Stad

Inten

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Aus Westfalen und Nachbarprovinzen)

Die Hochwasserverheerungen

d Kamen, 7. Januar. Kampf der Kirche gegen die

Gottlosenbewegung. Im großen Saal des evange­lischen Gemeindehauses waren gestern nachmittag die Presbyter und Gemeindeverordneten der Kirchen­gemeinden Bergkamen, Heeren, Methler und Kamen, ferner die evangelische Geistlichkeit und viele Männer und Jünglinge versammelt, um zur nunmehr ein­setzenden Aktion der evangelischen Kirche gegen die Gottlosenbewegung Stellung zu nehmen. Superin­tendent Sybrecht=Frömern hieß die große Zahl der Erschienenen wiutommen und betonte, daß der Kampf zwischen den Geistern des Lichts und der Finsternis zu seinem Höhepunkt zu kommen scheine Man könne sich nicht entsinnen, daß er jemals mit einer solchen Wut und Verbissenheit geführt worden sei. Pastor Dr. Echternack=Aplerbeck, der Ver­trauenspfarrer der Synode Unna in der Aktion der Kirche, sprach sodann über die Gottlosenbewegung und zeichnete den Kampfes= und Siegeswillen der Bewegung, dem nun endlich die entschiedene Aktion der Tat entgegengesetzt werden solle. Der Redner bezeichnete als Grundübel allen Niederganges und Elends den krassen Egoismus, dem schlechthin jeder verfallen sei. Rettung könne nur durch glatte Ab­kehr vom„Ich“ zum„Du“ des Evangeliums kom­men. Auch dem Bolschewismus werde die Grenze gesteckt sein, wenn jeder einzelne das Leben wiede: mehr als Aktions= und Arbeitsfeld Gottes ansehe und nicht als Platz des Genuß= und Gestaltungs= daseins. In der Diskussion zeitigte die Aussprache der Laien und Geistlichen sehr ergiebige Vorschläge zur Aktion der Tat. Man war sich darüber einig, daß innerhalb der Synode Unna als praktischer Niederschlag der Bewegung der Kirche ein Aktions­ausschuß in nächster Zeit ins Leben gerufen werden müsse.

d Kamen, 7. Januar. Unglaubliche Zerstörungen in der Sesete=Promenade. In der verflossenen Nacht kam es hier zu unglaublichen Verwüstungen in der vor kurzem neu angelegten Seseke=Promenade. Die Täter zerstorren im Schutze der außerordentlich stürmischen Nacht fünf im Mauerfundament ein­gelassene schwere Ruhebänke mit sinnloser Ge­walt und brachen sie aus den Fundamenten heraus, wobei die Bänke selbst zerstört wurden. Da die Promenade zum Teil durch eine frühere Seilerei führt, wurde auch diese arg in Mitleidenschaft ge­zogen. Die Täter zerschlugen die Fenster der Seilerei und nahmen Zerstörungen am Dach vor. Dann brachen sie ein Tor in der Nähe der Vinckebrucke aus und warfen es anscheinend in die Hochwasser führende Seseke. An der Josefschule wurden mit Latten vier große Scheiben zertrümmert, während die Fenster der Vikarie mit Ziegelsteinen bombardiert wurden, wo­bei gleichfalls Scheiben zertrümmert wurden. Von den Tätern fehlt jede Spur.

d Kamen, 7. Januar. Aushebung einer kommu

p Gevelsberg, 7. Januar. Einbruchsdiebstahl. Nachts wurde in die Büroräume der Werksgemein­schaft der Albers=Herdfabrik eingebrochen. Die Diebe stahlen zwei sast neue Schreibmaschinen im Werte von 700 Mark.

∆ Selm=Beisang, 7. Januar. Frecher Diebstahl

Die Ruhr steigt wieder— Große Verwüstungen

im Lipperland

rwp Essen, 7. Jan. Wider Erwarten stieg die Ruhr im Laufe des heutigen Vormittags wieder an, was wohl auf starke Niederschläge im Sauerland zurück

Gestern abend gegen 7 Uhr wurde aus dem Aus= auführen ist. In der Nacht zum Donnerstag fiel der

nistischen Geheimversammlung. Für Mittwoch nach mittag hatte die hiesige RGO. bei der Polizei die

Genehmigung einer Bergarbeiterversammlung bean­traat. Die Polizei verweigerte im Zusammenhang mit den am Montag hier stattgefundenen Unruhen diese Genehmigung. Im Lause des gestrigen Nach­mittags erhielt sie dann davon Kenntnis, daß in der Wohnung des Arbeiters Höchst, Am Bollwerk 5, eine geheime kommunistische Versammlung abgehalten werde. Da sie annahm, daß die RGO. hier Maß­

nahmen beriet, die eine Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung nach sich ziehen könnten, um­stellte die Polizei das Haus und nahm 17 Mitglieder der RGO. in der Wohnung des Höchst fest. Die Leute wurden dann geschlossen zur Wache geführt, wobei sich nach dem Verhör jedes einzelnen herausstellte, daß die Versammlung Maßnahmen zur Wiederauf nahme des Teilstreiks beraten hatte. Die Verhafteten wurden nach Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.

* Holzwickede, 7. Jan. Zur Nachahmung empfohlen. Der Beschluß des Kriegervereins, für die bedürftigen Mitglieder ein 2 Zentner schweres Schwein anzu­kaufen, ist zur Durchführung gekommen. An 26 be dürftige Kameraden konnten je 8 Pfd. Schweinefleisch verteilt werden. Der Winterhilfe der Gemeinde wurde außerdem noch ein Geldbetrag überwiesen.

Herbede, 7. Januar. Die hölzerne Ruhrbrücke gesperrt. Infolge des erneuten Steigens der Ruhr ist die hölzerne Ruhrbrücke, deren Fahrbahn von dem Hochwasser erreicht wird, aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Der Wagenverkehr muß über Stiepel gelenkt werden.

rwp Bremke(Kr. Meschede), 7. Januar. In den hochgehenden Fluten zu Tode gekommen. In den hochgehenden Fluten der Wenne kam in einer der letzten Nächte ein Waldarbeiter zu Tode. Es wird angenommen, daß der Mann in der Nacht den Weg verfehlt hat und in den Fluß gefallen ist.

anb Arnsberg, 7. Januar. Die Möhnetalsperre droht überzulaufen. Die Möhnetalsperre ist soweit

gefüllt, daß sie jeden Augenblick überzulausen droht. In Eile wurde das Vieh aus den benachbarten Dör­fern in Sicherheit gebracht. Zum Teil mußten Häuser geraumt werden, da sie vom Wasser umspült werden und einzustürzen drohen.

t Witten, 7. Januar. Elfjähriger Schüler verursacht blinden Alarm. Gestern nachmittag wurden die Feuer­wehr und das Überfallkommando der Schutzpolizei vom Feuermelder Ecke Crengeldanz= und Breitestraße aus alarmiert. Bei ihrem Eintreffen stellte sich heraus, daß der Feuermelder mißbräuchlich in Tätigkeit gesetzt worden war. Als Täter wurde ein elf Jahre alter Schüler ermittelt.

e Witten, 7. Januar. Schwere Sturmschäden. Gestern abend zogen schwere Regenstürme über Witten hin­weg, die gegen 10 Uhr orkanartige Ausmaße an nahmen. Dachziegel sielen auf die Straßen, Reklame transparente wurden losgerissen, Hausgesimse schlu gen zur Erde. Am Marktplatz wurde ein mehrere Meter hohes Eisengerüst einer Wetterfahne von der Turmkappe eines Kaufhauses auf die sonst stark belebte Straße geschleudert, ohne glücklicherweise je manden zu treffen. Heute morgen konnte man allent­halben feststellen, daß die Sturmschäden recht groß sind. U. a. waren verschiedene Dächer größten­teils abgedeckt. Nach den bisherigen Feststellungen scheinen Menschen durch den Sturm nicht zu Schaden gekommen zu sein.

p Hagen, 7. Januar. Um die Senkung der städtischen Tarife und Gebühren. Die Zentrumsfraktion des Stadtparlaments stellte kürzlich den Antrag au Senkung der städtischen Tarife und Gebühren. Der Magistrat hat, wie wir erfahren, Unterausschüsse gebildet, um die Frage der Senkung genau prüfen zu lassen. In Stadtverordnetenkreisen wird erwartet daß der Magistrat für Beschleunigung sorgt.

t Breckerfeld, 7. Januar. Schüsse auf einen Ein brecher. Als in der letzten Nacht Einbrecher in die Wirtschaft Höngen zu Schlagbaum eingedrungen waren, wurde der Wirt wach durch das Klirren hin fallender Gläser. Er drang mit vorgehaltenem Revolver in den erleuchteten Wirtschaftsraum ein aus dem gerade der letzte Einbrecher flüchtete. Der Wirt gab sogleich mehrere Schüsse auf den Flüchtenden ab, ohne zu treffen. Die Einbrecher rannten un­erkannt davon und verloren dabei einige gestohlene Sachen, die am Morgen bei der Verfolgung der Spur mit Polizeihunden gefunden wurden. Dem Wirt ist durch den Einbruch ein erheblicher Schaden entstanden

stellungsraum des Konsektionsgeschäftes Portje an der Kreisstraße von einem Handwerksburschen ein ausgestellter Herrenanzug im Werte von 40 Mark gestohlen. Einige Passanten sahen den Dieb mit der Beute verschwinden, jedoch blieb die Verfolgung ergebnislos.

= Herne, 7. Januar. Im Kanal ertrunken. Am 6. Januar gegen 17,30 Uhr fiel der 18 Jahre alte Schisfsjunge Rudolf Schütze beim Anfahren des Motorkahns„Gerhard, an der Schleuse Vll in den Kanal. Obwohl iom von dem Schiffseigentümer so­sort ein Rettungsring zugeworfen wurde, gelang es ihm nicht mehr, diesen zu ergreifen. Er sank gleich darauf ins Wasser und ist ertrunken. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden.

= Herten, 7. Januar. Unerhörter Frevel. In der Nacht zum 6. Januar wurden an der Garten­straße sämtlichen jungen Rotdornbäumen die Kronen abgebrochen. Mehrere Bäume wurden direkt über der Wurzel abgebrochen und mit den Pfählen umgelegt. Da jeder Baum einen Wert von etwa 12 Mk. hat, wurde durch Bruch der etwa 80 Bäume ein Schaden von fast 1000 Mk. angerichtet. Als Täter kommen wahrscheinlich einige junge Burschen in Betracht, die im Alter von 18 bis 20 Jahren stehen.

TU Münster, 7. Januar. Tödlicher Unglücksfall. Auf dem Bahnhof Davensberg verunglückte heute morgen gegen 6 Uhr der Schaffner Heinrich Bruns von hier beim Rangieren eines Güterzuges so schwer, daß der Tod einige Minuten später ein­trat. Bruns war verheiratet und Vater eines Kindes.

= Dorsten, 7. Januar. Ein furchtvares Verkehrs­unglück ereignete sich heute früh aus der Provinzial straße nach Ahaus. Ein Gelsenkirchener Kaufmann hatte in seinem Auto mit drei Freunden eine nächt­liche Vergnügungsfahrt unternommen. Bei Legden brach eine Achse. Das Auto überschlug sich mehrere Male, schlug dann gegen einen Straßenbaum und blieb zerirummert liegen. Alle vier Personen wurden schwer verletzt und fanden im Kloster Ahaus Aufnahme. Bei dem Kausmann besteht Levens­gejahr.

5 Wanne=Eickel, 7. Januar. Tod in der Grube. In der Morgenschicht auf Zeche„Hannover“ geriet der Bergmann Max Prumba aus der Dahl­hauserstraße zwischen die Puffer zweier Kohlen­wagen. Seine Brust wurde eingedrückt. Infolge der furchtbaren inneren Verletzungen ist er aus dem Transport zum Krankenhaus verstorben.

b. Bochum=Langendreer, 7. Januar. Auf eine 5jährige Tätigleit als Betriebsführer der Zeche Neu=Iserlohn“ konnte dieser Tage Herr Engen Siebert zurückblicken. Bis zum 1. Mai 1931 leilete er die Schachtanlage II und nach der erfolgten Zu­sammenlegung beider Anlagen den gesamten Betriev. Herr Sievert hat es verstanden, seinen Weg als Be­triebsführer, geleitet von dem Gedanken, stets das Beste für seine Untergebenen und die Anlage heraus­uholen, aufrechten und geraden Sinnes zu gehen Daß er stets bemüht war, sich das Wohlwollen seiner Vorgesetzten und die Hochachtung seiner ihm unter tellten Beamten und Arbeiter zu erwerben, zeigten die ihm anläßlich dieses Tages zuteil gewordenen Ehrungen. Die Angestellten und Beamten der Zeche hatten es sich nicht nehmen lassen, eine kleine Feier im engen Kreise zu veranstalten, an der auch die Direktion der HBAG., Gruppe Langendreer, teil­nahm. Direktor Bergassessor Schulze=Höing feierte den Jubilar als einen besonders tüchtigen Führer und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Herr Sievert die Hacke und Feder noch nicht sobald fortlegen möge. Auch Vergassessor Reiß fand anerkennende Worte für den Jubilar. Namens der Angestellten und Be­amten feierten Fahrsteiger Peter und Steiger Thie­len ihren Betriebführer mit dem Wunsche, unter seiner bewährten Führung auch noch den deutschen Wirt­schaftsausstieg zu erleben. Seitens der Direktion wurde Herrn Sievert an dem Abend ein Ehrengeschenk überreicht.

rwp Essen, 7. Januar. Erschossen aufgefunden. Am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr wurde auf dem Ehrenfriedhof in Stoppenberg ein etwa 30—35 Jahre alter Mann erschossen aufgefunden. Nach den polizei lichen Feststellungen liegt Freitod vor. Die Per onalien des Toten konnten noch nicht ermittelt werden.

a Duisburg, 7. Januar. Tödlich überfahren. Im Stadtteil Hamborn wurde gestern der 5jährige Sohn eines Invaliden aus der Kaiser=Friedrich=Straße beim Überqueren der Straße von einem Lieferkraft­wagen überfahren. Der Führer suchte durch schnelles Bremsen dem Unglück auszuweichen und fuhr dabei auf den Bürgersteig gegen einen Mast der elektrischen Hochspannung, der umgerissen und mehrere Meter weit fortgeschleudert wurde. Der Wagen mußte ab­geschleppt werden. Das Kind ist im Krankenhaus heute morgen an den schweren Verletzungen gestorben. — Freitod. Eine 23 Jahre alte Haustochter aus der Münzstraße wurde heute morgen tot in ihrem Bett aufgesunden. Sie hatte den Gashahn geöffnet und sich vergiftet. Ferner wurde in einer Wohnung in der Bürgermeister=Pütz=Straße eine 66 Jahre alte Witwe tot aufgesunden. Sie war zwei Tage nicht mehr gesehen worden. Als man in das Zimmer gewaltsam eindrang, wurde die Frau tot in ihrem Bett liegend aufgefunden. Die Frau war schwer zuckerkrank.

rwp Köln, 7. Januar. Kommunistischer Stadtver ordneter vor dem Schnellrichter. Im Zusammenhang mit dem am vergangenen Montag versuchten Straßen­bahnerstreik verurteilte der Schnellrichter den kom­munistischen Stadtverordneten Gasarowsky zu drei Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Der Verurteilte hatte am Montag

Fluß um insgesamt 45 Zentimeter. Gegen 9 Uhr heute morgen begann er wieder anzusteigen, und zwar im Durchschnitt um 5 Zentimere:, gegen 18 Uhr beirug die Erhöhung des Wasserstandes schon wieder 80 Zentimeter. Nach dem Wasserlauf und den Angaben aus Herdecke zu urteilen, dürfte mit einem weiteren Ansteigen des Wasserstandes nur bis heute nacht 12 Uhr zu rechnen sein, da weitere Zu­flüsse in Herdecke bereits aufgehört haben. In Herdecke selbst weist der Pegel eine Erhöhung um rund 1 Meter auf. Die Lenne stieg von gestern auf heute um etwa 85 Zentimeter, während die Volme um 60 Zentimeter ihren Stand erhöhte.

rwp Padervorn, 7. Jan. Die Überschwemmung des Lippe= und Wesergebietes scheint nunmehr ihren Höhe­punkt überschritten zu haben. Die Wassermassen, die große Gebietsteile völlig überfluteten, sind zum Teil wieder verlaufen. Nunmehr ist es auch möglich, einen Überblick über das gewaltige Ausmaß des Hochwassers zu geben. Besonders stark wurde das Lipper­land betrosfen. Die Lippe trat schon in der Dienstagnacht über die Ufer und überflutete weite Felder, Straßen und Gehöfte in einer Höhe bis zu einem Meter. Überall mußte die Feuerwehr Hilse brin gen. Die Schutzdämme sind an vielen Stellen zerstört. Der Autoverkehr liegt völlig still. Die ganzen Nächte hindurch arbeiteten die Ret­

tungsmannschaften, um das Hochwasser abzuleiten und um den bedrohten Landwirten Hilfe zu bringen. Der Schaden, den die Landwirtschaft erlitten hat, ist noch nicht zu übersehen. Die Warburger Gegend bietet ein surchtbares Bild der der Verwüstung. Der sonst so ruhige Diemelfluß schwoll in kurzer Zeit so gewaltig an, daß er in großemllmkreis die Land­schaft in einen schlammigen See verwandelte. In Steinheim konnten sechs Kinder, die sich am Wasser aufhielten und plötzlich von den Fluten vom festen Lande abgeschnitten wurden, nur mit größter Mühe gerettet werden Das Wasser gehi jegt langsam zurück.

Hochwasser auch im Auetal

rwp Bückeburg, 7 Jan. Die heftigen Regengüsse der letzten Tage haben auch in der Umgegend von Bucke­bura erheblichen Schaden angerichtet. Die sonst so ruhige Aue trat weiter über ihre Ufer und versetzte die Bewohner des Auetales in Angst und Schrecken Das ganze Tal glich einem großen Strom. Gatter und Zäune verschwanden fast ganz im Wasser und nur die Bäume ragten noch daraus hervor. Der Strom riß alles mit, was nicht niet= und nagelfest war. Ganze Feldstücke wurden weggerissen. Vielsach stand das Wasser fußhoch und teilweise nahm es seinen Weg durch die Fenster in die Häuser. Die Feuerwehr war dauernd tätig, um die Keller auszupumpen. Mit Nach­lassen der Regengüsse ist das Wasser an einzelnen Stellen wieder zurückgegangen. Der angerichtete Schaden ist überall sehr beträchtlich. Alle Kräfte sind dabei, die durch das Hochwasser hervor­gerufenen Schäden auszubessern. Auch in Bückeburg selbst sind die Gewässer stark gestiegen; die vor den Toren gelegene Domäne Mortvorwerk steht unter Wasser.

zuletzt einen dunkelblauen Anzug, abgetragenen Mantel und blaue Schirmmütze.— Bis jetzt wurde in den letzten Tagen nur ein Betrugsfall gegen ihn zur An­zeige gebracht Es besteht aber die Vermutung, daß er noch weitere Personen geschädigt hat. Diese werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden.

Sturmschäden. Der in der Nacht zum Donnerstag wütende starke Sturm hat auch im hiesigen Stadtgebiet teilweise erheblichen Schaden angerichtet. An verschie­denen Stellen wurden Bäume entwurzelt oder umge­knickt. Telegraphenleitungen wurden von dem Sturm stark in Mitleidenschaft gezogen. Von zahlreichen Dächern wurden Ziegel abgedeckt und weit fortgeschleu­dert. Böse Folgen hatte der Sturm auch für Radio­empfänger, welche die Zerstörung ihrer Antennenaußen­ilage beklagen mußten.

Einbrecher

erbeuten 16500 Mark

rwp Wuppertal, 7. Jan. Heute nacht drangen Ein­brecher in das Wohlsahrtsamt in der Berliner Straße im Stadtteil Elberfeld ein und erbeuteten einem Geldschrank, der mit Schweißapparaten

aus

c Der Magistrat hat aus Anlaß des Ablebens des Tanitälsrates Dr. med. Wortmann dem Ver­torbenen einen Nachruf gewidmet, in dem es u. a. heißt, daß Sanitätsrat Dr. med. Wortmann als kom­munglärztlicher Leiter des Gesundheitswesens der Stadt sich hohe Verdienste erworben habe. Sein hohes Alter und seine ausgedehnte Privatpraxis hätten ihn nicht abhalten können, die ihm lieb gewordene Tätig­keit in der öffentlichen Lungenberatungsstelle und der allgemeinen Fürsorge mit größtem Verantwortungs­bewußrsein fortzuführen Sein kluger Rat sei immer gern gehört und befolgt worden.

e Staatsbürgerlicher Vortragsabend. Am Dienstag, den 12. Januar, 20 Uhr, veranstaltet die Reichszentrale für Heimatdienst, Landesabteilung Industriegebiet, Essen, in Verbindung mit der Stadtverwaltung Lünen in der Aula des neuen Gymnasiums einen staats­bürgerlichen Vortragsabend mit dem Thema:„Ur­sachen und Lehren der Finanz= und Kreditwirtschaft.“ c Telephonkabel zum Stadthaus durch den Sturm zerstört. In der Nacht zum Donnerstag hat der Sturm, der auch an anderen Stellen erheblichen Schaden ange­richtet hatte, das Telephonkabel zum Stadthaus in Mitleidenschaft gezogen, wodurch der Telephonverkehr zeiwweise gestört war. Vom Telegraphenbauamt in Dortmund mußte eine provisorische Leitung hergestellt werden, bis der Schaden behoben ist.

morgen auf einem Straßenbahnhof trotz der Arbeits­eines Inspektors versucht, das Personal

Aus der Stadt Lünen

geöffnet worden war, erwa 16 500 Mark, die heute an Hilfsbedürftige zur Auszahlung gelangen sollten. Bis­her ist man den Tatern noch nicht auf der Spur.

Rot im Handwerk!

Eine Mordtat vor der Aufklärung

aufforderung——

zum Streik zu bewegen. Die kommunistische Stadt verordnetenfraktion richtete an die Stadt ein Schreiben, in dem sie die Entfernung des erwähnten Inspektors aus dem Dienste forderte.

Der ehemalige„Ortskommandant von Waltror“ verhafte!

Waltrop, 7. Januar.

Die„Saarbrücker Zeitung“ bringt nachstehende, die Waltroper Bevölkerung besonders interessierende Mel­dung: Unter dem dringenden Verdacht, während seines Aufenthalts im Ruhrgebiet in der Zeit der Separa­tistenhewegung an dem Mord des Kanzlisten Faß, be­schäftigt auf Zeche Waltrop, beteiligt gewesen zu sein, wurde der pensionierte Bergmann Karl Staub von hier verhaftet. Staub war während der Auf­standsbewegung im Ruhrgebiet Ortskommandant der Gemeinde Waltrop.

Hierzu ist zu bemerken: Am 6. Januar 1923, mor­gens um 7 Uhr, sahen Kirchgänger in einem halb­zugefrorenen Tümpel an der Sandstraße einen Mann liegen, dem die Schädeldecke mit einem stumpfen Ge­genstand eingeschlagen war. Der Kanzleibeamte Faß war als ruhiger Mann bekannt, der kaum Feinde hatte. Trotz angestrengter Bemühungen der Polizei gelang es nicht, den Täter zu fassen, Nach obenstehender Nach­richt ist nun nach neun Jahren etwas Licht in die dunkle Angelegenheit durch die Verhaftung des damals hier ansässig gewesenen Bergmanns Staub gekommen, der als Separatist und Franzosenfreund in der Zeit der Ruhrbesetzung hier eine traurige Rolle spielte. sentlich findet die Tat, die seinerzeit ungeheures Auf sehen erregte, endlich ihre Aufklärung.

Von der Handwerkskammer wird uns geschrieben:

Von der beklagenswerten Lage der durch die Ar­beitslosenversicherung und Fürsorge Betreuten wird die breite Öffentlichkeit hinreichend unterrichtet, weni­ger aber von der Not, die sich in allen Kreisen des Kleinhandwerks mehr und mehr breit macht,— eine Not. die zahlenmäßig kaum zu erfassen ist, da, ehe die öffentliche Fürsorge eingreift, in der Regel schon eine wirtschaftliche Katastrophe, d. h. ein völliger Zusam­menbruch des Betriebes, Überschuldung und Vernich­ung des Betriebsvermögens vorhergegangen sein muß. Wenn beispielsweise handwerkliche Organisa­tionen berichten, daß etwa ein Zehntel bis ein Zwan­zigstel ihrer Mitglieder öffentliche Fürsorge in An­pruch zu nehmen gezwungen sind, so ist diese Zahl chon erschreckend. Sie erfaßt jedoch bei weitem nicht den ganzen Umfang der im Handwerk sich mehr und mehr ausbreitenden Notlage. Zu diesem Zehntel und Zwanzigstel müßte noch der große Prozentsatz jener hinzugerechnet werden, die, weil vielleicht noch Sachwerte vorhanden, von der öffentlichen Fürsorge ausgeschlossen sind, aus einem übertriebenen Ehr­gefühl heraus sich vor ihrer Inanspruchnahme so lange wie möglich scheuen, durch Preisunterbietungen, die nur möglich sind infolge des Rückgriffs auf die letzten Vorrate, und vielfach auch durch Schulden­machen bei den Lieferanten, Vernachlässigung steuer­licher und sozialer Verpflichtungen und dergl. sich noch den letzten Rest ihrer Kundschaft zu erhalten suchen.— damit aber einem absolut sicheren wirtschaftlichen Ruin entgegengehen.

Castrop=Rauxel

— Diebstahl auf einer Zeche. Unbekannte Täter drangen nachts in die Schweißbude der Schlosserei auf der Zeche„Erin“ ein und entwendeten neben einigem Handwerkszeug zwei Manometer. Die Diebe sind un­erkannt entkommen.

= Reisegeldschwindler. Im hiesigen Bezirk ist ein Darlehnsbetrüger, der kaufmännische Angestellte Lud­wig Johann Kenning, geb. am 5. Juli 1903 in Luckow, ohne feste Wohnung, aufgetreten. Kenning ist ein bekannter Betrüger, der bereits im September v. J. verschiedene Personen aus der hiesigen Gegend um erhebliche Geldbeträge betrogen hat. Er sucht mit Vor­liebe Gewerbelehrerinnen auf und erkundigt sich nach einer Gewerbeoberlehrerin mit Vornamen Else, die angeblich mit seinen beiden Schwestern zusammen studiert habe. Der Schwindler versteht es in außer­ordentlich geschickter Weise seine Opfer um ein Dar­lehen anzugehen. Er ist 1,70 Meter groß, hat dunkel­

blondes Haar, blasses und hageres Gesicht. Er trug

Den brei größten Frauen Westfalens

wp Münster, 7. Jan. In der stillen, Kralten Jo­hanniterkommende an der Bergstraße Jwurde durch einen Festakt in Gegenwart geladener Gäste der münsterischen Gesellschaft den drei größten Frauen Westfalens im 19. Jahrhundert ein eigenes, stim­mungsvolles Museum eroffnet mit der Bestim­mung, die Erinnerung an sie komzlenden Geschlechtern wach zu halten: der größten deutschen Dichterin Annette Frelin Droste Au Hülshoff(1797 bis 1848), der Philosophin Apnalia Fürstin von Gallitin(1748—1806) unnd der größten Bild hauerin des Jahrhunderts, Elisabeth Ney(1833 bis 1907), einer geborenen Münsteranerin. Die An­regung dazu gab vor allem die Annette=Droste=Gesell­schaft. Die Stadt Münster fügte die beiden anderen Er­innerungsräume an. Außer den besten Porträts dieser Persönlichkeiten finden sich hier viele Originalarbeiten, Gebrauchsgegenstände aller Art, Schriften usw., die den Besuchern die drei größten Frauen Westfalens im 19. Jahrhundert in ihrem Schaffen und Leben mensch­lich nahe bringen. Münster hat hiermit einen wichtigen weiteren Schritt getan zur Erhaltung und Förderung seiner allgemein geachteten Kultur.

Rein zahlenmäßig gesehen dürfte an der Notlage des Handwerks insbesondere das Bekleidungsgewerbe. und von diesem in erster Linie das Schuhmacher­handwert am meisten beteiligt sein. Ihre Ursache liegt nicht nur in der durch den wirtschaftlichen Nie­dergang erzeugten allgemeinen Verfallserscheinung in der deutschen Wirtschaft: ein großer Teil der Schuld kann vielmehr auch in einer geradezu unverständlichen Haltung weiter Kreise der Bevölkerung dem Handwerk gegenüber gesucht werden. War es schon in normalen Zeiten, gerade in Kreisen sogar der einigermaßen be­mittelten Kundschaft, üblich, die Rechnung des Hand­werkers an letzter Stelle zu bezahlen, so hat diese Ge­pflogenheit im Zeitalter der sinkenden Kaufkraft ein geradezu phantastisches Ausmaß angenommen. Die Fälle sind nicht selten, in denen an sich gut fundierte Handwerksbetriebe ihre Zahlungen einstellen mußten, weil ihre eigenen Schuldner noch nicht einmal Raten­zahlungen zur Abdeckung ihrer geldlichen Verpflich­tungen leisteten. Durch pünktliche Bezahlung der Handwerkerrechnungen. insbesondere jener kleinen Be­träge, wie sie im Schuhmacherhandwerk üblich sind, könnte in diesen Kreisen eine Unmenge von Elend und Not verhindert werden.

Jor Rad

von Samstag, de (Räheres siehe im

Samstag, 9.

30 Pfg. an. 15,30 Mondfahrt. Gerdt von Basse Preise von 80 P gleich Vorstellun mund, Serie 6 drama in 3 Au Karten von a lauf ab Mittwoc Sonntag, 10. gegen 17.45 Uhr. sonderzugteilnehn mund und Bestw 3 Aufzügen von Karten wird am Hiltropwall, verko 80 Pfg. an. 20 von Hawat. Abraham.— Vor

Montag, 11.; an. 20 bis nach tädtischen Orche Dienstag, 12. Preise von 80 P Stützen der Akten von Henrik Mittwoch, 13. von 30 Pfg. an. ens Mondf reise von 80 reie Bahn kten von Augt Sonntag.

Donnerstag, 1 Preise von 80 P Stützen der Montag.

Freitag, 15.: 20 bis gegen 22 Theatergemeinde Blume von Karten von allen Samstag, 16. von 30 Psg. an. Male! Petera Vormiete. Preise 22.30 Uhr. Zur maliges Gastspiel Ensemble in Co haupimann.— 2 Sonntag, 17. Vorstellung für küchtigen.—

wegen 17.45 Uhr. ber einen gering ügt.— Außer V sis gegen 22,45 Vorverkauf al

Dazu kommt noch ein weiteres, nämlich das unge­heuere Anwachsen der vielfach durch die Arbeitslosig­keit stark begünstigten sog. Schwarzarbeit. Kaum ein Handwerkszweia wird von ihr mehr betroffen als wiederum das Schuhmacherhandwerk Man sollte mei­nen, daß das deutsche Volk allmählich begriffen hat, wie ungeheuer es durch die Inanspruchnahme des Schwarzarbeiters nicht nur die öffentliche Moral, son­dern auch die öffentlichen Kassen schwer schädigt, dar­üiber hinaus aber zugleich die Zahl der öffentlichen Unterstützungsempfänger noch vermehrt, und einen volkswirtschaftlich und sozial so wichtigen Stand wie das Kleingewerbe schwer schädigt. Es ist an der Zeit, daß alle Kreise der Bevölkerung diese Zusammen­hänge erkennen und sich ihrer Verantwortung gegen­siber dem Kleingewerbe, nicht zuletzt im nationalen Interesse, bewußt werden.

Nr. 1 betr. Wert der Sachbezüge siehe Aushang in den Verwaltungsgebäuden und an den Plakat=Säulen und=Tafeln.

Castrop=Rauzel, den 7. Januar 1932.

Der Magistrat.

Vortrag

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