83. Jahrgang

Miltwrech, 11. Januar

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Ebe Hüwwerter Tellung wecheint wiicbentäich dreimel tmontags, mittwochs u. samstags). Be­zugspreis monatlich 2.— Dat(einechl. 20 Ptg. Trägerlohnj. Postbeung monattich 2.— Daf N Pig Zustelhumgegsbühr)

dite Stadt Schrwerts und die Amter Westhoten und Ergste Elartge in Schwerte gedruckte Zeitumg

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Ainestaummer 15 Ple.— damslgemgreies n Preisliste Nr. 1.— Druck und Verlag: Haue Linner vormals Carl Braus, Schwerte. Geschäftsstelle: Große Marktstraße Nr. 2—5. Ruf 2770. Postscheckkonto Dortmund 2992.

Ameiikgnische Physiker legten Atom-Kommission Pläne vor

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USA: Wirkung der Wasserstoff-Atombombe tausendmal größer

amerikanische Kriegsministerium erhielt von den amerikanischen Physikern der Atomkommission Mitteilung, daß es möglich sel, das Wasserstoffatom in ähnlicher Weie radio-aktiv zu machen wie das Plutonium, jenes Ent­wicklungsprodukt des Uraniums, das heute die Grundlage der Atombombe darstellt. Nur wäre eine Explosion der Wasserstoffatome an Brisanzwirkung etwa tausendmal größer als die ersten Atombomben. Das heißt, daß eine Wasserstoff-Atombombe eine Oberfläche von 500 qkm, also mehr als die größte Stadt der Welt, vollständig zerstören könnte. Damit träte die interkontinentale Atombombenrakete in greifbare, grausige Nähe.

rs New York, 10. Januar

Mlit der Wasserstoff-Atombombe be­faßte sich jetzt erstmals der amerika­nische Rundfunk. Sollten die Angaben des Sprechers Drew Pearson zu­treffen, so hat Präsident Truman dem Ausschuß amerikanischer Atom­gelehrter den Auftrag gegeben, zu prü­fen, mit welchen Mitteln und mit wel­chen Kosten die Serienherstellung der atomischen Wasserstoff-Bombe verwirk­licht werden kann.

Ueber zwei Milliarden Dollar

Wohlgemerkt hat weder Amerika noch eine andere Macht heute eine sol­che Bombe; es würde auch wohl noch geraume Zeit dauern, bis man all die technischen Schwierigkeiten überwun­den hätte, die sich ihrer Konstruktion entgegenstellen. Ein Riesenprojekt, das über zwei Milliarden Dollar, vielleicht das Doppelte kosten würde, müßte er­richtet werden, um eine einzige Bombe dieser Art zu produzieren.

Militärs drängen

Nicht die Kosten, sondern die Art der Waffe selbst scheint der Grund zu sein, der die amerikanischen Politiker vor der Perspektive der Wasserstoff­Atombombe zurückschrecken läßt. Die Bestätigung der bisher nur vagen Mel­dungen über die Wasserstoff-Bombe mag als ein dringender Fingerzeig ge­deutet werden, daß die Vereinigten en nicht in einen Wettlauf um die

Herstellung dieser Waffe gerissen zu werden wünschen. Sie ist gewisser­maßen eine Warnung, daß es noch Zeit ist, sich zu einigen.

Es heißt, daß Verteidigungsminister Johnson und der Generalstab Wert

darauf legten, sich ernsthaft mit den Vorbereitungen für die Gewinnung von Wasserstoff-Atombomben zu befassen, da nur so der Westen seinen Rüstungs­vorsprung vor der Sowjetunion wah­ren könne.

Jeden Monat fast 25000 Flüchtlinge

Amerikanische Stellen schalten sich in das Flüchtlingsproblem ein

dmt Frankfurt, 10. Januar

Obwohl die Flüchtlingsfrage ein deut. sches Problem ist, schalten sich Jetzt amerikanische Stellen ebenso wie die Aemter der Alllierten Hohen Kommis­sion in die Untersuchungen ein, well sie der Ansicht sind, daß die Bewältl­gung dieser Aufgabe über die deut­schen Kräfte hinausgeht.

In einem Bericht, den das Amt für politische Angelegenheiten beim ame­rikanischen Hohen Kommissariat her­ausgegeben hat, wird darauf hingewie­sen, daß etwa 25000 Menschen monat­lich aus der Sowjetzone in die Bundes­republik kommen, von denen mehr als 12000 im Westen bleiben.

Allein im vergangenen November haben mehr als 6000 Menschen illegal die Grenze nach Hessen überschritten, während nach Bayern monatlich etwa 600 Menschen, meist aus der Tschecho­slowakei, gekommen sind.

Krankenschwester zerstückelte

ihre Opfer mit einem Brotmesser

Die, wie bereits gestern berichtet, un­ter dringendem Mordverdacht verhaftete shemalige Operationsschwester Elisabeth Kusian aus Berlin-Charlottenburg ge­stand am Dienstag, den 65jährigen Her­mann Seidelmann aus Plauen und die 47jährige Doris Merten aus Spandau am B. und 26. Dezember erdrosselt und die Leichen mit einem Brotmesser zerstückelt au haben. Die 37jährige, die am vergan­genen Freitag von der Westberliner Po­lizei verhaftet worden war, legte ihr Ge­ständnis nach tagelangen Verhören vor der Ostberliner Volkspolizei ab. Sie führte die Kripo zu den Ruinengrundstücken im Bowjetsektor, in denen sie die Leichen­teile versteckt hatte und schilderte die Mordtaten. Nach ihren Aussagen hatte ele Seidelmann, der zur Beerdigung sei­ner Mutter in Berlin wellte, in einer Wechselstube am Zoo kennengelernt. Un­ter dem Vorwand, ihm eine bestimmte Summe in ihrer Wohnung aushändigen su können, habe sie ihn in ihr Zimmer gelockt und in einem günstigen Augen­blick mit einer Schnur erdrosselt. Auf ähnliche Weise habe sie Frau Merten, die eine Schreibmaschine abliefern sollte, in ihrer Wohnung umgebracht.

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Die bayrische Regierung empfing im

rinz-Karl-Palais die konsularischen Ver­kreter des Auslandes. An dem Empfang nahm Me Cloy teil.

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Kostspielige Damenbekenntschaften un­verhielt der 77jährige Kassierer einer Molkerei auf der Insel Fuenen. Er machte Zuwendungen von weit über ein­hunderttausend Kronen. Jetzt stellte sich beraus, daß er die Gelder bei seiner Firma veruntreut hat.

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Der Zustrom illegaler Grenzgänger ist nach den Festtagen wieder erheblich ge­Stlegen. Es kommen jetzt täglich im Durchschnitt 260 Personen gegenüber 130 Dezember und 350 im November.

Der frühere S8-General Bach-Zelewski wurde vom Internierungslager Eichstätt in die Heil- und Pflegeanstalt Amsbach gebracht. Er war in einen Hungerstreik getreten, weil seine Familie keine Zu­teilung aus der Soforthilfe erhielt.

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44 Millionen Personenwagen werden zur Zeit in den Vereinigten Staaten be­trieben.

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Ueber viertausend wilde Gänse und Enten wurden in Nordjütland an Land getrieben, da ihre Flügel mit Oel ver­schmiert waren. Man nimmt an, daß ein Dampfer seine Oeltanks gereinigt und die Vögel in das ölige Wasser geraten eind.

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Ein Drittel der Bremer Zigarrenfabri­ken hat den Betrieb in den letzten Wo­chen eingestellt.

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Prinz Bernhard der Niederlande s01! nach einem Gesetzentwurf im Falle des Ablebens von Könlgin Juliane zum Re­genten ernannt werden, wenn die Kron­prinzessin Beatric au diesem Zeitpunkt noch nicht volljährig ist.

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Der ehemalige Gauleiter und Reichs­kommissar Koch verwelgerte auch gestern Im Gefängnis in Werl aus Protest gegen seine Auslieferung an Polen das Essen.

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Eine Feuersbrunst serstörte in der Nähe von Bogota bei den Oelfeldern 300 Häuser.

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Der neuernannte argentinische Bot­schafter in Moskau, Juan Otero, tritt in Kürze die Reise in die Sowjetunion an.

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Eine Operation an einer Riesenschlange des Leipziger Zoos führte eine Assisten­tin aus. Das drei Meter lange Tier hatte sich an einem Nagel eine Rißwunde zu­gezogen. Vier Wärter mußten des Tier festhalten.

Auch die Zuwanderung nach West­berlin verstärkt dort die Arbeitslosig­keit, und die Wohlfahrtsbehörden pla­nen dort einen besonderen Fonds für den Lufttransport von Flüchtlingen nach der Bundesrepublik einzurichten, weil die Beförderung auf dem Land­wege der sowjetischeh Kontrolle un­terliegt.

Heutz Anlang Februar in Nord­rhein-Westialen

dp Düsseldorf, 10. Januar. Bun­despräsident Professor Theodor Heuß wird dem Land Nordrhein-Westfalen Anfang Februar einen Staatsbesuch ab­statten. Damit wird die Reihe der bis­herigen offlziellen Staatsbesuche des Prä­sidenten fortgesetzt. Der Bundespräsi­dent war bereits offlziell in Bayern, Ber­lin, Niedersachsen und Hessen und wird noch im Januar in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein erwartet.

Podeyn nach Washingion getlogen

dp Frankfurt, 10. Januar. Ministe­rialdirektor Hans Podeyn ist am Diens­tag von Stuttgart nach den Vereinigten Staaten abgeflogen, um wieder auf seinen Posten in der deutschen ERP-Vertretung in Washington zurückzukehren.

Auch Wohleb nach Mainz eingeladen

dp. Baden-Baden, 10. Januar. Nach den beiden Länderchefs von Süd­württemberg-Hohenzollern und Rheinland­Pfalz. Dr. Gebhard Müller und Peter Altmeier, ist nun auch der Staats­präsident von Südbaden, Leo Wohleb, zu Besprechungen mit dem französischen Außenminister Robert Schuman für Frei­tag nach Mainz eingeladen worden. Der Empfang wird voraussichtlich auf Schloß Waldhausen bei Mainz stattfinden.

Einkommensteuersenkung rückwirkend vom 1. Januar

dp Kassel, 10. Januar. Der Staats­sekretär im Bundesfinanzministerium Hartmann sagte In Kassel, daß die ge­pfante Einkommensteuersenkung zwar aus technischen Gründen voraussichtlich erst Im April verkündet werden könne, daß sie jedoch rückwirkend vom 1. Ja­nuar an gültig sein werde.

„Wir protestieren gegen Benzinpreis-Erhöhung'

Die Vereinigung des Verkehrsgewerbes veranstaltete in ten Westdeutschlands Protestdemonstrationen gegen die

verschiedenen Städ­

Erhöhung der Ben­

zinpreise. Hier ist die Wagenkolonne der daden versammelt.

hessischen Kraftfahrer in Wies­

Schuman Aimt-Heitag in Boln ein

Besuch bei Heutz— Sonntagnachmittag Besprechungen mit Adenauer

dl Bonn, 10. Januar

Zwischen der französischen Hohen Kommission und dem Bundeskanzler­amt ist inzwischen das Programm für den Besuch des französischen Außen­#ministers festgelegt worden. Schuman wird am Donnerstagabend in Paris ab­reisen und am Freitagmorgen in Mainz eintreffen. Am Abend wird er in Bonn sein und am Hauptbahnhof von Bundes­kanzler Dr. Adenauer und den Bundes­ministern empfangen.

Für den Sonnabendvormittag ist, ein Besuch des französischen Außenmini­sters beim Bundespräsidenten Heuß vorgesehen. Am Sonnabendmittag fin­det im Palais Schaumburg auf Einla­dung des Bundeskanzlers ein Früh­stück in, kleinem Kreise Statt, an dem etwa 30 Gäste teilnehmen, unter denen sich die Bundesminister und die Frak­tionsführer befinden. Anschließend an

dieses Frühstück wird Außenministe Schuman im Bundesratssaal führende deutsche Politiker und Wirtschaftsfüh­rer empfangen. Am Abend gibt der französische Außenminister im Schloß Ernich ein Diner für das deutsche Bun­deskabinett.

Am Sonntagvormittag wird sich der französische Außenminister zum Sita der Hohen Kommission auf den Peters­berg zu einer internen Besprechung mit den Hohen Kommissaren begeben, Anschließend hieran will er der Bonner Universität einen Besuch abstatten, an der er in seiner-Jugend zwei Semester studierte.

Um 16 Uhr am Sonntagnachmittag findet die mit großer Spannung erwar­tete Aussprache zwischen Schuman und Adenauer im Palais Schaumburg statt Am Abend wird der Gast der Bundes­regierung nach Berlin weiterreisen, wo er am Montagvormittag eintreffen wird,

BischelBisenus empling Pilhister

Am Mittwoch gemeinsame Aussprache in Köln mit Kardinal Frings

dl Bonn, 10. Januar Von unserer Bonner Redaktion Am Dienstagabend empfing Bischof Dibellus in seiner Eigenschaft als Vorsitsender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland im Studentenhaus über 100 evangelische Bundestagsabge­ordnete, sowie die Minister und Staats­sekretäre evangelischen Glaubens. Bei dieser Gelegenheit machte er sie mit dem Bevollmächtigten des Rates der Evange­lischen Kirche Deutschlands bei der Bundesrepublik, Superintendent Hermann

Dier Pillkönen Arbener-Streiken

Dem Generalstreik der Metallarbeiter schlossen sich die Eisenbahner an

dmt Rom, 10. Januar

Drei Millionen itallenische Arbeiter traten am Dienstag in den Industrie­städten Norditaliens in den Streik. Als Reaktion auf die blutigen Zwischenfälle in Modena hatten die kommunistischen Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen, dem in Bologna und Florens auch die Eisenbahner feigten.

Die gesamte italienische Polizei be­findet sich in Alarmbereitschaft, nach­dem Innenminister Scelba mit den

Polizeichefs über die Lage beraten hat. Die Lage ist außerordentlich gespannt. Der Innenminister soll die Polizei an­gewiesen haben,„fest zu bleiben“. Sollte es am Mittwoch zu erneuten Zwischenfällen kommen, so befürchten politische Beobachter, daß eine ähnli­che Lage wie nach dem Mordanschlag auf den Kommunistenführer Togliatti Im Juni 1948 entstehen könnte. Damals wurde das Wirtschaftsieben In Italien praktisch für zwei Wochen durch Streiks Jahmgelegt.

Kunst, bekannt, den er am Montag bei Bundeskanzler Dr. Adenauer eingeführt

hatte.

Superintendent Kunst betonte in einem kurzen Gespräch mit unserem Korrespon­denten nochmals seinen Standpunkt, unter dem er seinen Auftrag als Bevoll­mächtigter verstanden wissen will:„Eo geht in dem neuen Amte, das er über­nommen habe, um das jedem evange­lischen Politiker zugewandte Antlitz der Kirche“.

Bischof Dibelius wird am Mittwoch den Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskon­ferenz, Kardinal Frings, In Köln bes suchen.

Benzinpreiserhöhung heute Im Bundeslag

d1 Bonn, 10. Januar.(Eigenbericht.) Auf der Tagesordnung der für Mittwoch angesetzten 26. Plenarsitzung des Bundes­tages stehen insgesamt elf Punkte. Zur Debatte steht ferner ein Antrag der WAV, der die Benzin- und Mineralöl­preiserhöhung mit Rücksicht auf die Existenzgefährdung im Transport- und Mietautogewerbe verurteilt. Die KPD verlangt ebenfalls die sofortige Auf­hebung der Preiserhöhung für Mineral­öle. Man erwartet eine lebhafte Aus­sprache über beide Anträge.