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Gausewitz:„Es gibt Fälle, wo das Höchste wagen die
höchste Weisheit ist.
Schwerte, 4. Mai 1943.
Vom deutschen Mädchen zur tüchtigen Hausfrau
Was die offenen Arbeitsgemeinschaften des 89MPertes„Glaube und Schönheit“ aus dem Gebiet der arbeit des Erziehungswerkes im großdeutschen Reich zerade in diesen Kriegsjahren geleistet haben, das läßt sich nicht mit ein paar Worten erschöpfen. Das ##M=Werk ist die entscheidendste Form in der Erniehung des deutschen Madels zu einer starken, in sich gefestigten Persönlichteit, die sich verantwortungsbewußt in ihr Volk eingliedert. Vielleicht haben auch viele Volksgenossen bei uns in Schwerte die Forderung und den Aufgabenkreis des B9M=Werkes noch nicht richtig begriffen, denn man begegnet öfter Ansichten, die von einer erstaunlichen Unkenntnis auf diesem Gebiete zeugen. Nicht das tanzende, reifenschwingende Mädel ist charakteristisch für das große BM-Werk„Glaube und Schönheit“, sondern gerabe
Arbeitsgemeinschaften, die sich mit den praktischen Fragen des Lebens beschäftigen, sind das Kernstück in der Erziehung der 17—21jährigen Mädel. Hier lernen sie alles, was zur harmonischen Gestaltung eines Haushaltes gehört, vom Kochen und Zubereiten der Mahrzeiten bis zur Beschäftigung mit den Fragen der hauslichen Kultur, die für die eigene Lebensformung oder die der künftigen Familie einmal wesentlich sein werden. Hier leistet das BDM=Werk namentlich auf dem Lande eine volkspolitische Arbeit, die in hohem Maße der Stärkung deutscher Art und deutschen Wesins dient. Das gleiche gilt für die Arbeitsgemeinschaften„Nähen und Spinnen“. Hier steht nicht allein das Erlernen der technischen Vorgänge im Vordergrund der Arbeit, sonoern darüber hinaus geht der Weg in die weltanschaulich=politische Erziehung, die unsere Mädel Sauberteit, Klarheit, Echtheit und gerade innere Haltung lehrt und die deutschen Wesensformen auch von der praktischen Handarbeit her in ihnen bewußt werden läßt. So sind die Spinnlehrgänge auf dem Lande überall mit großer Freude begrüßt worden, weil der Krieg die Besinnung auf den Wert des Selbstgearbeiteten wieder vertieft hat und weil unsere Mädel auf diese Weise es wieder lernen, durch selbstgesponnene und selbstgewebte außerordent. lich haltbare Gebrauchsstücke Textilien zu sparen. Und dann die Arbeitsgemeinschaft„Gesunde Lebensführung", die allen berufstätigen Mädeln die Möglichkeit bietet, sich leistungsfähig und für die Berufsarbeit gesund zu erhalten. Hier ergibt sich in Stadt und Land eine wesentliche Aufgabe, die über die persönliche Hygiene hineingreift in die deutsche Familie. Gerade die Angliederung der Säuglingspflege zeigt die Möglichkeit der praktischen Anwendung des Erlernten. Der verstärkte Einsatz der im Gesundheitsdienst ausgebildeten Mädel in Lazaretten und in allen Fällen der Nachbarschaftshilfe beweist klar und eindentig, wie sehr unserr BOM=Werk=Mädel ihr Können in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Die sportlichen Arbeitsgemeinschaften, die im Sommer für alle BMM-Werk=Angehörigen vorgesehen sind, bilden Ausgleich und Entspannung zur täglichen Arbeit. Wir können stolz sein auf unsere BDM=Werk=Mädel, die überall im Reich von deutschen Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen erzogen werden, die mit Nadel und Faden umzugehen wissen, am Webstuhl und Backherd ihr Bestes geben und durch ihren Einsatz im Berufsleben eine Kriegsleistung vollbringen, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. P. H.
Som 1. Wial 1833 zul 1. Wal 18 13
Der Krieg brachte neue Aufgaben
Durch die Einberufungen zur Wehrmacht wurden zahlreiche Arbeitsplätze frei. Der Einsatz der deutschen Frau und Dienstverpflichtungen reichten nicht aus, die Lücken zu schließen. Zu Millionen wurden auslän. dische Arbeitskräfte in den Dienst unseres Freiheitskampfes gestellt. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat der DaF die Betreuung dieser Arbeitskräfte übertragen. Aule damit verbundenen Arheiten, wie Lenkung und Überwachung des Einsatzes der deutschen und ausländischen Arbeitskräfte in den Betrieben, Lagerbetreuung und Kontrolle, Sozialbetreuung der in Lagern untergebrachten deutschen und ausländischen Arbeiter, Gemeinschafts= und Werksküchenverpflegung, Sozial- und Unterstützungswesen, werden im Gau von zentraler Stelle aus geleitet.
Während noch 1933 die Erwerbslosigkeit mit allen Mitteln bekämpft werden mußte, war schon nach einigen Jahren mehr Arbeit vorhanden, als Hände und Köpfe zu bewältigen vermochten. Jetzt im Kriege zeigte es sich, wie sehr der alte Gegensatz Arbeilgeber und Arbeitnehmer überwunden war. In fast allen Betrieben wurde ein
betriebliches Vorschlagswesen
eingerichtet und die kriegsentscheidenden Betriebe gründeten einen Arbeitskreis für Leistungssteigerung. In oft vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit konnten in vielen Betrieben Fehler und Verlustquellen beseitigt, Anregungen aus der Werkstatt in die Tat umgesetzt werden Dank dem Arbeitskreis war das schneller und reibungsloser möglich, als es ohne diese Zusammenarbeit denkbar wäre. Die Zahl der in den Betrieben unseres Gaues durch Vorschlage und Verbesserungen eingesparten Stunden geht in die Hunderttausende.
Ein weilgespanntes Aufgabengebiet betreut die Gauabteilung für
Leistungsertüchtigung,
Berufserziehung und Betriebsführung. Während man früher kaum von einer systematischen Lehrtingsausbildung in der Industrie sprechen konnte, sind nach der Machtübernahme in den Betrieben Lehrecken und Lehrwertstätten errichtet worden. Wo die Verhältnisse teine eigenen Ausbildungsstätten zuließen, wurden die Betriebe veranlaßt, Gemeinschaftslehrwerrstätten zu gründen. Was unter der Führung der DAF erreicht worden ist, sollen zwei Zahlen verauschaulichen: Im Jahre 1936 bestanden im Gau 61 Lehrecken und
Lehrwerkstätten, Ende 1942 war die Zahl auf 277 gestiegen. In 3701 zusätzlichen Berufserziehungsmaß nahmen wurden im letzten Jahr 148 500 Teilnehmer erfaßt. Im Jahre 1937, dem ersten Jahr planmäßiger Berufserziehungsarbeit im Gau, waren es 30 100. Im gleichen Jahr richtete der Musterbetrieb Bochumer Verein das erste deutsche betriebliche Berufserziehungswerk ein, heute bestehen im Gau 139, die 103 550 Teilnehmer unterrichten. Gerade aus der engen Verbindung der Theorie mit der betrieblichen Praxis erwachsen die besten Ergebnisse.
Mehr auf die persönliche Entwicklung des einzelnen Arbeitskameraden ist die Tätigkeit der
Sieger= und Begabtenförderung
der DAF gerichtet. Der Krieg verbot zwar den Berufswetttampf aller schaffenden Deutschen, in dem sich im Gau in den Jahren 1935 bis 1939 insgesamt 246 626 Arbeitskameraden beteiligten. Jedoch treten jetzt an die Stelle der beruflich zu fördernden Sieger im Berufswettkampf die besonders begabren Arbeits# kameraden. Der Förderung geht eine Vorauslese im Gau und eine sorgfältige Prüsung im Reichsausleselager voraus. Etwa 750 Arbeitskameraden konnten in den letzten zwei Jahren ausgelesen werden, von denen 329 ein Reichsausleselager besuchten, von ihnen zeigten sich etwa 250 für eine weiterführende berufliche Ausbildung befähigt. Die meisten haben aus Mitteln der Gemeinschaft ihre Ausbildung zu Ingenieuren, Meistern, Ausbildungsleitern usw. begonnen. So ist mitten im Kriege auch von der DAF damit begonnen worden, den Punkt 20 des Parteiprogramms, die kostenlose Ausbildung begabter Volksgenossen, zu verwirtlichen. 86
Die umfangreichen Leistungen der Dag waren nur durch den selbstlosen Einsatz von über 60 000 Amtswaltern möglich. Um sie für ihre besonderen Aufgaben zu schulen, ging der Gau schon frühzeitig dazu über, eigene Gauschulen in Hattingen, Milspe und Föckinghausen zu errichten. In ein= und zweiwöchigen Lehrgängen wurden die Kameraden zusammengesaßt und über Fragen der Arbeits=, Wirtschafts= und Sozialpolitik unterrichtet. Jetzt werden die Gebiete Leistungssteigerung und Erhaltung des Arbeitsfriedens bevorzugt. Den gleichen Aufgaben dient eine umfangreiche Schulungsarbeit in den Kreis= und Ortswaltungen, während in den Betrieben dem Obmann die Werkschar zur Verfügung steht.
Die DAF hat den Auftrag des Führers erfüllt. Die Volks- und Leistungsgemeinschaft der Deutschen ist verwirklicht.(Fortsetzung folgt.)
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Tageschronik
* RS=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk,
Schwerte=Ost. Dienstag, den 4. Mai, 16 Uhr, die Mitglieder nehmen geschlossen an der Veranstaltung im Rathaussaal in Schwerte teil. Es spricht der Kreisleiter der RSDAP Pg. Müller.
Mütterberatung des Kreisgesundheitsamtes. Die nächste Beratungsstunde im Gesundheitsamt in Schwerte findet am Dienstag, dem 4. Mai, 15—17 Uhr unter Leitung von Herrn Dr. Kirchner statt.
Schülerkonzert. Am 9. Mai findet wieder ein Schülerkonzert der Musiklehrer Letzel mit neuem Programm und anderen Schülern statt.
:: Ein seltenes Silberjubiläum. Am 29. April 1943 sind es 25 Jahre her, daß Lehrer Lecking als Junglehrer und Schwerverletzter an die Marktschule in Schwerte kam. Während sonst die Junglehrer von einer Schule an die andere versetzt wurden, blieb er 25 Jahre lang an der Marktschule. Seine vorgesetzte Schulbehörde hat vernünftigerweise Rücksicht auf eine schwere Kriegsverletzung genommen, die er im ersten Weltkriege erlitten hat. Zu diesem seltenen Jubiläum übermitteln wir dem Lehrer Lecking unsere besten Wünsche und hoffen, daß er noch weitere 25 Jahre unsere Kleinen in der Marktschule unterrichten möge, um dann in Gesundheit und Frische sein 50jähriges Jubiläum feiern zu können.
- Freie Straßenbahnfahrt für Verwundete. Der Leiter der Reichsverkehrsgruppe hat mit den Verkehrsunternehmen neue Vereinbarungen getroffen über die Vergünstigung für Verwundete bei Straßenbahnfahrten. Sämtliche verwundeten und kranken Angehörigen der deutschen Wehrmacht werden auf den
Von unsichtbarer Hand
#k-I5 Roman von Frits Steinemann
SeTühre) Literatur-Verlag Gieria, Berlin-Steglitz
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Mit geweitetem Blick starrte Burghild das Bild an. Krampfhaft umklammerten ihre Finger die Zeitschrift. Sie mußte sich setzen. Eine grenzenlose Schwäche war über sie gekommen.—
Am nächsten Tage reiste Burghild unter dem Vorgeben einer wichtigen geschäftlichen Besprechung, an die sie nicht mehr gedacht haben wollte, nach Berlin. Eie versprach, sobald als möglich wiederzukommen.
Nur unter Aufbietung aller Willenskraft war es ihr gelungen, die Mutter und Evi nichts merken zu lassen von dem Sturm der Gefühle und Empfindunden, der in ihr tobte. Welch entsetzliche Entdeckung hatte sie machen müssen! Mit todwundem Herzen mühte sie sich, sie in dem Glauben zu erhalten, in chiem Innern sei noch alles so klar und rein wie bei igrem Eintreffen.
In eine Ecke ihres Abteils gedrückt, war sie froh, nun endlich allein zu sein, nicht mehr gezwungen, komödie zu spielen.
Nur nicht denken müssen! Wenn sie doch all dieses alchbare Hin und Her in ihrem Kopf hätte zum Stillstand bringen können.
Wäre sie doch nur erst zu Hause! In der Ruhe hres Heims würde sich alles klarer überblicken lassen.
Wie lautete doch der Satz, den sie kürzlich in einer Liographie gelesen hatte?„Er hielt sich fern von den Menschen, nachdem jede Berührung mit ihnen, als sei
planmäßigen Verkehrsmitteln der deutschen Straßenbahn, Hoch= und Untergrundbahn frei fahren, solange sie sich in stationärer Lazarett= oder anschließender ambulanter Behandlung befinden. Sie benötigen einen Freifahrtausweis vom Chefarzt des zuständigen Lazarettes.
-- Personalien. Der Regierungspräsident in Arnsberg hat Kreisverwaltungsdirektor Wiemann mit Wirtung vom 1. Mai 1943 für die Dauer des Wehrdienstes des Amtsbürgermeisters Kloeber mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Amtsbürgermeisters des Amtes Fröndenberg(Kr. Unna) beauftragt. Verwaltungsdirektor Wiemann, der als Oberleutnant und Batterieführer im Ostfeldzug schwer verwundet wurde, kehrt mit der Übernahme dieses Auftrages in den Verwaltungsdienst zurück. Gleichzeitig hat der Regierungspräsident Amtsbürgermeister Dinkloh aus Thülen(Kr. Brilon) für die Dauer der Einberufung des Amtsbürgermeisters Koppenrath zum Wehrdienst mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Amtsbürgermeisters des Amtes Menden(Kr. Iserlohn) beauftragt.
- Wann können Abendgespräche zu verbilligter Gebühr angemeldet werden? Für die in der Zeit von 19 bis 24 Uhr geführten Ferngespräche werden die ermäßigten Gesprächsgebühren nur dann berechnet, wenn diese Gespräche bereits tagsüber, spätestens aber bis 19 Uhr, angemeldet werden. Will der Teil
Feierliche Tagung der Reichsarbeitskammer in der Neuen Reichskanzlei
Am Vortage des 1. Mai trat im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei zu Berlin die Reichsarb.####kammer zu einer feierlichen Tagung zusammen. Kriegsmusterbetriebe wurden bei dieser Gelegenheit ausgezeichnet. Eine besonders hohe Ehrung wurde dem Maschinenfahrsteiger Konrad Grebe durch seine Ernennung zum„Pionier der Arbeit" zuteil. Unser Bild zeigt: Reichsorganisationsleiter Dr. Ley beglückwünscht den Bergmann Konrad Grebe zu seiner hohen Auszeichnung. Links: Reichswirtschaftsminister Funk.
Scherl=Bilderdienst=Autoflex
Wer kack Maent
die Fernsprechleitungen mit prvaten Gesprächen verstopft, gefährdet die Betrenung der durch Luftangriff Geschädigten!
nehmer sicherstellen, daß ihm die verbilligte Gebühr berechnet wird, so muß er das Gespräch mit dem Zusatz:„Zurückstellen bis 19 Uhr“ anmelden. Die Gespäche kommen in der Reihenfolge der Anmeldung zur Ausführung, es empfiehlt sich daher, die Gespräche möglichst schon im Laufe des Tages anzumelden. Für Gespräche, die erst in der Zeit von 19 bis 24 Uhr angemeldet und geführt werden, wird die volle Gesprächsgebühr berechnet. Diese Gespräche werden außerdem entsprechend ihrer späteren Anmeldezeit nach den vorher angemeldeten verbilligten Gesprächen abgewickelt. Der Teilnehmer hat also nur Nachteile, wenn er seine Gespräche erst nach 19 Uhr anmeldet.
er dazu verdammt, ihm stets nur Kummer und Schmerz, ja Katastrophen verursacht hatte. Er fühlte, er war zur Einsamkeit verurteilt.“ Auch ihr schien ein gleiches Schicksal beschieden zu sein.
Zu ihrer Überraschung fand sie bei ihrer Heimkehr Marbach vor, der es sich in einem Sessel bequem gemacht hatte. Er sprang freudig auf.
„Also doch! Beharrlichkeit führt immer zum Ziel! Gestern und vorgestern habe ich zwar vergeblich gewartet, dafür werde ich heute durch Ihren Anblick belohnt. Herzlichst willkommen, gnädige Frau. Gute Reise gehabt von München?"
„Woher wissen Sie denn, daß ich in München war?“
Burghild nestelte an ihren Handschuhen und trat an den Schreibtisch, auf dem einige Briefschaften ihrer warteten.
„Woher könnte ich das wohl erfahren haben? Ratürlich von der Filmgesellschaft, für die Sie das Dreybuch zu einem Lustspiel schreiben wollen. Wissen Sie auch, wer die Regie führen wird? Ich natürlich! Großartig, was? Man hat nämlich herausgefunden, daß wir beide bioher ausgezeichnete Arbeit geleistet haben, die man sich nun sichern will. Nur wer die Musik liefern soll, darüber ist man sich noch nicht einig. Hüfingen macht unzweifelhaft recht gute Musik, aber ob er für ein Lustspiel der geeignete Mann ist?“ „Hüfingen sagten Sie?“
Marbach lachte schallend auf.
„Wußten Sie denn nicht, daß Eddi Olfen der Sohn von Arnold Hüfingen ist, dem Inhaber der großen Motorenwerke? Jaja! Tatsache! Interessant, nicht wahr?“
Die TN—5J
Wie wir erfahren haben, ist nunmehr zwischen der HJ=Führung und der Ortsgruppe der Technischen Nothilfe in Schwerte eine Vereinbarung dahingehend getroffen worden, daß die Jugendmannschaft der TR mit allen Rechten und Pflichten in die Hitler=Jugend eingegliedert ist. Diese TR=HJ=Schar ist für die Bevölterung unserer Stadt keine unbekannte Erscheinung, wir alle haben sie gesehen, diese junge Garde im weißen Schutzanzug, Stiefel und Stahlhelm, wenn sie in straffer Disziplin singend durch die Straßen marschieren. Wir haben bewundernd zugesehen, wie sie im vorigen Herbst am Wilhelmsplatz und an der Verbandsstraße in allertürzester Frist fachmännisch Brücken und Stege bauten, wie sie auf den Sportplätzen ihre vormilitärische Ausbildung erhielten und haben noch in Erinnerung, wie sie im Sommer 1941 fast jeden Abend singend zum städtischen Schießstand zogen und in 4000 Arbeitsstunden denselben wieder instandsetzten.
Wir konnten sie aber nicht sehen, wenn sie in Großeinsätzen des Sonntags weit im Münsterland an 30 und 40 Meter hohen Hochspannungsmasten hingen und ihre Pflicht erfüllten und nach getaner Arbeit den Landwirten noch bei der Einbringung der Ernte halfen. Viele von diesen jungen Männern haben freiwillig auf ihren Jahresurlaub verzichtet und haben sich für diese Zeit der TN=Einsatzkompanie zur Verfügung gestellt, die in Köln Aufräumungs= und Instandsetzungsarbeiten durchführt. Überall sind sie gern gesehen, diese schneidigen Burschen, die Gefahr verlachen und deuen keine Arbeit zuviel wird.
Doch auch in den Wintermonaten gab es keine Ruhepause. Vorträge, Liederabende, gemeinsame Besuche von Ausstellungen und wissenschaftlichen Vorträgen, Ausbildung von Wünschelrutengängern sind nur ein kurzer Ausschnitt dieser winterlichen Tätigkeit.
So ist die Technische Nothilfe in Schwerte unermüdlich an der Arbeit; diese jungen Männer in jeder Hinsicht zu schulen und weiterzubilden zu ihrem eigenen Vorteile und zum Schutze unserer Heimat, denn der Führer selbst hat die Worte geprägt: „Der Dienst in der Technischen Nothilfe ist wertvoller Dienst an der deutschen Volksgemeinschaft.“
Auf Bescheinigung hinweisen!
Bei Bestellung von Ferienquartieren
Im Hinblick auf den nahenden Sommer häufen sich jetzt schon die Anfragen der Erholungssuchenden
„Ja, äußerst interessant, daß man ihn nicht für fähig hält, Lustspielmusik zu schreiben“, erwiderte sie mit Schärfe.
„Sie möchten wohl gern, daß er die Musik komponiert?“
„Darum handelt es sich nicht. Wie er mir kürzlich sagte, ist er übrigens beruflich zu sehr in Anspruch genommen, um einen Auftrag übernehmen zu können.“
„Na also, dann scheidet er ja sowieso aus. Mögen sich die Herrschaften in München die Köpfe zerbrechen, wer die Musik am besten zustande bringt, uns kann es ja gleich sein. Doch nun lassen Sie mich bitte von dem sprechen, was mich zu Ihnen geführt hat.“
„Bitte!“ sagte Burghild, aber es klang wenig auffordernd. Es wäre ihr lieber gewesen, er hätte sie allein gelassen.
Doch nach und nach regte sich in ihr Interesse für seinen Vorschlag, den er ihr unterbreitete. Er beabsichtige eine Fahrt zu den Lappen. Ein Kameramann, der vor einiger Zeit nach Motiven gejagt, hatte in so begeisterten Worten von seiner Reise berichtet, daß er Lust bekommen hatte, ebenfalls eine Reise dorthin zu unternehmen. Es war ihm damals nicht allzu ernst mit dem Plan gewesen. Ihr erschien eine Reise in diese entfernte Gegend wie eine Rettung von ihrer Qual. Sie hoffte, durch eine gewaltsame Ablenkung und neue Eindrücke ihre Enttäuschung niederzukämpfen.
Marbach, der wohl bemerkte, daß sie sich allmählich für seine Idee erwärmte, wurde hoffnungsfreudiger. Er sprach noch begeisterter von der Fahrt, die er zu unternehmen gewillt war, um sie dem Einfluß
Olfens zu entziehen und endgültig über ihn zu
bei den Beherbergungsbetrieben. Die Reichsgruppe Fremdenverkehr weist auf einige Richtlinien hin, die bei solchen Anfragen unbedingt beachtet werden müssen. So werden die Beherbergungsbetriebe noch immer stark belastet durch Erholungssuchende, die gleichzeitig an mehrere Beherbergungsbetriebe schreiben und auf diese Weise mehrere Zusagen erhalten. Der Schriftwechsel würde bedeutend vereinfacht werden, wenn die Erholungssuchenden bei einer Anfrage gleich darauf hinweisen würden, welcher Gruppe von Erholungssuchenden sie angehören und über welche Bescheinigungen sie verfügen, als Wehrmachturlauber auf den Urlaubsschein, Gefolgschaftsmitglieder kriegswichtiger Betriebe auf die Urlaubsbescheinigung des Betriebsführers oder der zuständigen Dienststelle, Selbständige auf die Bescheinigung der zuständigen Kammer oder Berufsvertretung, Schwerkriegsversehrte auf ihren Ausweis, Witwen(Kinder und Eltern Gefallener auf die Mitteilung des Truppenteils), kinderreiche Mütter auf ihre amtlichen Ausweise und Personen aus stark luftgefährdeten Gebieten auf die Bescheinigung der RSV. Wenn keine Angaben über die Gruppenzugehörigkeit und die Bescheinigung gemacht werden, ist die Bearbeitung von Gästeanfragen außerordentlich schwierig, da leider auch die Anfragen nicht bevorrechtigter Personen zunehmen, die absichtlich diese Frage nicht anschneiden. Solche Personen dürfen aber in der Zeit vom 20. Juni bis 10. September nur dann beherbergt werden, wenn sie mit schulpflichtigen oder jüngeren Kindern reisen. Einige Beherbergungsbetriebe sind dazu übergegangen, von den Gästen bei Abschluß des Vertrages Vorauszahlungen zu verlangen. Ein derartiges Verfahren ist unzulässig und wird von der Wirtschaftsgruppe Beherbergungsgewerbe entschieden abgelehnt.
Neues von Bezugschein und Kleiderkarte
Neue Punktbestimmungen für HI=Kleidung
Zum Einkauf von HI=Kleidung sind neuerdings einige wichtige Einzelanordnungen ergangen. Die Eintragung der Abgabe von HI=Kleidungsstücken durch die Verkaufsstelle erfolgt in der Vierten Reichs
kleiderkarte auch dann, wenn Punkte der Zweiten oder Dritten Kleiderkarte verwandt werden. Der Name des HI=Ausweises muß mit dem auf der Kleiderkarte eingetragenen Namen übereinstimmen.
Auf der Vierten Reichskleiderkarte dürfen während ihrer Geltungsdauer folgende HI=Kleidungsstücke ab
gegeben werden: An HI, DI und Flieger=H3 eine Überfallhose, eine Winterbluse, eine Kniehose, zwei Braunhemden, zwei Halstücher, ein Sporthemd und eine Sporthose: an BDM und IM ein Rock, eine Jacke(z. Z. noch nicht lieferbar), eine Weste, zwei Blusen, zwei Halstücher, eine Mütze, ein Sporthemed, eine Sporthose; an Marine=HI eine Klappenhose, ein MöJ=Hemd, ein MöI=Kragen. Ist der Kauf der zulässigen Stückzahl in der Kleiderkarte bereits eingetragen, so darf ein weiteres Stück nicht mehr abgegeben werden. Der Kauf von uniformbezugscheinpflichtigen oder von nicht bezugsbeschränkten HJ= und B9M=Kleidungsstücken ist in der Kleiderkarte nicht zu vermerken.
triumphieren. Er gab sich die erdenklichste Mühe, eine feste Zusage von ihr zu erhalten.
Burghilds Gedanken waren abgelenkt worden. Einem Umschlag hatte sie ein paar Zeilen von Eddi Olfen entnommen, der bedauerte, sie nicht angetroffen zu haben. Wahrscheinlich hatte er ihr einen Abschiedsbesuch machen und ihr zugleich das Ende ihrer Zusammenarbeit mitteilen wollen. Sie gedachte des Abends, von dem sie sich so viel versprochen hatte. Durch Marbachs Dazwischenkommen war verhindert worden, was sie erhofft. So hatte sie bisher gemeint, jetzt wußte sie, daß die Dinge anders lagen. Nicht Marbach war schuld gewesen, sondern die mangeinde tiefere Zuneigung Eddis, denn sonst würde er nicht gezögert haben, sich ihr zu erklären. Das war nach dem Erlebnis in Vilbringen ihre Überzeugung. Denn wenn er auch damals Evi noch nicht gekannt hatte, so hatte er doch ihr gegenüber Hemmungen gehabt, die er bei ihrer Schwester nicht empfunden, und das sagte wohl alles.
„Also einverstanden, ja?“ hörte sie Marbach
fragen.
Die Flurglocke schlug an. Beide horchten auf.
„Wir sind nicht zu Hause“, rief der in Stimmung gekommene Marbach nach draußen. Seine Vorfreude
machte ihn übermütig.
Doch die Tür wurde trotzdem geöffnet, und Eddi Olfen trat ein. Sein Blick geisterte durchs Zimmer, als er den überaus vergnügten Marbach, Hildes Koffer und sie selbst, die scheinbar teilnahmolos am Schreibtisch lehnte, bemerkte.
„Ich komme doch hoffentlich nicht ungelegen?“
Gertichung folg!)