der Oberregie rungsrat Dr. Friedberg(Minden), als Ver treter der Provinzialdienststelle Dr. Preuße (Münster) und Landesverwaltungsrat Dr. Brüggestrat(Münster) teilnahmen. Landesverwaltungsrat Dr. Brüggestrat sprach über das Aufgabengebiet und die Beitragsgestaltung des Gemeindeunfallversicherungsverbandes. Aus langjähriger Erfahrung heraus konnte der Redner aufschlußreiche Aufklärungen zu dem Thema geben. Amtsbürgermeister Hohmeyer aus Pr. Oldendorf(Kreis Lübbecke) referierte dann über die zweckmäßige Anlage von Freibädern in kleinen Landgemeinden und gab allgemeine Richtlinien für den Bau derselben. Das Schlußreferat hielt Herr Salinus von der Westfälischen Heimstättengesellschaft. Er verbreitete sich über Sinn und Bedeutung der Bauzonenordnungen und wies deren besondere Bedeutung für die Landgemeinden nach. Italienische Studenten und Jugendführer besuchen Koblenz Koblenz. Auf ihrer Deutschlandfahrt trafen die italienischen Studenten und Jugendführer am Mittwochmittag in Koblenz ein. Die ausländischen Gäste hatten vorher die Reichsführerschule der HI in Remagen besichtigt. In Koblenz wurden sie von Gebietsführer Rolf Karbach begrüßt. Der Führer der italienischen Abordnung, Professor Mario Borsalino, dankte mit freundlichen Worten. Zur Erinnerung an den Besuch wurde Professor Mario Borsalino ein Bild der Burg Westmark und der alten Moselbrücke von Gebietsführer Karbach überreicht. Eine Rundfahrt machte die ausländischen Gäste mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt Koblenz bekannt. Am Nachmittag wurde die Reise rheinaufwärts nach Bacharach fortgesetzt, wobei eine Besichtigung der Burg Stahleck stattfand. Die Gäste treten die Heimreise von München aus an. Noie Eine große Aktion zur Berutslenkung und Berutswerbung wird eingeleitet Dortmund. Zu einer Aufklärungsversamm lung über eine in nächster Zeit einsetzende groß zügige Sammelwerbung für das gesamte deutsche Handwerk, die gleichzeitig auch der Berufsaufklärung in weitesten Volksschichten dienen soll, waren gestern die Fachgruppenund Fachschaftswalter der Betriebsgemeinschaft Handwerk, sowie die Innungsobermeister und Bezirksinnungsmeister aus Westfalen zusammengerufen. Gaufachgruppenwalter Braun eröffnete im Namen der Arbeitsfront die Veranstaltung. Ueber Einzelheiten verbreitete sich dann Reichsbetriebsgemeinschaftswalter„Handwerk", Reinhold von Renteln, der die verantwortlichen Männer des westfälischen Handwerks auf die große Wichtigkeit der Sammel= werbung hinwies. Zu Ostern, so sagte er, würden viele junge Handwerker aus der Lehre entlassen werden, die noch unter dem Fehlen einer vorbildlichen Berufslenkung bei Beginn ihrer Lehrzeit leiden müßten. Niemand habe sich früher darum gekümmert, wie gut oder wie schlecht die Aussichten in den verschiedenen Handwerksberufen seien. Nur so sei die Ueberfüllung in manchen Berufen und der Mangel an geschulten Kräften in anderen zu erklären. Die Berufslenkung müsse heute auf lange Sicht betrieben werden, und damit habe eine Berufsaufklärung Hand in Hand zu gehen, um dem Handwerk immer mehr die verlorengegangene Bedeutung immer mehr die nen. Die in ihm ruhende Idee der Meisterschaft, der Selbständigkeit und Verantwortung muß sich durchsetzen, genau wie die politische Idee des Führers sich durchsetzte und die wertvollen Kräfte der Nation weckte. Es gilt, das Gesicht des Handwerks dem Volke deutlich zu zug oder Stempel des Handwerksmeisters machen, und dabei sollen die Vorzüge groß= monatelang im Umlauf sind, bis die Serien sich industrieller Werbemethoden nutzbar gemacht erschöpfen. Zt diesem Zweck sind Bildserien zu.! Abschließend wies Gaufachgruppenwalter je sechs Bildern von 50 Handwerksgruppen geschaffen, um werbend zu wirken. Diese Bil= und Auftlärungsation noch durch Lichtbilder vorträge vertieft wird, die von Handwerks meistern in den Schulen gehalten werden. So soll bei der Jugend schon das Verständnis für einen später einzuschlagenden Handwerksberuf wachsen, damit nach der Schulentlassung ver hängnisvolle Fehlleitungen möglichst aus geschlossen sind und die Jungen und Mädel in einen Beruf kommen, für den sie Neigung und Eignung haben. Verbandstag geschaffen, um werbend zu wirken. Diese Bil der sollen von den einzelnen Handwerks meistern beim Verkauf ihrer Erzeugnisse aus gegeben werden, und auf der Rückseite ihre Namen tragen, um auch für den ausgebenden Betrieb zu werben. Gleichzeitig wird ein Buch des Handwerks erscheinen, in welches die Bilder von den Sammlern eingeklebt wer den können. Dieses Buch bringt eine ein gehende und umfassende Darstellung hand werklicher Arbeit in einer bisher noch nie gezeigten Form und bekommt damit großen Sammelwert. Ein eindrucksvolles Werbebild in den einzelnen Läden soll das Bewußtsein!.—... für die Sammelbilder wecken, damit diese neichsinnungsverbandes des Stellmacher Aktion der Selbsthilfe des Handwerks die Wir=I und Karosseriebauhandwerks kung erhält, die der Reichshandwerksmeister! Köln. Am 21. und 22. August hält der Schmidt und Reichsorganisationsleiter Dr.] Reichsinnungsverband des Stellmacher= und Ley davon erwarten.! Karosseriebau=Handwerks in Köln seinen dies Da ist zunächst in berufspolitischer Hinsicht jährigen Verbandstag ab. In der am 22. daran gedacht, daß durch die damit verbundene! August stattfindenden öffentlichen Haupttagung Aufklärung ein geeigneterer und leistungs= wird u. a. Reichsinnungsmeister Oskar Mende fähigerer Nachwuchs in das Handwerk kommt, die Verpflichtung seiner Stellvertreter und weil vor allem die Jugend die Bilder sammeln zweier Bezirksinnungsmeister vornehmen. Auf und schon frühzeitig handwerkliche Berufs= der Tagesordnung der Arbeitstagungen stehen arbeit kennen lernen wird. Dann aber ist diel u. a. Referate über die neue Meisterpüfung, werbende Wirkung für das Gesamthandwerk die Planungen für die weiteren Arbeiten und gar nicht abzuschätzen, und auch der die Bilder! die Berichterstattung über das verflossene verteilende Betrieb wird den Nutzen dieser Jahr. Werbung spüren, da die Bilder mit Namens Ein Leben für die Eisenbahn Jugoslawische Ordensverleihungen Essen. In Anerkennung ihrer Verdienste um die Förderung der deutsch=jugoslawischen Beziehungen wurden im Namen des jugoslawischen Königs Peter II. ausgezeichnet mit dem Eisenbahnminister a. D. Hoff 85 Jahre alt Oroen gorg„He en Sava Pfarrer Nikolaus Peeebeicer Weiegm.. aci d Szer. Kaufhold(Gelsenkirchen), Schriftleiter Gerhard in seiner Hand. Im Kriegsjahre 1918 wurde Kill(Gelsenkirchen=Buer), Schriftleiter Dr. WilHoff Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prä=shelm Mansfeld(Berlin), mit dem Orden der dikat Exzellenz und nach dem Abgang des Jugoslawischen Krone 4. Klasse Fabrikant Bo preußischen Eisenbahnministers von Breiten= goljub Maritsch(Solingen). bach dessen Nachfolger. Seiner sachkundigen Umsicht und seinem unerschrockenen Eintreten ist es zu verdanken, wenn die geordnete Heimführung des Weltheeres ermöglicht und der Zusammenbruch der Eisenbahn verhindert werden konnte. Im Frühjahr 1919 trat Exz Hoff in den wohlverdienten Ruhestand. Münster. Am 21. August begeht der in Münster ansässige Preußische Eisenbahnminiter a. D., Wirkliche Geheime Rat Wilhelm Hoff seinen 85. Geburtstag. Exz. Hoff kann an diesem Tage auf ein arbeits= und erfolgreiches Leben, von dem fast 50 Jahre dem aktiven Dienst bei den Preußischen Staatsbahnen gewidmet waren, zurückblicken. Im Jahre 1882 erfolgte seine Berufung in das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Als Referent übernahm Hoff 1896 die Vorarbeiten ür den Staatsvertrag mit Hessen, aus dem 897 die Preußisch=Hessische Eisenbahngemeinchaft erwuchs. Im gleichen Jahre erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Regierungs= und Vortragenden Rat, der vier Jahre später die Beförderung zum Geheimen Oberregierungsrat olgte. Der Gedanke, das gesamte Beschaffungsund Konstruktionswesen der preußischen Staatsbahnen in einer Stelle zusammenzuassen, wurde verwirklicht durch die Gründung des von Hoff angeregten Eisenbahn=Zentral= amtes, das er am 1. April 1907 als erster Präsident übernahm. Vier Jahre später wurde er zum Ministerialdirektor befördert. Große Aufgaben harrten seiner im Kriege der schwierige Ausgleich zwischen dem Peronalbedarf der Heeresverwaltung und den Bedürfnissen der Staatsbahnverwaltung lag Duisburg empfing seine Olympiakämpfer Nicht hinausbeugen! Der Tod im Autobus Kleinenbremen. Einem furchtbaren Unglücksfall ist hier ein junges Menschenleben zum Opfer gefallen. Die Mitglieder des Schützenvereins Kleinenbremen hatten mit ihren Angehörigen in einem Autobus eine Fahrt nach Bremerhaven unternommen. Auf der Rückfahrt mußte der Autobus auf der Straße zwischen Windheim und Jössen einem Duisburg. Am Donnerstag empfing die Lastzug ausweichen und kam dabei dicht an die Stadt Duisburg ihre Olympiakämpfer Anni Chausseebäume. In dem Augenblick der BegegSteuer, Trude Wollschläger, Schneider und nung mit dem Lastzug hatte sich einer der TeilKlingenburg.Tausende von Menschen hatten sich nehmer, der 28 Jahre alte August Dietrich hinin den Straßen zum Rathausplatz angesam= ausgebeugt. Er erhielt einen fürchterlichen Mordversuche mit Rattengift Der Täter stammt aus Dortmund] Zwölf Jahre Zuchthaus Frankenthal. Das Schwurgericht Frankenthal verhandelte gegen den 40 Jahre alten Joseph Schmidt aus Dortmund, wohnhaft in Oggersheim, der des versuchten Giftmordes an seiner Ehefrau angeklagt ist. Das Zusammenleben der Eheleute Schmidt war schon längere Zeit zerrüttet, der Angeklagte ging viel in Wirtshäuser. Die eheliche Treue wurde ihm zu einem leeren Begriff. In die von ihm angestrebte Scheidung willigte die Frau nicht ein. Schmidt drohte ihr nun,„daß dann der Tod sie scheiden würde". Er mischte in den Morgenkaffee seiner Frau Rattenaift. Die Wirkung blieb aber aus, weil die Frau, abgestoßen durch den widerlichen Geruch, nur ganz wenig Kaffee trank. Trotzdem bekam sie alsbald Magenschmerzen. Der Arzt stellte eine Vergiftung fest, bei der die Giftdosis an sich tödliche Wirkung gehabt hätte. Schmidt wiederholte seine Versuche mehrere Tage lang nach der ärztlichen Untersuchung mit verstärkten Giftbeimischungen. Die Wirkung blieb jedoch aus, weil die Frau den Kaffee stets unberührt ließ. Bei der Verhandlung stellte sich heraus, daß Schmidt hohe Geldbeträge seiner Familie entzog und verjubelte. Die Tat selbst bestritt er. Es konnte aber festgestellt werden, daß der Angeklagte Gift bei seiner Firma gestohlen hatte. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Giftmordes an seiner Ehefrau zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Nächtliche Todesfahrt Münster. In der Nacht zum Mittwoch ereignete sich auf der Warendorfer Landstraße bei Milte ein schwerer Unfall. Der etwa 22 Jahre alte Motorradfahrer Berning=Bellmann fuhr mit seinem Motorrad, auf dem noch ein zweiter junger Mann mitfuhr, in Richtung Warendorf. In der Dunkelheit fuhr Berning=Bellmann auf einen vorschriftsmäßig beleuchteten, auf der Straße aufgebockten Anhänger eines Lastzuges auf. Der Lenker des Motorrades blieb auf der Stelle tot liegen, während der Mitfahrer mit schweren Kopfverletzungen dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Schlag gegen den Kopf und sank leblos zusam men. Die sofort angestellten Ermittlungen ergaben, daß Dietrich beim Hinausbeugen von einem Straßenbaum getroffen wurde. Arbeitswochen für reisende Kaufleute Wie in früheren Jahren, veranstaltet die Reichsfachgruppe Vermittlergewerbe der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel in Gemeinschaft mit dem Amt für Berufserziehung und Betriebsführung in der DAF vier Arbeitswochen für reisende Kaufleute. U. a. ist für den Gau WestfalenSüd die Woche vom 2 8. September bis 3. Oktober 1936 in Juist(Nordsee) vorgesehen. Der Unkostenbeitrag einschließlich Unterbringung und Verpflegung ist mit 37,90 Mark festgesetzt worden. Durch erste Fachleute werden u. a. folgende Themen behandelt: „Die Aufgaben des reisenden Kaufmannes bei der Absatz= und Qualitätssteigerung",„Die soziale Stellung des reisenden Kaufmannes", „Das Programm der NSDAP.",„Marktforschung und Absatzorganisation im Dienste der deutschen Volkswirtschaft",„Praktische Verkaufsübungen, Fragen und Antworten aus der Praxis“. Die Teilnahme ist für Geschäftsreisende, Handelsvertreter, Provisionsvertreter und deren Betriebsführer offen. Neben der intensiven Schulung steht den reisenden Kaufleuten genügend Freizeit zur Verarbeitung des Gehörten und zur Erholung zur Verfügung. Gemeinschaftliche Ausflüge, Betriebsbesichtigungen und Kameradschaftsabende bieten Anregung und Entspannung. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an die jeweils zuständige Kreisbetriebsgemeinschaft„Handel“ in der Deutschen Arbeitsfront. Einweihung eines neuen Schwesternheimer Bochum. Das Krankenhaus„Bergmannsheil“, der Knappschaftsberufsgenossenschaft, Sektion 2, in Bochum hatte gestern einen großen Tag. Es beging die feierliche Einweihung eines neuen Schwesternheimes, das nach den Plänen der Architekten Sonnen (Oberhausen) und Prein(Bochum) im Stadtteil Ehrenfeld errichtet wurde. Im Rahmen der Einweihungsfeier machte der Leiter der ATETE S Knappschaftsberufsgenossenschaft, Sektion 2, Bergassessor Hueck in Bochum, grundsätzliche Ausführungen über die Bedeutung des Krankenhauses„Bergmannsheil" als Heilstätte für die Schaffenden des Bergbaues. Rund 100 000 Patienten seien seit Bestehen des„Bergmannsheils“ bereits behandelt worden. Namens des Westfälischen Roten Kreuzes sprach dessen Leiter, Landesrat Dr. Graß, der Knappschaftsberufsgenossenschaft, Sektion 2, den Dank für die Errichtung des neuen Schwesternheimes aus.(Ausführlicher Bildbericht über die Einweihung in unserer Bezirksausgabe Bochum). Wegen Blutschande drei Jahre Juchthaus Duisburg. Der Angeklagte Franz Sz. aus Duisburg wurde vom Duisburger Schwurgericht wegen Blutschande zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Da Sz. bis zum Schluß hartnäckig leugnete, verweigerte ihm das Gericht die Anrechnung der Untersuchungshaft. in den Straßen zum Rathausplatz angesam melt, und die Polizei hatte große Mühe, den Kämpfern und Kämpferinnen freie Bahn zu machen. Im Sitzungssaal des Rathauses wurden sie vom Oberbürgermeister und Kreisleiter Loch empfangen. Der Oberbürgermeister be grüßte die Sieger und Siegerinnen mit herz lichen Worten und brachte zum Ausdruck, daß sich ganz Duisburg über ihre Erfolge freue, und überreichte ihnen im Zeichen der Anerkennung eine Vase und eine Schale mit Blumen. usderediemn Becher. wite demr Wanischer destes Stvesterschlägerei mit tödlichem Ausgang Der Maschinenschwengel als Mordinstrument Haßerfüllte ihnen auch vergönnt sein möge, in Japan die deutschen Farben zu vertreten, schloß er die Feier mit einem Sieg=Heil auf den Führer. Reicher Brombeerenertrag Winz=Baak. Eine Totschlagsangelegenheit, die auch in der Verhandlung vor dem Schwurgericht nicht völlig geklärt werden konnte, hatte sich in der letzten Silvesternacht in Winz=Baak ereignet. Dort waren die Familien Blaß und 94ug der#i##l#: Mälden#.######.# Schweitzer zwar Flurnachbarn, lebten aber Eisel. Die—..,„er Eifel durchaus nicht in bestem Einvernehmen mit efern in diesem Jahr über ihre Allgemein=seinander. Schw., ein Invalide im Alter von bedeutung hinaus einen seltenen Reichtum an 163 Jahren, kam etwas spät und stark angetrunund Nußpflanzen der verschiedensten ken heim, wobei er nicht nur einen erheblichen Art. Nachdem die Waldbeeren= und Himbeeren=[Lärm verursachte, sondern auch noch weithin ernte zu Ende ist, wird mit dem Sammeln der hörbar auf seinen Nachbarn, den 39jährigen Brombeeren begonnen. Der Behang der Bl. schimpfte. Dieser wurde dadurch geweckt Sträucher ist außergewöhnlich gut, so daß die und forderte den Schw. auf, doch mit Rücksicht Sammler Tagesmengen von 10 bis 15 Kilo=sauf seine schlafenden Kinder den Lärm einzugramm erzielen. Die Brombeeren werden stellen. Schw. ging später nochmals aus dem teils in den landwirtschaftlichen Haushaltun=[Hause und ist dann wiedergekehrt. gen der Eifel verwandt, größere Mengen ge] Was sich nun ereignete, ließ sich nicht mehr langen jedoch durch die örtlichen Sammelstellen genau feststellen, da die Aussagen der beiden nach auswärts zum Verkauf. Parteien einander widersprechen. Nach der Behauptung des Angeklagten Bl. soll Schw. Am Sonntag, dem 6. September 1936, findet ein auf diesen mit einer Kohlenschaufel eingedrunkameradschaftliches Zusammensein der früheren Ange=sgen sein. meshalb or ihn in dor vorigen des ebem. stellv. Gen.=Kdos. und des Kriegs sein, weshalv er ihn in der Notwehr mit VII. A. K. in Münster statt. Treffpunkt 18.30 dem Schwengel seiner Waschmaschine niederUhr Hotel„Continental“ gegenüber dem Hauptbahnbof. lgeschlagen habe. An don non diesem Schlag 13 Uhr gemeinschaftliches Mittagessen im„Schloß=] geschlagen have. An den von diesem Schlag restaurant“ Frauenstraße 28, daran anschließend Rund=[herrührenden Verletzungen ist Schw. dann späsammensein areden uind verzlichst ter gestorben. Aus de Aussagen der Ehe eingeladen. des Getöteten ergab sich allerdings ein anderes Bild. Danach hat zunächst einmal die Frau Bl. an ihre Tür geklopft— nachdem vorher Schw. den Lärm verursacht hatte— und Drohungen ausgestoßen. Der Angeklagte habe auch ihre Türfüllung zertrümmert und ihrem Manne die tödlichen Verletzungen in ihrem Vorflur beigebracht. Jedenfalls hatte der Angeklagte Glück, denn das Schwurgericht billigte ihm weitgehend mildernde Umstände zu und verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todeserfolg zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Das Wetter Die fehlende Sonneneinstrahlung und der Zustrom etwas kühlerer Meeresluft haben die Temperaturen noch weiter zurückgeben lassen. In Westeuropa fließt zur Leit kühlere(ümPK) neben wärmerer(UmPW) Meeresluft einher und bedingt ausgesprochenes Niesel2½„#uchte Luft reicht aber im Westen nur bis etwa 1500 Meter Höhe, wie die Wetteraufstiege von Iöl. und„###ord I., England ergeben haben. Die Witterung für die nächsten Tage bleibt noch wechselnd und zu kühl. aus„westlichen Richtungen zu kühl, bis auf geringe Aufklärungen meist stärker bewölkt, noch einzelne Nieverschläge. Weitere Aussichten: unbeständig. Etwas freundlicher, aber noch E IE HARMN Bakelite- H1) halter De Wirtschaftstagung in Oberhof Dr. Schacht in Thüringen X Oberhof. 21. August. Am Donnerstagvormittag fand in Oberhof unter Leitung des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht eine Tagung der Reichsstatthalter und preußischen Oberpräsidenten statt, auf der nach einem Vortrag des Ministers eine Aussprache über wirtschaftspolitische Fragen erfolgte. Am Nachmittag kamen die Reichsstatthalter und Oberpräsidenten mit den Mitgliedern des Beirats der Reichswirtschaftskammer zur Fortsetzung der wirtschaftlichen Diskussion zusammen. Die Teilnehmer der Tagung, die am Donnerstagabend einer Einladung des Reichsstatthalters Sauckel gefolgt waren, besichtigten am Freitag mehrere Betriebe Thüringens. Kamenew gesteht Anschlagspläne auf Stalin Schwere Belastung gegenwärtiger Sowjet=Größen 7 Enthüllungen im Moskauer Terroristenprozeß A Moskau, 21. August. Die Mittwochabend=Sitzung des Prozesses egen Sinowjew und Genossen brachte einige lufsehen erregende Mitteilungen. Von den Angeklagten wurde zunächst Dreizer ver nommen, der, wie übrigens auch Martsch kowski, früher hohe Posten in der Roten Armee bekleidet hat. Daraus läßt sich schlie ßen, daß die Angeklagten immerhin auch in der Roten Armee Verbindungen besaßen. Auf sehen erregte die Mitteilung des Angeklagten Reingold, daß die Sinowjew=Gruppe im Jahre 1932 auch Verbindungen zur ehemaligen Rechtsopposition(Bucharin, Tomski, Rykow) Das Sehnen nach Völkerversöhnung Ein Bekenntnis de Brinons 7 Glaube an Deutschlands Aufrichtigkeit X Berlin, 21. August. Zu den schönsten Bekenntnissen, die von ausländischer Seite zum völkerverbindenden und völkerversöhnenden Gedanken der Olym pischen Spiele in den letzten Tagen abgelegt wurden, gehört eine Rede, die der Vize präsident des Comité France-Allemagne. Graf Fernand de Brinon, in einem Kreise von Freunden und Mitgliedern des Comité France Allemagne und der Deutsch=Französischen Gesellschaft gehalten hat. In dieser Rede führte de Brinon aus: „In unvergleichlichen und in der Welt ein zig dastehenden Darbietungen haben Sie ge zeigt, daß sich im neuen Deutschland der Sinn für das Gewaltige mit dem Gefühl der Harmonie und die Reinheit der Linien verbindet. Sie haben die Herrlichkeit der griechischen Kultur zu neuem Leben erweckt und damit große Ausblicke in die Zukunft geschaffen. Was wäre aber die Gewalt und die Macht all dieser Schöpfungen, wenn sich ihr nicht die Gastlichkeit und die lebendige Anteilnahme der Herzen zugesellt hätte! Als ich 1933 die Ehre hatte, von Ihrem Führer und Reichskanzler empfangen zu werden, war es mir angesichts der Einfachheit und Unmittelbarkeit der Aussprache, als ob ich in eine neue Welt eingedrungen sei. Das war die Sprache meiner Generation. Die Sprache, von der wir in den Schützengräben gewünscht hatten, daß sie nach dem Weltkrieg allgemein werde. Die Sprache, welche den Lebensbedürfnissen und der Wirklichkeit gerecht wird. Was Adolf Hitler mir sagte, hat er seitdem nie aufgehört zu wiederholen: Daß die Wiederversöhnung zweier großer Nationen, die sich auf den Schlachtfeldern schätzen lernten, unser erstes Ziel sein muß; daß nach der Regelung der Saarfrage und der Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung kein Grund mehr zu einem Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich besteht; daß es gilt, zwischen uns einen Frieden der gegenseitigen Achtung und des freundschaftlichen Sichverstehens zu finden. Es ist eine große Hoffnung, die uns beseelt. Aber diese Hoffnung hat auch schon auf beiden Seiten der Grenzen in Taten Ausdruck gefunden. Unsere Länder tragen in der Tat beide eine sehr schwere Verantwortung. Es ereignet sich auch, daß gewisse Ihrer Schritte uns unverständlich sind. Aber wir stehen da vor dem Heiligtum der nationalen Unabhängigkeit, und wir achten die Ihre ebenso, wie wir wünschen, daß die unsere geachtet werde. Nichts kann die Wahrheit aus der Welt schaffen, daß unser Europa für neue Kriege zu klein geworden ist, und daß sein Schicksal in überwiegendem Maße von unserem Einvernehmen abhängt. Ich habe es nicht nötig, Sie aufzurufen, diesen Rat eines großen befreundeten Landes zu befolgen. Wir alle teilen schon diese Ueberzeugung, und ich bin gewiß, daß der neue Botschafter des Reiches in England sein Können und seinen Glauben in den Dienst dieses Zieles stellt, das ebenso natürlich wie notwendig und nutzbringend ist. Wir wissen wohl, daß das Einvernehmen zwischen Deutschland und Frankreich noch nicht die Lösung aller zeitgenössischen Probleme bedeuten würde. Aber wir wissen auch, daß eine gegenseitige genaue Kenntnis unserer beiden Länder und eine aus sachlichen Vereinbarungen erwachsene Zusammenarbeit gegenwärtig in der Welt von ausschlaggebender Bedeutung wäre. Mit offenem Auge und gemeinsam mit England hoffen wir auf den Zeitpunkt, in dem die Atmosphäre nicht mehr durch Verdächtigungen und Streitigkeiten vergiftet wird. Und niemals wird man unser Volk glauben machen können, daß es sich in das Lager der Gegner Deutschlands chlagen muß, um stark, frei und glücklich zu sein. aufgenommen und diese in ihre geplanten An schläge eingeweiht habe. Weiterhin sagte Rein gold aus, daß zwischen der Terroristengruppe Sinowjew und dem früheren Volkskommissar des Finanzwesens Sokolnikow, der dann bis 1935 den Posten des Stellvertretenden Außenkommissars bekleidete, enge Beziehungen bestanden haben. Sokolnikow ist, wie jetzt bekannt wird, bereits verhaftet. Desgleichen blieb es Reingold vorbehalten das Geheimnis, das bis jetzt über der erfolg ten Entlassung der Direktoren der sowjetruf sischen Staatsbank noch zu lüften. Der Vizedirek tor der Staatsbank. Arkus, habe, so sagte Reingold aus, im Jahre 1929 versucht, au Kamenems Wunsch und auf sein Betreiben Mittel für die revolutionäre Tätigkeit der Sinowiem=Gruppe im Ausland anzulegen. Wie nunmehr feststeht, hat diese Beschuldigung die Entlassuna und Verhaftung der Direktoren der Staatsbank vor wenigen Wochen zur Folge gehabt. Der Angeklagte Reingold sagte im weiteren Verlaufe des Verhörs aus, daß auch der gegenwärtige stellvertretende Volkskommissar für Schwerindustrie, Pjatakow, und Serebrowski, der früher im Transvortwesen an leitender Stelle stand(beides frühere Trotzkisten), in Beziehungen zur Sinowsew=Gruppe standen und von Sinowjew selbst als„zuverlässige Leute“, an die man sich„ebenfalls bei der Vorbereitung von Terrorakten heranmachen müßte“, bezeichnet worden seien. Der Angeklagte Pickel gestand Einzelheiten über einen geplanten Anschlag auf Stalin am 9. Oktober 1932 und im Juli 1934 und machte interessante Mitteilungen über eine angebliche Militärverschwörung trotzkistisch gesinnter Kreise in der Roten Armee, wo 1934 Zellen für trotzkitische Agitation bestanden hätten. Die Donnerstagsitzung Die Donnerstagvormittagssitzung im Prozeß gegen Sinowjew und Genossen brachte wiederum interessante Enthüllungen. Der Hauptangeklagte Kamenew kam erneut auf Verbindungen der Sinowjew= Trotzki=Organisation mit Angehörigen der rüheren Rechtsopposition zu sprechen. Solche Verbindungen hätten bestanden mit dem gegenwärtigen Chefredakteur der„Iswestija“ und dem früheren einflußreichen Mitglied des Politbilros, Bucharin, ferner mit dem ehemaligen Leiter der Sowjetgewerkschaften und bisherigen Leiter der Vereinigten Staatsverlage, omski, sowie mit dem jetzigen Post= und elegrafen=Kommissar Ryko, dem früheren Vorsitzenden des Volkskommissarenrates. Diese Vertreter der früheren Rechtsopposition seien ber die terroristischen Absichten der Sinowjew Gruppe im Jahre 1934 unterrichtet gewesen. Sie hätten ihre Hoffnungen, wieder zur Macht zu gelangen, auf den Eirfolg der beabsichtigten Anschläge gegen Stalin und die übrigen Parteispitzen aufgebaut. Man vermutet, daß die genannten Personen zur Verantwortung gezogen werden. Besonders belastend waren die Aussagen Kamenews gegen den früheren Volkskommissar für Finanzen und stellvertretenden Außenkommissar Sokolnikow. Kamenew gab den „verbrecherischen Charakter“, der Tätigkeit seiner Gruppe nicht zu, sondern betonte, daß ihm und Sinowjew, die unrechtmäßig von der Macht abgedrängt worden seien, jedes Mittel brauchbar erschienen sei, um wieder an die Macht zu kommen. Neue Flüchtlingstransporte ∆ Mailand, 21. August. Mit den deutschen Dampfern„Monte Sarmiento" und„Baden“ sind wiederum 1750 Flüchtlinge verschiedener Staatsangehörigkeit aus Spanien, in Genua eingetroffen. 800 Reichsdeutsche sind mit einem Sonderzug am Abend in die Heimat weitergefahren. &à Lissabon, 21. August. Mit dem deutschen Dampfer„Hermes" traf am Donnerstagabend ein Transport von 122 Flüchtlingen aus Malaga in Lissabon ein. Neben Schweizern, Belgiern, Franzosen, Argentiniern, Chilenen und Spaniern befinden sich 51 Deutsche unter den Flüchtlingen. Sie werden die Weiterreise nach Deutschland am Freitag mit dem Dampfer„Cap Arcona“ antreten. Außer den Angehörigen des deutschen Konsulats sind in Malaga nur noch einige wenige Deutsche auf eigene Verantwortung zurückgeblieben. Zukunftsaufgaben der Arbeitspolitik Statt Arbeitslosigkeit Facharbeitermangel 7 Ausgleichsmaßnahmen notwendig (Drahtbericht umserer Berliner Schriftleitung) Berlin, 21. August. Der neueste Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung beschäftigt sich mit dem Stand der Arbeitslosigkeit und der Beschäfti gung. Das Ergebnis der statistischen Erhebun gen ist die interessante Feststellung, daß sich statt der früheren Arbeitslosigkeit heute bereits in erheblichem Maße ein Mangelan Fach arbeitern bemerkbar macht. In der Darstellung des Instituts für Konunkturforschung heißt es: Bis Ende Juli 1936 ist die Zahl der Arbeitslosen auf 1,17 Millionen gesunken. Zum erstenmal ist da mit die Arbeitslosigkeit niedriger als 1929, dem Jahr der letzten Hochkonjunktur. Schon jetzt ist deshalb die Arbeitslosigkeit als Massenerscheinung beseitigt. Die Aufgaben der Arbeitspolitik und damit die Aufgaben der Arbeitsämter haben sich infolgedessen gewandelt. Jetzt gilt es vor allem, den Mangel an gelernten Arbeitskräften zu beseitigen, die Unterchiede in der Arbeitslosigkeit von Beruf zu Beruf auszugleichen und die Jugendlichen in ihrer Berufswahl richtig zu beraten. Die Notund Grenzgebiete mit ihrer noch immer verhältnismäßig hohen Arbeitslosigkeit sind beonders zu betreuen, die älteren arbeitslosen Arbeiter und Angestellten, die am schwersten Arbeit finden können, sind durch besondere Maßnahmen wieder in den Wirtschaftsprozeß einzugliedern, Kräfte mit Fachkenntnissen, die nicht mehr benötigt werden, sind umzuschulen, Notstandsarbeiter in reguläre Beschäftigung zu überführen. An Stelle der Arbeitslosigkeit macht sich nämlich in einzelnen Wirtschaftszweigen und Wirtschaftsgebieten mehr und mehr ein Mangel an Fachkräften bemerkbar. Besonders groß ist der Mangel an Arbeitskräften(jugendlichen und ledigen) in der Landwirtschaft. Während der Ernte erhöhte sich der Bedarf zudem noch dadurch, daß sich in vielen Gebieten des Reiches das Getreide infolge der starken Regenfälle gelagert hat und so Maschinen bei der Getreideernte kaum eingesetzt werden können. Im wesentlichen ließ sich der Mangel an Landarbeitern aber im zwischengebietlichen Ausgleich, zum Teil durch Rückgriffe auf andere Berufsgruppen, beheben. Auch die Ziegelindustrie klagt fast überall über Mangel an Ziegelarbeitern. Für die Bezirke Nordmark, Niedersachsen und Mitteldeutschland mußten hier Fachkräfte aus Schlesien herangeholt werden. Die monatlichen Berichte der Arbeitsämter bestätigen, daß es ebenfalls in folgenden Industrien an Facharbeitern fehlt: in der Steinindustrie(Steinhauer, Steinmetzen, Kalksteinbrecher), in der Hüttenindustrie(Former, Kernmacher). in der Maschinenindustrie(Dreher, Elektro= und Autogenschweißer, Fräser, Feinmechaniker, Kupferschmiede), in der Elektroindustrie (Schlosser, Monteure), in der feinmechanischen und optischen Industrie, in der Fahrzeugindustrie(Motorenschlosser, Rundschleifer, Fräser), weiter bei den Werften, im Sattler= und Polterengewerbe(Autosattler, Autopolsterer), im Gast= und Schankwirtsgewerbe(Servierkellner, Köchinnen, Haus=, Zimmer=, Küchen= und Abwaschmädchen) und namentlich auch im Baugewerbe(Maurer, Putzer, Zimmerer, Beton= und Straßenbauarbeiter, Bautischler). Kinst und Was ist an Goethe zeitgemäß? Von K. H. Bühner Es war ein bedenkliches Zeichen, als sich im hundertsten Jahr nach Goethes Tod die Verteidigungsreden für diesen dichterischen Genius häuften. Bedenklich nicht für Goethe, sondern für die Zeit, die diese erhabene Erscheinung mied oder sogar ablehnte. Jene Entfremdung von Goethe war das Ergebnis einer Entwicklung, die bereits mit dem Tage begann, da Goethe für immer die Augen schloß, da der„Geist von Weimar“ mit seiner Person auch zu Ende ging. Schon das literarische„Junge Deutschland“, sprach in ehrfurchtslosem Ton von dem Meister, ja, ein geistvoller Forscher und Philosoph hat sogar nachgewiesen, daß Goethe überhaupt im ganzen vorigen Jahrhundert nicht gelebt wurde. Goethe war dem deutschen Volk entfremdet. Ein Schicksal von unerhörter Tragik für beide Teile; vollzog sich doch unser völkischer Niedergang in eben jenem Jahrhundert ohne Goethe. Aeußerlich und an der Oberfläche begegnete man ihm mit einigem, aber verdächtigem Interesse. Das Jahrhundert erzeugte viele wechselnde Goethedeutungen, die zwar weniger einem Bedürfnis der Aneignung Goetheschen Dichtens und Denkens entsprangen, denn vielmehr der Rechtfertigung des Zeitgeistes selber dienten. So wurde Goethe bald materialistisch, bald naturwissenschaftlich ausgelegt. Diesen galt er als typischer Individualist, jenen als strahlender, unnahbarer kalter Olympier. Und schließlich wurde er solchen, die— wie es Ernst Bacmeister einmal genannt hat— die„psychologische Sucht“ hatten, vollends durch„Dichtung und Wahrheit" zu einem einzigartigen Gegenstand ihrer seelenzergliedernden Untersuchungen. Goethe für uns Es hieße Goethe verkennen, wenn man glauben wollte, er ließe sich in solche Teile zerlegen: Goethe ist ein geistiger Kosmos, aus dem nichts ohne Nachteil für das Gleichgewicht des Ganzen herausgebrochen werden kann. Seine Aufteilung schien sich jedoch gegen das neunzehnte Jahrhundert selbst zu wenden. Ein Jahrhundert des meßbaren Fortschritts, der intellektuellen Einseitigkeit, des analytischen Geistes freilich ist kein Jahrhundert mit Goethe. Friedrich Nietzsche, dieser Flagellant am fin-de-sièole, dieser Reiniger und Empörer an der Schwelle des Jahrhunderts, dieser Apologet des wahren Lebens, dieser Widersacher alles Halben und Mittelmäßigen(den viele als lästig empfanden) hat das große mittelbare Verdienst, den Weg zu Goethe für die Gegenwart mit freigemacht zu haben. Mitten in jenes Jahrhundert der Verunklärung und Mißdeutung des Goethebildes und der ersten Versuche einer dem Original entsprechenden Wiederherstellung fiel die für uns Deutsche vorläufig wichtigste Goethebiographie H. St. Chamberlains. Dieser Seher, der den Deutschen Entdecker und Erwecker gewesen ist, führte Goethe auf sein germanisches Grundwesen zurück. Auch Alfred Rosenberg rühmt in seinem„Mythus des XX. Jahrhunderts“, Goethes germanischen Instinkt, ja, er gibt dem Faust, der umstrittensten und am verschiedensten gedeuteten Gestalt der Goetheschen Dichtung, ein klares rassisches Vorzeichen deutschen und nicht griechischen Charakters, wenn er schreibt:„Goethe stellte im Faust das Wesen von uns dar, das Ewige, welches nach jedem Umguß unserer Seele in der neuen Form wohnt. Er ist dadurch der Hüter und Bewahrer unserer Anlage geworden.“ Und Rosenberg hat, aus der Perspektive der Jahre des Kampfes, aus der gewissen Zuversicht auf den Endsieg heraus, im Jahre 1930 bereits den Satz geprägt:„Wenn die Zeiten erbitterter Kämpfe einst vorüber sein werden, wird Goethe auch wieder nach außen bemerkbar zu wirken beginnen.“ Diese Zeiten sind vorüber, Goethe kann wirken, und er tut es auch. Leben aus Einheit und Volkheit Was Goethe zeitgemäß macht, ist zuerst sein Totalitätsanspruch an das Leben, ein Grundsatz, der alle hohen Zeiten der Kultur, insbesondere die gegenwärtige Befreiung von der Einseitigkeit der Interessen, vom Spezialistentum, von der Zergliederung von Charakter, Persönlichkeit und Seelenleben erfüllt. Goethe fand solche Lebenseinheit auf seinem Gang zu den Müttern, durch seine in die tiefsten Lebensgründe vorstoßende Selbsterkenntnis. Goethe sah seine Aufgabe in der Schäffung solcher Einheit, die entstehen kann, trotz der ewigen Gegensätzlichkeiten des Lebens. Dieses von einem Hauptrepräsentanten der deutschen Klassik gelebte Ideal macht jene Zeit zu einer mythischen, wenn man darunter die ewige Wiederkehr des Lebens, die Zeitlosigkeit, die ImmerGegenwart des unergründlichen Quells der Schöpfung verstehen will. Einer Philosophie, die trennte, statt zu vereinen, widersetzte er sich ebenso wie einer pessimistischen Weltschau. Leben aus Einheit bedeutet Leben in der Mitte, bedeutet ganzes Leben — totales Leben. Mythische Zeit ist zugleich auch immer Zeit der Begründung und Ausprägung nationalen Lebens. Das beweist niemand so gut wie Goethe. Im Begriff der„Volkheit“ ist dieser Tatbestand beschlossen. Wir gebrauchen ihn heute als gefülltes Gefäß lebendigen Volksbewußtseins und wissen meistens nicht, daß es nicht Herder noch Arndt, weder der Sturm und. Drang noch die Romantik war, die diesen Begriff ganz schufen— sondern Goethe. Wie segensreich dieses Wort mit seinem dunklen, beinah orphischen Klang für unsere Nation fortan wirkte, das beweisen noch die späten Gestalter und Dichter des Mythos: Richard Wagner und Friedrich Hebbel. Bei aller Schau und Versenkung in die Tiefe — die bis zur Selbstvergessenheit getrieben werden kann— war Goethe kein Mensch des abstrakten anschauungslosen Denkens. Er liebte die Wirklichkeit als Material des Dichters, obwohl er einer der stärksten Inhaber der dichterischen Phantasie war. Goethes Diesseitsbejahung, seine Verwurzelung im Irdischen ist germanisch im tiefsten Sinn. Illes Glück der Erdenkinder Goethes Weltgefühl und Persönlichkeit aber war bei dem Reichtum und der Unerschöpflichkeit des Gedachten und Erlebten von ungeheurer Einfachheit. Das ist das Zeichen der Größe: der wahrhaft bedeutende Mensch ist schlicht. Und das Schlichte steht am Anfang aller Dinge. Einfach ist auch Goethes Schicksalsglaube: der Mensch vollendet nach dem Gesetz, nach dem er angetreten. Solcher Glaube ist nicht Anlaß zu fatalistischem Verzicht; germanisch ist Goethes Jasagen zur Selbstbehauptung und Rechtfertigung des Helden. Am meisten ist Goethe von denen verkannt worden, die ihn einen Individualisten nannten. Weil sie Persönlichkeit mit Individualität verwechselten. Eine Persönlichkeit jedoch hat Verbindung mit Natur und Volk durch die Beispielhaftigkeit Aufnahme: Presse-Photo ihres Ringens um innere Freiheit, ohne die wirkliches deutsches Leben eben nicht zu begreifen ist. Naturhafte Ursprünglichkeit, Sachlichkeit und Heldenhaftigkeit sind ihre Eigenschaften. Goethe selbst sucht, an seinem Kunstwerk gemessen, den starken einzelnen wie die bewußte, ihre Freiheit und Aufgabe kennende Volksgemeinschaft. Er empfiehlt ja: das Haus einer Nation nur auf den Felsen der Volkheit zu bauen. Primat des Lebens Durch eines vor allem, durch die Idee seiner Weltanschauung ist Goethe besonders zeitgemäß: er liebt und glaubt allein das Werdende,„das ewig wirkt und lebt", und nicht das Gewordene. Das Sein ist ihm die Gottheit. Er warnt vor einer Belastung der Jugend mit allzuviel Theorien und Kenntnissen und empfiehlt ihr das Studium des Lebendigen und Organischen. Gegen allen Historismus verteidigt er den Primat des Lebens und Kampfes. Dienen, meint er, sollen die Knaben lernen und zu Müttern werden die Mädchen. Damit trifft er genau die Erziehung der Jugend in unserer Zeit, die er schon vor hundert Jahren im Bilde von der„pädagogischen Provinz“, die er in seinem Roman„Wilhelm Meister" im Auge hatte, entwarf. „Was fruchtbar ist, allein ist wahr." Dies Wort mag uns vielleicht am besten zeigen, wie ein Geschlecht gesegnet werden kann, das mit diesem Goethe seinen Marsch in die Zukunft antritt. Welfenschatz bleibt in Deutschland Tagung der Internationalen Filmkammer Rede Dr. Lehnichs in Venedig Im Rahmen der Internationalen Filmkunstschau in Venedig hielt der Vollzugsausschuß der Internationalen Filmkammer eine Arbeitstagung ab. Bei der Eröffnungssitzung begrüßte nach einleitenden Worten des Präsidenten der Biennale, Graf Volpi, und der Vorsitzende der Internationalen Filmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Dr. Lehnich, die Erschienenen, darunter die Vertreter des italienischen Staates, der faschistischen Partei, der Stadt Venedig, des Handels der Industrie, der Kunst und Wissenschaft und des Filmes. Dr. Lehnich umriß die Aufgaben der IFK. und die damit in Verbindung stehenden nächstliegenden Arbeiten. Auf allen Gebieten des Kulturlebens der einzelnen Nationen hätten sich zwischenstaatliche Zusammenschlüsse gebildet, die die Möglichkeit bieten sollen, gleichgelagerte Interessen über die Grenzen der Länder hinaus zu vertreten. Auf der anderen Seite solle aber auch die breite Grundlage internationaler Zusammenschlüsse dazu dienen, den zusammengeschlossenen Kultur= oder Wirtschaftszweig mit besonderem Nachdruck in allen Ländern zu fördern. Der Film trage in seinem Wesen einen völkerverbindenden Charakter. Daher komme zum internationalen Interessenaustausch und zur internationalen Förderung die hohe Aufgabe, durch gegenseitige Achtung und Wertschätzung und schließlich zur tiefbegründeten Verständigung der Völker beizutragen. In der IFK. sei die Organisation geschaffen, die nach ihrem Aufbau geeignet sei. gerade diese internationalen Aufgaben und Pflichten zu erfüllen. Pfeccen 3 Ein Stück wertvollsten deutschen Kulturgutes, der Welfenschatz, ist auf Grund langwieriger Verhandluggen, von dem Preußischen Staat erworben worgen. Die Entstehung dieser Kunstschätze geht auf die persönliche Initiative Herzog Heinrichs des Löwen zurück. Es handelt sich hierbei um alte deutsche religiöse Kunst, um den neunhundertjährigen Braunschweiger Domschatz. Die aus dem 11. Jahrhundert stammenden Arbeiten stehen, was ihren Kunstwert, ihre Kostbarkeit und ihre Pracht anbelangt, bei weitem über allen Arheiten aus der späteren Zeit. Von den insgesamt 82 zu dem Schatz gehörigen Heiligtümern sind besonders erwähnenswert das„Welfenkreuz“, angeblich um die Mitte des 11. Jahrhunderts in Mailand angefertigt, ein einmaliges, herrliches Stück früherer Goldschmiedekunst und das Armreliquiar des Heiligen Sigismund. Die herrlichen Arbeiten, die im Jahre 1930 beinahe ins Ausland gegangen wären, werden jetzt im Berliner Schloßmuseum ausgestellt. — Unser Bild zeigt das Welfenkreuz, eines der schönsten und kostbarsten Exemplare der Sammlung. Mailand, vermutlich 11. Jahrhundert. Kurz=FeuilLeton Neue Ehrenmitglieder des Reichsinstitutes für deutsche Geschichtskunde. Reichsminister Dr. Rust hat nachunsversttätsprosessoren zu Ehrenmitgliedern des Reichsinstitutes für deutsche Geschichtskunde ernannt: Dr. Ernst Heymann(Berlin), Dr. Panl Kehr(Berlin), Dr. Oswald Redlich(Wien), Dr. Georg Leidinger (München), Dr. Edward Schröder(Göttingen) und Dr. Alfred Schultze(Leipzia). Jahrestagung der Dante=Gesellschaft. Die Deutsche Dante=Gesellschaft, eine der Hauptträgerinnen der Kulturbeziebungen zwischen Deutschland und Italien, hält iore diesjährige Hauptversammlung am 12. und 13 September in Wetmar ab. Den kulturellen Teil der Tagung füllen Berichte über den jüngsten Stand der an die zur Tradition gewordenen deutschen und italienischen Vorlesungen aus der„Göttlichen Komödie“ aus. „Kunsthandwerk am Bau“. Anläßlich der Leipziger Herbstmesse veranstaltet das Messcamt an Stelle der ursprünglich geplanten Architektentagung am Montag dem 31. August, eine Vortragsreibe mit folgenden Rednern: 1. Oberbaurat Dir. Dr. Gretsch, Stuttgart, Begrüßung, 2. Baurat Schulte=Frohlinde, Iturelle Fragen im neuen Deutsch= Sagebiel. Berlin:„Kunst und Kunsthandwerk an Bauten der Luftwafse“. 4. Miniexlein, München:„Künstlerische und kunsthandwerkliche Arbeiten an öffentlichen und Privatbauten Ein Erbgesundhettsbstro in London. In London wurde, wie die Monatsschrift„Volk und Rasse" berichtet, ein Erbgesundheitsbüro errichtet, um die Probleme der Crbkrankbeiten und Gebrechen zu untersuchen. Wissenschaftler aller Länder sollen daran mitAm eine Kartei für Familiengeschichte soll eingerichtet werden. Das Mlädchen von Tüneburg ohanna Stegen, das Mädchen von Lüneburg, war eine Kleinbürgerstochter sanften Gemüts und furchtsam und wenig geneigt, die Augen auf sich zu ziehen; auch wohnte sie mit ihrem Bruder Friedrich abseits am Graben. Als die Franzosen des Generals Morand im Frühjahr 1813 zu dreitausend Mann nach Lüneburg kamen— der Bürgerschaft zu vergelten, daß sie den Kosaken geholfen hatte, die Besatzung niederzumachen— fanden die gleichwohl den Bruder und holten ihn abends noch ab, ihn andern Morgens standrechtlich zu erschießen. Da war es gut, daß sie sich bei Nachbarsleuten versteckt hielt; als der Sergeant wiederkam, sie zu trösten, erbrach er vergebens die Haustür. Indessen am Morgen des 2. April, da Johanna Stegen nach banger Nacht das Morgenrot blutig aufgehen sah, klangen ihr zuerst zum Schrecken und danach zur Freude Hörner und Schüsse hinein. Der General Dörnberg kam mit Russen und preußischen Jägern über den Morgenschlaf der Franzosen; als der Tag sein Angesicht aus den Dünsten der Nacht blank gemacht hatte, war auch die Stadt Lüneburg frei von der welschen Bedrängnis. Den Bruder freilich sah Johanna Stegen nicht sogleich wieder, weil er zu den Freiwilligen Jägern gegangen war. Johanna Stegen konnte sich nicht darüber freuen, daß ihr Bruder nun auch in den Krieg ging: sie sah ihn schon hingestreckt von einer Kugel und wußte nicht, war es noch Freude über seine Befreiung oder schon Schreck, daß sie weinte. Sie hatte draußen am Graben, als der Krieg am Morgen mitten durch die Stadt hindurch gefegt war, die Schießerei und die Hurrarufe nur aus der Ferne gehört; was sie mit eigenen Augen sah, war das Mißgeschick zweier Franzosen, die ihren Pulverwagen am Graben vorbei noch zum Neutor hinaus bringen wollten. Sie hieben zu wild auf die Pferde und fuhren mit einem Rad an die Linde, schrägüber der erbrochenen Haustür; dabei zerbrach der Wagen und die Last sank krachend ineinander, unter dem Plantuch her die Patronen in die zerfahrene Wegspur zu schütten. Sich selber und die Gäule zu retten, schirrten die beiden Franzosen ab und jagten davon, indessen unten schon ein Trupp Jäger mit Hurrageschrei kam. Mercil rief einer hinter den Fliehenden her und bekräftigte den Dank mit einem Schuß, der aber im Laufen vorbeiging und nur Johanna Stegen an ihrem Fenster erschreckte. Wie Knaben dann fielen die Jäger über den Wagen her, rissen die Plane zurück und begannen Patronen zu raffen. Alle Taschen stopften sie voll und hätten nicht gieriger damit sein können, wenn es Gold gewesen wäre; und stürmten, als sie mit den grauen Papierhülsen vollgestopft waren, lachend über die strotzenden Säcke an ihren Schenkeln gegen das Neutor davon, wo die letzte Schießerei lockte, ihre Ueberlast los zu werden. So übermütig sah der Krieg in der Nähe aus, den Johanna Stegen am Morgen wahrnahm; und was am Mittag, als die Schießerei aufgehört hatte, weil kein Franzose in Lüneburg war, es sei denn tot oder gefangen: was am Mittag heranmarschierte und zu ihr hereintrat, gehörte mehr zu diesem Uebermut als zum Schrecken. Denn es war ihr Bruder riedrich, und er kam ausgerechnet mit den ägern daher, die sich am Morgen die Taschen mit den Patronen vollgestopft hatten; nun aber waren die Taschen so leer wie ihre Mägen, deren Begier sie rasch mit einem Brot, einer Wurst oder gar einem Schluck Bier stillen wollten. Der gestern noch in seinem Werktagskleid ihr Bruder gewesen war, stand wie die andern als Jäger in der Stube; als Johanna Stegen den grünen Rock betrachtete, da hinein er gesteckt worden war, sah sie das Loch über dem Herzen, wie wenn er seinen Schuß schon empfangen hätte.„Es war nur mein Vorgänger!“ sagte er rasch, als er das Blut aus dem Gesicht seiner sanften Schwester weichen sah:„Zweimal durchs gleiche Loch geht keine Kugel! Also bin ich gefeit!“ Und lachte mit seinem prallen Gesicht, das vom Pulverdampf schwarz und vom Schweiß verronnen aussah wie die Gesichter der andern. Es waren Pommern, unter die der Bruder geraten war, blond und ihrer Leibeskräfte gewiß. Der am Morgen„Merci“, gerufen und hinter den Gäulen her geschossen hatte, war auch hier der gesprächigste unter ihnen, denn er hatte in Berlin die deutsche Sprache „jelernt“, wie er sagte. Ihm schien die Eine Anekdote von Wilhelm Schäfer schlanke, schlichte Johanna Stegen sehr zu gefallen; und er wollte es auch damit nach seinem Wort halten, daß man auf der Reise nach Frankreich keine Zeit für Umstände habe. Johanna Stegen freilich hatte ebensowenig Zeit für sein Gefallen; sie mußte aus der Stube über den Flur zur Küche und wieder nach vorn springen, damit die hungrigen Mägen gestopft würden; und gar nicht lange, so klagte sie: es sei nichts mehr da! „Es sei alles noch da, nur verteilt!“ sagte der Berliner; während die Jäger darüber lachten und Johanna Stegen rot wurde, gerade da kam der Alarm. daß sie nach ihren Gewehren an der Fensterbank griffen. Draußen sprangen sie an den Wagen. noch einmal Patronen zu raffen; auch der Bruder Friedrich tat so, ehe sie mit Gelächter davonliefen. Johanna Stegen vor ihrer erbrochenen Haustür sah ihnen weh und erstaunt nach, daß dies der Abschied von ihrem Bruder gewesen sein sollte. Der Alarm gellte noch aus den Hörnern, als schon die ersten Schüsse hineinfielen, die sich rasch auszubreiten begannen; denn nun wurde es Ernst nach der fröhlichen Jagd am Morgen. Der General Morand hatte mit seinen Reitern das flüchtige Fußvolk gesammelt und seine Truppen zum Angriff gestellt; auch hatte er seine Kanonen gerettet. Was nun gegen die Stadt Lüneburg anrückte, das waren siegesgewohnte Soldaten des Kaisers Napoleon, die den Ueberfall vom Morgen wettmachen wollten. Johanna Stegen, als die Jäger fort waren mit ihrem Bruder, konnte der Versuchung nicht widerstehen, an den Pulverwagen zu treten. Ihre sanften Blauaugen sahen die grauen Hülsen wie eine fremde Körnerfrucht unter der aufgerissenen Plane liegen. Jede Patrone ein Tod! Jede Kugel ein Herz! schauderte sie und dachte an das Loch in dem Rock, den ihr Bruder von seinem gefallenen Vorgänger trug. Es wäre ihr ohnedies schaurig an dem Pulverwagen geworden, darin soviel Tode lagen, für je einen Menschen in eine graue Hülse gewickelt; aber ein Kanonenschlag warf sie gegen das Haus zurück. Als der Krach kam, mit dem die schwere Eisenkugel in ein Dach eingeschlagen war, der Krach und gleich das Wehgeschrei, rannte sie zu den Nachbarsleuten und rüttelte so wild an der Tür, daß die im ersten Schreck glaubten, es wären schon die Franzosen da. Johanna Stegen hörte in die Bänglichkeit hinein einen Schritt anlaufen und sprang ans Fenster. Da sah sie den Berliner kommen, das Gewehr in der Linken und die Rechte wie auf der Flucht vorgestreckt; aber die Rechte war blutig, und daß er nicht flüchtete, erkannte sie, als er über den Planwagen herfiel und die Hände wechselte, um nicht mit der blutigen Rechten Patronen zu raffen. Sie wußte später nicht mehr, welche Macht sie hinausgezogen hatte.„Wir sind verschossen!“ schrie ihr der Berliner böse zu, und rannte schon wieder zurück. Da verlor Johanna Stegen das Grauen vor den eingehülsten Toden. Ohne Besinnung kniete sie hin zu dem Haufen verschütteter Patronen und scharrte die Schürze voll: nicht im Uebermut wie die Jäger am Morgen, als ob sie Gold rafften, sondern im wachen Bewußtsein, daß sie Tod in die Schürze scharrte. Als ihr Tränen auf die Hände fielen, erschrak sie, das Pulver könne naß werden und nicht mehr zünden, sprang auf und lief mit ihrer Last in der Schürze hinter dem Berliner her, den sie noch um die Ecke gegen das Neutor verschwinden sah. In jeder Hülse saß über dem Pulver eine Bleikugel, und Johanna Stegen spürte die Last Schritt für Schritt mehr. Mit jedem Schritt kam sie auch dem Ort näher, wo die Bleikugeln von drüben einen dürftigen Hagel versuchten, doch wen ein Hagelkorn traf, der fiel davon in den Sand. Und anders nicht als vor einem Hagelschlag hatten die Jäger sich überall eingenistet, wo hinter Bäumen, Erdhaufen oder Mauerresten Schutz vor den bleiernen Schlossen war. „Hinlegen!" tat einer von ihnen einen Schreckensschrei, als er das Mädchen von Lüneburg in seiner weißen Strichhaube sah. Aber Johanna Stegen gehörte noch nicht zu jenen, die mit ausgestreckten Armen in ihrem Blut lagen; sie mußte mit ihrer Schürzenlast hin zu denen, die mit leerem Gewehr den Feind anlaufen sahen. Und es war keine Furchtsamkeit, daß sie auf den Knien vorrutschte, mit beiden Händen die schwere Schürze zu halten: bis sie zu dem ersten Jäger niedergebeugt, den Schürzenrand mit den Zähnen hielt, ihm soviel von den grauen Hülsen zuzustopfen, wie er zu bergen vermochte. Und wie dem ersten, tat sie dem zweiten, dritten, vierten und fünften, bis ihre Schürze leer war. Einmal im Zwang ihres Dinges konnte Johanna Stegen nicht mehr zurück in den Das Unvergängliche Von Heinz Rusch hat, was atmei, Bestand, Alles ist im Vergehn: Ueber das trunkene Land Zieht schon ein kühleres Wehn. Wenn wir uns ansehn im Licht, Welkt schon die Stunde wie Trug; Aber des Freundes Gesicht Weiß um die Wolke im Flug, Weiß im verklingenden Raum Ahnend das ewige Bild: Aller Gezeiten Baum, Der sich im Wandel erfüllt. Miimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Raum der Wirklichkeit finden, wo sie eine Kleinbürgerstochter von Lüneburg war, sanften Gemüts und furchtsam. Ihr Dasein gehörte dem lebensgefährlichen Weg, der von den Jägern zurück an den Pulverwagen vor ihrer Tür und mit geraffter Schürze wieder vor an den Rand der Welt ging, wo der Bleihagel fiel und Steine von dem zerschossenen Neutor spritzten, wenn eine Eisenkugel in seine Trümmer traf. Sie ging den Weg durch den Bleihagel siebenmal vor und zurück; und es war mancher Tod, den das Mädchen von Lünebura in seiner weißen Strichhaube für die angreifenden Franzosen brachte. Es mußte wohl auch eine Kugel aus ihrer Schürze gewesen sein, die General Morand traf, als er zum letzten Sturm vorspringen wollte. Sein Tod brachte Verwirrung unter die ermüdeten Angreifer; in dieser Verwirrung wurden sie von den Kosaken überrascht, die der General Tettenborn in ihren Rücken geschickt hatte: zwischen zwei Feuer gestellt, streckten die Franzosen um die dritte Nachmittagsstunde die Waffen. Die aber zu diesem Sieg buchstäblich mehr beigetragen hatte als einer der tapferen Jäger, nahm die Verwirrung so wenig wahr wie das Hetzaeschrei der Kosaken. Nicht einmal, daß die Schießerei aufgehört hatte, merkte sie, als sie zum achtenmal mit ihrer Schürzenlast kam, nun schon so schwarz vom Pulverrauch wie die Jäger und auch so vom Schweiß verronnen, aber durch ein Wunder unversehrt in zerrissenen Kleidern. Nur müde war sie, als ob ihr die Kniebänder zerschnitten wären, und die wunden Finger konnten den schwarzen Saum der Schürze kaum noch halten. Um so verwunderter mußte sie sein, als ihr der Bruder, mit einem blutigen Tuch um sein zerschossenes Ohr, den Weitergang wehrte.„Genug, Johanna!“ sagte er zornig, leerte die Schürze auf den Rand der niederen Mauer und nahm seine Schwester ungnädig bei der Hand, sie nach Hause zu bringen, ehe die Leute von Lüneburg aus ihren Häusern kämen und seine saubere Schwester in dieser Verwüstung sähen. Weil aber die Tür erbrochen war, saß schon der Berliner lachend, da in der Stube und wollte die Hand verbunden haben. Mimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Abend am deutschen See Aufnahme: Gundlach Hinter den Wipfeln der fernen Tannen erglänzt noch einmal der Sonne Strahl und weil-graue Wolken segeln am verblassenden Horizont Eine Erzählung/ von Walter Vollmer 19. Fortsetzung Während er die Reste zertrat und von neuem in seinem großen Schmerz in der Küche auf und ab ging, murmelte er fast unhörbar: „Unser Leutnant hat mir einmal, kurz bevor er fiel, gesagt:„Aus unseren Gräbern werden nicht die schlechtesten Blumen erblühen!“ In diesem Glauben hat er seine Pflicht getan. Es ist ihm viel Bitterkeit erspart geblieben, weil er diese Zeit nicht mehr erlebt hat. Solltest du nicht auch daran geglaubt haben?“ Darüber sann er nach und schritt immer wieder in der Küche auf und ab gleich einem Soldaten auf Wache und suchte Trost in Gesprächen, die allen gefallenen Kameraden galten, die er geliebt hatte, zu denen nun auch Kathinka gehörte. Bisweilen sah er mit schmerzlicher Eindringlichkeit zu ihr hinüber, als suchte er in ihrem abweisenden Gesicht eine letzte, tröstliche Spur ihres jungen Lebens und wäre es auch nur ein Zeichen, daß er glauben könnte, sie hätte alles gehört und verstanden, aber sie lag still im spärlichen Lichtkreis der Kerzen da, von einem Hauch strenger Unnahbarkeit umgeben. Mit gefalteten Händen, den Kopf zur Seite geneigt, stand er immer wieder vor ihr und betrachtete sie. Wie weinte mit ihm der Wind in den Kronen der Bäume, wie lag die dunkle Regennacht böse über dem Haus und geisterte unter den Pfannen des Dachgiebels mit lichtscheuem Spuk, daß ihm das Herz brechen wollte und sich nicht trösten ließ von jener sorgenden Hoffnung, mit der wir den letzten Weg der Toten begleiten. „Die Predigt habe ich dir schon gehalten", flüsterte er mit grimmigem Spott.„Das zehnte Kapitel bei Matthäus hat es in sich. Ich will nun dir und mir den Totengesang vorlesen, den neunzigsten Gesang im Psalter, denn der geschwätzige Pfarrer soll sein Maul nicht auftun an deiner Leiche, wo er es mit den Rebellen hält und nicht mit uns. Gebe Gott, daß uns kein Mensch bei diesem närrischen Tun belauscht. Denn, was ein Mensch in seinem Schmerz tut, ist Unvernunft in den Augen der Welt, ihm aber hilft es wie Krücken dem Lahmen helfen.“ Weil er nun drei Tage und Nächte hindurch gewacht und sich sehr gemüht hatte und darum müde war oder aber, weil es Gott einfach so wollte, der sich bisweilen rühren läßt von der Not eines seiner Geschöpfe, wurden ihm die Worte schwerer und verloren ihren Sinn in seinem Munde, denn der Schlaf überkam ihn plötzlich unwiderstehlich. Er sank zurück und ließ den Nebel der Nacht über sich und das Haus Macht gewinnen, jenen Nebel, darin die Träume kommen, süße und drohende, glückliche, düstere oder angstverwobene Träume, die in ihrer zauberischen Welt dem Unwirklichen deutend Gestalt verleihen. Die Welt verfinstert sich noch mehr bis zur vollkommenen Schwärze, die kein Laut durchdringt. Draußen auf dem nassen Wiesenboden geht ein stampfender Schritt. Jemand sucht etwas und geht hin und her, entfernt sich und kommt zurück, immer wieder zurück zum Wiesenhaus, wo es doch besser wäre, es ginge fort, denn es ist nichts Gutes, was in solchen Nächten in Träumen umgeht. Dem Soldaten muß wohl bange werden und er hat sich selten in seinem harten Leben gefürchtet. Unruhig rückt er zur Seite und stöhnt und schlägt mit den Armen um sich. Nichts Gutes geht draußen um und will ins Haus eindringen, zu Kathinka, die irgendwie mit ihm im Bunde ist. Die Kerzenflammen stehen steil in der fürchterlichen Finsternis, aber je dunkler es wird, um so heller strahlen sie. Wo es vorhin noch nach der nassen Wärme des Frühlings roch, kriecht jetzt eine strenge Kälte durch die Küche, die keinen Geruch hat, eine dünne, luftlose Kälte, die den Träumer erwürgen will. Nun ist er von der Welt ein für allemal abgeschnitten. Der tröstliche Liebesgesang des Vogels Ortolan durchdringt den Bann nicht, den der Nebel mit seinen Gesichten um das Haus gelegt hat. Mit vorgestreckten Beinen, den Kopf zur Seite geneigt, sitzt der Soldat auf seinem Stuhl. Die Kerzen werfen ihren Schein auf sein grauverwittertes Gesicht mit der schwarzen Augenbinde und dem struppigen Bart. In der Kammer, wo er vorhin noch war und nichts anderes gesehen hat als alles das, was aller Tage da gewesen war, in dieser Nebenkammer muß ein gewaltiges Licht erstrahlt sein, denn eine große Helligkeit strömt von dorther in die Küche, so daß die Kerzen verblassen. Und er sitzt jetzt gerade im Strom dieses prächtigen Lichtes, das wie Edelsteine in schönen Farben funkelt und blitzt und ihn in einen flimmernden Mantel einhüllt in seiner großen Verlassenheit. Der da draußen umgeht, kann nur der Tod sein, der zu Kathinka will. Durch die Ritzen kann das zauberische Licht in die große Schwärze nach draußen geglitten sein, und ein noch so kleines Licht in großer Finsternis zieht alles an, was lebendig ist auf dieser Welt, den Tod vor allem, der es auszulöschen trachtet. Still, regungslos hockt der Soldat auf seinem Sitz. Der Traum hat ihn in seinen verwirrenden, ungewissen Bann geschlagen, er muß es sich gefallen lassen, daß jemand herrisch an die Wand des Hauses klopft und Einlaß begehrt. Ein Zucken überläuft sein strenges Gesicht im Schlaf, vielleicht spürt er die Nähe des Todes, den er um Kathinkas willen fürchtet, die hilflos im Sarge liegt? Seltsame, letzte Nacht! Warum hat er sie nicht mit Kartenspielen und Saufen verbracht? Oder kleinkrämerisch sich aufs Ohr gelegt und geschlafen, weil für solche Seelen das Tote nun doch einmal tot und darum wertlos ist? Da muß er nun in seiner großen Einsamkeit sitzen, in dieser dünnen Luft, voller Unruhe und seiner Schwäche anheimgegeben, ein Verlorener an die Mächte unserer dunklen Ahnungen, und kann niemandem verbieten, an die Holzwände zu schlagen, daß er wieder und wieder zusammenfährt und die Zinnteller klirren, wo doch Kathinka feierlich ruhen soll! Wunderbare, tröstliche letzte Nacht! Der funkelnde Lichterglanz in der Nebenkammer ist noch heller geworden; jemand ist dort und wird zu ihm kommen, und es soll ein Wunder an ihm geschehen, wie es nicht die Vernunft, wohl aber der Glaube aus Liebe verstehen kann. Aus der Kammertür tritt Kathinka unhörbar zu ihm heran. So nahe sie ist, so fern ist sie zugleich. Wie der verwehende Klang einer Glocke, der vor vielen Jahrhunderten einmal sang und dahinflog und unterging in der Ferne, irgendwo in der Unendlichkeit aber immer noch da ist und weiterschwingt, so ist auch Kathinka nicht mehr das Weib, das diese Küche mit Lachen, Liebe und Leben erfüllte, sondern eine andere und doch dieselbe, nur daß sie der Glanz der rätselvollen Ewigkeit umgibt, davon alles Leben durch den Tod getrennt ist. Der Soldat murmelt etwas und will sich aufrichten, aber er kann es nicht. Er kann nur stöhnen und die Finger ein wenig bewegen und muß ein Gefangener seiner Traumgedanken bleiben, weil es der Unbegreifliche so gesetzt hat, denn niemand darf einen Verstorbenen sehen oder hören oder durch die Kraft seiner Liebe zu sich beschwören als in Träumen, die alle zwei Gesichter haben. Kathinka kommt nicht allein. Zwei große Engel führen sie in ihrer Mitte, deren Antlitz verborgen bleibt vom Schatten ihrer allmächtigen Flügel. Sie kommen lautlos näher, und das Licht wird an ihnen zu tausend flackernden Feuern, die mit ihrem märchenhaften Strahlen die Küche in solch einen Glanz tauchen, daß nichts mehr darin zu erkennen ist als Kathinka, die wieder das weiße Hemd und den hellblauen Rock trägt, wie sie ihn in den Tagen ihres kurzen Glückes im Wiesenhaus getragen hat. Auf dem schmalen Stoppelgesicht des Soldaten steht große Furcht. Wer würde sich nicht grausen, wenn der Tod draußen böse an die Wände schlüge, ja, durch den Spalt in der Wand seine knochige Hand streckte und herein wollte, um das zu holen, was einem lieber als das eigene Leben ist? Der Vogel singt nicht mehr, die Stimmen der Nacht rufen und raunen vor Angst nicht mehr, sogar der Wind ist in die nebelverhangenen Sträucher gekrochen und hat die Luft zum Atmen mitgenommen, und alles vollzieht sich hier so geisterhaft, so beklemmend wie in einer höhnisch verzauberten Welt, daß er am ganzen Leibe in seiner Machtlosigkeit zittert, wo er sich doch nie im Leben gefürchtet hat, sofern er sich nur wehren konnte. Hätte er die Krämerweisheit gelten lassen, daß auch ein besonnener Mensch nicht drei Nächte hindurch bei Kerzenschein am Sarge eines geliebten Menschen einsam hocken soll, hätte er sich überhaupt nur Gedanken gemacht, die nicht der Toten, sondern ihm selber galten, so wäre Kathinka jetzt nicht auf ihn zugekommen und hätte ihm seine Liebe mit einem Trost in seiner Einsamkeit vergolten, wie ihn Menschen und Menschenworte nicht geben können. (Fortsetzung folgt.) Spiel mit Kriminalroman von Marianne Westerlind Copyright by Promotchus-Verlag Gröbenzell Zeichnung: Sprich 16. Fortsetzung „Und aus dem Sport wird echte Spiel leidenschaft", warf Paul ein.„Sehen Sie den Fanatismus in den Spielergesichtern ringsherum. Alle diese Leute sind hergekommen, um im Kampf mit der Bank zu siegen. Aber sie wissen eins noch nicht: die Bank siegt. Ihre große Chance besteht nämlich darin, daß nie mand zu spielen aufhört, ehe er nicht alles per loren hat.“ „Pah... und wie oft ist schon die Bank gesprengt worden?“ „Sie verbreitet solche Gerüchte gerne, 8—12 Mal in jeder Saison. Sowas hört sich immer hübsch an.“ „Sie glauben es also nicht?“ „Ich glaube nur, daß man diesem massiven und gefräßigen Ungeheuer phantastische Summen in den Rachen werfen kann. Als ich das letzte Mal hier war, verlor ein Holländer in zehn Tagen 3 Millionen Franken, er wollte Bomben werfen und wurde dann von der Polizei, die Lunte gerochen hatte, daran gehindert. Sie sehen, das ist das Ende. Seien Sie verständig, Madame. Wollen Sie nicht lieber in den Jardin d'Afrique gehen? Oder in das Ozeanographische Museum? Das beruhigt.“ „Well, gehen wir.“ Unterwegs flüsterte Dr. Taitza dem gutgelaunten Paul einige schmeichelhafte Bemerkungen zu.„Sie können sich etwas auf Ihre raschen Erfolge einbilden, mein Herr. Bis jetzt klebte sie am Kasino. Sie interessierte sich nicht im geringsten für Tiefseeforschungen, im Gegenteil, sie verabscheute die Fischskelette und ausgestopften Seelöwen. Seit Sie da sind, geht sie gehorsam mit. Zeichen und Wunder geschehen. Wer kennt sich aus in der Seele einer Frau?“ Die elegante, überlegene Art des Auftre tens Taitzas setzte Paul doch in Erstaunen. Er wußte um die Sicherheit und Verbindlichkeit im Wesen der Hochstapler. Meistens aber war das Bluff. Dieser Mensch hier war nicht dumm nicht ohne Wissen und Bildung. In der Tat hatte sich Indrik Tschakste wäh rend seines Dorpater Aufenthaltes allerlei Wissenswertes angeeignet mit dem ganzen Bil dungseifer der Letten, dieses intelligenten ernbegierigen, schlauen, gerissenen und ver chlagenen Volkes. Ein Bruder von ihm stand ogar auf der Kanzel. Er hatte sich längst von hm losgesagt. „Ja“, wiederholte Paul versonnen, wäh rend er an etwas ganz anderes dachte.„Wer kennt die Seele einer Frau?“ „Finden Sie nicht, daß Madame Sphinx augen hat?“ Am liebsten hätte Paul geantwortet, daß er dies leider schon kürzlich im Continental festgestellt habe, und daß dies ein verwirrendes Merkmal gewesen sei. Aber er antwortete ausweichend, es sei verständlich, daß Madame als künstlerisch veranlagter Mensch die Sen ationen des Spiels liebe. Zudem habe ein ver wöhnter Star viel Luxuswünsche, die wüchsen mit dem Verdienst. Wer 50000 Dollar verdiene, wolle 100 000 haben, das sei eine alte Erfahrungstatsache. Er feixte innerlich. Er mußte doch der Bande den Gefallen tun und an Ruhm, Hollywood und Märchengagen glauben. Wo aber blieben die andern beiden? Das ogenannte Fräulein von Timmermann? Und der famose Baron? Er wagte natürlich nicht danach zu fragen. leberhaupt mußte er jedes Wort auf die Waagschale legen. Eine unbedachte Aeußerung, und er war verloren. * Am Abend, vor dem Schlafengehen, berichtete Paul seinem Freunde Weigand; er war zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. „Mensch, Carlo“, schrieb er,„es ist schade, aß ich nicht für ein Viertelstündchen zu Dir iegen kann, ich möchte Dir nämlich vor Freude um den Bauch fallen.(Verzeih.) Denke Dir: ich habe sie! Das heißt vorläufig: gefunden. Noch nicht gefunden. Noch nicht in Sicherheit. Ich will hier kein Theater machen mit Hallo und Polizei, man hat auch zuviel Scherereien als Ausländer mit den Auslieferungsbestimmun gen, außerdem riskiere ich, daß sie mir hier au fremdem Boden mit irgend einem Hechtsprung noch wieder entwischen. Ich muß sie auf deut sche Erde hinüberlocken, dazu kommt, daß ich bisher nur ein Duo aufgestöbert habe, die Gräfin und den Detektiv, und ich will doch das ganze Quartett fangen. Das ist der zweite Teil meines klarumrissenen Programms. Der letzte Man hatte sich zusammen gefunden. Paul Diesterweg, der Tropeneuropäer. Diana Della, der Filmstar und Doktor Taitza, der Impresario. und dritte Teil ist freilich der schwierigste: der Rasselbande die Moneten wieder avzunehmen. Mein Programm ist waghalsig, aufregend, gefährlich und amüsant, ich setze alles auf eine Karte, aber habe ich Glück, können wir uns beide wieder mit Anstand im Spiegel begucken. Bis dahin verbleibe ich mit herzlichem Gruß Dein Paul.“ Man hatte sich zusammengefunden, Paul Diesterweg, der Tropeneuropäer, Diana Della, der Filmstar, und Doktor Taitza, der Impre sario. Ein reizendes Kleeblatt, dachte Paul, und ganz waschecht. Mit Freude stellte er hohe schauspielerische Fähigkeiten an sich fest. Er war der Mann mit dem goldenen exotischen Hintergrund, der Beherrscher ganzer Provinzen, der Mann der Börse, der Kavalier mit den lässig=aufreizenden Manieren und der ungeheuren Mißachtung des Geldes. Er war auch der große Frauenverehrer, doch in vornehmer Zurückhaltung, nur in zartester Huldigung(o, diese weiße Frau, das war ja eine Halbgöttin) er besaß keine Familie, keine Kinder, dafür aber einen kleinen Herzfehler. Das klang alles so nett und sympathisch. Man unternahm zu dritt einen Dombesuch, einen Ausflug nach La Condamine. Und abends aß man auf der Terrasse in Ciros Restaurant und aß erlesene Gerichte, während Tanzrhythmen aus den Innensälen verschwommen herüberschlugen. Hier war jeder Abend ein Fest. Lachsgelbe Rosen überschütteten das Tafeltuch, in brozenen Kühlern stand der Sekt. Nur unvollkommen dämpften die surrenden Windfächer, silbern blitzend, die Glut der heizen Nacht. Hier hatten Adriane und ihr Begleiter Brüderschaft getrunken mit dem guten Julius Kollmorgen, an dieser Stelle auch warf man Netze aus nach dem Mann aus Colombo. Der aber schleuderte wiederum unsichtbaren Lassos durch die Luft. Sie sehen bezaubernd aus, Madame“, sagte er mit artiger Verbeugung vor Adriane,„ein raum in Grün und Gold.“ Sie hatte das weiße Cape, das sie lose umhing, abgelegt, nun wurde das Kleid sichtbar, ein hellgrüner Seidensamt, der sie bis zu den knien wie eine Schlangenhaut umspannte, um dann in weitbauschige volantbesetzte Wolken von Tüll überzugehen. Adriane lächelte zerstreut, während sie die chillernden Perlenschnüre durch die Zähne zog. Ein Gedanke schoß ihr durch den Kopf. Wenn der gute Pappi vielleicht gar nicht abgereist seine Der Husar Von Matthäus Becker Die Niederlage von Roßbach hatte Soubisse und den Hof von Versailles in Schrecken versetzt— der Marquis von Brandenburg, zuvor belächelt, galt auf einmal als ein gerabezu unheimlicher Gegner. Und als Friedrich nur vier Wochen später bei Leuthen die doppelte Heeresmacht Karls von Lothringen vernichtend schlug, sprach man bereits offen von dem mit dem Gottseibeiuns verbündeten Fritzen. Sieben Wochen nach dem Unglückstag von Hochkirch war in Schlesien, Sachsen, Brandenburg und Pommern schon wieder kein Feind mehr zu finden. Friedrich war in diesen Wochen aus Sachsen nach Schlesien geeilt, dann nach Sachsen zurückgekehrt, um erneut in Schlesien einzufallen. Neiße, Cosel, Dresden, Leipzig Torgau und Kolberg waren in diesem blitz schnellen Herüber und Hinüber befreit worden. Der gebietende französische Staatsminister Belleisle, als man ihm die Sache berichtete, schüttelte ärgerlich den Kopf:„Wer wagt mir zu erzählen, daß die Armee eines natürlichen Erdensohnes ein Weberschiff wäre!“ Konnte es anders sein, als daß dieser Friedrich mit dem Leibhaftigen im Bunde stand? Denn der einzig wahre Grund für die Schnelligkeit und unverwüstliche Schlagkraft der Armee war dem Feind ein undurchdringliches Geheimnis. Worin dieser wahre Grund bestand, soll hier durch eine kurze Kriegsepisode erläutert werden. Der junge Ferdinand von Braunschweig hatte in Stade den Oberbefehl der englischhannöverschen Hilfsarmee übernommen, der auch hessische Kavallerieregimenter angehörten. Im Handumdrehen war Hoya erobert, und in stürmischem Vordringen bahnte das kleine Heer sich den Weg nach Celle, Hannover und Braunschweig. Den Franzosen hatte es nichts geholfen, daß der Herzog von Richelieu durch den Grafen Clermont ersetzt worden war. Richelieu, der übrigens schon als Fünfzehnjähriger die Bastille kennengelernt hatte, weil er einer Dame der königlichen Familie gefährlich geworden war, hatte durch die Gunst der Pompadour den Feldmarschallstab erhalten. Auch nach seinem Rücktritt blieb ihm die mächtige Favoritin gewogen, obgleich ebenfalls ihrer Gunst Clermont seine Berufung an die Stelle Richelieus zu danken hatte. Seine Ernennung setzte alle Welt in Erstaunen; denn Clermont war nichts anderes als ein schlichter Geistlicher gewesen, der, mochte die Pompadour auch für mancherlei zum Gottesstreiter nicht gerade unbedingt erforderliche Eigenschaften Bürge stehen, für seine soldatischen Eigenschaften bestimmt keinen Nachweis erbracht hatte. Als Friedrich von Clermonts Ernennung erfuhr, meinte er trocken: „Nun werden sie mir nächstens wohl den Erzbischof von Paris schicken!“ Clermont traf die Armee in der traurigsten Verfassung. So griff der geistreiche Hofmann denn zunächst einmal zur Feder und schrieb dem fünfzehnten Ludwig nach Versailles:„Ich habe Euer Majestät Armee in drei sehr verschiedene Haufen abgeteilt gefunden. der eine ist noch über der Erde, besteht aus Dieben und Marodeuren und ist in Lumpen gehüllt; der zweite Haufen befindet sich bereits unter der Erde und der dritte zwischen den beiden andern, nämlich in den Hyspitälern. Befehlen Eure Majestät, ob ich den ersten Haufen nach Frankreich zurückführen oder hier solange verharren soll, bis er sich mit den beiden an dern vereinigt hat!“ Ferdinand enthob ihn der Pflicht, die Entscheidung seines Königs abzuwarten. Bald hatte er die Franzosen bis an den Rhein getrieben, und schon war Versailles besorgt um die Verteidigung der Landesgrenzen. Belleisle glaubte, dem Grafen Clermont das Schandwerk des vierzehnten Ludwig, die Verwüstung der Pfalz, zur Nachahmung empfehlen zu sollen.„Sie, mein Herr“, schrieb er ihm, „müssen ganz Westfalen in eine Wüste verwandeln und an der Lippe und in Paderborn, als den fruchtbarsten Provinzen muß alles bis auf die Wurzeln ausgerottet werden!" Doch wiederum war Ferdinand schneller. Bei Krefeld erlitt Clermont eine schwere Niederlage— unter den Gefallenen war der einzige Sohn Belleisles. In dieser Schlacht nun war den Franzosen ein deutscher Husar in die Hände gefallen. Clermont verlangte ihn zu sehen. Durch einen Dolmetscher ließ er ihn fragen, wie stark das Heer der Seinen sei. „Wie Stahl und Eisen“, sprach Der Andre mit Bedacht. „Nein, du verstehst mich nicht", Versetzt Graf Clermont wieder, „Ich meine nur die Zahl, Die Menge deiner Brüder.“ Drauf stutzte der Husar Und sah wohl in die Höh', Und sprach:„So viel ich Stern' Am blauen Himmel seh'.“ So heißt es in dem Volkslied, das den Vorall bald durch alle deutschen Lande trug. GePause. Wirkungsvolle Pause (Fortsetzung folgt.) war und die arme, tapfere, kleine Lehrerin aus Chikago hier als große Dame wiederfand...! Ach, Unsinn, auch damit würde sie fertig werden. Auf diesem Boden hier, in diesem Satansparadies konnte man über Nacht zur Millionärin werden, gestern wohnte man noch privat in engen Gäßchen bei Fliegenschwärmen auf dem Hinterhof, heute schon beschlagnahmte man das eleganteste Hotelappartement mit blumigen Loggien und Ausblick auf das blaue Meer. Im übrigen— keine Bange— der kleine Margarinefabrikant stand schon wieder unter der Fuchtel seiner Frau in Rostock. Das kokette Hantieren mit den Perlen erregte und erboste Paul Diesterweg. Da ist das Geld von den Gefoppten, dachte er, und er mußte wieder an Carlo Weigand denken. Armer Kerl, er hatte sein Erspartes hingeben müssen an ein Betrügerpack. Na, warte, du Luder, dachte er, ich nehm dir's wieder ab. Und warte, mein Carlo, ich bringe dir's wieder. Als man beim Mokka angelangt war, fragte Dr. Taitza, warum der Herr Diesterweg eigentlich nicht geheiratet habe. Mit Wonne nahm Paul gleich wieder den Mund sehr voll.„Vergessen Sie bitte nicht, daß ich nicht zum Küsteneuropäertum gehöre, das morgens:„Eilt sehr" auf Aktenbogen schreibt, nachmittags Tennis spielt und abends in den Bars Whisky säuft. Ich pendele dauernd hin und her zwischen Schlafkrankheit und aufgesperrten rosa Krokodilsrachen, zwischen waschechten Kannibalen und Gelbfieber.“(O, Gott, gibt's das eigentlich auf Ceylon, dachte er plötzlich. Ihm kam das sehr unwahrscheinlich vor. Er verwechselte das sicher mit Afrika.) Rasch sprach er weiter:„Aber ich war bisher gebunden ans Hinterland, da ich— äh hm— bitte um Verschwiegenheit— auch Blaugrund besitze, das Muttergestein des Diamanten. (Donnerwetter, dachte er, das ist ja wieder Transvaal.)„Ich konnte keiner weißen Frau ein Leben in solcher Wildnis zumuten. Würde ich mich entschließen, zu heiraten, würde ich natürlich meiner Gattin ein Schloß bauen— aber ein Schloß am Meer.“(Will ich auch, dachte er. Aber meiner Brigitte, und dann ein einfaches Einzelhaus in Curhaven.) tonie Mirkanosnali Man. nug, dem geistreichen Hofmann imponierte die Kühnheit und Schlagfertigkeit des gefangenen Deutschen mächtig und so fragte er ihn denn, ob die Deutschen noch mehr Leute seiner Art besäßen. „Freund, habt Ihr wohl noch mehr Dergleichen Leut' wie du?“ „Jawohl“, sprach der Husar, „Viel bess're noch dazu! Ich bin der schlechteste Von unsern Leuten allen, Sonst wär' ich euch gewiß Nicht in die Händ’ gefallen.“ Darauf reicht ihm der Graf Wohl einen Louis blank; Der Andre nahm ihn an Und ging dann seinen Gang... Da sieht Clermont, wie der Husar den Louisdor einer Schildwache gibt: „Du brauchst ihn nötiger Als ich und meine Brüder, Drum geb ich dir das Geld Von deinem König wieder.. Wenn das Volkslied auch nichts darüber zu berichten weiß, so ist doch historisch bezeugt, daß Clermont den Husaren zurückrufen und ihm bei seinen deutschen Hilfstruppen stehenden Fußes eine Offiziersstelle antragen ließ. Mit der Erklärung des einfachen Soldaten, daß er nicht gegen seine eigenen Brüder kämpfen werde, war für den französischen Heerführer der Fall erledigt. Nicht für das Vaterland. Dem Nationalgefühl des damals furchtbar zerrissenen Volkes gab das Ereignis mächtigen Auftrieb. In Frankreich sah man das große Volk jenseits des Rheins auf einmal mit andern Augen. Doch auch jetzt begriffen wohl nur die Klügsten, wo der wahre Grund zu suchen war, der die Schlagfertigkeit des Gegners auch nach den schwersten Niederlagen immer wieder aufs neue gestählt und gefestigt hatte... Uindensbare Inschrift Mastam: mait, Sirigss a.teugenie, ich flehe dich an, hör sofort auf! (Post Office) Kannst du denn nicht verstehen, daß ich dieses auf einer Briefmarke.] Buch in Ruhe und für mich allein lesen will?! Mit der von Barnard gestochenen Platte Daß du mir mit deinen Erzählungen alles ver150000 Mlark für zwei Briefmarken Kleines Mlißgeschick mit großen Erfolgen Die großen Raritäten der Briefmarken ind von den seltensten Geschichten umgeben. Recht eigenartig ist die Geschichte der beiden berühmten Mauritiusmarken, 1 Penny und 2 Pence, von denen ihr sicherlich schon manches gehört habt. Wie wenig wüßte man von dieser kleinen gebirgigen Insel Mauritius im Indischen Ozean an der Ostseite Afrikas, wenn sie nicht die beiden Mauritiusmarken, die blaue 2Pence=Marke und die rote 1=Penny=Marke in aller Welt bekannt und berühmt gemacht sätte. Als 1847 die Insel englischer Besitz wurde, ührte man auch dort schon Briefmarken ein, während auf der ganzen Welt zu dieser Zeit die Briefmarken erst in vier Ländern, Großbritannien, Frankreich, Schweiz und Brasilien Bayern kam erst 1849, Preußen 1850), Eingang gefunden hatten. Doch nicht die Briefmarken an sich, sondern nur der einmalige Fall des Fehldrucks der roten 1=Penny= und der blauen 2=PenceMarke vom Jahre 1847, deren Bild in unzähligen Briefmarkenalben als Seltenheit die erste Seite ziert, schuf der Insel ihren berühmten Namen. Auf dem Irrtum eines Uhrmachers beruht die ganze Geschichte, die zu dem Originellsten zählt, was an Geschichten im weiten Reiche des Briefmarkensammelns besteht. Die Postverwaltung des Inselchens hatte sich zur Ausgabe von Briefmarken entschlossen. Aber die Herstellung konnte nur ein einziger Mensch, der Uhrmacher I. Barnard in der Haupt= und Hafenstadt Port Louis, besorgen. Dieser Mann verstand sich auch auf die Kunst des Gravierens. In die Kupferplatte, auf der das Negativ der beiden Marken erscheinen sollte, stach der Uhrmacher den Kopf der Königin Viktoria von England mit Diadem, links für die 1=Penny= und rechts für die 2=Pence=Marke. Als er dann die notwendigen Inschriften eingestochen hatte— oben„Postage", rechts „Mauritius“, unten die Wertangabe„One Penny“ und„Two Pence“—, hatte er den Text für die linke Inschrift vergessen. Das amtliche Schreiben war nicht zu finden. In seiner Verlegenheit macht sich der Graveur auf, um auf dem Postamte Auskunft zu holen. Der Postmeister konnte ihm aber auch nicht helfen. Als sich Barnard beim Verlassen des Postamtes noch einmal umdreht, liest er über der Tür desselben die Inschrift„Post Office". Da schien ihm ein Licht aufzugehen; er glaubte das fehlende Stichwort gefunden zu haben. Zu Hause setzte er die beiden Worte auf die druckte man von jeder Marke 500 Stück. Die Auflage war eine so kleine, weil man mit der Platte immer nur ein einzelnes Stück herstellen konnte und auch der Irrtum des Uhrmachers bald erkannt wurde. Als die 500 Stück aufgebraucht waren, wurde der Irrtum durch eine neue Ausgabe richtiggestellt. Jetzt erhielt die linke Rahmenseite die richtige Inschrift„Post paide". Post paid ist die Abkür zung für Postage paid= Porto bezahlt. Der Fehldruck wurde nur wenig zum Frankieren benutzt. Es blieben von der roten und blauen Mauritius nur so wenige Stücke erhalten, daß man anfangs gar nichts von dieser Marke wußte. Erst ein französischer Briefmarkensammler, Herpin, entdeckte sie wieder im Jahre 1860. Im ganzen sind von der 1Penny=Marke dreizehn und von der 2=PenceMarke zwölf Stück aufgefunden worden. Der Wert der Marken stieg rasch. Unter den Seltenheiten des Briefmarkensammelns nehmen die beiden Mauritiusmarken die zweite und dritte Stelle ein. Die beiden Mauritiusmarken sind heute 150000 Mark wert. Sind sie auch nicht die seltensten Marken, so können sie doch in Anspruch nehmen, das wertvollste Objekt geschaffen zu haben, was die Philatelie überhaupt aufzuweisen hat. Ein erhaltener Brief, der die rote und die blaue Mauritius als Freimachung vereinigt, ist eine solche Seltenheit, daß er die 1=Cent=Marke von Britisch=Guayana, von der nur ein Stück vorhanden ist, übertrifft. Eine blaue Mauritius befindet sich auch in der Sammlung des verstorbenen englischen Königs Georg V., der ja ein eifriger Briefmarkensammler war. Im deutschen Besitz befinden sich die beiden seltenen Marken nur einmal, uno zwar in der Sammlung des Reichspostmuseums in Berlin, unter deren 45000 Postwertzeichen diese beiden kostbarsten Stücke sind. Unter Glas sind sie dort mit anderen Seltenheiten in die Wand eingelassen. Für die, sogar beschädigte, blaue Mauritius mußte das Reichspostmuseum im Tauschwege einige Jahre vor dem Kriege den Gegenwert von 32000 Mark leisten. Milo. Tektüre Humoreske von Ludwig Anton „Was liest du denn da für einen Schmöker, Heinrich?———“, so,„Das Geheimnis des wandernden Leichnans"... ein besonders pannendes Buch. Ich habe es vor ein paar Wochen auch gelesen. Ich habe mich nachher lange nicht getraut, in ein dunkles Zimmer zu gehen. Bist du schon dort, wo die Wandverkleidung der Ahnengalerie sich plötzlich öffnet und der Leichnam mit dem blutigen Messer heraustritt?“ „Nein, aber ich werde es schon noch lesen.“ „Es ist furchtbar gruselig. Ich beneide dich darum, daß du dieses Buch noch nicht kennst. Es ist so geschickt geschrieben. Bis zum Schluß weiß man nicht, wer der Mörder ist. Ich habe immer geglaubt, daß es der italienische Marchese ist, aber...“ „Bitte, Eugenie, erzähle mir nichts, ich werde ja alles erfahren. Du verdirbst mir doch nur die Spannung.“ „Ich dir erzählen! Ich denke nicht daran! Aber warte nur, bis du zu der Stelle kommst, wo sich herausstellt, daß die Tante, die die ganze Zeit gelähmt war und nicht aus dem Bett konnte, plötzlich garnicht...“ dirbst?! Wir können uns über den Roman doch unterhalten, wenn ich ihn zu Ende gelesen haben werde.“ „Natürlich, Heinrich, aber du wirst dich noch wundern, besonders gegen Schluß zu, wenn die Heldin den Dolch in ihrem Wäscheschrank findet und in Verdacht gerät und es sich herausstellt, daß der berühmte amerikanische Detektiv garnicht der Detektiv ist, sondern... Heinrich! Was tust du?— Hilfe!— Hil——“ „Hallo, hallo! Ist dort das Polizeikommissariat?—— Hier spricht Heinrich Grabner, Bergstraße 17. Meine Frau wurde soeben umgebracht. Ja, umgebracht, getötet, ermordet.— Wer es getan hat?— Dreimal dürfen Sie raten——“ Verblüffende Diagnose Der alte Heim, ein im Anfang des 19. Jahrhunderts sehr volkstümlicher Berliner Arzt, von dem man sich heute noch viele Geschichten erzählt, saß mit seinen Freunden bei einem sehr kräftigen Abendschoppen, und er war bereits nicht mehr ganz Herr seiner Sinnesfunktionen, als sein Diener erschien und meldete, er sei dringend zu einer sehr vornehmen Patientin, der Baronin X., gerufen worden. Es blieb dem berühmten Arzt nichts anderes übrig, trotz seines Zustandes dem Ruf einer so großen Dame zu folgen, und vorsichtig ließ er sich von seinem Diener in das Haus der Kranken führen. Die Patientin lag auf dem Divan und stöhnte herzerweichend. Der Arzt wollte zunächst den Puls der Kranken prüfen, aber es gelang ihm in seiner alkoholischen Benommenheit nicht, die richtige Stelle zu finden.„Vollständig besoffen“, murmelte Heim ärgerlich vor sich hin, womit er sich selbst meinte. Doch die Baronin hatte die Worte gehört, richtete sich unsicher auf und flüsterte flehentlich:„Sie haben ja recht, Herr Geheimrat, aber verraten Sie mich bitte nicht!“ H. M. Silbenrätsel Aus den 35 Silben: a be bi e ein el en fah gra heit kale licht na na na nord on po ra ra rei ren ri ri sa ster tak te tha tik trap vi zahl zau sollen 12 Wörter gebildet werden, die bedeuten: 1. Hexenkunst. 2. Ausruck in der Sprachlehre, 3. Nebenfluß der Saale. 4. Königin von Frankreich(1547), 5. Französischer Kaiser, 6. Planvolle Handlung, 7. Küstenlandschaft. 8. Wärmeeinheit, 9. Sprengkörper. 10. Statthalter. 11. Halbinsel in Asien. 12. Naturerscheinung. Die ersten und letzten Buchstaben, jeweils abwechselnd in Zahlenfolge gelesen, ergeben einen Wahlspruch. (Lösung in der morgigen Folge) Lösung aus der gestrigen Folge Herbstliche Reiseziele M O S E L M 0 R 0 H 0 R H Mosel e n : I N Rhein. Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hochertreut Heini Hoffmann u. Frau Elfriede geb. 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Die Berufungskommission bedeuert sehr den frühen Heimgang dieses ausgezeichneten Mannes und wird sein Andenken in hohen Ehren halten. von uns gegangen. Seit Gründung unseres Verbandes im Jahre 1913 hat der Entschlafene dem Vorstand der Sesekegenossenschaft und später dem des Lippeverbandes angehört und hat die wichtigen, wasserwirtschaftlichen und landeskulturellen Aufgaben des Verbandes unermüdlich gefördert. Bei den genauen Kenntnissen der Bedürfnisse unseres Gebietes hat er mit seinem klugen Rat die Arbeiten des Vorstandes unterstützt und damit wertvollste Arbeit für die Erfüllung unserer Aufgaben geleistet. Wir werden das Andenken dieses ausgezeichneten Mannes in Dankbarkeit hoch in Ehren halten. Essen, den 20. August 1936. Vorstand und Berufungskommission der Emschergenossenschaft Dortmund, den 20. August 1936. Der Vorstand des Lippeverbandes Am 18. August 1936 wurde uns das Mitglied unseres Vorstandes und Bergschulvorstandes Herr Generaldirektor Bergasesor a. D. Ernst vanBürck durch einen plötzlichen Tod entrissen. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen erfahrenen und klugen Ratgeber sowohl für unsere Forschungsanstalten als auch einen tatkräftigen Förderer unseres bergmännischen Ausbildungswesens. Im Bergschulvorstand durften wir uns seit dessen Einrichtung im Jahre 1924 seiner regen, warmherzigen Mitarbeit erfreuen, dem Vorstande der Westfälischen Berggewerkschaftskasse gehörte er seit 1930 an. Der Name dieses tüchtigen Mannes wird bei uns immer unvergessen bleiben. Wir werden ihm über das Grab hinaus ein ehrendes, dankbares Andenken bewahren. Bochum, den 19. August 1936. Für den Vorstand der Westfälischen Berggewerkschaftskase Otto Krawehl Fr. Herbst Am 18. August 1936 ist das Mitglied unseres Aufsichtsrates Herr Generaldirektor Bergassessor Van BUTCK Castrop-Rauxe verschieden. Viele Jahre hindurch hat der Verewigte an führender Stelle innerhalb der Salinen-Verbände und im Aufsichtsrat der Norddeutschen SiedesalzSyndikate sein reiches Können und Wissen und seinen wertvollen Rat stets freudig zur Verfügung gestellt und an der Entwicklung und Gestaltung unserer Industrie in hohem Maße segensreich mitgewirkt. Er war uns aber nicht nur ein wertvoller Mitarbeiter und Berater, sondern mit seinen hervorragenden menschlichen Eigenschaften auch stets ein treuer Kamerad und Freund, dessen Andenken bei uns in hohen Ehren gehalten wird. Berlin, den 19. August 1936. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Norddeutschen Salinen Verelnigung Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gestern nachmittag entschlief sankt nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Robert Kuhlmann im 78. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Baak bei Hattingen, Werdohl, Recklinghausen, Berlin-Zehlendorf, Hemer, den 20. August 1936. Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 22. August, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause, Baak, Neuer Weg 72 aus statt. Trauerfeien eine halbe Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Nach langer, schwerer Krankheit ist heute um 3 Uhr unsere innigstgeliebte Trüde im Alter von 3 Jahren sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Walter Winternheimer Friedel Winternheimer geb. Linck Iise Winternheimer Heute morgen verschied nach langem, schwerem. tapfer und mit, großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter. Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Arnold Brakensiek Dortmund(Adolf-Hitler-Allee 17). Ober-Hilbersheim(Rheinhessen), den 20. August 1936. Luise geb. Poppensieker im Alter von 62 Jahren. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 24. August 1936. 10 Uhr in der östlichen Trauerhalle des Hauptfriedhofes statt, anschließend die Beerdigung. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. In tiefer Trauer: Amold Brakensiek und Kinder Dortmund, den 19. August 1936. Mönchengang 4 Schlummre sanft Du guter Vater, Der Du uns so sehr geliebt. Ach. Du hast jetzt überwunden. Manche schweren, harten Stunden Manchen Tag und manche Nacht Hast Du in Sorgen zugebracht. Standhaft hast Du sie getragen, Deine Schmerzen. Deine Plagen, Bis der Tod Dein Auge bricht. Doch vergessen wir Dich nicht. Ruhe sanft! Die Beerdigung findet am Sonnabend. dem 22. August 1936, um 11 Uhr von der östlichen Trauerhalle des Hauptfriedhofes statt. Gott dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute am 20. August, morgens 8½ Uhr nach kurzem, schwerem Leiden meinen innigstgeliebten Mann, meinen lieben Sohn, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater. Grollvater, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter, den 0 Mutterherz wie gut warst Du, wie schwer von uns zu gehen. Doch unerbittlich war der Tod. vergebens unser Flehen. Die Stunde, die Gott erschuf. war da, drum heillt es scheiden und wenn er uns das Liebste nimmt, wir woll'n es still erleiden. Gestern nachmittag 3½ Uhr entriß Platzmeister a. D. TO uns der unerbittliche Tod meine innigstgeliebte Frau, unsere bis ins kleinste unermüdlich treusorgende und herzensgute Mutter. Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Varl Schiuze I# Frau Wilhelm Krumme NEIT SCIIULUEE Friederike geb. Bierhoff im 59. Lebensjahre. im Alter von beinahe 58 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. I'm stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Herdecke, Gießen. Vorhalle und Witten, den 20. August 1936. Dortmund-Sölderholz, Sölde, Holzwickede, Bochum-Laer, Wyoming(Amerika), den 20 August 1936. Die Beerdigung findet am 24. August, nachmittags 5 Uhr vom Trauerhause Schwerter Straße 95 aus statt. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 22. August 1936, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Augustastraße 11 aus statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand zu nehmen.— Sollte jemand aus Versehen keine Anzeige erhalten haben, so diene diese als solche. Nachruf! Durch einen Unglückstall 18. August unser langjähriger wurde am Schikamerad Willyy Mfüller Am 18. August 1990 verschied nach langem Krankenlager der aus unserer Mitte gerissen. Wir verlieren in ihm einen Freund und Kameraden, der mit Liebe und Hingabe am Wintersport hing und stets zur Stelle war, wenn ihn der Schiklub Sauerland rief. Wir stehen erschüttert an seiner Bahre und werden ihm über das frühe Grab hinaus stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Die Mitglieder nehmen an der Beerdigung am Samstag, um 16 Uhr auf dem Rembergfriedhof teil. Schiklub Sauerland, Ortsgruppe Hagen Krampe, Vereinsführer. Plötzlich und unerwartet starb infolge Unglücksfalles unser Parteigenosse Wilhelm Mäller Wieder stehen wir an der Bahre eines lieben Kameraden, dessen höchstes Ziel es war. für seinen Führer und die Bewegung zu kämpfen und einzustehen. Wir senken unsere Fahne! Ortsgruppe Hagen-Mittelstadt der NSDAP. Schmalenbach, Ortsgruppenleiter. Zur Teilnahme an der Beerdigung treffen sich die Parteigenossen um 15% Uhr vor der Andachtshalle des Rembergfriedhofes. Obergefreite Fritz Dönnebrink der Technischen Kompanie. Die Schule verliert in ihm einen aufrechten Mann, passionierten Soldaten und guten Kameraden. Sein plötzlicher Heimgang hat uns in aufrichtige Trauer versetzt. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Fliegerschule Magdeburg Bauerhin, Malor und stellv. Kdeur. Plötzlich und unerwartet wurde gestern auf seinem Jagdsitz im Sauerland, wo er zur Erholung weilte, der Vorsitzende unseres Aufsichtsrates Herr Generaldirektor Bergassessor Ernst vanBürck Castrop-Rauxel im besten Mannesalter durch den Tod dahingerafft. Der Verstorbene gehörte mit der Uebernahme der Linden-Brauerei, Unna, seit dem Jahre 1918 ununterbrochen unserem Aufsichtsrate an und war seit Februar 1934 dessen Vorsitzender. Tief erschüttert slehen wir an der Bahre dieses aufrechten, echt deutschen Mannes, den wir wegen seines vornehmen Charakters und seiner lauteren Gesinnung hochschätzten. Wir verlieren in ihm einen klugen Berater von reichem Wissen und großer Erfahrung und einen treuen Freund, auf den wir uns in jeder Lage verlassen konnten. Wir werden dem teuren Verstorbenen auch über das Grab hinaus ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. Dortmund, den 19. August 1936 Aufsichtsrat und Vorstand der Dortmunder Hansa-Brauerei Aktiengesellschaft Nachruf Am 19. d. M. verschied infolge Herzschlages der Zimmermann Herr Hermann Kuscholke Der Entschlafene war nahezu 30 Jahre in unserem Betriebe tätig. Wir verlieren in ihm einen pflichttreuen und tüchtigen Arbeitskameraden, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Dortmund, den 20. August 1936. Führer und Gefolgschaft der Firma August Weber Bauunternehmung Nachruf! Am 18. August 1936 verstarb im Alter von 46 Jahren Herr Polizei-Inspektor Heinrich Kettler Der Verstorbene stand seit 33 Jahren im Dienste der Stadt Kamen. Durch seine große Gewissenhaftigkeit. seinen Fleiß. seine vorbildliche Pflichttreue, seine stete Hilfsbereitschaft sowie sein freundliches und ehrliches Wesen genoß er allseitig große Hochachtung und uneingeschränktes Vertrauen. Aus tiefstem Herzen bedauern wir seinen frühzeitigen Tod. Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Kamen, den 21. August 1936. " Der Bürgermeister, die Beamten, Angestellten u. Arbeiter der Stadtverwaltung Kamen Hleiner Anzeigenmarhl Gelegenheitsanzeigen VlIche nicht geschäftliche: Art, wie Kaufangebo— so, Kautgesuche, Vermietungen, Mletgesuche. Teuschverkehr und ahnliche— oin- und zweispaltig bis 100 mm Höhe— kosten In dieser Rubrik nur 15 Pfg, leMililmeter und erscheinen in der Gesamtaullage Naturreiner, alkoholfreier Apfels a f: 1es Ertrischungsgetränk erste Ranges für jung und alt A. u. F. Schneider Fruchtsaltprestere Nuttler(Sauerland) Frau übernimmt jede Näh= und Flickarbeit. Tag 2.— Mark.( Off. u. M. 958 an WLZ. Dim.( Welch. Personenoder Lastwagen nimmt am 23. 8. früh 1 Person m. n. Wiesbaden oder Prankfurt? Off. u. J. 956 a. WeZ., Dim. Fabrikräume Wohnung in Bad Pyrmont 1. Etage bis 700 gm, nebst Wohnung, bei Altenkirchen(Westerwald) sehr billig zu vermieten. Angeb. unt. H. W. 6779 an d. WLZ., Dim.( in bester, ruhiger Lage, in unmittelbarer Nähe des Kurparks, I. Etage, 5 Zimm., Küche, Bad. Zentralbeiz. u. Zubehör zu vermieten. Schriftl Ang. u. C. 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